Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Heute nur ein Link…

Dienstag, 9. Oktober 2018

Bernd Leitenberger: Radiowerbungssplitter.

Beim Lesen des Textes ist mir aufgefallen, dass ich seit über dreißig Jahren kein Radio mehr höre, wenn man einmal von gestreamten Webradios aus einem angenehmeren Umfeld als dem Norddeutschen Rundfunk absieht. Und es war damals schon nervig, dumm und zuhörerverachtend.

Aber einen Tipp habe ich in dieser Sache noch. Wer mal keine seiner Playlists abspielen mag und eine Alternative zur nervenzerrenden Dummdröhne mit Reklame sucht: Radio Swiss Classic. Nur gut ausgewählte klassische Musik und Ansagen, keine Nachrichten, keine Jingles, keine Reklame. Ich hoffe sehr, dass dieser Stream noch lange erhalten bleibt.

Viele Anrufe? Tratsche mit Autofreisprechanlage, keine Strafe, cool

Montag, 8. Oktober 2018

Abt.: Chinesische Tinnefspam aus der mechanodadaistischen Sprachhölle

Hohe Strafe für Telefonieren: sprich per Freisprechanlage, toller Rabatt

Wie, mit dem Dingens kriege ich Rabatt auf die Strafe? :D

Unfall für Telefonieren? Mega Autofreisprechanlage an Sonnenblende

Und Unfälle baue ich auch noch, wenn ich das Megading irgendwo anbringe? :D

Gegen dumme Strafen: Kfz-Freisprechanlage, clipsen, hochqualitativ

Und damit ich das kann, kann ich auch hochqualitativ clipsen. Mit Talisman-Funktion gegen dumme Strafen und Strafen für Dummheit.

[Lebensretter] Telefonier im Auto mit Freisprechanlage, an der Sonnenblende montiert

Noch besser wäre allerdings: Fahr kurz an die Seite zum Quasseln, wenn es möglich ist! Aber dafür könnt ihr ja nicht euren Tinnef verkaufen.

Hier können Sie sich problemlos abmelden. Unterwegs telefonieren? Telefonier mit Freisprechanlage, keine Strafe [Im Auto] Telefonier mit Freisprecheinrichtung, kein Unfall, keine Strafe

Minderqualitative Technik teuer verkaufen? Verkauf mit Spam, irgendwer fällt drauf rein [Im Internet] Verkauf mit Spam, keine Kosten, irgendwer glaubts immer.

Und das Besteste daran: Mit den Texten muss man sich keine Mühe geben.

finano

Samstag, 6. Oktober 2018

So nannte sich der Darlehenssonderexperte mit seiner IP-Adresse aus dem armen Benin, der den folgenden, eigenhändig über die Zwischenablage ins Kommentarfeld kopierten, dadaistisch wertvollen Kommentar zur Einleitung eines Vorschussbetruges hier auf Unser täglich Spam hinterlegen wollte, aber aus inhaltlichen Gründen am Spamfilter scheiterte:

Hallo,

Sie sind festgefahren, Bankgeschäfte verboten oder eine ernsthafte Person und Sie haben nicht die Gunst der Banken oder besser, Sie haben ein Projekt und brauchen Finanzierung, einen schlechten Kredit oder brauchen Geld, um Rechnungen zu bezahlen, Fonds, auf die Sie investieren Unternehmen. Also, wenn Sie Geld Darlehen brauchen, zögern Sie nicht, mich per E-Mail zu kontaktieren:
finance.micro1@gmail.com

herzlich

Ich habe herzlich gelacht.

REPLY AS SOON AS POSSIBLE

Freitag, 5. Oktober 2018

Abt.: Freilaufende Erbschaft, schnapp sie dir!

I am Vice Chairman of Hang Seng Bank, I have Important Matter to Discuss with you concerning my late client. Died without a NEXT OF KIN. Send me your private email for full details information. email me at E-Mail: draymdm@gmail.com

Regards
Mr.Fung

Hey, du Unfung,

du bist also Vizeersatzpressesprecher einer großen, großen Bank im fernen, fernen China, der nicht einmal meinen Namen kennt, aber trotzdem etwas total irre echt jetzt mal Wichtiges mit mir zu besprechen hat, weil ich so eine schöne Mailadresse habe; irgendetwas über einen verstorbenen Kunden, der keine Erben hinterlassen hat.

