Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Monatsarchiv für Februar 2011

Ihr Lebensstil schreit nach extra Einkommen? Carolyn Valentine Co., Inc.

Dienstag, 22. Februar 2011

Ach, was reden denn alle von den vielen Millionen Arbeitslosen, den eben so vielen Menschen, die mies bezahlte Arbeit machen und ergänzende Sozialleistungen benötigen und den wenigen offenen Stellen, die dem gegenüberstehen. Wer eine Mailadresse hat, kann jeden Tag an „Arbeit“ kommen, ohne dafür irgendwas tun zu müssen. Ja, nicht einmal etwas können muss man für diese „Arbeit“.

Wenn der Spammer fragt, ob der Lebensstil nach „extra Einkommen schreit“, denn schreit die Dummheit oft zum Himmel – aber es ist gar nicht so lustig, denn hier sucht die organisierte Internet-Kriminalität nach Hilfsgeldwäschern, die dann anstelle der richtigen Verbrecher von der Polizei ermittelt werden und zuweilen sogar ins Gefängnis gehen. Unabhängig von einer eventuellen Haftstrafe wird man in jedem Fall zivilrechtlich haftbar für den angerichteten Schaden, und das kann schon existenzbedrohend teuer werden. Nähere Fragen zu diesem Thema sollten ihnen auf jeder Polizeidienststelle beantwortet werden. Von jedem mit Spam unterbreitetem „Jobangebot“ sollte Abstand genommen werden, keine auch nur halbwegs seriöse Unternehmung käme auf die Idee, illegale und gegenüber dem Rest des Internet dermaßen asoziale Methoden anzuwenden, um Mitarbeiter zu werben.

Das heutige „Jobangebot“ kommt als HTML-formatierte Mail in einem… ähm… ganz besonders gelungenen und vor allem *prust!* seriösen Design daher, dass hier zum größeren Genuss einmal als Screenshot gezeigt werden soll [die Verpixelung der Internetadresse ist von mir, denn ich habe keine Lust, dass dieses Blog zum unfreiwilligen Imagehoster für Spammer wird]:

Screenshot der HTML-Darstellung dieser Mail

So, jetzt muss ich wenigstens nicht versuchen, dieses brutalstmögliche Layout im Beitrag nachzugestalten und kann mich eher den „Inhalten“ widmen… :mrgreen:

Tue, 22 Feb 2011 08:59:40 -0300

Ach, irgendwie ist dem Absender dieses Stückes Datenmüll entgangen, dass so eine Mail bereits einen Zeitstempel hat. Na, warum sollte sich ein Mailspammer auch mit dem Medium Mail auskennen? Oder wollte er hier etwa den Eindruck eines Brieflayouts erwecken, und sollte das die Datumsangabe sein? Kleiner Tipp für dich, du herz- und hirnverrotteter Idiot von Spammer: Die nackte Ausgabe von date ist eher weniger dazu geeignet, einen solchen Eindruck zu erwecken, und ein kurzes man 1 date würde dir verraten, wie du das mit einer besseren Formatierung hinbekommst.

Ach, dafür müsstest du dir Mühe geben? Und das liegt dir nicht? Da könntest du ja auch gleich arbeiten gehen? Klar, deshalb bist du eben auch ein krimineller Spammer, der auf Dummenfang geht.

Immerhin bist du mit deinem hingestrunzten Skript dazu imstande gewesen…

Guter Tag nachtwaechter!

…die Zeichenkette vor diesem @-Zeichen in der Mailadresse zu extrahieren, um sie als Anrede zu verwenden. Klappt ja manchmal, und ist immer noch besser „Hi“. So weit, so gut – und das war ja auch nicht so schwierig, so ein sed 's/@.*$//' ist ja schnell gemacht. Das heißt aber nicht, dass es jeder machen würde. Aber damit ist dir dein Streben nach Exzellenz auch schon vergangen.

