Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Schlagwortarchiv „Photoshop“

Diese Aktie sollten Sie kaufen

Samstag, 19. März 2016

Guten Tag,

Das ist mal wieder genau mein Name!

möchten Sie auch wissen, welche Aktie bald steigen wird?

Wenn ihr das wüsstet, würdet ihr nicht die Welt mit illegaler und asozialer Spam belästigen, sondern mit euren prognostischen Fähigkeiten stinkereich werden. Das hindert euch aber nicht daran, doch eine Antwort zu geben…

Die Erklärung ist simpel: die Aktie, die von vielen Anlegern und Spekulanten gekauft wird.

…die ich schnell als: „Aktien sind wie Überraschungseierfiguren“ übersetze. Diese eure Erklärung offenbart eure phänomenalen „Insider-Kenntnisse“ des Börsengeschehens gut genug, so dass sich weitere Erklärungen schon erübrigen.

Wir empfehlen Aktien, die unserer Meinung nach bald steigen werden? [sic! Mit Fragezeichen!] weil sie unterbewertet sind oder kursrelevante Nachrichten zu erwarten sind.

Woher ihr euer Spezialexpertenwissen holt: Ihr guckt einfach immer die Nachrichten von morgen. Glückwunsch zu eurem gutem Empfang! Diese bunten Smarties, die man in der Ballerburg von den Ärzten kriegt, die hauen aber auch immer rein… :mrgreen:

Kaufen wir alle diese Aktie, so wird sie steigen? [sic! Mit Fragezeichen!] und wir alle gewinnen.

Klar, wenn genug Leute eine Aktie kaufen, steigt sie. Und wenn man mit Spam genügend Menschen dazu bringt, irgendein leicht im Kurs manipulierbares Pfennigpapier zu kaufen, dann kann man es mit ordentlich Gewinn verkaufen. Den Verlust machen dann die vielen Käufer. Denn das Geld entsteht nicht an der Börse, es wird nur umverteilt. Vor rund einem Jahrzehnt waren E-Mail-Spams zur Manipulation von Aktienkursen eine tägliche Pest im Postfach, aber als dann endlich jeder dafür anfällige Naivling zum gebrannten Kind gemacht wurde, so dass niemand mehr auf die dumme Nummer hereinfiel, hat das wieder aufgehört, und ich habs seitdem nicht vermisst. Wer eine Erinnerung an diese entnervenden Zeiten haben möchte, in denen jeden Tag zehn Spams von Börsenspezialexperten (die im Regelfall keine Deutschexperten waren) ins Postfach kamen, kann sich ja mal die Spam zur Manipulation des Kurses der Aktie der schweizerischen Tier-Spezi AG anschauen. (Siehe auch hier oder hier oder hier mit angemessener Typografie.) Aber keine Flüssigkeiten im Mund!

Offenbar denken die Kriminellen, dass inzwischen wieder genug naive Gimpel nachgewachsen sind und sehen in dieser aufgewärmten Nummer eine prächtige Möglichkeit, ein paar Millionen Euro aus anderer Kriminalität bequem und ohne großen Aufwand zu vermehren, indem sie leicht manipulierbare Aktien kaufen, den Kurs mit Spam manipulieren und die windigen Zettel dann teuer wieder verkaufen. Bezahlen tun das natürlich die Leute, die darauf reinfallen.

Jetzt mitmachen? natürlich kostenlos.

Weitere Infos finden Sie hier:
http://www.q8cga.site/[ID entfernt]/

Der Link, der die Mailadresse zu den Spammer zurückfunkt, so dass man beim Klick noch mehr Spam einlädt, geht nach der üblichen Kaskade von Weiterleitungen – Spammer setzen keine direkten Links – auf die impressumslose Website in der Domain www (punkt) aktieninsiderclub (punkt) com; eine Domain, die…

$ whois aktieninsiderclub.com | grep -i '^creation'
Creation Date: 2016-03-18T10:10:00.00Z
$ date
Sa 19. Mär 13:50:19 CET 2016
$ _

…jetzt gerade einen Tag alt ist. Natürlich wurde die Domain schön anonym über einen Dienstleister im sonnigen Panama registriert:

$ whois aktieninsiderclub.com | grep -i '^registrant'
Registrant Name: WHOISGUARD PROTECTED
Registrant Organization: WHOISGUARD, INC.
Registrant Street: P.O. BOX 0823-03411
Registrant City: PANAMA
Registrant State/Province: PANAMA
Registrant Postal Code: 00000
Registrant Country: PA
Registrant Phone: +507.8365503
Registrant Phone Ext: 
Registrant Fax: +51.17057182
Registrant Fax Ext:
Registrant Email: 0BE9210877A542F78BF7A78DF4B22DF8.PROTECT@WHOISGUARD.COM
$ _

Die Website, die man dort präsentiert bekommt (zum Vergrößern klicken)…

Screenshot der betrügerischen Website unter aktieninsiderclub.com

…gewährt einem nicht nur die tolle und geradezu unwiderstehliche Gelegenheit, einem Spammer eine E-Mail-Adresse zum Bespammen zu geben, weil er einem so eine hübsche Spam ins Postfach gemacht hat, sondern offenbart auch, dass diese Großmeister der dummen Kriminalität leider gerade niemanden zur Hand hatten, der sich mit diesem Photoshop auskannte, so dass…

Detail aus dem Titelbereich der betrügerischen Website. Vor den Wellen der tosenden See steht ein Mann. Hinter dem Mann ist in einer verräterischen und sehr offensichtlichen Unschärfe zu erkennen, dass eine andere Person an dieser Stelle wegretuschiert wurde, und zwar ohne jedes Können.