Aber bitte nicht an die Absenderadresse antworten! Die ist gefälscht.

Und generell läuft die Kommunikation über Banksachen (also: Geld) nur in unverschlüsselter E-Mail über eine anonym und kostenlos einzurichtende Freemailer-Adresse.

Komm, du Unfung! Früher habt ihr Vorschussbetrüger euch wenigstens noch Geschichten ausgedacht. Die waren zwar auch nicht glaubwürdiger als dein schnell hingeschmierter E-Müll, aber dafür unterhaltsamer.

Meint jedenfalls dein dich „genießender“
Nachtwächter

NEUE VERSION: 60 m langer Schlauch, + gratis Sprühpistole

Donnerstag, 4. Oktober 2018

Achtung, chinesische Tinnef-Spam in gewohnter Sprachkompetenz!

Nagelneu, 60m, Gartenschlauch, powerstark, langlebig

So so, „powerstark“. Ich hätte ja kraftstark geschrieben, wenn ich schon deutsch schreibe. Das klingt doch gleich viel schöner.

Bewässere, wasche Auto: 60 m langer Schlauch, starker Wasserstrahl + Sprühpistole

Ob das Auto wohl wächst, wenn man es bewässert?

NEUESTER Schlauch, Bestpreis, 60m, knicksicher

Oh, der Bestpreis ist sechzig Meter lang und knicksicher?

TRAUM DEINES GARTENS: 60 m langer Schlauch, nützliche Sprühpistole

Mein Garten träumt von Schläuchen!

Hier a bmelden Bewässere die Pflanzen, wasche das Auto: 60 m Schlauch+Spühpistole Erleichtere das Leben mit 60m extra langem Schlauch + Sprühpistole

Kurt Schwitters lebt, sein Geist dünstelt durch die Datenleitungen und befruchtet Spamskripten und Spamübersetzer.

Aber Waschmaschinen leben länger!

Nimm an der Umfrage teil und erhalte 4 kostenlose Übernachtungen.

Mittwoch, 3. Oktober 2018

Aber gleich mehrfach, immer an die gleiche Adresse (die übrigens von mir nicht benutzt wird und die ich eigens für Harvester-Skripten der Spammer so im Web ausgelegt habe, dass Menschen sie gar nicht zu Gesicht bekommen). Schon dumm, wenn man zu dumm ist, die Dubletten aus seinem hastig zusammenkopierten Datenbestand zu entfernen, nicht wahr, Spammer?!

web version

Ah, verstehe: Du gehst davon aus, dass deine HTML-formatierte Mail zerschossen aussieht. Die Frage, warum du dann nicht einfach eine ganz normale Textmail schreibst, wie das jeder vernetzte Mensch seit Jahrzehnten macht, bleibt allerdings unbeantwortet. Vermutlich fehlt dir da die Möglichkeit, einen Trackingpixel in deine Spam zu fummeln.

Wir möchten Dich zur Umfrage einladen, […]

Dann ladet mich doch ein, wenn ihr das möchtet! ;)

[…] in welcher Du die Möglichkeit hast 4 gratis Übernachtungen zu erhalten. Du erhältst sie in Form von Blankogutscheinen, welche du in einem von über 500 Objekten in über 15 europäischen Ländern einlösen kannst.

Oh, das ist ja toll. Ich weiß schließlich manchmal nicht so genau, wo ich die nächste Nacht verbringe. Von daher hoffe ich mal, dass die Lappen auch in der BRD einlösbar sind.

ICH NEHME TEIL REF:0394/AV/2018
ICH NEHME TEIL

Aha, wegen solcher Artefakte soll man sich lieber die „Webversion“ anschauen.

