Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Kategoriearchiv „Informatives“

Antivirus-Schlangenöl: Der Freund des Spammers

Donnerstag, 24. Mai 2018

Hier mal ein kleines Zitat von @wernermue@twitter.com, der heute folgendes mit seinem Antivirus-Schlangenöl erlebte:

Tweet von @wernermue@twitter.com vom 23. Mai 2018, 21:52 Uhr: #DSGVO ausgehebelt 🧐 Email mit Bitte um Zustimmung kommt um 10:29 Email mit Dank bzgl der Zustimmung kommt um 10:30 Beide Emails nicht mal geöffnet Nachforschung ergibt: #Virenschutz SW öffnet alle #URL in #EmailMarketing Dadurch wird #Zustimmung ausgelöst @maxschrems @NOYBeu

Facepalm!Was heißt das?

Das im Hintergrund laufende Antivirus-Programm, das ja mit dem Versprechen zusätzlichen Schutzes an den leider meist allzu gläubigen Nutzer gebracht wird, liest jede einkommende E-Mail mit und untersucht auch die Links in dieser E-Mail, indem diese geöffnet werden.

Warum ist das eine ganz schlechte Idee?

Spam-E-Mail enthält nahezu immer spezielle Links, die im URI-Parameter eine ID enthalten, an der ein Empfänger eindeutig identifiziert werden kann. Wenn ein solcher Link geöffnet wird, erfährt der Spammer, dass…

  1. …die Spam unter der zugespammten Adresse ankommt, und
  2. …vom Empfänger sogar gelesen und beklickt wird.

In der Folge gilt die E-Mail-Adresse unter Spammern als „lukrativ“ und wird weiterhin und sogar vermehrt zugespammt. Zudem werden Datenbanken mit „lukrativen“ Mailadressen unter Spammern gehandelt.

Das bedeutet, dass so vorgehende Antivirus-Schlangenöle der Grund dafür sind, dass ihre Nutzer immer mehr illegale und asoziale Spam erhalten, auch solche mit gefährlicher Schadsoftware. Gleichzeitig bietet das Antivirus-Programm, das mit dieser dummen Vorgehensweise die Schadsoftware herbeiruft, nur einen völlig ungenügenden Schutz gegen die kriminelle Übernahme eines Computers. Das eigentlich vom Antivirus-Programm adressierte Problem wird also durch den Einsatz des Antivirus-Programmes größer.

Dass auf diesem Wege außerdem „automatisch“ Zustimmungen durch Abklicken eines Links gegeben werden, die im Zweifelsfalle Verträge begründen, von denen der Nutzer des Antivirus-Programmes noch nicht einmal Kenntnis genommen hat, macht diese Vorgehensweise einiger Antivirus-Schlangenöle besonders dumm und gefährlich. Tatsächlich muss angesichts unerwünschter Rechtsfolgen durch ein solches Vorgehen die Frage gestellt werden, ob dergestalt vorgehende Antivirus-Software nicht zu gefährlich für den Einsatz auf einem Computer ist.

Wer glaubt, ein Antivirus-Schlangenöl zu benötigen und deshalb eines einsetzt, sollte wenigstens in den Einstellungen derartige Automatismen abstellen, um sich besser vor der Internetkriminalität zu schützen.

Via @qbi@mastodon.social.

Facepalm-Foto: Urheber daveoratox, Lizenz CC BY 2.0.

BGH-Urteil, AZ I ZR 154/16

Donnerstag, 19. April 2018

Adblocker sind in der Bundesrepublik Deutschland zulässig. [Archivversion der Tagesschau-Meldung¹]

Sehr gut. Denn Adblocker sind und bleiben eine unentbehrliche Software zum Schutz der Privatsphäre und der Computersicherheit. Der Kommentar, den ich dazu schreiben müsste, ist zum Glück schon lange geschrieben, so dass ein kleiner Link ausreichen möge.

Den Vertretern der Presseverleger gefällt dieses Grundsatzurteil gar nicht, und es werden die ganz lauten „Argumente“ herausgeholt, um jetzt mit einer Verfassungsbeschwerde nachzulegen:

Dazu gehöre auch Werbung. Werbeblocker, meint Rechtsanwalt Lehment, würden gegen die Pressefreiheit verstoßen: „Nicht nur die redaktionellen Inhalte, sondern auch die Werbeinhalte sind ausdrücklich vom Grundrechtsschutz umfasst: einmal als unentbehrliche Finanzierungsgrundlage, und zum anderen, weil sie selbst auch Nachrichten sind, wie das Bundesverfassungsgericht festgestellt hat.“

Ein paar Worte für Presseverleger und den Axel-Springer-Verlag

Nun, meine werten Herren vom Axel-Springer-Verlag, die sie ihre eigenen Leser offenbar als Feinde betrachten und behandeln: Es gibt im Geltungsbereich des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland zwar eine Pressefreiheit als ihr Grundrecht, aber es gibt zum Glück für den nicht verlegerisch tätigen Rest der Bevölkerung noch kein „Grundrecht“ des Presseverlegers, dass alles in der Presse Veröffentlichte auch wahrgenommen und gelesen werden müsste. Ansonsten kämen die Menschen in der Bundesrepublik Deutschland aus der gesetzlich erzwungenen Dauerlektüre auch gar nicht mehr heraus. Angesichts der Tatsache, dass es sich bei der aus Drittquellen in ihre Websites eingebetteten Werbung nicht um passive Texte, sondern um aktiv im Webbrowser ausgeführten Programmcode handelt, der Schadsoftware nicht nur transportieren kann, sondern in der Vergangenheit immer wieder transportiert hat und der mit ausgefeilten, ja, hinterhältigen bis grenzkriminellen Trackingtechniken heimlich in die Privatsphäre von Lesern eindringt, gehe ich davon aus, dass das Bundesverfassungsgericht ihre lächerliche Verfassungsbeschwerde zurückweisen wird.

Vielleicht sollten sie, meine werten Herren von Axel-Springer-Verlag, einfach damit aufhören, ihre Leser als Feinde zu behandeln und sich die Organisierte Kriminalität im Internet zu Freunden zu machen. Dann könnte es mit ihrem Geschäft gleich ein bisschen besser laufen. Oh, sie haben gar kein seriöses Geschäftsmodell mehr… nun gut, dann wünsche ich ihnen von ganzem Herzen viel Freude mit dem Insolvenzverwalter! Möge ihnen die Wartezeit nicht zu lang werden!

