Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Schlagwortarchiv „Binäre Optionen“

Accessibility issue with Juli « 2013 « Unser täglich Spam

Donnerstag, 26. Oktober 2017

An: gammelfleisch@tamagothi.de

Recht so! Direkt an die explizit angegebene Kontaktadresse für unseriöse Angebote, die übrigens die einzige Mailadresse im Impressum ist, die völlig problemlos mit einem Harvester ausgelesen werden kann. So weiß ich bei jeder auf dieser Adresse ankommenden Mail sofort, um was es sich handelt: Sondermüll. Um so etwas zu sehen, muss ich extra ins Glibbersieb greifen.

Hi :-),

Das ist nicht ganz mein Name. Ich heiße „Hallo“ oder formell „Guten Tag“. :D

Sorry for the second email, I wasn’t sure if the first reached you. I know it can be annoying to get emails out of the blue, so I really appreciate your help! I wanted to email you because I saw that you linked to https://en.wikipedia.org/wiki/Binary_option on your website (http://spam.tamagothi.de/2013/07/).

Tja, was meinst du wohl, Spammer, wo deine angebliche erste Spam gelandet ist! Und, was ist jetzt dein Problem damit, dass ich Wikipedia verlinke? Gefällt dir vielleicht nicht, dass dort nicht irgendein Blendwerk über Binäre Optionen steht, sondern eine Menge Zeugs, das einen klar denkenden Menschen eher davon abhält, auf Reichwerdversprechen von irgendwelchen Reichwerdexperten reinzufallen? Zum Beispiel die Anmerkung, dass es sich um „exotische Derivate“ handelt, also um etwas, was sogar Banker als „exotisch“ bezeichnen. Oder um solche Aussagen wie diese hier: „Da der Markt für binäre Optionen eine Vielzahl von hoch risikobereiten Personen anzieht, die glauben, dort in kurzer Zeit hohe Gewinne realisieren zu können, bewegen sich hier überproportional viele im Graubereich operierende oder sogar betrügerische Händler“. Das ist für die Verhältnisse der sehr neutral und zurückhaltend formulierenden deutschsprachigen Wikipedia übrigens ein vernichtendes Urteil, aus dem jeder klar denkende Mensch „Finger weg“ liest.

Du möchtest wohl lieber, dass ich meinen Lesern mit vielen Belegen erzähle, dass es sich bei den Binären Optionen um so eine wundersame Hokus-Pokus-Maschine handelt, deren Nutzung dazu führt, dass Geld aus dem Nichts entsteht und den Menschen aus der Steckdose quillt, ganz so, wie es deine verbrecherischen Kumpels bei den Affiliate-Lumpen- und Spamkaufleuten dann nochmal in ihre Spams schreiben. Das mache ich aber nicht, denn ich verachte meine Leser nicht.

Aber mal schauen, was du dir für einen Grund ausgedacht hast:

Even though Wikipedia is a fantastic source of information, it is very inaccessible for people with sight-impairments like vision loss.

Wow! Einfach nur „wow“! Wikipedia soll also schwer zugänglich für Blinde sein. Das ist ein bemerkenswertes Urteil über eine Website, deren HTML vor allem semantisch ausgezeichnet ist, so dass Zugangshilfen die Inhalte gut präsentieren können.

Selbst diejenigen unter den blinden Menschen, die sich den Text nicht von einer unschönen Computerstimme vorlesen lassen, sondern eine Braille-Zeile zum Abtasten mit den Händen benutzen, werden sehr gut von Wikipedia bedient. Technisch wird bei einer solchen Darstellung ein Textbrowser verwendet, dessen Ausgabe zeilenweise in abtastbare Brailleschrift übertragen wird (und die Treiber dafür sind die reinsten Tamagotchis, ich habe so etwas schon mehrfach bei blinden Menschen installiert). Für diese blinden Leser ist es besonders wichtig, dass bei der Ausgabe des Textes möglichst wenig Navigations- und Meta-Links vor den eigentlichen Inhalten kommen, so dass sie unmittelbar an die eigentlichen und gewünschten Informationen gelangen. Nun, ich habe eben gerade die Wikipedia-Seite zu Binären Optionen in einem Textbrowser¹ aufgerufen, und das Ergebnis sieht so aus:

Screenshot meines Terminals, das w3m bei der Darstellung der Seite zum Wikipedia-Lemma 'Binäre Option' zeigt.

Die Wikipedia-Navigation und die Metaangaben zum Lemma befinden sich unter dem Text, wo sie beim Lesen zunächst nicht stören, sie sind verlinkt, so dass sie dennoch bei Bedarf schnell zugänglich sind und der wichtige Teil wird unmittelbar „sichtbar“. Wenn sich jeder so viel Mühe wie die Wikipedia gäbe, hätten es blinde Menschen im Internet sehr viel leichter.

Für jene, die sich dafür interessieren, aber noch nicht so neugierig geworden sind, dass sie sich auch einen Textbrowser installieren möchten, hier noch ein Screenshot. So sieht Unser täglich Spam in einem Textbrowser aus:

Screenshot meines Terminals, das w3m bei der Darstellung von 'Unser täglich Spam' zeigt.

Erstaunlich, dass ich bei solch strengen Maßstäben nicht auch als „für Sehbehinderte und Blinde schwer zugänglich“ klassifiziert wurde. ;)

On average, each Wikipedia page has over 200 accessibility errors!

Nach welchen Maßstäben wird hier festgesetzt, was ein Fehler sein soll? Gibt es dazu ein Dokument? Eine Untersuchung? Eine belastbare Studie mit blinden Menschen? Einen Link? Irgendwas? Nein, nur eine Behauptung in einer unpersönlich formulierten Mail, die an eine für Harvester einsammelbare Mailadresse für unseriöse Angebote versendet wurde.

Und jetzt kommt der Spammer zur Sache:

There is another site (http://www.financereference.com/learn/binary-option) which takes open-source Wikipedia articles and makes them web-accessible.

Er hat nämlich eine eigene Website, die Freie Inhalte aus der Wikipedia übernimmt und sie im Web zugreifbar macht – weil sie auf der Wikipedia-Website nicht im Web zugreifbar zu sein scheinen. Das ist eine grandiose Leistung, fürwahr, und vor allem ist es mit recht wenig Arbeitsaufwand verbunden, weil man einfach die Schreib- und Recherchearbeit anderer Leute nutzt. Und diese Wikipedia-Kopie, die mir in einer Spam nahegelegt wurde, soll ich jetzt…

They follow WCAG 2.0 and Section 508 standards so it works well with accessibility tools like screen readers. I was hoping you might be willing to include a link to the accessible version (http://www.financereference.com/learn/binary-option) on your page next to the Wikipedia link so that visitors to your site can get access to the accessible version.

