Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Schlagwortarchiv „Frankreich“

Baccarat-Site

Mittwoch, 20. Februar 2019

Die grunzende SEO-Kommentarspamsau des Tages: casinomax.xyz

Baccarat-Site: So nannte sich – allerdings auf Koreanisch, also 바카라사이트 – der Vollidiot mit seiner dynamisch vergebenen IP-Adresse eines französischen Zugangsproviders (also vermutlich ein mit Schadsoftware übernommener und zum fernsteuerbaren Bot gemachter Privatrechner), der hier auf Unser täglich Spam den folgenden Kommentar veröffentlichen wollte:

Active weblog commenting is essential past SEARCH ENGINE OPTIMISATION.

Natürlich hat dieser Großhirnkleinanleger dabei auch gleich klar gemacht, wie gut er SEO versteht und deshalb das koreanische Wort für eine Baccarat-Website als Namen angegeben und mit der ganz gewiss nicht empfehlenswerten Website in der Domain casinomax (punkt) xyz verlinkt, indem er diese als seine Homepage angegeben hat.

Wie der spammende Durchfalltrinker und Intelligenzallergiker allerdings auf die sonderbare Idee gekommen ist, dass die gemeinsame Erwähnung der beiden großen spammigen Müllthemen des Internet, nämlich Glücksspiel-Websites und SEO, durch irgendeinen Spamfilter dieser Welt hindruchkäme, ist ein tiefes Geheimnis unerforschter Abgrundschlünde der Dummheit, das sich mir einfach nicht erschließen will.

Dem mit der Spam gegebenen Selbsturteil des Spammers, dass sein windiger Zockladen solcher Formen des Spam-Marketings bedarf, weil sonst niemand auf die dumme Idee käme, dort mal vorbeizuschauen und ein bisschen Geld bei vom Veranstalter beliebig und unentdeckbar manipulierbaren „Spielen“ zu verzocken, getraue ich mich natürlich nicht zu widersprechen. In diesem Sinne: Spart euch die Erfahrung, von irgendwelchen windigen Zockschuppen im Internet abgezogen zu werden! Man kann nämlich Besseres mit Geld anfangen, als es solchen Gesichtern zu geben.

Ich werde mir auch in Zukunft immer wieder einmal einen dieser „Kommentatoren“ rauspicken, die mit verlinkten Keywords die Indizes der Suchmaschinen beeinflussen wollen, auf dass die Menschen nicht mehr das finden, was sie suchen, sondern das, was die SEO-Kommentarspammer sie finden lassen wollen. Diese „Kommentare“ sind reine Spam, ein asozialer, widerwärtiger und böser Missbrauch von Kommunikationskanälen auf Kosten vieler anderer Menschen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Formen der Spam steht hier jedoch ein Verursacher mit Sicherheit fest – eben der Betreiber der so „hochgebrachten“ Website. Es kann sich auch nicht um Sabotage durch den Mitbewerb handeln, denn niemand kann ein Interesse daran haben, dass sein Konkurrent einen Vorteil am Markt erlangt. Deshalb werde ich diese Websites, die ganz sicher von Leuten betrieben werden, die selbst spammen oder Spam bei anderen Leuten in Auftrag geben, hier immer wieder unter Namensnennung, aber ohne Link erwähnen und als Spammer brandmarken. Wenn sie eine gewerbliche Website betreiben und eine solche „lobende Erwähnung“ nicht wünschen, kann ich ihnen nur empfehlen, auf das gleichermaßen asoziale wie illegale Werbemittel der Spam zu verzichten. Sie könnten es ja mal mit Inhalten versuchen, die auch Leser anziehen.