Herzlich Willkommen,
Wir möchten Dich zur Umfrage einladen, in welcher Du die Möglichkeit hast 4 gratis Übernachtungen zu erhalten. Du erhältst sie in Form von Blankogutscheinen, welche du in einem von über 500 Objekten in über 15 europäischen Ländern einlösen kannst.
Weiter zum Service>>

Hey, das hast du doch schon alles weiter oben geschrieben. Oder hältst du die Leute, die deine Spam noch nicht gelöscht haben, für so dumm, dass sie das Wichtigste schon wieder vergessen haben?

Aber immerhin, jetzt gibts einen klicki-klicki-Link mit ellenlanger eindeutiger ID in der Zieladresse. Na gut, für die von dir vollgemüllte Honigtopf-Adresse gucke ich gern mal nach, wohin die Weiterleitung geht. Achtung, jetzt gibts ein bisschen Kommandozeilenakrobatik und HTML-Quältext, Desinteressierte bitte einfach drüberlesen:

$ location-cascade "http://trk2trk.azkoitia.online/index.php/campaigns/nj507cdz2dfdd/track-url/mc794nyvnp848/fa0773ce84041d2236dc199deb11325cbdf31328"
     1	https://3060.mailingclicks.com/?p=2267_3060_1
$ lynx -source "https://3060.mailingclicks.com/?p=2267_3060_1"
<html><head>

        <title></title>
        <script type="text/javascript">
            !function () {
                function t() {
                    var t = window.history;
                    try {
                        t.replaceState(null, document.title,"https:\/\/www.travelspotstudies.com\/home,DE,DE,67838.html?CJ4NLXXK493U83NC&utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=67838&aff_sub1=997_2267_3060_1t_5bb228f84359e_17×2267x5bb4a6cd8a4d5" + "#"), t.pushState(null, document.title, location.href)
                    } catch (e) {
                    }
                }
                function e() {
                    location.replace("https:\/\/www.travelspotstudies.com\/home,DE,DE,67838.html?CJ4NLXXK493U83NC&utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=67838&aff_sub1=997_2267_3060_1t_5bb228f84359e_17×2267x5bb4a6cd8a4d5")
                }
                t(), setTimeout(e, 0)
            }();
        </script>
        <noscript>
        <meta http-equiv="refresh" content="0; url="https:\/\/www.travelspotstudies.com\/home,DE,DE,67838.html?CJ4NLXXK493U83NC&utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=67838&aff_sub1=997_2267_3060_1t_5bb228f84359e_17×2267x5bb4a6cd8a4d5"" />
        </noscript>
    </head>
    <body></body></html>
$ _

Wunder der Technik! Wunder der Inkompetenz! :oops:

Ich wills mal so sagen: Diese Weiterleitung funktioniert nicht mit abgeschaltetem Javascript. Für diesen Fall wurde zwar eigens – neben der etwas überkomplexen Javascript-Weiterleitung mit versuchtem Löschen der Tracking-Seite aus dem Browserverlauf – ein Metatag vorgesehen, aber dort wurden von den Slashes Backslashes notiert, als ob…

  1. …es in einer Webseite überhaupt einen Kontext gäbe, in dem man einen Slash in einer Zeichenkette maskieren müsste (es gibt ihn nicht), und
  2. …für die Angabe content die gleichen Regeln gälten, die für Javascript gelten.

Andererseits werden die & im Metatag direkt als & geschrieben und nicht, wie in jedem HTML-Standard vorgesehen, als Entität &amp; codiert – das ist allerdings ein dermaßen häufiger Fehler, dass kein Browser darüber meckert.

Kurz gesagt: Der Typ, der diesen Müllcode verzapft hat, ist nicht nur völlig ahnungslos, sondern war auch zu bequem, mal mit einem Zeitaufwand von unter einer Minute (NoScript installieren, Gestrokel ausprobieren) zu testen, ob sein mühsam zusammenkopierter, dreizeiliger Weiterleitungscode für „Das Opfer erlaubt kein Javascript“ überhaupt funktioniert. Aber ihr wisst ja: Das ist ein asozialer, stinkender Spammer, und wenn der etwas könnte und sich Mühe geben wollte, dann könnte er ja auch gleich arbeiten gehen… :mrgreen:

…oder lies weiter:

Och nö, ich habe eigentlich jetzt schon genug.