…anstelle der originalen Wikipedia-Website verlinken. Weil mir jemand so eine schöne Spam ins Postfach gemacht hat. Und wenn diese lustige Wikipedia-Kopie dann mit Hilfe ganz vieler Leute, die auf diese Spammasche reingefallen sind, ordentlich Links aufgebaut hat, dann wird der Text gegen einen „originelleren“ Text ausgetauscht, der den Lesern erzählt, dass Binäre Optionen auf wundersame Weise das Geld aus der Steckdose quellen lassen, gleich mit Affiliate-Link auf einen unseriösen, überteuerten Binäre-Optionen-Broker aus der Spamhölle.

Da stellt sich mir nur noch eine einzige bohrende Frage. Wie sieht eigentlich ein blinder Mensch mit Braille-Zeile – für Blinde soll ich das ja machen, behauptet der Spammer frech in seiner Spam – die in der Spam angepriesene Webseite mit den von Wikipedia kopierten Text über Binäre Optionen? Gleich mal einen kleinen Test machen:

Screenshot der vom Spammer angepriesenen Webseite im Textbrowser w3m. In der ersten Zeile steht der Text: 'This Site Requires Javascript'. Der Rest der dargestellten Seite wird von Navigationlinks eingenommen, die in Form einer ungeordneten Liste ausgezeichnet sind. Vom Artikel ist nichts sichtbar. Ein blinder Mensch mit Braille-Zeile müsste sich durch drei Seiten inhaltlich irrelevanten Navigationskram durchnavigieren, bevor der Text überhaupt beginnt.

Keine weiteren Fragen. :mrgreen:

Thanks again and I hope you have a beautiful day!

~Ava

Ja, du kannst mich auch mal.

Ava Lawrence
Accessibility Intern
Phone: 1-919-415-xxxx
Website: accessiblecampaigns.org
Email: ava@accessiblecampaigns.org

Ich hoffe, dass zumindest jedem deutschsprachigen Leser klar geworden ist, was von derartigen Spams zu halten ist. Wer wirklich Websites auch für blinde Menschen gestalten möchte, sollte einfach öfter mal mit blinden Menschen zusammensitzen und vielleicht auch mal aufmerksam zuschauen, wie sie Computer und das Internet benutzen. Die beißen auch nicht. Die sind „nur“ blind.

Wer das für einen zu großen „Aufwand“ hält: Der Textbrowser-Test ist schon ein ganz guter erster Einblick. Wenn man dann auch noch gute semantische Auszeichnungen verwendet, etwa Navigationselemente in HTML5 als <nav> auszeichnet und ein wenig darauf achtet, in welcher Reihenfolge die Elemente einer Seite im HTML-Quelltext erscheinen, kann man kaum noch etwas falsch machen.

Ach ja, eines noch: „This Site Requires Javascript“ ist das genaue Gegenteil von „Diese Website ist für blinde und schwer körperbehinderte Menschen zugänglich“.

„The best and most beautiful things in the world cannot be seen or even touched – they must be felt with the heart.“ – Helen Keller

Bald klopft vor Schmerz und bald vor Lust, // das rote Ding in meiner Brust.“ – Wilhelm Busch ;)

¹Es handelt sich im Screenshot um w3m.

Ich habe dir einen Job besorgt

Sonntag, 27. August 2017

Oh, da ist mal wieder ein Webforum gecrackt worden, denn die angemailte Adresse habe ich nur dort verwendet. Gleich mal die anderen im Forum warnen… :(

Na, und bei solchen Adressquellen aus kriminellen Forencracks dürfte auch klar sein, mit was für einem Geschmeiß man es bei den Spammern zu tun hat.

Wir kennen uns jetzt schon seit einer Weile […]

Du hast keinen Namen, kannst mich weder mit einem Namen noch mit meinem im gecrackten Forum verwendeten Nick (der eine hebräisierte Form meines Vornamens ist) ansprechen, aber behauptest, dass wir uns schon eine Weile lang kennen und dass…

[…] und du solltest wissen, […]

…ich etwas über dich wissen sollte.

In der Tat, ich weiß etwas über dich: Du bist ein asozialer und krimineller Spammer, der mir den Posteingang mit seiner Spam zuspachtelt und wie jeder andere Kriminelle die Menschen überrumpeln will. Und deshalb ist der Inhalt deiner hirnverhungerten Mitteilung auch der übliche Kuhfladen:

[…] dass ich mich (und mein Bankkonto) kaputtgearbeitet habe um online Geld zu machen.

Du hast dein Bankkonto und dein Hirn kaputtgearbeitet, um Geld aus der Steckdose zu ziehen. Und dabei hast du…

Ich habe dir [sic!] letzten 3 Jahre damit verbracht ein Online-Imperium zu gründen.

…ein „Onlineimperium“ gegründet. Eines ohne Namen. Ohne Website. Von dem man noch niemals etwas gehört hat. So richtig voll imperial!!1! :mrgreen:

Hast du heute morgen etwa wieder vergessen, deine Tabletten zu nehmen?

VOLLSTÄNDIGE OFFENLEGUNG:
Die meisten sogenannten „Systeme“ und „Anleitungen“ funktionieren nicht.

<loriot>Ach!</loriot>

Aber DAS hier ist für 97% meiner €131.392,48 in meinem Bankkonto verantwortlich.

>>> Schau es dir hier an

Boah ey, voll das Imperium! Wieviel verdienst du denn im Monat damit? Moment… es waren drei Jahre, also 36 Monate, und dein Kontostand kommt zu drei Prozent aus anderen, von dir schamvoll verschwiegenen Quellen:

$ echo 'scale=2; 131392.48/36*0.97' | bc
3540.29
$ _

Na ja, immerhin sind es doch ein paar Tausender im Monat.

Der Link auf dein zur Abwechslung angeblich funktionierendes Reichwerdverfahren, den du in deiner Spam gelegt hast, geht übrigens in eine ebenfalls gecrackte russische Website. Dort hast du es geschafft, eines deiner Weiterleitungsskripte in das CMS hochzuladen. Du bist halt kriminell, und das merkt man sehr schnell.

