Hallo

31. Januar 2015

Oho, mal wieder ein Qualitätsbetreff! :D

Ich sende dir gleich Bilder von mir in Dessous die du mir geschenkt hast.

Wieso „gleich“, wenn du mir jetzt schon was zusendest. Und wer zum hackenden Henker bist du überhaupt, der oder die mich gar nicht erst irgendwie anredet und gleich mit Unterwäsche-Bildern kommt. Bist du etwa die Frau aus dem Versand­haus­katalog?

Dein Freund hat wirklich gute Bilder gemacht in seinem Fotostudio.

Und welcher von meinen Freunden hat ein Studio?

Er ist auch sehr einfühlsam und nett.

Ah, ich sehe: Ihr beide habt die Session ein wenig „vertieft“. :mrgreen:

Die nächste Foto mit meiner Freundin.

Klar doch. Noch mehr Unterwäsche-Bilder, diesmal gedoppelt. Ich würde allerdings ein Video bevorzugen¹… du weißt schon, du richtest dich ja an Wichser.

schreib mir bitte.

Ich glaube nicht, dass „deine“ Absenderadresse echt ist.

Das Passwort für die Fotos: sexy21

Wie jetzt, die Fotos haben ein Passwort? Ach, da hängt ja ein Anhang an der Spam. Eine ZIP-Archiv mit dem lustigen Namen sexyfoto.zip, 427 moppelige Kilobytes groß.

SPÄTESTENS JETZT sollte jeder den folgenden Satz denken: „Ein ZIP-Archiv, das mit einer E-Mail kommt, stinkt. Und zwar immer“. Die nächste Reaktion ist dann der Druck auf die Entf-Taste…

Dieses ZIP-Archiv ist allerdings besonders gefährlich! Es ist mit einem Passwort geschützt, so dass ein Antivirusprogramm keine Chance hat, es zu entpacken, um seine Inhalte zu überprüfen. Deshalb ist es für mich auch nicht weiter überraschend, dass zurzeit kein einziges Antivirus-Schlangenöl diesen Mailanhang als gefährlich erkennt. Das wird vermutlich noch lange so bleiben, und wir werden vermutlich alle in Zukunft häufiger derartige ZIP-Archive mit Passwort sehen.

UND DESHALB sollte der Satz folgendermaßen ergänzt werden: „Ein ZIP-Archiv, das mit einer E-Mail kommt und mit einem Passwort geschützt ist, stinkt und ist garantiert hochgiftiger, krimineller Sondermüll, den man nur mit der Kneifzange anfassen sollte. Und zwar immer“. Ich habe ja wirklich lange darauf gewartet, dass den verbrecherischen Spammern einmal etwas besseres einfällt als das „übliche“ ZIP-Archiv mit einer Datei der Marke .pdf.exe, und genau das scheint jetzt geschehen zu sein.

Im ZIP-Archiv gibt es einen Ordner sexyfoto, dieser enthält zwei Dateien mit folgenden Dateinamen:

  1. IMG_1389.JPG – Ein JPEG-Bild
  2. IMG_1390.SCR – Ein Windows-Bildschirmschoner

Beim JPEG-Bild IMG_1389.JPG handelt es sich um ein softerotisches Foto einer lasziv herumliegenden Frau in Unterwäsche, das die Spammer mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit irgendwo aus dem Internet „mitgenommen“ haben. (Gut möglich, dass die Frau nichts davon weiß.) Die Datei IMG_1390.SCR ist ein Bildschirmschoner für Microsoft Windows, also eine direkt ausführbare Datei für Microsoft Windows, die mit einer asozialen und kriminellen Spam zugestellt wurde. Diese Schadsoftware wird inzwischen von knapp der Hälfte der gängigen Antivirus-Programme als das erkannt, was sie ist: Ein Trojaner. Wer sich da durchklickt und – nachdem sich so viel Blut im Schwellkörper und so wenig Blut im Hirne befindet – nach dem ersten Bild das „zweite Bild“ anschauen möchte, der hat hinterher einen Computer anderer Leute auf dem Schreibtisch stehen.

Ich befürchte, dass diese Masche, um anderen Leuten Schad­software unter­zu­jubeln, in den nächsten Monaten zu einer Pest wird. Natürlich mit besseren Spamtexten, um einen glaub­würdigen Vorwand dafür zu haben, passwort­ge­schützte ZIP-Archive zu vesenden. (Nein, hier mitlesender Spammer, ich gebe dir jetzt keinen Tipp, was du schreiben könntest, obwohl mir eine Menge einfällt.) Ein Virenscan auf einem Mailserver scheitert bei diesen Anhängen immer, so dass viele dieser Spams auch ankommen, und… leider… führen sexuelle Inhalte auch immer wieder dazu, dass selbst vernünftigere Menschen etwas leichtsinnig werden.

Deshalb seid bitte aufmerksam und macht niemals ein ZIP-Archiv aus einer E-Mail auf, und schon gar nicht, wenn es durch ein Passwort geschützt wurde. Das bisschen befriedigte Neugierde wiegt den Ärger, den man sich durch einen übernommenen Computer einhandeln kann, nicht auf. Selbst, wenn eine E-Mail mit einem ZIP-Anhang von einem Bekannten zu kommen scheint, immer darüber bewusst sein, dass sich Absenderadressen in einer E-Mail beliebig fälschen lassen und dass Spammer inzwischen riesige Datensammlungen haben, auch von Adressbüchern und auch mit Zuordnungen von Mailadressen zu echten Namen. Deshalb lieber rückfragen, bevor ein ZIP-Archiv aus einer E-Mail geöffnet wird, und zwar nicht über E-Mail oder IM – der Computer des Bekannten könnte bereits trojanifiziert sein und die Frage könnte von einem Halunken beantwortet werden – sondern über ein anderes Medium, zum Beispiel Telefon.

