Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Schlagwortarchiv „Lieber Herr“

Assist

Sonntag, 22. Mai 2016

Als was denn? Als Sterbebegleiter? :mrgreen:

Dear Sir/Madam,

Ich weiß nicht, wer du bist und wie du heißt, aber…

I am Sgt Anthony Victor, I have a good business proposal for you.

…für mich kann ich mir ja einen Namen ausdenken, wenn ich eine dumme Spam zur Einleitung eines Vorschussbetruges verfasse. Und ich halte mich auch gar nicht lange auf. Ich habe einen Geschäftsvorschlag für dich. Ich mache meine „Geschäfte“ nämlich immer mit völlig Unbekannten, die ich über Spam finde. Einfach ein paar Millionen meiner Dummtexte raus, und schon habe ich wieder dreißig bis fünfzig Leute, die ich um ihr Geld erleichtere.

There are no risks involved and it is easy. Please reply for briefs and procedures.

Um was für ein „Geschäft“ es sich handelt, erzähle ich erstmal nicht. Es ist halt ein Geschäft, und zwar ein vollständig risikoloses und einfaches. Warum ich dafür nicht jemanden aus meinem Freundeskreis nehme, sondern die Welt mit meiner Spam zuspachtele, um einen völlig Unbekannten zu finden, gehört zu den Fragen, die du nicht stellen sollst. Wenn du leichtgläubig und naiv genug bist, antworte mir bitte, damit ich dir ein paar dickere Lügen erzählen kann. Und dann leiere ich dir im Laufe weniger Wochen tausende von Euro aus der Tasche. Für nichts. Und alle Daten, die du mir im Verlauf meiner kleinen Betrugsnummer gibst, um an den von mir und meiner Bande versprochenen Zaster zu kommen, verkaufe ich unter Kriminellen – wäre ja schade, das Geld einfach so nutzlos auf der Festplatte liegen zu lassen. Du wirst dein Geld los und hast danach jahrelang Ärger mit Betrugsgeschäften anderer Leute in deinem Namen, deretwegen du immer wieder einmal deine Geschichte einem Polizisten oder Untersuchungsrichter erzählen musst. Wenn du Glück hast, gibt es wegen des dringenden Verdachts auf gewerbsmäßigen Betrug auch mal ein beschlagnahmtes Bankkonto und eine Hausdurchsuchung bei dir. Oder eine polizeiliche Abholung von deinem Arbeitsplatz. Das wird ein Spaß! Aber nicht für dich.

Best regards,

Sgt Anthony Victor

Mit feindlichem Gruß

Dein Vorschussbetrugsspammer

Call To Verify Your Batch No.

Freitag, 20. Mai 2016

Was, ich soll meine Losnummer bestätigen? Mit einem Anruf? Ich habe gar kein Los.

Heute also mal wieder ein Klassiker zur Einleitung eines Vorschussbetruges: Ein Lotteriegewinn. Natürlich kann man bei dieser „Lotterie“ nur Vorleistungen bezahlen, und zwar niemals mit Banküberweisungen…

Dear Sir/Madam.

Der Spammer hat keine Ahnung, wer ich bin.

Sequel to the decision taken in our extra ordinary general meeting on the 25th day of August 2015 to conduct free lottery twice every year beginning from 2016, we at De Nederlandse Staatsloterij are very pleased to inform you that your email address attached to Batch No. NSL01/013/ 0046 has won you the sum EUR 1,157, 000 (One Million One Hundred and Fifty Seven Thousand Euros Only) in our first ever free lottery program conducted on Saturday of 14th May, 2016. This program is sponsored by consortium of software Firms here in the Netherlands.

Dafür erzählt er mir eine schöne Geschichte aus 1001 durchgespammten Nacht. Die niederländische Staatslotterie hat am 25. Tage des Monats August im Jahre des Herrn 2015 eine außerordentliche Sitzung abgehalten (an welchem Örtchen war das nur?) und bei diesem Anlass beschlossen, dass sie fortan nicht mehr unter den Käufern ihrer Lose einen Teil des durch Losverkauf eingenommenen Geldes verlosen wolle, sondern stattdessen einfach mit dem Verschenken von Geld begönne. Zu diesem wirtschaftlich nicht ganz so vorteilhaften Zwecke hängt die niederländische Staatslotterie Losnummern in einem nicht näher angedeuteten Verfahren an E-Mail-Adressen, und so begab es sich am 14. Mai im Jahre des Herrn 2016, dass bei der ersten derartigen Geldverschenklotterie eine Losnummer NSL01/013/0046 gezogen wurde, die an meiner Mailadresse hing. Diese hat natürlich nicht nur läppische hundert Euro gewonnen, denn in den „Lotterien“ der Spammer gibt es grundsätzlich nur Millionengewinne.

Wieder einmal hat meine Mailadresse mich reich gemacht!

Das ausgeschüttete Geld wird übrigens von einer Reihe niederländischer Firmen bezahlt, deren Firmierungen man nicht erfährt und die niemals Werbung damit machen, dass sie werbewirksam Geld verschenken.

