Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Schlagwortarchiv „Marketing“

Aktiv Selbstständig Zukunft Spam

Samstag, 24. April 2010

Normalerweise genügt es der durchschnittlichen SEO-Spamsau beim Kommentieren ja, wenn einfach nur ein typisches Google-Schlüsselwort zusammen mit der angegebenen Internetadresse als Linktext aufscheint. Es ist unfassbar, wie viele Menschen von ihren Müttern so seltsame Namen wie „eBooks“, „Software“, „Blowjob“ und dergleichen mehr bekommen haben und jetzt bei jeder Gelgenheit benutzen, wenn sie irgendwo ihren Namen eingeben sollen. Der heutige Dummspammer begnügt sich damit allerdings nicht, um einen Link mit Schlüsselwort auf seine unfassbar werbeverseuchte Nullinformationsseite von Google heiligen zu lassen, er hat sein Drecksskript eine etwas längere Selbstbeschreibung übermitteln lassen:

Die Zukunft der Werbung und des Marketings | Aktiv Selbstständig im Netz -- mirkogasch (punkt) de -- SEO-Spam der schlechten Art

Mit seiner ganz besonderen Art der Werbung hat dieser elegant skriptgesteuert pingbackende Websitebetreiber auch gleich klar gemacht, worin er die so großspurig angepriesene „Zukunft der Werbung und des Marketings“ sieht – nämlich in der Spam. Damit man das auch nicht falsch versteht, enthält der pingbackende Artikel weder einen Link auf den mit Spam zugeschissenen Text, noch zeigt er auch nur ein Minimum an thematischer Verwandtschaft. „Aktiv“ ist das ja, „selbtständig“ mag es auch noch sein und „im Netz“ ist es sowieso, aber an ein erfolgreiches Geschäft mag ich weniger glauben. Dieser unbeholfene und gnadenlos schlechte Versuch einer SEO-Spam zur Google-Manipulation wurde von Akismet als das erkannt, was er ist, nämlich als Spam. Da hilft das tollste Spamskript zum Fluten einiger zehntausend Blogs, Foren und Gästebücher nichts mehr, der notorische Spammer wird an sehr vielen Stellen seine Dreckslinks auf seine amöbenhafte „Ich mache jetzt ganz viel Geld mit eingeblendeter Werbung über 15 verschiedene Ad-Dienste und probiere einige Affiliate-Programme zur Ergänzung“-Seite einfach nicht mehr setzen können. Er ist aus dem zivilisierten Internet rausgeflogen. Und das gefällt mir wirklich gut.

Und wenn ich mir nicht vorgenommen hätte, immer wieder einmal einen dieser ganz vielen SEO-Spammer exemplarisch herauszugreifen und hier in „Unter täglich Spam“ zu würdigen, denn hätte ich diesen Kommentar auch einfach im glibberigen Sieb des Spamfilters liegen lassen und zusammen mit zwei Handvoll seinesgleichen durch einen einfachen Klick weggelöscht und vergessen.

Now you can market directly to doctors with our lists

Samstag, 5. Dezember 2009

Are you still looking for directories of US doctors or dentists?
I have lots of US medical lists, let me know what you need and I will get you some more info, samples and a good price.

Aber da träume ich schon mein ganzes Leben von, einfach mal Ärzte in den USA zuzuspammen. Wie konnte der das nur wissen?

Ich stehe ganz bestimmt auf einer sehr ähnlichen Liste, mit der dieser freundliche Adresshändler sein eigenes Marketing optimiert…

Email me at Evan (at) bestbizlists.info.

Wie üblich sollte man nicht auf „Antworten“ klicken, um so eine Mail zu beantworten – der ist sogar zu doof zum Spammen. Aber der „Qualität“ der angebotenen Daten tut diese Kleinigkeit bestimmt keinen Abbruch. :mrgreen:

Tecadress Media Ltd.

