Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Schlagwortarchiv „PayPal“

[New Information] Ihr Konto wurde gesperrt, Sofortige Antwort erforderlich. Case ID: #SV76754

Samstag, 23. Oktober 2021

So so, eine new information. Mit „sofort“ und mit Nummer. Die muss ja wieder irre wichtig sein! 😵️

⋅PayPaI

Diese Spam wurde mechanisch erstellt und ist deshalb ohne Anrede gültig. Sie tut so, als käme sie vom bekannten Dienstleister „PayPai“, der sich jetzt mit einem großen „i“ am Ende schreibt. 🤔️

Immer wieder lustig, was Spammer sich einfallen lassen, um durch Spamfilter zu kommen. 😁️

(Ihr Konto wurde gesperrt)

Welches denn. Ich kenne auch Menschen, die mehrere PayPal-Konten haben, um ihr geschäftliches Geld klar von persönlichen Dingen zu trennen. 🤭️

Ihr Konto wurde aufgrund zu vieler fehlgeschlagener⋅ Anmeldeversuche⋅ Gesperrt⋅ Um Ihr Konto zu reaktivieren, müssen Sie Ihre Angaben innerhalb von 24 Stunden überprüfen.

Jetzt Prüfen

Wenn das das richtige PayPal wäre, könnte man gleich zur Polizei gehen und eine Strafanzeige gegen PayPal erstatten. Wegen Nötigung. ⚖️

Die Kontosperrung bei verdächtigen Vorgängen geht wohl noch in Ordnung. Aber selbst die stinkt. Wenn PayPal das wirklich so machen würde und ich wollte jemanden mal so richtig schaden, dann brauchte ich nur die bei PayPal verwendete Mailadresse herauszubekommen, an den nächsten Ort mit öffentlichem Internet zu gehen (damit ich nicht so leicht ermittelt werden kann) und mich immer wieder mit irgendwelchen Phantasiepasswörtern anmelden, bis das Konto gesperrt ist. Da brauchte man gar keine „Hackertools“ für, da braucht man nur einen Webbrowser. Mit einer derartigen Sabotage könnte man in einigen Fällen sehr großen Schaden anrichten. 💣️

Und genau das ist der Grund, warum PayPal das nicht so machen wird. 💡️

Aber was PayPal ganz sicher nicht macht, ist eine technisch unsinnige Fristsetzung bei einem Kunden, der zum Opfer eines Betrugsdeliktes geworden ist. Eine solche technisch unsinnige Fristsetzung dürfte in vielen Fällen eine Nötigung sein – und je nach angerichtetem Schaden auch zivilrechtliche Ansprüche nach sich ziehen. 💸️

Der Jetzt-prüfen-Link geht natürlich nicht in die Domain von PayPal. Auf einen Screenshot der „liebevoll“ nachgemachten PayPal-Loginseite verzichte ich hier mal, denn diese Spam ist nicht an eine meiner Mülladressen gegangen, wo es nicht mehr drauf ankommt, wenn dreißig Spams am Tag mehr kommen, sondern wurde mit von einem Leser zugesteckt. Deshalb werde ich nicht zum Spammer funken, dass die Spam ankommt und beklickt wird. 🖱️🛑️

Auch ohne Screenshot gilt: Alle Daten, die man auf der angeblichen PayPal-Seite eingibt, gehen direkt an Kriminelle. ☹️

Zum Glück gibt es einen wirkungsvollen und einfachen Schutz vor Phishing: Einfach nicht in eine E-Mail klicken. Wer den Link zu PayPal nur als Browser-Lesezeichen aufruft, kann keinen giftigen Link von Spammern untergeschoben bekommen. Wenn man so eine E-Mail hat: Einfach PayPal über das Browser-Lesezeichen aufrufen, dort ganz normal anmelden und feststellen, dass das in der Mail behauptete Problem gar nicht existiert, in diesem Fall, feststellen, dass das Konto gar nicht gesperrt ist. Und schon hat man einen dieser „Cyberangriffe“ abgewehrt. So einfach geht das! 🛡️

Bitte beachten Sie: Diese E-Mail wurde von einer Nur-Benachrichtigungsadresse gesendet, die eingehende E-Mails nicht akzeptieren kann. Bitte antworten Sie nicht auf diese Nachricht.

Oh, die arme Adresse, die keine eingehende Mail akzeptieren kann! 🤭️

Natürlich steht dieser Satz da nur, damit auch jeder bemerken kann, dass die Absenderadresse gefälscht ist. Und wenn man das bemerkt, braucht man gar nicht weiter nachzudenken. 🗑️

Diese Spam ist ein Zustecksel meines Lesers A. H.