Wer sein Windows so konfiguriert, dass er Datei­namens­er­weiterungen sieht, tut übrigens viel für seine Computer­sicherheit. In diesem Fall wäre auch mäßig geübten Anwendern sofort aufgefallen, dass .SCR ein „komischer Typ“ für eine Bilddatei ist – die dann aufkommende Frage wird schnell von Wikipedia beantwortet, und zwar mit einem deutlichen Hinweis:

Windows Bildschirmschoner. Warnung: Häufiges Ziel von Virusinfektionen

Wie man sein Windows so konfiguriert, dass man auch sieht, wie die Dateien heißen, lässt sich hier auf der Support-Website von Microsoft nachlesen. Warum Microsoft seine vor siebzehn Jahren für Windows 98 getroffene Entscheidung, den Anwendern den Typ einer Datei nicht mehr im Dateinamen anzuzeigen, angesichts der extrem häufigen Ausbeutung dieser Entscheidung durch Kriminelle nicht ändert, gehört zu den Fragen, die man am besten immer wieder Microsoft stellt. In meinen Augen wird hier mit einer Voreinstellung, die dem Anwender nichts nützt, ein Biotop geschaffen, in dem die organisierte Kriminalität des Internet aufblüht. Aber böse Zungen würden sagen, dass sich diese Aussage generell auf Microsoft verallgemeinern lässt²…

¹Zugegeben, ich musste in bisschen suchen, bis ich eines fand, das jugendfrei ist und doch was hermacht… ich habe länger danach gesucht, als ich an diesem Text geschrieben habe.

²Nein, so eine böse Zunge bin ich nicht – Microsoft hat in den letzten Jahren auch einiges zur Absicherung seines Betriebssystemes getan. Allerdings muss wegen der großen Bedeutung dieses Betriebs­systemes alles kompatibel zu früheren Versionen bleiben, und deshalb lassen sich einige Fehlentscheidungen aus der Anfangszeit nicht mehr leicht korrigieren. Dazu gehört auch die Codierung des Dateityps im Dateinamen, die dann beim Doppelklick auf die Datei entweder die zugeordnete Anwendung startet oder aber – im Falle einer ausführbaren Datei – die ausführbare Datei startet. Handelte es sich bei der Ausführbarkeit, so wie in „richtigen“ Betriebssystemen, um eine von der Datei unabhängige Kennzeichnung im Dateisystem und müsste der Anwender vor dem erstmaligen Ausführen einer Datei diese Kennzeichnung von Hand setzen, wäre das zwar unkomfortabel, aber dabei sehr viel sicherer und besser, weil nicht mehr aus Versehen Code von Verbrechern gestartet werden könnte. Solche Kleinigkeiten aus den Sechziger Jahren sind es übrigens, die unixoide Betriebssysteme sehr viel sicherer als Microsoft Windows machen – es ist wirklich nicht so, dass es unmöglich wäre, Trojaner zu programmieren, ganz im Gegenteil, es ist sogar sehr leicht, aber es ist so, dass es schwierig ist, einen Anwender zur Ausführung des Schadcodes zu bringen. Leider ist es auch dort nicht unmöglich, und sollte es wirklich einmal dazu kommen, dass sehr viel mehr Menschen als die heutigen knapp 1,5 Prozent Linux benutzen – womöglich auch noch fast alle die gleiche Distribution – und damit ein attraktives Ziel für Kriminelle werden, dann werde ich hier sehr viel über Schadsoftware für Linux schreiben müssen, die ich jeden Tag sehe. Bis dahin ist der Umstieg auf ein anderes Betriebssystem, wenn er möglich ist, ein sehr guter Schutz. Vor allem, wenn man Spam sofort erkennt und löscht, denn zurzeit kommt ein Großteil der Trojaner über Mailanhänge aus der Spam. Das beste Schutzprogramm auf jedem Betriebssystem ist und bleibt BRAIN.EXE.

Hartz4 und richtig viel Spaß!

30. Januar 2015

Hallo!

Aber hallo! Ich habe lange kein tolles Roulettesystem mehr gesehen…

Es ist doch erstaunlich, dass jede dieser Betrugsnummern aus der Spam nach längerer Pause wiederkommt, wenn die Spammer glauben, dass wieder viele junge und naive Opfer nachgewachsen sind. Heute: Affilate-Geld von Online-“Casinos“ einsammeln, indem man Menschen mit mathematischem Analphabetismus weismacht, sie könnten dort durch einfache Systeme dauerhaft Geld gewinnen. Frei nach dem Motto: Die Welt ist doch reif, man kann doch jeden Scheiß verkaufen.

Hartz4 und richtig viel Spaß, ein Wiederspruch? Falls auch Du wissen willst, wie man ohne festen Arbeitsplatz an Geld kommt, ohne sich die Hände schmutzig zu machen, dann bist Du bei uns genau richtig. Hier angucken und staunen, sowas geniales hast Du noch nie gesehen! Reinhardt erklärt auf wie es geht!

So so, er „erklärt auf“, und zwar „wie es geht“, der Reinhardt. Man braucht nichts zu können und kommt an Geld, und es ist auch keine sozial­ver­sicherungs­pflichtige Tätigkeit, sondern irgendein betrügerischer Bullshit, so dass man ganz nebenbei auch noch einen kleinen Sozialbetrug machen kann.