Montag, 28. September 2009

Falls noch jemand einen Hinweis sucht, welcher Firma er seine Online-Werbung auf gar keinen Fall anvertrauen sollte, wird er vielleicht den folgenden „Kommentar“ (verfasst von einem angeblichen „Boulfuddy“ mit der IP-Adresse 82.195.246.198 am 23.09.2009 um 17:35 Uhr) zu diesem Text hilfreich finden, um einen Anbieter definitiv ausschließen zu können:

Hallo,

Die Firma Tecadress Media Ldt. kenne ich als Partner bereits seit langer Zeit. Mit der Agentur habe ich nur gute Erfahrungen gemacht.

Tecadress ist von uns beauftragt als Online Marketing Agentur, insbesondere für Email Marketing, aber auch für die Entwicklung innovativer Newsletter und Neukunden Massnahmen.

Die Agentur schätze ich besonders wegen ihres sehr guten Preisleistungsverhältnisses, der exzellenten und schnellen Umsetzungsgeschwindigkeit, ihrer hohen Innovationskraft und des ausgesprochen guten Marketingverständnisses.

Die Tecadress ist Europas führender Email List Provider. Mit über 50 Millionen Email Adressen aus dem Deutschsprachigem Raum und bis zu 3000 verschiedenen Selektions-Möglichkeiten finden die auch deine Kunden.

Die Tecadress bietet eine Full-Service-Lösung für erfolgreiches E-Mail-Marketing, Direktmarketing und Newsletter Marketing an. Vom Anfänger bis zum Profi.

4 Millionen Email Firmen Adressen und B2B Adressen (Direkt und Persönlich) 50 Millionen Privat Adressen und B2C Adressen.

Professionelle Full Service Lösung im Email Marketing Bereich (Adressen, Versand, Layout, Statistik, Beratung, Response)

Antispam Lösung Rechtlich Einwandfrei (Double Optin Adressen)

Einfach nur weiter zum Empfehlen !!!!!!!!!!!!!!!

Ulrich Hoffmann
(MDS Marketing AG)

http://www.tecadress.com

[url]http://www.tecadress.com

__________________

http://www.tecadress.com

Besonders fröhlich in diesem offen spammigen Kommentar ist es, dass damit geworben wird, dass die eigentliche „Dienstleistung“ – das „Beglücken“ von Menschen mit Reklamemails – als rechtlich einwandfrei und fern von jeder Spam beworben wird, und das in einer Kommentarspam. Das ist schon eine besondere Dreistigkeit, die über den Genuss der täglichen Spam hinaus geht.

Ich kenne die Firma Tecadress Media Ltd. nicht, und ich kann mir durchaus vorstellen, dass hier ein Mitbewerber in diesem (in meinen Augen) wenig erfreulichen Geschäftsfeld dem Ruf der Tecadress Media Ltd. nachhaltig schaden will. Die verwendete IP-Adresse gehört der schweizerischen Genotec Internet Consulting AG, die dezidierte Server hostet. Unter anderem wird dort auch der Server mit der Website der Tecadress Media Ltd., tecadress.com gehostet, er hat die IP-Adresse 82.195.224.126. Ich habe gerade nicht die geringste Lust, diese Sache genauer zu untersuchen und finde, dass allein die Tatsache, dass der Kommentar vom IP-Bereich des gleichen Hosters ausgeht, der auch die Domain tecadress.com hostet, genügend fischigen Duft verbreitet, um so etwas unter Namensnennung bloggen zu können. Sollte ich der Tecadress Media Ltd. damit Unrecht tun – immerhin sind unter den Referenzkunden Audi, das Stadtportal für München und der TÜV aufgeführt – bitte ich um eine kurze und überzeugende Mitteilung.

Ach, und übrigens: Eine in New York ansässige Firma (die aber ihren Server und ihr Konto lieber in der Schweiz hat) sollte doch eigentlich wissen, dass man „address“ mit doppeltem „d“ schreibt. Man spricht doch Englisch in den USA, oder?

