Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Monatsarchiv für Oktober 2012

Deutschland ist Weltspitze!

Freitag, 26. Oktober 2012

Hier gibt es keine Spam, sondern eine lesenswerte Meldung zum Thema Spam und meinen Kommentar dazu

Zumindest sind Menschen in Deutschland Weltspitze darin, Spams mit gefährlicher Schadsoftware zu empfangen, wie Heise Online vermeldet:

Deutsche Internet-Nutzer fanden im September weltweit die meisten schädlichen Anhänge und Links in ihren Postfächern vor und lösten damit die USA an der Spitze ab […] Auffallend ist dabei die steigende Zahl der Trojaner und Backdoor-Programme, die zum einen à la BKA-Trojaner das Betriebssystem sperren und zum anderen Schadsoftware wie Spam-Bots nachladen können.

Ich habe zu dieser Entwicklung eine bescheidene Meinung, die ich leider nicht mit weiteren Fakten belegen kann, aber dennoch für sehr einleuchtend halte.

Warum gibt es dieses Geschäftsmodell mit Erpressungstrojanern in Deutschland; mit Schadsoftware, die sich in den Startvorgang von Microsoft Windows einnisstet und den Rechner mit der (immer erlogenen) Behauptung blockiert, dass er von der Bundespolizei, der GEMA, dem BKA, der GVU oder anderen Institutionen gesperrt sei und dass zur (niemals stattfindenden) Aufhebung der Sperre ein Betrag von hundert Euro über ein anonymisierendes Verfahren bezahlt werden müsse? Warum lassen sich in der Bundesrepublik Deutschland offenbar genug erwachsene Menschen dazu hinreißen, so etwas für glaubwürdig zu halten? Was unterscheidet die Zustände in Deutschland so sehr von den Zuständen in anderen Ländern, dass es für die organisierte Kriminalität sinnvoll geworden ist, ihr „Geschäft“ schwerpunktmäßig für die „Zielgruppe“ Menschen in der Bundesrepublik Deutschland zu betreiben?

Sind die Menschen hier etwa dümmer?

Ich glaube nicht, dass die Menschen in Deutschland dümmer sind als – sagen wir mal – in Frankreich oder in den Niederlanden. Aber in der Bundesrepublik ist das Immaterialgüterrecht für das Rechtsempfinden juristischer Laien ganz besonders undurchschaubar verwickelt, und beinahe jede gewöhnliche Webnutzung ist potenziell ein teurer Rechtsbruch. Dies kombiniert sich mit einer breit durch alle Medien gezogenen Angstpropaganda der Rechteverwertungsindustrie, die mit absurden Forderungen nach immer weiter gehender Kriminalisierung ganz alltäglicher Nutzungsformen und völlig unverhältnismäßigen Fieberträumen von einer dystopischen Totalüberwachung aller Internetaktivitäten aller Menschen in Deutschland. Die Ausbreitung von Angst, Unsicherheit und Zweifel wird in einer oft dickfellig-aggressiven Weise allmedial kommuniziert und vom (ebenfalls von solchen „Ideen“ profitierenden) Medienapparat alles in allem unkritisch wiedergegeben. Dass auch die von Vertretern der großen politischen Parteien besetzten Innenministerien derartige Ideen aufgreifen, macht die Wirkung dieser Angstpropaganda um so verheerender.

Dass die Fähigkeit vernetzter Rechnersysteme zur Anfertigung verlustfreier Kopien die Grundlage für das Funktionieren des gesamten Internet ist, wird interessanterweise niemals von „Qualitätsjournalisten“ erwogen und berichtet.

In der Folge bildet sich auch beim harmlostesten naiven Webnutzer ein erhebliches Unrechtsgefühl in fast allem, was er tut, und die regelmäßigen Berichte über teils absurd hohe finanzielle Forderungen von Rechteinhabern für marginale Verstöße gegen das Urheberrecht erzeugen bei Menschen mit gewöhnlichem Einkommen – also nicht gerade einem Sebastian Edathy (SPD) – existenzielle Angst.