For more information and remittance procedures, please contact our Promo Unit with your above Batch Number, Your full names and your telephone numbers on our E-mail address below;

Remittance Director,
Paleisstraat 5, 2514 JA Den Haag,
Tel: +31(0)658-881-xxx
Fax: +31(0)847-255-xxx
Email: entitlementapproved (at) luckymail (punkt) com

Wer das für glaubwürdig hält und noch mehr Lügen hören möchte, kann jetzt Kontakt mit den Spammern aufnehmen. Daran, dass der Absender der Spam gefälscht ist, sollte man sich nicht stören. Und es ist auch wichtig, dass man antwortet:

NOTE: Your full winning details will be provided to you upon your response to this notification email. This is for security reasons and to avoid the abuse of this program by unscrupulous internet users. We strongly advised all beneficiaries to please call us or visit our office/website for further information. Lottery tickets are still on sale for our EUR 18.3M lottery draw coming up soon.

Sonst kommt man nicht an das Geld! Das ist aus Sicherheitsgründen. Ebenfalls aus Sicherheitsgründen wird die gesamte Kommunikation über einen Millionenbetrag mit unverschlüsselter und nicht digital signierter E-Mail erledigt, die offen wie eine Postkarte durch das Internet befördert wird und von jeder Zwischenstation verändert werden könnte. Auf diese Weise will man verhindern, dass skrupellose Verbrecher sich das Geld abgreifen. Das ist zwar völlig wirkungslos, aber die Vorschussbetrüger schätzen die Intelligenz ihrer Opfer nun einmal als nicht besonders hoch ein. Schlaue Menschen springen ja auch spätestens dann ab, wenn sie die Zahlung einer Gebühr innerhalb der Europäischen Union nicht mit einer Banküberweisung erledigen können, sondern anonymisierend über Western Union und Konsorten oder gar mit Bitcoin abwickeln sollen.

Ich hoffe, die niederländische Staatslotterie schreibt eine klare Warnung vor diesem Betrug auf ihre Website. Und damit das in den Niederlanden auch ganz sicher verstanden wird, nochmal:

Ik hoop dat de Nederlandse Staatsloterij schrijft een duidelijke waarschuwing van deze zwendel op hun website¹.

Sincerely,
Elena David Selier (Mrs).
Coordinator van Sweepstake.
Visit our website: https://www.staatsloterij.nl
Copyright© De NederlandseStaatsloterij.

Oh, wie toll! Mit Copyright! :D

¹Mijn Duitse is beter dan mijn Nederlands.

Liebe Herr

Freitag, 2. Oktober 2015

Frisch aus dem Honigtöpfchen…

Lieber Herr,
Ich lade Sie auf die Partnerschaft mit mir in eine Geschäftsmöglichkeit.
Wenn Sie sind aufrichtig und bereit zu arbeiten mit me.I müssen Sie mir im Umgang mit der Übertragung einer großen Summe Geld von Hong Kong zu Ihrem Land zu unterstützen.
Alles an dieser Transaktion rechtlich ohne Probleme durchgeführt werden. Sobald das Geld wurde tranfered und es in Ihrer Buchhaltung ist, werden wir im Verhältnis zu teilen, die von mir und euch zu vereinbaren.
Wenn Sie interessiert sind,
Kontaktieren Sie mich durch meine private E-Mail-Adresse: tshunji1 (at) aol (punkt) com
Und ich gebe Ihnen weitere Details.
Ich warte auf deine Antwort.

Aufrichtigen Grüße,

Herr Tak Shunji.
tshunji1 (at) aol (punkt) com

Ohne Worte.

REVISED PI

Montag, 13. Juli 2015

Dear Sir

FYI

Lieber Spamempfänger,

ich bin zu blöd, mit einen richtigen Betreff auszudenken, und deshalb kürze ich „personal informations“ so ab, dass man im Kontext auch denken könnte, ich hätte mir einen neuen Wert für die Kreiskonstante π ausgedacht. Dafür spare ich aber auch am Text in meiner gnadenlos dummen Spam und schreibe einfach fast nichts – und das kürze ich auch noch so weit wie möglich ab. Das musst du verstehen. Wenn ich mir Mühe geben würde, könnte ich ja auch arbeiten gehen.

Dein Spammer

Nicht so abgekürzt ist der Anhang. Den habe ich extra in ein ZIP verpackt, damit die Pest auch durch typische Spamfilter in Mailservern geht. Im Archiv Proforma.zip befindet sich aber nur eine einzige Datei, und die heißt Proforma.exe, ist also eine ausführbare Datei für Microsoft Windows, die dir von einem anonymen Spammer unter einem fadenscheinigen Vorwand zugestellt wurde.

Ich muss wohl nicht mehr sagen, was das für eine Datei ist. Deshalb nur eine weitere Ergänzung: Die Schadsoftware wird zurzeit nur von rd. fünf Prozent der üblichen Antivirus-Programme als das erkannt, was sie ist – und die Programme, die diesen kriminellen Sondermüll aussortieren, sind nicht gerade die verbreitetsten Antivirus-Schlangenöle. Wer sich auf sein Schlangenöl verlassen hat und in einer derartigen Spam herumklickt, hat hinterher einen Computer anderer Leute auf dem Schreibtisch stehen.

Deshalb öffnet man ja auch niemals Mailanhänge von unbekannten Absendern (und auch keine von bekannten Absendern, wenn die Mail nicht digital signiert ist – denn der Absender einer E-Mail ist ohne nennenswerten Aufwand beliebig fälschbar). Und wenn sich in einem Archiv nur eine einzige Datei befindet, sollten alle Alarmglocken auf einmal schrillen.

Das Gehirn ist nämlich immer noch das wirksamste Antivirus-Programm.