Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Kategoriearchiv „Mail“

Milka Probierpaket fur gammelfleisch@tamagothi.de

Dienstag, 8. August 2017

Nein, diese Mail hat mit „Milka“ nichts zu tun. Es ist eine Spam, die an Mailadressen gesendet wird, die von Kriminellen mit Skripten im Web eingesammelt wurden. Die kurze Zusammenfassung lautet: Auf gar keinen Fall in die Spam klicken! Einfach löschen!

Und nun ein paar Worte mehr.

Die Spam sieht so aus:

Milka-Schokoladentafeln

Hallo!
Herzlichen Glückwunsch!

Wir freuen uns Ihnen mitzuteilen, dass Sie unter den Auserwählten für die Endauslosung eines Milka Probierpakets sind.

1. mia_f_hermann @ yahoo . ch
2. gammelfleisch@tamagothi.de
3. wilma-l @ gmail . com

Klicken Sie unten, um Ihre Teilnahme zu bestätigen:
Jetzt teilnehmen!

ACHTUNG! Die Aktion endet in 3 Tagen!

WSE Promo
Maximilianstrasse 35a
München 80539
Germany

Click here to report this message as spam

Klicken Sie zum Abbestellen hier

In eine Spam auf „Click here“ klicken, um die Spam als Spam zu melden… :D

Wer auf „Teilnehmen“ klickt, landet nicht etwa in der Domain für die Marke „Milka“, sondern in der ungleich fragwürdigeren Domain dach (punkt) schokopakete (punkt) kickst (punkt) net, wo man von einer sehr stümperhaft gestalteten, nachgemachten „Milka“-Seite begrüßt wird, auf der man ein paar wenig problematische Fragen beantworten soll, wenn man sich nicht daran stört, dass die Macher der Website nicht so ganz rechtschreibsicher wie die Werbefirma für „Milka“ sind:

Screenshot der betrügerischen Website

Nachdem man erklärt hat (Javascript ist hierfür erforderlich), in welche Altersklasse man gehört (über 18, 18-35, 36-50, über 50 Jahre – Mehrfachnennungen sind nicht möglich), welches Geschlecht man hat und welche Schokolade man am liebsten isst, gibt es die nächste Weiterleitung zur Website in der Domain dein (strich) probierpaket (punkt) de, wo einem die nächste Website mit „Milka“ begrüßt, die nichts mit „Milka“ zu tun hat:

Screenshot der betrügerischen Website

Immerhin steht es hier unter der Website:

Milka ist weder Veranstalter noch Sponsor des Gewinnspiels und steht mit der 7sections GmbH in keiner geschäftlichen Beziehung. Veranstalter dieses Gewinnspiels ist die 7sections GmbH

Dass diese Masche nichts mit Milka zu tun hat, wusste ich allerdings schon, als ich die Spam gesehen habe.

Dafür „darf“ man sich jetzt in einem mehrschrittigen Verfahren für einen „möglichen Gewinn“ vor Spammern datennackt machen, aber hundert Prozent gratis:

Der mögliche Gewinn soll gehen an: -- Anrede Frau () Herr () -- Vorname -- Nachname -- Email -- Ja, ich bin damit einverstanden, dass eine Auswahl der in der Sponsorenliste aufgeführten Firmen mich postalisch, telefonisch oder per Email oder SMS über Angebote aus ihrem jeweiligen Geschäftsbereich informiert. Die Auswahl der werbenden Unternehmen können Sie selbst beeinflussen. Das Einverständnis kann ich jederzeit widerrufen. Weitere Infos dazu hier -- [100% Gratis mitmachen] -- Teilnahmebedingungen und Datenschutz habe gelesen und akzeptiert.

So ganz stilsicher ist der Text nach dem „Ja“ zum Abchecken ja nicht formuliert, mal „bin ich“, mal „können Sie“. Aber dass sich Leute mit derartigen „Geschäftsmodellen“ Mühe gäben, wäre auch einmal etwas ganz Neues.