We decline your last transaction, For your security. (Ref – 11440459)

Mittwoch, 13. Oktober 2021

Heute ist mal wieder Großtag des Phishings! 🎣️

Hach, so schön, dass sich mal jemand um meine Sicherheit kümmert! Und dann auch noch so eine wichtige Nummer im Betreff! Die sagt mir zwar nix und nützt mir auch nix, aber sie sieht irre wichtig aus… 🏆️

Komm Spammer! Falls dir mal die irre wichtig aussehenden Zahlen ausgehen sollten, ich hab hier noch ein paar für dich:

$ dd status=none if=/dev/urandom bs=64 count=1 | od -t u4
0000000 2595616249 1621906693 2619788409 3629867652
0000020 3878921432 1585298094 4150452144  499011112
0000040 1656759278 2937034126  393644606  580008039
0000060 2458983339 1033025449  560141365 2096442811
0000100
$ _

Dear Costumer,

Dass irgendwelche Phisher meinen Namen nicht wissen, überrascht mich nicht. Aber dass sie nicht einmal mehr „Customer“ schreiben können, das ist peinlich. 🙃️

Und nein, die Hervorhebung ist nicht von mir, die ist aus der Spam. Der Fruchtzwerg von Spammer möchte schließlich nicht, dass man die Gelegenheit verpasst, über seine Dummheit zu lachen. 🤡️

We sent file to your account
about your last transaction please see below for mor infomation

Case: PP-9nfJAvn

Oh, krass! So wieder so eine hochnotwichtige Nummer, die gar nix sagt. Aber diesmal sind noch Buchstaben mit drin, diese Nummer muss also noch wichtiger sein! 😂️

Die Spam hat einen Anhang. Es handelt sich…

$ file CaseStatementX-ID577298.pdf 
CaseStatementX-ID577298.pdf: PDF document, version 1.4
$ _

…um ein PDF-Dokument. Mit einer Nummer dran. Mit einer anderen Nummer als aus dem Betreff. Und mit einer anderen Nummer als eben aus der Mail. Dieses PDF sieht auch aus, und zwar so:

Dear Customer, -- We noticed some unusual activity on your credit card account linked to your PayPal account. -- Case ID Number: PP-034-033-732-623 -- How can you help? -- It's usually pretty easy to take care of things like this. Often, we just need a little more information about your account or recent transactions. -- To help us with this and to see what you can and cannot do with your account until the issue is resolved, please verify now -- Verify My account [Button] -- This email was sent to customer because you are registered in our service. -- Help | Contact | Privacy Policy -- Copyright 2021 | PayPal All rights reserved.

Der überlagerte Schriftzug „Phishing“ ist natürlich von mir, denn ich werde nicht gern zum Bildhoster für Kriminelle. 🤚️

Aber an der unvorteilhaften Gestaltung im Querformat mit riesigen Leerräumen bin ich unschuldig. Offenbar war der Spammer damit überfordert, ein glaubhaft aussehendes PDF zu erzeugen. Aber wir müssen da verständnisvoll sein, denn dieser Spammer hat drei unfassbar harte Jahre in seinem Leben durchmachen müssen: Die erste Klasse der Grundschule. 😁️

Der wie ein Klickeknopf gestaltete Link auf „Verify My account“ zeichnet sich nicht nur durch lustige Verwendung von Großbuchstaben aus, sondern er führt auch nicht zu PayPal. Stattdessen geht es in die wenig Vertrauen erweckende Domain cintakamoge (punkt) page (punkt) link. Wer auf diesen Link klickt und sich nach einigen Weiterleitungen auf der „liebevoll“ nachgemachten PayPal-Seite „anmeldet“, übergibt sein PayPal-Konto (und eventuell damit verbundene Kreditkarten und Bankkonten) direkt an gewerbsmäßige Betrüger und darf sich anschließend mit ganz vielen Problemen rumschlagen. Das erste dieser Probleme ist übrigens meistens, keinen Cent mehr auf dem Konto zu haben und zu bemerken, dass der Dispositionsrahmen vollständig ausgeschöpft wurde. 💸️

Zum Glück gibt es ein einfaches, kostenloses und sehr wirksames Mittel gegen Phishing: Niemals in eine E-Mail klicken. Wer die Websites von PayPal, seiner Bank und dergleichen nur über Browserlesezeichen aufruft, kann keinen vergifteten Link untergeschoben bekommen. Einfach ganz normal auf der Website anmelden, nachdem man sie über das Browserlesezeichen aufgerufen hat. Wenn man nach der Anmeldung bemerkt, dass das in einer Phishing-Spam behauptete Problem gar nicht auftritt, hat man einen dieser gefürchteten „Cyberangriffe“ von „Cyberkriminellen“ abgewehrt. So einfach geht das! 🛡️

Das kann jeder! 😉️

Was übrigens nicht sicher gegen Phishing hilft, sind Antivirus-Schlangenöle, Sicherheits-Addons für den Webbrowser, der Glaube, dass einem so etwas nicht passieren kann, weil man jede Spam sofort erkennt und auf den Rechner geklebte Heiligenbildchen. 💣️

Phishing ist eine der häufigsten Kriminalitätsformen im gegenwärtigen Internet. Es ist gut, sich dagegen zu schützen. Eine Phishing-Spam kann sehr viel besser gemacht sein als dieses Beispiel. Sie kann auch eine persönliche Ansprache und sogar eine Kontonummer beinhalten. Die Kriminellen haben sehr viele Daten über viele Menschen zur Verfügung. Wenn man niemals in eine E-Mail (oder etwas vergleichbares) klickt, kann man nicht Opfer von Phishing werden. Alles andere funktioniert entweder nicht oder setzt weitergehende Kenntnisse voraus, die sich nicht jeder Mensch aneignen kann oder will. Gut, es sind keine wirklich weitgehenden Kenntnisse. Aber es reicht, wenn man einfach nicht in E-Mail klickt. 🖱️🚫️

Lassen wir die asozialen Phisher doch einfach verhungern, indem wir alle nicht mehr in E-Mails klicken! Und auch nicht in persönliche Mitteilungen beim Fratzenbuch, WanzApp-Nachrichten und dergleichen, denn die Phisher werden sich schnell andere Wege suchen, Menschen einen vergifteten Link zuzustecken. Denn sonst müssten sie ja anfangen zu arbeiten. Und da haben sie nun einmal keine Lust drauf, weil das immer so anstrengend ist. 🛠️

Regards,

PayPal (lnc.)