Auf dieser Grundlage (die Vorstellung weitgehender Überwachung wird jeden Tag in schrillsten Alarmtönen kommuniziert, genau wie Websperren für Internetnutzer) scheint die Sperrung eines Computers eben nicht so absurd, wie sie es ist, und das Angebot, den Rechner gegen hundert Euro entsperren zu lassen (was übrigens nicht geschieht), kann angesichts der sonst üblichen Summen geradezu gnädig erscheinen. Und so überweisen Menschen aus Deutschland, dem Land der täglichen contentindustriellen Angstpropaganda, dermaßen bereitwillig sauer verdientes Geld an die organisierte Kriminalität, dass sich dieses Sondergeschäft für die Verbrecher lohnt.

Wenn sie sich dafür bedanken wollen, bedanken sie sich bei ihrem nächsten Verlag, bei ihrer Zeitung, bei der GEMA, bei der GVU und bei ihrem Innenminister. Diese Leute, Betriebe und Organisationen sorgen dafür, dass sich das Verbrechen in Deutschland lohnt.

Sie könnten auch mal mit einer Aufklärung der Menschen über die wirkliche Rechtslage beginnen, statt bei jeder Gelegenheit zur Freude von kriminellen… sorry… Arschlöchern Angst, Unsicherheit und Zweifel auszubreiten. Aber hierzu ist seit Jahren nicht die Spur einer Bereitschaft erkennbar, stattdessen gibt es konstant großkalibrig verschossene Verdummung auf allen Kanälen.

Übrigens, Vorschussbetrüger…

Freitag, 26. Oktober 2012

Übrigens, Vorschussbetrüger,

deine unglaubwürdige Geschichte vom Lotteriegewinn bei einer tollen Lotterie, die Gewinne an Leute verteilt, ohne dass diese dafür ein Los kaufen müssen, wird kein bisschen glaubwürdiger…

Screenshot der betrügerischen Mail

…wenn du sie in eine HTML-formatierte Mail reinschreibst, aber KEINE BESSERE FORM der HERVORHEBUNG als die GROSSSCHREIBUNG EINZELNER WÖRTER kennst, ganz so, als wäre das gar keine HTML-Mail, in der man unter anderem fett und kursiv setzen kann. Und dass du dann in einem Anflug Strebens nach gestalterischer Exzellenz die hirnkitzelige Idee ausgebrütet hast, dass so eine Mail vielleicht seriöser und ernsthafter aussieht, wenn man als Schriftart „MS Comic Sans“ verwendet, zeigt, dass du ein richtiger total kompetenter Spezialexperte bist, wie man ihn bei jeder „Lotterie“ der Vorschussbetrüger finden kann.

Sagt dir dein dich genießen müssender
Nachtwächter

Was das Problem mit den trojanischen Apps für „smart phones“ ist?

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Dass viele über die App-Stores vertriebene und teils recht beliebte Smart-Phone-Apps in Wirklichkeit Schadsoftware sind, war mir schon einmal einen sehr ausführlichen Text wert. Natürlich hat mein Text in einem unbeachteten Nischenblog nichts an den Zuständen geändert, und die Menschen installieren sich weiterhin mit einer Haltung quicker Orwellness und vollkommener Gedankenlosigkeit die angebotenen Trojaner auf ihre persönlichen Taschencomputer.