…hinter dem sinnlosen menschlichen Sinnbild des lässigen Investors vor der tosenden See des Börsengeschehens unheimlich und gruslig ein Gespenstchen sichtbar wird. Vermutlich ist dieses Gespenst der völlig anonym bleibende Börsenspammer, der einem irgendwo im Internet mitgenommenen Menschen einflüstert, was er zu tun hat. :mrgreen:

Mit freundlichen Grüßen,
Aktien Insider Club

Da, wo ihr „inside“ seid, will ich nicht hin.

Hoffentlich haben die Menschen inzwischen etwas mehr Gehirn! Hoffentlich wird aus der Spam zur Börsenmanipulation nicht so eine Pest wie vor einem Jahrzehnt!

Deutschland: Angriff der Klonmonster

Mittwoch, 3. Oktober 2012

Diese „wunderschöne“ Reklame eines Unterhaltungselektronik-Verkäufers fiel etlichen Hannoveranern während des letzten Wochenendes entgegen, als sie ihre kostenlose „Zeitung“ namens „Hannover am Sonntag“ auffalteten, um zwischen der ganzen Reklame das bisschen Simulation redaktioneller Inhalte zu suchen. In diesem Dreckwerk Druckwerk entledigten sich Werber im Auftrage von Medimax der Aufgabe, den Menschen einen Fernseher schmackhaft zu machen. Da die olympischen „Spiele“ gerade vorbei sind und auch kein großes Fußball-Ereignis ansteht – so scheinen sich die wenig talentierten Werber „gedacht“ zu haben – kann man ja als „Grund“ für den Erwerb eines neuen Fernsehgerätes den bevorstehenden Nationalfeiertag der Bundesrepublik Deutschland hernehmen. Am Ende dieser „Überlegungen“ stand der kollektive Gedanke „fuck it!“ stand das folgende Ergebnis, das von wehrlosen Rotationsmaschinen vieltausendfach auf Papier gedruckt wurde, welches über einen eingespielten Apparat aus etlichen dafür bezahlten Menschen in ebenso wehrlose Briefkästen verklappt wurde:

Scan der Werbung, Gesamteindruck

[Für eine vergrößerte Ansicht einfach aufs Vorschaubild klicken…]

An diesem Ergebnis entzückt nicht nur der QR-Code für jene, die sich davon nicht abschrecken lassen, und auch bei der biblischen Zahl des Tieres aus der Offenbarung des Johannes neben dem flaggentümend eingefärbten Umriss der hübschen, kleinen Republik im Zentrum Europas hört der Schrecken nicht auf. Denn die so symbolisierte Republik – nur echt mit schnell reingearbeiteter Linsenreflexion, damit man sieht, dass der Grafiker weiß, wie man einen Linsenreflex mit Photoshop reinmacht – wird überrannt von einer seltsamen und höchst lächerlichen Armee von Photoshop-Klonmonstern, die in gar nicht passender Persepktive draufgepatzt wurden:

Detail mit den Klonmonstern aus der Werbung

Man kann sich bei diesem „Werk“, das übrigens bei längerer Betrachtung über viele Minuten hinweg immer noch ein bisschen mieser wirkt, allerhand Fragen stellen. Zum Beispiel die Frage, wie viele verschiedene Köpfe hier in die große Kopfmasse über „Schland“ geklont wurden. (Beim Versuch einer Zählung sollte man sich allerdings nicht davon verwirren lassen, dass die Köpfe manchmal gespiegelt wurden.) Oder die Frage, wieso die Proportionen der Leute im Vordergrund so seltsam aussehen, wieso ihre Beine zum Teil so unantomische Kurven aufweisen und wieso die Frau auf der linken Seite erkennbar die selbe (und nicht einfach nur die gleiche) Hose trägt wie die zu drei Vierteln sichtbare Frau ganz rechts. Oder die Frage, wieso dieses Arrangement von Klonmonstern mit seinem unscharfen Rand die Form erhalten hat, mit der es gedruckt wurde. Oder die Frage, wie der Betrachter den Hirnkitzel überwinden soll, der dadurch entsteht, dass eine pseudoperspektivische Anordnung von „Personen“ auf einer Sicht der Republik direkt von oben herab montiert wurde? Oder die Frage, warum der „Grafiker“, der dieses großartige Werk der art brut geschaffen hat, auf die Idee gekommen ist, dass er durch exzessive Anwendung des Gaußschen Weichzeichners die Schwächen seiner ebenso exzessiven Kopierstempelbenutzung „elegant“ verbergen könnte, wenn der Umriss der Bundesrepublik dabei auf jeder Höhe scharf ist. Oder die Frage, warum weder der Grafiker selbst, noch jemand anders in der Reklamefirma noch jemand bei Medimax vor dem Druck gemerkt hat, dass das Ergebnis einfach nur so richtig scheiße aussieht.

Man kann sich allerdings auch die Frage stellen, was dieser namenlose Grafiker wohl von Beruf ist und welches Studium man eigentlich abbrechen muss, um bei der für diese Realsatire verantwortlichen Werbefirma etwas zu werden.

Nur eine Frage kommt einem nicht mehr auf: Die Frage, ob man diesen tollen Fernseher kaufen möchte… :mrgreen:

Sorry, Medimax, aber diese Werbung ist das miesteste, was ich seit langem gesehen habe. Und ich habe viel gesehen…

Das Bezahlen aus der Sicht des Werbers

Montag, 11. Juni 2012

Hallo, unbekannter Werber,

ich sehe dein unentwegtes Bemühen, mir irgendwelche nie gehabten Probleme zu lösen, ja allerorten den öffentlichen Blickraum verpesten. Zum Beispiel die von dir, unbekannter Werber, angepriesene Idee…

so gut kann bezahlen aussehen - Bezahlen sie Beträge bis 20 Euro viel schneller und leichter kontaktlos mit girogo!

