Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Schlagwortarchiv „Krieg“

Gazprom senkt die Gaslieferung auf 20 Prozent – Wie abhängig ist Deutschland von russischem Gas?

Mittwoch, 27. Juli 2022

Von: anna.schmidt@papernest.com
An: gammelfleisch@tamagothi.de

Im Töpfchen für Sieger! 🚽️

Die Gammelfleisch-Adresse ist die einzige Mailadresse, die man hier auch mit dem schäbigsten Harvester einsammeln kann. Darüber steht im Impressum übrigens „Kontaktadresse für unseriöse Angebote“. 😉️

Immer wieder schön, zu sehen, was für Gestalten einfach mit dummen Skripten Websites nach Mailadressen zum Zuspammen durchsuchen. Da weiß man schon vor dem Lesen, was man davon zu halten hat. 🤭️

Guten Tag,

Genau mein Name! 😁️

mein Name ist Anna Schmidt und ich bin Administrative Managerin für den Strom-Zugang Blog.

Aber immerhin, „Anna“, du kennst deinen eigenen Namen. Den kennt auch nicht jeder. Und hui, du machst ein Blog mit „administrativer Managerin“, das hört sich doch toll an. Und dann spammst du auch noch. An Mailadressen, die du mit einem Harvester im Web einsammelst. So schade, dass dein beschissenes Skript nur „meine Mailadresse“ im Impressum gefunden hat und nicht meinen Namen, so dass ich einfach „Guten Tag“ heiße. 🤦‍♂️️

Anbei sende ich Ihnen meinen Artikel, an dem ich die letzten Tage gearbeitet habe. In diesem berichte ich von den reduzierten Gaslieferungen Russlands.

So so, „anbei sendest du“, „Anna“. Weißt du, was du vergessen hast? Richtig: Du hast den Anhang vergessen. Also die Hauptsache. 🤣️

So ein Leben als „administrative Managerin“ ist nicht leicht. 🤡️

Seit Anfang dieser Woche steht fest, dass die Gaslieferungen von Gazprom gedrosselt werden – diesmal auf 20 Prozent. Damit fehlt Deutschland 80 Prozent der gewohnten Gaslieferungen. Die Frage kommt auf, wie abhängig Deutschland von russischen Gas ist und ob genügend Gas übrig bleibt, um den Winter zu überstehen.

Nein, „Anna“, das entspricht nicht ganz den Tatsachen. Die Gaslieferungen sind auf zwanzig Prozent der Kapazität des Rohres gedrosselt. Davon, wie hoch die „gewohnten“ oder die vertraglich vereinbarten Lieferungen sind, ist aus unerklärten Gründen niemals die Rede. In so einem Krieg empfiehlt es sich, jede Nachricht mit erhöhter Aufmerksamkeit zu lesen und sich zu fragen, welchen Sinn irgendwelche Auslassungen im Text haben könnten, denn das hilft dabei, nicht auf Propaganda reinzufallen. Und nein, Propaganda gibt es nicht nur bei den Russen, sondern auch bei uns. Was das Gefasel von der Verurteilung „völkerrechtswidriger Angriffskriege“ wert ist, konnte man mit leuchtender Klarheit sehen, als die Vereinigten Staaten von Amerika mit gefälschten Kriegsgründen den Irak überfallen haben, wofür übrigens niemand in ein Gefängnis gegangen ist. Was der verbündete Staat tut, ist eben gut getan; wenn der „Feind“ das Gleiche tut, ist es schlecht. Was das Gefasel vom „Selbstbestimmungsrecht der Völker“ in der weltpolitischen Wirklichkeit wert ist, zeigt ein Blick nach Kurdistan, wo der NATO-Verbündete Türkei unter seinem Autokraten Recep Tayyip Erdoğan den Kurden dafür „dankt“, dass sie die religiösen Raser vom Islamischen Staat in verlustreichen Kämpfen aufgehalten haben. Was das Gefasel von „Menschenrechten“, „Freiheit“ und „Rechtsstaat“ wert ist, zeigt ein Blick zu Julian Assange, dessen jahrelange Folter und Misshandlung im interessanten Gegensatz zur völligen Straffreiheit der von ihm aufgedeckten Kriegsverbrechen steht, wenn der Blick nach Guantanamo noch nicht reicht. Du hast leider nur Propaganda gelesen, „Anna“, und deshalb glaube ich trotz deines vergessenen Anhanges, dass dein Text nicht besonders lesenswert gewesen wäre. Propaganda aus Presseerklärungen abzuschreiben ist eine Tätigkeit, die ich gern dem contentindustriellen¹ Journalismus überlasse, damit er sich um so schneller sein Grab schaufelt. 💩️