Wir gewähren den Gutschein den Nutzern die Ihre Meinung über Ihren Reisestil, im Zeitraum der Umfrage, teilen. Die Umfrage ist anonym, kurz und enthält wichtige Fragen aus Sicht der Hoteliervereinigung.
ICH NEHME TEIL

Die Umfrage ist sicherlich so anonym wie die Postanschrift, die man angeben muss, um die angeblichen Gutscheine zu bekommen – und weil dafür (das kommt noch in dieser Spam) eine Gebühr fällig wird, vielleicht sogar noch die Bankverbindung für den bequemen Bankeinzug oder die ebenfalls leicht missbrauchbare Kreditkartennummer.

Die Umfrage enthält einige allgemeine Fragen, welche Du ohne lange nachzudenken beantworten kannst. Was ist Deiner Meinung nach das wichtigste bei der Wahl eines Hotels? Zimmerstandard, Lage, oder doch die Sehenswürdigkeiten in der Umgebung? Bevorzugst Du organisierte Reisen mit dem Reisebüro oder auf eigene Faust? Auf diese und ähnliche Fragen wollen wir Deine Antwort erhalten.
Ich möchte die Umfrage ausfüllen>>

Die „allgemeinen Fragen“ interessieren dabei weniger. Das hier ist keine Forschung irgendwelcher Reiseveranstalter, das hier ist Spam. Die als Zustelladresse für die Gutscheine eingesammelten Daten, die für einen kriminellen Identitätsmissbrauch ausreichen, werden anschließend für allerlei Betrugsgeschäfte verwendet.

Aber interessant, wie oft es den Klickelink gibt. Hier weiß jemand, wie naiv und dumm seine Zielgruppe ist, und er möchte auch Menschen nicht ausschließen, die nicht wissen, wie man den Text zurückscrollt.

Willst du weiteres über die kostenlosen Übernachtungen wissen?

Nein, ich wollte nicht einmal diese Spam bekommen. Und ich habe sie vierfach. Auf der gleichen Adresse.

Nachdem Du den Fragebogen ausgefüllt hast, wirst du weiter zum Formular geleitet wo du den Gutschein abholen kannst. Du kannst ihn in Papierform erhalten oder per E-Mail. Wenn Du den Gutschein hast, bleibt Dir nur noch die Wahl des Hotels vom Katalog der Hoteliervereinigung übrig, zu reservieren und am Anreisetag den Gutschein an der Rezeption zu zeigen, um keine Übernachtungskosten zu zahlen. Der Gutschein ist 6 Monate lange gültig.

Aha, nachdem man harmlose Angaben gemacht hat, darf man missbrauchbare, persönliche Daten angeben. Wer würde dazu „nein“ sagen?! Es wird einem ja von einem illegal vorgehenden, asozialen Spammer ein Gutschein versprochen.

Die Anzahl der Gutscheine ist begrenzt. Warte nicht!

Digital first. Bedenken second. :mrgreen:

Wir laden Dich dazu ein an der Studie teilzunehmen

Echt jetzt? ;)

Team Travelspot

Ich lese da nur „Team Travelspam“.

Für die Ausgabe und Zustellung des Vouchers per Post an die angegebene Adresse wird eine Ausgabegebühr behoben (29,50 €) n jedem Hotel, das den Voucher annimmt, werden zusätzlich noch Pflichtverpflegungssätzeerhoben, die nach der Ankunft im Hotel bezahlt werden müssen.

Aha, der „kostenlose“ Gutschein kostet Vorleistung in Form von dreißig Euro für die Zustellung – nehmt doch einfach die Post, die ist billiger! – und die „kostenlose“ Übernachtung, die man sich damit abholen kann, kostet Euro in nicht genannter Höhe.

Komm, Spammer, ich habe auch einen Gutschein für dich:

Gutschein -- Der Inhaber darf mich bei Vorlage dieses Gutscheines kostenlos und unverbindlich am Arsche lecken -- Der Nachtwächter

Click here to report this message as unsolicited or contact ultrapromotion02 [@] gmail . com

Sehr vertrauenerweckende Kontaktadresse, über die ich einem Spammer mitteilen kann, dass seine vorsätzlich versendete, illegale und asoziale Spam eine illegale und asoziale Spam ist, als ob er das nicht selbst wüsste.