Frankensteins Badesommer

Samstag, 4. Juli 2009

Werte Macher der „Freizeitwoche“, ihr hättet es fast geschafft, dass ich diesen „Artikel“ mit seinen stümperhaften Bildbearbeitungen falsch zuordne, als ich ihn bei einer dieser herzkalten Frauen aufgeschlagen herumliegen sah; bei einer dieser Frauen, die sich am Leiden anderer Menschen ergötzen, die alles interessant finden, was aus dem sich über Jahrhunderte erstreckenden Inzucht-Experiment namens „europäischer Adel“ hervorgeht und sich von euch in den Schlankheitswahn treiben lassen:

Ganz schön bunt - Das wird ein toller Badesommer

Fotos: HerstellerAllerdings hat ein Blick in die kleinen Buchstaben, die sich etwas schamvoll neben den bunten, großen Buchstaben versteckt haben, schnell klar gemacht, wie hier die Verhältnisse wirklich liegen.

Es handelt sich hier also nicht etwa um eure eigene redaktionelle Arbeit, sondern um einen „Artikel“, den ihr offenbar auf Wunsch und mutmaßlich auch auf Bezahlung eines Herstellers von Badebekleidung in eurem „redaktionellen“ Teil unterbringt. (Ja, ich weiß, eine solche „Bezahlung“ kann auch durchaus etwas indirekter sein.) Dies natürlich, ohne da so ein klares Wort wie „Anzeige“ darüber zu setzen oder die Leserinnen auf eine andere Weise darüber in Kenntnis zu setzen, dass es sich hier um reine Reklame handelt. Der nur anpreisende und werbende Charakter des recht textarmen „Artikels“ ist derart offensichtlich, dass er nicht zu übersehen ist. Das an sich ist schon übel genug, aber es ist leider zu gewöhnlich geworden – und übrigens einer der vielen Gründe dafür, dass ich den gesamten Auswurf der Journaille meinem Dasein nicht mehr hinzufüge.

Eine kleine Abschweifung

Dass da am Artikel keine Bestellkarte dranhängt, ändert nichts am Reklamecharakter – und ich würde eine recht hohe Wette darauf halten, dass jene Leserinnen, die für die Aussicht auf ein bisschen gewinnbares Kleingeld oder kitschduseligen Reisen an euren nicht sehr rätselhaften Preisrätseln teilnehmen und dabei ihre Anschrift, ihre Telefonnummer und ihre Mailadresse an euch verraten, schon sehr bald mindestens einen Katalog im Briefkasten finden werden, dessen Angebote ihnen zum Teil auf der Stelle vertraut vorkommen – und gleich hinterher einen freundlichen und sehr professionell geführten Anruf kriegen, der noch einmal ein bisschen „nachhakt“. Das Einverständnis eurer gewinnsüchtig gemachten Leserinnen zur werblichen Nutzung ihrer persönlichen Daten holen sich die Macher der „Freizeitwoche“ ja auf relativ einfache Weise ein:

Rätsel-Coupon Nr. 25/09

Wie, das Kleingedruckte über den persönlichen Daten kann man kaum lesen? Stimmt, das kann man kaum lesen, auch im Druck ist es schon ein bisschen schwierig – deshalb der entscheidende Ausschnitt noch einmal etwas größer:

Ja, ich bin damit einverstanden, dass die Bauer Media Group mich bis auf Widerruf per Telefon oder E-Mail über interessante Angebote zu Medienprodukten informiert. Mit meiner vorstehenden Einverständniserklärung verpflichte ich die Bauer Media Group auf die Einhaltung der Grenzen dieser Zustimmung und auf den Datenschutz.

Immer noch nicht so einfach, sowohl von der Schriftgröße also auch vom Inhalt her.

Fangen wir einmal mit dem Inhalt an.