…den leidigen Vorgang des Bezahlens besser aussehen zu lassen. Ich weiß ja nicht, unbekannter Werber, in welchem zwischenmenschlich und mental ertrübten Zusammenhängen du dein Dasein als weitgehend enthirntes Gesäuge fristest – aber in der von mir bewohnten Welt haben die wenigsten Menschen ein Problem damit, dass das Bezahlen nicht gut aussieht. Dafür haben jedoch viele ein Problem damit, dass das Bezahlen immer so viel von dem immer weniger vorhandenen Geld kostet. Da fällts auch nicht „leichter“, wenn man kontaktlose Verfahren verwendet.

Und wenn du schon mal hier liest, du unbekannter Werber mit deinem von Koksstaub verblendeten Hirnersatzsurrogat im Kopfe, dann sag deinem total kreativen Kollegen am Photoshop doch bitte mal, dass er sich beim Neuzusammensetzen dieser blondäugigen Sympathieträgerin aus ihren zerschnippelten Einzelgliedern beim vorderen Bein etwas in den Proportionen vergriffen hat, so dass es deutlich zu dünne wirkt. Vom außerhalb des Bildes befindlichen, offensichtlich missgestalteten Becken und dem schmerzhaften Fußknick am hinteren Beine ganz zu schweigen…

Dein dich jeden Tag „genießen“ müssender
Nachtwächter

Zu diesem einzahlungsfreien Bonus kann niemand nein sagen.

Samstag, 28. Mai 2011

Bitte so weitermachen, Spammer! Immer schön einen Punkt am Ende des Betreffs setzen! Ihr macht mir das Filtern viel leichter.

Aber hey, ihr bietet ja mal etwas ganz neues an. Bislang kannte ich eure Bonusse ja immer nur in der Version „gib uns ein paar hundert Euro in echtem Geld und bekomm dafür das Doppelte in virtuellen Jetons“, da reizte das Wort „einzahlungsfreier Bonus“ schon ein bisschen meine Neugierde. Also erstmal einen Blick in die Spam geworfen:

Unsere Boni sind großartig und die Gewinne sind ganz groß. Profitieren Sie davon. Melden Sie sich für dieses kostenlose Geld zum Spielen an.

http://gamebonussuper.ru/de/

Einmal der übliche Casino-Spam-Bullshit. Die Gewinne sind ganz groß, die Verluste sind noch größer – nicht einmal eine echte Spielbank lebt vom Geldverschenken, und die windigen Internetklitschen irgendwelcher spammenden Verbrecher mit ihrem beliebig manipulierbaren Spiel wohl noch weniger. Und dann gibt es kostenloses Geld, einfach nur klicken. Ja, kostenloses Geld

Die Texter haben sich mal wieder einen kostenlosen Hirnschaden abgeholt.

Detail der betrügerischen WebsiteWas man unter der besagten Adresse zu sehen bekommt, ist eine Weiterleitung auf www (punkt) kingspalacecasinos (punkt) com, und was man dort an Website zu sehen bekommt, ist für mich auch nicht mehr so neu, sondern hat mich erst vor einem Monat unter einer anderen Wegwerfadresse königlish zum Lachen gebracht. Das ist aber auch zu komisch, wenn ihr Drecksspammer so sehr nach grafischer Exzellenz strebt und da sogar noch einer geradezu radioaktiv lächelnden Frau den Kopf so unglücklich mit Photoshop auf den deutlich zu langen Hals setzt¹, dass sich der Betrachter unwillkürlich fragt, ob hier wohl zuerst der demonstrativ locker gehaltene Jeton-Stapel oder die hohle Rübe dieser Sympathieträgerin fürs saudoofe Zocken auf den Boden fällt; es dann aber nicht einmal hinbekommt, eure „Texte“ mal von jemanden querlesen zu lassen, der die dort zum Besten gegebene Sprache auch versteht und leidlich beherrscht. Es wäre ja durchaus ausreichend, wenn ihm neben Grundkenntnissen der verwendeten Sprache auch die Mysterien der Benutzung eines Wörterbuches verständlich wären…

Na gut. Ich sehe, dass ihr den ganzen Monat lang so sehr damit beschäftigt wart, die Bauernfang-Seite von einer Internetadresse zur andern umziehen zu lassen, dass ihr nicht einmal zu kleinen Korrekturen gekommen seid. Schließlich wolltet ihr ja auch die ganze Kohle verprassen, die ihr euren Opfern indirekt abgezockt habt, da bleibt nicht viel Zeit für solchen Kleinkram. Ist schon ein hartes Leben, wenn man sich als Spammer seinen verfeinerten Lebensstil dadurch finanzieren will, dass man andere Leute betrügerisch abzieht, ich habe da volles Verständnis für. Vielleicht solltet ihr mal zwei bis fünf Jahre Urlaub davon machen. In einem Gefängnis. Ihr habts euch wirklich verdient. Ich würds euch so gönnen! :mrgreen:

Aber da ist ja noch eines: Der „einzahlungsfreie Bonus“ aus dem Betreff eurer heutigen genretypisch idiotischen Mail. Dafür klicke ich doch sogar noch einmal auf den Link „Aktionen“ in eurer Dreckssite, um zu sehen, wie „einzahlungsfrei“ euer Bonus ist – wer es selbst lesen möchte, mag vielleicht diese archivierte Version der betrügerischen Website. [Wie üblich mit dem Hinweis, dass es sich um die Website von schwer kriminellen Zeitgenossen handelt, die man besser nur mit einem besonders gesicherten System betrachtet.] Dort werden auch die Bonusse erklärt (von denen der tatsächliche Casinoveranstalter übrigens gar nichts zu wissen braucht und die es eventuell gar nicht gibt, aber das ist den Spammern egal, wenn ihre Opfer erstmal in guter Hoffnung eingezahlt haben und sie ihre Affiliate-Groschen für die Kundenwerbung kassiert haben):

