Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Kategoriearchiv „Informatives“

Ein Jahresabonnement

Donnerstag, 23. Juni 2022

Was soll ich damit? Ich brauche keine Fernsehzeitschrift. Ich habe nicht einmal einen Fernseher. Und ich will mir auch sonst keine regelmäßigen Kosten ans Bein binden, denn ich lebe hervorragend ohne diese Kosten. 🤭️

Von: Norton 360 Deluxe <myemail@service-google.com>
An: sophoo@online.de

Aber das ist ja gar nicht meine Mailadresse, die da als Empfänger eingetragen wurde. Stehe ich mal wieder nur mit ganz vielen anderen Leuten im BCC:-Header. Aber die gefälschte Absenderadresse ist ja auch nicht von Norton. Immer wieder schön, wenn man schon belogen wird, bevor man liest. 🤥️

Norton 360 Deluxe

Achtung, es folgen drei Absätze direkt formulierter, aus meiner Erfahrung gebildeter Meinung, deren offene Äußerung vom Artikel 5, Absatz 1 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland gedeckt ist – eventuelle Versuche rechtsmissbräuchlicher Einschüchterungen oder vorsätzlich verängstigend formulierter Briefe sind also eine sinnlose Verschwendung von Zeit und Geld:

Alte englische Reklame für SchlangenölWenn ich einen Computer hätte, der unter Microsoft Windows läuft, dann würde ich ihn ganz sicher nicht noch zusätzlich mit Antivirus-Schlangenöl von Norton (und auch nicht von anderen Herstellern) verhunzen. Wer schon einmal versucht hat, dieses sich wie ein Krebsgeschwür ins System reinfressende Norton-Zeugs wieder aus einer Windows-Installation rauszufummeln, und zwar so, dass der Rechner hinterher auch noch bootet und läuft, weiß, warum ich das nicht mag. Am besten, man macht bei Problemen gleich eine Neuinstallation und strokelt gar nicht erst lange herum. Es geht schneller. Auch, wenn man stundenlang Software nachinstalliert und auf die Meldung schaut, dass jetzt Updates installiert werden. 😵️

Zum Glück habe ich selbst keinen Rechner mit dem beliebtesten Betrübssystem der Geheimpolizeien, sonstigen staatlichen Volksüberwacher und Kriminellen, lebe also ohne Microsoft Windows, und ich kann das nur zur Nachahmung empfehlen. Heutige Linux-Distributionen aus dem Mainstream kann auch ein nicht so erfahrener Anwender installieren und benutzen¹. Ob die Sicherheit wirklich besser als bei Windows ist, gehört zu den schwer zu beantwortenden Fragen, für die ich ganz viele Worte machen müsste. Ich will es stattdessen mal so sagen: Sie ist anders. Klar ist dabei, dass Linux-Installationen auf Desktop-Rechnern immer noch kein Ziel von Kriminellen sind, dass es nicht zu gefährlichen Schadsoftwarekampagnen kommt und dass man deshalb einfach das Problem nicht hat, für das naiven Windows-Nutzern allerlei Schlangenöl als hokus pokus Abwehrzauber angeboten wird. Ein anderes Betrübssystem als Windows mag nicht so viel sicherer sein, aber die Probleme mit den fiesen Trojanern und den angerichteten Schäden haben trotzdem die Anderen mit den verbreiteten Betrübssystemen. Und das wird noch jahrzehntelang so bleiben². Antivirus-Schlangenöl schützt den Computer nicht. Es vermittelt nur gefühlte Sicherheit, die auch gefährlich sein kann. Und dazu macht es Probleme. Auch immer wieder einmal große Probleme. Ich habe schon erwachsene Menschen weinen sehen, weil ihr Computer nicht mehr hochfuhr, während sie unter erheblichem Druck standen. Seid vernünftig, und erspart euch die schlechten Erfahrungen. ⚠️

Das letzte brauchbare Stück Software, das unter der Marke Norton veröffentlicht wurde, war der Norton Commander, den ich früher auf MS/DOS- und Windows-Rechnern unentbehrlich fand. Ja, es ist fast dreißig Jahre her, das ich eine Software von Norton empfehlen konnte, statt davor zu warnen. Zum Glück gibt es heute einen sehr brauchbaren Klon für moderne Betrübssysteme, denn Norton hat ja irgendwann beschlossen, statt brauchbarer Tools nutzlose bis schädliche Schlangenöl-Software zu machen und an Dumme zu verkaufen. Der Midnight Commander ist klein und schnell, bedient sich allerdings ein bisschen seltsam, wenn man ihn nicht gewohnt ist. Man gewöhnt sich sehr schnell dran. Er kann alles, was man braucht, wenn man große Mengen von Dateien lokal oder im Netzwerk bewegen will. Einschließlich FTP und SFTP. Kann ich nur empfehlen! 👍️

Plusieurs couches de protection de votre appareil et de
confidentialité en ligne, dans une solution dans une seule solution.
de Aller pour la sécurité numérique. Achetez Norton 360.

So so, mehrere Schichten zum Schutz meines Gerätes und meines Online. So kann man ein sich überall reinfressendes Krebsgeschwür von Antivirus-Schlangenöl natürlich auch beschreiben. Kein Wunder, dass da gleich doppelt von der Lösung die Rede ist. 😁️

Abonnement d‘un an
€108

See if you Pre-Qualify Today - Get Started!

€54 Sparen Sie bis zu 50%!

Für das erste Jahr

Wo hat dieser Spammer nur seine ganz besonderen „Sparpreise“ her? Da ist dieses Schlangenöl ja bei Symantec (dem Besitzer der Marke Norton) billiger zu haben! 🤦‍♂️️🤣️

Und dieser „Sparpreis“, der mehr doppelt so hoch liegt wie der reguläre Preis direkt vom Hersteller, gilt auch nur für das erste Jahr. Danach wird es richtig teuer. Wie teuer, steht nicht in der Spam… 💸️

Und was würde man für sein Geld bekommen? Richtig, ein Antivirus-Schlangenöl von einem kriminellen Spammer würde man für sein Geld bekommen. So ein vertrauenswürdiges Sicherheitsprogramm! Und so sicher! Da kann man sich aber auch gleich den Trojaner selbst installieren! ☣️

Die eingebettete Grafik mit dem Norton-Logo wurde natürlich anonym und kostenlos bei Zupimages hochgeladen. Das ist so einfach wie Klicken. Genau richtig für Spammer. Aber Symantec hätte das nicht nötig, die haben eine eigene Website… 🤭️

Die Frage, was den Spammer dazu bringt, die eine Hälfte seiner Zahlen-sie-einfach-das-Doppelte-und-sparen-sie-Spam auf Französisch und die andere Hälfte auf Deutsch zu verfassen, kann ich leider nicht beantworten. Vermutlich sehen diese beiden Sprachen für diesen sac à merde und fils de pute analphabètique sehr ähnlich aus, weil er sie beide nicht versteht. Sind ja beides lateinische Buchstaben, wird schon ähnlich klingen… 😅️

Leute! Kauft keine Software von Spammern! Und schon gar keine so genannte „Sicherheitssoftware“! Es ist sehr dumm. 💩️

¹Neben Linux hat auch BSD sehr hübsche Kinder und ist ein sehr gutes, im Alltag brauchbares Betrübssystem.