Erfreulich ists allerdings, dass man da ja gar nicht hinklicken muss… mal ausprobieren…

Folgende Fehler sind aufgetreten: Zustimmung

…schade. :mrgreen:

Der Gewinn ist möglich, das tägliche Postfach voll mit einer durch derartige Überrumpelung notdürftig legalisierte Schrottmail ist hingegen sicher. Und weil das Postfach nicht genug ist…

Hallo, Sebastian Gutenoth, bitte vervollständigen Sie nun ihre Teilnahme! -- Straße -- Hausnummer - PLZ -- Ort -- Telefon -- Land -- Geburtstag -- [Weiter]

…kommt auch noch die Postanschrift für Briefkastenspam und die Telefonnummer für Telefonspam und dumme Gewinnbimmelei dazu. Oder vielleicht auch für einen Identitätsmissbrauch – schließlich haben wir es hier mit einer Datensammlung zu tun, die über illegale und asoziale Spam vorangetrieben wird.

Ich bin im Moment gerade ein bisschen auf dem Sprung und habe deshalb nicht die Muße, noch ein bisschen tiefer zu schürfen, aber ich gehe noch von einer versuchten Präsentation diverser Abzock-Versuche aus. Alles in allem ist die Vorgehensweise sehr ähnlich zum Lidl-Bingo-Beschiss aus dem Winter des vorigen Jahres. Den damaligen Worten habe ich für den heutigen halbseidenen bis kriminellen Versuch nichts hinzuzufügen, und aus diesem Grund seien sie hier noch einmal wiederholt:

Deshalb sollte man eben niemals auf eine Spam reinfallen. Auch nicht, wenn sie von ihrem Layout her wie eine E-Mail eines renommierten Unternehmens aussieht. Jeder talentierte Zehnjährige kann ein solches Layout machen, indem er sich bestehendes Originalmaterial des Unternehmens etwas anpasst. Und schon gar nicht sollte man auf eine Spam reinfallen, wenn sie tolle Gewinne verspricht, wenn man nur „Click here“ macht und auf irgendwelchen Seiten massenhaft persönliche Daten preisgibt. Spam ist immer ein ganz schlechtes Zeichen. Der beste Schutz vor Internetkriminalität ist ein großes Misstrauen gegenüber E-Mail sowie die Fähigkeit, Spam schnell als solche zu erkennen und zu löschen, statt darin herumzuklicken.

Amen!

Re: Annette und Michael

Montag, 7. August 2017

Hallo gammelfleisch@tamagothi.de¹!, von Annette und Michael

Foto zweier alter Menschen

Ich wollte mal kurz etwas über ein paar Mythen klarstellen die dich wahrscheinlich ärmer und ärmer machen…

>>> http://clck.adcnvr.com/aff_c?offer_id=184&aff_id=1736 <<<²

Ich habe nicht viel Zeit, starten wir also sofort los…

1. Du braucht KEIN Grundwissen um Tausende an
Euro mit so einem System zu machen.

2. Du musst kein Computer-Genie sein um zu verstehen
wie dieses unglaubliche Geldmachsystem funktioniert.

3. Du musst nicht Tausende von Euro für eine robuste
Trading-Software bezahlen die auch tatsächlich FUNKTIONIERT.

Um genau zu sein, kann ich dir gerne zeigen wie du umsonst an eine kommst…

>>> http://clck.adcnvr.com/aff_c?offer_id=184&aff_id=1736 <<<²

Die Achtung,
Annette und Michael

Anette Briegel in einer Unterschrift, die mit einem Handschriftfont simuliert wurde
Michael Briegel in einer Unterschrift, die mit einem Handschriftfont simuliert wurde

So so, „die Achtung“. Die kommt besonders achtungsvoll, diese Achtung, wenn man für die Unterschrift einen Handschriftfont benutzt. :mrgreen:

Das ist schon bitter für diese Reichwerdexperten, dass sich niemand für das ganze Geld aus der Steckdose zu interessieren scheint, das sie jeden Tag mit illegaler, asozialer und vorsätzlich intelligenzbeleidigender Spam anbieten. War die Präsentation bislang halbwegs „hipp“ und orientierte sich an der typischen Verblödung der „Generation Jamba“, die während der Wartezeit im Jobcenter ihre Hartzgroschen beim Börsenhandel mit extrem windigen Wettzetteln verzocken sollte, so scheint diese traurige Mixtur aus BRD-Bildungsnotstand und BRD-Billiglohn inzwischen vollumfänglich von den Spammern zu gebrannten Kindern gemacht worden zu sein, die fortan ein halbes Jahr lang das Feuer scheuen (bis wieder ein anderer Betrüger in anderer Verpackung das Märchen vom Schlaraffenland erzählt, in dem das Geld aus der Steckdose fließt – vielleicht mal wieder aus den Online-Casinos).