Natürlich ist diese E-Mail nicht von PayPal. Es ist eine Spam.

Diese Phishing-Spam ist ein Zustecksel meines Lesers A. H.

Nachricht von Ihrem Kundenservice

Samstag, 3. Juli 2021

Was, schon wieder? 😩️

PayPal⋅

Oh, heute nicht von PayPal, sondern von PayPal⋅? Und damit sollte dieser Strunz besser durch die Spamfilter kommen? 🤭️

(Ihr paypal⋅ Konto wurde gesperrt⋅)

Wozu den Empfänger der Mail irgendwie persönlich ansprechen, wenn doch schon die aus Spammersicht wichtigste Aussage in Klammern gesetzt wird. Einklammern ist das neue Hervorheben. 🤡️

Ihr Konto wurde aufgrund zu vieler erfolgloser Anmeldeversuche gesperrt. Um Ihr Konto wieder zu aktivieren, ⋅müssen Sie Ihre Daten ⋅innerhalb von _24 _Stunden uberprufen_

Jetzt Prüfen

Und jetzt zur Sache: Klick in die Spam! Wer das tut – statt einfach über ein Browserlesezeichen die Website von Paypal aufzurufen, sich dort anzumelden und festzustellen, dass das in der Spam behauptete Problem gar nicht besteht – hat verloren und befindet sich auf einer Website von Kriminellen. Und wer da Zugangsdaten eingibt, wird viel und teuren Ärger haben. Deshalb klickt man niemals in eine E-Mail, und zwar auch dann nicht, wenn sie viel echter aussieht als diese schlechte Phishing-Spam. 🖱️🚫️

In diesem Fall ist es natürlich sehr einfach, das Phishing zu bemerken. Wenn es möglich wäre, ein PayPal-Konto zu sabotieren, indem man sich einfach häufig mit Quatsch-Logindaten daran anmeldet, wäre es kinderleicht, beliebigen Geschäftsleuten, die eine Zahlungsmöglichkeit über PayPal anbieten, mit geringem Aufwand größeren Schaden zuzufügen. Man muss da nicht lange drüber nachdenken, um zu bemerken, wie hirnrissig und unsinnig der angebliche Grund für diese Kontosperrung ist. Davon, dass PayPal seine eigene Firmierung ohne einen angehängten Multiplikationspunkt schreiben wird, will ich dabei gar nicht erst anfangen. 🔍️

Bitte beachten Sie: Diese E-Mail wurde von einer Nur-Benachrichtigungsadresse gesendet, die eingehende E-Mails nicht akzeptieren kann. Bitte antworten Sie nicht auf diese Nachricht.

Bitte beachten: Diese Spam wurde vollautomatisch erstellt und ist völliger Unsinn. Der Absender ist gefälscht. Die Spam nach dem kurzen Lachen über den dummen Versuch einfach löschen. 🗑️

Diese Spam ist ein Zustecksel meines Lesers A. H.

Nachricht von Ihrem Kundenservice

Sonntag, 23. Mai 2021

Von welchem Kundenservice? Ich bin doch nirgends Kunde. 🤔️

Von: paypal.de-9466592@kunde904.com

Aha, vom Kundenservice von kunde 904 (punkt) com, der mit dem Namensteil seiner (gefälschten) Absenderadresse so tun möchte, als käme diese Mail von PayPal. Die E-Mail wurde aber über einen von Amazon gemieteten Cloud-Server versendet. 🌧️

PayPa𝚕_

Das muss das neue PayPal sein. Das PayPal, das einfach einen Unterstrich zu seiner Firmierung hinzugefügt hat. 😁️

Ihr-Konto wurde gesperrt

Ihr Konto wurde aufgrund zu vieler erfolgloser Anmeldeversuche gesperrt. […]

Nicht, dass mich jemand falsch versteht: PayPal versendet solche Mails nicht. Deshalb sollte man in solche Mails von PayPal auch nicht klicken, denn sie kommen nicht von PayPal. Der beste und wirksamste Schutz gegen Phishing ist es, wenn man niemals in eine E-Mail klickt, deren Absender nicht durch eine überprüfte kryptografische Signatur sichergestellt ist – und Websites wie die von PayPal nur über ein Browserlesezeichen aufruft. Dann kann einem kein Schurke vergiftete Links unterschieben. Man ruft die Website von PayPal klicki-klicki über das Lesezeichen auf (statt über den Link in der Mail), meldet sich dort normal an, sieht, dass das behauptete Problem gar nicht existiert und hat einen kriminellen Angriff abgewehrt. So einfach geht das! 🛡️