Ach ja, und wo ich gerade ein bisschen persönlich werde: Bis dahin können sie sich ja noch einmal für das von ihnen lobbyistisch erwirkte „Leistungsschutzrecht für Presseverleger“ bei ihren Freunden in der Politik bedanken, mit dem sie zwei meiner Webprojekte, an denen mir wirklich etwas lag, kaputtgemacht haben, weil diese unter den von ihnen geschaffenen rechtlichen Rahmenbedinungen nicht mehr rechtssicher zu betreiben waren – und zwar völlig erwartungsgemäß ganz ohne, dass Google daraufhin gleich eine Rechtspflicht sah, mit ihnen Verträge abzuschließen und ihnen auch Geld dafür zu geben, dass Google ihnen Umsätze ermöglicht. Wissen sie eigentlich schon, dass nicht der Schwanz mit dem Hund, sondern der Hund mit dem Schwanz wedelt? Sie sitzen auch weiterhin mit ihren Freibiergesichtern an der Theke und verlangen vom Wirt auch noch Trinkgeld. Das zeigt Charakter. Und was für einen verkommenen, nichtsnutzigen, widerlichen Charakter! Gehen sie doch einfach nach drüben, wenn es ihnen im freien Internet nicht gefällt!

Sie, meine werten Herren Presseverleger, erwürgen mit aller ihrer Kraft das Internet. Da freut es mich, dass ihnen selbst auch langsam die Luft zum Atmen ausgeht.

Eine Aufforderung an alle anderen Menschen

Alle anderen Menschen fordere ich auf: Benutzen sie immer wirksame Werbeblocker im Webbrowser und schalten sie diese Werbeblocker niemals ab, weil sie jemand darum bittet! Warum? Darum, darum, darum, darum, darum, darum, darum, darum, darum, darum oder darum. (Diese Liste ist natürlich unvollständig und enthält nur größere Vorfälle.) Beim „Surfen“ im Web bieten Werbeblocker einen zuverlässigeren Schutz vor der Übernahme des Computers durch Kriminelle als so genannte „Antivirus-Programme“. Selbst das Landgericht Hamburg – von mir gern „liebevoll“ als „Hamburger Dunkelkammer“ bezeichnet – hat sich zu meiner großen Überraschung in einem seiner Urteile dieser Auffassung angeschlossen.

Lassen sie sich auf gar keinen Fall einschüchtern! Benutzen sie selbst dann weiterhin Adblocker, falls diese demnächst in der bundesrepublikanischen Lobbykratie gesetzlich verboten werden sollten! Verlassen sie sich unter keinen Umständen in dieser Sache auf „Informationen“ der Presseverleger und des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, denn dort werden sie einseitig informiert, dort werden ihnen wichtige Tatsachen verschwiegen und sie werden zuweilen sogar offen belogen.

Übrigens: Das Web wird mit einem wirksamen Adblocker auch viel angenehmer, schneller und hübscher. ;)

¹Diese Archivversion ist übrigens erforderlich, weil im Großen und Ganzen die gleichen Presseverleger durch Lobbyismus dafür gesorgt haben, dass mit Rundfunkgebühren längst bezahlte Inhalte aus dem Internet gelöscht – oder in Verdummungsdeutsch: „depubliziert“ – werden müssen.

Wo haben Spammer meine Mailadresse her?

Mittwoch, 3. Januar 2018

Keine Spam, sondern eine Leseempfehlung für einen aktuellen Artikel auf Heise Online:

Viele Webseiten beinhalten Tracking-Skripte von Drittanbietern, die E-Mail-Adressen aus Login-Managern im Browser extrahieren und an entfernte Server schicken

Wie „Skripte von Drittanbietern“ in irgendwelche Websites geraten können, macht Heise Online leider nicht deutlich, weil es gegen das unseriöse Geschäftsmodell der Website „Heise Online“ geht, nämlich das Vermarkten von Werbeplätzen. Dafür erfahren sie es hier auf Unser täglich Spam, damit sie es wissen und sich davor schützen können: Über die Werbung in Websites.

Auch, wenn die gegenwärtig auffälligen Skripten keine Mailadressen für Spamzwecke einzusammeln scheinen, sondern über dieses Verfahren eine pseudonyme Identifikation (ähnlich zu einem site-übergreifenden Cookie, aber nicht abschaltbar und nicht automatisch löschbar wie ein Cookie) verwirklichen, wäre es eine Kleinigkeit, auch die Mailadressen abzugreifen. Jetzt, wo die Methode bekannt ist, können sie davon ausgehen, dass die erste kriminelle Spyware dieser Machart bereits in Werbebannern und auf gecrackten Websites auf ihren Webbrowser losgelassen wird.

Selbstverständlich könnten Kriminelle mit genau der gleichen Vorgehensweise auch Kreditkartendaten oder den Login für Amazon, eBay, PayPal, Social-Media-Sites, Kontodaten und dergleichen abgreifen, um die so gewonnenen Daten für ihre betrügerischen „Geschäfte“ zu benutzen. Den ganzen Ärger und die Laufereien dafür bekommt ausgerechnet der Mensch aufgebürdet, der vorher schon durch den kriminellen Angriff geschädigt wurde – der kriminelle Missbrauch der Identität kann jahrelang erhebliche Probleme (etwa bei der Wohnungssuche, beim Wechsel der Arbeitsstelle oder der Beantragung eines Darlehens) und auch Kosten bereiten. Einmal ganz davon abgesehen, dass man immer wieder (als Beschuldigter ohne Lohnerstattung) Staatsanwälten und Untersuchungsrichtern ein Stündchen lang seine Geschichte erzählen „darf“.

Sich unter derartigen Umständen auf sein Glück zu verlassen, ist eine dumme Entscheidung. Seien sie nicht so dumm!

Zurzeit besteht der beste Schutz gegen derartige Machenschaften – neben dem Abschalten von „Autofill“ im Webbrowser – in der Verwendung eines wirksamen Adblockers, ergänzt um NoScript, um nicht jeder Website das Privileg einzuräumen, Programmcode innerhalb des Browsers auszuführen, wie es die gefährliche und kriminalitätsfördernde Standardeinstellung heutiger Webbrowser vorsieht. Das ist zwar mit einigen Einschränkungen verbunden, weil sich vor allem journalistische Websites zu dienstbaren Komplizen der Organisierten Kriminalität im Internet machen (Innenminister, Journalisten und andere Ahnungslose sprechen vom „Cybercrime“, obwohl es nichts mit Kybernetik zu tun hat), es ist allerdings sehr leicht, mit ein paar Klicks Ausnahmen für solche Fälle zu konfigurieren und sich dann darauf zu verlassen, dass der Adblocker die Spyware aus Drittquellen vollständig unterdrückt.