Ich habe jetzt nicht direkt auf den Link geklickt, weil dieser wie bei Spammern üblich um eine eindeutige ID „angereichert“ wurde, sondern bin schön über die Zwischenablage gegangen und habe die ID vorm Absenden geändert. Schon die Titelgrafik der gnadenlos doofen Seite hat mir dann ganz schnell klar gemacht, wie man nach Meinung dieses Spammers „Geld verdienen“ soll:

Detail eines Screenshots der betrügerischen Website

Bingo! Im Spielcasino! Aber nicht in einem Casino, wo Kugeln in den Roulettekessel geworfen werden, sondern in einem windigen und in der BRD illegalen Internet-Zockladen, der für seine Betreiber beliebige Manipulationen des Spielgeschehens in unentdeckbarer Weise ermöglicht. Denn die tolle Methode dieser schwarzen Null mit Spamskript – es handelt sich dabei übrigens um das Martingale-System – „funktioniert nicht überall“, sondern nur in den „Casinos“, bei denen dieser Platitüdenbaron auch ein paar Affiliate-Groschen kassiert, wenn man sich dort über den Link von seiner unfreiwillig lustigen Website anmeldet. Deshalb kann man sich auf der tollen Beschreibung auch schön bequem zu den „Casinos“ durchklicken.

Detail aus der betrügerischen Website: Ein gespiegelter Laptop, der in seinem Display den Setzplan eines Internet-Casinos zeigt Ach ja, die lustige Website. Die dafür verwendete Domain wurde von einem „Chinesen“ namens „Zhu Bing“ mit seiner Firma „Bing Zhu“ registriert, dessen chinesische Anschrift leider in Google Maps unbekannt ist. Dafür hat er aber eine anonym ein­zu­richt­ende und kosten­lose Mail­adresse bei Hotmail – vermutlich hat er so viel Erfolg beim Roulette­spielen, dass er die paar Euro zwanzig für den eigenen Mailserver lieber spart. Für echte Genießer habe ich einen Screenshot des dümmlichen Werkes zu Flickr hochgeladen. Zu den lustigen Details dort gehört übrigens der nebenan abge­bildete Klapp­rechner, der aus nicht näher nach­voll­zieh­baren Gründen gespiegelt wurde, wie man leicht beim Blick auf die Tastatur erkennt. Aber wer wird sich denn schon noch die Tasten anschauen, wenns so schönes Zocken auf dem Bild­schirm gibt?! :D

Nach Genuss dieser gnadenlos dummen Darbietung kann der Bullshit mal mit früheren Versionen der gleichen Nummer verglichen werden, etwa mit dem Roulette­system von Nadine, oder mit dem von Malte Wagner, oder mit dem von Rudolf Richter, oder mit dem von Gerhard Frommel, oder mit dem von Ben Liez, oder mit dem hier sehr ausführlich gewürdigten Affilate-Unfug von Moritz Ahlborg – die ausge­dachten Namen ändern sich ständig, der unter diesen Namen behauptete Unsinn bleibt über die Jahre erstaunlich gleich.

Um es noch einmal ganz deutlich zu sagen: Dem Spammer ist es völlig egal, ob gewonnen oder verloren wird. Er hat nichts davon. Er bekommt sein Geld vom „Casino“, wenn er einen neuen Kunden gemacht hat, der da Geld einzahlt. Dieses Geld wird vom „Casino“ über die Verluste der Spieler wieder reingeholt. Geld soll ja dieses Ding sein, von dem man nicht so viel hat, wenn man von Hartz 4 leben muss… aber hey, was interessiert sich dieses Schloch von Spammer dafür, ob Leute was zu beißen haben.

Liebsten Gruß
Reinhardt Seigel

Ach, und auf der Website heißt dieser „Reinhardt Seigel“ dann auf einmal „Reinhard Siegel“ – vermutlich hat er es noch nicht gelernt, seinen Namen richtig zu schreiben. :mrgreen:

Reinhardt Seigel ist aus unzähligen Auftritten im deutschen Fernsehen bekannt und zeigt wie man auch mit Hartz4 mehr Mittel zur Verfügung hat, um gut zu leben. Falls Du jedoch kein Interesse hast, dann bitte hier raufgehen.

So so, aus dem „deutschen Fernsehen“ bekannt… sogar nach „unzähligen Auftritten“ dermaßen bekannt, dass man Reinhardt Seigel gar nicht mit einer Suchmaschine findet. Und auch Reinhard Siegel scheint niemals eine Spur seiner riesigen Bekanntheit „aus dem deutschen Fernsehen“ im Internet hinterlassen zu haben. Aber das ist ja kein Wunder, denn er ist ja schließlich nicht aus dem Internet bekannt. Außer vielleicht aus der täglichen Spam.

Möge er kein einziges Opfer für die inzwischen müde Masche mehr finden.

Diese Spam aus dem Beklopptenbrutschrank des Internet ist ein Zustecksel meines Lesers R.R.F.

IMMER lachelnde Madchen

29. Januar 2015

Der Liebesbrief des Tages ist mal wieder ein Inbegriff einer Romantik, die sich durch sprachliche Probleme gar nicht bremsen lassen will.

Wie geht es Ihnen?
Wir treffen konnte?
Ich mochte lernen Sie dir naher, was du daran denkst?
Wenn du nichts dagegen haben,
Dating, dann kannst du schreiben auf meine
mailto:solen.mila@gmail.com
So kann ich senden dir mehr von meinen Fotos und uber sich selbst erzahlen.
Ich werde deinen Brief warten.