Aber nehmen wir einmal an, diese „Mail von PayPal“ wäre echt. Was würde das über PayPal aussagen? Ich könnte ja jedes PayPal-Konto sperren lassen, indem ich mich einfach ein paar Male daran anmelde (am besten über Tor, um meine IP zu verschleiern) und natürlich jedes Mal mit meiner Anmeldung scheitere, weil ich ja das Passwort nicht kenne? Selten nur wäre eine wirksame Sabotage so einfach gewesen! Wenn einem großen Versandhändler, der PayPal akzeptiert, wegen so einer Sabotage für dreijährige Nachwuchshacker auf dem Pisspott jeweils für ein paar Stunden sein Konto entzogen werden könnte, würde diese idiotische „Sicherheitsfunktion“ von PayPal schnell einen großen Schaden anrichten. Und deshalb wäre die Verwendung von PayPal als Zahlungsdienstleister für gewerbliche Kunden so gefährlich, dass PayPal wohl bedeutungslos wäre. 😨️

Und deshalb macht PayPal das auch nicht so. Wenn PayPal einen Anmeldeversuch suspekt findet (selbst bei Eingabe des richtigen Passwortes), wird als zusätzliche Sicherheit eine Zwei-Faktor-Authentifizierung über eine SMS oder einen Anruf an die bei PayPal hinterlegte Telefonnummer durchgeführt. Eine von Dritten verursachbare Kontensperrung gibt es nicht. Weil sie dumm wäre. 😉️

Man muss also nicht lange darüber nachdenken, um zu erkennen, dass die Behauptung in dieser Spam völlig unsinnig ist und gar nicht stimmen kann. Wer dann die Mail einfach löscht, hat mit seinem Gehirnchen einen kriminellen Angriff abgewehrt. So einfach geht das! 🛡️

Das Gehirn ist und bleibt die wichtigste Schutzvorrichtung beim sicheren täglichen Umgang mit einem Computer. Gut, dass es nichts kostet, niemals den Computer lahmlegt und seine ständigen Updates sehr sicher empfängt. 🧠️

[…] Um Ihr Konto wieder zu aktivieren, müssen Sie Ihre Daten innerhalb von 24 Stunden überprüfen

Jetzt Prüfen

Wer es nicht so mit Gehirn und angemessener Vorsicht hat und auf den Link klickt, lasse alle Hoffnung fahren! Natürlich führt der Link nicht zu PayPal. Und alle Daten, die man auf der liebevoll nachgemachten PayPal-Seite eingibt, gehen direkt zu Kriminellen. Auf seinem finanziellen Schaden bleibt man sitzen, und wegen der Betrugsgeschäfte, die mit dem Konto durchgeführt werden, hat man monatelangen Ärger mit Polizeien, Staatsanwaltschaften und Untersuchungsgerichten. Lauter vergällte Lebenszeit, die man nicht zurückkriegt. ☹️

Phishing ist die wohl älteste Betrugsmasche des Internetzeitalters. Und sie läuft immer noch. Weil es immer noch Menschen gibt, die in eine E-Mail klicken, so schön bequem und direkt. Weil es immer noch keine breite Aufklärung über typische Kriminalität im Internet und einfachste Schutzmaßnahmen gibt. Weil Menschen immer noch nicht wissen, wie man sich einen Computer nutzbar machen kann. Oder, ins Smartphone-Zeitalter geflüstert: Weil sie immer weniger wissen, wie man sich einen Computer nutzbar machen kann. Obwohl sie das Gerät durch ihr ganzes Leben tragen. 🙄️

Dummheit ist ein gutes Geschäft. Außer für die Dummen. 👎️

Grüße auch an einen Journalismus, dessen Geschäft nicht in der Information der Bevölkerung besteht, sondern im der Vermarktung von Reklameplätzen! 👋️

Bitte beachten Sie: Diese E-Mail wurde von einer Nur-Benachrichtigungsadresse gesendet, die eingehende E-Mails nicht akzeptieren kann. Bitte antworten Sie nicht auf diese Nachricht.

Übrigens: Auch das würde niemand machen, der an seinen Kunden hängt. Es ist eine Kleinigkeit, eine sinnvolle Antwortadresse in den Mailheader zu schreiben. Solche Sprüche unter einer Mail sind immer ein Zeichen dafür, dass man es mit einem Unternehmen zu tun hat, das keine Kunden haben will – oder mit richtigen Kriminellen. 💩️

Dieser E-Müll aus dem täglichen Posteingang ist ein Zustecksel meines Lesers A. H.

Nachricht von Ihrem Kundenservice

Donnerstag, 8. April 2021

Abt.: Schlechtes Phishing

Von: paypal.de-4706127@kunde540.com

Das ist nicht PayPal. Das verwundert nicht weiter, denn die Mail ist ja auch gar nicht von PayPal, sondern wurde über einen von Amazon gemieteten Cloud-Server versendet. Aber wenn ein Spammer die Absenderadresse fälscht, und es dann so unüberzeugend tut, ahnt man, wie dumm er ist. 🤦‍♂️️

An: kunden@77servce.com

Das ist nicht die Empfängeradresse. Die Empfänger stehen alle im BCC:, damit nicht auffällt, dass diese Spam an ganz viele Empfänger geht. Deshalb ist sie ja auch so unpersönlich formuliert. 👤️

PayPal.

