Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Bouchelma Malika

Sonntag, 7. Februar 2016

So nann­te sich die Kom­men­tar­spam­me­rin, die mich und mei­ne Leser mit dem fol­gen­den, ins­ge­samt sechs­mal kurz nach­ein­an­der di­rekt im Spam­fil­ter ver­senk­ten Kom­men­tar zur Ein­lei­tung eines Vor­schuss­be­tru­ges auf Unser täg­lich Spam un­ter­hal­ten wollte:

Darlehen bieten in 48 Stunden.
Hallo ihr. [sic!]
Ich habe ein Kapital, das verwendet wird, kurzfristige Darlehen und langfristigen Sonder 2000 € auf 250 Mio. € [sic!] zu jedermann zur Verfügung zu stellen, die sich ernsthaft für dieses Darlehen wünschen [sic!]. Zinsen von 2% pro Jahr in Abhängigkeit von der Kreditsumme über keine Wuchergesetz verstößt. Sie können mehr als 3 bis 25 Jahren zahlen, abhängig von der maximalen Kreditbetrag. es ist Ihre monatlichen Zahlungen.
Suchen Sie ein Darlehen, das Darlehen [sic!] (Verbraucher, die Erneuerung, Commercial Real Estate, etc ..) Ich bringe die notwendige Finanzierung zu einem wettbewerbsfähigen Preis von 2% pro Jahr benötigt wird [sic!], mit einer maximalen Vereinbarung innerhalb von 48 Stunden mit einem Vertrag Notar die Boot zu zertifizieren [sic!]. Bitte hinterlassen Sie eine Nachricht, wenn Sie alle Dokumente interessiert sind verfügbar sein wird für Sie zu übertragen.
Vielen Dank an Sie. fast (punkt) credit (punkt) online (at) gmx (punkt) de

So vie­le Mil­li­o­nen Euro zum Ver­lei­hen an je­den und je­des, der, die oder das zwar nicht un­be­dingt Bo­ni­tät, aber doch ei­nen Wunsch nach Geld hat – aber nicht ein­mal die paar Euro zwan­zig für einen rich­ti­gen Dol­met­scher übrig ha­ben… :mrgreen:

Mit diese Tabletten hast Du die ganze Nacht Spass

Samstag, 6. Februar 2016

Hey, un­be­kann­ter Pim­mel­pil­len-Spam­mer,

wenn du für dei­nen Be­trug ei­nen auf voll seri­öse „offi­zi­el­le deut­sche Ver­sand­haus­apo­theke“ machen willst – es han­delt sich übri­gens um die­sen La­den im be­lieb­ten und schö­nen deut­schen Bun­des­land Pa­na­ma – dann…

Hallo!

Wenn Du mal wieder die ganze Nacht durch Liebe machen willst ohne dass Dein kleiner Freund schlaff macht haben wir hier genau die Medizin, die Du brauchst:

Die kleinen blauen Pillen sind ab jetzt rezeptfrei zu haben!
Ab 2 Euro pro Tablette! Von einer offiziellen Deutschen Versandapotheke:

http://www.ohkq8.pw/[ID entfernt]/

…soll­test du mir (und an­de­ren) die­sen Kram viel­leicht nicht bin­nen zwei­er Mi­nu­ten vier Mal auf die gleiche Mail­adres­se zu­stel­len. Frag mal ir­gend­ein Kind in deiner Um­ge­bung, wo­für die Op­tion -u bei sort gut ist, damit du die Du­blet­ten aus dei­ner Samm­lung ent­fernst! Ach, ist dir egal? Und viel zu an­stren­gend? Und du musst gerad in den Puff? Na, das passt!

Aber so richtig hoch­not­lächer­lich wird das, wenn man in den vier Mails…

Harten Spass
Apotheker Jens Vogel

…die Namen…

Harten Spass
Apotheker Nils Schulze

…von ins­ge­samt vier…

Harten Spass
Apotheker Jakob Schulte

…mut­maß­lich doch nicht so ver­schie­de­nen „Apo­the­kern“ lesen darf und sich fragt…

Harten Spass
Apotheker Pascal Scholz

…mit wel­chem stump­fen Ge­gen­stand du Spam­mer dir wohl dei­nen har­ten Spaß mit dei­nem Kopf ge­macht hast. :mrgreen:

Um sich aus diesem Verteiler auszutragen, klicken Sie bitte:
http://www.ohkq8.pw/abm/[ID entfernt]/

Um dich aus meinem Leben aus­zu­tra­gen, du kri­mi­nel­ler Voll­idi­ot von Spam­mer, hau doch bitte noch ein biss­chen här­ter auf dei­nem Kopf herum! :mrgreen:

Einen schönen, harten Spaß dabei wünscht dir

Dein dich zur­zeit viel zu regelmäßig „ge­nie­ßen­der“
Nachtwächter

Fwd: Paket.