Warum das so bitter für die Spammer ist? Weil die Spammer natürlich nicht mit ihrer eigenen Reichwerdmethode reich werden, sondern lieber Affiliate-Geld von halbseidenen Brokern dafür kassieren, dass sie ihnen neue Kunden zuschieben. Das können durchaus zweistellige Euro-Beträge pro geworbenem Kunden sein – und wer über teils völlig absurde Gebühren (für den Kauf, den Verkauf, die Nutzungsdauer, die Auszahlung, die Einzahlung und dergleichen mehr) dieses Geld (und noch ein paar hundert Euro mehr) bezahlen wird, sollte klar sein: Es sind die meist naiven Menschen, die auf die Lügen der Spammer hereingefallen sind. Aus dem mühelos aus der Steckdose fließenden Geld wird nichts, stattdessen geht eingezahltes Geld verloren.

Deshalb brauchen die Reichwerd-Spammer mit ihren Binären Optionen immer wieder Nachschub an naiven, unerfahrenen und uninformierten Menschen, in denen sie die Geldgier wecken können, um sie abzuzocken.

Inzwischen scheinen die Reichwerd-Spammer zu versuchen, BRD-Armutsrentner zu ködern, wie man an dieser Spam sieht. Natürlich ist diese Spam noch unbeholfen, ein erster Versuch, und hoffentlich ein letzter, weil Menschen mit etwas Lebenserfahrung wohl kaum daran glauben werden, dass Geld mit ein paar Klicks und hokus pokus Börsenmagie aus dem Nichts entsteht. Eine eigene Seite für diese Masche haben die Verbrecher noch nicht gebaut, es scheint sich also wirklich nur um einen Versuch zu handeln. Die Links gehen nach der üblichen Kaskade von Umleitungen in die Domain hbswiss (punkt) com, wo es unverändert allerfeinsten Quantenquark zum Genießen gibt:

Das Handelssystem der Privatbankiers, dass die Quantentechnologie nutzt! Werden Sie Mitglied des exklusiven Clubs.

Wer sich dafür interessiert: Die gesamte Betrugsseite ist seit Monaten unverändert und sieht immer noch wie meine Archivversion vom 28. März dieses Jahres aus. Allerdings wurde inzwischen ein anderes Video eingebettet. Natürlich sind dem Spezialexperten – der ja immerhin vorgibt, eine Software gemacht zu haben, die mit Quantentechnologie an der Börse automatisch Gewinn erwirtschaften kann – die tieferen Geheimnisse von HTML5 viel zu geheimnisvoll geblieben, um sie schnell irgendwo nachzuschlagen und anzuwenden, und deshalb hat er auch sein neues Video bei YouTube hochgeladen und über den YouTube-Einbettungscode in seine Betrugsseite eingeklebt. Denn wenn er sich Mühe geben wollte, dann könnte der Spammer ja auch gleich arbeiten gehen und müsste nicht mehr spammen…

¹Mailadresse im Zitat geändert. Die Spam ging an eine andere Adresse, die ich hier für Menschen unsichtbar ausgelegt habe.

²Die Spam ist HTML-formatiert, und der Link geht im Wirklichkeit in die Domain teleera (punkt) com. Wer solche Tricksereien und Irreführungen nötig hat, ist mit Sicherheit kein guter Ratgeber in irgendeiner Frage.

Re: I am Elena, (ID 15883258) 23y.o.

Sonntag, 6. August 2017

Hach, ich kriege auch in der Welke meines Lebens noch Liebesbriefchen aus diesem Internet! :mrgreen:

Oh, diese Briefchen enthalten auch Text, den ich gar nicht sehen soll, damit sie überhaupt durch die Spamfilter kommen? Ach, das hat sicher nichts zu bedeuten. Ich bin attraktiv und die Frauen aus dem großen Russland stehen auf arme, alte Männer wie mich.

Ich habe die mit einem CSS-Trick unsichtbar gemachten Textbestandteile im Zitat mal hellgrau eingefärbt, damit die Spammigkeit dieser Spam noch ein bisschen deutlicher wird.

Good dayxjpqzrcy
Here is my photo for youpta
Let`s chat now?gbycofkr
My e-mail: lediukraina2016@yandex.ru

Angehängtes Foto

Der schwarze Balken ist natürlich von mir.