300% Willkommensbonus!
Freuen Sie sich auf königliche Betreuung im Kings Palace casino mit grandiosen Bonusangeboten auf Ihre ersten beiden Einzahlungen. [sic! Aufs Bezahlen freuen!] Nehmen Sie Platz auf Ihrem Thron [sic!] und freuen Sie sich auf Bonusse bis zu 300% bis zu €600 auf jede Einzahlung mit unserem Bonus Code: 1-KING1 | 2-KING2 | 3KING-3

Verstehe: Ein Bonus in virtuellen Jetons bei jeder Einzahlung von echtem Geld ist also „einzahlungsfrei“. :mrgreen:

Oder meinen die Halunken jetzt etwa das zweite Angebot, mit dem man hochwirksam seine Restfreunde in Feinde verwandeln kann:

Laden Sie Ihre Freunde zum spielen ein, und wir belohnen Sie!
Seien Sie ein guter Kumpel! [sic!] Laden Sie Ihre Freunde in das Kings Palace casino zum Spielen ein, und wenn diese die erste Einzahlung tätigen, nehmen Sie einen tollen 100€ Bonus entgegen.

Seien Sie ein grosszügiger Freund [sic!], und wir werden grosszügig zu Ihnen sein – auf jeden Ihrer eingeladenen Freunde, der im Kings Palace casino ein Konto eröffnet, eine erste Einzahlung tätigt und Ihren Namen/Kundernnummer [sic!] erwähnt, erhalten Sie von uns 100€ Bonus auf Ihr Konto. Worauf warten Sie noch? Sagen Sie es gleich weiter!

Verstehe: Wenn jemand anders [Wirklichen Freunden wird das doch wohl keiner zumuten, oder?!] echtes Geld einzahlt, damit ich einen Bonus in virtuellen Jetons bekomme, denn ist dieser Bonus „einzahlungsfrei“. :mrgreen:

Na ja, warum sollte in einer betrügerischen Casino-Spam, die mit gefälschtem Absender über ein Botnetz aus kriminell übernommenen Privatrechnern versendet wurde, auch etwas anderes als Lügen stehen.

¹Apropos Photoshop-Frau: Man beachte auch die schnell ausgeschnittenen Haare, die am Rand deutlich verraten, dass dieser Kopf einmal auf hellerem Hintergrund stand. Über die Propotion Kopf/Körper will ich gar nichts mehr sagen…

Das Beste Online Casino

Sonntag, 1. November 2009

Helloween ist noch gar nicht richtig vorbei, und schon spukt es auch im November weiter in meinem Postfach herum, das verbrecherische Werben für das Magic Box Casino unter etlichen Namen und Internetadressen.

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Klar doch, ein ganzes Casino runterladen…

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- Downloaden Sie die Software und geniessen Sie den Spass
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– Vergessen Sie nicht Ihren 100% Willkommens Bonus anzufordern und zu geniessen

Immerhin sprechen die jetzt nicht mehr von hunderten von Euro, die man dort einzahlen soll, um irgendeinen obskuren Bonus in virtuellen Jetons ausgezahlt zu bekommen. Aber auch der kleine Betrag ist weg, und das Geschäft der Spammer und der Betreiber des illegalen, durch niemanden kontrollierten und beliebig manipulierbaren Glücksspieles lohnt sich.

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Aber voll die Magie! Aus der schnellen Übersetzung rettet sich ein „u“ ins Deutsche, Mails tauchen plötzlich zu hunderten im Posteingang auf, und Geld verschwindet einfach so! :mrgreen:

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Klar doch, voll der Bonus und die Spiele. Und wie aufregend das doch alles ist. Der Jackpot nimmt zu, und der Zocker nimmt ab, wenn er zuviel verzockt.

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Da ich bislang immer die Erfahrung gemacht habe, dass die Verbrecher auch mal an ihrem Sitedesign rumfummeln, wenn sie einen neuen Texter haben, gab ich mir einmal auf einem besonders gesicherten Rechner einen Klick in die Spam.

Und in der Tat, das Design hat mal wieder verändert. Früher haben die ja mal Flash benutzt, um einen Zähler einfach mit der Zeit hochzählen zu lassen und so einen anwachsenden Jackpot vorzutäuschen, das wurde ihnen aber zu blöd (vielleicht wussten die gar nicht, dass man das disassemblieren und verstehen kann, und dass so der Beschiss sofort auffällt) und dann nahmen sie doch lieber einen statischen Text auf der Website.

Inzwischen haben die nicht nur ein anderes Farbschema…

Screenshot der betrügerischen Website

…sondern auch wieder Verwendung für Flash. Auf dem letzten „S“ von „STARS“ hat sich ein glitzriges Funkeln gelegt, und dafür hat man mal eben den gesamten Titelbereich in Flash gemacht. Wenn jetzt nur noch jemand dem tollen Grafiker sagte, dass man Craps…

Detail der Startseite

…mit zwei Würfeln und an einem speziellen Tisch spielt, denn würde mich das dümmliche Grinsen des dort reingephotoshopten Glatzkopfes mit seinen drei Blasebälgen auch nicht so sehr zum Lachen reizen, zumal die damenlose Hand da links nicht gerade gelungen ist und die „Würfelhand“ Zeichen einer beginnenden Elephantitis zeigt. Aber ich will mich mal nicht lustig machen…

Wenn man ein bisschen runterscrollt, sieht man auch die vielen Wege, auf denen man dort sein Geld an Kriminelle loswerden kann.