Bitte verzichten sie auf gar keinen Fall auf diesen Schutz! Egal, was für Lügen sie dann auf Websites von Presseverlegern lesen müssen! Die Menschen und Unternehmen, die sie so belügen, sind genau so ihre Feinde wie die diversen Betrüger, die sie einfach nur mit ein paar Tricks ausnehmen wollen. Mit einer einzigen Ausnahme – und damals ging es um einen Fehler im integrierten PDF-Anzeiger des Mozilla Firefox – haben in den letzten Jahren alle gegen den Webbrowser gerichteten Angriffe auf Computer zwingend das Privileg benötigt, Javascript im Webbrowser ausführen zu können. Seien sie sparsam mit der Erteilung dieses Privilegs an Websites, gestatten sie Javascript ausschließlich dort, wo sie guten Grund zum Vertrauen haben und bewahren sie sich vor den Folgen übler, asozialer Kriminalität!

Übrigens: Unser täglich Spam funktioniert hervorragend ohne Javascript. Probieren sie es gleich mal aus! ;)

Nachbetrachtung: Was heißt „unsichtbar“?

Ich würde mich auf keinen Fall darauf verlassen, dass Webbrowser in Zukunft unsichtbare Eingabefelder erkennen und diese dann einfach nicht ausfüllen. Mir fallen spontan, also ohne intensives Nachdenken darüber, schon fünf verschiedene, sehr einfach anzuwendende Möglichkeiten ein, wie man ein Eingabefeld in einer Website unsichtbar machen kann:

  1. CSS-Attribut visibility: hidden setzen, um das Feld unsichtbar zu machen;
  2. Eingabefeld außerhalb des im Browser dargestellten Anzeigebereiches anzeigen lassen;
  3. Schrift- und Hintergrundfarbe an die Hintergrundfarbe des dargestellten Dokumentes anpassen oder der Schrift- und Hintergrund eine (auch nur nahezu) vollständige Transparenz geben sowie keinen Rahmen um das Eingabefeld zeichnen lassen;
  4. Eingabefeld mit einer Höhe von null, einem oder zwei Pixeln, das auf der Website nicht auffällt, obwohl es prinzipiell sichtbar ist, desgleichen ist auch eine Schrifthöhe möglich, die den Inhalt des Feldes nicht als Schrift erscheinen lässt; oder
  5. Überdecken des Eingabefeldes mit einem anderen, undurchsichtigen Element, das absolut positioniert wird.

Jemand, der kriminelle Energie und eine dazu passende Herangehensweise hat, wird wohl noch einige weitere Möglichkeiten finden – vielleicht auch unter Ausbeutung von Fehlern in den verbreiteten Webbrowsern.

Das Problem ist also keineswegs so einfach lösbar – wenn man einmal davon absieht, dass das automatische Ausfüllen von Formularen wegen solcher Probleme komplett unterbunden oder vom Anwender abgeschaltet wird. Und das geht mit einem „Komfortverlust“ einher und wird deshalb vermutlich nicht von den Herstellern der großen Browser zum Standard gemacht.

Javascript abschalten (und nur in begründeten Ausnahmefällen zulassen) und Adblocker benutzen hilft. Bitte verlassen sie sich nicht auf ihr Glück!

Die AGB von PayPal ändern sich

Donnerstag, 2. November 2017

Vorab: Es geht hier nicht um eine Spam, sondern um eine echte E-Mail von PayPal. Diese ist allerdings ausgesprochen dumm und ein Beitrag PayPals dazu, dass sich das kriminelle Phishing nach Login-Daten von PayPal-Nutzern auch in Zukunft lohnen wird.

Diese E-Mail von PayPal ist echt (nur die schwarzen Balken sind von mir):

Screenshot der Ansicht der PayPal-Mail im Thunderbird

Ebenso echt ist die Warnung von Thunderbird, dass diese Nachricht ein Betrugsversuch sein könnte. Diese Warnung hat auch einen guten Grund. Sämtliche Links in der Mail von PayPal gehen nicht auf die Website in der Domain von PayPal, sondern stattdessen in die Domain paypal (strich) communication (punkt) com. Das ist sehr dumm von PayPal, und diese Dummheit ist sehr gefährlich für naive PayPal-Kunden.

Denn so trägt die E-Mail von PayPal alle Kennzeichen einer Phishing-Spam.

PayPal-Kunden gewöhnen sich durch dumme E-Mails wie diese daran, dass eine echte E-Mail von PayPal „aussieht wie eine Phishing-Spam“, weil Links aus der E-Mail in andere Domains gehen. Sie werden so auch daran gewöhnt, in derartige E-Mails zu klicken – was im Falle eines echten Phishings auf eine „liebevoll“ nachgemachte PayPal-Seite in einer anderen Domain führen würde, wo man Gelegenheit erhält, Kriminellen die Zugangsdaten zum PayPal-Konto zuzustecken, damit diese Leute ihre „Geschäfte“ über dieses Konto machen können.

Mir als denkenden Menschen ist es ja schon unbegreiflich, warum eine E-Mail von PayPal nicht standardmäßig digital signiert ist, um jedem Empfänger wenigstens die Möglichkeit zu gewähren, diese digitale Signatur zu überprüfen und damit den Absender und den unverfälschten Inhalt der E-Mail jenseits jedes vernünftigen Zweifels sicherzustellen. Verbunden mit einer sinnvollen Aufklärung der Kunden (und vielleicht sogar der Erstellung von Addons für beliebte E-Mail-Software, die dann die Signatur überprüfen) könnte eine solche Maßnahme wie keine zweite einen Phishing-Sumpf austrocknen, der übrigens auch die Reputation PayPals als die eines „sicheren Zahlungsdienstleisters“ beschädigt. Erfreulicherweise würde eine digitale Signatur von E-Mail noch nicht einmal Geld kosten, aber Schäden in einer derzeit nur PayPal genauer bekannten Größenordnung abzuwenden helfen.

PayPal ist dazu nicht bereit. PayPal scheint wichtigere Anliegen und Pläne als den Kampf gegen die Internetkriminalität zu haben. Das ist schade. Leider kann ich es auch nicht ändern. PayPal könnte es ändern. Aber dort hat man ja leider wichtigere Anliegen und Pläne. Ja, ich werde etwas ätzend, ich merke es ja selbst…

Aber wenn man die E-Mail schon nicht digital signiert, obwohl das kein Geld kostete und mit relativ geringem Aufwand durchführbar wäre, dann kann man doch wenigstens die verlinkten Seiten in der eigenen Domain halten, die jedem PayPal-Kunden vertraut sein sollte.