²Das liegt daran, dass die „saftigen“ Angriffsziele im betrieblichen Umfeld langfristig auf Windows festgelegt sind. Es wurden Unmengen an oft unentbehrlicher Fachsoftware entwickelt, die nur unter Windows läuft und nicht mit geringem Aufwand auf andere Systeme portierbar ist.

Individuelle Prognose_fur den_Gewichtsverlust

Dienstag, 22. Februar 2022

Kann ich auch geben: Einfach irgendwelche Quacksalberarzneien aus der Spam in sich reinkippen, die angeblich „Fett verbrennen“, daran verrecken und schlank wie ein Skelett werden. 💀️

Denn die Gesundheitstipps aus der Spam sind immer die Allerbesten. 🤢️

PRIMA-Kapseln 300% effektiver als die traditionellen Ergänzungsmittel ist aufgrund_der speziellen Darreichungsform in Kapseln🔥
_Klick_hier_👩‍⚕️_🔥

Diese Gesundheitstipps sind sogar prima. Zwar hat der Autor dieser dürren Zeilen sein Sprachgefühl eher so in diesen effizienten Kapseln aufgenommen, und das auch ein bisschen zu hastig, aber es sind Kapseln, und deshalb sind sie effektiver! 🤡️

Was uns der Idiot verschweigt, ist allerdings, was in den Kapseln drin ist. Es reicht doch, dass es Kapseln sind. 💊️

Unter dem Text hängt noch ein eingebettetes bei imgur kostenlos und anonym hochgeladenes Bild, das 1,5 KiB Text in 68 KiB JPEG verpackt, so dass man den Text auch nicht kopieren könnte oder so etwas, aber zum Ausgleich dafür sendet man viel mehr Müll durch die Datenleitung. Diese Bauchapotheker stecken nämlich jeden Cent in ihre Spam… ähm… ihre Kapseln und keinen Cent ins Webhosting. Und dabei haben die sogar eine Website, auf der man ihre Kapseln kaufen kann, wenn man schon genug vom Leben hat. 🤦‍♂️️

Das Bild sieht so aus:

PRIMA -- Jetzt neu! -- Individuelle Prognose für den Gewichtsverlust -- Die PRIMA-Anwendung ist erfolgreich und durch Studien belegt. Auf dieser Datengrundlage können wir die Zeit berechnen, die Sie für die Erreichung Ihres gewünschten Gewichts vermutlich benötigen. -- Finden Sie heraus, wie viel Gewicht Sie mit einer PRIMA-Anwendung vermutlich abnehmen können. -- Finden Sie heraus, ob sich die Anwendung von PRIMA für Sie persönlich eignet und wieviel Zeit Sie benötigen. -- Eine Anwendung mit PRIMA ist derzeit freiverkäuflich und ohne Rezept möglich.

Was wird in diesem dummen Bild gesagt?

  1. Es ist PRIMA! 👍️
  2. Es gibt etwas völlig Neues: Man kann jetzt ausrechnen, wie lange es dauert, bis man x Kilogramm Gewicht abgenommen hat. Weil das erfolgreich ist und es Studien gibt, zu denen leider kein DOI angegeben wird, so dass man sie mal nachlesen könnte. Man kann übrigens auch ausrechnen, wie das Wetter in zehn Tagen sein wird, und manchmal stimmt es sogar. Und das ist Wissenschaft, die nicht in Spam verbreitet wird. 😉️
  3. Mit PRIMA kann man abnehmen. Ohne PRIMA übrigens auch. Der Bauch ist keine physikfreie Zone. Um ein Kilo Energiespeicher in Fett abzubauen, muss man rd. 9.000 Kilokalorien mehr Energie verbrauchen, als man sich lecker in den Mund steckt. Das ist mit erheblichen Unlustgefühlen verbunden. Man spricht vom „Hunger“. Eine andere Methode zum Abnehmen gibt es nicht. Natürlich kann man den Energieumsatz des Körpers durch Auszehrung erhöhen, aber das wäre ja eine Vergiftung und mit starken Nebenwirkungen verbunden. 💀️
  4. Um ein starkes Gift oder einen Amphetamin-Abkömmling wie Sibutramin für die körperliche Auszehrung kann es sich bei PRIMA nicht handeln, denn PRIMA ist einfach nur ein Nahrungsergänzungsmittel, oder, um es mit dem Spammer zu sagen: Freiverkäuflich und ohne Rezept. Also so etwas wie die Multivitaminkapsel vom Aldi.
  5. Wenn es ein wirksames Schlankheitsmittel gäbe, das einfach als Nahrungsergänzung verkauft werden kann, wüssten wir das schon längst alle, denn die Anwendung wäre sehr beliebt. Niemand braucht dafür zu spammen. Außerdem würde das verachtenswerte Geschäftsmodell mehrerer Frauenzeitschriften wegfallen, die ihre Leserinnen jede Woche mit einem neuen Vorschlag zur Mangelernährung quälen, bis ein erheblicher Teil von ihnen reif für die Klapsmühle ist, nachdem sie ihnen ein ganzes Heft voller Photoshop-Bilder von unterernährt schlanken Menschen gezeigt haben. 😡️
  6. Kurz zusammengefasst: Es ist vollkommener Bullshit, was hier behauptet wird. Nichts davon stimmt. 💩️
  7. Wer allen Ernstes auch nur kurz auf die Idee gekommen ist, sich diesen mit leicht durchschaubaren Lügen angebotenen Müll von einem Spammer zu bestellen, benötigt dringend professionelle Hilfe. Mit einer Anorexia nervosa ist nicht zu spaßen. Sie wird im Laufe der Zeit immer übler und führt bei jedem sechsten betroffenen Menschen zum frühen Tod. ⚰️

Und mehr werde ich dazu auch nicht sagen. Entf! 🗑️

You were found by people

Montag, 13. Dezember 2021

Natürlich kommt diese Mail nicht von LinkedIn. Der Spammer hat sich nicht einmal die Mühe gemacht, da einen überzeugenden Absender reinzuschreiben, obwohl das jeder achtjährige Nachwuchshacker auf dem Pisspott hinkriegt:

Von: LinkedIn <gibson44@vps29378.inmotionhosting.com>
An: sag@ich.net <sag@ich.net>

Da ist schon der Moment zum Löschen gekommen. 🗑️

(Die Spam ging an eine Mailadresse aus einer Registrierung bei einem Webforum, das jetzt offenbar gecrackt wurde. Ich verwende für jeden derartigen Zweck eine eigene Mailadresse. Dass den eh schon kriminellen Spammern egal ist, woher ihr Adressmaterial kommt, brauche ich hoffentlich nicht weiter zu erwähnen. Ich bin gespannt, wo diese Mailadresse in den nächsten Wochen noch überall rauskommt.)