Mögliche Zahlungsweisen

Darin hat sich noch ein besonders fröhlicher, aber wohl eher unfreiwilliger Scherz verborgen, denn das soll eine…

Secure Site

…“Secure Site“ sein, natürlich auch mit so einem hübschen kleinen abgeschlossenen Schloss dazu. Warum auch immer, die Seite wird nicht einmal über HTTPS verschlüsselt übertragen, und jeder Browser wird sagen, dass es sich hier um eine unsichere Internetverbindung handelt. Oder glaubt jemand, dass diese Verbrecher das Geld für ein Sitezertifikat einer Zertifizierungsstelle ausgeben würden, wo sie sich womöglich noch persönlich identifizieren müssten. Nein, da fummeln die lieber so ein Bildchen rein und glauben fest an die Dummheit und Unwissenheit der Menschen. Denn so richtig dumme und unwissende Menschen freuen sich bestimmt hündisch darüber, dass sie schon auf der Download-Seite darauf hingewiesen werden…

Es wird ein paar Warnungen von Windows geben!

…dass der Internet-Explorer eine kleine Sicherheitswarnung anzeigt, wenn man sich „das Casino runterladen“ will. Rot markiert steht da, was zu tun ist: Gar nicht erst lesen, sondern einfach auf „Ausführen“ klicken. Die haben das ja so gesagt auf der Website eines in der BRD illegalen Casinobetreibers, da wird das schon seine Richtigkeit haben.

Ach ja, BRD. Auch, wenn das so nicht im Grundgesetze steht und auch wenn Werber und Politiker sich alle Mühe geben, Denglisch zur neuen Nationalsprache zu machen – hier wird doch immer noch von den meisten Menschen Deutsch gesprochen. Das heißt aber noch lange nicht, dass sich die Verbrecher einmal die Mühe machen würden, einen Screenshot von einer deutschen Windows-Version in deutscher Sprache auf ihrer deutschen Seite zu machen – Mühe ist ja anstrengend, und die Deppen merken sowieso nichts.

Zum Glück ist es ganz einfach, die Download-Seite zu finden, weil der gesamte untere Bereich dieser neckischen Reklame für ein illegales Glücksspiel ein Link auf die Download-Seite ist. Früher haben die den Download einfach über JavaScript starten lassen, aber das hat sich wohl als kontraproduktiv erwiesen, weil so eine Sicherheitswarnung des Browsers den meisten Menschen doch noch zu denken gibt. Deshalb jetzt diese tolle Download-Seite, die solchen Bedenken den Wind aus den Segeln nehmen will…

Ach ja, und dann ist da noch der ganz tolle Bonus, von dem die da schwafeln, damit man auch ja schön viel einzahlt, um dafür doppelt so viel Spielgeld zu bekommen. Der Hinweis, wie man da drankommt, befindet sich unter dem Link „Aktionen“, und es ist mal wieder so ein echter Geheimtipp:

Der Bonuscode lautet STARS1000

Man muss nur den hochgeheimen und sehr überzeugend aussehenden Code STARS1000 eingeben, um dieses „fantastische Angebot in Anspruch nehmen zu können“ – das wird hier übrigens von Spammern zugesagt, die Geld dafür kriegen, dass sie Leute in das „Magic Box Casino“ zerren, und es kann gut sein, dass das „Magic Box Casino“ gar nichts davon weiß. Macht aber nicht, Hauptsache, es wird erstmal so richtig eingezahlt. Und je größer der Betrag ist, desto besser.

So, ich muss jetzt etwas gegen die Kopfschmerzen tun, das Grün dieser Website ist körperverletzend!

Frankensteins Badesommer

Samstag, 4. Juli 2009

Werte Macher der „Freizeitwoche“, ihr hättet es fast geschafft, dass ich diesen „Artikel“ mit seinen stümperhaften Bildbearbeitungen falsch zuordne, als ich ihn bei einer dieser herzkalten Frauen aufgeschlagen herumliegen sah; bei einer dieser Frauen, die sich am Leiden anderer Menschen ergötzen, die alles interessant finden, was aus dem sich über Jahrhunderte erstreckenden Inzucht-Experiment namens „europäischer Adel“ hervorgeht und sich von euch in den Schlankheitswahn treiben lassen:

Ganz schön bunt - Das wird ein toller Badesommer

Fotos: HerstellerAllerdings hat ein Blick in die kleinen Buchstaben, die sich etwas schamvoll neben den bunten, großen Buchstaben versteckt haben, schnell klar gemacht, wie hier die Verhältnisse wirklich liegen.

Es handelt sich hier also nicht etwa um eure eigene redaktionelle Arbeit, sondern um einen „Artikel“, den ihr offenbar auf Wunsch und mutmaßlich auch auf Bezahlung eines Herstellers von Badebekleidung in eurem „redaktionellen“ Teil unterbringt. (Ja, ich weiß, eine solche „Bezahlung“ kann auch durchaus etwas indirekter sein.) Dies natürlich, ohne da so ein klares Wort wie „Anzeige“ darüber zu setzen oder die Leserinnen auf eine andere Weise darüber in Kenntnis zu setzen, dass es sich hier um reine Reklame handelt. Der nur anpreisende und werbende Charakter des recht textarmen „Artikels“ ist derart offensichtlich, dass er nicht zu übersehen ist. Das an sich ist schon übel genug, aber es ist leider zu gewöhnlich geworden – und übrigens einer der vielen Gründe dafür, dass ich den gesamten Auswurf der Journaille meinem Dasein nicht mehr hinzufüge.