744561887

Ohne Worte.

(Wer tatsächlich auf solche Spams antwortet, obwohl die „Absenderin“ – es sind immer Frauen, zumindest wird das von den Spammern behauptet – offen einräumt, dass sie ihre Absenderadresse gefälscht hat, der darf sich nicht darüber wundern, wenn er von einer geübten Betrügerbande von vorne bis hinten abgezogen wird. Erst wird eine Beziehung aufgebaut, dann wird das Geld rausgesaugt, dann kommt irgendwann die große Funkstille… die einzigen, die da immer lächeln, sind die Betrüger beim Aufteilen ihrer Beute.)

Celina hat Dein Foto auf FB kommentiert!

28. Januar 2015

Nein, diese Spam kommt nicht von Facebook, denn Facebook würde seine eigene Firmierung richtig schreiben:

Hallo,

Celina hat Dein Foto auf FB kommentiert.

Klicke hier, um den Kommentar zu lesen:

http://www.fb-nachricht.com/[ID entfernt]/

Viel Spaß,
Deine Community

Wer da klickt, funkt erstens über die eindeutige ID zurück, dass die Spam angekommen ist und beklickt wurde. Und zweitens landet er bei den Dating-Betrügern, die sich heute einmal DATEBOOK (18+) nennen und von denen ich allein deshalb keinen Screenshot bringen kann, weil von deren Wegwerfsite nach dem Verpixeln sämtlicher offen präsentierten Nippel nichts mehr übrig bleibt – die Gesichter muss ich ja auch verpixeln, denn alle diese Bilder wurden von irgendwo aus dem Internet (zum Beispiel beim echten Facebook) „mitgenommen“. Einen Eindruck davon, wie das aussieht, nur mit weniger Nippeln, gibt die frühere Betrugs-Site im WhatsApp-Stil.

Interessanterweise gibt es dort mal wieder nur Frauen im Angebot, und zwar bevorzugt solche mit ausgeprägten sekundären Geschlechtsmerkmalen. Männer scheinen das nicht so ansprechend zu finden… :D

Wer sich dort „kostenlos anmeldet“, darf für viel Geld mit einfach gestrickten Programmen chatten. Aber dass es sich um Betrug handelt, verrät ja schon die Tatsache, dass es Spam ist.

Du hast zwischen den Jahren zugenommen – wieder erreichbar!

27. Januar 2015

In der Tat, es ist wieder erreichbar, dass man ein Bäuchlein bekommt, wenn man viel isst und wenig tut.

Guten Tag,

Gute Nacht!

hast Du auch an den zurückliegenden Feiertagen zugenommen, die zusätzlichen Kilos noch immer nicht abgespeckt? Keine Lust auf Sport oder nur keine Zeit?

Hey, Spamempfänger! Denk daran, deine Körpermassen im Normbereich zu halten! Streng dich an! Nimm dir Zeit dafür! Erfreue dich niemals daran, dass du gut essen kannst! Folge dem Photoshop-Fetisch der Massenmedien und der Reklame, versuch verhungert auszusehen! Und wenn du jetzt wirklich so doof bist, dass du derartige kulturelle Anforderungen für wichtiger hältst als dein Wohlbefinden, da haben die Spammer was für dich:

Dank eines neuen Produktes, welches jetzt auch in Deutschland zugelassen ist, kann man wirklich leicht Gewicht verlieren.

Ein neues Produkt, das leider gerade keinen Namen hat. Aber es ist in Deutschland zugelassen, großes Spam-Ehrenwort an den Empfänger mit dem Namen „Guten Tag“. Und damit kann man die Wampe wegradieren. Obwohl dieses Produkt so toll ist, dass man davon nur in illegaler und asozialer Spam erfährt…

Über 60.000 Kunden, alleine im Januar 2015 in Deutschland, sind begeistert.

…gibt es ganz viele begeisterte Kunden. Steht ja in einer Spam, muss also wohl so stimmen. Der Spammer würde dir jetzt auch total gern sagen, wie „das Produkt“ mit den vielen begeisterten Kunden überhaupt heißt, aber entweder hatte er keinen Platz mehr auf seinem E-Mail-Papier oder er wollte nicht, dass die Spamfilter die ganze Drecksmail mit dieser Produktbezeichnung aussortieren, weil der Bullshit jetzt doch schon ein paar Monate läuft. Deshalb musst du klicki klicki in eine illegale und asoziale Spam machen, und dabei auch gleich zum Spammer über eine eindeutige ID zurückfunken, dass die Spam auch angekommen ist und beklickt wurde:

Alle Infos zur neuen, wirklich effektiven Methode hier:
http://www.abspecken-sofort.com/[ID entfernt]/

Die Website unter der Domain abspecken (strich) sofort (punkt) com – deren Registrant seine Identität übrigens lieber über einen Whois-Anonymisierer aus dem sonnigen Panama verschanzt – ist erfreulich leer. Sie enthält „nur“ einen Frame, um dahinter die Affiliate-Automatik zu verstecken:

Screenshot der Quelltextansicht der Website unter abspecken-sofort.com

Ich finde es übrigens beachtenswert, dass diese Spammer Browser zu kennen scheinen, die keine Frames unterstützen. Mir fallen da unter den aktuellen und aktiv weitergepflegten Browsern nur Lynx und Amaya ein (und eben hat mir noch jemand Dillo zugerufen, obwohl ich von diesem Browser noch nie etwas gehört habe), und es ist sehr unwahrscheinlich, dass Nutzer dieser Browser zur Zielgruppe des windigen Affiliate-Spammers gehören. Sagen wir es einmal so: Ich hatte im Monat Januar 2015 bislang auf Unser täglich Spam unter 854.119 Seitenanfragen exakt einen Zugriff mit Lynx, dieser mutmaßlich von einem blinden oder schwer körperbehinderten Menschen, und ich hatte im Januar keinen einzigen Zugriff mit Amaya oder Dillo¹. Dass es Browser gab, die die von Netscape erfundenen Frames nicht darstellen können, ist im Wesentlichen ein Problem aus dem Jahr 1995, und ungefähr so alt wird auch die Literatur sein, aus der dieser zertifizierte Spam-Spezialexperte seinen hier verwendeten Code abgeschrieben hat. Gut, dass er bei so wenig Wissen über die von ihm fürs Marketing eingesetzte Technik doch immerhin noch so viel medizinisches Wissen hat, dass er ein Gesundheitsprodukt verkaufen kann. :mrgreen:

Jetzt gleich online informieren!

Die Affilate-Automatik bei platinum (strich) partner (punkt) de sorgt dann dafür, dass als extratolle Online-Information die Website unter www (punkt) slimsticks (punkt) de (Screenshot bei Flickr), die sich im „Web of Trust“ bereits eine „beachtliche“ Reputation erarbeitet hat. Eine noch bessere zusätzliche Lektüre ist der Thread im Forum vom Antispam e.V. – wer danach noch Gesundheitsprodukte von halbseidenen Gestalten kaufen will, deren angebliche deutsche Firma nicht in einem deutschen Handelsregister eingetragen ist, immer nur zu! Es ist ja nur Gesundheit! Und Geld!

Oh, übrigens: In der Website heißt es…

slimsticks - DIE Gewichtskontrolle -- Bereits über 4500 zufriedene Kunden nutzen das slimsticks Diät System in England. Endlich auch in Deutschland erhältlich, können auch Sie jetzt gesund und nachhaltig eine Diät durchführen

…dass dieses „Slimsticks“ ganz neu und jetzt endlich in Schland ist und dass es in England schon rd. 4.500 zufriedene Kunden des Diät Systems mit Deppen Leer Zeichen gibt. Das passt nicht so gut zu den über 60.000 Kunden aus der illegalen Affiliate-Spam². Aber wenn sich der Spammer irgendeine Mühe mit seiner Hirnverkleinerung zum Lesen geben würde, könnte er ja auch gleich arbeiten gehen und müsste kein schmieriger, unfähiger und asozialer Krimineller werden…

Mit freundlichen Grüßen,

Marie Schmidt
Kundenservice

Friss deine Schlankheitsprodukte selbst!

¹Gemäß im HTTP-Header übertragenem User-Agent, ermittelt aus der Logdatei des Webservers…

²Sollte die Klitsche, die „slimsticks“ vermarktet, ein Interesse an seriösem Marketing haben: Die von einem Spammer missbrauchte Affiliate-ID findet sich im Screenshot des Quelltextes.

Sparkasse Online-Konto Aktualisierung

25. Januar 2015

Wie, schon wieder?!

Sehr geehrter Kunde,

Ihr Online-Konto läuft in Kürze.
Um weiterhin diesen Vorteil zu nutzen, bitten wir Sie Daten auf den folgenden Link, um zu bestätigen:

Sparkasse Online-Konto Aktualisierung: klicken Sie hier

Mit freundlichen Grüßen,
Ihr Sparkasse Kundenservice.

Mein Konto hat Laufen gelernt! Ohne Worte. :D

Kooperations-Anfrage tamagothi.de

23. Januar 2015

Hui, im Honigtöpfchen. Das muss ja ein toller Geschäftsvorschlag sein, den ich da bekomme.

Ich grüße Sie,

Wie immer: Unbedingt etwas auf meiner Website haben oder machen wollen, aber nicht einmal die Mühe dafür aufwänden, mal im Impressum nachzuschauen, wie der Betreiber der Website heißt. Geht ja auch schlecht, wenn man seine Mailadressen massenhaft mit Harverstern einsammelt und das dumme Skriptchen dabei ins Honigtöpfchen greift.

Und habe eine geschäftliche Anfrage betreffend Ihre Seite tamagothi.de. Unsere Firma ist auf der Suche nach Partnern, welche Interesse haben, gegen Aufwandsentschädigung, Fremdbeiträge auf ihren Seiten zu veröffentlichen. Alle Texte werden jeweils neu erstellt und den Themen der Seite angepasst. Mein derzeitiger Kunde ist ein renomierter Anbieter in der i-Gaming Branche. Sollte dies Ihr Interesse geweckt haben, sende ich Ihnen gern weitere Informationen zu. Falls dies für Sie nicht in Frage kommt, bitte ich vielmals um Entschuldigung Ihre Zeit in Anspruch genommen zu haben und wünsche Ihnen weiterhin einen erfolgreichen Tag.

Mit freundlichen Grüßen
Claudia

Werte Claudia,

bitte grüßen sie ihre namenlosen bleibende Firma, für die sie zu arbeiten vorgeben, mit kältestem Gruß von mir.

Den Wunsch, Fremdbeiträge aus ihrer Feder in meiner Website zu veröffentlichen, erfülle ich ihnen gern und völlig kostenlos. Ich habe dafür einen Ort mit dem alles sagenden Namen Unser täglich Spam, und ihre unaufgefordert an eine Honeypot-Adresse zugestellte „geschäftliche“ Mail ist dort in guter Gesellschaft mit anderen Formen der illegalen und im Regelfall hoch kriminellen Nutzungsformen des Internet.