You appeared in searches this week
LinkedIn

You appeared in searches this week

New York Life Insurance, Wal-Mart Stores

You were found by people from these companies
See all searches

Der Link geht natürlich auch nicht zu LinkedIn, sondern zur Website in einer Domain…

$ surbl gdjssujiao.com
gdjssujiao.com	LISTED: ABUSE
$ _

…die wegen Spam bereits auf allen möglichen Blacklists steht. 🏚️

Wer auf den Link klickt, bekommt übrigens auch eine „kostenlose Sicherheitsprüfung“ seines Webbrowsers und seines Betriebssystems durch Kriminelle. Wenn man durchgefallen ist, steht hinterher ein Computer anderer Leute auf dem Schreibtisch. Deshalb klickt man ja auch nicht in eine E-Mail. Es ist wirklich gefährlich. 🖱️🚫️

Download for free
Never miss an update with LinkedIn app
Download the app

Klar, Software von Spammern ist immer die allerbesteste! 💀️

Der „Download“-Link führt übrigens auf genau die gleiche Adresse wie der Link „See all searches“. Aber wer nicht in E-Mail klickt, ist vor solchen Überrumpelungen geschützt. Wenn man bei LinkedIn ist, einfach für LinkedIn ein Lesezeichen im Webbrowser anlegen und nur dieses Lesezeichnen benutzen. Nach dem Empfang einer derartigen E-Mail – so etwas können Kriminelle auch besser, insbesondere mit überzeugendem Absender und dank des Industriestandards im Datenschutz auch mit namentlicher Anrede – einfach die Website über das Lesezeichen im Browser aufrufen. Das ist genau so bequem mit der Klick in die Mail, und wenn man das immer so macht, kann einem kein Krimineller einen vergifteten Link unterschieben. Antivirus-Schlangenöl hilft hingegen nicht. 💡️

This email was intended for sag@ich.net <sag@ich.net>. Learn why we included this.

Die Empfängeradresse steht im Mailheader. Sie ist für jeden Empfänger sichtbar (siehe weiter oben). Es gibt keinen sachlichen Grund, so eine technische Angabe hier noch einmal zu wiederholen – außer dem einen, naive und technisch völlig unkundige Computernutzer damit zu beeindrucken und ihnen eine Illusion von technischem Können zu vermitteln.

Der Link führt natürlich auf die gleiche Adresse wie… ach, ihr wisst schon. Das gleiche gilt für die nächsten beiden Links:

You are receiving LinkedIn notification emails.
Unsubscribe | Help
LinkedIn

Ich habe mir jetzt nicht angeschaut, welche Schadsoftware verteilt wird, aber angesichts der gegenwärtigen „Mode“ gehe ich davon aus, dass es ein Erpressungstrojaner sein wird. In meinem ferneren Umfeld haben sich in den letzten drei Wochen zweie meiner Bekannten einen derartigen Trojaner eingefangen, beide haben entgegen meinen Rat weiterhin in E-Mail geklickt und später sogar Warnungen ihres Betrübssystems (in beiden Fällen Windows 10) ungelesen weggeklickt. Beide hatten Antivirus-Schlangenöl installiert (ich nenne jetzt keine Firma, aber es war kein völliger Schrott). Beide haben es zu umständlich gefunden, NoScript in ihrem Webbrowser zu verwenden und haben stattdessen jeder dahergelaufenen Website über ein anonymisierendes Medium das Privileg eingeräumt, Programmcode in ihrem Webbrowser auszuführen, was leider bei allen großen Webbrowsern der Standard ist. Beide haben kurz darauf einen unbrauchbaren Computer, verschlüsselte Dateien und eine Lösegeldforderung der Marke „Gib mir Bitcoin“ für ihre Daten gehabt. Beide hatten entgegen meinem Rat keine Datensicherung. Beiden konnte ich nicht mehr helfen, außer ihnen den Tipp zu geben, das Betrübssystem und alle Anwendungen neu zu installieren und allen Bekannten eine E-Mail zu senden und sie davor zu warnen, dass sie Spam mit Links auf Schadsoftware auf ihrer Adresse bekommen können, weil ihre Mailadresse jetzt wohl auch in den Händen von Kriminellen ist. Beiden habe ich dringend empfohlen, nicht zu bezahlen, um so einem widerlichem, asozialen Arschloch nicht auch noch die Koksnase und die Puffbesuche zu finanzieren. Beiden habe ich gesagt, dass sie, selbst wenn sie bezahlen, keine Garantie haben, ihre Daten zurückzubekommen. Ausgegebene Bitcoin sind ausgegeben und kommen nicht zurück, und der Empfänger hat sie auch, wenn er nichts mehr tut. Ich habe dabei einen erwachsenen Mann weinen sehen. Vorher hat er mir angeboten, mir die 1.300 Dollar Lösegeld dafür zu geben, dass ich irgendwie an seine Daten komme. Ich habe keine Chance gehabt. Niemand hätte eine Chance gehabt. ☹️

Datenverlust ist schmerzhaft.
Vorsicht ist einfach, bequem und kostenlos.
Regelmäßige Datensicherungen sind ein Muss.
(Auch Festplatten und SSDs können kaputtgehen.)

Seid vorsichtig! Sichert eure Daten, wenn sie euch etwas wert sind! Und verlasst euch niemals auf Antivirus-Schlangenöl! Man kann sich nicht darauf verlassen. 😐️

© 2021 LinkedIn Corporation, 1000 West Maude Avenue, Sunnyvale, CA 94085. LinkedIn and the LinkedIn logo are registered trademarks of LinkedIn.

So eine E-Mail sieht auch gleich viel weniger lächerlich aus, wenn man sie ganz offen in eine riesige Kopiermaschine namens Internet steckt und ein „geistiges Eigentum“ auf die E-Mail proklamiert. Clowns glauben daran. 🤡️

EuGH: Die Spam vom Freemail-Provider ist Spam

Donnerstag, 25. November 2021

Keine Spam, sondern ein Hinweis auf einen lesenswerten Artikel bei Heise Online:

In dem verhandelten Fall beanstanden die Städtischen Werke Lauf a.d. Pegnitz (StWL) vor deutschen Gerichten eine einschlägige Werbemaßnahme des konkurrierenden Stromlieferanten Eprimo aus der Eon-Gruppe. Dieser hatte eine Werbeagentur beauftragt, mit dem Hinweis „Anzeige“ versehene Werbeeinblendungen in E-Mail-Postfächern von Nutzern des kostenlosen E-Mail-Dienstes T-Online zu schalten. Vergleichbare Inbox-Werbung ist auch bei Anbietern wie GMX, web.de und Gmail üblich.