Du hast dir dann nämlich gesagt, dass du mit deinem völlig unerwünschten, kriminellen Scheiß an den Spamfiltern vorbeikommen musst, und denn hast du folgende tolle Idee gehabt: Du wolltest deine Spam einfach als HTML-Mail formatieren, weil dir das die Möglichkeit gibt, bestimmte Bereiche des Textes vor dem Leser zu verstecken, Der Spamfilter sieht diesen Text denn noch beim Analysieren, und so soll der Filter glauben, dass deine Drecksmail einen Inhalt hätte. Technisch hast du das hingefrickelt, indem du die Farbe des Textes nahezu identisch zur Hintergrundfarbe gesetzt hast – hey, du hast sogar schon mitbekommen, dass eine zum Hintergrund völlig identische Farbe von jedem halbwegs brauchbaren Spamfilter raussortiert wird, weil so etwas nur Betrüger und Kriminelle wie du nötig haben. Also hast du es einfach so konstrastarm gemacht, dass es für menschliche Leser nicht mehr kenntlich ist, dass dort ein Text steht – und das ist übrigens auch der Grund für die tolle Wahl deiner Hintergrundfarbe, denn auf Weiß geht dieser Trick ungleich schwerer.

Man merkts schon, es sind eine Menge Gedanken, die du dir da gemacht hast, und doch bist du ein Hohlkopf. Denn ob du einen Text wie…

suefriendsWhyHowlikepeoplepmonly

…vor dem Leser versteckst oder gar nicht erst bringst, das macht für den Spamfilter keinen Unterschied.

Wenn Sie…
… bereit fur neue Aufgaben sind!
… fleiig [sic!] sind, aber keiner zahlt Ihnen dafur den Lohn!
… erfolgreich sind und einen neuen Aufgabenbereich suchen!

Also, wenn sie irgendwas sind, denn können brauchen sie bei dieser Art „Job“ nichts, denn…

pathChristianFiredstandsattendant

pwoerjkwmvpwmgw :mrgreen:

Nein, das sollten sie natürlich nicht lesen, das war wieder für den Spamfilter bestimmt. Wenn sie zur Zielgruppe der Opfer dieser Spams gehören, denn lassen sie immer schön ihre Mails in der HTML-Darstellung anzeigen, obwohl die damit verbundenen Features (und oft sogar Sicherheitslücken) vor in erster Linie von Spammern und Kriminellen benötigt werden. Die normale Kommunikation bedarf dieser Möglichkeiten niemals.

So, jetzt wieder der Text für sie:

Sind Sie ein Student mit flexiblen Zeitplan oder eine alleinerziehende Mutter?

Gehören sie auch zu diesen Leuten, die niemand für eine halbwegs angemessen bezahlte Arbeit einstellen will? Oder gar zu den Leuten, die niemand mehr für ihre Arbeitskraft bezahlen will? Hoffnungslos? Dauernd pleite? Bei uns sind sie richtig, denn sie müssen nur etwas sein, aber nichts können – gut, sie sollten ein Konto in der Bundesrepublik haben, einen Internetzugang und sie sollten auch wissen, wie man das mit MoneyGram oder Western Union macht, damit sie das unter ihrem Namen eingenommene Geld anonymisiert zu uns weitersenden, Das ist aber nicht weiter schwierig, das könnte man sogar einem motivierteren Affen beibiegen. Sie…

Sie arbeiten von dort aus, wo sie sich am besten fuhlen.

…brauchen den größten Teil ihrer „Arbeitszeit“ nicht einmal ihren Hintern aus dem Sessel zu nehmen, und kriegen doch eine Menge Kohle für eine ungelernte und leichte „Arbeit“. Darüber denken sie aber nicht weiter nach, denn sie sind ein…

serialrehabAvoidingPatrononlineslammedConnect

…kmgiwrjngomwdv! Na gut, genauer gesagt sind sie ein Maultier.