Click here to unsubscribe from this list

Du kannst mich auch mal klicken!

Entfernen Sie diese Nachricht nach dem Lesen!

Dienstag, 2. Oktober 2018

Nicht darauf reinfallen: Auch, wenn der Spammer ein richtiges Passwort vorweisen kann, stimmen seine Behauptungen nicht. Für die Kombination aus Mailadresse und Passwort haben die Kriminellen vielerlei Quellen, vom einfachen Forencrack bis hin zum so genannten „Datenschutz“ im 21. Jahrhundert. Der Erpresser hat das behauptete Video nicht, und seine anderen Behauptungen stimmen ebenfalls nicht.

Hallo, lieber Benutzer von tamagothi.de.

Ähm, ja, bin ich. Sieht man ja an diesem Blog hier. ;)

Wir haben eine RAT-Software auf Ihrem Gerät installiert.

Nein, habt ihr nicht.

In diesem Moment habe ich deinen Account gehackt gammelfleisch@tamagothi.de, dein Passwort ist hammer06

[Ich habe Mailadresse und Passwort geändert.]

Aber nein doch, mein Passwort ist fx4wzrqokz. :D

(Aber aus irgendeinem ollen Crack hat dieser Halunke mein altes Wegwerfpasswort, das ich vor einigen Jahren an vielen Stellen verwendet habe, um nicht 123456 zu nehmen. Und nein, das eben angegebene Passwort ist kein aktuell von mir verwendetes Passwort. Es wäre auch gar nicht sicher.)

Siehe, jetzt habe ich den Zugriff auf Ihre Konten).

Nein, hast du nicht. Und sag mal, Spammer: Bist du „Wir“ oder „Ich“?

Ich habe alle vertraulichen Informationen von Ihrem System heruntergeladen und ich habe weitere Beweise erhalten.

Beweise wofür? Nicht, dass mir gleich eine SWAT-Einheit durch die Türe tritt und mich wegen revolutionärer Umtriebe und Bildung einer terroristischen Organisation festnimmt.

Die interessantesten Sachen, die ich entdeckt habe, sind Videos von Ihnen auf denen Sie masturbieren.

Ach, Beweise dafür, dass Menschen sich selbst befriedigen. Das hat ja noch niemand gewusst, dass Leute da mit ihren Händen rangehen, wo es juckt. Dafür bedarf es der Beweise. :D

Ich habe meinen Virus auf die Pornoseite gepostet, und dann haben Sie ihn auf Ihren Betriebssystem installiert.

Nein, das hast du nicht. Allein schon, weil ich keine Pornoseiten benutze. (Auf die Sicherheit eines Betrübssystemes würde ich ja nicht allzuviel geben, aber das ist natürlich auch kein Windows und erst recht nicht so ein Security-Albtraum wie Android.)

Als Sie auf den Button „Play“ auf Porno-Video geklickt haben, wurde mein Trojaner in diesem Moment auf Ihr Gerät heruntergeladen.

Nein, wurde er nicht. Allein schon, weil ich keine Pornoseiten benutze.

Nach der Installation nimmt Ihre Frontkamera jedes Mal, wenn Sie masturbieren, ein Video auf; zusätzlich wird die Software mit dem von Ihnen gewählten Video synchronisiert.

Nein, meine „Frontkamera“ nimmt kein Video auf. Das liegt daran, dass ich überhaupt keine Kamera am Computer habe. Wenn ich eine hätte – vielfach werden Klappcomputer, Wischofone¹ und so genannte „Smart-Fernseher“ (tolles Wort für eine Idiotenlaterne) mit fest verbauter Kamera verkauft – würde ich sie mit einem Streifen Isolierband abkleben, und ich empfehle das auch jedem anderen Menschen. Warum sollte man eine unnötige Angriffsfläche haben? Diese wird ja auch ausgenutzt, wie man zum Beispiel an dieser erpresserischen Spam sehen kann. Sie wird sogar ausgenutzt, wenn das Gerät gar nicht gecrackt wurde.