Nach Ansicht der Stadtwerke verstößt diese Maßnahme gegen die Vorschriften über unlauteren Wettbewerb. Diese Werbetechnik unterscheide sich zwar vom technischen Modell der E-Mail, sei aber aus dem Horizont des Empfängers der unerwünschten Mail (Spam) zum Verwechseln ähnlich. […]

Die Luxemburger Richter weisen nun in dem Urteil in der Rechtssache C-102/20 laut einer Mitteilung darauf hin, dass die E-Privacy-Richtlinie darauf abzielt, Teilnehmer gegen die Verletzung ihrer Privatsphäre durch unerbetene Nachrichten für Zwecke der Direktwerbung zu schützen. Dieses Anliegen müsse unabhängig von der zugrunde liegenden Technologie gewährleistet sein.

Ganzen Artikel lesen: Europäischer Gerichtshof: Inbox-Werbung bei Mail-Diensten grenzt an Spam bei Heise Online.

Nicht, dass jemand noch versehentlich zustimmt, wenn demnächst von den diversen Freemail-Providern (gern auch mit vorsätzlich irreführenden Texten) um Zustimmung zu diesem unseriösen Geschäftsmodell des Vergällung erwünschter menschlicher Kommunikation mit meist völlig unerwünschter Spamreklame gebeten wird. Zwang und Drohungen dürfen dabei übrigens lt. Urteil nicht angewendet werden.

Ja, da brechen ganze Geschäftsmodelle weg. Aber das ist nicht mein und auch nicht ihr Problem. Ich finde es sogar erfreulich, wenn die Geschäftsmodelle von Spammern wegbrechen.

Ohne Betreff

Mittwoch, 6. Oktober 2021

Spammer's Hall of Shame -- Ich bin Bitcoin-Experte. Gib mir dein Geld. Ich gebe dir mehr Geld zurück.

In die „Hall of Shame“ kommen nur die ganz Harten. Die, bei denen sich der mutige Einsatz von Dummheit und der Appell an gröbste Gier mit unfassbarer Hirnlosigkeit paart. Die, bei denen die Worte erst einmal Luft holen müssen, ehe sie das Gesehene beschreiben können. Wenn du hier landen willst, Spammer, denn musst du dir schon Mühe bei deiner Müllproduktion geben…

So so, kein Betreff. Die Mail von jemanden, dem seine Mitteilung nicht einmal einen Betreff wert ist, ist es auch nicht wert, gelesen zu werden. Dies gilt vor allem…

Von: Forex Trust Pro Company. <aster@kemenperin.go.id>
Antwort an: Forex Trust Pro Company. <awafapaulll@gmail.com>
An: undisclosed-recipients: ;

…wenn man diesen Jemand gar nicht kennt, er seinen Absender fälscht, er eine Antwortadresse bei einem Freemailer einträgt und er seine Mitteilung an ganz viele Empfänger gleichzeitig sendet. Und damit man auch wirklich merkt, dass man es mit krimineller, betrügerischer Spam zu tun hat, steht schon im Namensteil des Absenders Forex, Trust und Pro. 🚽️

Attn: Sir/Ma

Genau mein Name! 👏️

Mein Name ist Farah von Ich bin Forex Trust Pro, […]

Aber hey, der Spammer hat einen Namen. So einen Namen wie „Ich bin Horst von Ich bin Lobotomie Pro“. 😁️

[…] bin ein professioneller Krypto- und Forextrader.

Und warum spammt er dann? Läuft seine Spekulation nicht so gut? 🤭️

Haben Sie schon einmal von Bitcoin/Cyprto-Währung im Allgemeinen gehört?

Der ist gut! Seit Jahren wird man mit Kryptogeld und Bitcoin zugeballert, und zwar meist von unfähigen und recherchefaulen Journalisten ohne das kleinste Technikverständnis, die dann darüber schreiben und sprechen, dass die Kurse steigen und steigen und dazu immer so ein Foto von einer „Bitcoin-Münze“ abbilden, als ob Kryptogeld aus Metall geprägt würde, während es in Wirklichkeit nur aus Daten besteht. Niemals ist dabei die Rede von einer weltweit verteilten Buchführung, die mit kryptografischen Methoden vor willkürlicher Veränderung geschützt wird¹ – und deren schlecht skalierende Implementation dafür sorgt, dass man bei jeder noch so kleinen Transaktion mal eben den täglichen Strombedarf einer Kleinstadt verheizt und in Wärme und Kohlendioxid verwandelt. Und morgen retten wir das Klima! 🔥️

Zurzeit ist Bitcoin für seinen ursprünglichen Einsatzzweck, also als Zahlungsmittel, objektiv unbrauchbar. Nicht nur wegen einer Energiebilanz, die völlig indiskutabel ist, sondern auch wegen seiner heftigen, von Gier, Dummheit und Spekulation getriebenen Kursschwankungen, die zu einem unkalkulierbaren Kursrisiko bei der Nutzung als Zahlungsmittel führen. Es kann sich in heftigen Fällen auch mal um rd. zwanzig Prozent Kursschwankung binnen eines einzigen Tages handeln. Wenn ein Staat eine Währung mit einem derart wilden Kurs hätte, würden in diesem Staat die meisten Geschäfte mit besser kalkulierbaren Schwarzmarktwährungen laufen. Deshalb werden vor allem kriminelle Tätigkeiten, Produkte und Dienstleistungen – also zum Beispiel Rauschmittelversand, Spam- und Schadsoftware as a service, Erpressungen, Auftragsmorde, Menschenhandel, Darstellungen von sexuellem Kindesmissbrauch² – in Bitcoin gehandelt. Dabei nimmt man das Kursrisiko in Kauf, weil sich Bitcoin-Transaktionen wesentlich einfacher verschleiern lassen als andere Geldflüsse. Die weitgehende Anonymisierung von Bitcoin-Transaktionen gibt es als bequem zu verwendende Dienstleistung, so dass man für die Anwendung keine vertieften Kenntnisse benötigt. 🧙‍♀️️

Wer trotz Scheitern am eigentlichen Zweck des Kryptogeldes als Zahlungsmittel, trotz Förderung der unverhältnismäßigen Energieverschwendung und Treibhausgas-Emission, trotz des rein spekulativen Charakters des Bitcoin-Handels und trotz des klar kriminellen Umfeldes unbedingt etwas mit Bitcoin machen möchte: Immer nur zu! Wir sind alles freie und erwachsene Menschen. Womit man es dabei zu tun bekommt, ist hoffentlich klar genug geworden. Ich wünsche Spaß und Glück! Glück kann man eigentlich nie genug haben… 🍀️

Aber dabei auf gar keinen Fall auf solche Spammer reinfallen! ⛔️

Wenn ja, möchte ich Ihnen „Forex Trust Pro“ vorstellen, ein Krypto-Aktien- und Forextrading-Investmentunternehmen. Kennen Sie schon Krypto- und Forextrading-Investitionen? Ich habe den Leuten empfohlen, in Crypto, Stocks und Forextrading Investment zu investieren. Eine der besten weltweiten Online-Vermögensbildung.