Carolyn Valentine Co., Inc. expandiert und sucht 3 neue Mitarbeiter fur die Quick Payment Abteilung

Deshalb wundern sie sich nicht weiter darüber, dass eine expandierende Unternehmung, die so sehr auf Internet macht, nicht einmal in einer HTML-Mail ihre Firmierung mit der Firmenhomepage verlinkt. Nein, auf Imagepflege kommt es dieser „Firma“ nicht an. Und wundern sie sich auch nicht darüber, dass diese „Firma“ völlig wahllos in der „Auswahl“ der Leute ist, die für diese Firma mit Geld umgehen sollen. Klicken sie einfach auf einen Link, der sofort Vertrauen einflößt:

shatteredseven-milehabitspickedpersonalize!
http://ersea.net/dgofzn.html?cry=Express

Sie werden im Expresstempo zu schreien beginnen, wenn sie erst einmal so richtig ausgebeutet wurden und für die Verbrechen anderer Leute juristisch geradestehen müssen. Und glauben sie nicht, dass angesichts derartiger Jobs auch nur ein einziger Richter davon ausgehen kann, dass sie arglos gehandelt hätten! Jedem neunjährigen Kind fällt auf, dass bei so einer „Arbeit“ wie der, die sie hier machen sollen, etwas nicht stimmt.

Diese Spam wurde mechanisch erstellt und kommt deshalb ohne Unterschrift und Grußformel zum Abschluss.

Na, warum sah im Maillayout der Text unter…

E-mail Newsletter Services

…wohl so zerschossen aus? Ganz einfach, weil auch da viele Wörter eingesprenkelt wurden, die mit Hilfe der kontrastarmen HTML-Darstellung unsichtbar gemacht wurden. Die so entstehenden Lücken im Text schaffen natürlich einen zusätzlichen Eindruck von Stümperhaftigkeit und Spam, vor allem im Zusammenhang mit den Link-Unterstreichungen, aber sie sehen doch tatsächlich noch ein bisschen besser aus als der Text ohne diesen Trick:

* * To unsubscribe, visit the impact Newsletter outside Unsubscribe Rice page (do very not reply to Showbiz this e-mail most)
* touched
* behind For Lohan questions and diets comments: Feedback Fall
* with * swimmers For extensive advertising information rescue: Advertising Truth Sales Later [sic! LOL!]

Wer auf dem „impact Newsletter outside Unsubscribe Rice“ herumklickt, teilt überigens einer von Spammern aus der organisierten Internet-Kriminalität verwendeten Website mit, dass die Mail unter seiner Adresse ankommt. Die anderen Links scheinen frei von einer derartigen Schnüffelfunktion zu sein und konfrontieren den Klickenden „nur“ mit Websites von schwer kriminellen Zeitgenossen. Wer angesichts der illegalen und asozialen Zumutung der Spam von…

Read return our Privacy Policy | saw User home Agreement

…einer „Übereinkunft mit den Nutzern“ spricht und zudem etwas von einer „Richtlinie für die Privatsphäre“ blahfaselt, zeigt eigentlich nur, dass Frieden mit ihm erst nach Anwendung des Bolzenschussgerätes möglich ist.

Zu guter Letzt hat die Spam auch noch ein Copyright, wenn auch die Anpassung der Jahreszahl irgendwie vergessen wurde:

© 2010 anchorspreferenceknees, freezer Inc.

Ich verstehe das ja als „die bevorzugte Form des Knieens für Anker“, und es ist genau so doof wie die doofen Texte, die in dieser Drecksspam vor dem Leser versteckt werden sollten, damit er nicht merkt, wie doof diese Texte sind.

Werbeflat

Dienstag, 22. Februar 2011

Was wir alle auf Twitter wirklich die ganze Zeit so richtig vermisst haben, das sind nervende Spammer, die für Spam werben:

Screenshot des Twitter-Spammers 'werbeflat'

Allerdings vermeidet dieser besonders merkbefreite und antisoziale Werber und Followerspammer das Wort Spam natürlich, er spricht lieber von:

Werbung in tausenden E-Mails auf tausenden Websites unlimitierte Klicks und Views. Die Echte Werbeflatrate […]

Also genau von der unerwünschten, nervenden, technikmissbrauchenden, asozialen Belästigung, die wir alle jeden Tag weglöschen und die niemand vermisste, wenn sie nicht da wäre. Und die Typen, die so etwas machen, würde wohl auch niemand vermissen, außer vielleicht ihrer Mutter.