**Spendenansprüche / .Zahlung.**

Sonntag, 6. August 2017

Oh, das muss sehr eine wichtige Mail sein. Sie hat Asteriske im Betreff, um im Posteingang auffälliger auszusehen. So irre wichtig ist diese Mail! ;)

Und dann geht es auch noch um Geld. Soll ich spenden? Soll ich zahlen? Bekomme ich etwas gespendet? Zahlt mir jemand etwas? Und welchen tieferen Sinn sollen die Pünktchen vor und nach dem Wort „Zahlung“ haben? Um was es geht, muss ja nicht gleich aus dem Betreff klarwerden.

Wer schreibt mir denn da überhaupt?

Von: info@nicolaisen.de
Antwort an: 675545567d@gmail.com

Es schreibt jemand, der einen Reply-to-Header setzen kann. Das kann nicht jeder Spammer. Immerhin könnte man die Spam einfach beantworten, indem man auf Antworten klickt.

Und, was schreibt er so? Oh, das ist aber kurz.

Ich bin Klaus, […]

Der Absender weiß zwar nicht, wie ich heiße und kann mich deshalb auch nicht ansprechen, er hat aber selbst einen Namen, den er nennen kann. Es handelt sich um den…

[…] persönlicher Assistent von Herrn Bronfman, […]

…persönlichen Assistenten eines anderen mir unbekannten Namens. Dieser andere Name kann vermutlich noch keine E-Mail schreiben und muss sich deshalb Klaus den Butler halten, damit dieser den hirnenden Technikkram mit diesem komplizierten Internet erledigt.

Dafür hat der Herr Bronfman – ein Name, den ich noch nie gehört habe – aber etwas anderes:

[…] der gerade eine Spende von $ 1,5 Millionen USD für dich gemacht hat.: […]

Berge von Geld hat der Herr Bronfman. So viel Geld, dass er mich, nur weil ich so eine schöne Mailadresse habe und mit „Ich bin Klaus“ angesprochen werde, mit anderthalb Megadollar beglücken will. Darauf könnte ich jetzt antworten, aber…

[…] krumpf@twcny.rr.com

…soll ich dafür jetzt die Absenderadresse, die Antwortadresse (an die ich antworte, wenn ich auf „Antworten“ klicke) oder die dritte Mailadresse nehmen, die ohne weiteren Kontext und ohne irgendeinen Hinweis nach einem Doppelpunkt nach anderthalb versprochenen Millionen Spendendollar steht?

Fragen über Fragen! :mrgreen:

Und die Spam ist schon zu Ende und beantwortet keine weiteren Fragen. Hier noch einmal der ganze Text dieser Einleitung eines Vorschussbetruges, der in seiner Kürze die Dummheit um so deutlicher macht:

Ich bin Klaus, persönlicher Assistent von Herrn Bronfman, der gerade eine Spende von $ 1,5 Millionen USD für dich gemacht hat.: krumpf@twcny.rr.com

Hach, waren das schöne Zeiten, als sich die Vorschussbetrugsspammer noch richtige Geschichten ausgedacht haben!

Die ideale Lösung für alle Mitbürger die zu wenig zum Leben haben!

Donnerstag, 3. August 2017

Was willst du mir anbieten, Spammer? Eine Anleitung, wie man einen Bankraub durchführt?

An alle Bürger die zu wenig zum Leben haben!

Oh, die Spam geht an Bürger. Die muss voll seriös sein. Vermutlich geht sie sogar an besorgte Bürger.

Ihr wisst nicht mehr weiter, habt zu wenig zum Leben und sehnt Euch zu Recht nach mehr sozialer Gerechtigkeit? Dann zögert nicht, lasst Euch von uns unter die Arme greifen und lebt einen komplett neuen Lebensstil! Wir haben eine optimale Lösung für alle, die von der Gesellschaft im Stich gelassen wurden und auf Pro-Sieben vorgeführt, dass ein Leben in Würde und Wohlstand für jeden möglich ist.