Freitag, 5. Februar 2016

Von: DHL Paket <admin (at) paket (punkt) de>

So so, von DHL… :D

Guten Tag sag (at) ich (punkt) net,

Im Ori­gi­nal stand da die Mail­adres­se der Em­pfän­ge­rin, weil…

Ihr Paket id_55058328 ist empfangsbereit.

…auf dem Adress­auf­kle­ber des Pa­ke­tes lei­der nur eine Mail­adres­se stand und keine An­schrift für die Zu­stel­lung. Das ken­nen wir ja alle. Wenn wir je­man­den ein Pa­ket schic­ken, dann schrei­ben wir da ein­fach die Mail­adres­se drauf. Und sonst nix. Aber da­für hat das Pa­ket im­mer­hin eine Num­mer. Das klingt „in­di­vi­du­ell“ und vor al­lem soooo per­sön­lich. :mrgreen:

Diese e-mail ist eine Mitteilung für die Ankunft.
Lieferung durch den Absender gezahlt.
Die Hohe der Versicherungspaket € 2.270.

Aha, die An­kunft. Aber es wur­de doch gar nicht vor­bei­ge­bracht, das so teu­er ver­sich­er­te Paket. Ob das daran liegt…

Um das Sendung zu bekommen, bitte drucken Sie das angehangte Dokument und prasentieren sie in einem Lagerhaus.

…dass man ein­fach nur ei­nen mit einer Spam von Ver­brech­ern zu­ge­stell­ten An­hang öff­nen soll?

Beim An­hang han­delt es sich um ein ZIP-Archiv, in wel­chem ein in Java­script for­mu­lier­tes Pro­gramm liegt. Dies ist Soft­ware, die von spam­men­den Kri­mi­nel­len ver­sen­det wurde. Ein Dop­pel­klick auf das an­geb­liche Do­ku­ment star­tet Soft­ware von Ver­brech­ern, und da­nach steht ein Com­pu­ter an­de­rer Leute auf dem Schreib­tisch. Lei­der wird dieser in­fek­tiöse Son­der­müll zur­zeit nur von einem Fünf­tel der gän­gi­gen An­ti­vi­rus-Schlan­gen­öle er­kannt. Zum Glück ist es in die­sem Fall aber sehr ein­fach, die Mail als eine Spam zu er­ken­nen und sie zu lösch­en, statt da­rin herum­zu­klic­ken.

Herzliche Grüße
Ihr DHL Team

Aus dem ver­rot­te­ten Herz eines Ver­brech­ers di­rekt ins Post­fach. DHL hat damit natür­lich gar nichts zu tun.

Der Service Ihrer Online Klinik

Donnerstag, 4. Februar 2016

Oh, mit Deppen Leer Zeichen!

Immer wieder er­freu­lich und er­bäu­lich, wenn sich das Stre­ben nach ge­stal­te­risch­er Ex­zel­lenz in der HTML-For­ma­tie­rung einer Spam mit geis­ti­gem Dünn­pfiff und son­der­sa­mem sprach­lich­en Aus­druck kom­bi­niert:

Online Klinik -- Der Service Ihrer Online Klinik -- Gewünschte Behandlung wählen -- Medizinische Angaben tätigen -- Behandlung wird per 24h Express versandt -- Unsere Schwerpunkte -- Impotenz: Die wirksamsten Behandlungen für die Potenz [Button: Behandlungen] -- Verhütung: Zuverlässige und beliebte Verhütungsmethoden [Button: Behandlungen] -- Gewichtsreduktion: Gewicht reduzieren mit effektiver Behandlung [Button: Behandlungen] -- Bluthochdruck: Bluthochdruck senken und gesünder leben [Button: Behandlungen] -- Diabetes: Folgerezepte für ihre Diabetes-Behandlung [Button: Behandlungen]

Die Links gehen auf die Web­site in der Do­main interstelle (punkt) eu und füh­ren nach di­ver­sen Wei­ter­lei­tun­gen zu einer Be­trugs­apo­theke in der Do­main www (punkt) 121doc (punkt) de, die au­ßer­halb der Eu­ro­pä­isch­en Uni­on in Guernsey ver­wal­tet wird (die wei­te­ren Ein­zel­hei­ten muss je­der selbst bei der De­NIC heraus­be­kom­men, ich darf sie hier wegen der DeNIC-Nut­zungs­be­din­gun­gen nicht posten).