Aber was will man von einem Spammer auf Twitter schon erwarten? Etwa, dass er andere Medien für die zwischenmenschliche Kommunikation in weniger widerlicher Weise nutzt? Das wäre ja wirklich zuviel verlangt.

Schade, dass so ein Devolutionsvorreiter auch gleich merkt, dass das mit der Spam funktioniert, weil unter den Twitter-Nutzern über 1200 in einer mechanischen Geste zurückfollowen, wenn ihnen ein Spammer folgt. Na, dafür bekommen die jetzt auch ganz tolle Mitteilungen…

Wenn man schon nichts twittert…

Montag, 21. Februar 2011

Wenn man schon nichts twittert, denn muss man doch wenigstens von Anfang an ganz viele Follower haben, wie zum Beispiel dieser freundliche Follow-Spammer, der sich premeeweb nennt…

Twitter-Screenshot von 'premeeweb' mit der Website http://www.premee.de/, der zwar in einigen Monaten nur zwei Tweets verfasst hat, aber zurzeit 1892 Leuten folgt und mit seinem mutmaßlich skriptgesteuerten, massenhaften und wahllosen Followen offenbar 1636 Leute dazu bewegt hat, zurückzufollowen

…und gerade nicht so zwitscherfreudig ist. Aber immerhin, er ist am 17. Oktober des letzten Jahres online gegangen, hat er jedenfalls getwittet, und im Dezember hat er den Beginn seines Geschäfts für Januar angekündigt. Das ist bis jetzt in der Tat sehr entspannend, diesen Mitteilungen zu folgen. :mrgreen:

Aber premeeweb scheint Großes mit diesem zurzeit ziemlich ungenutzten Twitter-Account vorzuhaben, und deshalb folgt er gerade wahllos, massenhaft und mutmaßlich mechanisch skriptgesteuert anderen Twitteren mit der Absicht, dass diese reflexartig „zurückfolgen“ – wer es nicht tut, wird auch nach wenigen Tagen wieder „entfolgt“, denn an Kommunikation im gewöhnlichen Sinne dieses Wortes hat dieser Webverschmutzer kein Interesse. Wem da jetzt gefolgt wird, ist vollkommen egal, sogar ich mit meiner fröhlichen Kurzbio „Aus dem Schlamm der Sonne zugewandt“ war dabei. Wer als Spammer mit Schrotmunition schießt, muss halt nicht so genau zielen, und scheinbar ist es zurzeit vielen Twitter-Nutzern zu viel, solche Idioten einfach aus der Followerliste heraus mit einem schnellen Klick als Spammer zu melden. Wenn das nämlich ein bisschen öfter getan würde, denn wäre Twitter nicht so ein ideales Biotop für diese ganzen windigen Geschäftemacher, SEO-Anpreisungs-Idioten und sonstigen schrägen Typen, die hier eine neue Spamplattform gefunden zu haben glauben.

Was vom „Geschäft“ eines Typen zu halten ist, der derartige Spammethoden anwendet, sollte klar sein.

Ein Tipp zur Twitter-Spam [Dank an Josh K. Phisher]

Da immer noch viel zu wenig Twitter-Nutzer die Spammer als Spammer melden, hat es meist keine Wirkung, wenn der Spammer nur gemeldet wird. Ich weiß nicht, wieviele derartige Meldungen es braucht, bis sich auf der anderen Seite bei Twitter mal jemand anschaut, ob es sich wirklich um einen Spammer handelt, der skriptgesteuert Follower sammelt, um ihnen dann später seine kranken Beglückungsideen in die Timeline zu machen – und den Müll-Account denn gegebenenfalls löscht. Aber eine Handvoll Meldungen reicht offenbar nicht aus.