Dieser beginnt nämlich mit einem hübschen kleinen Quadrat, das erfolgreich den Eindruck erwecken kann, als müsse frau es ankreuzen, um ihre Zustimmung zu geben. Aber da ist vom Ankreuzen gar nicht die Rede, und der mit dem fröhlichen Wörtchen „Ja“ beginnende Text da gilt auch ohne irgendein Kreuzchen als Willenserklärung. Ja, wirklich, wer mit diesem Text nicht einverstanden ist und am Gewinnspiel teilnehmen will, der muss da nicht irgendein Kreuzchen weglassen, sondern den Text deutlich durchstreichen.

Ich möchte wetten, dass hier weniger als ein Promille der eingehenden Rätsellösungen einen durchgestrichenen Text aufweisen, weil die meisten oberflächlichen Leserinnen angesichts dieser Präsentation glauben, dass es hinreicht, in diesem vorstehenden Quadrat kein Kreuz zu setzen. Und ich würde sagen, dass sich hier der Verdacht geradezu aufdrängt, dass dieses Quadrat da nur gesetzt wurde, um in solcher Weise missverstanden zu werden. Andere Erklärungen sind zumindest ein bisschen schwierig an den Haaren herbeizuziehen. Was meiner Meinung nach von einem solchem Verhalten gegenüber den Leserinnen zu halten ist, sage ich hier allerdings nicht, weil ich glaube, dass frau durchaus noch selbst denken kann – und wenn nicht, denn wird es höchste Zeit, das zu üben. ;-)

Das Zustellen eines Kataloges oder anderer werbender „Medien“ durch die gewöhnliche Hauspost ist im Übrigenn keineswegs illegal, auch wenn man dazu niemals seine ausdrückliche Zustimmung gegeben hat. Wer mir das nicht glaubt, der gehe einfach zu seinem überquellenden Briefkasten, der jeden Tag aufs Neue mit Werbemüll zugestopft wird – und jeder dieser dummen Ausflüsse der Einwegkommunikation lässt eine klare und gerichtsfeste Identifikation des Absenders zu. Allein diese Tatsache zeigt die Legalität dieses Vorgehens.

Ob die „Bauer Media Group“ auch gleich als Dienstleistung für gewerbliche Kunden die Reklame verschickt, weiß ich nicht, und ich habe auch keine Lust, das zu recherchieren – aber dass ihre Tätigkeiten weit über das Herstellen von billigen Heftchen für billige Frauen hinausgehen, dürfte schon an Hand der Firmierung und der ausgebufften, kleinen Tricks klar sein.

Was diese sehr leicht versehentlich zu gebende „Einverständniserklärung“ also wirklich bedeutet, das ist ein Freibrief für die „Bauer Media Group“, die Empfängerinnen der zugestellten Werbung durch professionell geführte Telefonanrufe und Werbe-Mails (die in so einem Fall übrigens, so lästig sie auch werden mögen, keine Spam sind) „nachzubearbeiten“, um die Wirksamkeit der Reklame noch ein bisschen zu erhöhen – und der Bezug dieser „Erklärung“ auf „Medienprodukte“ ist derart allgemein gehalten, dass sich beinahe alles darunter verstehen lässt – vom Reklame-Katalog bis zum ständigen gemailten Hinweis auf gewerbliche Websites. Wer glaubt, dass ein in solchem Freibriefe eingeräumtes Recht nicht von der „Bauer Media Group“ genutzt wird, der muss sich grenzenlose Naivität vorwerfen lassen. Der zweite Satz dieses Textes ist übrigens keineswegs eine Einschränkung, die von der Absenderin des „Coupons“ gegeben wird, sondern diese Einschränkung wird von den gegenwärtig gültigen Gesetzen in der BR Deutschland erzwungen – es handelt sich hier also um eine nichts sagende Nebelgranate, die ebenfalls vom wahren Charakter dieser Erklärung ablenken soll, und auch das offenbart einen Blick in den Charakter der Menschen, die auf diese Weise vorgehen, um andere Menschen ein bisschen zu überrumpeln.