$ lynx --mime_header http://kavkazinterpress.ru/images/flippingbook/ai-pis-22-2014/untitled1/images/
HTTP/1.1 200 OK
Date: Sun, 27 Aug 2017 08:40:26 GMT
Server: Apache/2.2.26 (FreeBSD) mod_ssl/2.2.26 OpenSSL/0.9.8y PHP/5.4.23
Last-Modified: Wed, 01 Mar 2017 08:41:31 GMT
ETag: "19cb655-6c-549a7477884c0"
Accept-Ranges: bytes
Content-Length: 108
Vary: Accept-Encoding,User-Agent
Connection: close
Content-Type: text/html

<meta http-equiv="REFRESH" content="0;http://www.click2earns.com/?clickid=770&aid=770&cid=freedomcircleDE">

Wie man am Last-Modified-Header sieht, liegt deine kriminelle Drecksdatei dort schon etwas länger herum, und entweder kümmert sich niemand mehr um diese Website, oder der einzige FTP-Spezialist des Unternehmens, der wenigstens mal eben schnell die Datei löschen könnte, hat sich einen halbjährigen Urlaub genommen. Von daher lohnt es sich leider eher weniger, den Betreiber der Website mit einem Hinweis auf den kriminellen Missbrauch seines Servers anzumailen – aber vielleicht ist ja diesmal die russische Polizei interessiert… ;)

Immerhin: So langsam wird klar, wie du wirklich dein Geld verdienst. Mit einem Werbeprogramm bei click2earns (punkt) com. Diesen Pfennigkram aus vorsätzlicher Irreführung von Spamempfängern hättest du gar nicht nötig, wenn du dir wie von dir selbst behauptet jeden verdammten Monat 3.500 Øre aus der Steckdose ziehen würdest. Vermutlich kommt Affiliate-Geld, wenn jemand zum zahlenden Kunden geworden ist, gleich hinterher. Ich habe mir mal den Spaß gegönnt, deine clickid und deine aid auf 0 zu setzen (nicht, dass du am Ende gar nicht mehr weißt, wo du mit deinem ganzen, mit asozialer und illegaler Spam verdienten Geld hinsollst) und mir mal anzuschauen, was es dort „Schönes“ gibt – in der Hoffnung, wenigstens mal wieder eine neue Reichwerdexperten-Website zu sehen. Aber statt einer neuen Lügenseite sah ich eine beinahe vollständig unveränderte alte Lügenseite namens „Freedom Circle“, die ich erstmals am 7. Februar dieses Jahres gesehen habe. Seither wurden nicht einmal…

Detail aus der betrügerischen Website. Es ist folgende Piktogramme abgebildet: Ein Schild, auf dem ein Dollarzeichen prangt, ein Siegel, ein geöffnetes Schloss und ein Regenschirm. Unter jedem dieser Bildchen steht 'SECURUTY [sic!] SCANNED

…die peinlichsten und lächerlichsten Fehler korrigiert, damit auch wirklich jeder angesichts der „Securuty“ im Zeichen des aufgeschlossenen Schlosses und aufgespannten Regenschirmes bemerken kann, mit was für einer großartigen „Sorgfalt“ diese Website zu einer Reichwerdmethode erstellt wurde und immer noch betrieben wird. Von daher ist es auch unnötig, eigens einen neuen Screenshot zu machen; der alte Screenshot ist ja völlig ausreichend. :D

Natürlich funktioniert das Verfahren mit dem quasiautomatischen Reichwerden durch Handel mit Binären Optionen nicht. Die Spammer leben deshalb auch nicht von ihren angepriesenen Reichwerdmethoden, sondern lassen sich lieber Affiliate-Geld von windigen Binäre-Optionen-Brokern dafür auszahlen, dass sie ihnen neue Kunden werben.

Déjà vu

Es ist schon interessant, dass die ganzen Binäre-Optionen-Gaukler sich seit vielen Monaten keine Mühe mehr damit machen, ihren Schwindel immer wieder aufs Neue zu präsentieren, während sie früher ihre betrügerische Einfalt in beachtlicher designerischer Vielfalt präsentiert haben. Ich habe so etwas schon mehrfach erlebt, erst in der (ebenfalls Affiliate-Gelder kassierenden) Online-Casino-Spam und dann in der (wisst schon, Affiliate-Gelder kassierenden) Spam für zwielichtige Dating-Anbieter.

Offenbar hat sich die Binäre-Optionen-Spam endlich totgelaufen. Sie wird weiterhin betrieben, aber sie scheint den Spammern nicht mehr so viel Geld einzubringen, als dass es sich lohnen würde, größeren Aufwand hineinzustecken. Aus den früheren Spamfluten ist ein kleines Rinnsal geworden. Vermutlich ist inzwischen jeder, der nach „Genuss“ einer Spam und einer Website daran glaubte, dass man ohne Mühe und Befähigung mit automatischen Verfahren ganz viel Geld machen könne, zum gebrannten Kind geworden, hat sein Lehrgeld an die Organisierte Kriminalität bezahlt und fällt auf diese Masche nicht mehr herein. Zudem liegt nach vielen Jahren dieses kriminellen, über Spam betriebenen Geschäftes endlich ein Verbot des zurzeit allzufreien Börsen-Glücksspieles mit Binären Optionen in der Luft [der Link geht auf einen englischsprachigen Text]:

„Wir erwägen zurzeit ein Verbot binärer Optionen, aber wir beraten immer noch darüber“ […] „Das Problem liegt in Interessenkonflikten und intransparenter Preisgestaltung. Es wäre angemessener, binäre Optionen einzig für professionelle Händler zu empfehlen.“

Stattdessen sieht man zurzeit vereinzelt lustige Versuchsballons der mutmaßlich gleichen Banden: Halbautomatisches Reichwerden mit der hoch spekulativen Kryptowährung Bitcoin¹ zum Beispiel.

Bitte nicht darauf reinfallen!

¹Bitcoin ist wegen seiner technischen Entwurfsschwächen nicht als Zahlungsmittel für den Alltag geeignet (was allerdings so nicht für jede Kryptowährung gilt). Der Verbrauch von Ressourcen bei Transaktionen steht jenseits jeglicher verantwortbaren Verhältnismäßigkeit. Was vom gegenwärtigen Bitcoin-Kurs übrig bleibt, wenn das Zeitalter der Erpressungstrojaner zum Ende kommt und wenn die gegenwärtige Spekulationsblase um den Bitcoin platzt, kann ich allerdings nicht vorhersagen. Niemand kann es vorhersagen. Wer Geld sicher anlegen will, darf es eben nicht spekulativ anlegen; und wer es spekulativ anlegt, darf sich nicht wundern, wenn es weg ist. Eines allerdings ist und bleibt sicher: Mit einer illegalen und asozialen Spam kommt niemals ein Angebot, von dem der Empfänger der Spam profitieren wird.

✔ RE: Deine €13.382,48 Einzahlung

Mittwoch, 23. August 2017

Aha, jemand der Unicode in der Betreffzeile codiert bekommt und sich deshalb auch gleich mit extrawichtigen Wichtigtuer-Sonderzeichen wichtigtut.