Auf gar keinen Fall werde ich allerdings – auch wenn sie das gut in ihrem verlogenen Kunstwort „i-Gaming“ verbergen – die von ihnen gewünschte Werbung für in der BRD illegale Glücksspiele machen, völlig unabhängig davon, was sie oder jemand anders dafür bezahlen würde. Das hat im Wesentlichen drei Gründe:

  1. Ich lehne illegale und asoziale Spam ab, und ihre Kundenakquise läuft über illegale und asoziale Spam.
  2. Ich schreibe nicht für Geld, sondern für Menschen. Ich habe so viel Achtung vor meinen Lesern, dass ich ihnen jegliche Belästigung mit Werbung erspare, es sei denn, ich mache diese Werbung hier auf Unser täglich Spam lächerlich. Die einzigen Produkte, für die ich im Zweifelsfall Werbung machen würde (und sogar Geld dafür annehmen würde), sind Produkte, von denen ich selbst vollständig überzeugt bin, die ich also wirklich empfehlen könnte. Ein in der BRD illegales und darüber hinaus von seinen Betreibern beliebig und unendeckbar manipulierbares Glücksspiel gehört definitiv nicht dazu, und das schon gar nicht, wenn es sich seine SEO-Links zur Google-Manipulation mit illegaler und asozialer Spam „besorgen“ will.
  3. In der Bundesrepublik Deutschland gibt es eine Linkhaftung. Ich bin haftbar für die Dinge, die ich verlinke. Das wird erst recht greifen, wenn ich meine Verlinkungen nicht explizit als Werbung kennzeichne, sondern als eigenen Text ausgebe, wie sie das vermutlich wünschen werden. Völlig unabhängig von der Leserverachtung, die damit einherginge, würde ich mich einem möglicherweise erheblichen juristischen Risiko aussetzen.

Ihre pseudohöfliche Entschuldung dafür, dass sie (nicht nur) mir mit einer Spam einen Teil meiner beschränkten Lebenszeit geraubt haben, können sie sich genüsslich an einen Ort schieben, an den die Sonne niemals hinscheint.

Ich wünsche ihnen alles Schlechte für ihren weiteren Lebensweg – und natürlich, dass sie keinen naiven Deppen mehr finden, der sich für eine von Spammern versprochene Handvoll Euro schwer abwägbaren juristischen Risiken aussetzt und zudem eine Haltung der offenen Leserverachtung einnimmt.

Bitte sterben sie schnell, schmerzhaft und einsam!

Ihr ihre Spam „genießender“

Nachtwächter
Nach Diktat verreist

Claudia Borlich
Online Marketing Specialist
claudia (at) superserp (punkt) com

So so, das war also die Spezialistin… :mrgreen:

Oh, unter der für die Mailadresse verwendeten Domain gibt es ja sogar eine Website. Das ist ja toll. Die sieht übrigens so aus (zum Vergrößern anklicken):

Screenshot der angeblichen SEO-Website

Was steht da für eine tolle Selbstbeschreibung?

SuperSerp are a team of multilingual tech savvy SEO enthusiasts, developers and email marketers working to deliver quality consulting and search strategies for our valued clients.

Working with SuperSerp gives you access to some of the brightest consultants in the field […]

Nun, wenn diese Spammer zu den Hellsten im ganzen Felde gehören, dann will ich die Dunkelheit aber nicht mehr kennenlernen. Wie die „Qualität“ des E-Mail-Marketings aussieht, ist hoffentlich deutlich genug geworden – wie da die „Qualität“ des Rests aussehen wird, kann sich wohl jeder vorstellen.

Auf Wiedersehen, meine Freunde – ich habe gerade im Lotto gewonnen

22. Januar 2015

Wie schön für dich, Spammer. Dann brauchst du mir ja keine Reichwerdmethode mehr anzudrehen und auch nicht mehr zu spammen, sondern kannst dir einfach unter den Palmen die Sonne auf den Bauch scheinen lassen – und wenn du mal ein bisschen Gesellschaft brauchst, ein paar lustige Äffchen finden sich schon.

Vorname

Hier stand natürlich der richtige Vorname des Empfängers. Irgendwelche Grußformeln wären zu viel verlangt.

… und jetzt ist es an der Zeit, sich auf eine Reise zu begeben und meine Träume zu verfolgen. Über 15 Jahre lang spielte ich jede Woche die deutsche Lotterie „6 aus 49“. Jeden Samstag gab ich 12 Euro aus und zusammen mit meiner Frau und meiner wunderschönen Enkelin wartete ich ungeduldig auf die Ziehung im Fernsehen.

So so, „Träume verfolgen“. Ich wünsche einem Spammer ja eher, dass er von seinen Träumen verfolgt wird. Dieses Musterexemplar von Spammer hat sich zum Beispiel anderthalb Jahrzehnte lang im Fernsehen eine Liveübertragung angeschaut, in der Zufallszahlen generiert wurden. Vermutlich kam das seinem intellektuellen „Niveau“ entgegen. :mrgreen:

An einem bewölkten Tag im vergangenen Jahr hörte ich beim Mittagessen das Gespräch zweier Leute, die sich über die Gewinnchancen beim Lotto unterhielten. Ich habe nicht alles gehört, erinnere mich aber, dass sie so etwas wie 1 zu 1.400.000 erwähnten.