Mehr soziale Gerechtigkeit, mit Vorführung auf ProSieben – und nein, der Fernsehsender hat mit dieser Spam natürlich gar nichts zu tun. Ich brauche gar nicht weiterzulesen und weiß schon genau, was jetzt kommt: Ein Roulettesystem. Natürlich eines, das nicht funktioniert. ProSieben hatte ja vor langer Zeit einmal eine Dokumentation, in der das Martingale-System präsentiert wurde, was übrigens zum völligen Bankrott eines Mitspielers führte. Damit man letzteres nicht beim Anschauen bemerkt, wird das Video von den Spammern in einer dermaßen unbrauchbaren Qualität verwendet, dass es wohl niemand bis zum Ende schaut.

Seht Euch unseren Fernsehauftritt [sic!] an und Ihr werdet angenehm überrascht sein, wie erleichternd es ist, wenn man endlich die Freiheit hat selber zu entscheiden, wie viel Zeit und finanzielle Mittel einem am Monatsende zur Verfügung stehen. Helft Euch selbst und lasst Euch aufklären, wie man aus der Not eine Tugend machen kann, wenn man nur weiß, wo man die Hand aufhalten muss.

Oh toll, am Monatsende steht mir mehr Zeit zur Verfügung! :D

HIER FINDET IHR DIE IDEALE LÖSUNG UM DAS LEBEN WIEDER ZU GENIESSEN

Headergrafik der betrügerischen Website, die auf der linken Seite eine Frau mit einem Fächer aus 100-Euro-Banknoten, auf der rechten Seite einen überteuerten, benzinschlürfenden Sportwagen und in der Mitte einen Roulettekessel zeigt, über dem die Worte 'Clever zum Erfolg' prangen

Seit Januar 2015 ist diese an sich ziemlich lächerliche Seite unverändert, wenn man vom gelegentlich veränderten Namen absieht, der drunter steht – und natürlich von der Domain, unter der die Lügensite verfügbar ist. Diese Website zieht natürlich regelmäßig um, weil der kriminelle Dreck schnell auf allen einschlägigen Blacklists steht. Seit Januar 2015 schafft es dieser Spammer offenbar, mit dieser Masche genügend Leute dazu zu bringen, dass sie sich bei einem Online-Abzockcasino registrieren und dort auch Geld einzahlen. Der Spammer spielt natürlich nicht sein eigenes System, von dem er ganz genau weiß, dass man damit nicht gewinnen kann. Stattdessen lässt er sich lieber von windigen Online-Abzockcasinos Affiliate-Geld dafür auszahlen, dass er ihnen neue Kunden zutreibt. Das können übrigens durchaus zweistellige Euro-Beträge pro Kunde sein, wenn man die Leute zu einer ordentlichen Einzahlung motiviert. Wer dieses an den Spammer ausgezahlte Geld letzten Endes bezahlen wird? Natürlich die naiven Menschen, die darauf reingefallen sind und ihr eingezahltes Geld verlieren. Und wie nennt der Spammer das? Richtig, er nennt es „mehr soziale Gerechtigkeit“, „Würde“ und „Wohlstand“. Seit Januar 2015 (mindestens) klappt das bei diesem Spammer wohl ganz gut. Bei seinen Opfern natürlich nicht. Die verlieren mit mathematischer Zwangsläufigkeit ihr gesamtes eingezahltes Geld und haben hinterher noch größere Probleme als vorher. Der Spammer hat für dieses Vorgehen auch einen schönen Namen. Er nennt es…

Alles Liebe
Petra Baumann

…Liebe. Aber sooooo viel Liebe! :mrgreen:

Es ist eigentlich überflüssig, noch zu erwähnen, dass die verwendeten Domains vollständig anonym über einen Dienstleister aus dem sonnigen Panama registriert wurden. Was kann da schon passieren? Es geht ja nur um Geld.

Anmerkung: Es geht Euch gut und Ihr braucht keine Hilfe? Bitte hier raufgehen und wir versenden keine Briefe mehr an diese Adresse.

„Bitte hier raufgehen“ ist das „Click here“ für die Generation Wischofon, und es klingt genau so doof wie „Click here“. Kein Mensch, der seine Leser nicht gerade verachtet, würden seine Lesern mit derartigen Sprachstummeln kommen.

How are you?

Donnerstag, 3. August 2017

Ach, eigentlich gehts mir ganz gut, wenn mir auch immer ein kleines bisschen übel wird, wenn ich in die aussortiere Spam reinschaue. Das sind echt widerwärtige Gesellen, deren Ausflüsse man da vor Auge kriegt.

Hi! How are you?