Ich kann durchaus verstehen, wenn man die Website unter www (punkt) paypal (punkt) com leicht durchschaubar halten möchte und sie deshalb nicht mit solchen Texten „vollmachen“ mag. Aber auch dafür gibt es eine einfache, kostenlose und weisere Lösung, nämlich die Verwendung einer anderen Subdomain. Die Links aus einer derartigen E-Mail würden dann zum Beispiel in eine dafür vorgesehene Domain tos (punkt) paypal (punkt) com gehen, und es wäre klar, dass diese Domain vom Betreiber der Domain paypal (punkt) com eingerichtet wurde. Neben der Kostenlosigkeit eines solchen Vorgehens hätte dies sogar noch einen weiteren Vorteil: Die DNS-Konfiguration für eine zweite Domain würde wegfallen, an ihre Stelle träte eine einzige zusätzliche Zeile in der Konfigurationsdatei für die Domain paypal (punkt) com.

Es hätte also nur Vorteile, wenn man es so machte. Und man müsste schon ein bisschen dumm sein, wenn man es anders machte – etwa so, wie PayPal es hier in seiner E-Mail mit der Mitteilung geänderter AGB vorgemacht hat.

Vor allem, weil ein Mailclient den Empfänger dann auch gleich in rotesten Alarmfarben vor Phishing warnt, weil es nicht nur dumm wäre, sondern auch wie Phishing aussähe. Oh, es wäre ja nicht nur dumm. Der Konjunktiv ist eine Möglichkeitsform, aber diese E-Mail ist bittere Realität. Es ist dumm. Egal, aus welchem Blickwinkel man es betrachtet, sieht es bei genauerem Hinschauen nur immer dümmer aus.

Und es nützt nur der Organisierten Kriminalität.

Sonst hat niemand einen Nutzen davon. Ganz im Gegenteil.

Ich sage ja: Es ist dumm. Es ist gefährlich und unverantwortlich dumm, was PayPal hier tut. Und es wäre gut für alle, wenn PayPal klüger vorginge.

Leider ist diese Dummheit bei PayPal regelmäßig und offenbar völlig beabsichtigt. Meinem Offenen Brief vom 10. Januar 2014 habe ich auch heute kein weiteres Wort hinzuzufügen.

Cliqz: Addon-Spam im Firefox-Browser

Montag, 9. Oktober 2017

Der Firefox-Browser der Mozilla Foundation wird in kommenden Versionen mit einem Spam-Addon des Burda-Verlages namens „Cliqz“ ausgeliefert. Bei diesem Addon handelt es sich um klare Schadsoftware, nämlich um eine Adware und um eine Überwachungssoftware, die sogar die Mausbewegungen des Nutzers überwacht. Diese sicherlich bei beinahe jedem Menschen unerwünschte Software wird zusammen mit einem Teil der Firefox-Downloads ausgeliefert, heimlich installiert und ohne Rückfrage automatisch aktiviert.

Angesichts der Tatsache, dass die Mozilla Foundation sich dazu entschlossen hat, ihren beliebten Webbrowser Firefox zu einer Distributionsplattform für Addon-Spam und Schadsoftware zu machen, rate ich dringend davon ab, weiterhin einen Browser der Mozilla Foundation zu verwenden.

Etwas mehr zu diesem Thema nebst einiger Verweise habe ich auf meiner Homepage geschrieben, so dass ich hier nicht noch einmal in die Breite gehen möchte. Hier geht es mir lediglich um den Hinweis auf die neue Spammethodik der vom Distributor Freier Software ausgelieferten Addon-Spam mit Schadsoftware, die über einen technischen Kanal in Kooperation von Mozilla Foundation und Burda-Verlag in einer den Benutzer überraschenden und überrumpelnden Weise klandestin und massenhaft dem erwünschten Download hinzugefügt und heimlich aktiviert wird, und die im Regelfall vom Empfänger völlig unerwünschte Reklameauslieferungs- und Überwachungsfunktionen implementiert.

Unternehmen, die nach sicherlich erfolgter kaufmännischer Abwägung ein dermaßen halbseidenes, in der Methodik von der Organisierten Internetkriminalität abgeschautes Marketing nötig zu haben glauben, haben jegliches Vertrauen verspielt. Ihre Produkte sollten so lange gemieden werden, bis jenseits jedes vernünftigen Zweifels sicher davon auszugehen ist, dass sie von solchen grenzkriminellen Machenschaften Abstand nehmen.

Meine Empfehlung für einen Browser ist bis auf weiteres Pale Moon:

Screenshot des Browsers Pale Moon

Dieser Browser verwendet eine quelloffene und freie Rendering-Engine, die von der Firefox-Engine abgeleitet wurde, wird aber ohne Schadsoftware und nicht von der Mozilla Foundation angeboten. Die unentbehrlichen Addons uBlock Origin und NoScript funktionieren. Die Benutzerschnittstelle entspricht der alten, in meinen Augen unverschandelten Benutzerschnittstelle des Firefox.

Übrigens fühlt sich Pale Moon etwas flotter als ein Firefox an und scheint auch etwas schonender mit dem verfügbaren Speicher umzugehen.

Für die journalistischen und verlegerischen Angebote des Burda-Verlages – zum Beispiel das Nichtigkeitenblatt „Bunte“, die Computernutzerverdummungszeitschrift „Chip“, die Lügen- und Klatschpostille „Freizeit Revue“ oder die Bildzeitung für Schlipsträger namens „Focus“ – gibt es zum Glück ausreichend und jedem Menschen bekannte und verfügbare Alternativen.

So verdient man viel mit Bitcoin!

Mittwoch, 13. September 2017

Das Zeitalter der Affiliate-Spam für Reichwertmethoden mit Binären Optionen ist vorbei, das Zeitalter der Affiliate-Spam für Reichwerdmethoden mit Bitcoin ist gekommen.

Was sich dabei ändert? Nix. Raider heißt jetzt Twix.

Geld machen dabei nur die Spammer nebst obskuren Handelsplattformen, die halbseidenen Gestalten Geld dafür geben, dass sie ihnen neue Kunden werben und die sich dieses Geld mit allerhand Tricks und Abzockerei zurückholen werden. Wer auf so eine Spam reinfällt, kann gar nicht gewinnen.

Und nein: Es gibt kein Verfahren, das Geld einfach aus der Steckdose quellen lässt. Es ist natürlich möglich (wenn auch in meinen Augen ekelhaft und verwerflich, aber warum sollte sich jemand anders für mein Urteil interessieren), durch Spekulation Geld zu machen, auch durch Spekulation in Bitcoin. Dies erfordert ein gutes Abschätzungsvermögen für Möglichkeiten, Entwicklungen und Risiken, also die Fähigkeit, auf der Grundlage von Wissen und vorliegenden Informationen Schlüsse zu ziehen, die häufiger zutreffen als sie danebenliegen – und wird damit leicht ein tagesfüllender Job. Und bei alledem bleibt Spekulation riskant.