Irgendetwas über das von ihm bevorzugte Glücksspiel, das intellektuell übrigens noch weniger fordernd als ein Geldspielautomat ist, hat unser Spammer nur erfahren, wenn sich mal irgendwelche Fremden im Vorübergehen darüber unterhielten. Vermutlich ist diesem Spammer die Kulturtechnik des Lesens fremd, sonst hätte er gewusst, wie man etwas übers Zahlenlotto 6 aus 49 erfährt – und hätte er im Rechenunterricht nicht immer nur auf der Suche nach seinem Gehirn in der Nase gebohrt, ja, dann hätte er vermutlich sogar ohne irgendwo nachzulesen gewusst, wie man die Anzahl der Kombinationen errechnet und die Gewinnchance für einen Sechser korrekt mit 1 zu 13.983.816 angeben können, statt den gerundeten Wert auch noch um eine ganzen Größenordnung kleiner zu machen. Und für Menschen, die – wie zum Beispiel dieser Spammer mit seinem angepriesenen Spezial­experten­wissen – zu blöd zur Bedienung eines Taschenrechners sind, gibt es immer noch die Wikipedia.

Ich gratuliere diesem zertifizierten Idioten übrigens dazu, dass er freiwillig Steuern zahlt. Denn nichts anderes ist eine staatlich veranstaltete Lotterie: Eine freiwillig von den Staatsbewohnern gezahlte Steuer. Sozusagen eine Steuer auf Gier, Idiotie und Leichtgläubigkeit¹, bezahlt von Leuten, die schon von einfachen Gedanken überfordert sind. Von den Einsätzen wird einfach die Hälfte weggenommen und der Rest wieder als Gewinn ausgeschüttet.

Außerdem unterhielten sie sich angeregt über ein System, das sie im Internet gefunden hatten und das ihnen bereits dabei geholfen hatte, etwas Geld zu gewinnen. Als ich zurück nach Hause ging, war ich ein bisschen traurig, denn ich hatte so viel Geld über die Jahre hinweg ausgegeben und dabei doch so wenige Erfolgschancen.

Tja, hättest du dein Geld mal lieber in die Schulung deiner Schädel­füll­masse investiert! So ein Gehirnchen ist ja nicht einfach nur ein mit Wasser gefüllter Schwamm, sondern gut zum so genannten Denken geeignet. Für fünfzig Euro im Monat hättest du dir sogar einen kleinen Einstiegs- und anschließenden Aufbaukurs Mathematik in deiner nächsten Volks­hoch­schule leisten können, in dessen Verlauf dir völlig klar geworden wäre, dass ein „Spiel“ wie Lotto für den Spieler sehr nachteilhaft ist. Und wenn du sogar noch eine kleine Einführung in dieses Neuland-Dingens gemacht hättest…

Als Rebecca (meine Enkelin) zu Besuch kam, habe ich sie gebeten, dieses System, von dem diese Jungs geredet hatten, zu finden.

…dann könntest du mit diesem Internet vielleicht sogar etwas besseres anfangen als zu spammen und müsstest nicht andere darum bitten, einen Browser zu benutzen. :mrgreen:

Ich erinnerte mich nicht an den genauen Namen, doch sie hat die Seite für mich gefunden. Ich habe das Buch ausgedruckt und konnte dann einfach nicht mehr aufhören, alle Tipps und Statistiken zu lesen, die dieses System sich zu Nutze macht. Tatsächlich wurden alle Lotto-Zahlen der vergangenen 50 Jahre analysiert. Ich habe erfahren, dass einige Ziffern stets zusammen erscheinen und wiederum manche sehr viel häufiger erscheinen als andere.

Und mit etwas Grundwissen hättest du auch gewusst, dass zufällige Ereignisse voneinander unabhängig sind. Stattdessen hast du lieber ein Buch aus dem Internet gelesen, in dem ein Dummkopf Muster im Rauschen sucht und weiter jeden Monat wie ein Vollpfosten freiwillig fünfzig Euro Idiotensteuer bezahlt.

Ich habe mich entschieden, die Empfehlungen des Systems umzusetzen und nach weniger als nur einem Jahr, schreibe ich Ihnen diesen AUF-WIEDERSEHEN-Brief. Ich wünschte, ich hätte dieses System schon vor 15 Jahren entdeckt.

Ach, noch so ein kleiner Tipp für dich, falls du das mit dem Lotto immer noch nicht kapiert hast.

  1. Alle Einsätze der Spieler gehen in einen großen Topf.
  2. Die Hälfte des Geldes in diesem Topf nimmt sich der staatliche Veranstalter.
  3. Die andere Hälfte wird unter den Gewinnern ausgeschüttet. Im Durchschnitt kommt für einen Euro Einsatz also fünfzig Cent Gewinn zurück.
  4. Je mehr Gewinner es gibt, desto geringer ist wegen dieser Verteilung der Einzelgewinn.
  5. Selbst, wenn es ein „ausbeutbares“ Muster in den Lottozahlen gäbe, ließe sich daraus kein Vorteil ziehen, wenn dies mehreren Spielern bekannt wäre, da diese dann sehr viel kleinere Gewinne erzielten. Ein so breit angepriesenes System, das man sogar mit einer Suchmaschine auffinden kann – oder von seiner Enkelin auffinden lässt – ist also aus Spielersicht sinnlos.
  6. Dass du gleich in deiner Spam ein ganz tolles Lottosystem anbietest, ist also in jedem Fall für jeden, der da mitmacht, sinnlos, weil es zur Verkleinerung der Gewinne führt. Sollte der sehr wahrscheinliche Fall hinzukommen, dass es sich bei diesem System um völligen Bullshit handelt (man beachte: es wird in einer millionenfach versendeten, illegalen und asozialen Spam angeboten), so führt das Spielen nach diesem System also zu einer Verminderung der Gewinnchancen.