Eine zum Glück in letzter Zeit immer häufiger genutzte Möglichkeit, mit der Spammer markiert werden können, ist ein Eintrag in eine Liste mit eindeutigem Namen wie zum Beispiel „followerspam“. So kann auch für andere Twitter-Nutzer klar gemacht werden, dass man jemanden für einen Spammer hält. Auch dem Spammer wird klargemacht, dass er sich auf dünnem Eis bewegt, wenn er einen derartigen „Stempel“ in seinem Profil hat. Wenn man den Spammer auch an Twitter melden will – was ich unbedingt empfehle – denn sollte man ihn vor der Meldung in diese Liste aufnehmen, weil er nach der Meldung auch geblockt ist. (Was übrigens sehr sinnvoll ist.)

Den kleinen Zusatzklick sollte es immer wert sein! Bevor Twitter durch Spam so kaputt gemacht wird, dass man es kaum noch benutzen kann. Ich kenne mehrere Menschen, die wegen der Pest der täglichen Follower-Spam inzwischen ihre Twitter-Timeline auf „privat“ gesetzt haben, zumal auch immer mehr Spammer keine Hemmungen verspüren, wesentlich aktiver die Aufmerksamkeit für ihre dürftigen Angebote zu erzwingen.

UN / WORLD BANK ORGANIZATION

Montag, 21. Februar 2011

Ach, wer mir da schon wieder so alles schreibt – als Besitzer einer Mailadresse kann man was erleben! Die Mail kommt über die dynamische IP-Adresse eines mit Schadsoftware übernommenen Privatrechners, und da wirkt so ein Betreff gleich doppelt glaubwürdig. Da den Verbrechern nichts besseres eingefallen ist, haben sie diesen brötchendoofen Betreff noch einmal als Name des Absenders wiederholt. Klar doch, die Weltbank benutzt Spambots mit miesen Skripten, die in den Header-Zeilen der Mail so tun wollen, als seien sie MS Outlook, die aber nicht einmal das so richtig hinbekommen – um das besser zu machen, hätte man ja mal analysieren müssen, wie die typischen Header von MS Outlook aussehen. Gnade! Selbst ein mieser Spamfilter lässt euch nicht mehr durch…

Attention: Beneficiary,

Ja, da steht wirklich im besten Kasernenton „Achtung: Begünstigter“ und soll das ersetzen, was der Spammer nicht hinbekommen kann: Eine persönliche Anrede.

We wish to inform you that the UN / WORLD BANK ORGANIZATION facilitated around-table meetings which just ended some days ago, and it has been agreed upon that acompensation payment of US$500,000.00 should be paid to scammed individuals whose Name and E-mail have been chosen through an open E-mail ballot system. Your name were included and that is why we have contacted you.

Wir, die wir sie nicht kennen und selbst auch namenlos bleiben, wollen sie nur darüber informieren, dass die Weltbank eine halbe Million Dollar an Idioten auszahlen will, die auf unseren vorherigen Betrug mit dem Geschäftspartner in Nigeria oder der Erbschaft aus Usbekistan oder … ach, eine Menge Kram… reingefallen sind. Woher die Weltbank jetzt weiß, wer von uns beschissen wurde? Na, über ein offenes Abstimmungssystem, bei dem wir 419-Spammer darüber entschieden haben, wer denn mal zum Deppen des Jahres taugt und sich zum zweiten Mal von uns abziehen lässt. Ach, kleiner Witz, uns ist einfach kein vernünftiger Grund eingefallen. Und dabei wurde ihr Name mit ausgewählt, und deshalb schreiben wir sie an und können sie nicht einmal mit Namen ansprechen.

Also, this includes every foreign contractors that may have not received their contract sum and people that have had an unfinished transaction or international businesses that failed due to Government problems etc. Also, we have been receiving complains from beneficiaries informing us that they are yet to receive the payment due scams emanating from Africa as well as MR. JIM OVIA e.t.c.

Das beinhaltet wie immer eine Menge Blah über Geld und komische Geschäfte mit komischen Typen in etwas instabilen Staaten etc.

Due to high rate of complains by beneficiaries henceforth, MR. JIM OVIA is no more incharge to make any foreign payment and we will like to get you informed that you will not be receiving your payment through Bank Drafts due to illegal Bank Drafts circulating everywhere and in view of this, beneficiaries are to receive their payments through either direct bank to bank transfer or via ATM CARD through our correspondence payment center in Africa affiliated with OCEANIC Payment Center.