Voraussagen sind nun einmal besonders schwierig, wenn sie sich auf die Zukunft beziehen. Selbst, wenn man mit vernünftiger Methodik vorgeht. Wer mir das nicht glaubt, vergleiche einige Wochen lang die Wettervorhersagen für das Wetter in fünf Tagen mit dem Wetter, das dann wirklich kommt. Die Trefferquote ist erschreckend schlecht. Dabei sind die meisten Faktoren, die das Wetter bestimmen, recht gut bekannt und werden engmaschig gemessen. Eine Vorhersage des Bitcoin-Kurses auch nur in zwei Stunden, geschweige denn in zwei Tagen, ist erheblich unseriöser und unzuverlässiger.

Und was asoziale, anonym mit gefälschtem Absender auftretende Versender illegaler Spam dazu zu sagen haben, dürfte der mit Abstand schlechteste Ratschlag des gesamten Internets sein. Wer auf Grundlage einer Spam Geld „investiert“, kann es gleich im Klo herunterspülen und voller dummen Optimismus darauf hoffen, dass es beim Abziehen einen größeren Betrag nach oben spült.

Als ich vor acht Tagen beschlossen hatte, das erste Mal ausführlicher über eine Bitcoin-Affliate-Spam zu schreiben, weil diese im Mülleingang spürbar häufiger wurden, stand der Bitcoin-Kurs bei 4.309,01 US-Dollar – und natürlich gibt es „den“ Bitcoin-Kurs nicht, denn Bitcoin ist völlig unreguliert, deshalb habe ich den Bitcoin-Kurs von xe.com genommen. Zurzeit steht dieser Kurs bei 3.906,51 US-Dollar. Wer auf die vollmundigen Versprechungen der vor acht Tagen auffällig zunehmenden Spams hereingefallen ist und Zentralbankswährungen gegen virtuelle Währungen eingetauscht hat, hat dabei also…

$ echo "scale=2; a=4309.01; b=3906.51; 100*(a-b)/a" | bc
9.34
$ _

…allein durch den Bitcoin-Kursabfall einen Verlust von rd. neuneinhalb Prozent gemacht – zu dem natürlich noch die diversen Gebühren der verwendeten Handelsplattform hinzukommen. Erwähnte ich schon, dass Spekulation mit einem Risiko verbunden ist? Sicheres Geld gemacht hat hingegen die Handelsplattform und der Spammer, der von dieser Handelsplattform Affiliate-Geld dafür bekommen hat, dass er ihr einen neuen Kunden geworben hat.

Deshalb: Fallt bitte niemals auf derartige Spam herein! Man kann mit Geld hübschere Dinge tun, als Abzocker und Spammer damit zu mästen. Wer überhaupt keine Idee hat, was er mit seinem vielen Geld anfangen soll, kann mir ja eine milde Gabe zukommen lassen. ;)

Hey,

Genau mein Name. Und vor allem: Genau mein Umgangston.

Nichts erschafft zurzeit mehr Millionäre, als der Bitcoin.

Nachdem sich der Zimbabwe-Dollar ein bisschen stabilisiert hat, könnte das sogar stimmen. :mrgreen:

Es ist einfach unglaublich. Nun, ich bin mir sicher, dass Sie jetzt denken, dass Ihnen einfach nur eine weitere Gelegenheit entgangen ist…

Einfach dem Spammer glauben! Warum? Weil es unglaublich ist! :mrgreen:

Aber lassen Sie mich Ihnen sagen, dass Sie vollkommen falsch liegen und, dass jetzt die perfekte Zeit ist, um anzufangen. Es gibt da ein System, welches Ergebnisse liefert, unabhängig davon,
ob der Bitcoin steigt oder fällt.

Denn jetzt gibt es ein System, das Ergebnisse liefert. Fragt sich nur, was für welche.

Es ist kein Geheimnis: Bitcoin ist eines dieser Dinge, die wir nur einmal in unserem Leben zu sehen bekommen und deshalb sollten Sie auch Teil seines erstaunlichen Erfolges sein.

Ich wollte, Spam vom spammenden Reichwerdexperten wäre eines dieser Dinge, die ich nur einmal in meinem Leben zu sehen bekäme! Aber nein, immer und immer wieder kommt dieser Sondermüll. Erst mit Roulettesystemen, dann mit Binären Optionen und jetzt mit Bitcoin.

Um mehr zu erfahren, klicken Sie bitte jetzt hier

In der Spam war kein Platz mehr für weitere Erläuterungen, obwohl diese im Betreff der Spam praktisch versprochen wurden. Und deshalb soll der Empfänger jetzt auf einen Sprachstummel wie „Click here“ klicken.

Auch wenn Sie sich überhaupt nicht für Bitcoin interessieren, so können Sie die
unglaublichen Steigerungen und Profite, die er seinen Besitzern bescherte, nicht verleugnen.

Wer dem Spammer nicht glaubt, ist ein Idiot, der die Wirklichkeit verleugnen will.

Und was auch noch wichtig ist, es gibt keine Grenze, wie viel Sie bekommen können, wenn Sie
dieses System nutzen. Deshalb macht es noch mehr Sinn, es zumindest zu probieren.

Also macht schon! Es gibt grenzenloses Geld. Anders als vor einer Woche werden jetzt aber keine Renditen mehr genannt.

Na, Spammer, liest du hier mit? Dann hör zur Abwechslung mal auf mich und fang damit an, dir deine paar Brötchen auf weniger widerliche Weise zu verdienen!

Ich schätze, wenn Sie jetzt anfangen, dann könnten Sie in einem Monat mindestens 20 Tausend haben.

Einfach dem Spammer glauben, und schon kommt Geld aus der Steckdose! Und außerdem hat der Spammer für seine Schätzung einen guten Grund…

Ja, das ist eine große Zahl, aber so viel habe ich gemacht, nachdem ich
das System einen Monat lang nutzte.

…denn er sagt, dass er selbst so viel Geld gemacht hat. Warum er dann aber noch die Welt mit seiner stinkenden Affiliate-Spam für unseriöse, abzockerische Bitcoin-Handelsplattformen belästigen muss, bleibt sein Geheimnis, denn wer eine Viertelmillion Øre im Jahr macht, hat solchen Pfennigkram doch gar nicht mehr nötig.

Wie gesagt, Sie haben noch Zeit, aber das Fenster zu dieser Gelegenheit schließt sich schnell.