Eine kleine Abschweifung

Dass da am Artikel keine Bestellkarte dranhängt, ändert nichts am Reklamecharakter – und ich würde eine recht hohe Wette darauf halten, dass jene Leserinnen, die für die Aussicht auf ein bisschen gewinnbares Kleingeld oder kitschduseligen Reisen an euren nicht sehr rätselhaften Preisrätseln teilnehmen und dabei ihre Anschrift, ihre Telefonnummer und ihre Mailadresse an euch verraten, schon sehr bald mindestens einen Katalog im Briefkasten finden werden, dessen Angebote ihnen zum Teil auf der Stelle vertraut vorkommen – und gleich hinterher einen freundlichen und sehr professionell geführten Anruf kriegen, der noch einmal ein bisschen „nachhakt“. Das Einverständnis eurer gewinnsüchtig gemachten Leserinnen zur werblichen Nutzung ihrer persönlichen Daten holen sich die Macher der „Freizeitwoche“ ja auf relativ einfache Weise ein:

Rätsel-Coupon Nr. 25/09

Wie, das Kleingedruckte über den persönlichen Daten kann man kaum lesen? Stimmt, das kann man kaum lesen, auch im Druck ist es schon ein bisschen schwierig – deshalb der entscheidende Ausschnitt noch einmal etwas größer:

Ja, ich bin damit einverstanden, dass die Bauer Media Group mich bis auf Widerruf per Telefon oder E-Mail über interessante Angebote zu Medienprodukten informiert. Mit meiner vorstehenden Einverständniserklärung verpflichte ich die Bauer Media Group auf die Einhaltung der Grenzen dieser Zustimmung und auf den Datenschutz.

Immer noch nicht so einfach, sowohl von der Schriftgröße also auch vom Inhalt her.

Fangen wir einmal mit dem Inhalt an.

Dieser beginnt nämlich mit einem hübschen kleinen Quadrat, das erfolgreich den Eindruck erwecken kann, als müsse frau es ankreuzen, um ihre Zustimmung zu geben. Aber da ist vom Ankreuzen gar nicht die Rede, und der mit dem fröhlichen Wörtchen „Ja“ beginnende Text da gilt auch ohne irgendein Kreuzchen als Willenserklärung. Ja, wirklich, wer mit diesem Text nicht einverstanden ist und am Gewinnspiel teilnehmen will, der muss da nicht irgendein Kreuzchen weglassen, sondern den Text deutlich durchstreichen.

Ich möchte wetten, dass hier weniger als ein Promille der eingehenden Rätsellösungen einen durchgestrichenen Text aufweisen, weil die meisten oberflächlichen Leserinnen angesichts dieser Präsentation glauben, dass es hinreicht, in diesem vorstehenden Quadrat kein Kreuz zu setzen. Und ich würde sagen, dass sich hier der Verdacht geradezu aufdrängt, dass dieses Quadrat da nur gesetzt wurde, um in solcher Weise missverstanden zu werden. Andere Erklärungen sind zumindest ein bisschen schwierig an den Haaren herbeizuziehen. Was meiner Meinung nach von einem solchem Verhalten gegenüber den Leserinnen zu halten ist, sage ich hier allerdings nicht, weil ich glaube, dass frau durchaus noch selbst denken kann – und wenn nicht, denn wird es höchste Zeit, das zu üben. ;-)

Das Zustellen eines Kataloges oder anderer werbender „Medien“ durch die gewöhnliche Hauspost ist im Übrigenn keineswegs illegal, auch wenn man dazu niemals seine ausdrückliche Zustimmung gegeben hat. Wer mir das nicht glaubt, der gehe einfach zu seinem überquellenden Briefkasten, der jeden Tag aufs Neue mit Werbemüll zugestopft wird – und jeder dieser dummen Ausflüsse der Einwegkommunikation lässt eine klare und gerichtsfeste Identifikation des Absenders zu. Allein diese Tatsache zeigt die Legalität dieses Vorgehens.

Ob die „Bauer Media Group“ auch gleich als Dienstleistung für gewerbliche Kunden die Reklame verschickt, weiß ich nicht, und ich habe auch keine Lust, das zu recherchieren – aber dass ihre Tätigkeiten weit über das Herstellen von billigen Heftchen für billige Frauen hinausgehen, dürfte schon an Hand der Firmierung und der ausgebufften, kleinen Tricks klar sein.

Was diese sehr leicht versehentlich zu gebende „Einverständniserklärung“ also wirklich bedeutet, das ist ein Freibrief für die „Bauer Media Group“, die Empfängerinnen der zugestellten Werbung durch professionell geführte Telefonanrufe und Werbe-Mails (die in so einem Fall übrigens, so lästig sie auch werden mögen, keine Spam sind) „nachzubearbeiten“, um die Wirksamkeit der Reklame noch ein bisschen zu erhöhen – und der Bezug dieser „Erklärung“ auf „Medienprodukte“ ist derart allgemein gehalten, dass sich beinahe alles darunter verstehen lässt – vom Reklame-Katalog bis zum ständigen gemailten Hinweis auf gewerbliche Websites. Wer glaubt, dass ein in solchem Freibriefe eingeräumtes Recht nicht von der „Bauer Media Group“ genutzt wird, der muss sich grenzenlose Naivität vorwerfen lassen. Der zweite Satz dieses Textes ist übrigens keineswegs eine Einschränkung, die von der Absenderin des „Coupons“ gegeben wird, sondern diese Einschränkung wird von den gegenwärtig gültigen Gesetzen in der BR Deutschland erzwungen – es handelt sich hier also um eine nichts sagende Nebelgranate, die ebenfalls vom wahren Charakter dieser Erklärung ablenken soll, und auch das offenbart einen Blick in den Charakter der Menschen, die auf diese Weise vorgehen, um andere Menschen ein bisschen zu überrumpeln.