Jetzt müssen wir noch erzählen, warum sie überhaupt beschissen wurden und was wir damit zu tun haben. Wir hatten da so einen obskuren Mittelsmann und waren da nicht ganz so sorgfältig mit der Auswahl, und da gab es eben… ähm… so ein paar Unregelmäßigkeiten. Wenn sie also schon tausende von Euros an irgendeinen Afrikaner gezahlt haben, der ihnen immer etwas von herumliegenden großen Geldbeträgen erzählt hat, denn wurden sie betrogen. Aber das ist jetzt alles ganz anders, denn…

However, it is my pleasure to inform your ATM CARD no: 5456 72641959 0754 have been reserved for you which contains your certified amount.

…jetzt liegen große Geldbeträge herum. Aber echt und ehrlich jetzt, ich schwöre beim meinem gefälschtem Absender.

So you are hereby advised to contact our payment representative in Africa affiliated with OCEANIC PAYMENT CENTER with your payment code: 82509. You are advised to contact Mr. Peter Smith of our paying center in Africa, as he is our representative in Africa, contact him immediately for your payment. This meeting was first held on the 8th of April 2003. [sic!]

Und weil wir da total gute Erfahrungen mit haben, und weil wir bei den Vereinten Nationen und bei der Weltbank keine vernünftige Bankverbindung haben, über die wir so ein Kleingeldding mal eben erledigen können, machen wir das alles wieder über einen obskuren Mittelsmann in Afrika. Den kontaktieren sie jetzt bitte, und wenn sie wirklich schon einmal von uns abgezogen wurden, kennen sie den Rest ja schon. Ein paar Vorleistungen werden schon fällig, natürlich immer über MoneyGram oder Western Union, denn so etwas wie Bankverbindungen haben wir nie. Und das mit der Datumsangabe… ach, da haben wir halt vergessen, unsere alte Textvorlage mal ein bisschen ans Tagesdatum anzupassen.

Übrigens sind wir total Vereinte Nationen, wir…

You can view this page for your perusal: http://www.un.org/News/Press/docs/2003/ik344.doc.htm

…können sogar einen Link auf die Website der Vereinten Nationen legen. Nur die Mail mit dem PGP-Key der Vereinten Nationen signieren, das können wir natürlich nicht – aber hey, wer legt denn in so nebensächlichen Gelddingen Wert auf garantiert unverfälschte Kommunikation und eine kryptografisch sichere Überprüfung des Absenders?

Therefore, you should send him your full Name and telephone number your correct mailing address where you want to receive your payment

Also sagen sie uns schon, wie sie heißen. Und wundern sie sich nicht darüber, dass sie die Mail nicht beantworten können, indem sie in ihrem Mailprogramm auf „Antworten“ klicken, denn der Absender ist gefälscht. Schreiben sie stattdessen an unseren tollen Kontaktmann in Afrika und wundern sie sich bitte nicht weiter darüber, dass…

You are to contact MR. PETER SMITH at the address below:
CONTACT PERSON: MR. PETER SMITH
E-MAIL: petersmith101 (at) live (punkt) com

…der trotz seines Umganges mit Millionenbeträgen im Auftrag der Weltbank und der Vereinten Nationen für seinen geschäftlichen Mailverkehr eine kostenlos und anonym einzurichtende Mailadresse bei einem Freemail-Provider verwendet. Das Betreiben eines eigenen Mailservers, über den man selbst die Kontrolle hätte, würde ja fast drei Euro im Monat kosten, das ist nun wirklich nicht drin.

Und jetzt bitte Datenstriptease – wie gesagt, wir wissen nichts über sie:

You are required to contact the above person for your ATM Card, and furnish him with the following of your information that will be required to set-up the card in your name

1. Your Full name:
2. Your Country:
3. Contact Address:
4. Telephone Number:
5. Fax Number:
6. Marital Status:
7. Occupation:
8. Sex:
9. Age:

Wir fragen übrigens grundsätzlich nach dem Alter, weil es uns viel zu schwierig wäre, das Alter aus dem Geburtsdatum zu berechnen. Wenn sie morgen Geburtstag haben und ihre heutige Angabe dann falsch ist, ist das ein Fehler, den wir in Kauf nehmen.