Bleibt noch die Frage, wie abhängig die Bundesrepublik Deutschland von russischem Gas ist, auf die es übrigens eine sehr einfache Antwort gibt: Genau so abhängig, wie es in den vergangenen zweieinhalb Jahrzehnten dem ziemlich parteiübergreifenden politischen Willen der jeweiligen Bundesregierung entsprach. Und das, obwohl der russische Staatspräsident und Autokrat Wladimir Putin keine Hemmungen hatte, immer wieder einmal heftig mit dem Gashahn zu winken, um seinen außenpolitischen Ideen Druck zu verleihen. Grüße auch an den kernkorrupten Ex-Bundeskanzler und speichelleckerischen Autokratenfreund Gasherd „Putin ist ein lupenreiner Demokrat“ Schröder. 🤮️

Aber ich schreibe hier ja nicht über Politik, sondern über Spam. Deshalb erstmal genug davon!

Ich denke, dass der Artikel von großem Interesse ist und Ihre Leser davon profitieren könnten. Es ist mehr als erwünscht, dass Sie den beigefügten Artikel auf ihrer Website veröffentlichen.

Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass du deinen Anhang vergessen hast, „Anna“? Aber du schreibst…

Sie können den Artikel gerne bearbeiten und auf Ihren Bedarf anpassen. Allerdings würde ich es sehr begrüßen, wenn Sie die klickbaren Links in dem Artikel beibehalten. Alternativ können Sie gerne am Ende des Text einen Link als Quelle einfügen: https://www.strom-zugang.de/blog/gazprom. Damit verhindern Sie, dass Ihre Webseite von Google aufgrund von Plagiaten gescreent wird.

…als wäre dieser Text und der darin enthaltene Link auf deine Dreckssite das Wichtigste für dich. Hast du schon erste Anfälle von Demenz, „Anna“. Bekommen dir die beiden lecker Fläschchen Wodka täglich zusammen mit dem ganzen Kokain nicht, „Anna“? Oder bist du einfach nur dumm wie ein Gasrohr? 🤣️

Bei Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Nein danke, ich habe keine weiteren Fragen. 🤭️

Mit freundlichen Grüßen,

Anna Schmidt

Wenn diese Spam deine Freundlichkeit ist, „Anna“, dann möchte ich deine Patzigkeit aber nicht mehr kennenlernen. 🏚️

Link zum Aritkel: Gazprom senkt die Gaslieferung

Ach, so meinst du das Wort „beigefügt“. Das ist dein Wort für „verlinkt“. Du bist nicht nur eine Spammerin, du hast auch einen ganz lustigen Sprachgebrauch, „Anna“. Vermutlich lernt man den als „administrative Managerin“. Möchtest du nicht zur Komikerin umschulen? Dazu hast du Talent. 👍️

Warum hast du deinen „Artikel“ eigentlich bei Google Docs gespeichert, statt ihn einfach auf deine eigene Website zu stellen? Ich vermute mal, aus dem gleichen Grund, aus dem du eine Mailadresse bei Papernest benutzt, statt eine Mailadresse in der eigenen Domain zu verwenden, wie das jeder normale Mensch tun würde. 🎭️

Anna Schmidt

Administrative Manager

Hier spammt der Manager noch selbst. 😎️

Strom-Zugang ist ein Unternehmen, das Menschen bei ihren Verwaltungsabläufen hilft.

