Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


REVISED PI

Montag, 13. Juli 2015, 13:30 Uhr

Dear Sir

FYI

Lieber Spamempfänger,

ich bin zu blöd, mit einen richtigen Betreff auszudenken, und deshalb kürze ich „personal informations“ so ab, dass man im Kontext auch denken könnte, ich hätte mir einen neuen Wert für die Kreiskonstante π ausgedacht. Dafür spare ich aber auch am Text in meiner gnadenlos dummen Spam und schreibe einfach fast nichts – und das kürze ich auch noch so weit wie möglich ab. Das musst du verstehen. Wenn ich mir Mühe geben würde, könnte ich ja auch arbeiten gehen.

Dein Spammer

Nicht so abgekürzt ist der Anhang. Den habe ich extra in ein ZIP verpackt, damit die Pest auch durch typische Spamfilter in Mailservern geht. Im Archiv Proforma.zip befindet sich aber nur eine einzige Datei, und die heißt Proforma.exe, ist also eine ausführbare Datei für Microsoft Windows, die dir von einem anonymen Spammer unter einem fadenscheinigen Vorwand zugestellt wurde.

Ich muss wohl nicht mehr sagen, was das für eine Datei ist. Deshalb nur eine weitere Ergänzung: Die Schadsoftware wird zurzeit nur von rd. fünf Prozent der üblichen Antivirus-Programme als das erkannt, was sie ist – und die Programme, die diesen kriminellen Sondermüll aussortieren, sind nicht gerade die verbreitetsten Antivirus-Schlangenöle. Wer sich auf sein Schlangenöl verlassen hat und in einer derartigen Spam herumklickt, hat hinterher einen Computer anderer Leute auf dem Schreibtisch stehen.

Deshalb öffnet man ja auch niemals Mailanhänge von unbekannten Absendern (und auch keine von bekannten Absendern, wenn die Mail nicht digital signiert ist – denn der Absender einer E-Mail ist ohne nennenswerten Aufwand beliebig fälschbar). Und wenn sich in einem Archiv nur eine einzige Datei befindet, sollten alle Alarmglocken auf einmal schrillen.

Das Gehirn ist nämlich immer noch das wirksamste Antivirus-Programm.

Ich mag es so sehr, da muss ich gleich mal zum Facebook klicken...

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