Meanwhile, your Secret Pin Number will be e-mailed to you electronically for security reasons as soon as you confirm the receipt of your ATM CARD.

Die hochgeheime PIN-Nummer für die nicht-existente Karte wird ebenfalls offen wie eine Postkarte durchs Internet geschickt, weil unsere Opfer über so etwas gar nicht erst nachdenken können. Sie sind nämlich hirnlos.

Congratulations, and I look forward to hear from you as soon as you confirm your payment Making the world a better place.

Nochmal einen Herzlichen Glückwunsch…

Regards,
Secretary-General Ban Ki-Moon.
http://www.un.org/sg/

…vom *prust!* Generalsekretär der Vereinten Nationen. Wer doof genug ist, der darf sich da mal so richtig am oftgeknickten Ego geschmeichelt fühlen.

Diese Spam wurde übrigens von Maledict XIII, dem hl. Papst der hl. kath. Kirche des Systemes Sol und der dreiundzwanzig Planeten verbloggt.

NB: Dealing with MR. JIM OVIA is at your own risk

Ach ja, es ist eigentlich egal, wer die Spam geschrieben hat und was er will: Jedes Geschäft mit einem Spammer ist auf eigenes Risiko, und sicher ist nur, dass man betrogen wird.

Hannover, Porn und Monatsrückblick

Sonntag, 20. Februar 2011

Immer wieder gnadenlos, mit was für saudummen Texten die Kommentarspammer durchkommen wollen – das folgende ist ein Ausriss aus der gestrigen „Ernte“ beim Bloggenden Hannover:

hd porn, librium, free porn hd, video pornos hd

Bauart dieser Spams (bis auf den zweiten von oben): Überschrift herauspicken, irgendein lobendes Wort dranklatschen, als Kommentar schreiben, immer mit Google-Keyword und Link auf eine betrügerische Website. Als Mailadresse einfach user gefolgt von einer Ziffernkette ät Domainname der zugemüllten Seite. Alle drei Stunden wiederkommen. Nicht weiter davon irritieren lassen, wenn der Müll gar nicht erst erscheint, das kostet nur Programmieraufwand beim Skripten. Stattdessen mit Schrotmunition das ganze Internet damit zukleistern, irgendwo wirds schon sichtbar, hoffentlich noch vor seiner Löschung von Google indiziert und dann finden die Leute die betrügerischen Seiten mit angeblichem Pr0n, wenn sie mit Google suchen.

Als ob angesichts der Existenz von YouPorn¹ noch jemand der Angebote derartig windiger „Händler“ bedürfte. Ich finde es übrigens interessant, dass das Sperren der Website YouPorn¹ durch einige Provider in der Bundesrepublik schon für leidlich eingeweihte Internetnutzer sinnlos und kinderleicht zu umgehen ist (man suche einmal mit der Suchmaschine seiner Wahl nach Glype-Proxy, der Rest ist so simpel wie das normale Surfen), dass aber diese Zugangserschwernis auf der anderen Seite direkt der organisierten Internet-Kriminalität in die Hände spielt (die meisten über Google-Manipulation beworbenen Pr0n-Sites sind reine Schleudern für Schadsoftware). Die für das Geschäft organisierten Internet-Verbrecher erforderliche Spam – es würde sich ja niemand freiwillig und zum Vergnügen Schadsoftware installieren – ist allerdings eine technische und administrative Last für jeden, der eine Website mit interaktiven Möglichkeiten (wie Foren, Kommentare, Gästebücher) betreibt.

¹Wegen der in der BRD geltenden Linkhaftung kann ich YouPorn nicht verlinken, ohne diesem Blog eine Altersauszeichnung zu geben und nicht einmal einen Hinweis auf die URL geben. Aber die Site ist wirklich nicht schwierig zu finden. Probiert einfach mal das Naheliegendste, wenn ihr sie sucht.

Moechtest einen Chronometer mit einem Brand namen?

