Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Kategoriearchiv „Sonstiges“

EuGH: Die Spam vom Freemail-Provider ist Spam

Donnerstag, 25. November 2021

Keine Spam, sondern ein Hinweis auf einen lesenswerten Artikel bei Heise Online:

In dem verhandelten Fall beanstanden die Städtischen Werke Lauf a.d. Pegnitz (StWL) vor deutschen Gerichten eine einschlägige Werbemaßnahme des konkurrierenden Stromlieferanten Eprimo aus der Eon-Gruppe. Dieser hatte eine Werbeagentur beauftragt, mit dem Hinweis „Anzeige“ versehene Werbeeinblendungen in E-Mail-Postfächern von Nutzern des kostenlosen E-Mail-Dienstes T-Online zu schalten. Vergleichbare Inbox-Werbung ist auch bei Anbietern wie GMX, web.de und Gmail üblich.

Nach Ansicht der Stadtwerke verstößt diese Maßnahme gegen die Vorschriften über unlauteren Wettbewerb. Diese Werbetechnik unterscheide sich zwar vom technischen Modell der E-Mail, sei aber aus dem Horizont des Empfängers der unerwünschten Mail (Spam) zum Verwechseln ähnlich. […]

Die Luxemburger Richter weisen nun in dem Urteil in der Rechtssache C-102/20 laut einer Mitteilung darauf hin, dass die E-Privacy-Richtlinie darauf abzielt, Teilnehmer gegen die Verletzung ihrer Privatsphäre durch unerbetene Nachrichten für Zwecke der Direktwerbung zu schützen. Dieses Anliegen müsse unabhängig von der zugrunde liegenden Technologie gewährleistet sein.

Ganzen Artikel lesen: Europäischer Gerichtshof: Inbox-Werbung bei Mail-Diensten grenzt an Spam bei Heise Online.

Nicht, dass jemand noch versehentlich zustimmt, wenn demnächst von den diversen Freemail-Providern (gern auch mit vorsätzlich irreführenden Texten) um Zustimmung zu diesem unseriösen Geschäftsmodell des Vergällung erwünschter menschlicher Kommunikation mit meist völlig unerwünschter Spamreklame gebeten wird. Zwang und Drohungen dürfen dabei übrigens lt. Urteil nicht angewendet werden.

Ja, da brechen ganze Geschäftsmodelle weg. Aber das ist nicht mein und auch nicht ihr Problem. Ich finde es sogar erfreulich, wenn die Geschäftsmodelle von Spammern wegbrechen.

Firefox!

Dienstag, 16. November 2021

Der Firefox-Browser der Mozilla-Foundation beglückt jetzt manchmal seine Leser beim Start mit einer unverlangten Reklameseite für andere Produkte der Mozilla-Foundation:

Screenshot eines frisch gestarteten Firefox-Browsers, der Reklame für den VPN-Dienst Mozilla VPN anzeigt.

Diese überrumpelnde und spamartige Reklame – oder, um es mit dem intelligenzverachtenden PR-Schönsprech der Mozilla-Foundation zu sagen: Diese Willkommensseite (Archivversion)¹ – die übrigens zu jedem beliebigen Zeitpunkt nach aus Anwendersicht undurchsichtigen Kriterien erscheinen kann, steht leider in einer langen Firefox-Tradition der Gängelung von Nutzern und Missachtung ihrer Bedürfnisse. Ja, der eben von mir verlinkte Text ist sieben Jahre alt. Und da ging es schon ein paar Jahre. Geändert hat sich seitdem nichts, sondern ganz im Gegenteil. Vermutlich fragen sie sich in der Mozilla Foundation inzwischen jeden Tag, warum kaum noch jemand ihren tollen Browser nutzt, und dann bauen sie einfach die nächste derartige Beglückungsidee ein, trinken gemeinsam einen Eimer Lack und klopfen sich gegenseitig auf die Schulter für ihre grandiose Idee.

Wenn ich persönlich nach einem VPN-Anbieter suchen würde, käme Mozilla VPN nach dieser überrumpelnden, spamartigen Reklame für mich nicht mehr in Frage.

¹Dort steht übrigens auch, wie man diese Beglückungsidee abstellt.

Gefällt mir, bitte überall nachahmen!