Nun, das kann Folgen haben. Zum Beispiel ist es zurzeit möglich, für fünf US-Dollar eine Liste von einer Million Facebook-Accounts in einem bequem automatisierbar zu verarbeitenden Format zu erwerben, immer schön mit Mailadresse und der Internetadresse des Facebook-Profiles dazu. In sehr vielen Fällen lassen sich dem Facebook-Profil weitere Daten entnehmen. Zum Beispiel, welcher Name zu dieser Mailadresse gehört und welche Menschen zum sozialen Umfeld gehören. Mit diesem Wissen lässt sich sehr leicht ein gezielter Betrug aufbauen. Zum Beispiel ein längerer Mailwechsel, bei dem sich der Betrüger als einer dieser Kontakte ausgibt und echte namentliche Ansprache hinbekommt – viele Dinge, über die man dabei schreiben kann, stehen ja schon im Facebook-Profil. (Und die Absender-Mailadresse zu fälschen, ist sehr leicht.) So ein Mailwechsel könnte dann etwa in einer Mitteilung des Inhaltes „Ich sitze hier in Madrid fest, kein Geld, keine Karte und einen Haufen weiterer Probleme, kannst du mir mal bitte ganz schnell über Western Union fünfhundert Euro für den Rückflug und den anderen Mist rübersenden, ich gebe es dir gleich am nächsten Ersten zurück“ gipfeln. Wer würde da nicht hilfsbereit sein?!

Und das ist nur das Betrugsszenario, das mir angesichts einer solchen Datenbank zuerst einfällt. Es ist sehr viel mehr möglich, da man der scheinbaren Mail eines Bekannten mit Bezug auf ein paar Dinge, die man gemeinsam erlebt oder über die man schon kommuniziert hat, nun einmal eher vertraut als einer anonymen Spam. Die besondere „Kreativität“ der organisierten Kriminalität im Internet wird vermutlich schon sehr viel lukrativere Nutzungsformen für diese und ähnliche Datenbanken gefunden haben.

Und wo kommt eine solche Datenbank her? Sie wurde mit trojanischen Apps für smart phones eingesammelt:

Die Informationen in dieser Liste wurden mit unseren Facebook-Apps gesammelt. Sie bestehen nur aus aktiven Facebook-Nutzern, hauptsächlich aus den USA, Kanada, Großbritannien und Europa. Es sind auch Nutzer aus anderen Ländern dabei, aber auch diese sprechen nahezu ausnahmslos Englisch, weill alle von uns gelieferten Apps in engischer Sprache geschrieben wurden und so gestaltet wurden, dass man die Anleitung lesen muss, um sie benutzen zu können. Die Liste wird einmal im Monat überprüft, damit sie keine Liste voll ungültiger oder doppelter Mailadressen erhalten. Gleich, ob sie ein Produkt für Facebook oder Twitter, eines mit Bezug zu „social media“ oder irgendein allgemeines Produkt oder eine Dienstleistung anbieten, diese Liste eröffnet ihnen großartige Möglichkeiten.

Liebe Nutzer von Taschencomputern (denn das sind die smart phones in Wirklichkeit): Wenn es euch nicht schnell gelingt, die Programmierer tronjanischer Apps für eure Geräte zu ächten und ihnen maximales negatives Feedback zu geben, dann ist dieser Datenhandel nur der Anfang, und ihr werdet schon in den nächsten Monaten überzeugend vorgetragene Betrugsmaschen erleben, dass euch nur so die Ohren schrillen, wenn ihr erstmal so richtig von organisiert Kriminellen abgezogen wurdet.

Hört damit auf, euch derartige Trojaner zu installieren! Klärt andere über solche Gefahren auf! Ihr seid allesamt zumindest so weit erwachsen, dass ihr im geschäftsfähigen Alter seid; ich werde nicht weiter auf diese Entwicklungen hinweisen und mich darauf verlassen, dass ihr mit einem funktionsfähigen Gehirn ausgestattet seid. Was genau jetzt wegen eurer bescheuerten hippen Sorglosigkeit auf das Internet loszurollen beginnt, lässt die bisherigen, eher plumpen Betrügereien harmlos erscheinen. Und glaubt ja nicht, dass es da draußen keine Menschen gäbe, die sich nicht für einen „Stundenlohn“ von fünfzig Euro bereit fänden, mit dreißig bis vierzig Leuten, über die sie parallel bei Facebook recherchieren, gleichzeitig zu kommunizieren. Mir sind allein in einem Deutschland, in dem es zwar nicht allen gut geht, in dem aber nicht einmal jemand wie ich hungern muss, genug Menschen begegnet, die das sofort tun würden, wenn nur die Kasse stimmt und das Risiko des Erwischtwerdens bei null liegt. Die Wahrscheinlichkeit, dass es in Osteuropa viele Menschen mit guten Deutschkenntnissen gibt, die es für wesentlich weniger „Stundenlohn“ machen würden, halte ich für sehr groß, zumal man bei dieser Form des Verbrechens zurzeit kaum ermittelt werden kann, da die Polizeien weitgehend machtlos sind¹. Die Infrastruktur zum anonymisierenden Mailversand über Botnetze ist in der organisierten Kriminalität vorhanden.