Sonntag, 20. Februar 2011

Gibt es aber nicht – heute wieder nur hirnverbrannte Spam.

Trouble reading this mail? Try read the newsletter online.

Na, war ich mal wieder zu unfähig, meinen ziemlich sinnlosen Text so in HTML zu setzen, dass er fehlerfrei dargestellt wird? Dann schau dir doch gleich meine Website an, deren Adresse ich lieber über den URL-Kürzer ow (punkt) ly verschleiere, weil diese kriminelle Site kaum noch durch die Spamfilter kommt.

Lassen Sie sich von Edel zeitmesser preisen nicht enttaeuschen. Kaufen Sie volle Imitationen online.

Aber volle Imitationen!

Und die können sogar etwas, womit ich bei einer Ticktack nie gerechnet hätte, die können…

A propos, unsere Chronometer haben genaue Mechanismen, sodass Sie wissen koennen, wie spaet ist es Sic. [sic!]

…sogar die Zeit anzeigen. Aber echt jetzt! :mrgreen:

If you believe you have received this email in error or no longer wish to receive future emails from us, please unsubscribe.

Mehr Spam? Einfach bei uns „abmelden“, und wir wissen, dass die Spam ankommt. Darüber freuen wir uns, denn wir sind…

Teledog 1115 Brooklyn Street.Anchorage AK 99503

…einfach nur Hunde auf der anderen Seite des Internet.

Re:

Sonntag, 20. Februar 2011

Hey, du bist aber lustig! Nicht nur, dass du zu faul bist, dir einen Betreff auszudenken. Nein, du bist auch ein bisschen verfault in deiner Kopffüllmasse. Da muss ich doch gleich mal den Header-Apparat auszugsweise zitieren:

Von: Julia A. <meineadresse (at) tamagothi (punkt) de>
Reply-To: meineadresse (at) tamagothi (punkt) de
An: meineadresse (at) tamagothi (punkt) de

[Natürlich stand da an Stelle von „meineadresse“ etwas anders, nämlich der Username für meine richtige Mailadresse]

Der ist gut. Also nicht nur, dass du glaubst, dass es wohl niemandem auffällt, dass du ein kriminelles, asoziales Stück Schweinedung bist, das mit millionenfacher Drecksmail das Internet flutet und für menschliche Kommunikation ein bisschen unbrauchbarer macht, wenn es nur so aussieht, als würden sich die Empfänger deines Mülls selbst zumüllen. Nein, du trägst die gefälschte Absenderadresse auch noch als Reply-To-Header ein und zeigst damit, dass du den Sinn dieser Angabe überhaupt nicht verstanden hast. Da scheint wohl neues Skript unter euch Idioten herumzugeistern, aber leider fehlt euch ein bisschen der Geist, um diese Möglichkeiten sinnvoll zu nutzen. Und als ob dir diese Offenbarung deines ganz besonderen Charakters und deiner Inkompetenz noch nicht genug wäre, sagst du dann in deiner „Mitteilung“ ganz offen…

Hi meineadresse!

Visit please new forum
http://mycardsharing.net/forum/showthread.php?p=309185#post309185

[Natürlich stand da an Stelle von „meineadresse“ etwas anders, nämlich der Username für meine richtige Mailadresse]

…dass du anderer Leute Webforen ebenfalls mit der Pest deiner stinkenden Spam flutest, um deine kriminellen Nullbotschaften unter die Leute zu bringen und sie besser durch die Spamfilter mogeln zu können.

Na, was meinst du wohl, wie „sympathisch“ so etwas wirkt? Und was meinst du wohl, wie viele deiner Empfänger da noch einen Impuls verspüren werden, auf einem Link herumzuklicken, der wegen deines Verzichts auf jeglichen Inhalt so etwas wie eine Katze im Sack ist? Na, denk mal drüber nach, Spamsau!

Ach, dafür müsstest du ein Hirn haben… na gut, spammen kann man scheinbar auch mit einigen grundlegenden Funktionen des Rückenmarks. Schade, dass der Rest an dir noch nicht genau so verrottet ist wie deine Schädelfüllung.