Ja, schon klar, und ich bin das Christkind. 😁️

Ihr (PayPal Konto) wurde gesperrt

Ihr Konto wurde aufgrund zu vieler erfolgloser Anmeldeversuche gesperrt. Um Ihr Konto wieder zu aktivieren, müssen Sie Ihre Daten innerhalb von 24 Stunden überprüfen

Aha, weil sich jemand immer wieder mit falschem Passwort angemeldet hat, wird mein Konto gesperrt und ich muss meine Daten überprüfen, und zwar ganz, ganz schnell. Das ist ja eine bestechende Logik! Wenn das stimmen würde, dann könnte jeder Mensch ganz leicht PayPal-Konten anderer Menschen und diverser Unternehmen sabotieren, indem er sich hinter einer VPN-Adresse verschanzt und immer wieder mit irgendwelchen Passwörtern dort anzumelden versucht (natürlich mit einem Skript). Das wäre so einfach, dass jedes Kind bei diesem „Sport“ mitmachen könnte. 👶️

Wie lange würde es wohl dauern, bis PayPal mit dieser unsinnigen Idee aufhörte, weil die Nutzer weglaufen oder… noch schlimmer… PayPal auf Schadenersatz wegen dieser Willkür verklagten? 🤔️

Jetzt Prüfen

Wer da klickt, lasse alle Hoffnung fahren! 👿️

Übrigens: Es gibt einen hundertprozentig wirksamen Schutz gegen Phishing, und er ist sehr einfach. Niemals in eine E-Mail klicken! Wenn man nicht in eine E-Mail klickt, kann einem kein Krimineller einen vergifteten Link in einer E-Mail unterschieben. Phishing, eine der häufigsten Betrugsformen im Internet, ist dann nicht mehr möglich. Stattdessen die Lesezeichen-Funktion des Webbrowsers benutzen! Falls man bei einer solchen E-Mail von PayPal nicht sofort erkennt, dass es Phishing ist, kann man einfach die Website von PayPal über das Lesezeichen im Browser aufrufen und sich dort anmelden. Wenn dabei kein Problem angezeigt wird, wenn sich also herausstellt, dass das in einer E-Mail behauptete Problem gar nicht existiert, hat man einen kriminellen Angriff abgewehrt. So einfach geht das. 🛡️

Bitte beachten Sie: Diese E-Mail wurde von einer Nur-Benachrichtigungsadresse gesendet, die eingehende E-Mails nicht akzeptieren kann. Bitte antworten Sie nicht auf diese Nachricht.

Bitte beachten: Der Absender ist gefälscht. 😉️

Diese Phishing-Spam ist ein Zustecksel meines Lesers A. H.

Wichtige Konto information, wir benötigen ihre Hilfe

Donnerstag, 4. Juni 2020

Abt.: Schlechtes Phishing

Von: <Paypal-Scal.de> <info@vxcfvdfvfds.de>

Hier fängt die Heiterkeit ja schon beim Betrachten des (gefälschten) Absenders an. Eine Domain, die aussieht, als sei die Katze mal über die Tastatur gegangen, soll jetzt also „PayPal“ sein? Und dann diese herrliche Idee, einfach den Namen ebenfalls in eckigen Klammern anzugeben, damit man ihn mit der Absenderadresse verwechselt. Das muss ein richtig pfiffiger Intelligenzallergiker sein! 🐒

An: gammelfleisch <gammelfleisch@tamagothi.de>

Im Töpfchen für Sieger! 🏆

Dieser Müll geht an jede Mailadresse, die man irgendwie im Web einsammeln kann, also auch an meine Kontaktadresse für Linktausch-Angebote und unseriöse Geschäftsvorschläge, die als einzige Mailadresse im Impressum dieses Blogs ganz direkt mit einem Harvester-Skript ausgelesen werden kann. 💩

Kundenmitteilung – Ihre Eingabe ist erforderlich.

Ja, eine E-Mail ist eine Mitteilung. Das hat der Spammer in einem kurzen Lichtblick in seinem Gehirnchen ganz richtig erkannt! 💡

Datum: 03.06.2020

Ja, gestern war der dritte Juni. Auch das ist ganz richtig. Und damit haben sich die richtigen Angaben in dieser Spam auch schon erschöpft. 🗓️

Sehr geehrte Damen und Herren,

Aber ganz genau mein Name! 👍

Angesichts eines kürzlichen Systemwechsels wollen wir die Kontodaten unserer Kunden überprüfen. Gehen Sie die Schritte auf unserer Website durch, zu der Sie durch Anklicken der Schaltfläche unten gelangen.

Aha! Was für einen „Systemwechsel“ meint ihr denn? Seid ihr von Windows auf CP/M umgestiegen? Das würde auch diese ganz besondere Performance der PayPal-Website ein bisschen erklären. 🐌

Ach egal, ich soll klicki-klicki in eine Spam klicken und Eingaben auf einer Website machen, die mir ein Spammer verlinkt hat. Es wäre zwar extrem dumm, dafür in eine Spam zu klicken, statt PayPal über ein Lesezeichen aufzurufen (und dabei zu bemerken, dass neben dem Datum nichts aus den Behauptungen in dieser Spam stimmt), aber damit ich so dumm werde…

Falls Sie nicht antworten, entstehen Ihnen möglicherweise Bearbeitungskosten, welche aus einer manuellen Prüfung mit dem PostIdent-Verfahren resultieren.