Vielleicht ist jetzt etwas klarer, worin ein zusätzliches Geschäftsmodell einer „Zeitschrift“ bestehen könnte, die wegen ihres günstigen Preises kaum kostendeckend sein kann.

Ende der Abschweifung

Dennoch, das alles ist hier gar nicht mein Thema. Obwohl versteckt dargebotene und auf diese Weise die Kritik der Leserin überrumpelnde Werbung einen Charakter aufweist, der schon recht nahe bei einer vorsätzlichen Irreführung der Leserin steht. Offenbar vertraut ihr, die Macher der „Freizeitwoche“ und anderer leser(innen)verachtender Periodika, darauf, dass eure Leserinnen schon genügend vom Selbsthass zerfressen oder total verdummt sind, um so etwas einfach über sich ergehen zu lassen und dafür auch noch 80 Cent herzugeben. Und ihr würdet wohl alles dafür tun, dass das auch in Zukunft so bleibt, denn diese Dummheit ist euer Geschäft.

Nein, mein Thema ist die himmelschreiende Stümperhaftigkeit der Bearbeitung der in diesem „Artikel“ gezeigten Werbefotos – wenn ich eine Zeitschrift herausgeben würde, denn würde ich mich sogar weigern, so einen Schrott ganzseitig und unübersehbar zu drucken, um wenigstens ein bisschen guten Ruf zu behalten.

Wir wissen natürlich alle – oder wir sollten doch wenigstens alle wissen, vor allem sollten es alle Frauen wissen – dass die Frauen auf diesen Werbefotos so etwas ähnliches wie Frankensteins Monster in virtueller Form sind; dass sie in Photoshop so aus zerschnippelten Einzelteilen verschiedener Frauen zusammengesetzt wurden, bis sich das Idealbild der schlanken, sportlichen, ewig jugendlichen Frau der Werber ergibt, an dem sich alle Frauen dieser Welt messen sollen, auf dass sie dabei unglücklich und voller Selbstzweifel werden. Denn unglückliche Menschen sind nun einmal bessere Konsumenten, mit glücklichen Menschen ist neben dem Alltagsbedarf und ihren echten, intrinsisch entstandenen Wünschen kein gutes Geschäft zu machen. Die psychischen Erkrankungen, die beim ständigen Messen an einem surrealen Maß gerade bei den jüngeren Frauen wie von allein entstehen, sie werden von den Werbern gern in Kauf genommen, solange sich das Geschäft nur lohnt. Es ist eben ein verantwortungsloses und asoziales Mordsgeschäft, das die Werber da betreiben!

Das ist aber nichts Neues.

Neu ist hingegen, was die Werber neuerdings für Stümper mit Photoshop pfuschen lassen. Hier nur die augenfälligsten Stümpereien, die mir fast auf der Stelle den Magen umdrehten. Wer regelmäßig die mit Bildern überflutete Journaille aufschlägt, der weiß wahrscheinlich schon nach ein paar Wochen gar nicht mehr, was die Proportionen eines gewöhnlichen menschlichen Körpers sind.

Also, anonyme Werber und Herausgeber der „Freizeitwoche“, schaut euch das noch einmal gründlich an!

Offenbar weiß euer toller „Grafiker“ nicht, dass man verschiedene Hautfarben irgendwie ein bisschen korrigieren sollte, wenn man schon eine andere Mittelhand und andere Finger an das posierende Modell dransetzt, damit es besser auf die strandhafte Sitzfläche passt:

Frankensteins Hand in der Freizeitwoche, Beispiel 1

Oder soll ich mir vorstellen, dass hier nur der Blindenhund eures „Grafikers“ ein bisschen gejault hat. Die völlig unnatürliche Haltung der drangekleisterten Finger könnte man sich ja gerade noch gefallen lassen, auch das kleine Proportionsproblem gehört zu den täglichen Stümpereien, an die sich jeder Reklamebetrachter gewöhnt hat, ohne dass er sie deswegen schon erträglich findet – aber die weißen Fingerchen nach der deutlich sichtbaren Schnittkante sind eine unentschuldbare Stümperei.

