Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Kategoriearchiv „Sonstiges“

Werbeanfragen…

Mittwoch, 3. Mai 2017

Hier geht es nicht um eine Spam, sondern um einen Link auf einen meiner Meinung nach interessanten und lesenswerten Text im Web.

Jeder Mensch, der eine Website betreibt, bekommt immer wieder einmal unaufgefordert zugsandte E-Mails mit Anfragen, ob er nicht für eine Faustvoll Groschen seine Leser mit Werbung belästigen möchte – auch ich, der ich Werbung völlig ablehne, bleibe davon nicht verschont und habe einen seit vielen Jahren klar kommunizierten Standpunkt zu diesem leidigen Thema. Das hat aber zumindest den halbseidenen bis offen kriminellen Teil der Branche noch nie davon abgehalten, es dennoch einfach mal bei mir zu versuchen.

Grundsätzlich ist festzuhalten, dass diese Angebote durch die Bank weg nicht empfehlenswert sind.

Erstens ist das Betreiben einer Website (wenn man sein Schreiben nicht als entlohnenswürdige Arbeit betrachten will, sondern aus Lust, Frust, Bedürfnis und Freude schreibt) sehr preisgünstig. Ich weiß zum Beispiel im Moment nicht genau, was ich morgen essen werde (ich lebe vom Betteln, und es sieht gerade sehr mau bei mir aus), aber ich bin immer noch dazu imstande, meine kleine Website zu unterhalten. So preisgünstig ist das Betreiben einer Website. Da muss nichts „finanziert“ werden. Jeder Modelleisenbahner hat ein teureres Hobby.

Zweitens ist Werbung für die allermeisten Menschen unerwünscht. Warum sollte ich die paar Leser, die sich aus für mich nicht immer nachvollziehbaren Gründen auf meine Seiten verirren, mit so einem Mist belästigen? Da müsste ich sie ja regelrecht verachten. Das sähe natürlich völlig anders aus, wenn ich für etwas Werbung machte, was ich jeden Tag benutze und wovon ich auch persönlich überzeugt bin – aber darum geht es bei den spamartig versendeten Werbeanfragen halbseidener Klitschen eben gerade nicht.

Drittens ist eine Website ohne eingebettete Werbung und ohne andere Gewinnerzielungsabsicht nicht-kommerziell, was bei eventuellen, in der Bundesrepublik Deutschland gar nicht so seltenen Rechtsstreitigkeiten zur rechtsmissbräuchlichen Durchsetzung des „Schutzbedürfnisses“ beleidigter Leberwürste Vorteile haben kann. Ich stehe deshalb zum Beispiel mit niemandem im Wettbewerb, und die Nichtanwendbarkeit jeglichen Wettbewerbsrechtes ist eine erhebliche Erleichterung beim Schreiben und Veröffentlichen, nämlich eine Schere weniger im Kopf. Das Betreiben einer harmlosen, persönlich geprägten Website ist in der Bundesrepublik Deutschland mit ihrem absurden Recht wahrlich Minenfeld genug!

Viertens geht im Kontext meiner Website für den Besucher intransparent ausgeführter Code von irgendwelchen Dritten, die mir das Postfach mit der Bitte um eine solche Möglichkeit vollmachen, gar nicht. Ganz im Gegenteil: Ich fordere immer wieder meine Leser dazu auf, dieses unnötige Sicherheitsrisiko mit einem geeigneten Browser-Addon zu vermeiden. Hätte ich derartige Reklame auf meinen Seiten, würde ich mir ins eigene Fleisch schneiden, wann immer ich meine Leser zur Herstellung von Computersicherheit auffordere, denn diese Aufforderung zur Vernunft würde mich Geld kosten. Das ist übrigens der tiefere Grund dafür, weshalb die Menschen niemals auf Pressewebsites über einfache Maßnahmen zur Verbesserung der Computersicherheit aufgeklärt werden. Ganz im Gegenteil.

Fünftens bin ich der Meinung, dass jeder mit relativ geringem Aufwand an Zeit und Kosten eine Website aufmachen kann. Es muss mir also keiner Geld dafür geben, dass sein Artikel (mit meist SEO-trächtigen Reklamelinks) bei mir erscheint und für meine wenigen (mit solchem Mummenschanz wieder einmal offen verachteten) Leser den Ersten-Blick-Eindruck erweckt, er käme von mir. Jemand, der so etwas nötig hat, belegt damit bereits, was für eine Meinung er selbst über seinen eigenen, von ihm zur Veröffentlichung in irgendwelchen Irreführungs-Kontexten vorgesehenen Informationsschrott entwickelt hat. Dieser so deutlich durch Tat und Auftreten belegten Meinung habe ich dann kein weiteres Wort hinzuzufügen. Jedenfalls kein druckreifes. :twisted:

Schließlich sind es im Regelfall auch nicht die erfreulichsten Produkte, die auf eine solche Weise angepriesen werden sollen – und genau darum geht es auch in dem gleich verlinkten Artikel.