…werden mir Kosten in Aussicht gestellt, wenn ich nicht dumm bin. 💸

Ich wills mal so sagen: In Wirklichkeit ist es umgekehrt. Dummheit wird teuer. Deshalb klickt man ja auch nicht und niemals in eine E-Mail, sondern benutzt immer und ausnahmslos ein Lesezeichen in seinem Webbrowser. Das ist genau so bequem, einfach und mausklick. Und kein Betrüger kann einem mehr mit so einer Spam einen Dreckslink auf eine Phishing-Website unterjubeln. 🖱️

Diese ganz einfachste Maßnahme ist der wirksamste Schutz gegen Phishing. Selbst, wenn die Spam mal viel besser sein sollte. Macht das einfach! 😉

Und macht nicht so etwas:

Klicken Sie dafür auf den unten stehenden Button und befolgen Sie die notwendigen Schritte. Geben Sie dabei Ihre Daten vollständig und korrekt an.

Zum Benutzerlogin

Natürlich ist der Link nicht direkt gesetzt, es ist ja eine Spam. Er führt nach einer kleinen Kaskade von Umleitungen über teilweise russische Domains…

$ location-cascade http://bit.do/fFKTM
     1	http://www.bulletkrug.ru//P4pAyl54
     2	http://www.bulletkrug.ru/P4pAyl54/
     3	https://pp-prozess-vorgang.net/?t=39UkcNIykAKxippxykHPyOsIVg3NoJ6s
     4	https://pp-prozess-vorgang.net/?4Q3TkgVIrgc0nY3w1CiagDNdOODTrHLW5T0N6CYD5XtlzVggafBxrrxpVVQIYhN728Frq7qOP9UyArdCtAma3utol7kWRQjvf1SppyOJoDMEVVDX7nbwemab40JdcalW&s=6vs3ag35iov7k7q08n6ajj6fu1&s=6vs3ag35iov7k7q08n6ajj6fu1
$ _

…nicht etwa zur Website in der Domain von PayPal, sondern auf irgendeine Domain mit Vorgangs-Prozessen oder Prozess-Vorgängen, wenn nicht gar zu einem Verfahren, Ablauf oder Workflow. Die Idioten, die sich solche Domains ausdenken, hätten also noch viele Domains frei, wenn sie in Zukunft nicht nur doppelt gemoppelt sein wollten, sondern einfach dreifach Spezialfach. 🎓

Am Ende landet man dann auf einer Website im „liebevoll“ kopierten PayPal-Design, auf der man genau die Daten noch einmal eingeben soll, die PayPal schon längst kennt, ganz so, als ob PayPal sie vergessen hätte und nicht wüsste, was eine Datensicherung ist – nur, dass sie diesmal bei Betrügern landen. 💩

Ich hätte den Missbrauch jetzt gern an den URL-Kürzer bit (punkt) do gemeldet, aber leider muss ich dafür ein Webformular benutzen. Und wenn ich dieses Webformular absende, gibt es einen „Internal Server Error“, weil diese zertifizierten Blitzbirnen von Anbietern eines Webdienstes zur URL-Kürzung nicht dazu imstande sind, eine fehlerfreie Website zu machen. Aber vielleicht wollen sie auch nicht immer diese lästige Post von Leuten, die nur Arbeit machen. 🛠️

Aber Verbrecher freuen sich halt drüber. Ich glaube, bit (punkt) do kann schon mal auf die Blacklist. 🗑️

Mit Freundlichen Grüßen
Ihr Paypal Team
.

Freundlich wie eine Ohrfeige
Dein Phishing-Spammer
Mit sinnlosem Punkt unter der Grußformel

Neue Mitteilung

Montag, 4. Mai 2020

Abt.: PayPal-Phishing für Dumme 🤦

Von: PP Service <mail@wolfram-schultz.de>

SRehjr cgeGehirtLe KKukndaino, bseShr TgeGehqrtcer NKuVndle, -- aAufCgrIunbd dgeäTndverateNr ENubtzVunbgsvbeTdifngYunigeBn qstLehVt reiOne PAkEtuQalAisJieXruang ZIhVrejr -- gDaFteen Wank. vDimesxe KMaßnYahome CisMt hauDs DSiMchperMhelitysgerüngdeon WzwLinwgehnd HerJfoRrdZertliOchC. -- SKleicbkedn oSive Ddamfür haujf edern Lunftern YstWehYenPdeRn dBuittqon eunGd GbeTfodlgVen ISiee tdiQe -- PnoYtwgenRdiNgetn dScOhrHitZteT. WGeVbeXn zSiXe jdaebeKi BIhlre ZDaiteqn UvoellcstädndXig xunFd xkomrrVekft sanh. -- NWetitzer izu APaoyPVal -- MUit qfrueugndcliDchHen XGrüßeun, -- IXhr GPaTyPnal eKucndlenjsezrvIicZe

Der Absender ist natürlich gefälscht, aber er sieht trotzdem nicht nach PayPal aus. Vielleicht hat der Spammer beim nächsten Mal ja mehr Glück beim Denken. 🍀