Es ist na­tür­lich eine Spam, also funkt das (tech­nisch an­sons­ten völ­lig un­nö­ti­ge) Wei­ter­lei­tungs­skript an die Spam­mer zu­rück, auf wel­chen Mail­adres­sen die Spams an­kom­men, die be­klickt werden. Die Spam­mer werden mit dieser In­for­ma­tion etwas an­zu­fan­gen wissen, was kei­nem Em­pfän­ger ge­fällt.

Claim aus dem Titel der Website der Betrugsapotheke: 121doc -- Ihre Online Klinik seit 2002Aber von diesen Stan­dard­an­mer­kun­gen ein­mal ab­ge­se­hen: Ich muss den Be­trugs­apo­the­kern wi­der­wil­lig zu­ge­ste­hen, dass sie in der op­tisch­en und psycho­lo­gisch­en Prä­sen­ta­tion ihres Be­tru­ges or­dent­lich zu­ge­legt haben – wer ei­nen Ein­druck da­von be­kom­men möch­te, ohne seine Pri­vat­sphä­re und sei­ne Com­puter­sicher­heit aufs Spiel zu set­zen: Ich habe einen Screen­shot der Sek­tion mit den Pim­mel­pil­len bei Flickr hoch­ge­la­den. Hier hat je­mand ver­stan­den, was das Wich­tig­ste am Be­trug ist: Dass er für seine Opfer seri­ös aus­sieht. Es muss ein sehr er­fah­re­ner Be­trü­ger sein…

Wer sich von et­was De­sign und ir­gend­wo ab­ge­schrie­be­nen Worten ver­blen­den lässt und sich nicht an an­de­ren Stel­len über die­se „Apo­the­ke“ in­for­miert, kann also sehr leicht darauf herein­fal­len.

Was von den „On­line-Re­zep­ten“ dieser Be­trü­ger zu hal­ten ist, mit de­nen sie ihre po­ten­ziel­len Opfer zu ver­blen­den ver­such­en, lässt sich im Wiki des Anti­spam e.V. nach­lesen. Wer es ernst­haft für mög­lich hält, dass man bei einer mit aso­zia­ler und il­le­ga­ler Spam be­wor­be­nen Be­trugs­apo­the­ke rich­tige Me­di­ka­men­te statt le­bens­ge­fähr­lich­er Gift­pil­len be­­kommt, der soll­te gleich den gan­zen Ar­ti­kel dort le­sen! Kurz von mir zu­sam­men­ge­fasst: Wenn man da­rauf rein­ge­fal­len ist und Glück hat, wird gar nichts ge­lie­fert und man bleibt we­nig­stens am Le­ben, so dass die an­ge­ge­be­nen Daten „nur“ für Be­trugs­ge­schäf­te aller Art miss­braucht wer­den und man zwei, drei Jahre immer wieder Poli­zis­ten, Er­mitt­lungs­rich­tern, Staats­an­wäl­ten und In­kas­so­bü­ros in ner­ven­auf­rei­ben­dem Schrift­ver­kehr er­klä­ren „darf“, was es damit auf sich hat und wie es dazu ge­kom­men ist. Wer we­ni­ger Glück hat, der be­kommt „Me­di­ka­men­te“ ge­lie­fert und nimmt sie auch noch ein… :(

Bekanntschaft für Sex

Mittwoch, 3. Februar 2016

Screenshot der Spam -- Eine bannerartige Grafik für einen Anbieter, der unter 'sexymaus' firmiert zusammen mit der Aufforderung: 'Finde nette Leute im Live-Chat' -- Darunter eine große Grafik eines Paares in einer Badewanne, die auf mich eher den Eindruck macht, als sollte sie für die Nutzung von Kondomen werben -- Darunter der Link mit dem Linktext: 'GEHEN SIE ZU DEM CHAT'

Immer wie­der er­staun­lich, dass der­ar­ti­ge An­bie­ter ihre An­ge­bote nur mit il­le­ga­ler und aso­zia­ler Spam los­werden – was ich als deut­lich­es Indiz dafür wer­te, dass man dort vor allem mit Bots chat­tet, und zwar ver­mut­lich teuer.