Hey, Spammer! Wenn du so irre gute Tipps für die Anlage von Kryptogeld hast und nebenbei auch noch erfolgreich in Aktien und Devisen machst, warum wirst du nicht einfach selbst damit reich? Dann brauchst du auch nicht mehr zu spammen. Oder sind deine Tipps doch nicht so gut? 🤔️

Kryptowährungen sind ein sehr volatiles Anlageprodukt.

Der Gewinn ist 100% garantiert!!

Das ist aber schön, dass der Gewinn nicht nur garantiert wird, dass er auch keineswegs nur zu 66 %, 73 %, 88 % oder auch 94,25 % garantiert wird, sondern zu vollen und in die Trübnis des Spamfilters leuchtenden hundert Prozent! 💯️

Ich hätte sonst gedacht, es handele sich nur um eine Garantie. 🤣️

UM JETZT ZU VERDIENEN:

Mit einer Mindestinvestition von
500 $, um 2.700 $ zurückzubekommen
$1000, um $5.400 zurückzubekommen
$2000, um $8.600 zurückzubekommen
$3000, um $11.800 . zurückzubekommen
4000 US-Dollar, um 15.500 US-Dollar zurückzubekommen
5000 $, um 19.700 $ zurückzubekommen

Alle Handelsinvestitionen sind innerhalb von zwei Tagen nach dem Handel zu 100% zurückgezahlt.
Die Auszahlung erfolgt über Bitcoin.

Und jetzt wird auch klar, was der Spammer anbietet. Hinter der Maske seiner gefälschten Absenderadresse und einer anonym und kostenlos einzurichtenden Mailadresse sagt der völlig Fremde zu mir: „Gib mit tausend Dollar in Bitcoin, die du dir übrigens nicht einfach wieder zurückholen kannst, und ich gebe dir übermorgen 5.400 Dollar dafür zurück. Hundertprozentig und mit völlig echtem Spammerehrenwort kriegst du 540 %. Ich schwöre es auch bei meinem gefälschten Absender“. 🤞️

Immerhin ist das mal eine neue Geschichte zum endlosen Thema Vorschussbetrug im Internet. Na ja, so neu ist die Geschichte auch nicht mehr. Aber wenigstens ist es nicht mehr die arme, hilflose, im Sterben liegende Geldsackwitwe und auch kein Prinz aus der Republik Nigeria. Als täglicher „Spamgenießer“ freut man sich ja schon über weniges. 🍽️

Man muss nicht dumm wie ein Meter trockenen Feldweges und gierig wie ein Idiot sein, um darauf reinzufallen, aber es ist sehr hilfreich. 🤪️

Wir verbessern ständig den Handel und beobachten moderne Trends, die dafür sorgen, dass unsere Arbeit hart ist. Hohe Leistungen steigern den Gewinn sowohl für unser Unternehmen als auch für unsere Investoren. Wir sind außergewöhnlich ergebnisorientiert. Wenn Sie interessiert sind, treten Sie bitte unserem Telegrammkanal bei oder senden Sie eine E-Mail für weitere Anfragen; awafapaulll@gmail.com

Diese großartige, von Einsatzfreude und harter Arbeit geprägte und *kicher!* völlig ernsthafte Geldvermehrungsfirma hat zwar keine eigene Website, aber dafür kann man dort über eine kostenlos und anonym registrierte Mailadresse bei Googles Freemailer in unverschlüsselter, offen wie eine Postkarte durch das Internet transportierter und auf dem gesamten Weg unentdeckbar veränderbarer E-Mail seine Geschäfte machen. Es geht ja nur um Geld. Wer will da schon Diskretion? Wer will da schon Sicherheit? 🤡️

Aufrichtig
Farah Ahmad
Betriebsleiter
Forex Trust Pro Unternehmen.

Hier spammt der Betriebsleiter noch selbst. Aber aufrichtig. 💩️

Entf! 🗑️

¹Ich habe keine Lust, hier eine Blockchain zu erklären. Ich habe generell keine Lust, eine Blockchain zu erklären. Aber ich könnte es grob. Wer ein bisschen Englisch versteht, sollte sich das hervorragende Erklärvideo von 3Blue1Brown auf YouTube anschauen, für das inzwischen gnädigerweise jemand auch eine deutsche Untertiteldatei gemacht hat. Es ist ein didaktisch großartiges Werk über gar nicht so leicht verständliche Konzepte, das ich seit längerer Zeit empfehle.

²Nein, das ist keine Pornografie. Auch wenn Politiker und Journalisten das immer wieder so nennen. Pornografie wird von erwachsenen, einwilligungsfähigen Menschen hergestellt, die in ihrer Entscheidung ungefähr so frei wie auch jeder andere Arbeitnehmer sind. Das, was die Idioten aus Presse und Politik „Kinderpornografie“ nennen, sind Darstellungen des sexuellen Missbrauchs an nicht einwilligungsfähigen, leicht manipulierbaren und ausgelieferten menschlichen Wesen, die durch diese Vergewaltigung oft ein Leben lang traumatisiert werden. Ich habe als Kinder vergewaltigte Menschen kennengelernt, die mehr als die Hälfte ihres Lebens in der Psychiatrie zubrachten, wo sie mit schweren Medikamenten auf „halbwegs Klarkommen“ zurückgeholt wurden, weil es keine gangbare Therapie gibt. Und andere, die sich so lange mit den heftigsten Rauschmitteln selbst medikamentiert haben, bis sie endlich tot waren. Lasst euch das nicht als „Pornografie“ verkaufen! Schon gar nicht von professionellen Lügnern aus Presse und Politik! Betrachtet diese Lügner als Feinde!

Pixelfed-Spam

Sonntag, 12. September 2021

Entwurf eines Fediverse-LogosIch habe keine Lust, jetzt ausführlich zu erklären, was das Fediverse ist. Ganz kurz gesagt bildet es „Social Media“ nach, aber mit einer dezentralen Infrastruktur. Wer die Hoheit über seine Daten nicht an ein börsennotiertes Unternehmen ohne seriöses Geschäftsmodell wie Facebook, Twitter und dergleichen übergeben möchte¹, kann sich entweder selbst einen so genannten „Pod“ aufsetzen oder einen bereits bestehenden Pod verwenden, den er vertrauenswürdig findet. Die Pods können untereinander kommunizieren und implementieren die von zentralistisch organisierten Websites bekannten Funktionen in einer dezentralen Weise. Man kann also Nutzern anderer Pods folgen, ihre Beiträge sehen, sie weitertragen, damit interagieren. Diese Verteilung von Beiträgen wird „Föderation“ genannt.