Aber selbst wenn: Es ist schon sehr schade für die Phishing-Ambitionen der Betrügerbanden, wenn der HTML-Trick mit dem Verstecken von sinnlos eingestreuten Buchstaben nicht nur bei den Anwendern einer guten und sicher konfigurierten Mailsoftware, sondern irgendwann auch in den leider immer noch viel zu beliebten Webmailern nicht mehr funktioniert. Den Screenshot habe ich eben gerade im Webmailer von Gmail gemacht. 🙃

Ich hoffe, dass die Betrüger jetzt verhungern! 💀

Aber das steht leider nicht zu befürchten, und deshalb gilt weiterhin: Niemals in eine E-Mail klicken, sondern stattdessen die Websites immer über ein Lesezeichen des Webbrowsers aufrufen! Mit dieser sehr einfachen Vorsichtsmaßnahme ist man völlig sicher vor Phishing, denn die Betrüger haben keine andere Möglichkeit, jemanden auf ihre Betrugssites zu locken, als durch die Zustellung eines Links.

Diese Vorsicht ist wirksam, bequem und kostet nichts. 🛡️

Neue Mitteilung

Dienstag, 21. April 2020

Das ist mal wieder ein Qualitätsbetreff, aber es gibt nur schlecht gemachtes Phishing. Davon gibt es im Moment mal wieder eine Menge, nachdem ich es monatelang kaum gesehen und noch weniger vermisst habe.

Natürlich kommt diese Mail nicht von PayPal.

Wie man sich kostenlos und völlig sicher vor Phishing schützt, habe ich schon gestern anlässlich eines ganz schlechten Phishings auf Sparkassen-Kunden erklärt und werde es heute nicht wiederholen. Zusammenfassung: Klickt nicht in E-Mails, sondern benutzt ein Lesezeichen in eurem Browser, und ihr seid davor sicher! 🛡️

Deshalb gibt es hier nur den Text der Phishing-Spam mit ein paar fröhlichen Anmerkungen dazu, wie zurzeit die Phishing-Spams aussehen. Teile dieser Anmerkungen können etwas technisch werden, aber es lohnt sich. 🕵️

Von: PP Service <mail@wolfram-schultz.de>

Die Absenderadresse ist zwar gefälscht, aber die Domain dieser Mailadresse sieht nicht einmal so ähnlich wie die Domain von PayPal aus. Natürlich würde das richtige PayPal eine Absenderadresse @paypal.com verwenden, und das wäre für Spammer auch kinderleicht zu fälschen gewesen, aber viele Spammer leiden eben unter diesem erbärmlichen Hirnmangel, gegen den es keine Medikamente gibt. Da wird das Denken dann schnell zum Glücksspiel. 🎰

Betreff: Neue Mitteilung

Stimmt, es ist eine neue Mitteilung. Sie liegt in der automatisch aussortierten Spam, wo sie auch hingehört. 🚮

Denkende und fühlende Menschen schreiben in einen Betreff, um was es in der Mail geht; Spammer, Werber und andere Idioten hingegen versuchen mit dummen Formulierungen eine große Wichtigkeit ihrer intelligenzfrei verfassten Kommunikationsversuche zu simulieren, werden dabei aber oft völlig nichtssagend. Die Ergebnisse reichen dann von der Wiederholung des Absendernamens über „Dringend“ und „Nachricht“ bis hin zu irgendwelchen bedeutungslosen Löffeln Buchstabensuppe. Und oft werden auch ausgerechnet die Wörter weggelassen, falsch geschrieben oder durch dadaistisch anmutende Synonyme ersetzt, um die es eigentlich geht. Fortgeschrittene Spammer setzen dazu noch ein paar Emojis in den Betreff, die im Pesteingang um Aufmerksamkeit schreien sollen. 🚑💰🔔

Was bei diesen Spammern fortgeschritten ist? Der käsige Hirnzerfall natürlich. Sonst leider nichts. 🧠🧀

Die nächste Kleinigkeit bemerken die meisten Menschen gar nicht, weil sie sich nicht den Quelltext der Mail anschauen:

PayPal-Logo

Das PayPal-Logo stammt nicht von der Website von PayPal und es ist auch nicht ein Bestandteil der E-Mail, sondern…

Auszug aus dem Quelltext der Spam mit der hervorgehobenen Einbettung des Logos

…es wird aus der Wikipedia eingebettet.

Natürlich würde das richtige PayPal so etwas nicht tun, werden dadurch doch Informationen darüber, wann PayPal-Kunden ihre E-Mail von PayPal lesen, an einen Dritten offenbart. Und das ist nun einmal das genaue Gegenteil von Datenschutz.

Menschen mit sicher konfigurierter Mailsoftware, die niemals externe Grafiken aus dem Internet anzeigt (oder noch besser: niemals HTML-Mail in ihrer HTML-Formatierung darstellt, sondern sie auf den reinen Text reduziert), sehen hier nur einen Platzhalter für das Logo, als ob das Bild nicht vorhanden wäre.

Aber Menschen mit sicher konfigurierter Mailsoftware bekommen auch eine sehr lustige Darstellung des Textes präsentiert – Achtung! Gut festhalten:

SRehjr cgeGehirtLe KKukndaino, bseShr TgeGehqrtcer NKuVndle,

aAufCgrIunbd dgeäTndverateNr ENubtzVunbgsvbeTdifngYunigeBn qstLehVt reiOne PAkEtuQalAisJieXruang ZIhVrejr
gDaFteen Wank. vDimesxe KMaßnYahome CisMt hauDs DSiMchperMhelitysgerüngdeon WzwLinwgehnd HerJfoRrdZertliOchC.