Freitag, 17. September 2021

Hier geht es nicht um eine illegale Spam, sondern um eine Tagesschau-Meldung zur ganz gewöhnlichen und leider legalen Reklame im öffentlichen Blickraum [Archivversion gegen die von Presseverlagslobbyisten durchgesetzte Pflicht der ARD zur Depublizierung ihrer Inhalte].

Beschluss des Stadtparlaments
„Null Werbung“ in Genf ab 2025

„Werbung verschandelt die Stadtlandschaft“, sagt Emmanuel Deonna von der Initiative „Zéro Pub“ – also: „null Werbung“. „Ohne Werbung würden wir hier das Flussufer der Arve sehen und die schönen Bäume auf den Quais.“ Doch hier, im Genfer Stadtteil Carouge, versperren mehrere hintereinander auf dem Trottoir installierte Plakatwerbewände die Sicht […] Aber damit soll nun bald Schluss sein. Als erste Stadt in der Schweiz will Genf kommerzielle Werbeplakate ab 2025 aus dem öffentlichen Raum verbannen. So hat es gerade die rot-grüne Mehrheit im Stadtparlament beschlossen.

Warum eigentlich nur in Genf? Und warum nur kommerzielle Werbeplakate? Ich will es mal so sagen: Hier in Hannover hätte ich kein einziges dieser teilweise intelligenzverachtenden Plakate zur Kommunalwahl und zur Bundestagswahl vermisst, wenn es mir nicht in die Landschaft gestellt worden wäre. Die Entfernung des auf Kunststoff gestempelten Gesichts von Gerhard „Hartz-IV-Generalsekretär“ Scholz¹ mit dem beleidigendem Wort „Respekt“ darüber aus dem gesamten öffentlichen Blickraum ist eine Verschönerung. Schade, dass ich darauf noch wehrlos ein paar Tage warten muss, denn die Zerstörung dieser Unverschämtheiten ist eine Straftat.

Eine Welt ohne Reklame ist eine bessere Welt. Wer Reklame macht und in den öffentlichen Blickraum hängt, ist ein Weltverschlechterer.

¹Ich weiß, dass er Olaf Scholz heißt.

Az.: 11 O 47/21

Donnerstag, 2. September 2021

Dies ist keine Spam, sondern ein Hinweis auf einen in meinen Augen lesenswerten Artikel.

Es ist immer wieder erstaunlich, auf was für Ideen windige Geschäftsleute kommen, um Menschen mit Reklame zu belästigen. Banküberweisungen zum Beispiel:

Unternehmen dürfen nicht unaufgefordert einen Cent an Verbraucher überweisen, um deren Kontoauszüge als Werbefläche zu nutzen. Dieses Vorgehen stellt eine unzumutbare Belästigung dar, entschied das Landgericht Wiesbaden in einem Urteil vom 1. Juni 2021 im Fall eines Vermögensanlagevermittlers. In dem betreffenden Fall hatte ein Wettbewerber Kenntnis davon erlangt, dass ein Vermögensanlagevermittler Ein-Cent-Beträge an verschiedene Verbraucher in ganz Deutschland überweist. Der Verwendungszweck der Überweisung führte dann die Website des Vermittlers und den Namen des Unternehmens auf. Außerdem hieß es: „Dankeschön für Ihr Vertrauen. Neue Crowd-Funding-Emission“.

Das Aktenzeichen des Urteils steht im Betreff.

Mit „Dank für Nichts“, damit man auch gleich ahnt, wie windig und halbseiden dieser Typ wohl sein mag, der lieber das Geld anderer Leute als sein eigenes anlegen möchte und dafür mit Kontoauszug-Spam wirbt.

Kurz verlinkt

Mittwoch, 1. September 2021

Keine Spam, sondern ein Hinweis auf einen in meinen Augen (trotz seiner Auslassungen und seiner Unvollständigkeit) lesenswerten Artikel in der Telepolis: Wie Marketing unserem Planeten einheizt von Christian Kreiß.

Werbung und Marketing verschlingen große Mengen an Ressourcen -– Kraft, Geld, Zeit, Brain, Energie – und sind einer der größten Treiber der vom Menschen verursachten Klimakrise. Werbung steht damit meines Erachtens mit im Zentrum unserer Klimakrise.

Denn ohne das permanente Werbe-Sperrfeuer würde unser ganzes Wachstumsmodell, das uns ständig in mehr und neue Produkte und Dienstleistungen treibt, in „Haben“ statt „Sein“, in Gier statt Zufriedenheit, nicht funktionieren.