Jetzt aber husch und schnell, sonst kriegt das vom Spammer behauptete Geld vom Spammer behauptete Flügel und flattert von dannen.

Schauen Sie sich meine Informationen auf der nächsten Seite an, um mehr darüber zu erfahren, wie es funktioniert und, wie Sie anfangen können.

E-Mail ist inzwischen ein Buch mit vielen Seiten, und man blättert um…

Schauen Sie sich die Informationen an, indem Sie hier klicken.

…indem man reinklickt. Dass aber auch nie genug Platz auf diesem E-Mail-Papier ist! :mrgreen:

Alles Gute,
Thomas Klausner

Mit geheuchelter Freundlichkeit von einem asozialen Spammer, der sicherlich höchstens von seiner Mutter vermisst würde, wenn es ihn nicht mehr gäbe.

Falls Sie diesen Newsletter in Zukunft nicht mehr erhalten möchten, drücken Sie bitte auf diesen Link.

Wer unbedingt jeden verdammten Tag seines Lebens hundert frische Spams bekommen möchte, eine hirnloser als die andere, der muss nur auf einen der vielen Links mit der eindeutigen ID klicken und dem Spammer mitteilen, dass die Spam auf seiner Mailadresse ankommt, gelesen wird und beklickt wird. Im Gegensatz zu den Renditeversprechen für Bitcoin funktioniert das ganz hervorragend… :(

© 2017 Alle Rechte vorbehalten

Diese Spam hat ein „Copyright“, und der Inhaber dieses „Copyrights“ wurde von seinen Eltern mit dem unvorteilhaften Namen „Alle Rechte vorbehalten“ bestraft.

Verklag mich doch für mein Vollzitat deines wertvollen „geistigen Eigentums“, dass du als Massenmail an jede Mailadresse versendest, derer du irgendwie habhaft werden konntest! Ich würde so einen schmierigen, asozialen Verbrecher wie dich zu gern mal kennenlernen… :evil:

Einen neuen Screenshot der vorsätzlich irreführenden Website von „Sven Hegel, dem Genie hinter dem Bitcoin-Code“ mit seinen abgeblichen rd. 20 Megaeuro Profit im letzten halben Jahr…

Und das ist Sven Hegel Das Genie hinter dem Bitcoin Code -- Hi - ich bin ein ehemaliger Software-Entwickler bei einem großen Unternehmen, welches ich lieber nicht nennen würde. -- Ich habe eine Bitcoin-Trading-Software entwickelt die über €18.484.931,77 an Profiten in den letzten 6 Monaten eingebracht hat. -- Die Software macht Leute schneller zu Millionären als die ersten Investoren bei Uber, Facebook oder AirBnB. -- Wenn du selbst eine Million mit Bitcoin machen willst, guck dir das Video hier oben an um herauszufinden wie. -- Dein Freund, Sven Hegel

…brauche ich übrigens nicht zu machen, denn diese wurde in den letzten acht Tagen nicht verändert. Das gilt auch für den in sehr kleinen Buchstaben gesetzten Hinweis in der Fußzeile…

Wichtiger Risikohinweis: Mit binären Optionen [sic!] zu traden kann viele Vorteile hervorbringen aber beinhaltet auch das Risiko teilhafte oder komplette Geldbeträge zu verlieren was von Investoren berücksichtig [sic!] werden sollte

…der immer noch nicht an die neue Betrugsmasche mit „Bitcoin“ statt der früheren „Binären Optionen“ angepasst wurde. Aber wenn sich ein spammender Betrüger Mühe geben wollte, dann könnte er ja auch gleich arbeiten gehen.

Anleitung Für BTC investieren

Dienstag, 5. September 2017

Ach, Spammer! Werdet ihr den Schwindel mit den Binären Optionen nicht mehr los? Bekommt ihr deshalb nicht mehr genug Affiliate-Geld für eure ausgedehnten Nachmittage im Puff von überteuerten, abzockerischen Binäre-Optionen-Brokern zusammen, denen ihr naive Menschen als neue Kunden zutreibt?

Und dann sagt ihr euch nicht etwa: Nee, wir verzichten mal auf die Nutten und das Kokain und wenden uns einer weniger asozialen Betätigung zu? Nein, ihr sucht nach dem nächsten Ding, wo ihr Affiliate-Geld dafür kassieren könnt, dass ihr mit Spam naive Menschen fischt und zu überteuerten, abzockerischen, grenzbetrügerischen oder gar offen betrügerischen Anbietern treibt. Jetzt aber nicht mehr mit den Binären Optionen, jetzt mit Bitcoin und mit abzockerischen Betreibern von Bitcoin-Börsen.

Es weiß zwar niemand in eurer „Zielgruppe“ so halbwegs genau, was Bitcoin ist, aber das galt für die Binären Optionen ja auch. Und dumme, ihre Leser verdummende Journalisten haben ja schon ordentlich Vorarbeit für euch geleistet, indem sie immer und immer wieder von den großen Kurssteigerungen bei Bitcoin schrieben, so dass die Menschen in der Zielgruppe immerhin wissen, dass „in diesem Bitcoin“ die Kurse steigen und steigen und steigen. Wenn sie nicht gar „explodieren“! Dazu bilden die verdummenden, nichts erklärenden Journalisten dann meist als Symbolbild zu ihrem Artikel eine „Münze“ ab, die einen Bitcoin repräsentieren soll, ganz so, als ob Bitcoin in Münzen geprägt würde¹. Wenn die Menschen schon so verdummt und mit falschen Vorstellungen irregeführt wurden, kann man sie doch mal zu Bitcoin-Börsen treiben, die ihre Nutzer so richtig übel mit allerlei überteuerten Gebühren abzocken und kriminellen Affiliate-Spammern, die ihnen immer wieder neue Nutzer zutreiben, so richtig pralle Zaster für diese asoziale „Dienstleistung“ zustecken.

Sie haben Probleme beim Lesen dieser E-Mail? Schau es dir in deinem Browser an.

Die Spammer geben zwar vor, dass sie eine technische Methode kennnen, sich Geld aus dem Internetzugang zu ziehen, aber gehen in ihrer eigenen Spam davon aus, dass sie nicht einmal zum Verfassen einer lesbaren, HTML-formatierten E-Mail imstande sind. Wie zuverlässig wird wohl ihre Methode sein? :mrgreen:

Anleitungen und Schritt für Schritt Anleitung Für BTC investieren

Du brauchst keinerlei Vorkenntnisse.

Jedes gut dressierte Meerschweinchen ohne irgendwelche Kenntnisse kann also „investieren“ und…

Folge dem Link und Gönne Dir endlich etwas mehr!