Vielleicht ist jetzt etwas klarer, worin ein zusätzliches Geschäftsmodell einer „Zeitschrift“ bestehen könnte, die wegen ihres günstigen Preises kaum kostendeckend sein kann.

Ende der Abschweifung

Dennoch, das alles ist hier gar nicht mein Thema. Obwohl versteckt dargebotene und auf diese Weise die Kritik der Leserin überrumpelnde Werbung einen Charakter aufweist, der schon recht nahe bei einer vorsätzlichen Irreführung der Leserin steht. Offenbar vertraut ihr, die Macher der „Freizeitwoche“ und anderer leser(innen)verachtender Periodika, darauf, dass eure Leserinnen schon genügend vom Selbsthass zerfressen oder total verdummt sind, um so etwas einfach über sich ergehen zu lassen und dafür auch noch 80 Cent herzugeben. Und ihr würdet wohl alles dafür tun, dass das auch in Zukunft so bleibt, denn diese Dummheit ist euer Geschäft.

Nein, mein Thema ist die himmelschreiende Stümperhaftigkeit der Bearbeitung der in diesem „Artikel“ gezeigten Werbefotos – wenn ich eine Zeitschrift herausgeben würde, denn würde ich mich sogar weigern, so einen Schrott ganzseitig und unübersehbar zu drucken, um wenigstens ein bisschen guten Ruf zu behalten.

Wir wissen natürlich alle – oder wir sollten doch wenigstens alle wissen, vor allem sollten es alle Frauen wissen – dass die Frauen auf diesen Werbefotos so etwas ähnliches wie Frankensteins Monster in virtueller Form sind; dass sie in Photoshop so aus zerschnippelten Einzelteilen verschiedener Frauen zusammengesetzt wurden, bis sich das Idealbild der schlanken, sportlichen, ewig jugendlichen Frau der Werber ergibt, an dem sich alle Frauen dieser Welt messen sollen, auf dass sie dabei unglücklich und voller Selbstzweifel werden. Denn unglückliche Menschen sind nun einmal bessere Konsumenten, mit glücklichen Menschen ist neben dem Alltagsbedarf und ihren echten, intrinsisch entstandenen Wünschen kein gutes Geschäft zu machen. Die psychischen Erkrankungen, die beim ständigen Messen an einem surrealen Maß gerade bei den jüngeren Frauen wie von allein entstehen, sie werden von den Werbern gern in Kauf genommen, solange sich das Geschäft nur lohnt. Es ist eben ein verantwortungsloses und asoziales Mordsgeschäft, das die Werber da betreiben!

Das ist aber nichts Neues.

Neu ist hingegen, was die Werber neuerdings für Stümper mit Photoshop pfuschen lassen. Hier nur die augenfälligsten Stümpereien, die mir fast auf der Stelle den Magen umdrehten. Wer regelmäßig die mit Bildern überflutete Journaille aufschlägt, der weiß wahrscheinlich schon nach ein paar Wochen gar nicht mehr, was die Proportionen eines gewöhnlichen menschlichen Körpers sind.

Also, anonyme Werber und Herausgeber der „Freizeitwoche“, schaut euch das noch einmal gründlich an!

Offenbar weiß euer toller „Grafiker“ nicht, dass man verschiedene Hautfarben irgendwie ein bisschen korrigieren sollte, wenn man schon eine andere Mittelhand und andere Finger an das posierende Modell dransetzt, damit es besser auf die strandhafte Sitzfläche passt:

Frankensteins Hand in der Freizeitwoche, Beispiel 1

Oder soll ich mir vorstellen, dass hier nur der Blindenhund eures „Grafikers“ ein bisschen gejault hat. Die völlig unnatürliche Haltung der drangekleisterten Finger könnte man sich ja gerade noch gefallen lassen, auch das kleine Proportionsproblem gehört zu den täglichen Stümpereien, an die sich jeder Reklamebetrachter gewöhnt hat, ohne dass er sie deswegen schon erträglich findet – aber die weißen Fingerchen nach der deutlich sichtbaren Schnittkante sind eine unentschuldbare Stümperei.

Und da hat sich euer „Grafiker“ dann wohl gesagt, wenn es einmal schon unentschuldbar ist, denn kommt es auf ein zweites Mal auch nicht mehr an:

Frankensteins Hand in der Freizeitwoche, Beispiel 2

Immerhin hat der Blindenhund beim zweiten Mal wohl so laut und schmerzvoll gejault, dass der „Grafiker“ wenigstens versucht hat, die Schnittkante mit dem Verwischen-Werkzeug von Photoshop ein bisschen zu verbergen – so dass man beim Anblick dieser einen drangeklebten Hand an Frankensteins Photoshop-Monster noch denken könnte, dass die zugehörige Frau sich immer mit Handschuhen in die Sonne oder ins Solarium packt. :mrgreen:

Aber nicht nur Hände werden fröhlich drangeflickt bei dieser Leichenfledderei an lebenden Models, auch Köpfchen wechseln das Körperchen, wobei…

Dr. Frankenstein verpflanzt in der Freizeit-Woche auch mal einen Kopf

…hier die Farbe des Restkörpers zwar ganz gut getroffen wurde, aber die Größe des Kopfes nicht so recht passen will. Im Ergebnis sieht der Hals fast so angeschwollen aus, wie meiner anschwillt, wenn ich so etwas sehe. Na ja, Hauptsache, ihr habt das Kleidungsstück auf eine Frau mit ordentlich Holz vor der Hütte montiert, einen angemessen großen Kopf benötigt eine solche Frau bei solchen Titten doch gar nicht mehr – jedenfalls nicht nach Meinung der Reklameheinis, die sich hier als virtuelle Schüler Frankensteins betätigen.