Jürgen von BitBlokes hat sich mal etwas genauer angeschaut, was es eigentlich für ein Produkt ist, für das er auf seiner Website Werbung schalten sollte und ein paar Worte dazu geschrieben. Mit Screenshot von VirusTotal… :shock:

Bitte seid etwas besser als die für ein bisschen Judaslohn ihre Leser offen verachtende Journaille…

Bei der Computer Bild wird die Software als auf Viren geprüft angeboten und ist sogar Redaktions-Tipp

…und kommt niemals auf die Idee, euren Lesern und damit indirekt auch euch selbst so etwas anzutun. Eine E-Mail, die mit Geld winkt und dafür um Werbeplätze bittet, gehört standardmäßig in die Rundablage – und von dieser Regel gibt es nur sehr wenige Ausnahmen.

Google: Holen sie sich unsere Smartspam in die Bude!

Samstag, 18. März 2017

Smart gadgets -- Stupid people

Dies ist wieder einmal keine Spam, sondern ein Lesetipp und Hinweis auf einen Artikel bei Golem:

Googles Lautsprecher mit Sprachassistent Home hat unaufgefordert vom neuen Disney-Film Die Schöne und das Biest erzählt und auf dessen Filmstart hingewiesen. Werbung soll das Google zufolge nicht sein, sondern „eine von unseren Partnern geteilte Geschichte“ – also Werbung

Wenn ein Spammer sagt, dass seine Spam keine Spam sei, ist es ganz sicher eine Spam.

Allerdings: Mein Mitleid mit Menschen, die sich irgendwelchen Internet-der-Dinge-Tinnef vom weltgrößten privatwirtschaftlichen Überwachungsunternehmen und Reklamevermarkter freiwillig in ihre Wohnung und damit in ihren persönlichen Rückzugs- und Lebensbereich stellen, ist von submikroskopischem Ausmaß. Gehirn gibt es von ihrer Evolution. Bedienen sie sich einfach! Es kostet sie nichts. Und vor allem und verdammt noch mal: Benutzen sie es auch! Vielleicht erübrigt sich dann auch die Investition in so genannte „Assistenten“

Zu anstrengend? Erich Mielke wäre stolz auf sie gewesen.

Adobe!

Freitag, 10. Februar 2017

Keine Spam, nur ein kurzer Hinweis und ein Link zu Heise Online.

Adobe (engl. für „getrockneter Lehmziegel“, was sehr gut die „Intelligenz“ eines derartigen Marketings widerspiegelt) ist nicht nur eine Unternehmung, die Software herstellt, sondern auch eine Unternehmung, die nicht das geringste Problem damit zu haben scheint, wenn ihre Reklame den Eindruck illegaler, asozialer, direkt von den Internetkriminellen abgeschauter Spam-Methodik erweckt:

Obwohl das Opt-Out für Werbemails längst gesetzt ist, hört die Mail-Flut nicht auf. Als Folge leite ich jegliche Mail von Adobe automatisiert in den Papierkorb um. Freunden rate ich, zum Registrieren der Software doch besser eine Adresse zu benutzen, die sie nicht zum Mailabruf nutzen – ganz so, wie die Werber ja selbst keine Absenderadressen benutzen, auf die man antworten könnte […] Die künstliche Dummheit von Adobes Werbestrategie hat dumme Folgen. Denn sie hält mich sogar davon ab, weitere Produkte aus dem Hause Adobe auch nur in Betracht zu ziehen

Angesichts solch konzentrierter Kundenverachtung bekomme ich volles Verständnis für Menschen, die sich eventuell benötigte Software aus illegalen Quellen „ziehen“, denn das erspart einem die Registrierung und die anschließende Quasispam-Flut von Adobe – und damit eine „Benutzererfahrung“, die mich an diesen Arbeitsalltag eines Industrietauchers erinnert. :twisted:

Wenn wir nicht alle damit beginnen, Spam in jeder Form zu ächten, wird Spam irgendwann von Werbern und vergleichbarem menschlichem Abschaum als ganz normales Mittel der Reklame erachtet und täglich tausendfach ins Mailpostfach verklappt werden – bereits jetzt gibt es börsennotierte wirtschaftliche Unternehmen mit erheblichem Börsenwert, die ihr Geschäft auf Grundlage von illegaler und asozialer Spam aufgebaut haben. Leider viel zu erfolgreich… :(

Nur noch achtzig Tage…

Donnerstag, 26. Januar 2017

„Nur noch achtzig Tage bis Ostern, und Weihnachten beginne ich sogar schon im August“ – das scheint sich ungefähr der Werber gedacht zu haben, der dieses Schaufenster einer Apotheke an der Kreuzung Geibelstraße/Hildesheimer Straße in Hannover dekoriert hat:

Mit Osterhasen dekoriertes Schaufenster einer Apotheke mit dem Text: 'Wir ertragen den Winter und freuen uns auf Ostern'.