Dieser flott sein wollende und doch humpelnde Möchtegern-Reklamespruch entspricht übrigens in keiner Weise den in den Bundesrepublik Deutschland festgelegten Ansprüchen an ein E-Mail-Impressum in einer gewerblichen E-Mail. Aber das macht ja nichts, denn es handelt sich ja auch um eine Spam. 💩️

Wenn Sie unsere E-Mails nicht mehr erhalten möchten, antworten Sie bitte auf diese E-Mail. Wir werden Sie aus unserer Mailingliste entfernen.

Wer glaubt, dass ein Spammer aufhört zu spammen, weil er weiß, dass seine höchst asoziale und klar illegale Spam ankommt und sogar gelesen und beklickt wird, darf auch gern mal antworten und darum bitten, dass der Spammer aufhört zu spammen. Es ist nicht verboten, dumm zu sein. Es hat nur ein paar lebenspraktische Nachteile. 😉️

Entf! 🗑️

¹Das Geschäft dieser verachtenswerten Industrie besteht darin, industriell Content zu erzeugen, der dann veröffentlicht wird, um damit Aufmerksamkeit für Reklameplätze zu vermarkten. Die eigentliche, wesentliche Botschaft dieser Industrie ist die Lüge der Reklame. Der Vorwurf, eine „Lügenpresse“ zu sein, hat deshalb so geschmerzt, weil es niemals eine „Wahrheitspresse“ war.

Fwd:

Montag, 18. Juli 2022

Qualitätsbetreff! Da ist sicher mal wieder ein Stümper mit den Headern durcheinandergekommen. 😵️

Von: Aleksander Danylko <aleksanderrdanylko@gmail.com>
An: undisclosed-recipients: ;

Massenware für viele Empfänger. 🚽️

From: Aleksander Danylko <aleksanderrdanylko@gmail.com>
Date: Sun, Jul 17, 2022 at 10:08 PM
Subject:
To: <>

Schon doof, wenn man sein Spamskript nicht versteht. 🙃️

Grüße

Grüße zurück! Und was für welche! 🖕️

Mein Name ist Aleksander Danylko. Ich lebe mit meiner Familie in der Ukraine und arbeite auch als Ingenieur in einem Maschinenbauunternehmen hier in Kiew. Wir haben unsere Häuser aufgrund des Krieges verloren Klicken Sie hier, um die Nachrichten zu lesen:
https://edition.cnn.com/europe/live-news/russia-ukraine-war-news-06-03-22/index.html

Gegenwärtig war ich in der Lage, meine Wertsachen mit Hilfe eines Agenten, der mit der diplomatischen Agentur der Vereinten Nationen zusammenarbeitet, aus der Stadt zu bringen. Ich brauche Ihre Hilfe, um mein Gepäck und meine Wertsachen zu erhalten. Ich bin bereit, Ihnen 40% zu geben Für Ihre Bemühungen, meinen Familienschatz und meine Wertsachen zu sichern, gebe ich Ihnen gerne Einzelheiten und Informationen zu diesem Vorschlag. Bitte kontaktieren Sie mich so bald wie möglich.

Herzlichen Glückwunsch, Spammer! Ich warte schon seit dem gescheiterten Blitzkrieg der russischen Armee zur Eroberung Kiews darauf, dass irgendein Arschloch von Vorschussbetrüger dieses wahrscheinlich noch Jahre dauernde Massaker in der Ukraine nimmt, um seine beschissene Story zur Einleitung eines Vorschussbetruges darauf aufzubauen. 🤮️

Du hast es geschafft. Du bist der erste in meinem Postfach. Ich verachte dich! So schade, dass du nicht zwischen den Trümmern verblutest. 🤬️

