Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Schlagwortarchiv „Erbschaft“

from mr godwin joshua

Montag, 24. Juni 2019

Tja, normale Menschen schreiben in einen Betreff rein, um was es in der Mail geht. Und dumme Vorschussbetrüger schreiben da noch einmal ihren für mich völlig fremden und bedeutungsleeren Namen rein, der übrigens schon als Absender sichtbar wird.

Ach ja, der Absender:

Von: MR. GODWIN JOSHUA <devkaranblb4u@yahoo.co.in>
Antwort an: godwinjo1997@gmail.com

Der Absender ist natürlich gefälscht¹. Und die gesamte weitere Kommunikation in dieser Sache – es geht vermutlich immerhin um 22,6 Megadollar, der Spammer hat es aber nicht so mit dem korrekten und unmissverständlichen Hinschreiben von arabischen Ziffern – soll über eine kostenlos und anonym eingerichtete Mailadresse beim Freemailer von Google laufen, diesem auch nach mehrfachen Meldungen einer von Trickbetrügern missbrauchten Mailadresse regelmäßig völlig untätigen Freund aller schäbigen Kriminellen².

ATTENTION PLS!

„Obacht“ ausgeschrieben, „bitte“ abgek. – da kommt schon vor dem eigentlichen Text eine Ahnung von Stil auf. Einmal ganz davon abgesehen, dass das keine übliche Anrede eines Empfängers in einer geschäftlichen E-Mail ist. 😉

I am Mr. Habib.K.Fadila, the Auditing and Accounting manager of Bank of Africa (B.O.A ANNEX) Ouagadougou, Burkina Faso. I Hoped that you will not expose or betray my trust and confident that I am about to establish with you for the mutual benefit of our both family. In my department I discover an abandoned sum of (US$22.600.000.000Million) in an account that belongs to one of our foreign customer who died along with his family in plane crash.

Aber wo der Spammer schon meinen Namen nicht kennt, hat er wenigstens selbst einen Namen. Und dieser nach einem „Ich bin“ genannte Name ist nicht einmal der gleiche Name wie im Absender. Vermutlich konnte er sich seinen ausgedachten Namen nicht so lange merken. Aber dafür soll man jetzt ganz fest daran glauben, dass der Rest der wirren Geschichte stimmt.

Denn der Spammer hat einen tollen Job: Er ist Oberbanker in Burkina Faso. Bei einer Bank, wo immer das viele Geld rumliegt, das den Menschen dann fehlt. Leider hat der freundliche Bankkaufmann aus dem Spameingang, der hier einen Komplizen für einen angeblichen Betrug sucht, auf der Berufsschule für Bankkaufmänner noch nicht gelernt, wie man Zahlen hinschreibt, und deshalb entsteht ein Betrag von 22,6 Milliarden Millionen US-Dollar, also 22,6 Billiarden Dollar. So viel Geld gibt es natürlich nichtaber das kann durchaus noch kommen:mrgreen:

Vermutlich wollte er schreiben, dass es 22,6 Millionen Dollar sind. Aber wer sich seinen ausgedachten Namen nicht so lange einprägen kann, der kann auch beim Abzählen der Nullen mal durcheinanderkommen.

It is therefore upon this discovery that I now decided to make this business proposal to you and release the money to you as the next of kin or relation to the deceased for the safety and subsequent disbursement since nobody is coming for it. I agree that 40% of this money will be for you, and 60% would be for me. Then after the money is been transferred into your account, I will visit your country for an investment under your kind control.

Und jetzt bin einmal mehr ich gefragt. Ich soll einfach einen Erbschaftsbetrug machen, mir das Geld aufs Konto überweisen lassen, vierzig Prozent davon in meine Taschen stecken und die restlichen sechzig Prozent holt sich unser Bankster mit seiner Namens- und Zahlenschwäche ab. Da ist er sich auch so richtig gut mit sich selbst einig geworden. 😀

Aber erstmal…

You have to contact my Bank directly as the real next of kin of this deceased account with next of kin application form which I will send to you immediately I hear from you. All you are required to do now is to confirm the bellow information through my private email address for a security reasons to enable us commence immediately.

1. Your Full Name:
2. Home Address:
3. Age & Sex:
4. Occupation:
5. Cell Phone:
6. State of Origin:
7. Country:
8: Marital Status:

…muss ich mich ein bisschen datennackt machen. Vor einem Banker, der seine Absenderadresse fälscht und Zahlen nicht so hinschreiben kann, dass dabei keine Ambiguitäten entstehen und mich als Komplizen für einen Erbschaftsbetrug ausgewählt hat, weil ich so eine schöne Mailadresse habe, obwohl er mich überhaupt nicht kennt. Es geht ja nur um ein bisschen Geld. Und der einen von Sicherheitsgründen faselt, aber in unverschlüsselter E-Mail offen wie mit Postkarten kommuniziert.