…sich hinterher mehr gönnen, also Gewinn machen. Das Geld entsteht einfach Hokus Pokus Internet aus dem Nichts, es gibt keine Verlierer. Die Spammer wenden diese Methode aber nicht selbst an, denn sonst würden sie ja nicht wie die asozialen Trickbetrüger spammen, sondern sich am mühelos aus der Steckdose quellenden Geld erfreuen.

Wer auf die vollmundigen Versprechungen reinfällt, hat es allerdings mit den folgenden kleinen Nachteilen zu tun:

  1. Geld einer staatlichen Zentralbank wurde gegen virtuelles Geld eingetauscht, das lediglich aus Daten besteht. Daten können verloren gehen. Sie gehen oft deutlich leichter und schneller verloren als Geldbörsen.
  2. Ein krimineller Angriff auf die Bitcoin-Infrastruktur als Ganzes wird zwar sehr schwierig sein, aber es ist unmöglich, auszuschließen, dass er einmal gelingen könnte. Wo das Aas ist, da sammeln sich die Geier. Die Kreativität und der betriebene Aufwand, die durch die Möglichkeit eines großen Diebstahls von Geld freigesetzt werden, können erheblich sein.
  3. Bitcoin ist unreguliert. Es gibt keinerlei Überwachung des Handels mit Bitcoin. Die Handelsplattformen für Bitcoin sind unreguliert und unüberwacht. Natürlich kann man sich nach einigen Tagen des Lesens für eine entscheiden, die nicht abzockerisch oder gar betrügerisch ist, aber das ist dann schon kein „ohne Kenntnisse“ mehr.
  4. Selbst, wenn es sich nicht um einen betrügerischen oder abzockerischen Dienstleister handeln sollte, kann es durch einen kriminellen Crackerangriff auf die Bitcoin-Handelsplattform zu einem Totalverlust der Bitcoin kommen, wenn man sie dort hinterlegt hat, statt sie selbst unter Kontrolle zu haben. Wer das für eine theoretische Gefahr hält, überfliege bitte mal eine kleine, sicherlich unvollständige Liste bisheriger Crackerangriffe auf Bitcoin-Dienstleister im BitcoinBlog!
  5. Es gibt nicht den (amtlich festgesetzten) Wechselkurs von Bitcoin auf eine Zentralbankswährung, und es wird ihn wohl niemals geben. Das ist eine direkte Folge der Tatsache, dass Bitcoin unreguliert ist. Man kann das begrüßen, man kann das hinnehmen und damit leben – aber es öffnet eben auch die Tür für diverse Abzockmaschen beim Handel mit Bitcoin über abzockerische Plattformen.
  6. Wenn man die Bitcoin nicht in einer eigenen Wallet auf dem eigenen (und angemessen abgesicherten) Computer hat, muss man den Zusicherungen eines Plattformbetreibers vertrauen, dass er die Bitcoin auch wirklich hat. Ich würde das nicht tun. Ohne direkten Zugriff gibt es keinerlei Kontrollmöglichkeiten, und ein derartiger Zustand kann erhebliche kriminelle Energie freisetzen. Vor allem, wenn es um Geld geht.
  7. Die Kursschwankungen bei Bitcoin sind in ihrer Heftigkeit jenseits von Gut und Böse. Wenn die Währung eines beliebigen Staates derartige Kursschwankungen hätte, käme niemand auf die Idee, darin zu „investieren“ – und vermutlich würden innerhalb dieses Staates viele Geschäfte über kalkulierbarere Schwarzmarktwährungen laufen.

Der Link aus der Spam führt nach der üblichen Kaskade von Weiterleitungen auf eine Website in der Domain bitcoinmillions (punkt) co, die folgendermaßen aussieht:

Screenshot der betrügerischen Website, die ein Reichwerdverfahren mit Bitcoin anbietet

Detail aus der betrügerischen Website: Lass mich dir jetzt live zeigen, wie man Cash verdient. Deine E-Mail-Adresse. Bitcoin-Symbol -- Fang jetzt anDa die Spammer davon ausgehen müssen, dass ein Großteil ihrer „Zielgruppe“ keine Lust zum Lesen hat, gibt es wie bei den Binären Optionen ein Video, in dem ein schwafelnder Lügner mit dem ausgedachten Namen „Sven Hegel“ heiter seine Lügen vom mühelosen Reichwerden erzählt.

Sehr vielsagend ist bei diesem betrügerischen Blendwerk die Fußzeile, bei der es die Kriminellen versäumt haben, sie an die neue Masche anzupassen. Deshalb liest sie sich zurzeit so: „Wichtiger Risikohinweis: Mit binären Optionen zu traden kann viele Vorteile hervorbringen aber beinhaltet auch das Risiko teilhafte oder komplette Geldbeträge zu verlieren was von Investoren berücksichtig [sic!] werden sollte“. Tja, wenn so ein Spammer sich bei seinem Beschiss Mühe geben wollte, dann brauchte er ja auch nicht zu spammen, sondern könnte gleich arbeiten gehen. :mrgreen:

Viel Erfolg!
Steve McKay

Ich dachte, der Erfolg sei garantiert… :D

1 Woche Statistiken der leistungsstärksten Mitglieder

Thomas Eichelberger (Hamburg, Deutschland) von 250 USD zu 18.2 BTC
Erik Nündel (Bremen, Deutschland) von 300 USD zu 17 BTC
Matthias Wagner (Kapfenberg , Österreich) von 250 USD zu 14 BTC

Der Spammer hat eine Liste von Vornamen und Nachnamen, aus denen er seine ausgedachten Erfolgslisten generiert. Die hat nicht jeder.

1 BTC (BITCOIN) = 4425 USD (04/09/2017)

Zurzeit sind es allerdings 4309,01 USD. (Bitte dabei beachten, dass es „den“ Wechselkurs nicht gibt.) So schnell kann das für Bitcoin ausgegebene Geld „verdampfen“. Es ist nun einmal sehr spekulativ. Auf der anderen Seite ist Bitcoin, auch wenn es gern als „virtuelle Währung“ oder „Kryptowährung“ und damit als Geld bezeichnet wird, wegen seiner Entwurfsschwächen gar nicht als allgemeines Zahlungsmittel für den Alltag geeignet (das gilt allerdings nicht für jede Kryptowährung). Der Verbrauch von Ressourcen bei jeder einzelnen Transaktion steht weit jenseits jeder verantwortbaren Verhältnismäßigkeit, und diese Situation wird mit zunehmender Nutzung nur immer schlechter. Was vom gegenwärtigen Bitcoin-Kurs übrig bleiben wird, wenn sich das Zeitalter der Erpressungstrojaner einmal zum Ende neigen sollte und wenn die gegenwärtige Spekulationsblase um den Bitcoin platzt, kann ich nicht voraussagen. Niemand kann das voraussagen. Wer Geld sicher anlegen will, darf es eben nicht spekulativ anlegen, und wer es spekulativ anlegt, darf sich nicht wundern, wenn es weg ist. Eines nur ist und bleibt ohne jeden Zweifel sicher: Mit einer illegalen und asozialen Spam kommt niemals ein Angebot, von dem der Empfänger der Spam profitieren wird.