Und dumm wie ein Fass Gülle ist deine schnell herauspupste Geschichte auch. Wenn du Kontakt zu den Vereinten Nationen hättest, dann brauchtest du ganz sicher nicht die Hilfe eines Unbekannten, dessen Mailadresse du irgendwo zusammen mit vielen anderen Mailadressen gekauft hast und dessen Namen du noch nicht einmal kennst, so dass du ihn mit „Grüße“ ansprechen musst. 🤦‍♂️️

Danke für dein Verständnis,
Alexander Danylko

Nein, für Typen wie dich habe ich kein Verständnis. Schieb dir deinen pseudohöflichen Dank für Nichts in die Leibespforte zurück, aus der er entfleucht ist! 😡️

Und dann geh sterben! ⚰️

StandWithUkraine

Montag, 7. März 2022

Achtung, es wird jetzt sehr ekelig. 🤮️

Dieser E-Müll kam auf einer Honeypot-Mailadresse an, die ich für Spammer im Web ausgelegt habe und die für Menschen gar nicht sichtbar ist. Sie wird also auf sehr vielen Mailadressen ankommen. Mein Exemplar wurde aus Vietnam versendet.

Es handelt sich um eine klare, illegale Spam. Die Unkenntlichmachung im Zitat ist von mir.

Help the people of Ukraine!

Please help to protect against aggression our people is in danger. Each dollar is valued for our fund for our people. In conflict situation we can only accept BTC. Stand With Ukraine. Your help is essential

BTC address: bc1qe4c9p0q2y0jhpcvs8ucr5fz4at5tln■■■■■■■■

Bitcoin, die man einem anderen gibt, sind weg und können nicht zurückgeholt werden. Der Absender dieser Spam ist völlig anonym. Die Absenderadresse ist gefälscht. Es handelt sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um einen Betrüger. Eine wohltätige Organisation würde erstens ein E-Mail-Impressum verwenden und zweitens gar nicht erst illegal und asozial spammen.

Bitte nicht darauf hereinfallen! Bitte auch nicht auf vergleichbare Maschen mit Western Union, MoneyGram und Konsorten reinfallen. Das Geld geht nicht zu einer unter dem Krieg leidenden Zivilbevölkerung, sondern dient dazu, dass sich Spammer und Betrüger die Puffbesuche und das reichlich konsumierte Kokain leisten können.

Der einzige Staat, in den man zurzeit beinahe nur Kryptogeld „überweisen“ kann, ist Russland nach dem Ausschluss aus Swift.

Auf der bei mir angegebenen Adresse gab es noch keine Umsätze. Ich gehe davon aus, dass für diese Spamkampagne mehrere Adressen in Benutzung sind. Aber ich würde mich sehr darüber freuen, wenn dieser Spammer qualvoll verhungerte. 🤬️

Mindestens fünfzehn Prozent Nachlass beim Anstand…

Donnerstag, 15. Dezember 2016

Dies ist keine Spam, sondern ein Link zum Bildblog über eine im Kontext besonders unpassende und widerliche Reklame in der Druckausgabe des Berliner Tagesspiegels – Merry Christmas: 15% Rabatt auf Schmuck und Uhren. 🙁

Einem leidenden Jungen aus Aleppo einen dicken Aufkleber ins Gesicht zu pappen, der frohe Weihnachten wünscht und „15% Rabatt auf Schmuck und Uhren“ im Onlineshop eines edlen Juweliers verspricht, ist so grotesk, dass es fast schon wieder ein treffender Kommentar zur aktuellen Lage in dieser Welt und zum Desinteresse vieler Menschen an der Situation in Syrien sein könnte. Leider ist es aber nur eine völlig deplatzierte Werbung.