Dass du mich gleich zweimal nach meinem Befinden fragst, kann leider nicht vergessen machen, dass du mich gar nicht kennst. Und ich kenne dich auch nicht. Aber trotzdem schreibst du mir diese Mail in letzter Zeit öfter. Und zwar immer auf Mailadressen, die den Spammern wohlbekannt sind. Das passt dazu…

My name is Anastasia (or shortly Nastya), and I�d love to know your name.

…dass du offen eingestehst, dass du nicht einmal weißt, wer ich bin.

Do you visit this site oftentimes?

Welche Website meinst du. Es gibt einige Websites, die ich des Öfteren einmal besuche. Überhaupt gibt das wahnsinnig viele Websites in diesem Web. Allerdings kann man da…

I was hoping to talk to you in chat once but you left all of a sudden. Could you write me your address or send me a letter some day?

…meist nicht miteinander chatten. Chatten tut man ja auch nicht auf einer Website. Aber selbst, wenn wir beide miteinander gechattet hätten – du hast bestimmt noch nie vom IRC gehört und fragst dich bei Abk. wie XMPP gewiss, ob das wohl eine neue Krankheit oder etwas für dich komplett unverständliches Mathematisches ist – also, selbst wenn wir miteinander gechattet hätten, und ich hätte mich so schnell und wortkarg „verabschiedet“: Kannst du dir einen Grund für einen solchen „Abschied“ vorstellen? Es kann dafür eigentlich nur zwei Gründe geben. Entweder bin ich so gestrickt, dass ich allzuenge Kontakte zu Menschen aus dem Internet vermeide, oder aber, ich bin zu einem gewissen Urteil über dich und deinen unerfreulichen Charakter gekommen und habe mich ganz schnell irgendwohin verdrückt, wo man deinesgleichen Mitlebewesen nicht begegnet.

Völlig rätselhaft und bei aller Fantasie nicht mehr vorstellbar bleibt es allerdings, wie du es im Chat nicht geschafft haben willst, meinen Nick rauszubekommen, unter dem ich im Chat auftrete und der vor jeder meiner Zeilen steht, aber dafür an eine E-Mail-Adresse von mir gelangt sein willst. Man muss schon sehr unerfahren sein, um auf deinen lächerlichen Vorwand für ein sabberförderndes Brieflein an einsame und verzweifelte Männer zum gepflegten Abzocken reinzufallen.

I believe we have a lot in common and talking to you will be much pleasure for me.

Ich glaube auch, dass wir vieles gemeinsam haben. Wenn ich dir mit einer Bohrmaschine und einem feinen Bohrer unter einem deiner Zehennägel rumbohre, wird dir das weh tun. So sind Menschen. Sei also lieber froh, wenn du dich nicht mit mir unterhältst (oder nur aus sicherer Entfernung)! :evil:

My email sesosuti@gmx.com

Um eine tolle Brieffreundschaft über das Internet vom ersten Tage an mit Vertrauen aufzuladen, schreibst du deine Kontaktmails mit gefälschtem Absender und räumst das genau so offen ein, wie du weiter oben einräumst, mich nicht zu kennen.

Looking forward to getting your letter,
Anastasia

Ich bin mal gespannt, wie viel ich noch von deinem wirklich schlecht gemachten Müll kriege.

Grüße an euch im Namen unseres Herrn Jesus Christus,

Donnerstag, 3. August 2017

Wie, der ist jetzt auch unter die Spammer gegangen?

Ich bin Frau Monika Andreas, ich bin 63 Jahre alt aus Großbritannien,

Na, wenn du mich schon nicht kennst und nicht anreden kannst, ist es ja schön, dass du erstmal sagst, wer du bist. Schade nur, dass es nicht stimmt. Denn sonst…

Eine Witwe leidet unter langjähriger Krankheit (Krebs)

…gäbe es die erfreuliche Aussicht, dass du demnächst deine langjährige betrügerische Erfah… ähm… deine langjährige Krankheit in einem erfreulichen Sterbeprozess beendetest, erfüllt von deinen eigenen Zellen, die von der Idee unbegrenzten Wachstums beseelt sind und dich wegfräßen.

Ich bin verheiratet zu Spät Dr. Andreas Horst,<

Na, noch scheinst du ja zu leben. Also kannst du nicht zu spät verheiratet sein. :mrgreen:

(Natürlich meint sie den verstorbenen Dr. Horst, aber woher soll das miese Übersetzungsprogramm das denn wissen.)