Deshalb ist jeder Euro Werbeersparnis ein realer Gewinn nicht nur für unsere Umwelt und unser Klima, sondern auch für uns Menschen und macht unsere Welt lebenswerter.

Werbung ist einer der stärksten Treiber unseres umweltzerstörenden und umweltverachtenden Verhaltens

Zumindest an diesem zitierten Teil habe ich nichts auszusetzen…

Microsofts Desktop-Spams in Windows 10

Mittwoch, 2. Juni 2021

Screenshot einer Systembenachrichtigung in Windows 10 -- Microsoft Bing -- Microsoft recommends different browser settings. Want to change them? -- What you'll get: -- Fast and secury search results with Bing -- The latest trending news on your homepage -- [Yes, change settings] -- [Maybe later]

Ich würde ja kein Betriebssystem haben wollen, das immer wieder einmal versucht, mich zu überrumpeln. Tatsächlich möchte ich nicht einmal für wenige Minuten mit einer Software arbeiten, die nach Meinung ihres Herstellers dazu da ist, mich nach Trickbetrügermethodik zu bestubsen. Windows 10 bleibt ein unerträgliches Spam-Betrübssystem vom Erfinder der Desktop-Spam. Gut, dass es Alternativen gibt!

Auf allen Wegen…

Dienstag, 11. Mai 2021

…soll uns die Dauerbefeuerung mit Reklame erreichen, und wenn mal keine eigens dafür gemachten Werbeflächen im öffentlichen Blickraum herumstehen, etwa dort, wo Menschen „ins Grüne“ gehen, dann wird die Reklame eben einfach auf den Weg gesprüht:

Auf einen Weg gesprühte Reklame: Stehst du auf Studentenjobs? -- Jetzt Zenjob-App downloaden -- Zenjob -- Your time, your rules

Der schablonenschneidende Werber, der wie gewohnt weniger Deutsch kann, als er Englisch textet und der hier obszönerweise von meiner Zeit und meinen Regeln faselt, hat keine hinreichend großen Hemmungen, den Rad- und Gehweg am Peter-Fechter-Ufer gegenüber des Ihmezentrums nach seinen Regeln zu „dekorieren“. Generell scheinen ihm Regeln des zivilisierten Miteinanders in seinem sehr einseitigen Kommunikationsverlangen ziemlich gleichgültig zu sein. Was das über die angebotenen Arbeitsverhältnisse – neudeutsch: Jobs – vermuten lässt, überlasse ich mal aus Gründen des umfänglichen Rechtsschutzes für beleidigte Leberwürste in der Bundesrepublik Deutschland der Intelligenz meiner Leser.

An „Zenjob“ sei in diesem Kontext nur eines geschrieben: Für einen ersten Eindruck habt ihr keine zweite Chance mehr. 🤢️

Wer für diese asoziale Vergällung eines schönen Weges verantwortlich ist, wird aus dem Inhalt ja – im Gegensatz zu gewöhnlichen Graffitischmierereien – deutlich genug, und in diesem Sinne kann ich nur hoffen, dass das Ordnungsamt der Stadt Hannover einen juristisch nicht anfechtbaren Grund findet, diesen aufmerksamkeitsgeilen Spazierwegspammern ein gesalzenes Bußgeld und die Kosten der Wegreinigung reinzudrücken. Denn wenn man solche Gesichter einfach gewähren lässt, dann werden wir in zwei Jahren keinen reklamefreien alsfaltierten Weg mehr haben. Und zwar nirgends.

Foto: @openbotnet@twitter.com.

Google: Die Top-Adresse für Schadsoftware

Dienstag, 2. März 2021

Keine Spam, sondern ein Videotipp.

Ich benutze Google schon seit Jahren nicht mehr als Suchmaschine und habe inzwischen ganz vergessen, wie schlimm Google wirklich ist. Was einem passiert, wenn man mit dem von SEO-Spammern unbrauchbar gemachten Google nach Freier (oder wenigstens kostenloser) Software sucht, demonstriert SemperVideo in einem kurzen Video an einem sehr unerfreulichen Beispiel.

Das ist eine unbedingte Empfehlung an alle, die das Web immer noch mit Google durchsuchen. Alternative Suchmaschinen kann man sogar mit Google finden. Ich verwende übrigens DuckDuckGo.