Und da hat sich euer „Grafiker“ dann wohl gesagt, wenn es einmal schon unentschuldbar ist, denn kommt es auf ein zweites Mal auch nicht mehr an:

Frankensteins Hand in der Freizeitwoche, Beispiel 2

Immerhin hat der Blindenhund beim zweiten Mal wohl so laut und schmerzvoll gejault, dass der „Grafiker“ wenigstens versucht hat, die Schnittkante mit dem Verwischen-Werkzeug von Photoshop ein bisschen zu verbergen – so dass man beim Anblick dieser einen drangeklebten Hand an Frankensteins Photoshop-Monster noch denken könnte, dass die zugehörige Frau sich immer mit Handschuhen in die Sonne oder ins Solarium packt. :mrgreen:

Aber nicht nur Hände werden fröhlich drangeflickt bei dieser Leichenfledderei an lebenden Models, auch Köpfchen wechseln das Körperchen, wobei…

Dr. Frankenstein verpflanzt in der Freizeit-Woche auch mal einen Kopf

…hier die Farbe des Restkörpers zwar ganz gut getroffen wurde, aber die Größe des Kopfes nicht so recht passen will. Im Ergebnis sieht der Hals fast so angeschwollen aus, wie meiner anschwillt, wenn ich so etwas sehe. Na ja, Hauptsache, ihr habt das Kleidungsstück auf eine Frau mit ordentlich Holz vor der Hütte montiert, einen angemessen großen Kopf benötigt eine solche Frau bei solchen Titten doch gar nicht mehr – jedenfalls nicht nach Meinung der Reklameheinis, die sich hier als virtuelle Schüler Frankensteins betätigen.

Bei solchen Schwerpunkten nimmt man andere Dinge denn schon etwas leichter, zum Beispiel mal wieder die Hand der gleichen Frau:

Dr. Frankenstein in der Freizeitwoche näht auch total verkrüppelte Hände an hübsche Körper...

Immerhin hat man hier als unvoreingenommener Betrachter eine gute Hypothese für die abweichende Hautfarbe, denn dieses Model scheint wirklich immer Handschuhe zu tragen. Und das täte ich auch, wenn mir einmal eine Dampfwalze über die Hand gefahren wäre. :mrgreen:

Sehr apart zu der deformierten Hand auch…

Frankensteins Photoshop-Monster in der Freizeitwoche: Bauchknick auf der rechten Seite

…der tiefe, vom rechten Unterarm allerdings verdeckte Bauchknick nur auf der rechten Seite des ziemlich mitgenommenen Körpers. Was Wunder, dass sich bei solchen Anblicken Frauen mit einem ganz normalen und gesunden Körper immer wieder schlecht und unangemessen fühlen und ihrerseits gern zu den anderen unter Dr. Frankensteins modernen Schülern gehen, zu den plastischen Chirurgen.

Wer hingegen – sei es als Frau, sei es als Mann – seine geistige und körperliche Gesundheit behalten möchte, der macht einen ganz großen Bogen um alle Schüler Frankensteins, sowohl jene in der Klinik als auch jene in den von Zynismus beherrschten Büros der Werbefirmen.

Quelle der Scans: Freizeitwoche 25/2009 vom 10. Juni 2009. Ich hätte gern einen Link auf eurer Journalismus-Surrogat gesetzt, aber da ihr nirgends in diesem mir vorliegenden Heft eine Internet-Adresse angegeben habt, scheint ihr auch kein Interesse an eine Verlinkung zu haben, und das respektiere ich nur zu gern. Wer für diese nicht als Anzeige gekennzeichnete Anzeige bezahlt hat und verantwortlich ist, geht aus dem Text nicht völlig hervor.

Ein fröhlicher Gruß an Claudia!