An­ders, als das – vom Spam­mer wo­mög­lich von ir­gend­wo, zum Bei­spiel von einer Kam­pagne für die Nut­zung von Kon­dom­en „mit­ge­nom­me­ne“ – Bild­ma­te­rial ver­mu­ten lässt, geht es beim Klick nicht auf eine Web­site, die ir­gend­was mit Sexy­maus sein will, sondern auf eine Web­site in der Domain gmgstat (punkt) co (punkt) ua. Dort gibt es keine Mäus­chen und keine Kör­per­flüs­sig­kei­ten, son­dern nur ein Frame­set, in dem dann eine Sei­te aus der Do­main alspa (punkt) info ein­ge­bet­tet wird. Diese Seite wiederum…

Screenshot meines Terminals mit der Ausgabe von lynx -mime_header -dump

…ent­hält nur ei­nen in Java­script ge­co­de­ten Zähler (ver­mut­lich hat der Voll­idi­ot von Spam­mer noch nicht ge­hört, wie man mit einem grep über die Log­da­tei des Web­ser­vers und einer Pipe auf wc -l an we­sent­lich aus­sa­ge­kräf­ti­gere Zu­griffs­zah­len für diese Drecks­sei­te kommt) sowie eine Wei­ter­lei­tung auf eine an­de­re Sei­te in der glei­chen Do­main. Im näch­sten Schritt kommt es dann end­lich zur Wei­ter­lei­tung auf eine Seite in der Do­main sexymaus (punkt) com, na­tür­lich mit an­ge­häng­tem Af­fi­li­ate-Link, damit der Spam­mer von den Be­trei­bern der Do­main sexymaus (punkt) com auch schön für seine il­le­ga­le und aso­zia­le Spam be­zahlt wird:

Screenshot meines Terminals mit der Ausgabe von lynx -mime_header -dump

Dieser Spam­mer ist also ganz schön ver­schro­ben, wenn er sein ei­gent­liches Ge­schäft zu ver­ber­gen sucht.

Den Be­trei­bern der Do­main sexymaus (punkt) com, die im Mo­ment ak­tiv il­le­ga­le und aso­zia­le Spam­wer­bung fi­nan­zie­ren, lege ich nahe, an­hand der in den Screen­shots sicht­ba­ren Af­fi­li­ate-IDs ihre Ver­trä­ge mit diesen Spam­mern zu be­enden und Scha­den­er­satz zu for­dern, und zwar we­gen der An­wen­dung il­le­ga­ler Me­tho­den, der da­mit ver­bun­de­nen Be­schä­di­gung der Re­pu­ta­tion und des Ver­trauens­bruchs frist­los. So lan­ge sie das nicht tun, sind sie näm­lich selbst die Spam. Und wer will schon gern mit Spam chat­ten? :mrgreen:

Ach ja, wa­rum ich das hier schrei­be und nicht di­rekt an die Be­trei­ber?

Ich hät­te es wirk­lich gern an die Be­trei­ber der Web­site unter sexymaus (punkt) com ge­mailt, aber lei­der zeigt mir diese mit il­le­ga­ler und aso­zia­ler Spam be­wor­be­ne Web­site ohne ak­ti­vier­tes Java­script nichts an, so dass ich nicht an ein Im­pres­sum kom­men kann. Und ich bin doch kein Idiot, dass ich an­ge­sichts der ge­gen­wär­ti­gen Kri­mi­na­li­tät im Inter­net ei­ner mit Spam be­wor­be­nen Web­site das Aus­füh­ren von Java­script in mei­nem Brow­ser auf mei­nem Com­put­er er­lau­be! Da­von wür­de ich auch je­dem an­de­ren ab­ra­ten.

Schlechte Sie nicht mit mir.

