Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Schlagwortarchiv „Vietnam“

Ohne Betreff

Samstag, 26. Mai 2018

Zwar ohne Betreff, weil sich ja auch die Überraschungseier so gut verkaufen… und damit die Überraschung noch größer wird, kommt diese Spam gleich mehrfach auf der gleichen Adresse an. Versendet wurden meine Exemplare übrigens über einen gemieteten Server aus Vietnam, und ich hoffe für den Hoster, dass er Vorkasse genommen hat, denn sonst wird der sicherlich niemals bezahlt.

Von: Mavis Wanczyk <nnkhanh@han.misa.com.vn>
Antwort an: Mavis Wanczyk <maviswancyzk2016@gmail.com>

Ohne Betreff… aber dafür mit gefälschtem Absender – und für die weitere Kommunikation soll eine anonym und kostenlos einzurichtende Mailadresse bei Googles Freemail-Angebot verwendet werden. Natürlich ist diese Mail, in der es, wie wir gleich lesen werden, angeblich um 5,8 Megaøre geht, unverschlüsselt, obwohl es eine Kleinigkeit wäre, meinen öffentlichen PGP-Schlüssel zu finden und die für solche Kleingeldgeschäfte erforderliche Vertraulichkeit herzustellen. Und nein, der Link eben war nicht die einzige Möglichkeit.

Spätestens jetzt kann man, wenn man nicht mal wieder herzhaft lachen möchte, mit jeder weiteren Lektüre aufhören.

Attn: Lieber Begünstigter

Das ist aber nicht mein Name. ;)

Dies ist das dritte Mal, […]

Nein, so zurückhaltend warst du nicht, ich habe schon zehntausende Spams in dieser Machart gesehen.

[…] dass ich Ihnen diesen Benachrichtigungsbrief […]

Nein, das ist kein Brief. Denn um einen Brief auf Papier zu schreiben, hättest du dir Mühe geben müssen und um ihn zu versenden, hättest du Kosten gehabt. Kosten magst du nicht, weil du das Geld lieber ins Bordell trägst, und deshalb benutzt du lieber ein Spamskript. Und wenn du dir Mühe geben wolltest, könntest du auch gleich arbeiten gehen und brauchtest nicht mehr zu spammen.

[…] bezüglich Ihrer verlassenen ATM-Visa-Karte im Wert von 5,8 Millionen Euro […]

Nein, ich habe meine Kreditkarte mit dem Zaster drauf nicht verlassen. Ich habe sie nie gehabt. Das ist ja, als ob mir einer von Gabi erzählt… „Aber ich kenne gar keine Gabi“… „Gabi, klar, kennste, warste auch mal mit zusammen“. :mrgreen:

[…] von meinem Powerball-Jackpot geschickt habe […]

Da will ich mal hoffen, dass das Hodensäckchen die Kraftbällchen noch halten kann. Wäre ja schlimm, wenn dieser ganze Power einfach so ausbräche.

[…] und keine positive Antwort von Ihnen erhalten habe oder wie Sie Ihre Bankkarte erhalten möchten.

Hey, Idiot! Dann hör doch einfach damit auf, mich vollspammen! Ach, das geht nicht, weil du vom Spammen lebst und darauf angewiesen bist, dass immer wieder irgendwelche Leute auf dich reinfallen und dir eine Vorleistung nach der anderen bezahlen, um an irgendwelches Fantasiegeld zu kommen? Tja, tut mir leid, das Leben ist hart!

Bin es leid, herauszufinden und die Bank Fragen zu stellen, warum diese Bankkarte oder Spendengeld nicht auf Ihr Bankkonto überwiesen wurde.

Hey, Idiot! Du glaubst, mein Name sei „Lieber Begünstigter“, aber du kennst meine Kontonummer und meine Bank, so dass du mir Geld überweisen kannst? Du bist echt ein ganz Großer! :mrgreen:

Melden Sie sich so schnell wie möglich bei mir, um Ihre Bankomatkarte im Wert von 5,8 Millionen Euro zu erhalten, und kontaktieren Sie mich direkt für weitere Informationen unter:
maviswancyzk2016@gmail.com

Steck deine nicht existierende Karte zu deinen Powerbällen!

Offer Mail From Henk Boelens

Sonntag, 28. Januar 2018

Statt im Betreff zu schreiben, wie der Absender heißt, was ja auch im Absenderfeld steht, könnte man mal reinschreiben, um was es in der Mail geht.

Von: Henk Boelens <loatbv@vnu.edu.vn>
Antwort an: Henk Boelens <henkboelens.wab@gmail.com>

Der Absender ist gefälscht. Alle weitere Kommunikation läuft über eine Mailadresse aus Googles Freemail-Angebot, die sich kostenlos und anonym einrichten lässt. Unverschlüsselt natürlich, also offen wie mit Postkarten. Es geht ja nur um ein bisschen Geld.

Ach ja, versendet wurde diese Spam über die IP-Adresse einer Universität in Vietnam. Das ist wenigstens einmal etwas anderes als Afrika. Vermutlich handelt es sich um einen Arbeitsplatzrechner der Universität, welcher mit Schadsoftware übernommen wurde. Diese Spam kommt aber mit Sicherheit nicht von einem „normalen Absender“ aus Belgien.

Dear Friend

Genau mein Name! Hier schreibt also jemand mit gefälschtem Absender, der mich überhaupt nicht kennt und nicht einmal eine kleine Websuche nach mir gemacht hat.

Henk Boelens is my name.

Dafür hat Henk sich wenigstens für sich selbst einen Namen ausgedacht. Und wo Henk gerade so schön am Fabulieren ist…

I am the branch manager of Western Associate Bank here in Belgium, […]

…hat er sich sogar einen Beruf für sich selbst ausgedacht, der wenigstens ein bisschen seriöser als „Spammer und Trickbetrüger“ klingt. Und wenn man dann mal eben die Suchmaschine seines Vertrauens anwirft, um zu schauen, ob es dieses grandios benannte Bankhaus überhaupt gibt und wenn ja, ob es irgendwo wirklich einen führenden Mitarbeiter dieses Namens hat, findet sich an erster Stelle im Suchergebnis ein Hinweis, dass Henk Boelens früher einmal Justin Moron… ähm… Moroe hieß und damals seine windige Story auch gleich in der Erstmail zu Einleitung eines Vorschussbetruges in aller ihrer lächerlichen Breite darlegte. Die Bank, bei der Henk zu arbeiten vorgibt, scheint jedoch keine Website zu haben. Und Henk hat heute nicht so viel Lust zu schreiben und…

[…] I have an interesting business proposal of GBP 19,850,000.00 (Nineteen Million Eight Hundred And Fifty Thousand British Pounds) for you.

…wedelt deshalb völlig ansatzlos mit zwanzig Millionen britischen Pfund durch das Internet. Das kennen wir ja alle aus dem Alltag, dass uns von völlig unbekannten Leuten, die von uns nur den Namen „Lieber Freund“ kennen, die fetten Millionen zugesteckt werden.

I await your earliest response if interested for more details.

Weitere Lügen und erste Fragen der Betrügerbande gibt es nach einer Antwort.

Regards,
Henk Boelens

Unter Verachtung der Intelligenz seiner Empfänger
Ein Vorschussbetrüger