Ihr seid alt genug, um ein Handy bedienen und eine App installieren zu können, also müsst ihr doch eine gewisse Grundreife haben! Würdet ihr einem anonymen Fremden euren Haustürschlüssel geben, und wäre es euch scheißegal, wie der in eurem Privatleben rumwühlt? Genau das macht ihr, wenn ihr eine trojanische App auf einem eurer persönlichen, für die menschliche Kommunikation genutzten Computer installiert.

Hört einfach damit auf!

Und sagt anderen, dass sie damit aufhören sollen und warum sie damit aufhören sollen! Oder wollt ihr von einem Bekannten angepflaumt werden, wo denn jetzt die achthundert Euro blieben, die er „euch“ kürzlich geliehen hat? Schon die Dummheit weniger kann zum Schaden für viele werden, und persönliche Gedankenlosigkeit im grundlegenden Datenschutz ist schädliche Verantwortungslosigkeit gegenüber sehr vielen mitbetroffenen Menschen. Natürlich kann eine trojanische App auf Mailkontakte, Adressbücher, Anrufhistorien und SMS-Kommunikation zugreifen, wenn sie installiert wurde und ihr mit flottem Wisch solche Rechte eingeräumt wurden. Das betrifft nicht mehr nur die, die in einer sträflichen Naivität glauben, dass sie nichts zu verbergen haben und dass sie nicht so leicht reinzulegen sind und die für diese etwas dumme Haltung vielleicht irgendwann ein bisschen „Lehrgeld“ zahlen. Das betrifft jeden. Wer Bekannte hat, die solche trojanischen Apps auf ihren Taschencomputern installieren, hätte es besser getroffen, wenn er einen Judas Iskariot in seinem Bekantenkreis hätte – denn dieser Jesusverkäufer hat es nicht aus hipper Verantwortungslosigkeit gemacht, sondern wenigstens noch einen angemessenen Preis für seinen Verrat genommen.

Und es ist kein kleines Problem, was da auf die Menschen zurollt.

Der Preis von lediglich fünf US-Dollar für eine derartige Datenbank von Facebook-Nutzern belegt vor allem, dass solche schon gefährlichen Sammlungen am dafür existierenden Markt keinen besonderen Wert haben – mutmaßlich, weil es bessere Datensammlungen gibt, die nur noch nicht so offen gehandelt werden, dass man es als nichtkrimineller Internetnutzer mitbekommt.

Denn mehr als diese auf dem ersten Blick beinahe harmlos erscheinenden Dinge lässt sich ohne Probleme sammeln.

Ende der Durchsage.

¹Die Machtlosigkeit der Polizeien bei solchen Kriminalitätsformen könnte nur durch eine dystopisch anmutende Totalüberwachung des Internet ein wenig relativiert werden, und selbst das hülfe nicht. Warum es allerdings legal sein soll, Menschen zur Installation von Schadsoftware auf persönlich genutzten mobilen Computern zu animieren, kann sich mir beim besten Willen nicht erschließen.

Kommentarspamsau des Tages

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Wer einmal einen Eindruck davon bekommen möchte, wie weit die Pest mit der nicht automatisch erstellten, sondern handgeschriebenen Spam inzwischen geht und wie schwierig es mittlerweile sein kann, diese Spam zu erkennen: Ich habe mal ein besonders fettes Exemplar freigeschaltet, nachdem ich sämtliche Links entschärft habe.

Sämtliche Links gingen auf illegale Betrugscasinos, und als „Homepage“ wurde ebenfalls die Website eines illegalen Betrugscasinos angegeben.