Das hat seine Nachteile und seine Nachteile, aber es funktioniert. Ein sehr bekanntes Beispiel ist Diaspora, das damals als Vorlage für die Entwicklung von Google Plus gedient zu haben scheint. Weniger bekannt, aber deutlich nutzerreicher sind GNU social und Mastodon. Aus den üblichen Wahnsinnsgründen real existierender Softwareentwicklung sind die Protokolle dieser beiden Softwareprodukte inkompatibel zum protokollmäßig eigenbrötlerischen Diaspora, was ich als Diaspora-Nutzer oft ein bisschen schade finde. Aber hey! Facebook und Twitter sind ja auch nicht kompatibel, so dass man mit dem Twitter-Account keinen Facebook-Accounts folgen kann. Und dort, in der Überwachungs-, Gängel-, Zensur- und Reklamehölle, findet das jeder „normal“. Die Nutzer der kommerziellen Angebote haben ja niemals etwas anderes kennengelernt. Und woher sollten sie Vorstellungsvermögen haben? Dafür müssten sie ja wissen, was technisch möglich ist, dafür müssten sie eine gewisses informationstechnisches Grundverständnis haben. Das erhalten sie hier nicht, weder in der Schule noch durch den Journalismus noch sonst irgendwo.

Aber das sind alles ganz andere Themen für einen ganz anderen Text.

Pixelfed ist der Versuch, Instagram – von mir meist liebevoll „Finster-Gram“ genannt – im Fediverse nachzubilden. Ich kenne das originale Instagram nicht und kann daher keinen Vergleich anstellen, auch verwende ich niemals die Filter von Pixelfed, so dass sie nicht beurteilen kann², aber es ist durchaus brauchbare Software, um Bilder zu posten und die Bilder anderer Menschen zu sehen, zu kommentieren, weiterzugeben, oder sie mit einem schnellen Klick aufs ♥️ zu beherzen… tja, wenn doch nur genügend andere Leute dort wären, die es einigermaßen regelmäßig nutzten! Tatsächlich ist die Nutzung eher mau. Sehr viele Leute posten ein oder zwei Bilder und werden nie wieder gesehen. Es gibt halt auch nicht so viel narzissmusaktive Aufmerksamkeit wie bei Finster-Gram. Und noch mehr Leute wissen gar nicht, dass es Pixelfed gibt. Was kein Wunder ist, denn woher sollen sie es erfahren, wenn es ihnen niemand sagt?

Die Tagesschau – nur als ein Beispiel für viele andere journalistische Angebote – ist bei Finster-Gram, Shitter, und Fratzenbuch, den Datenstaubsaugern, Diskurszensoren, Menschenverdatern und Reklameschleudern des 21. Jahrhunderts, aber nicht im Fediverse. Menschen, die sich über journalistische Produkte informieren, bekommen zwar immer wieder einmal vom Onkel Journalist Twitter vorgelesen, um zu erfahren, was „das Internet denkt“, aber sie erfahren niemals vom Fediverse.

Und was die Menschen nicht kennen, das existiert für sie nicht.

Doch inzwischen scheint Pixelfed interessant genug für die Leute zu sein, die unsere Welt mit solchen spammigen Bildern „bereichern“:

BuyYoutubeViews -- Buy YouTube Views in Delhi NCR

BuyYoutubeViews -- Real YouTube Views in India

Ich kann gar nicht genügend Worte finden, um auszudrücken, wie wenig ich in den lezten Jahren Spam im Fediverse vermisst habe! ☹️

Was aber im Kopf eines Spammers vorgeht, der sich an „Social-Media-Flüchtlinge“ im Fediverse wendet, um ihnen künstlich-spammige Relevanzaufwertungen in Googles erfolgreichen Social-Media-Dingens „YouTube“ anzubieten, das ist von so einer beeindruckenden intellektuellen Leere und wahllos fressenden Blödheit, dass ich mich nur noch mit Grauen abwenden möchte. 🤦‍♂️️

Na, vielleicht hat dieser Hirnstummel von Spammer ja beim nächsten Mal ein bisschen mehr Glück beim Denken! 🍀️

¹Die Vergällung erwünschter Kommunikation durch im Regelfall völlig unerwünschte Reklame ist kein seriöses Geschäftsmodell, genau so wenig, wie es Werbeunterbrechungen beim Telefonieren wären.

²Ich habe doch Gimp.

RE:

Donnerstag, 19. August 2021

Qualitätsbetreff! 🥇️

Ich habe diesem Absender…

Von: Richard Wahl <zvs510749@eunet.rs>
Antwort an: richwahl19@gmail.com
An: Recipients <zvs510749@eunet.rs>

…noch nie geschrieben, also kann er mir gar nicht antworten. Ansonsten gibt es einmal das Übliche: Die Absenderadresse ist gefälscht, die Antwortadresse wurde kostenlos und anonym beim größten Freund des Spammers und Betrügers, bei Googles Freemailer, eingerichtet und diese Spam geht an ganz viele Empfänger gleichzeitig, ist also ungefähr so „persönlich“ wie eine Massendrucksache. Allein die Antwortadresse bei GMail ist bei mir ein klares Spamfilterungskriterium.

Für Menschen, die das nicht am Mailserver erledigen können – sicherlich die Mehrheit – habe ich eine gute Nachricht¹: Solche Filterregeln kann man natürlich auch in einer guten Mailsoftware definieren. Hier ist eine entsprechende Filterregel im Mozilla Thunderbird:

Screenshot der Filterregel im Thunderbird

Leider hat sich die Mozilla Foundation alle Mühe gegeben, diese Konfiguration so fernliegend wie nur irgend möglich zu machen, damit auch wirklich niemand darauf kommt, selbst, wenn ein bisschen gesucht wird. Dabei sind solche konfigurierbaren Automatismen so unendlich praktisch, dass ich bei meinem Mailaufkommen gar nicht ohne leben könnte. Deshalb gebe ich hier in einem Anfall von Arbeitslust eine schnell eingeschobene, aber ausführliche Kurzanleitung, wie man so eine Regel konfiguriert. 💡️

Wie konfiguiert man eine GMail-Antwortadressen-Regel in Mozilla Thunderbird?

Bitte gut festhalten, bei der folgenden Reise durch die Konfiguration einer modernen und vorgeblich „benutzerfreundlichen“ Software aus dem Jahr 2021 ruckelt es ein wenig! ⚠️

Ich verwende im Folgenden die deutschen Begriffe für die Kontrollelemente einer Benutzerschnittstelle und erwähne die vielen Menschen geläufigeren englischen Begriffe nur kurz.