Bei solchen Schwerpunkten nimmt man andere Dinge denn schon etwas leichter, zum Beispiel mal wieder die Hand der gleichen Frau:

Dr. Frankenstein in der Freizeitwoche näht auch total verkrüppelte Hände an hübsche Körper...

Immerhin hat man hier als unvoreingenommener Betrachter eine gute Hypothese für die abweichende Hautfarbe, denn dieses Model scheint wirklich immer Handschuhe zu tragen. Und das täte ich auch, wenn mir einmal eine Dampfwalze über die Hand gefahren wäre. :mrgreen:

Sehr apart zu der deformierten Hand auch…

Frankensteins Photoshop-Monster in der Freizeitwoche: Bauchknick auf der rechten Seite

…der tiefe, vom rechten Unterarm allerdings verdeckte Bauchknick nur auf der rechten Seite des ziemlich mitgenommenen Körpers. Was Wunder, dass sich bei solchen Anblicken Frauen mit einem ganz normalen und gesunden Körper immer wieder schlecht und unangemessen fühlen und ihrerseits gern zu den anderen unter Dr. Frankensteins modernen Schülern gehen, zu den plastischen Chirurgen.

Wer hingegen – sei es als Frau, sei es als Mann – seine geistige und körperliche Gesundheit behalten möchte, der macht einen ganz großen Bogen um alle Schüler Frankensteins, sowohl jene in der Klinik als auch jene in den von Zynismus beherrschten Büros der Werbefirmen.

Quelle der Scans: Freizeitwoche 25/2009 vom 10. Juni 2009. Ich hätte gern einen Link auf eurer Journalismus-Surrogat gesetzt, aber da ihr nirgends in diesem mir vorliegenden Heft eine Internet-Adresse angegeben habt, scheint ihr auch kein Interesse an eine Verlinkung zu haben, und das respektiere ich nur zu gern. Wer für diese nicht als Anzeige gekennzeichnete Anzeige bezahlt hat und verantwortlich ist, geht aus dem Text nicht völlig hervor.

Ein fröhlicher Gruß an Claudia!

Knickmatratze

Mittwoch, 18. März 2009

Wie war bei euch noch mal das Motto, das ihr in jeden eurer Reklamezettel reindruckt? So etwas wie „Qualität des Photoshop-Künstlers genau so weit unten wie der Preis“? Oder hieß es vielleicht „Wer uns kennt, hat das Maß für preisliche und körperliche Proportionen verloren“? Oder war es vielleicht doch etwas anderes? Es will mir nur einfach nichts anderes mehr einfallen, seit ich eure letzte Postwurfsendung gesehen habe, diese mit dem „gültig ab dem 23. März“, die ihr hier überall in Hannover in die Briefkästen gestopft habt. Da kann man auf Seite 5 in beinahe halbseitiger Größe die folgende Anpreisung einer Matratze bewundern…

Scan aus der Aldi-Werbung

…und sich eine Menge Fragen stellen. Zum Beispiel, wie dieser Grinsetyp da hinter der Grinseblondine diesen krassen Knick in seinen Körper gekriegt hat, ohne dabei an der rechten Seite aufzureißen und sein Gekröse über die Frau und die Matratze zu verteilen. Aber solche kleinen Missgeschicke passieren den Werbern schon einmal, wenn sie eifrig ein solches Druckwerk zusammenstellen und dabei die Bilder von den Modellen in Stücke schneiden und wieder neu zusammensetzen. Und damit auch ja der letzte Depp merkt, dass dieses Bild eine Montage ist – und zwar eine grottenschlechte – wird das halt einfach so hingepfuscht:

Man beachte den weißen Rand an der linken seite des Armes des Mannes

Was man da auf der rechten Seite des Armes des Mannes sieht, ist ein Beispiel für schlechtes Ausschneiden in Photoshop. Stümper! Ich habe schon bessere Arbeit von 12jährigen gesehen. Und das mit der hingepatschten Hand geht ja wohl gar nicht. Man kann nicht einfach so die Illusion einer Hand erzeugen, indem man ein paar Finger wie heimatlos zu einem Armstumpf legt. Dass irgendwie bei der Gesichtsbearbeitung des weiblichen Modelles sowohl die Hautfarbe als auch die Größe der Nase und des Mundes sichtbar daneben geraten sind, will ich gar nicht weiter erwähnen. Wir haben uns schließlich alle daran gewöhnt, dass jene werbenden Bildnisse von Menschen – nach denen übrigens viele Menschen da draußen ihr Schönheitsideal kalibrieren, dass sie sogar psychisch krank daran werden – dass diese Bildnisse so etwas wie das computergraphische Äquivalent zu Frankensteins Monster sind. Aber für Hände…

Eine völlig verkrüppelte Hand aus dem Aldi-Prospekt

…für Hände hat der unbekannte Photoshop-“Künstler“, der im Auftrage von Aldi diese Werbung gestaltet hat, überhaupt kein Händchen. :mrgreen:

Na, vielleicht lernt er es ja noch.

Seit ich dieses Blog führe, überfliege ich ja nicht nur die Spam, sondern auch die Werbung nach allerhand darin zu findendem Unfung. Das Bildmaterial ist eigentlich immer nachbearbeitet und weist zumindest bei den kleineren Bildern oft deutliche Artefakte schlechter Arbeit auf. Aber ich blogge in der Regel nicht auch noch darüber. Außer, es leuchtet mir riesengroß entgegen und der davon ausgelöste Juckreiz wird unwiderstehlich. Dann muss ich es einfach bloggen. Wenn euch das bei Aldi nicht gefällt, solltet ihr vielleicht einmal ein bisschen Qualitätssicherung machen, bevor ihr solche „Werke“ in die Briefkästen verklappen lasst.