Gewinnung neuer Kunden.

Dienstag, 23. Oktober 2012

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich habe keine Ahnung, wie du heißst.

Die Optimierung ist notwendig, wenn auf Sie mindestens einer dieser Sätze zutrifft:

Ich halte mich auch gar nicht lange damit auf, einen Kontext herzustellen, sondern überfahre dich direkt mit dem Schwall meines Bullshits:

- Sie haben wenige Besuche auf Ihrer Webseite,
– man kann Ihre Webseite in den Suchergebnissen nicht finden oder sie befindet sich an der 2. oder weiteren Unterseite der Suchmaschine,
– Ihr Service präsentiert sich unangemessen in der Suchmaschine, [sic!]
– die Kunden können keine nötigen Informationen finden und verlassen schnell Ihre Webseite,
– Kunden kaufen bei der Konkurrenz und nicht bei Ihnen, [sic!]
– Sie möchten sicher sein, dass Ihr Service geschützt wird,
– Sie möchten der Konkurrenz die Stirn bieten und ihr einen Schritt voraussein.

Wenn sie nicht gerade Microsoft heißen, benötigen sie unbedingt meine Dienste. Und wenn sie noch Konkurrenz haben, benötigen sie unbedingt meine Dienste. Also los, ohne weitere Erläuterung klicki klicki…

http://www.seoweb-optimierung.net

…machen, schön in eine kriminelle Spam mit gefälschtem Absender reinklicken, die übrigens von einem mutmaßlich auf kriminelle Weise mit Schadsoftware übernommenen Computer aus dem IP-Bereich der Universität zu Zilina, Südkorea, versendet wurde. Es ist doch klar, dass solche ganz großen Internet-Spezialexperten, die jede nichtsnutzige Website in den Suchmaschinen nach oben zu bringen versprechen, niemals ihre eigenen Server für die… ähm… illegale Anbahnung von Kundenkontakten verwenden. Und es ist auch klar, dass diese extrakompetenten Google-Magier so wenig von ihrer eigenen Fähigkeit der Suchmaschinenoptimierung überzeugt sind, dass sie doch lieber Spams versenden, als sich selbst in Google auf die erste Seite zu zaubern. Und warum sollte jemand, der sich an Deutsche richtet, auch nicht seine Domain über einen dieser kommerziellen Whois-Verschleierer betreiben, damit niemand die angegebenen Registrierungsdaten für seine Domain herausbekommt und warum sollte er nicht seine Müllmails über Computer versenden, die mit Trojanern zu Bots gemacht wurden? Die Naiven, an die sich dieser Versuch richtet, bemerken es eh nicht. Uns Spamgenießern allerdings bereitet dieses Verstecken der Adresse über einen Service ganz besondere Freude, weil auf der anderen Seite in der impressumslosen Homepage dieser angeblichen Unternehmung ganz klar und offen eine Kontaktanschrift in Hamburg steht, so dass die Verschleierung der Whois-Daten vollkommen sinnfrei wäre, wenn diese Kontaktanschrift auch stimmte. Immerhin wirkt die Anschrift in Google Street View einigermaßen plausibel. Wer in Hamburg lebt, kann ja mal im Überseering vorbeischauen, ob es dort irgendwo einen Briefkasten oder ein Büro gibt. ;)

Eine Telefonnummer scheint man ja in diesem Geschäft nicht mehr zu haben, jedenfalls wurde keine angegeben…

Zu den wichtigsten Vorteilen der Optimierung gehören:

- Erhöhung der Position der Webseite in den Suchmaschinen, z.B. bei Google,
– häufigere Seitenbewegung [sic!] und häufigerer Aufruf der Webseite,
– Gewinnung der Zielgruppe von Kunden [sic!], die an den Produkten und Dienstleistungen Ihrer Firma wirklich interessiert sind,
– Steigerung der Verkaufsergebnisse,
– Erhöhung der Erkennbarkeit der Firma [sic!] in Verbindung mit niedrigen Kosten,
– Erhöhung des Prestiges der Firma infolge der Anwendung der modernen Techniken, [sic! Spam erhöht Prestige!]
– Konkurrenzfähigkeit gegenüber den besten und bekanntesten Firmen im Lande,
– bessere Indexierung des Services durch die Suchmaschinen,
– keine Abonnementzahlung. [sic!]