SKleicbkedn oSive Ddamfür haujf edern Lunftern YstWehYenPdeRn dBuittqon eunGd GbeTfodlgVen ISiee tdiQe
PnoYtwgenRdiNgetn dScOhrHitZteT. WGeVbeXn zSiXe jdaebeKi BIhlre ZDaiteqn UvoellcstädndXig xunFd xkomrrVekft sanh.

NWetitzer izu APaoyPVal

MUit qfrueugndcliDchHen XGrüßeun,
IXhr GPaTyPnal eKucndlenjsezrvIicZe

🤣👍🏆🤣

Was ist hier passiert?

Es ist eigentlich ganz einfach. Der Spammer lebt nun mal davon, dass seine Spam möglichst oft ankommt und möglichst selten automatisch aussortiert wird. Und jeder Spamfilter wirft eine Mail mit typischen Phishing-Phrasen und angeblichen Links zu PayPal, die dann aber zu irgendwelchen URL-Kürzer wie hier url (punkt) cn gehen, automatisch in den Müll. 🗑️

Es ist also für die gewerbsmäßigen Betrüger etwas schwierig geworden, einen Phishing-Text zu schreiben, der überhaupt noch ankommt, aber dabei auch so plausibel klingt, dass er nicht selbst noch bei den naivsten Lesern zu unwiderstehlichen Ausbrüchen spontaner Heiterkeit führt. 🤡

Da hat sich der Spammer gesagt: Ich mache meinen Text einfach so kaputt, dass er nicht mehr lesbar ist. Ich mache eine HTML-formatierte Spam, streue aber lauter sinnlose Zeichen ein, die ich mit einem ansonsten völlig sinnlosen, aber in HTML-formatierter E-Mail sinnloserweise dennoch möglichen Trick unsichtbar mache. Der Empfänger mit unsicher konfigurierter Mailsoftware sieht diese sinnlosen Zeichen nicht, sehr wohl aber der Spamfilter, wenn er den Text parst. Und so stehen aus der Sicht des Spamfilters keinerlei typische Phishing-Phrasen in meiner Spam, aber für die Empfänger aus meiner Zielgruppe, die keine sicher konfigurierte Mailsoftware verwenden, weil ihnen Privatsphäre, Computersicherheit und der Schutz vor solchen Tricks völlig egal sind, sieht es dann so aus:

Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde,

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Ihr PayPal Kundenservice

Natürlich geht der Link nicht zu PayPal. Stattdessen wird der URL-Kürzungsdienst url (punkt) cn verwendet, der mir beim Versuch, auf seiner Website einen Ansprechpartner für die Abuse-Meldung zu finden, leider nur eine Fehlermeldung im bronzezeitlichen Schriftsystem der führenden Kultur des kommenden Zeitalters präsentiert hat. Trotz der Fehlermeldung auf der Startseite…

$ mime-header https://url.cn/5UbaPME
HTTP/1.1 302 Found
Server: nginx
Date: Tue, 21 Apr 2020 12:16:58 GMT
Content-Type: text/html
Content-Length: 0
Connection: keep-alive
Location: http://financeden.ru/?TofSpL9HKr

$ _

…funktioniert die Weiterleitung leider einwandfrei. Und wie man sieht, wird dabei auch gleich eine eindeutinge ID angehängt, die wohl für jeden Empfänger dieser Spam anders aussieht, so dass die Spammer wissen, unter welchen Mailadressen ihre Spam ankommt, gelesen wird und schließlich sogar beklickt wird. Der Dienstleister mit der Domain url (punkt) cn scheint also massenhafte Kürzungen von URLs über eine API anzubieten, die selbst dann noch funktionieren, wenn auf der Startseite nicht einmal mehr ein Impressum sichtbar wird. Man könnte auch statt des Wortes „Dienstleister“ das klarere Wort „Komplize“ benutzen.

Weil ich diese Spam nicht selbst auf einer meiner Mülladressen empfangen habe, sondern sie mir von meinem Leser A.H. zugesteckt wurde, sehe ich mal von einem Screenshot der Phishing-Seite ab – und habe eben natürlich auch die eindeutige ID ausgetauscht. Wenn man die Phishing-Site mit anderen IDs aufruft…

$ mime-header http://financeden.ru/?1234567890
HTTP/1.1 503 Service Unavailable
Server: nginx/1.14.0 (Ubuntu)
Date: Tue, 21 Apr 2020 12:26:57 GMT
Content-Type: text/html; charset=UTF-8
Connection: keep-alive

$ _

…gibt es nur eine weiße Seite und einen Fehler. Mit diesem Trick wollen die Spammer Analysen erschweren, damit ihre fürs Phishing benutzte Domain…

$ surbl financeden.ru
financeden.ru	okay
$ _

…nicht auf den Blacklists landet. Denn dann würden viele Nutzer moderner Browser eine deutliche Warnung vor dem Phishing sehen, wenn sie die Seite aufrufen, und das wäre ja schlecht fürs Geschäft dieser Verbrecher. Und das wollen diese Verbrecher eben nicht.

So, jetzt aber in den Müll damit! 😉