  1. Ins „Hamburger-Menü“ (die drei übereinanderliegenden Linien oben rechts) klicken, und dort „Extras“ auswählen.
  2. Im dann erscheinenden Extras-Menü „Filter“ auswählen.
  3. Daraufhin erscheint ein Fenster „Filter“ mit einer Liste von Filterregeln für das aktive Postfach, das bei den meisten Menschen leer ist. Warum ist die Liste leer? Weil schon kaum jemand hierher findet.
  4. Im Filter-Fenster auf „Neu“ klicken.
  5. Es erscheint ein weiteres Fenster „Filter bearbeiten“ (eine klarere Bezeichnung beim Anlegen eines neuen Filters wäre übrigens „Filter einrichten“ gewesen, aber offenbar macht sich bei der Mozilla Foundation niemand mehr solche Gedanken). Die vielen Kontrollkästchen und Optionsfelder (auch als „Checkboxen“ und „Radiobuttons“ bekannt) in diesem Fenster sind schon richtig ausgewählt und können einfach so belassen werden.
  6. Im Fenster „Filter bearbeiten“ auf das Kombinationsfeld (auch als „Combobox“ bekannt) „Betreff“ klicken.
  7. Es erscheint eine Auswahl, in welchen Bereichen der E-Mail nach Kriterien für die Sortierung gesucht werden soll. Leider ist „Antwortadresse“ nicht dabei, so dass man dieses Kriterium auch selbst definieren muss. 🔧️
  8. In der unter „Betreff“ aufgeklappten Auswahlliste „Anpassen“ auswählen.
  9. Es erscheint ein Fenster „Benutzerdefinierte Kopfzeilen“. Dort unter „neue Kopfzeile“ den Text „Reply-To“ eintragen und auf „Hinzufügen“ klicken. Um diese Konfiguration machen zu können, erwarten die Thunderbird-Entwickler also, dass der Anwender weiß, was in den Headerzeilen einer E-Mail steht, was meiner Meinung nach normale Anwenderkenntnisse deutlich übersteigt. Ich gehe davon aus, dass mehr als 90 % der Thunderbird-Nutzer gar nicht darauf kommen können.
  10. Nun ist „Reply-To“ als Filterbedingung auswählbar. (Leider ist es nicht möglich, hier einen klareren deutschen Alternativtext zu hinterlegen.) Diese Bedingung auswählen. Das Kombinationsfeld „enthält“ ist bereits richtig. In das nebenliegende Eingabefeld den Text „@gmail“ eintragen. Damit werden alle E-Mails selektiert, die eine GMail-Adresse als Antwortadresse haben, was bei mir nur Spam ist.
  11. Unter „Auszuführende Aktionen“ das Kombinationsfeld „Verschieben der Nachricht in“ auf „Junk-Status setzen auf“ setzen. Das jetzt erscheinende, nebenliegende Kombinationsfeld „Junk“ ist bereits richtig gesetzt. Nun wird jede E-Mail mit Antwortadresse bei GMail als Spam markiert.
  12. Auf die Schaltfläche „+“ neben der eben definierten Aktion klicken.
  13. Es erscheint eine zweite Zeile mit Aktionen. Hier kann „Verschieben der Nachricht in“ belassen werden, und im Kombinationsfeld „Ordner auswählen“ kann man den Ordner auswählen, in dem die Spams verschoben werden sollen. Im Regelfall ist das der Name des E-Mail-Kontos, dort „Posteingang“, dort „Junk“.
  14. Nach einem Klick auf „OK“ ist diese Regel definiert. Nun wird jede E-Mail mit Antwortadresse bei GMail nach dem Abholen automatisch vom Thunderbird als Spam erkannt und aussortiert.

Uff! 😓️

Ich will es mal so sagen: Ich habe noch nie erlebt, dass ein Mensch mit normalen Anwenderkenntnissen auch nur darauf gekommen ist, dass es diese Möglichkeit gibt. (Menschen mit langjähriger EDV-Erfahrung sind natürlich ein anderer Fall, die erwarten das.) Hier ist so viel Nützliches so gut vor denen versteckt worden, denen es nutzen soll, dass die meisten Menschen nichts mehr davon haben. ☹️

Insbesondere ist fast jeder Mensch damit überfordert, wissen zu müssen, dass die „Antwortadresse“ als „Reply-To“ mit Bindestrich geschrieben werden muss. Das ist genau die Art von technischem Wissen, das hinter einer guten Benutzerschnittstelle verborgen werden sollte, um Anwender ohne vertiefte Kenntnisse zur Nutzung eines Computers zu ermächtigen. Stattdessen „erhöht“ die Mozilla Foundation lieber die Benutzerfreundlichkeit, indem sie die vertrauten und vom Fenstersystem zur Verfügung gestellten Menüs in einer ganz normalen Menüleiste durch einen „Hamburger“ ersetzt oder indem sie die vom Benutzer eingestellten Piktogramme des Betriebssystems gegen ihren eigenen Satz von Piktogrammen austauscht, die ich übrigens ausgesprochen hässlich und wegen des Verzichts auf Farbe schwierig „lesbar“ finde. Es hat ja meistens einen Grund, dass Menschen ihren Computer so konfigurieren, wie sie ihn konfigurieren. Zum Beispiel den, dass sich der Computer möglichst wenig in den Weg stellt, wenn man das mit dem Computer machen möchte, was man mit dem Computer eben machen möchte.

Ach! Ich muss jetzt aufhören. Mir schwillt jedes Mal der Hals, wenn ich darüber schreibe oder spreche. Gerade die Mozilla Foundation, die ja auch den mittlerweile stark verhunzten Firefox macht, scheint inzwischen in eine ferne Parallelwelt umgezogen zu sein, fest dazu entschlossen, einfach ohne uns weiterzumachen… 😵️

Zurück zur Spam!

Ach ja, eine Spam hatte ich ja auch noch:

Hallo, ich habe etwas sehr Wichtiges und Vertrauliches mit Ihnen zu besprechen.

Grüße
Richard Wahl

Aber diese Spam ist mal wieder so ein Überraschungsei, dass ich nicht einmal weiß, was der Spammer von mir will. So schade, dass in der E-Mail kein Platz mehr war… 🤭️

Wer auf solche Spams antwortet, kommuniziert mit ganz halbseidenen Gestalten oder mit Kriminellen. Das ist niemals eine gute Idee.

Entf!

¹Ein Dank an Andreas für die Anregung, dass ich das mal schreibe. Es hat übrigens keinen Spaß gemacht…

Re: Spende

Montag, 3. Mai 2021

Abt.: Schreibfauler Vorschussbetrüger

Von: Frau Maria Elisabeth Schaeffler <ssl@pr-group.ru>
Antwort an: maria.schaefflereli@gmail.com

Der Absender ist gefälscht. Alle weitere Kommunikation soll in unverschlüsselter E-Mail, also offen wie mit Postkarten, über eine kostenlos und anonym eingerichtete Freemail-Adresse laufen. Diese Kommunikation könnte auf ihrem Weg durch das Internet nicht nur gelesen, sondern sogar beliebig und nicht nachvollziehbar manipuliert werden, wenn man auf die digitale Signatur seiner E-Mail verzichtet.