Zur Zeit hat die Software alle Ihre Kontaktinformationen aus sozialen Netzwerken und E-Mail-Adressen gesammelt.

Nein, hat sie nicht.

Wenn Sie alle Daten gesammelt von Ihr System löschen müssen, senden Sie mir $700 in BTC (Kryptowährung).
Das ist mein Bitcoin Wallet: 1CMQmKmVt4hz4k1ijyxVxN7fHS62K7uzQ1

[Ich habe die Wallet-Adresse geändert.]

Siebenhundert Dollar für nichts als ein paar erlogene Behauptungen in einer Spam und den Schock, den einige haben werden, wenn sie ihr aktiv benutztes Passwort sehen.

Sie haben 2 Tage nach dem Lesen dieses Briefes.

Nach Ihrer Transaktion werde ich alle Ihre Daten löschen.

Das hast du mir schon am 27. Juni, am 12. August, am 27. August und am 8. September gesagt, immer mit der gleichen hirnverdorrten Story, dass du ein ganz großer Hacker bist und ein Video hast, in dem man mich beim Wichsen sehen kann. Mal nimmst du Teile einer Telefonnummer als Beleg für deine lustigen und substanzlosen Behauptungen, mal ein Passwort und manchmal auch gar nichts weiter als deine Behauptungen. Ich warte jetzt also schon seit 67 Tagen darauf…

Ansonsten sende ich Video mit deinen Streiche an alle deine Kollegen und Freunde!!!

…dass alle meine Kollegen und Freunde ein tolles Video von dir kriegen. Das kommt aber nicht. Und ich kann dir auch sagen, warum es nicht kommt, Spammer: Weil du es nicht hast.

In meinem Fall kannst du es gar nicht haben, weil ich grundsätzlich keine Computer mit „scharfgeschalteter“ Kamera benutze, was ich übrigens mit Marc Zuckerberg gemeinsam habe. Außerdem besuche ich keine Porno-Websites und erlaube darüber hinaus praktisch keiner Website die Ausführung von Javascript in meinem Webbrowser – im Zweifelsfall verzichte ich lieber auf die Inhalte einer Website, statt einem unbekannten Dritten über ein anonymisierendes Medium das Recht einzuräumen, Code auf meinem Computer auszuführen. (Für die Darstellung von Text und Grafiken ist Javascript nicht erforderlich, auch wenn einige journalistische Websites der BRD das Gegenteil behaupten, um ihre Besucher zu einer Lockerung von Sicherheitsmaßnahmen zu stupsen.) Schließlich gibt es da draußen nicht nur angenehme Menschen, sondern auch Arschlöcher wie dich, Spammer.

Und du wirst auch von niemanden anders ein Video haben. Du spammst, du erpresst und du lügst, Spammer.

Und von nun an, seien Sie vorsichtiger!

Man ist nie vorsichtig genug. Aber…

Bitte besuchen Sie nur sichere Webseiten!

…sichere Webseiten gibt es kaum noch. Jeder Kriminelle kann Werbebanner mieten, darüber Javascript auf Websites irgendwelcher Dritter einbetten und im schlimmsten Fall sogar Schadsoftware transportieren. Eine sichere Website erkennt man daran, dass sie werbefrei ist und keinerlei Code aus Drittquellen einbindet, und selbst dann kann immer noch der Betreiber böse Absichten haben oder die Website gecrackt worden sein. Aber immerhin: Bei jemanden, der sich so viel Mühe gibt, seine Sitebesucher vor der gegenwärtigen Internetkriminalität zu schützen, kann man sich sogar einmal Gedanken darüber machen, ob man Javascript erlaubt, wenn es einen guten Grund dafür gibt.

Tschüss!

Geh sterben, Spammer!

Strafanzeigen wegen des dreisten Erpressungsversuches nimmt jede Polizeidienststelle entgegen. Spätestens bei der Polizei wird man erfahren, dass man nicht der einzige ist, der mit dieser Nummer abgezogen werden soll.

¹So nenne ich „Smartphones“.