Zu den wichtigsten Vorteilen der so genannten „Optimierung“ – dass man unter Marketing-Affen jede „Verbesserung“ gleich als „Optimierung“, also als Herstellen des bestmöglichen Zustandes bezeichnet, ist inzwischen auch bei Spammern angekommen – gehört es, dass man offenkundig kriminellen Spammern Zugriff auf die eigene Website gibt, damit diese darin nach Herzenslust herumfuhrwerken können. Der Rest ist Fassade und Hokuspokus, dazu aufgezogen, unerfahrene Menschen zu beeindrucken, damit sie so doof werden und allen Ernstes glauben…

Schon nach 2 Wochen nach der Vornahme der Optimierungsmaßnahmen [sic!] kann Ihre Webseite auf der ersten Seite unter den ersten Suchergebnissen stehen.

…dass man mit ein bisschen Google-Zauberei jede noch so unbedeutende Seite ohne großen Aufwand in ganz kurzer Zeit ganz nach oben bekommt.

Das geht natürlich nicht, wie jeder halbwegs ernsthafte Dienstleister bestätigen wird. Der wird sich auch bestimmt darüber freuen…

http://www.seoweb-optimierung.net

…dass seine Tätigkeiten jetzt noch deutlicher in den Dunstkreis der Spam gerutscht sind.

Mit freundlichen Grüßen

SeoWeb
http://www.seoweb-optimierung.net

Mit mechanischen Grüßen
Ihre organisierte Internet-Kriminalität, die ein paar neue Server anderer Leute für ihre Machenschaften benötigt und andere Websites mit Spamlinks auf kriminelle Angebote anreichern will – und sich dafür auch noch bezahlen lassen will.

UPS Worldship Sendungsimport Beispieldatei

Montag, 22. Oktober 2012

Der Betreff klingt ja schon so richtig gaga, aber wenn man die zugehörige Mail in ihrem wunderschönen, ausgewogenen und vor allem hochseriösen HTML-Layout sieht, tritt diese Kleinigkeit mit den idiotischen Formulierungskünsten dahinter zurück:

Sehr geehrter UPS Kunde, Wie telefonisch vereinbart sende ich Ihnen hiermit die Beispieldatei als Anhang zu. Bei eventuellen Fragen rufen Sie bitte die folgende Nummer: 0800 100 9264. Das ist eine automatisch generierte Nachricht, bitte beantworten Sie es nicht. Mit freundlichen: UPS Intermediate Technical Support The information provided by United Parcel Service (UPS) technical support is provided as is without warranty of any kind. UPS disclaims all warranties, either express or implied, including the warranties of merchantability and fitness for a particular purpose. In no event shall United Parcel Service, Inc. or its suppliers be liable for any damages whatsoever including direct, indirect, incidental, consequential, loss of business profits or special damages, even if United Parcel Service or its suppliers have been advised of the possibility of such damages. Some states do not allow the exclusion or limitation of liability for consequential or incidental damages so the foregoing limitation may not apply. Š 2012 United Parcel Service of America, Inc.

Aber mit freundlichen! Wer da immer noch glaubt, dass so eine Müllmail von Ups komme und die ausführbare Datei im Anhang aufmacht, na, der hat zwar ein Problem, aber der hatte vorher auch schon ein Problem. Eines allerdings ist anders geworden, als es unter dem eher begrenzten Problem schreiender persönlicher Dummheit war: Sein neues Problem schadet der ganzen Welt; der Rechner in seiner geistigen Dunkelkammer ist jetzt ein Rechner, der von Kriminellen für ihre wenig erfreulichen Machenschaften genutzt werden kann. Diese Spam kam zum Beispiel von so einem Rechner…

MAHNUNG nach Vertrag NR9720093935

Montag, 22. Oktober 2012

Jetzt geht dieser Bullshit mit den alarmierenden Mails und den angehängten „Mahnungen“ und „Rechnungen“, die immer ausführbare Dateien für Microsoft Windows sind, schon wieder los.