Absenderadressen können beliebig und kinderleicht gefälscht werden. Das ist so einfach wie bei der Sackpost: Man kann einfach einen falschen Absender auf einen Briefumschlag schreiben. Der Absender spielt ja für den Transport des Briefes keine Rolle. Er wird also niemals kontrolliert, und eine Fälschung wird niemals bemerkt. Ich könnte die Anschrift des hl. Stuhles oder des Bundespräsidenten als Absender eines Briefes verwenden. Bei E-Mail ist es genauso. Der einzige Unterschied: Bei E-Mail wissen das leider viele Menschen immer noch nicht. Dafür können sie nichts. Die Menschen in Deutschland werden weder von der Schule, noch von der Presse, noch von den unfassbar teuren öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten dazu ermächtigt, als Wissende und Verstehende mit digitalen Medien umzugehen. Meistens drücke ich das weniger vornehm aus und sage: Die Menschen in Deutschland werden in digitalen Dingen vorsätzlich und systematisch dumm gehalten.

Natürlich ist die Mail nicht digital signiert. Der Text dieser E-Mail kann bereits manipuliert sein, und es gäbe für den Empfänger keine Möglichkeit, dies zu bemerken. Das ist der Grund, weshalb es digitale Signaturen gibt und weshalb man sie nach Möglichkeit immer benutzen sollte. Das ist übrigens nicht weiter schwierig und mit jeder guten Mailsoftware in moderner und benutzerfreundlicher Weise möglich. „Modern und Benutzerfreundlich“ heißt hier: Man muss klicken können. 🖱️

Screenshot der PGP-Schlüsselverwaltung für ein E-Mail-Konto im Mozilla Thunderbird

Wer nicht klicken kann, hätte es auch nicht geschafft, diesen Text zu finden und zu lesen. Es gibt für keinen Leser dieses Textes einen Grund, E-Mail nicht mit kryptografischen Methoden abzusichern. Aber dafür gibt es eine Menge guter Gründe, etwas zu tun, was jeder Mensch kann.

Ich selbst habe es schon erlebt, dass Bekannte von mir mit meiner Absenderadresse (natürlich als Fälschung) angeschrieben wurden, um von ihnen auf diese Weise Informationen über mich zu erlangen. Die durchgehende Verwendung (und Prüfung) digitaler Signaturen bewahrt davor, auf einen Trickbetrüger reinzufallen, der zum Beispiel nach oberflächlicher Lektüre einer offenen Stasiakte zum Selberschreiben wie „Facebook“ eine Nachricht wie diese senden könnte: „Hallo Anton, ich hänge hier gerade in Paris fest, bin von Straßenräubern ausgeraubt worden, stehe gerade ohne Papiere und Geld da. Kannst du mir bitte rasch 500 Euro über Western Union senden, damit ich hier schnell wieder wegkomme? Ich gebe dir das Geld gleich nächste Woche zurück. Danke! Bernd“. Und das ist nur eine von hunderten möglicher Betrüger-Geschichten, mit denen man Menschen dazu bringen könnte, wegen einer E-Mail richtiges Geld über anonymisierende Verfahren zu versenden¹. Selbst, wenn ein Trickbetrüger sich ganze zwei Stunden Zeit nehmen würde, um sich in die Beziehungen und Bekanntschaften seines Opfers einzulesen, wäre das noch ein ziemlich guter „Stundenlohn“. Allgemeine Daten wie die Zuordnung von Namen zu Mailadressen hat er leider mehr als ausreichend zur Verfügung. Ein Trickbetrüger nimmt sich aber gar nicht so viel Zeit. Aber wenn man weiß, dass Absender kinderleicht gefälscht werden können und deshalb durchgehend digitale Signaturen verwendete, hätte der Trickbetrüger keine Chance.

An: Recipients <ssl@pr-group.ru>

Die Empfängeradresse der E-Mail ist bedeutungslos und entspricht nicht der Mailadresse des Empfängers. Diese E-Mail geht an ganz viele Empfänger gleichzeitig, die für die anderen Empfänger unsichtbar im BCC:-Header aufgeführt wurden. Dies ist keine persönliche Mitteilung, sondern eine Massenware. 🏭️

Um die eben genannten Dinge zu sehen, muss man kein Experte sein. Es sind nur ganz gewöhnliche Anwenderkenntnisse nötig, die jeder Mensch haben sollte. Ein Experte schaut noch in den Mailheader, benutzt ein paar lustige Programme, die auch nicht schwierig zu benutzen sind und stellt so fest, dass diese E-Mail über die IP-Adresse eines russischen Zugangsproviders versendet wurde.

Die kurze Spam zur Einleitung eines Vorschussbetruges benötigt auf dem Hintergrund dieser ganzen „Kleinigkeiten“ keinen weiteren Kommentar mehr:

Gruß an Sie, freiwillige Spende von 1.7 Millionen Euro, E-Mail für Details jetzt. Frau Maria Elisabeth Schaeffler Geschäftsführerin SCHAEFFLER.

Hier spammt die Geschäftsführerin noch selbst.

Weia, und wie sie spammt! 😂️

Zur Vertiefung des eben Gesagten: Hier ist eine weitere E-Mail aus dem heutigen Mülleingang. Sie wurde ebenfalls über eine russische IP-Adresse versendet, sie ist ebenfalls nicht digital signiert, sie ist ebenfalls eine Massenware und sie macht mir angeblich ebenfalls eine Millionenspende aus dem einzigen Grund, dass ich so eine schöne, geldbedürftig aussehende Mailadresse habe. 📮️

Von: CHARLESWJACKSONJR <tea@aspec.ru>
Antwort an: jackson.jrcw98@gmail.com
An: Recipients <tea@aspec.ru>

Betreff: Glückwunsch!

Ihr E-Mail-Konto wurde für eine Spende von 3.500.000,00 USD für wohltätige Zwecke ausgewählt. Bitte kontaktieren Sie uns für weitere Informationen.

Vielen Dank.

Danke für den Dank! 🗑️

¹Wenn die E-Mail nicht digital signiert ist, sollte man zurückschreiben und fragen, ob ein Telefongespräch möglich ist. Die Stimme ist (noch) viel schwieriger zu fälschen als der Absender eine E-Mail. Das ändert sich gerade, und von vielen Menschen liegen Stimmaufnahmen im offenen Web für den Missbrauch herum, zum Beispiel in Videos auf YouTube oder irgendwelchen Social-Media-Websites. Wer mir das nicht glaubt, sollte mal eine gute Suchmaschine für das Web benutzen und damit nach „deep fake“ suchen.