Da müsste ich aber ganz schön blöd sein… oh ja, genau das ist die Absicht! Ja, die suchen Dumme, und die grenzbescheuerte Spam zur Einleitung eines Vorschussbetruges ist nur die Vorauswahl. Je dümmer, desto besser.

Denn nur ein sehr dummer Mensch zahlt eine Vorleistung nach der anderen, wobei schnell tausende oder gar zehntausende von Euro zusammenkommen, weil irgendwelche Trickbetrüger ihm immer wieder von den Millionen erzählen, die er bald haben wird. Und nur ein sehr dummer Mensch zahlt diese Vorleistungen vollständig anonymisierend über Western Union und vergleichbare Dienstleister, weil so ein freundlicher Bankkaufmann, Notar, Treuhänder, etc. leider kein Bankkonto hat, auf dem er etwa einen Scheck einlösen könnte. (In Wirklichkeit wollen die Betrüger nicht polizeilich ermittelbar sein, denn sie gehen nun einmal lieber ins Bordell als in den Knast.)

Waiting to hear from you soon.

Und dann setzt sich der Spammer hin und wartet auf die Antworten, wohlwissend, dass die Mutter der Dummen immer schwanger ist und dass er auf seine paar Millionen Spams demnächst zwanzig, dreißig Antworten vom IQ-Bodensatz der Weltbevölkerung bekommen wird. Leider sind diese Spammer immer noch nicht verhungert, so dass es beinahe so ausschaut, als hätte der Mugu recht und es wüchsen immer wieder neue naive und dumme Menschen nach. Dabei ist der Vorschussbetrug ein wirklich alter Hut, den jeder kennen sollte.

Yours faithfully,
Mr.Godwin Joshua

Mit Winkewinke vom Vorschussbetrugsspammer
Jetzt wieder mit dem tollen Namen aus Betreff und Absender

¹Das ist sehr einfach: Es kann eine beliebige Absenderadresse in eine E-Mail eingetragen werden, ähnlich, wie man auch auf einem Brief jeden beliebigen Absender schreiben kann. Da der Absender für den Transport von E-Mail (und Briefen) keine Rolle spielt und nicht überprüft wird, entstehen für einen Spammer (oder Witzbold) keine Probleme durch gefälschte Absender. Niemals auf den Absender einer E-Mail hin vertrauen!

²Ich habe es längst aufgegeben, so etwas an Google zu melden. Es ist eine Verschwendung begrenzter Lebenszeit. Google hat kein erkennbares Interesse am Schutz der Menschen vor Spam und Kriminalität. Zusammen mit derartigen Beispielmails gemeldete Adressen von Spammern sind manchmal sogar noch jahrelang aktiv. Deshalb ist GMail auch bei Verbrechern so beliebt.

Please read carefully,

Montag, 10. Juni 2019

Aber nein doch. Spams irgendwelcher Schwachkopfgehilfen, bei denen nicht im Betreff drinsteht, um was es geht, muss man nicht auch noch besonders aufmerksam lesen. Es ist eh immer wieder das Gleiche.

Von: DR Rhama David Benson <bensondrrdavid@gmail.com>
Antwort an: DR Rhama David Benson <bdrrhamadavid221@gmail.com>

Dümmster gefälschter Absender des bisherigen Jahres! So unnötig und peinlich.

Aber was viele Leser gar nicht bemerken: Die Dummheit ist noch größer. Im größtenteils gefälschten Mailheader versucht der Spammer nämlich den Eindruck zu erwecken, seine Spam sei im Webmailer von Yahoo Mail verfasst worden. Immer, wenn ich glaube, ich hätte schon alles gesehen… 😉

From: Dr Rhama David Benson,

Aber das steht schon im Mailheader.

Please read carefully,

Und der Betreff steht auch schon im Mailheader. Außerdem kann er beim besten Willen keine persönliche Anrede ersetzen.

This message might meet you in utmost surprise. However, it’s just my urgent need for foreign partner that made me to contact you for this transaction. I got your contact from yahoo tourist search while I was searching for a foreign partner. I am assured of your capability and reliability to champion this business opportunity when I prayed about you.