Von mir hier ergänzend nur ein kurzer, wie immer in Contentindustrie-Sachen völlig unversöhnlicher Kommentar:

Nein, so etwas bemerkt man im Geschäft der Contentindustrie – das darin besteht, Inhalte als Köder zu verwenden, um Leute zum eigentlichen Geschäft, zur überall verabreichten Reklame zu locken – nicht; weder in der WYSIWYG-Ansicht des DTP-Programmes lange vor dem Druck, noch wenigstens vor der Auslieferung der Zeitungen an die Verkaufsstellen, wenn man einen Blick auf das Druckergebnis wirft. Wie denn auch? Anstand und eine minimale Fähigkeit zur Empathie haben ja gar nichts mit diesem eigentlichen Geschäft eines Presseverlages zu tun. An das Psychopathische streifende Menschenverachtung hat hingegen sehr wohl etwas mit diesem Geschäft zu tun. Zumindest die Leser werden jeden Tag verachtet, wenn auch nur selten so schrill auffällig.

Die so oft – und oft recht aggressiv und unter Ablassen weitgehender, gegen die Interessen aller anderen Menschen in der Bundesrepublik Deutschland gerichteter politischer Forderungen – von Journalisten und Presseverlegern bejammerte „Krise des Journalismus“ ist nichts Neues. Sie hat begonnen, als Journalismus zur Werbeplatzvermarktung wurde. Es gibt nichts, was irgendeine Form der Kommunikation stärker beschädigen und in den Dreck ziehen könnte als die alles zum aufdringlichen, gern auch überrumpelnden Kaufangebot machende und somit jede wärmere Menschlichkeit auffressende Reklame, die zudem wie eine Infektionskrankheit ihren wenig erfreulichen Stil allem aufdrückt, was in zu inniger Berührung mit ihr steht. Wer im journalistischen Gewerbe als Mensch noch etwas fühlen kann, hätte das schon lange bemerken müssen, bevor die Leser massenhaft vorm erbärmlich gewordenen Produkt geflohen sind. Leider ist das mit dem „menschlich Fühlen“ unter Journalisten nicht so verbreitet (was jeder gern durch direkten Kontakt mit so genannten Journalisten überprüfen kann), und dann geht es eben hart: Ich wünsche allen Presseverlegern eine fröhliche Insolvenz.

Schade ists nur, dass es keine Werbeblocker für die „wirkliche“ Welt gibt¹. Die Werbeblocker fürs Web lässt sich niemand mehr wegnehmen, und schon gar nicht von Journalisten. Das wäre übrigens auch ein Zeichen erheblicher technischer Inkompetenz und Dummheit.

¹Ich schreibe „wirklich“ in diesem Kontext in Anführungszeichen, weil das Internet genau so „wirklich“ wie das Autobahnnetz, ein Bagger, der Frühstückskaffee oder das Wetter ist. Nur Politiker und Journalisten gehen in ihrem vorsätzlich volksverdummenden Schreiben und Reden davon aus, dass ihm ein geringerer Grad an Wirklichkeit zusteht.

Es ist wichtig, Sie dieses lesen

Sonntag, 20. September 2015

Von: Wafa Al Halabi <gxxxxrd (punkt) rxxxxing (at) t (strich) online (punkt) de>

[Die eingetragene Mailadresse ist von mir unkenntlich gemacht…]

Wenn man schon einen Absender fälscht, könnte man es ja auch mal gut machen, damit…

Grüße aus Syrien

…er wenigstens so ähnlich wie „aus Syrien“ aussieht. Obwohl spätestens beim Anblick der Antwortadresse…

Antwort an: wafaalhalabisyria (at) gmail (punkt) com

…auffällt, dass der Absender nicht plausibel ist. Aber immerhin, der Spammer hat sich mal von einem Achtjährigen erklären lassen, wozu dieser Reply-to-Header in einer Mail gut ist – so „vertiefte“ Kenntnisse hat nicht jeder von diesen schmierigen Betrügern.

Offenbar hat er seine „vertieften“ Kenntnisse gegen seine mutmaßlich schon vorher verkrüppelte Fähigkeit zur Empathie ausgetauscht, wie der folgende Text zur Einleitung eines Vorschussbetruges belegt:

Ich bin ein Kommandeur in der syrischen National Army Kampf gegen die gefürchtete ISIS. Jetzt ist mein Land ist völlig zerstört und so vieles Flüchtlinge Gießen aus dem Land jede Sekunde auf der Suche nach Überleben und besseres Leben.