So stoppen Sie diese E-Mails empfangen bitte abmelden

Vor meinem Arsch ist auch kein Gitter.

¹Nein, Bitcoin wird nicht aus Metall geprägt. Bitcoin ist immateriell und besteht nur aus Daten. Wenn diese Art der Spam zunimmt und ich nichts Besseres als den literarisch ungenießbaren Wikipedia-Text zu Bitcoin finde, werde ich wohl selbst eine Einführung schreiben müssen. Dazu habe ich allerdings keine besonders große Lust. Diese Art des Schreibens, um Wissen, Bildung und verantwortliche Handlungsmöglichkeiten zu vermitteln, wäre eigentlich die Aufgabe des Journalismus, wenn er etwas anderes als Werbeplatzvermarktung wäre.

Angriff der Nerv-Popups

Freitag, 11. August 2017

Hier geht es nicht um eine Spam, sondern um eine Leseempfehlung und einen Link auf einen Artikel bei Heise Online zu einer derzeitig laufenden, auf Smartphones gerichteten, ausgesprochen asozialen und spam-artigen Werbemethodik, die einem selbst auf seriösen Websites begegnen kann.

Es gibt kaum ein Entkommen: Von Ebay bis Boredpanda, von Reuters.com bis taz.de – auf zahlreichen reputablen Seiten tauchen in den letzten Monaten Pop-Ups auf, die sogar oft von einem Vibrationsalarm begleitet werden. „Glückwünsche! Google Benutzer!“, heißt es dort zum Beispiel. „Sie wurden als Sieger des heutigen iPhone 7, € 500 Amazon oder Samsung Galaxy S7 ausgewählt! […] Auch die Mainzer Firma Lead Spot Media, die hinter der Website smartphone-prize.de steht, bestreitet jede Kenntnis. Man lasse die Website durch Affiliate-Netzwerke bewerben, die gegen Provision Besucher auf die Seite lenken, erklärte Geschäftsführer Dennis Sauer telefonisch gegenüber heise online. Nun wolle sich die Firma bemühen, die Urheber der Werbekampagne zu identifizieren, die gegen die Werberichtlinien seiner Firma verstoße

Die Verwendung von wirksamen Adblockern ist und bleibt alternativlos – und Betriebssysteme, die eine Installation wirksamer Adblocker erschweren oder unterbinden, sind nicht benutzbar. Punkt. Selbst der Heise-Verlag – nach wie vor selbst davon abhängig, auf seiner Website Einnahmen über eingeblendete Werbung aus Drittquellen zu erwirtschaften – weist diesmal lobenswerterweise auf das Sicherheitsrisiko durch derartige Ads hin, was leider eine Ausnahme ist:

Die Urheber haben bewiesen, dass sie nach Belieben Skripte auf seriösen Seiten unterbringen können. Falls die Provisionen aus dem Direktmarketing nicht mehr fließen, könnten sie sich nach anderen Einnahmequellen umsehen

Erpressungstrojaner sollen zurzeit etwa ein gutes, einträgliches Geschäft sein, habe ich mir sagen lassen – und ein erheblicher Anteil der Mobilgeräte hat riesige, leicht ausbeutbare Sicherheitslöcher. Das Antivirus-Schlangenöl wird bei der ersten Welle nicht helfen. Das hilft nur gegen bekannte Schadsoftware (und auch das tut es nicht zuverlässig). Natürlich werden die Verbrecher ihre kriminellen Attacken mit den gängigen Antivirus-Programmen austesten. Die Verbrecher sind ja darauf angewiesen, dass ihre Attacken funktionieren; sie leben schließlich davon.

Und deshalb ist ein wirksamer Adblocker völlig alternativlos. Ein wirksamer Adblocker ist ein Adblocker, der sämtliche Ads blockt, statt gewisse, angeblich „weniger nervige und asoziale“ Ads durchzulassen, wenn Werbefirmen (also professionelle Lügner) dafür bezahlen. Ein wirksamer Adblocker unterbindet einen wichtigen, gefährlichen und schon vielfach kriminell ausgebeuteten Verbreitungsweg an der Wurzel, statt wie das Antivirus-Schlangenöl zu versuchen, erst nachträglich eine mögliche Schadsoftware zu erkennen, sie zu isolieren und ihre Ausführung zu unterbinden.

Ich erkläre es noch einmal ganz plump und hoffentlich für jeden Menschen unmittelbar verständlich: Natürlich könnte man sich vor einer Vergiftung „schützen“, indem man regelmäßig gewisse Dosen eines Gegengiftes einnähme und die damit verbundenen Nebenwirkungen in Kauf nähme. Dieser Schutz wäre allerdings recht dumm. Besser und intelligenter ist es, wenn man das Gift gar nicht erst einnimmt und sich die Belastung und das dauerhafte Risiko durch das Gegengift erspart. Ein Antivirus-Schlangenöl ist ein präventiv eingenommenes Gegengift, und die Nebenwirkungen dieses Gegengiftes können durchaus erheblich sein. Die Verwendung eines wirksamen Adblockers bedeutet hingegen, dass man das über Werbenetzwerke eindringende Gift gar nicht erst einnimmt.

Deshalb sind wirksame Adblocker vollkommen alternativlos. Sie sind die beste Lösung gegen das so genannte Malvertising, also gegen den Schadsoftwaretransport über Werbenetzwerke – und auf den Schutz vor Träcking und Überwachung, der Adblocker bereits zur vernünftigen Wahl macht, bin ich dabei noch nicht einmal eingegangen. Es ist dumm und unverantwortlich, keinen wirksamen Adblocker zu benutzen, wenn man sich im Web bewegt. Es ist dumm und unverantwortlich, Betriebssysteme zu benutzen, die die Benutzung von wirksamen Adblockern erschweren oder unterbinden. Macht das bitte niemals!

Und nein, ein „eingebauter Adblocker“ im Webbrowser des größten Trackers, Menschenüberwachers und Werbevermarkters der Welt ist kein wirksamer Adblocker. Ein wirksamer Adblocker blockt ausnahmslos sämtliche Werbung.