Und was sonst hätte der arme Werber zur Präsentation eines Quacksalbereiproduktes zur angeblichen „Stimulierung des Immunsystemes“ schreiben sollen? Die Wahrheit geht ja nicht, denn niemand gibt Geld für überteuertes und wirkungsloses Zeug aus, wenn in der Reklame steht, dass es sich um wirkungsloses Zeug handelt.

Windows 10, das Spam-Betriebssystem

Mittwoch, 25. Januar 2017

Microsoft hat in seinem Streben, die Desktops von Windows-10-Nutzern mit der von Microsoft erfundenen Methodik der Desktop-Spam (siehe hier und hier) mit überrumpelnden Fehlinformationen vollzupflastern, eine völlig neue Art der Schadsoftware erfunden:

Screenshot einer Benachrichtigung unter Windows 10: Microsoft Edge ist sicherer als Firefox. Es blockiert 21% mehr Social Engineering-Schadsoftware. Weitere Informationen.

BULLSHIT AHEAD!Wer nicht sofort bemerkt, dass es sich hier um Bullshit handelt, lese bitte das entsprechende Lemma in der Wikipedia und werde wissend, was das Wort Social Engineering bedeutet! Diese Vorgehensweise hat nichts mit irgendeiner Schadsoftware zu tun.

Dass Microsoft aus mir nicht bekannten Gründen zur Auffassung gekommen ist, dass sich Microsofts Webbrowser „Edge“ trotz der Tatsache, dass er völlig kostenlos ist, den Leuten nur mit Spammethodik aufdrängeln lässt, beinhaltet ein Urteil, das Microsoft selbst über Microsofts Webbrowser „Edge“ gefällt hat und dem ich mich nicht zu widersprechen getraue. Dieses von Microsoft selbst auf den Webbrowser „Edge“ geworfene trübe Licht wird noch durch den überrumpelnden, auf offenbare Fehlinformation des Anwenders ausgerichteten Unsinn weiter eingetrübt. Dass dazu forsch eine entweder ausgedachte oder höchst unseriös ermittelte Zahl gestellt wird, die beim eingeschüchterten Unwissenden den Eindruck von Objektivität und Untersuchung vermitteln soll, ist eine offene Verachtung der Intelligenz jener Menschen, die mit solchen Meldungen beglückt werden sollen und ein ebenso offener Versuch ihrer Verdummung. In wie weit man in diesem Kontext andere Aussagen Microsofts zur Sicherheit und Brauchbarkeit seiner jüngeren Produkte bewerten sollte, überlasse ich unter den Bedingungen des vollumfänglichen Rechtsschutzes für beleidigte Leberwürste in der Bundesrepublik Deutschland gern der Intelligenz meiner Leser.

Einmal ganz davon abgesehen, dass Microsoft sein Betriebssystem Windows 10 als Infrastruktur für die Verbreitung von intelligenzverachtender, in der Methodik von Kriminellen abgeschauter Spamreklame zu betrachten und zu benutzen scheint. Das allein ist bereits widerlich! Ein Grund zum Vertrauen sieht jedenfalls anders aus.

Screenshot via @rugk@gnusocial.de

Immer wieder übel: Microsofts Desktop-Spam

Samstag, 7. Januar 2017

Microsoft setzt seinen einmal eingeschlagenen Weg des Marketings von Microsoft-Produkten durch überrumpelnde, nutzerverachtende und in der Methodik von Kriminellen abgeschaute Desktop-Spam fort und beglückt Anwender der aktuellen Version von Microsoft Windows mit dem folgenden Hinweis (Foto von einer englischen Version von Windows 10):

Firefox is draining your battery faster. Switch to Microsoft Edge for up to 75% more browsing time.

Der damit kundgegebenen Auffasung Microsofts, dass sich der Microsoft-Webbrowser „Edge“ ohne Spammethodik im Marketing nicht unter die Leute bringen lässt, wage ich nicht zu widersprechen. Eine Empfehlung ist das meiner Meinung nach nicht, und zwar weder für Microsoft Windows noch für den Microsoft-Browser „Edge“. Wenn dieses Vorgehen auf Akzeptanz trifft oder gar erfolgreich ist, können sich Anwender von Microsoft Windows schon einmal darauf einstellen, dass derartige Spam-Hintertüren im Betriebssystem demnächst von Microsoft für Werbezwecke vermarktet werden.