Ich habe unter meinem Gewahrsam 16.500.000$, die ich von einem Rohöl Deal gemacht hier in Syrien, aber wie Sie vielleicht wissen, dieses Geld ist wertlos, in diesem Krieg Dornzone. Ich brauche deine Hilfe für diesen Fonds über Amsterdam nach Europa zu ziehen. Bitte wieder zu mir für weitere Details über Ihre Erlaubnis,

Col. Wafa Al Halabi Adel

Vorschussbetrüger, du widerst mich an!

Sir/Madam

Freitag, 1. Mai 2015

Ja, eines von beiden wird schon meistens stimmen. Ansonsten ist es weder ein Ersatz für einen aussagekräftigen Betreff noch für eine persönliche Anrede.

Diese alles in allem recht lieblos verfasste Spam zur Einleitung eines Vorschussbetruges tut sich einmal mehr dadurch hervor, dass sie Bezug auf aktuelle Nachrichten über fürchterliche Ereignisse nimmt:

Good tidings to you, I am Mrs. Muyassar Ahmadi of Syrian nationality and mother of two kids, at the present time here in the camp for Syrian refugees Turkey. He was killed by terrorist attack in Syria. I need your assistance to receive Seven Million Three Hundred Thousand Euro with a bank in Turkey, which was my late husband deposit. I belief you know of the untold sorrow the scourge of war have
brought to the Syrian people and I beg you to find it in your heart to help us receive the fund and also towards moving out from here to reaffirm hope of survival to my poor kids. I will provide you with more information after I hear
from you. Muyassar.

Eine Frau aus dem Flüchtlingslager mit zwei Kindern, die irgendwo weit weg ein paar Millionen Euro liegen hat – und die einzige Idee, die ihr kommt, um Hilfe zu finden, ist irgendwelche völlig unbekannten Leute anzumailen und diese in einer unverschlüsselten, offen wie eine Postkarte durchs Internet beförderten E-Mail anzuflehen, ihr doch bitte zu helfen, das Geld für die armen armen und so kleinen Kinder flüssig zu machen. Bitte an eine kostenlos und anonym eingerichtete Mailadresse bei Googles Maildienst antworten (diese steht im Reply-To-Header, man kann also auf „Antworten“ klicken), denn mit diesem ganzen Zaster war es der Familie wohl auch niemals möglich, sich irgendwo ein kleines virtuelles Serverchen hosten zu lassen, das wenigstens für etwas Vertraulichkeit sorgt. Diese… wenn man es sehr teuer macht… dreißig Euro im Monat kann man doch einsparen, wer braucht schon Geschäftsgeheimnisse?!

Wie immer: Sehr sehr überzeugend. 😀

Und wie immer: Kalt, menschenverachtend und widerwärtig!

Da braucht man gar nicht mehr in den Mailheader zu schauen und erwartungsgemäß festzustellen, dass diese Spam nicht etwa aus einem türkischen oder syrischen Internetcafé kommt, sondern (in meinem Exemplar) von einer IP-Adresse aus den Vereinigten Staaten versendet wurde. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit handelt es sich um einen mit Schadsoftware gekaperten und in ein Botnetz eingefügten Computer anderer Leute – schließlich tragen diese Halunken nicht so gern Handschellen. Und nein, obwohl die (gefälschte) Absenderadresse in der Domain gmail (punkt) com liegt: Die IP-Adresse gehört nicht zu Google und die Spam hat niemals auch nur einen Server von Google gesehen…