Mein Mann hat die Summe abgelegt (USD $4.900.000,00) Mit einer der Bank hier

Das ist gewiss die bekannte britische Anonymnous-Bank, die in Großbritannien die Konten in US-Dollar führt.

Ich möchte diesen Fonds in dein Land übertragen Für Nächstenliebe Arbeit und helfen die weniger privilegierten

Das ist doch schön. Und deshalb schreibst du irgendeine Mailadresse eines dir völlig Unbekannten an, es geht ja nur um so etwas Unwichtiges wie ein paar Millionen Dollar. Aus lauter Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft. Wir kennen das ja alle aus unserer Alltagserfahrung, dass uns in der Stadt ein wildfremder Mensch anspricht, uns eine 500-Euro-Banknote in die Hand drückt, uns sagt, dass wir damit etwas tun sollen… und dann einfach weggeht und uns mit dem schönen, großen lila Lappen in der Gegend rumstehen lässt. Und natürlich nichts kontrolliert oder so. Wer hätte das noch nicht erlebt? :mrgreen:

Natürlich gibt es die Millionen nicht. Die sind nur Köder. Es ist Vorschussbetrug. Wer anbeißt, hat immer die Millionen (und einen fürstlichen Anteil für seinen „Aufwand“, falls er doch nicht bescheißen will) vor Augen, darf aber eine Vorleistung nach der anderen abdrücken. Hier ein Hunnie für eine Beglaubigung, dort dreihundert Euro für irgendeinen Bullshit, noch mal siebenhundert Euro für eine Versicherung, da noch sechzig Euro für diesen Schein, und da noch sechzig Euro für jenen Schein. Das Geld kann man natürlich niemals einfach auf ein Konto überweisen, man kann auch niemals einfach einen Scheck ausschreiben, sonst würden bei den Betrügern ja die Handschellen klacken, wenn sie sich das Geld abholen – stattdessen geht alles immer nur vollständig anonym über Western Union und Konsorten. Das Geld von ihren gleichzeitig „behandelten“ zehn bis fünfzehn Opfern trägt die gut einspielte und am Telefon durchaus überzeugend aufführende Bande dann ins nächste Bordell.

Nicht zu übersehen ists, dass diese sicherlich nicht total verarmte Witwe sich nicht die paar Euro für einen richtigen Dolmetscher leisten kann, und deshalb eine Ausdrucksweise verwendet, bei der Kurt Schwitters Freudensprüge über den Sieg des Merz machen würde.

Ich habe diese Entscheidung getroffen weil ich kein Kind habe das dieses Geld erben wird,

Kontaktieren Sie mich für weitere Nähere<

Och nö! So richtig weiter nah dran will ich da gar nicht.

Frau Monika Andreas,

Die ausgedachten Namen wechseln, die Geschichten sind immer die gleichen.

Diese Spam aus dem Irrenhaus des Vorschussbetruges ist ein Zustecksel meines Lesers liu-yan.

reliances hacker

Mittwoch, 2. August 2017

So nannte sich der, die oder das Ergebnis einer bislang unbemerkten Reinkarnation Kurt Schwitters‘, der, die oder das hier auf Unser täglich Spam gestern um 16:00 Uhr mit seiner oder ihrer IP-Adresse aus dem brütenden Nigeria den folgenden Kommentar hinterlassen wollte, aber an einem banausischen Spamfilter scheiterte, der einfach keinen Sinn für grenzgeniales Dada hat. Das großartige Kleisterwerk – vom Kunstschaffenden mühsam über die Zwischenablage in das Kommentarfeld befördert, weil er zu einem anderen „Hack“ noch nicht imstande ist – sei hier zum Genuss für alle Leser noch einmal aus dem Glibbersieb des Spamfilters geholt:

Vertrauen Hacker
Grades ändern ist wichtig, wenn Sie erreichen können
Zu reliancessshackers@gmail.com
Unsere Leistungen sind + Schulklassen
+ Kredit-Fixierung
+ Transkript-Befestigung
+ Passwort / ATM-PIN und E-Mail-Abruf
+ Hack in jede Datenbank oder Websites
+ Identifizierung von Cheating Partner oder Mitarbeiter
+ Hack Social Network
+ reliancessshackers@gmail.com

Ohne weitere Worte.