Dienstag, 2. Februar 2016

Ach­tung, es folgt ein drang­voller Lie­bes­brief aus dem Spam­ein­gang, des­sen sprach­liche Ent­fal­tung durch kei­ner­lei Gram­ma­tik oder Sprach­ge­fühl auf­ge­hal­ten wird:

Hallo. Ich habe informationen von ehe-agentur. Das ist my bild. Ich hoffe, es gefallt euch. Magst du mich? Sie konnen mich anrufen Katya. Ich denke, du guter mensch.
Ich weib, dass jetzt viele Menschen erfullt Partner im internet. Also ich entscheiden, zu verwenden, diese Weise. Ich mochte sie und ich beschlossen kennenlernen sie.
Wer weib, vielleicht haben wir chance. Wie andere leute. Ich mochte sagen ich suche nach nur ernst beziehung. Ich bin kein interessante nur chat, spiele oder virtuelle
romance Ich will nicht verlieren, meine zeit fur diese. Alles, was ich will, ist zu finden, Menschen mit dem ich glucklich sein kann fur den rest meines lebens. Konnen
sie sagen, mehr uber Sie, bitte. Wenn sie die aktuellste bilder ich werde froh sein, sie zu sehen. Ich warte auf ihre anwort.

Ohne Worte.

An der Mail hän­gen na­tür­lich noch zwei (mut­maß­lich ir­gend­wo aus dem In­ter­net „mit­ge­nom­mene“) Fotos¹ mit den ro­man­tisch­en Datei­na­men imgas29 (punkt) jpg und imgas34 (punkt) jpg – kaum zu glau­ben, dass diese hüb­sche Frau le­dig und so ver­zwei­felt sein sollte, dass sie nach dem Hin­weis einer na­men­lo­sen „Ehe-Agen­tur“ sogar völ­lig un­be­kann­te Mensch­en mit dem Na­men „Hal­lo“ an­schreibt. Aber würde dann ein kri­mi­nel­ler Spam­mer bei der Ein­lei­tung seiner Be­trugs­num­mern lügen? :mrgreen:

¹Ich gehe davon aus, dass die ab­ge­bil­dete Frau nichts von ihrem „Glück“ weiß, jetzt als Kö­der für Be­trug zu die­nen. An sol­chen Stel­len können die Bil­der wieder heraus­kom­men, die man ir­gend­wo – zum Bei­spiel auf Social-Media-Sites wie Face­book – hoch­lädt, wenn sie hübsch sind. Des­halb rate ich ja auch stän­dig zur all­ge­mein­en Da­ten­spar­sam­keit, wie die müde Stim­me eines Men­schen, der über einen schlin­gen­den Oze­an der Dumm­heit und Ge­dan­ken­lo­sig­keit hin­weg in die Flam­men und in das Nichts spricht…

Ihre Telekom Festnetz-Rechnung Jan 2016

Dienstag, 2. Februar 2016

Aber ich bin doch gar nicht bei der Tele­kom…

Von: <PCook (at) hyperion (strich) bs (punkt) com>

…aber der Ab­sen­der wohl auch nicht. Weia, wenn man schon einen Ab­sen­der fälscht, dann könn­te der ja auch ein biss­chen über­zeu­gend aus­se­hen. Aber wenn ein Spam­mer sein Ge­hirn be­nut­zen woll­te, könn­te er ja auch gleich ar­bei­ten gehen.

Ihre Rechnung für Dezember 2015

Im Be­treff war es noch Ja­nu­ar 2016. :D

Guten Tag gammelfleisch (at) tamagothi (punkt) de,

Tja, wenn man als Spam­mer den Em­pfän­ger nicht mit Na­men an­re­den kann, weil man den Namen nicht kennt, dann muss man ihn eben mit der Mail­adres­se an­re­den. Die kennt der Spam­mer ja.

Hiermit erhalten Sie mit dieser E-Mail Ihre aktuelle Festnetz-Rechnung.

Der Deutsch­ex­per­te ist lei­der im Ur­laub, und so­mit er­hal­ten wir mit die­ser E-Mail die ak­tu­el­len Sprach­pro­ble­me eines spam­men­den Ver­brech­ers.

Die Gesamtsumme im Monat Jan 2016 beträgt: 854,57 Euro.

Und, für wel­chen An­schluss? Man­che sol­len ja meh­re­re ha­ben. Aber wenn eine Tele­fon­num­mer da­bei stün­de, dann wäre so­fort je­dem Em­pfän­ger klar, dass es sich um eine Spam han­delt.

Im Zusammenhang mit Ihrer Schuld. Wenn die Zahlung bis zum 25. November 2015 nicht eingeht, haben wir das Recht, die Erbringung von Dienstleistungen zu verhindern.