Sehr geehrter Kunde,

Sehr geehrter Spammer,

bei der Überprüfung der Zahlungseingänge habe [sic!] wir festgestellt, dass Ihre Rechnung Nr. 4686-2012 nicht bezahlt ist.

beim Empfang deiner Mail habe ich festgestellt, dass du mich zwar Kunde nennst, aber nicht einmal weißst, wie ich heiße. Und bei der Überprüfung deines Alarmtextes habe ich mich kringelig gelacht, weil du so ein strunzfauler Sack bist, dass dein Text einfach nur unglaubwürdig klingt. Jeder, der mich auf eine Rechnung hinweist, wird das Rechnungsdatum nennen. Aber um das mit reinzufrickeln, hättest du Arsch ja das von dir verwendete Skript kapieren müssen. Und dafür benötigt man ein handelsübliches Gehirn und ein bisschen Erfahrung.

Bestellung: Nokia FG41 499,91 Euro

Bei der schnellen Eingabe des von dir in einem Akt höchster Kreativität ausgedachten Handymodelles in eine Internet-Suchmaschine durfte ich feststellen, dass das Ding dermaßen schwefelduftbrandaktuell ist, dass es im gesamten Internet keinen einzigen Treffer für diese Typbezeichnung gibt.

Wir verpflichten wir Sie [sic!] ein letztes Mal, Ihre nicht beglichene Rechnung zu bezahlen und damit weitere juristische Kosten [weitere? Da sind doch noch gar keine!] einzusparen [sic!].

Beim Versuch, deinen Text *prust!* ernsthaft zu lesen, wurde ich immer wieder *gacker!* von gebieterischen Lachanfällen *brüll!* unterbrochen.

Wir müssen Ihnen 16,00 Euro zuzüglich zu der noch offenen Forderung als Mahnung in Rechnung stellen. [sic!]

Das liegt auch daran, dass deine besonderen Formulierungskünste an einen Roboter mit echtem Z80A-Elektronengehirn erinnern, der einfach nur ein paar kalt formulierte Formbriefe wiederkäut, ohne dass er dabei besonderen Sinn hineinbrächte.

Wir bitten Sie, den offenen Betrag bis zum 11.10.2012 auf das angegebene Konto zu übersenden.

Beim Blick auf den Kalender habe ich übrigens festgestelt, dass du es mit dem Datum auch nicht so hast.

Der Zahlschein und die Artikel Liste liegen dieser E-Mail als Kopie bei.

Der „Zahlschein“ ist ein ZIP-Archiv, das ein ZIP-Archiv enthält [!], das dann endlich eine Datei mit dem „hochkreativen“ Dateinamen Mahnung 06.10.12 Rechnung (punkt) doc (punkt) com enthält. Es handelt sich um eine ausführbare Datei für Microsoft Windows. Wer so doof ist, dass er Microsoft Windows in den Standardeinstellungen betreibt, so dass er die wirkliche Dateinamenserweiterung nicht sieht, wird sich bestimmt durch ein treffliches Icon dazu hinreißen lassen, diese Datei für ein Dokument aus Microsoft Word zu halten und dieses scheinbare Dokument vielleicht sogar durch einen ebenfalls sehr doofen Doppelklick darauf öffnen. Das allerdings, das öffnet die Tore der Hölle und macht den Computer auf dem Schreibtisch zu einem Werkzeug für die organisierte Kriminalität des Internet. Wer aus dem einen oder anderen Grund (zum Beispiel, weil Computer viel zu schade sind, um sie wegzuwerfen, nur weil moderne Betriebssysteme absurde Hardwareanforderungen stellen) ein etwas älteres Microsoft-Betriebssystem hat, kann sogar ziemlich unbemerkt von seinem Virenscanner so verlassen sein, dass dieser die neueste Brut der Verbrecher gar nicht mehr kennenlernt. Aber auch sonst erkennen die Scanner viele frische kriminelle Programmierungen nicht. Deshalb verlässt man sich ja auch nicht darauf, sondern erkennt solche Müllmails als das, was sie sind und löscht sie einfach.