▶ Das ist voll beeindruckend‼ ◀ – Aber nur, wenn man es noch nie vorher gesehen hat. 🁏 🂡 🆏 :mrgreen:

Hallo gammelfleisch@tamagothi.de, Ich heiße Alexander

Schön für dich. Ich heiße aber nicht Gammelfleisch. :D

Wir wollten dich informieren, […]

Wie, „Alexander“, du bist mehrere? Hast du eine gespaltene Persönlichkeit? Oder redest du mit gespaltener Zunge? :D

[…] dass deine €13.382,48 […]

Wie, ich habe Geld, von dem ich überhaupt nichts weiß? Obwohl ich gar nicht CDU heiße und niemandem mein Ehrenwort gegeben habe?

[…] heute Morgen in dein Bankkonto eingezahlt wurden.

Oh, das ist ja toll! Da kann ich mir endlich mal einen zeitgemäßeren Computer zulegen, eine äußerst ungesunde Currywurst essen und ein paar überfällige Wartungsarbeiten an meinem Fahrrad durchführen.

Aber nicht zu früh freuen, denn das Geld erscheint nicht auf einem Kontoauszug, sondern in einem…

Guck dir dieses kurze Video an um herauszufinden wie du an dein Geld kommst.

…Video. Diese Banken denken sich aber auch immer wieder etwas neues aus! :shock:

Dein Geld kann jederzeit ohne Verzögerung abgehoben werden.

Aber nur…

Hier findest du heraus wie es funktioniert

http://tracking.binarypromos.com/SH1Ym

…wenn man in eine Spam geklickt hat, um zu wissen, wie das Geldabheben funktioniert. Es scheint nicht so einfach wie das Einführen einer Kundenkarte in einen Geldautomaten, sondern eher so kompliziert wie eine dieser Betrugsmaschen aus der Spam zu sein.

Mal schauen, wo die Reise hinführt:

$ lynx --mime_header http://tracking.binarypromos.com/SH1Ym | grep ^Location:
Location: http://diegeldmaschine.co/?clickID=&aff=&c=DE&tid=102b57dbef5907882275f3582f30a1&aff_id=8996&aff_sub3=&aff_sub4=&source=&aff_sub2=

Aha, sie führt zu einer „Geldmaschine“ im Internet. Mit angehängter Affiliate-ID, damit auch gleich klar, für wen das eine „Geldmaschine“ wird: Für den Spammer, der Leute mit seinen Spams überrumpelt und dafür jeweils ein paar Euro Überrumpelungsprämie bekommt. Wer dieses Geld bezahlt? Die Leute, die überrumpelt wurden, bezahlen dieses Geld und noch viel, viel mehr.

Und, was gibt es unter der angegebenen URL?

Dort gibt es die seit dem 21. August letzten Jahres einschließlich ihrer zahlreichen Rechtschreibfehler völlig unveränderte Website „DIE BINÄRE GELDMASCHINE“ eines Binäre-Optionen-Beschisses. Die dort scheinbar eingebetteten Facebook- und Twitter-Erwähnungen waren letztes Jahr ebenfalls schon „nur ein paar Minuten“ alt, und sie sind seitdem unverändert.

Der Betreiber dieser Website wird allerdings nicht mit seiner eigenen Methode reich, sonst brauchte er ja auch keine Reklame durch asoziale und illegale Spam. Vielmehr verhökert er die Leute, die auf ihn reinfallen, an einen windigen Broker und kassiert dafür Affiliate-Geld. Und der windige Broker holt es sich auf vielerlei Weise wieder herein: Über Gebühren auf die Nutzung, auf jede Einzahlung, auf jeden Handel, auf jede Auszahlung, auf jede Mausbewegung oder was immer ihm noch an abzockerischen, dreisten Gründen für eine Gebührenerhebung einfällt. Und natürlich klappt das quasi-automatische Geldverdienen durch den Handel mit windigen Wettzetteln der Marke „Binäre Option“ auch nicht.

Freundliche Grüße
Alexander

Du mich auch!

Re: Um ehrlich zu sein…

Montag, 21. August 2017

Oh, eine Spam an eine Honigtopfadresse, die ehrlich sein will? Das ist ja mal etwas ganz neues, und es klingt märchenhaft… :D

Hui, eine HTML-formatierte Spam mit Bildern, die von irgendwo aus dem Internet nachgeladen werden! Zu schade, dass ich so etwas meiner Mailsoftware nicht erlaube, um das Tracking durch Kriminelle, Werber und andere Feinde zu erschweren. Aber für dieses gründlich misslungene Exemplar der Gattung „Spam eines Reichwerdexperten“ mache ich mir gern die kleine Mühe, die Bilder ins Zitat zu setzen, denn sie sind wieder einmal ganz große Kunst. (Der jeweils eingebastelte Schriftzug „Spam“ ist natürlich von mir.)

HB SWISS
Seriös aussehen wollendes Foto eines Menschen
Ich versuche schon lange dich zu kontaktieren.
Ich habe ich viel durchgemacht um dir Zugriff auf dieses Trading System zu verschaffen.

>>> https://zap.btdx99.com/SHIk <<<

Aber ich habe immer noch nicht von dir zurückgehört.
Willst du nicht Tausende von Euros pro Tag von zuhause aus verdienen?
Falls nicht, dann sag mir bitte Bescheid damit ich deinen Zugriff
an die nächste Person in der Warteschlange weitergeben kann.
SWISS MADE
PREMIUM SERVICE GUARANTEED -- LIMITED EDITION -- TOP QUALITY * 100% CONFIDENT

Freundliche Grüße
HBSWISS, Team

Hallo, du Vollhonk, der du hilflos im Internet mit Geldbündeln rumwedelst,

ich habe schon lange mitgekriegt, wie du versuchst, mich vollzuspammen. Ich habe schon viel durchgemacht, um deine mit faszinierend wenig Hirn verfassten Spams mit Links auf deine regelmäßig im Internet umziehende Bullshit-Website mit Reichwerd-Quantenquark hier auf Unser täglich Spam zu behandeln, die du übrigens immer noch nicht verändert hast.

Und du hast immer noch nicht damit aufgehört. Obwohl du in deiner ersten Spam versprochen hast, dass ich das Ergebnis deiner vollständigen Denkverneinung nur genau EIN MAL sehen würde.