Steck dein Geld in die Zeit­ma­schi­ne! Im Fe­bru­ar be­kommst du laut Be­treff die Rech­nung des letz­ten Mo­nats, laut Mail­text hin­ge­gen des vor­letz­ten Mo­nats, be­zahlt ha­ben sollst du sie vor drei Mo­na­ten! Oh, das Geld passt ja gar nicht mehr in die Zeit­maschi­ne rein. Da steckt schon das Ge­hirn des Spam­mers drin, weil er das ge­ra­de mit ei­nem Auf­kle­ber „An­nah­me ver­wei­gert“ in den Ur­schleim zu­rück­schickt. :mrgreen:

Zu diese Schreiben ist angehängt Dokumente in Zip archive mit Angabe der Leistungen, sorgfältig zu lesen

In der Tat, es ist ein ZIP-Archiv an­ge­hängt. Darin ist nicht etwa ein PDF oder ein anderes Da­tei­format, son­dern ein Java­script-Pro­gramm, das von einem Spam­mer zu­ge­stellt wurde. Die­ses ist vor­sätz­lich kryp­tisch for­mu­liert. Kein Mensch wür­de eine Soft­ware so kryp­tisch for­mu­lie­ren, wenn er nicht ge­ra­de die Ab­sicht hät­te, sie an einem Anti­vi­rus-Pro­gramm vor­bei­zu­mo­geln. Es han­delt sich voll­kom­men sicher um Schad­soft­ware, ohne dass es der ver­schwen­de­ten Le­bens­zeit be­dürf­te, diesen Son­der­müll zu de­chiff­rier­en, um heraus­zu­be­kom­men, was er tut. Wer das Archiv ent­packt und die Da­tei dop­pel­klickt, hat hin­ter­her einen Rech­ner an­de­rer Leu­te auf dem Schreib­tisch ste­hen. Diese Schad­soft­ware wird zur­zeit von den meis­ten An­ti­vi­rus-Schlan­gen­ölen nicht als Schad­soft­ware er­kannt; wer auf Wer­bung und Jour­na­lis­mus herein­ge­fal­len ist und sich auf die­sen Schutz ver­lässt, hat also ver­lo­ren. Wer Spam hin­ge­gen als Spam er­kennt und löscht, statt darin herum­zu­klic­ken, hat ge­won­nen (und hät­te das wir­kungs­lo­se Schlan­gen­öl gar nicht ge­braucht).

Mail­an­hän­ge sind ge­fähr­lich. Sie soll­ten im Zwei­fels­fall nicht ge­öff­net werden. Ein sol­cher Zwei­fels­fall liegt immer vor, wenn in einer ano­nym und tech­no­kra­tisch for­mu­lier­ten E-Mail steht, dass man ohne Grund viel Geld be­zah­len soll, aber erst aus dem An­hang er­fährt, wo­rum es ei­gent­lich geht. Ich em­pfeh­le, nie­mals ei­nen E-Mail-An­hang zu öff­nen, wenn nicht der Ab­sen­der mit Hilfe einer kryp­to­gra­fisch­en Sig­na­tur jen­seits je­des ver­nünf­ti­gen Zwei­fels fest­ge­stellt wer­den kann oder die Zu­stel­lung der E-Mail in die­sem Ein­zel­fall ex­pli­zit ver­ab­re­det war. Aber auch Mensch­en, die so dumm oder un­er­fah­ren sind, sich ei­nen deut­lich nie­dri­ge­ren Sich­er­heits­stan­dard zu leis­ten, hät­ten beim An­blick dieser Spam stut­zig werden müs­sen. Es ist schlicht aus­ge­schlos­sen, dass eine echte E-Mail eines gro­ßen Un­ter­neh­mens der­art schlecht for­mu­liert ist und so gro­ße in­halt­liche Feh­ler hat.

Für weitere Fragen zu RechnungOnline, Ihrer Rechnung oder zur Bezahlung bieten wir Ihnen ein umfangreiches Hilfe-Angebot. Informationen zu den Sicherheitsmerkmalen von RechnungOnline finden Sie unter Sicherheitshinweise.