Eldred Sephus

Montag, 26. Februar 2018

Diesen hübschen Namen gab sich der hässliche Krepel mit seiner dynamisch vergebenen IP-Adresse aus Frankreich, der den folgenden, eigenhändig über die Zwischenablage in Textfeld kopierten „Kommentar“ hier auf Unser täglich Spam veröffentlichen wollte, aber aus inhaltlichen Gründen am Spamfilter scheiterte:

Ich habe eine Weile von dieser leeren Bankomatkarte gehört, und ich habe sie wegen meiner Zweifel nie wirklich interessiert. Bis ich eines Tages einen Hacker namens Engineer Michael entdeckte, ist er wirklich gut darin, was er macht. wird ausgegeben Blank ATM-Karte, um Menschen zu helfen und Menschen reich zu machen. Ich war überrascht, nachdem er mir meinen geschickt hat, nachdem er getan hat, was er fragte, erhalte ich die Karte von ups Lieferung mit meinem Stift. Ich benutze es in jedem Geldautomaten, es funktioniert gut ohne jede Spur, ich Cash $ 5000 täglich jeden Tag. Gott segne Sie, mein Herr. bitte mailen Sie an micharelatmhacker@gmail.com oder schreiben Sie ihm eine SMS an +1850800xxxx. Ich sorge mich auch um dich, ich will, dass du reich bist und glücklich bist wie ich. Bitte sag ihm, dass ich seine Informationen für das, was er für mich getan hat, teile. versuche und probier dein und sei reich. Gott segne dich Michael.

Und nein, natürlich gibt einem dort kein Weihnachtsmann aus lauter Lust am Glücklichmachen eine Karte, mit der man beliebige Mengen Geld am Geldautomaten ziehen kann. Wenn eine solche Karte existierte, wäre schon längst das technische Verfahren verändert worden, damit die ausgebeutete Lücke nicht mehr ausgebeutet werden kann. Die Banken haben es schließlich nicht vom Geben und Sich-nehmen-Lassen, sondern umgekehrt. Aber trotzdem darf, wer darauf hereinfällt, mit allerlei Bullshitbegründungen (an einen Typen, der sich doch angeblich beliebige Mengen Geldes einfach so an überall herumhängenden Automaten abholen kann) ein „bisschen“ Geld bezahlen. Ein „bisschen“ heißt hier: Einige tausend Euro. Scheibchenweise. Mit vielen Telefongesprächen und lauter lustigen Geschichten. Natürlich wird das Geld nicht mit einer Banküberweisung an die Betrüger übermittelt, sondern über ein anonymisierendes Verfahren wie Western Union oder auch über Bitcoin und vergleichbare „Kryptowährungen“. Dieses Geld für eine angebliche Wunderkarte ist weg. Es wurde irgendwo auf der Welt von einer kleinen, gut eingespielten Bande abgeholt, die nur Spott für die leichtgläubigen Menschen übrig hat, und dort wurde das ergaunerte Geld recht unmittelbar in die Förderung der lokalen Bordellwirtschaft und des Rauschmittelhandels investiert.

Wisst ihr übrigens, wie der Kommentarbereich eines Blogs ohne wirksame Spamfilterung aussieht? Er sieht irgendwann so aus, und es kommt immer mehr davon nach. Das ist es, was Spammer mit ihrem illegalen und asozialen Müll aus einem Ort für menschlichen Gedankenaustausch machen: Eine Abkippstelle für unfassbar dumme und intelligenzbeleidigende Überrumpelungsversuche, in der jegliches Miteinander verschüttet wird.

Was man an diesem bemerkenswerten Kommentarthread allerdings auch sieht – hier eine Archivversion, falls dort doch noch einmal aufgeräumt wird – ist, dass der Trickbetrug mit der „gehackten Geldautomatenkarte“ zumindest in der Kommentarspam das Zeug hat, zum Nachfolger des Trickbetruges mit dem günstigen Darlehen an Menschen ohne Bonität zu werden. Und das bedeutet, dass es tatsächlich eine Menge Menschen zu geben scheint, die darauf hereinfallen – obwohl die Nummer für jeden auch nur kurz nachdenkenden Geist eine noch größere Zumutung als das durch Kommentarspam beworbene, günstige Darlehen für jeden ist. Sind die Menschen wirklich so dumm? Sind sie nach drei Jahrzehnten politisch gewollter Massenverarmung teilweise so verzweifelt, dass sie sich an solchen Strohhalmen festhalten wollen, um nicht unterzugehen?