Ist es nicht seltsam, dass offenbar niemand Interesse an deinen tausenden von Øre zu haben scheint, die garantiert und täglich aus der Steckdose geflattert kommen, so dass du seit geschlagenen fünf Monaten aufdringlich wie eine Schmeißfliege jede Mailadresse zuspammen musst, die nicht bei drei auf den Bäumen ist? Und ist es nicht viel seltsamer, dass du nicht einfach dein eigenes und voll exklusives Binäre-Optionen-Reichwerdverfahren selbst anwendest, um damit reich zu werden? Dann brauchtest du doch gar nicht mehr wie ein schmieriger Verbrecher und Betrüger zu spammen, um neue Kunden für windige Broker anzuwerben und dafür Affiliate-Geld zu erhalten, sondern könntest jeden Tag tausende von Øre in die Bordelle deiner (gewiss nicht in der Schweiz liegenden) Stadt tragen, um dort einer deinem Können und Intellekt angemessenen Betätigung nachzugehen.

Liegt das etwa daran, dass deine tolle Methode mit ihrem tollen Funktionsprinzip…

Das Handelssystem der Privatbankiers, dass die Quantentechnologie nutzt! Werden Sie Mitglied des exklusiven Clubs.

…gar nicht funktioniert? :mrgreen:

Falls nicht – wie man es nach nur zwei Sekunden Nachdenkens annehmen muss – schreib das doch einfach mal in deine Spams rein, damit nicht immer wieder ein paar naive Menschen auf deinen Beschiss reinfallen!

Freundliche Grüße
Der Nachtwächter, Spamgenießer

Re: Annette und Michael

Montag, 7. August 2017

Hallo gammelfleisch@tamagothi.de¹!, von Annette und Michael

Foto zweier alter Menschen

Ich wollte mal kurz etwas über ein paar Mythen klarstellen die dich wahrscheinlich ärmer und ärmer machen…

>>> http://clck.adcnvr.com/aff_c?offer_id=184&aff_id=1736 <<<²

Ich habe nicht viel Zeit, starten wir also sofort los…

1. Du braucht KEIN Grundwissen um Tausende an
Euro mit so einem System zu machen.

2. Du musst kein Computer-Genie sein um zu verstehen
wie dieses unglaubliche Geldmachsystem funktioniert.

3. Du musst nicht Tausende von Euro für eine robuste
Trading-Software bezahlen die auch tatsächlich FUNKTIONIERT.

Um genau zu sein, kann ich dir gerne zeigen wie du umsonst an eine kommst…

>>> http://clck.adcnvr.com/aff_c?offer_id=184&aff_id=1736 <<<²

Die Achtung,
Annette und Michael

Anette Briegel in einer Unterschrift, die mit einem Handschriftfont simuliert wurde
Michael Briegel in einer Unterschrift, die mit einem Handschriftfont simuliert wurde

So so, „die Achtung“. Die kommt besonders achtungsvoll, diese Achtung, wenn man für die Unterschrift einen Handschriftfont benutzt. :mrgreen:

Das ist schon bitter für diese Reichwerdexperten, dass sich niemand für das ganze Geld aus der Steckdose zu interessieren scheint, das sie jeden Tag mit illegaler, asozialer und vorsätzlich intelligenzbeleidigender Spam anbieten. War die Präsentation bislang halbwegs „hipp“ und orientierte sich an der typischen Verblödung der „Generation Jamba“, die während der Wartezeit im Jobcenter ihre Hartzgroschen beim Börsenhandel mit extrem windigen Wettzetteln verzocken sollte, so scheint diese traurige Mixtur aus BRD-Bildungsnotstand und BRD-Billiglohn inzwischen vollumfänglich von den Spammern zu gebrannten Kindern gemacht worden zu sein, die fortan ein halbes Jahr lang das Feuer scheuen (bis wieder ein anderer Betrüger in anderer Verpackung das Märchen vom Schlaraffenland erzählt, in dem das Geld aus der Steckdose fließt – vielleicht mal wieder aus den Online-Casinos).

Warum das so bitter für die Spammer ist? Weil die Spammer natürlich nicht mit ihrer eigenen Reichwerdmethode reich werden, sondern lieber Affiliate-Geld von halbseidenen Brokern dafür kassieren, dass sie ihnen neue Kunden zuschieben. Das können durchaus zweistellige Euro-Beträge pro geworbenem Kunden sein – und wer über teils völlig absurde Gebühren (für den Kauf, den Verkauf, die Nutzungsdauer, die Auszahlung, die Einzahlung und dergleichen mehr) dieses Geld (und noch ein paar hundert Euro mehr) bezahlen wird, sollte klar sein: Es sind die meist naiven Menschen, die auf die Lügen der Spammer hereingefallen sind. Aus dem mühelos aus der Steckdose fließenden Geld wird nichts, stattdessen geht eingezahltes Geld verloren.

Deshalb brauchen die Reichwerd-Spammer mit ihren Binären Optionen immer wieder Nachschub an naiven, unerfahrenen und uninformierten Menschen, in denen sie die Geldgier wecken können, um sie abzuzocken.

Inzwischen scheinen die Reichwerd-Spammer zu versuchen, BRD-Armutsrentner zu ködern, wie man an dieser Spam sieht. Natürlich ist diese Spam noch unbeholfen, ein erster Versuch, und hoffentlich ein letzter, weil Menschen mit etwas Lebenserfahrung wohl kaum daran glauben werden, dass Geld mit ein paar Klicks und hokus pokus Börsenmagie aus dem Nichts entsteht. Eine eigene Seite für diese Masche haben die Verbrecher noch nicht gebaut, es scheint sich also wirklich nur um einen Versuch zu handeln. Die Links gehen nach der üblichen Kaskade von Umleitungen in die Domain hbswiss (punkt) com, wo es unverändert allerfeinsten Quantenquark zum Genießen gibt:

Das Handelssystem der Privatbankiers, dass die Quantentechnologie nutzt! Werden Sie Mitglied des exklusiven Clubs.

Wer sich dafür interessiert: Die gesamte Betrugsseite ist seit Monaten unverändert und sieht immer noch wie meine Archivversion vom 28. März dieses Jahres aus. Allerdings wurde inzwischen ein anderes Video eingebettet. Natürlich sind dem Spezialexperten – der ja immerhin vorgibt, eine Software gemacht zu haben, die mit Quantentechnologie an der Börse automatisch Gewinn erwirtschaften kann – die tieferen Geheimnisse von HTML5 viel zu geheimnisvoll geblieben, um sie schnell irgendwo nachzuschlagen und anzuwenden, und deshalb hat er auch sein neues Video bei YouTube hochgeladen und über den YouTube-Einbettungscode in seine Betrugsseite eingeklebt. Denn wenn er sich Mühe geben wollte, dann könnte der Spammer ja auch gleich arbeiten gehen und müsste nicht mehr spammen…

¹Mailadresse im Zitat geändert. Die Spam ging an eine andere Adresse, die ich hier für Menschen unsichtbar ausgelegt habe.