Wenn die hier versuchte Nummer mit den aktuellen Flüchtlingskatastrophen für die Spammer „erfolgreich“ sein sollte, gehe ich davon aus, ähnliches demnächst auch in deutscher Sprache zu lesen. Deshalb: Vorsicht! Vor allem, wenn Menschen irgendwelche Unbekannten um Hilfe bitten, größere Geldbeträge (oder Wertsachen aller Art) zu transferieren und dafür verlockend große Gegenleistungen anbieten. Niemand, der noch bei Troste ist, würde so etwas einem völlig Unbekannten anvertrauen, von dem er nur eine Mailadresse und sonst gar nichts kennt! Und niemand, der für neunundneunzig Eurocent kritischen Verstand hat, sollte auf die Idee kommen, auf eine derartige Geschichte hin auch nur ein paar Euro als Vorleistung vollständig anonym über Western Union oder MoneyGram ins Unbekannte zu beamen. Dieses Geld kommt nicht Flüchtlingen zugute, sondern dem lokalen Autohändler, dem Kokaindealer und dem lokalen Bordell irgendwo in dieser Welt, wo eine widerliche, menschenverachtende Bande von Betrügern sitzt.

Identification Number UNCC14/008E

Freitag, 15. August 2014

Mit so einer Nummer klingt das doch alles ernster und wichtiger. Man weiß zwar beim Anblick der Nummer nicht, um was es geht, aber dafür kann man ja die Mail lesen. Hier hat ein Absender trefflich verstanden, was die Funktion einer Betreffzeile ist.

Von: UNITED NATIONS OFFICE <infor (at) unog (punkt) org>

Und dann auch noch von den Vereinten Nationen. Das muss jetzt aber wirklich wichtig sein!!!

Da wundert man sich dann auch nicht weiter darüber, dass die Antwort für diesen E-Müll gar nicht an eine Mailadresse der Vereinten Nationen geht, und auch nicht…

Antwort an: <upsdispatch (underline) claimsettlement (at) 7mt (punkt) org>

…an eine Mailadresse in einer Domain, die den Vereinten Nationen gehört – diese hier gehört einer chinesischen Limited aus dem brummenden Peking. Die vereinten Nationen sind groß! Ganz groß! :mrgreen:

Immerhin muss mal lobend erwähnt werden, dass der Spammer nicht nur das leicht zu erlernende „Handwerk“ des Vorschussbetruges beherrscht, sondern sogar einen Reply-to-Header in seine Spams reinfummeln kann. Das ist zwar auch trivial, aber das kann nicht jeder.

Final notification about your outstanding Compensation check payment of $1,500.000.00 USD.

Und warum schreiben sie, die Vereinten Nationen? Na, weil sie mal eben aus heiterem Himmel anderthalb Megadollar überweisen wollen. Ohne Grund. Oder genauer gesagt:

For more info on the United Nations Compensation pay-out click on the web site below;

http://www.unog.ch/80256EDD006B9C2E/(httpNewsByYear_en)/910584930720AC41C1257D1E004B45A5?OpenDocument

Weil sie insgesamt 1,19 Gigadollar an Menschen auszahlen, die durch die Sabotagen im Zuge der irakische Invasion in Kuwait im Golfkrieg von 1991 zu Schaden gekommen sind. Und dabei haben die Vereinten Nationen herausbekommen, dass die zugespammte Mailadresse – deren Besitzer natürlich nicht persönlich angesprochen werden kann – ebenfalls ein bisschen Geld abbekommt.

Und deshalb soll es einen Scheck geben…

Contact the assigned UPS agent for the delivery of your cashier check with Email: upspostun (at) mail2customs (punkt) com

…um dessen Zustellung die Vereinten Nationen sich allerdings nicht selbst kümmern, sondern einen lustigen Dienstleister nehmen, der über eine Mailadresse kontaktiert werden soll, die nicht in der Domain von UPS liegt, sondern von jedermann und jederfrau bequem, kostenlos und ziemlich anonym registriert werden kann. Schließlich können sich weder die Vereinten Nationen noch UPS eigene Server leisten und sind deshalb ein bisschen wahllos, wenns um die Kommunikation über Millionenbeträge geht.

Please note that you will be responsible for the courier’s delivery fee of $85 USD to the UPS for shipping/handling of your cheque parcel.