Mit besten Grüßen

KrausVersand GmbH Aub
Leitung: Carla Krause
Fimen-Nummer: DE299668243

Mit mechanischem Gruß von einem Idioten, der beim Googlen nach der früher ausgedachten Firmierung „Krause Versand GmbH Aub“ festgestellt hat, dass da lauter Leute über seine Spam schreiben und deshalb einen KrausVersand draus gemacht hat.

Dieser Zeitgenosse, der unter käsigem Hirnzerfall zu leiden scheint, ist eben ein ganz Kreativer! :mrgreen:

Re:Re: sending servers .

Freitag, 19. Oktober 2012

Bulk Email Sending Servers
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Highly Stable and Secure Bulk Email Servers
for Email Marketing

Ach, „E-Mail-Marketing“ nennt man die Spam jetzt. Übrigens, Spammer: Glückwunsch zu deinem besonders groben Feingefühl darin, wie man eine HTML-Mail formatiert, denn das zeigt gleich, was für ein Spezialexperte auf dem Gebiet des E-Mail-Marketings du wirklich bist.

As you may already know, many ISPs have strict
Terms of Service (TOS) or Acceptable
Use Policies (AUP) against large scale
delivery of advertising or promotional
emails. If your ISP receives complaints
or discovers that you are using your account
to broadcast large volumes of email messages
they will likely disconnect and shut down your account.

Aha, du richtest dich mit deinem Angebot an Leute, die es für ihre Pläne ein bisschen stört, dass Provider sich an geltende Gesetze halten und bei kriminellen Missbrauch eines Angebotes den Vertrag kündigen. Das ist aber auch lästig, wenn man ein Verbrecher ist.

Bullet Proof Bulk Email Sending Servers You Can Rely On
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Sind das vielleicht die gleichen „Server“, über die du kriminelles Arschloch auch diese E-Mail versendet hast. Die kam nämlich von einem mit Schadsoftware übernommenen Privatrechner mit einer dynamisch zugewiesenen IP-Adresse der China Telecom. Und die zweite Mail mit identischem Text, die du mir ins Postfach gemacht hast, kam von einem mit Schadsoftware übernommenen Privatrechnner mit einer dynamisch zugeweisenen IP-Adresse der Telekom Austria.

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Klar, deine Botnetze baust du ständig aus. Deshalb bekomme ich ja auch immer diese anderen Mails von dir, die mit den ausführbaren Dateien im Anhang und dem Hinweis, dass Geld abgebucht wird oder die Hotelreservierung funktioniert hat. Oder die Mails, in denen du auch immer wieder den doofen Text „Click here“ schreibst und wo der Klick nach acht bis zehn Weiterleitungen auf eine tolle Seite führt, auf der Fehler im Flash, Java, Acrobat Reader oder im Browser ausgebeutet werden, um den Rechner schnell und unauffällig zu übernehmen. Oder die meist emotional aufgeladenen Aufforderungen auf Twitter, ganz schnell mal da und dort hinzuklicken. Und deine „Kunden“ verlieren dank der kriminellen Machenschaften, derer sie sich bei dir bedienen sollen, ihre letzte Spur von Reputation und kommen selbst in den unvorteilhaften Ruf eines kriminellen Spammers, den man besser meiden sollte. Aber das ist dir ja egal, du bist schließlich ein krimineller Cracker und Spammer und menschlich bist du einfach nur ein stinkendes Stück Scheiße.

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Der doofe Linktext „Click here“ wird nicht weniger doof, wenn man ihn dreimal nacheinander bringt.

Diese Spam wurde mechanisch erstellt und ist ohne Unterschrift gültig.