²Die Spam ist HTML-formatiert, und der Link geht im Wirklichkeit in die Domain teleera (punkt) com. Wer solche Tricksereien und Irreführungen nötig hat, ist mit Sicherheit kein guter Ratgeber in irgendeiner Frage.

Ihr Konto wartet, bitte bestätigen Sie es

Sonntag, 23. Juli 2017

Abt.: Geschichten vom wartenden Konto.

Hallo,

Das wartende Konto kennt nicht meinen Namen und…

Ich will Sie wirklich nicht belästigen, […]

…will mich auch nicht belästigen, außer vielleicht durch eine illegale und asoziale Spam. Es ist zudem…

[…] aber dieses kleine Geheimnis muss ich einfach mit Ihnen teilen.

…ein Geheimnis, aber so ein geheimes Geheimnis, dass man es durch Spam geheimhalten muss. Sein Freund heißt…

Mein lieber Freund Jeff Robbins […]

Jeff Robbins, und der macht auch…

[…] bat mich, dieses Video mit Ihnen zu teilen.

…Videos. Jeff Robbins, der Freund des wartenden Kontos, ist ein großer Illusionist. Er beherrscht zwar nur einen einzigen Effekt, hat also ein noch kleineres Repertoire als Uri Geller (der ja auch im Fernsehen krumme Dinger gemacht hat und vorgab, Leuten helfen zu können, bei denen etwas nicht mehr richtig tickte), aber dieser Effekt wirkt gerade auf naive Menschen manchmal sehr überzeugend. Es ist der bekannte…

Jeder, der dieses Video gesehen hat und den Anweisungen gefolgt ist, fing an, täglich ca. 2.200 zu verdienen.

…hokus, pokus, Geld-aus-der-Steckdose-Trick.

Nicht schlecht, oder?

Nicht schlecht, oder? Aber das wartende Konto weiß genau, dass sich ohne Spam niemand für die müde Nummer interessieren würde. Deshalb gibt es einen zauberhaften Link auf die geheimen Geheimnisse des Reichwerdens, die in einer öffentlichen und für jeden Menschen auf der Welt sichtbaren Website erklärt werden:

>> Sehen Sie sich sein Video jetzt an << und sichern Sie sich Ihren Platz, bevor Ihnen andere zuvorkommen.

Man muss natürlich ganz schnell machen. Die dümmliche Website mit eingebettetem Video für Naive, die es nicht so mit dem Lesen haben, habe ich zum ersten Mal vor 82 Tagen gesehen, und sie ist seitdem unverändert. Nicht einmal die teilweise peinlichen Schreibfehler wurden korrigiert¹. Da wird sie jetzt sicherlich weglaufen, und die Banknoten aus der Steckdose hoppeln auf kleinen Beinchen hinterher… :mrgreen:

Überflüssig zu erwähnen, dass es sich nicht um einen direkten Link, sondern um eine über einen Dienstleister aus Panama anonym registrierte Wegwerfdomain handelt, die auf eine weitere über einen Dienstleister aus Panama anonym registrierte Domain weiterleitet, wo es dann die Website mit dem Schwindel zu sehen gibt.

Ja, das ist das einzige Problem … die Plätze sind begrenzt.

Man soll glauben, dass es ein Problem gibt, weil der spammige Marktschreiber „Nur so lange der Vorrat reicht“ schreibt. Neben ihm steht ein Karton. Hinter dem Karton steht ein Container voller Kartons. Hinter dem Container steht eine Lagerhalle voller Container. „Greifen sie zu, bevor es ihnen jemand wegschnappt“. Man muss schon ein bisschen naiv sein, um darauf reinzufallen und sich…

Aber machen Sie sich deswegen keine Sorgen. Sie können nämlich einfach auf >> diesen Link << klicken und so Ihren Platz bei Pattern Trader sichern.

…sorgenfrei daran zu machen, in eine Spam von Kriminellen zu klicken. Wer immer das tut, dem kann auch ich nur noch…

Viel Glück!

…viel Glück wünschen. Manchmal fängt das Gehirn ja doch rechtzeitig an, wieder zu arbeiten, und man kann sein Geld behalten, statt es einem windigen Binäre-Optionen-Broker zu geben, der dann Affiliate-Geld an den Spammer auszahlt.

Mit Geld kann man nämlich eine Menge hübscherer Dinge machen als kriminelle Spammer zu finanzieren. ;)

Swen Bachmeier
Nxxxxxxxstrasse 83
2xxxx Rxxxxxe

Ganz besonders naive Menschen haben irgendwann einmal einem Spammer ihre Anschrift gegeben und stellen dann fest, dass ihre Anschrift in einigen hunderttausend Spams als angeblicher „Absender“ verwendet wird.

This message was intended for ‚gammelfleisch@tamagothi.de‘

Besonders erwähnenswert ist es hier auch wieder einmal, dass die Nachricht bei der Mailadresse ankommen sollte, die als Empfänger im Mailheader eingetragen wurde. Das ist keine Selbstverständlichkeit, wie wir alle aus unserer Alltagserfahrung wissen. Wer hat nicht schon einmal beabsichtigt, das Bundespräsidalamt anzumailen, aber dann versehentlich die Mailadresse seines Proktologen als Empfänger eingetragen? Deshalb ist es immer ganz besonders „wichtig“ und sieht vor allem für völlig unerfahrene Menschen ganz besonders wichtig aus, wenn man noch einmal in die Spam reinschreibt, wer diese Spam überhaupt empfangen soll.

You can always unsubscribe here. | To contact us please reply to this email.

Wer klickt, sagt den Spammern, dass die Spam angekommen ist und hat damit ein paar Handvoll weiterer Spams für jeden verdammten Tag bestellt. Und wer auf die Spam antwortet – ausnahmsweise ist der Absender mal nicht gefälscht – tut das gleiche.

© 2017 PatternTrader

Ich wünsche dem Spammer viel Erfolg dabei, sein in der Spam proklamiertes Urheberrecht auf seine Spam durchzusetzen. Hey, Spammer, ich habe zu dokumentarischen Zwecken ein Vollzitat deiner wertvollen „geistigen Eigentümlichkeit“ gebracht. Verklag mich doch mal dafür! Ich freue mich schon darauf, deine Anschrift zu haben, und nicht nur ich freue mich darauf… die Kriminalpolizei freut sich dann auch.

Das „Copyright“ (etwas, was es im Rechtssystem der BRD gar nicht gibt) auf eine (massenhaft versendete) E-Mail wird zwar nicht nur von Spammern, aber ganz sicher nur von Vollidioten (mit Reklame- und Geschäftshintergrund) proklamiert. Die Verwendung des Zeichens „©“ oder der HTML-Entität „&copy;“ in einer E-Mail ist ein gutes Kriterium, um diese Mail direkt in den Glibberordner zu befördern. Menschen, deren Kommunikation interessant und lesenswert ist, verwenden dieses Zeichen im Regelfall nicht.