Nett, dass die Schad­soft­ware so sicher ist! :mrgreen:

Mit freundlichen Grüßen

Mit freundlichen Grüßen
Ralf Hoßbach
Leiter Kundenservice

Mit dop­pel­ter ge­heuchel­ter Freund­lich­keit
Deine or­ga­ni­sier­te In­ter­net-Kri­mi­na­li­tät
Ein Voll­idi­ot von Spam­mer

© Telekom Deutschland GmbH

Ich habe wirk­lich viel Schlech­tes über die Te­le­kom zu sagen, aber mit dieser Spam hat sie über­haupt nichts zu tun.

Hinweis: Eine direkte Antwort auf diese E-Mail ist nicht moglich. Wenn Sie uns per E-Mail erreichen wollen, nutzen Sie bitte unser Kontaktformular.

Hin­weis: Der Ab­sen­der dieser Spam ist ge­fälscht.

Rechnung 903213 vom 07.12.2015

Montag, 1. Februar 2016

Hallo,

Genau mein Name!

Tals Anhang finden Sie die Rechnung 903213 vom 01.02.2016.

Die müs­sen ja auch mei­nen Na­men haben, wenn ich da Kun­de bin. :mrgreen:

Lei­der hat der Ab­sen­der sich zwar eine Rech­nungs­num­mer aus­ge­dacht, aber keine Fir­mie­rung der Un­ter­neh­mung, bei der ich an­geb­lich Schul­den habe. Dafür ist die lt. Be­treff „Rech­nung vom 7. De­zem­ber“ in Wirk­lich­keit eine Rech­nung vom 1. Fe­bru­ar. Wenn der Spam­mer sich Mühe ge­ben würde, könn­te er ja auch gleich ar­bei­ten ge­hen.

Nettosumme: 325,00.

MwSt: 19,00

Bruttosumme: 386,75

Immer­hin kann der Ab­sen­der einen Tasch­en­rech­ner be­die­nen, das kann nicht je­der. Pro­zent­zeich­en und Wäh­rungs­be­zeich­nungen in ei­ner an­geb­lich­en „Rech­nung“ tip­pen kann er hin­ge­gen nicht.

Mit freundlichen Grüßen

Carsten Schulz

„Freund­lich“ wie die Pest
Ihr Spammer

Klei­nes Spam­kom­pe­tenz­trai­ning: Was be­deu­tet wohl die Kom­bi­na­tion fol­gen­der Merk­male?

  1. Es han­delt sich an­geb­lich um eine Rech­nung, aber es steht nir­gends, wer diese Rech­nung stellt, wo­für er die­se Rech­nung stellt und wie man diese Rech­nung be­gleich­en kann¹
  2. Ob­wohl der Em­pfän­ger ein Kun­de sein muss, wird er nicht per­sön­lich an­ge­sproch­en
  3. An­stel­le rich­ti­ger In­for­ma­tio­nen „darf“ man ein paar kon­text­lose Zah­len und eine Rech­nungs­num­mer le­sen
  4. Alle wei­te­ren Fra­gen kön­nen nur ge­klärt wer­den, wenn man den An­hang öff­net

Richtig! Es handelt sich um Schad­soft­ware im An­hang.

Und wie so häu­fig, ver­sagt auch dies­mal das An­ti­vi­rus-Schlan­gen­öl in den meis­ten Fäl­len. Des­halb ist es auch so wich­tig, dass man der­ar­ti­ge Spam selbst er­kennt und löscht. Ge­ne­rell sind Mail­an­hän­ge im­mer ge­fähr­lich und soll­ten nie­mals ge­öff­net werden, wenn ihre Zu­stel­lung nicht ex­pli­zit vor­her ver­ab­re­det war.

Wer Micro­soft Win­dows ver­wen­det und einen Dop­pel­klick auf den An­hang ge­macht hat, hat Soft­ware von Kri­mi­nel­len auf seinem Rech­ner ge­star­tet und jetzt einen Com­puter an­de­rer Leu­te auf dem Schreib­tisch ste­hen. Das fast über­all in­stal­lier­te An­ti­vi­rus-Schlan­gen­öl hat diese Über­nah­me des Com­pu­ters durch Ver­brech­er in den meis­ten Fäl­len nicht ver­hin­dern kön­nen.

¹Ich möchte in diesem Kon­text kurz daran er­in­nern, dass in der BRD eine Im­pres­sums­pflicht für ge­werb­liche E-Mail be­steht, an die sich jeder hält, der sich nicht gern von Mit­be­wer­bern und/oder frag­wür­di­gen An­wäl­ten ab­mah­nen lässt.