Um das zu sehen, bedarf es lediglich eines Intelligenzquotienten, der nur geringfügig über der Raumtemperatur liegt.

Du hingegen, Spammer, du…

Trotzdem bin ich der glücklichste Mensch der Welt und möchte nun etwas zurückgeben. Ich möchte einer kleinen Gruppe von Menschen wie Ihnen diese Informationen zugänglich machen. Ich habe so viel Geld gewonnen, dass ich dieses wunderbare Wissen bedenkenlos mit Ihnen teilen kann.

…nennst diese Verminderung der Gewinnchancen für die Opfer deines Beschisses ein „wunderbares Wissen“ und tust auch noch so, als handele es sich um ein Geschenk. Aber du nennst ja auch die vielen Empfänger deiner Drecksspam eine „kleine Gruppe von Menschen“.

Das System mit den kompletten Analysen >> finden Sie auf Lottogeld <<

Natürlich kommt der Link auf einen obskuren Weiterleiter mit einer eindeutigen ID, damit auch gleich „zurückgefunkt“ wird, unter welchen Mailadressen die Spam bei Leuten ankommt, die in eine Spam klicken. Das ist vermutlich auch so ein kleines Geschenk, dass du keinen direkten Link setzen magst, sondern diesen mit einer Überwachungsfunktion vergiftest. Aber zu blöd, um mal eben eine Suchmaschine zu benutzen und dafür die Enkelin fragen müssen… :mrgreen:

Möge es Ihnen ebenso helfen, wie es mir geholfen hat GANZ GROß zu gewinnen und die finanzielle Freiheit zu erreichen.

Für alle, die gern lachen, habe ich die tolle Website mal nicht über das GANZ GROẞE Weiterleitungsskript aufgerufen – denn dieser Spammer verdient sein Geld über Affiliate-Geschäftemacherei für halbseidene Lottosystem-Verkäufer – sondern mit der Suchmaschine meines Vertrauens (nein, es ist nicht Google) über den Suchbegriff „Lottogeld“ gesucht, einen Screenshot davon gemacht und zu Flickr hochgeladen. Aber bitte keine Tischkanten in Gebissnähe!

Für Menschen mit beschränkter Lebenszeit, die keine Lust verspüren, diesen ganzen Bullshit zu lesen, hier nur kurz das Wichtigste:

Detail des Screenshots der in der Spam verlinkten Website -- ACHTUNG: Dieses Angebot ist begrenzt und nur für eine kurze Zeit erhältlich. Der Preis beträgt für kurze Zeit noch €46,76,- -- In den Einkaufswagen -- Die Fakten sprechen für sich

Die naheliegende Frage, warum jemand mit einem Lottosystem, das die Gewinnchancen zum deutlichen Vorteil des Spielers erhöht, nicht einfach selbst Lotto spielt und von seinen Gewinnen lebt, sondern stattdessen versucht, dieses System für knapp fuffzich Øre zu verkaufen, lässt sich durch die Benutzung eines handelsüblichen Gehirnes beantworten. Und in der Tat: Die Fakten sprechen für sich! :D

Nutzen Sie Ihre Chance!

Ich drücke Ihnen jedenfalls ganz fest die Daumen.

Hans Markel

Spammer, ich wünsche dir das nächste Mal mehr Glück beim Denken. :mrgreen:

P.S: Sie sollten das >> Lotto-System << von LOTTOGELD besser nicht mit anderen teilen bis Sie selber gewonnen haben. Wenn zu viele Menschen das System gleichzeitig nutzen, könnte es jemandem auffallen

Klar doch, zum Beispiel den Lottogesellschaften der Bundesländer der BRD könnte das auffallen, denn die merken es ja bei der Quotenberechnung. Und was machen die dann? Richtig: Sie nehmen auch weiterhin die Hälfte der Einsätze aus dem großen Topf. Und was bedeutet das für den Spielablauf und für die Einnahmen aus der Deppensteuer? Richtig: Es bedeutet nichts, denn es verändert weder den Spielablauf noch die staatliche Einnahme. Bedeuten würde es etwas, wenn die Menschen nicht mehr freiwillig Steuern zahlten, weil ihnen eine staatlich organisierte Lotterie mit aufwändiger Reklame Märchen von großen Gewinnen erzählt, sondern sich mit diesem Geld ihr Leben etwas verschönerten. Oder vielleicht sogar etwas für ihre Bildung täten, damit sie auf derartigen Bullshit nicht mehr reinfallen. Aber so lange so viele Menschen Lotto spielen, so lange läuft dieses – in meinen Augen: widerwärtige und grenz­betrügerische – staatliche Geschäft weiter…

Hey, Spammer, du brauchst wirklich ein bisschen mehr Glück beim Denken!

Nicht interessiert? Klicken Sie hier und Sie werden meine E-Mails nicht mehr empfangen.

Du kannst mich auch mal!

¹Der verlinkte Text bezieht sich auf das frühere System mit einer Zusatzzahl und einer Superzahl, nicht auf das derzeitige. Aber dass Lotto eine Steuer auf Dummheit ist, ist unverändert wahr.

Diese Spem aus dem Beklopptenbrutschrank des Internet ist ein Zustecksel meines Lesers R.R.F. – Danke dafür!