¹Nein, ich habe nicht vor, die Schreibfehler zu benennen und damit zum hilfreichen Lektorat der Spammer zu werden. Ich habe mehr als einmal erlebt, dass Fehler korrigiert wurden, nachdem ich darüber spottete. Hier lesen tatsächlich Spammer mit.

Klasse, das funktioniert – ob Sie mitmachen oder nicht. Es ist Ihre Entscheidung

Mittwoch, 28. Juni 2017

Was meinst du, Spammer? Meinst du die Fernbedienung für deine Glotze? Ja, die funktioniert, ob man da auf die Knöpfchen drückt oder nicht…

Sie haben Probleme beim Lesen dieser E-Mail? Schau es dir in deinem Browser an.

HTML würde auch funktionieren. Bei dir funktioniert es allerdings nicht, und deshalb musst du noch vor jedem Text sagen: „Wenn mein HTML so grottig ist, dass meine Spam unlesbar zerschossen aussieht, dann klick doch mal auf meinen klicki klicki Link und schau dir an, ob das HTML in meiner Website besser ist“. Das ist natürlich ein ziemlich doofer Anfang für eine E-Mail, der gleich klar macht, dass man es mit der „Mitteilung“ eines Hirnstummels zu tun hat. Aber da du dich mit deinem Affiliate-Beschiss eh nur an doofe und naive Menschen richtest, stört dich das nicht weiter.

Hallo,

Wie hast du nur meinen Namen erraten?! :mrgreen:

Nur heut bieten wir unseren Nutzern ein Werbegeschenk an.

Oh, „nur heute“? Geht „genau EIN MAL“ nicht mehr durch die Spamfilter? :D

Und überhaupt: Ich bin „Nutzer“. In der Tat, ich nutze einiges, aber das hat nichts mit dir zu tun.

Es ist eine bewährte Methode, bei der Leute täglich ihren Gewinn erzielen.

Und ich Dummerchen dachte schon, ich bekäme ein Geschenk von dir. Und wenn es nur irgendein Tinnef wie ein Reklamekugelschreiber oder ein kurbelgetriebener Visitenkartenschredder für die Hosentasche gewesen wäre. Aber nein, es gibt kein Geschenk, sondern eine Methode zum Gewinnerzielen. Dass die im Gegensatz zum Reklamekugelschreiber nicht einmal am ersten Tag funktioniert, bemerkt man übrigens daran, dass sie nur mit Spam weggeht.

Holen Sie sich Ihren Gewinn hier

Natürlich ist das kein direkt gesetzter Link. Nach den spamüblichen Umwegen geht es in die bei Spamgenießern wohlvertraute Domain hbswiss (punkt) com, wo man schnell erfährt, dass es dort immer noch die Reichwerdmethode mit Quantenquark gibt:

Das Handelssystem der Privatbankiers, dass die Quantentechnologie nutzt! Werden Sie Mitglied des exklusiven Clubs.

Bitte holen Sie das meiste aus dem heutigen Werbegeschenk heraus.

Nein, Spammer, ich verbrenne kein Geld, weil du behauptest, dass du ein todsicheres Roulettesys… ähm… eine tolle Software zum automatischen Geldmachen durch Handel mit hochspekulativen Wettzetteln hast, nur, damit du dein Affiliate-Geld, das dir halbseidene Broker zustecken, im Puff verballern kannst.

Ich zitiere mal aus dem eben verlinkten Wikipedia-Lemma zu Binären Optionen: „Wegen der genannten hohen Risiken für Anleger und dem zunehmend grenzüberschreitenden Handel mit diesen Produkten warnt die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA – European Securities and Markets Authorities) nun auch generell und europaweit vor binären Optionen und ähnlichen Finanzprodukten. Die BaFin erwägt zurzeit ein Verbot von binären Optionen. In Belgien ist der Handel mit binären Optionen seit 2016 bereits untersagt“.

Aber wenn es einmal so weit kommt, dass das Glücksspiel mit den Binären Optionen verboten wird, Spammer, dann gehst du einfach wieder auf deine frühere Beschissnummer zurück, schreibst in deinen Reichwerd-Spams von Roulettesystemen und kassierst dein Affiliate-Geld von windigen Online-Abzockcasinos. Die, die dir geglaubt haben, sind immer ihr Geld los, und du hast eine schöne Zeit bei Koks und Nutten.

Wir sind nicht sicher, wie lange die kostenlose Probeversion zur Verfügung stehen wird.

In deiner ersten Drecksmails hast du noch reingeschrieben, dass ich das „nur genau EIN MAL sehen“ würde. Seitdem habe ich jeden Tag ein kleines Bündel deiner tollen Angebote im Spamfilter. Dein kostenloses Geld scheint wohl nicht so gut wegzugehen… :mrgreen:

Viel Vergnügen

Peter Köch

Wer es vergnüglich findet, beschissen zu werden, kommt bei Typen wie dir stets auf seine Kosten.

Falls Sie diesen Newsletter in Zukunft nicht mehr erhalten möchten, drücken Sie bitte auf diesen Link

„Drücken sie diesen Link“ ist das neue „Click here“, nachdem das alte „Click here“ durch keinen scharfen Spamfilter dieser Welt mehr hindurchkommt.

Hi!

Freitag, 16. Juni 2017

Oh, eine Qualitätsspam. :D

Hi,
Sie erhalten diese Nachricht, weil Richard, einer Ihrer Freunde auf YouTube, möchte, dass Sie sich dieses Video anschauen.

Erstens habe ich keine „Freunde auf YouTube“, und zweitens würde mich jeder Mensch, den ich mit dem Wort „Freund“ bezeichnete, ganz direkt anmailen. „Freunde“, die mir damit kommen, dass sie meine Mailadresse an irgendwelche Werbelügner oder betrügerische Halunken geben, um mir etwas ganz was tolles mitzuteilen, sind ehemalige Freunde.

Lassen Sie es mich kurz zusammenfassen, bevor Sie es sehen:

Aha, ich brauche mir das Video gar nicht anzuschauen. Das ist nett.

Es handelt von einem Typen namens Gilda Horne.

Und ich dachte schon, jetzt kommt Guildo Horn.

Dieser Typ hat einen Vlog, wo er sein Geheimnis der Arbeit von zuhause aus und des Verdienens von Tausenden pro Tag teilt.