Natürlich muss der glückliche Besitzer einer Mailadresse mit Millionenanspruch ein kleines bisschen Geld vorstrecken – dies wird allerdings nicht mit einer Banküberweisung möglich sein, sondern nur anonym via Western Union oder MoneyGram, denn dieser freundliche kriminelle Spammer möchte lieber ins Bordell als ins Gefängnis gehen. Es ist übrigens absehbar, dass da noch einiges mehr an Kosten zusammenkommen wird, genügend Bullshit-Begründungen werden die Betrüger schon finden.

Thanks for your attention.

Jetzt noch einmal vielen Dank dafür, dass sie sich von einer Spam etwas beschränkte Lebenszeit rauben ließen.

Resident Coordinator’s Office

Ms Pinky Phihlela
United Nations Office

Bullshit-Bezeichnung für das Büro

Grußloses Ende einer anonym formulierten Spam
Ausgedachter Name eines dummen Vorschussbetrügers
Voll und echt jetzt wichtige Vereinte Nationen.

Diese fröhliche Spam ist ein Zustecksel der Vereinten Nat… ähm… von @Erbloggtes.

T i er as y le in Kiew, Ukraine, bitten Sie um eine Spende

Sonntag, 20. April 2014

Gleich vorneweg: Diese Mail kam nicht auf meiner gewöhnlich genutzten Mailadresse an, sondern auf einer Honeypot-Adresse, die ich hier eigens für die Harvester der Spammer ausgelegt habe. Es handelt sich um Spam. Das ist eindeutig. Hier versucht also jemand, Leuten Geld aus der Tasche zu ziehen, indem er auf dem Hintergrund der aktuellen Nachrichten an ihre Tierliebe appelliert, und dieser jemand hat keine Hemmungen, sich zu diesem Zweck auf einen Berg Leichen zu stellen.

Was ich zu diesem Typen gern hier schreiben würde, ist leider nicht mehr druckreif.

Guten Tag,

die politische Katastrophe in der Ukraine ist immer eine schlimme Headline in dem Fernsehen [sic!] wert.

Die Auswirkungen für jeden einzelnen sind eine einzige Katastrophe. Kaum eine Firma arbeitet noch ohne Unterbrechung.

Gehälter werden nicht mehr gezahlt.

Viele Leute fahren in die Dörfer zu ihren Familien, doch die, die sich überhaupt nicht helfen können, sind die herrenlose Hunde [sic!] in den Tierasylen.

Keiner spendet mehr für die Tierheime, weil die Leute kein Geld ausgeben [sic!]. Ihr Staat zahlt Unsummen an die Ukraine [sic!], doch kein müder Cent kommt für die Tiere an [sic!]. Sie können verhindern, daß die Hunde und Katzen getötet werden, weil das humaner ist, als sie verhungern zu lassen.

Helfen Sie bitte mit einer Spende, denn Sie sind die letzte Rettung der Hunde in den Tierasylen von Kiew. Mehr Infos finden Sie auf: TIERHEIMKIEW und co m . ua [sic! Man soll nicht klicken.]

Anmerkung -ua- muss mit in der Adresszeile des Browers angegeben werden mit com und bitte vergessen Sie nicht den Punkt vor -ua-. Das bedeutet „Ukraine“ [sic! Das er eine Erklärung dazu schreiben muss, wie man jetzt an seine Website kommt, stört den Spammer nicht weiter, hauptsache, er kommt noch durch ein paar Spamfilter.]

Dass der Spammer die Website, auf der man ihm Geld überweisen kann, lieber nicht ausschreibt oder gar einen Link darauf setzt, lässt schon tief blicken. Die Domain befindet sich bereits auf etlichen Blacklists, die bei mir eingegangene Spam ist also kein einzelner Ausrutscher.

Es hat mich schon lange nicht mehr so sehr vor so einem Halunken aus meinem Spameingang geekelt. Wer Geld spenden möchte, um in der Ukraine die Folgen eines aufziehenden Krieges oder Bürgerkrieges zu mildern, wird hoffentlich bessere Kanäle finden.