Oh, ein ganz geheimes Geheimgeheimnis, das ins offene Internet gestellt wurde. Aber sowas von geheim! :D

Er ist verrückt genug, nicht nur über sein Leben als Millionär zu vloggen, sondern zeigt auch anderen, wie sie ebenfalls Geld verdienen können!

Ja, so etwas habe ich schon öfter gesehen. Es waren immer Betrüger und Affiliate-Lumpenkaufleute, die ihre Spielcasinos und Binäre-Optionen-Nummern anpriesen. Seibst haben die aber lieber vom Affiliate-Geld gelebt.

Das ist sein letzter Vlog. Es ist schockierend!

Wenn ich etwas schockierendes sehen will, dann schaue ich in meine automatisch aussortierten Spammails. Das ist schockierend. Nicht nur, weil es schockierend ist, dass es überhaupt noch Menschen zu geben scheint, die auf eine Spam reinfallen, statt sie einfach zu löschen. Es ist vor allem schockierend, wenn ich am Inhalt dieses ekelerregenden Glibbereimers sehen kann, dass es immer noch Menschen gibt, die auf jahre- und teilweise jahrzehntealte Betrugs- und Beschissmaschen reinzufallen scheinen, denn sonst würde ja kaum noch für derartige Nummern gespammt. Haben die alle kein Internet, dass sie mal eine Suchmaschine benutzen können? Und wenn sie kein Internet haben, wie empfangen sie dann ihre E-Mail?

Sie werden sehen, wie Sie in einer Woche 50.000 $ verdienen können.

Eine der ältesten Betrugsmaschen aus der Spam beginnt damit, dass man Menschen davon erzählt, dass irgendwo Geld in großen Mengen vom Himmel falle und dass jeder, ohne etwas können zu müssen, einfach sackweis die Banknoten einsammeln kann. Wer diese dürftige Erzählung glaubt und nicht einfach mal mit einem erwachsenen Menschen durchschnittlicher Lebenserfahrung spricht, um zur Vernunft zu kommen, wird auf einem der folgenden Wege um sein Geld gebracht:

  1. Es werden Vorleistungen eingefordert, bevor man an das herumliegende Geld (oft aus einer Erbschaft, einem herrenlosen Konto oder dergleichen) kommt. Die Vorleistungen werden anonym über Western Union und Konsorten bezahlt und sind weg. Das ist der alte Vorschussbetrug, den es schon vor dem Internetzeitalter gab, und der im Internet vor allem durch russische, ukrainische und nigerianische Banden betrieben wird (wenn ich nach meinem Spameingang gehe).
  2. Das Geld gewinnt man mit einem speziellen System oder einer speziellen Software in so genannten „Online-Casinos“. Das System oder die Software funktioniert nur in bestimmten „Casinos“. Der Spammer ist Affiliate dieser Casinos und kassiert für jeden vermittelten Kunden Geld; oft ein zweistelliger Dollarbetrag pro Kunde, so dass schon fünfzig Opfer am Tag zu einem sehr ordentlichen Einkommen führen. Das System oder die Software funktionieren nicht. Wer darauf reingefallen ist, verliert schließlich alle Einsätze. (Darüber hinaus sind in der Software halbseidener „Casinos“ zuweilen auch Trojaner enthalten, wobei natürlich unklar ist, ob diese von „billigen“ Auftragsprogrammierern als kleines Zubrot verbaut wurden, oder ob sie beabsichtigt sind.)
  3. Das Geld gewinnt man mit einem speziellen System oder einer speziellen Software durch Handel mit Binären Optionen. Der Spammer ist Affiliate eines Brokers und kassiert für jeden vermittelten Kunden Geld, oft ein zweistelliger Dollarbetrag. Auch der Rest entspricht vollständig der Beschreibung beim Casino. Ja, es ist genau das gleiche. Und es ist genau so „seriös“.

Meiner Meinung nach sollte das jeder Mensch wissen, der eine E-Mail-Adresse hat. Dieses Wissen schützt Menschen davor, von Trickbetrügern abgezogen zu werden und es verhilft Menschen dazu, ihr Geld auf erfreulichere Weise ausgeben zu können. Schade, dass es den Menschen nicht deutlich genug gesagt wird¹… :(

Bitte schauen Sie es sich an, versuchen Sie es und teilen Sie Richard mit, wie es war …

Der Link führt übrigens in ein gecracktes WordPress-Blog. Diese Leute betrügen nicht nur andere Menschen, sie cracken auch Websites, um „unverbrauchte“ Adressen verlinken zu können, die es leichter durch den Spamfilter schaffen. Dass sie dabei die Websites anderer Menschen und Unternehmungen auf diverse Blacklists bringen und praktisch aus dem Internet entfernen, ist ein Kollateralschaden, der diesen Halunken gleichgültig ist, so lange nur ihre eigene Kasse stimmt.

Aber trotzdem mal schauen, wohin die Reise geht:

$ lynx -mime_header http://www.cozyaccommodations.com/wp-content/themes/kuma/78400070f51.html
HTTP/1.1 200 OK
Date: Fri, 16 Jun 2017 11:21:07 GMT
Server: Apache/2.2.32 (Unix) mod_ssl/2.2.32 OpenSSL/1.0.1e-fips mod_bwlimited/1.4
Last-Modified: Sun, 07 Aug 2016 04:08:02 GMT
ETag: "5a3050-ae-53973721bcc80"
Accept-Ranges: bytes
Content-Length: 174
Connection: close
Content-Type: text/html

<head>
<meta name="description" content="ok file uploaded">
<meta http-equiv="refresh" content="1;URL=http://track.tracking247.ru/aff_c?offer_id=409&aff_id=6884"/>
</head>
$ _

Aha, es wird in die Domain tracking247 (punkt) ru weitergeleitet. Aber dort ist die Reise sicherlich nicht vorbei:

$ lynx -mime_header "http://track.tracking247.ru/aff_c?offer_id=409&aff_id=6884"

Looking up track.tracking247.ru
Unable to locate remote host track.tracking247.ru.
Alert!: Unable to connect to remote host.

lynx: Can't access startfile http://track.tracking247.ru/aff_c?offer_id=409&aff_id=6884
$ _

Oh, die Reise durch ein Labyrinth von Weiterleitungen ist doch schon vorbei. Ein Hosting-Provider hat wohl schon einfach den Stecker gezogen, um nicht noch an diesem spambetriebenen, asozialen Beschiss mitschuldig zu werden. Dafür von mir vielen Dank, denn es hat mir eine Mail erspart… ;)

Aber jetzt erfahre ich gar nicht mehr, wie ich fünfzigtausend Dollar pro Woche verdienen kann!!1! :mrgreen:

Mit freundlichen Grüßen

Du mich auch, Spammer!

¹Journalist! Du bist gemeint!