Nein, ich bin seit 25 Jahren nicht mehr davon überrascht, dass ich Spam in meinem Posteingang habe, sondern nur ein bisschen genervt. Überraschend sind allerdings immer wieder die dummen Ausreden irgendwelcher Vorschussbetrüger, warum sie denn gerade mich anschreiben. Das machen wir doch alle so: Wenn wir jemanden suchen, mit dem zusammen wir ein paar Millionen Währungseinheiten durch die Welt schieben wollen, dann schauen wir in ein Yahoo-Verzeichnis für Tourismus. Und da finden wir lauter Mailadressen und suchen uns die schönste Mailadresse aus, denn die wird schon fähig und zuverlässig sein. Obendrauf ein frömmelndes Gebet drappiert, fertig ist die dumme Soße auf der faden Geschichte aus dem Neolithtikum des Trickbetruges.

Eigentlich schade, dass G‘tt mit Heuchlern nicht mehr wie in biblischen Zeiten umspringt, sonst gäbe es viel weniger „fromme“ Trickbetrüger und damit viel weniger Müll in der Mail und viel mehr erfreulich tote Spammer.

So, und wofür hast du dir jetzt jemanden aus einem Tourismusverzeichnis ausgesucht?

I am a banker by profession in Burkina-Faso, West Africa and currently holding the post of manager in account and auditing department in our bank. I have the opportunity of transferring the left over funds ($ 5.5 Million Dollars) belonging to our deceased customer who died along with his entire family in a plane crash

Ach, für fünfeinhalb Megadollar eines Toten ohne Angehörige, die dir nicht gehören und die du dir selbst mit einem irgendwie benötigten Komplizen betrügerisch zuschanzen willst. Und den Komplizen suchst du, indem du betest und Unbekannte anschreibst, die du als „Bitte aufmerksam lesen“ ansprichst. Schon klar! :mrgreen:

Hence; I am inviting you for a business deal where this money can be shared between us in the ratio of 60/40 if you agree to my business proposal. Further details of the transfer will be forwarded to you as soon as I receive your return mail as soon as you receive this letter.

Damit ich auch Lust darauf bekomme, bei so einem angeblichen Betrug mitzumachen – am Ende würde natürlich ich der Betrogene sein, weil ich eine finanzielle Vorleistung nach der anderen zahlte, und zwar immer anonymisierend über Western Union und Konsorten, denn der angebliche Banker bleibt nun einmal lieber anonym und hat leider kein Bankkonto – also, damit ich Lust bekomme, auf diesen antik anmutenden Betrugsversuch reinzufallen, wird mir mit 2,2 Megadollar vor den Nüstern meiner Imagination gewedelt. Natürlich existiert das Geld nicht.

Please indicate your willingness by sending the below information for more clarification and easy communication.

Aber erstmal muss ich einem Spammer, der offen seine Kriminalität eingesteht, sagen, wer ich überhaupt bin. Sonst hält der mich für unwillig, und dann gibts halt keine 2,2 Megadollar.

For more details, Contact me for more details.

Und wenn ich noch mehr dumme Lügen hören möchte, dann kann ich zurückschreiben, damit ich noch mehr dumme Lügen höre.

Jetzt aber zum Datenstriptease vor einem Trickbetrüger und Spammer – die hier angegebenen Daten sind natürlich auch für einen Identitätsmissbrauch verwendbar und werden sicherlich verkauft, nachdem der Betrug bis zum Ende durchgezogen wurde und aus dem naiven Opfer kein Geld mehr herauszuschütteln ist.

(1) YOUR FULL NAME
(2) YOUR AGE AND SEX
(3) YOUR CONTACT ADDRESS
(4) YOUR PRIVATE PHONE N0
(5) FAX NUMBER
(6) YOUR COUNTRY OF ORIGIN
(7) YOUR OCCUPATION

Aber ich habe gar kein Fax. Nimmst du auch eine Telex-Nummer? :mrgreen:

Trusting to hear from you immediately.
Thanks & Best Regards,
Dr Rhama David Benson.

Voller Sehnsucht nach neuem Geld für weitere Bordellbesuche
Mit Dank und Winkewinke
Dein spammender Vorschussbetrüger.

Guten Tag

Donnerstag, 25. April 2019

Qualitätsbetreff! Gleich mal reinschauen!

Von: Auguste AMAGANE <dublond.eric3@gmail.com>
Antwort an: auguste.amg1@gmail.com

Gefälschter Absender! Die gesamte folgende Kommunikation soll über eine kostenlos und anonym eingerichtete Mailadresse bei einem Freemailer laufen.

Guten Tag,

Das hast du schon im Betreff gesagt, Spammer. Normale Menschen schreiben da ja rein, um was es in der Mail geht.

Es tut mir leid, Sie in dieser Angelegenheit ohne Ihre vorherige Zustimmung zu kontaktieren. Es war wegen der Dringlichkeit der Dinge.

Was für dringliche Dinge sind es denn, um deretwegen du mein Postfach zuspammst?

Ich bin Auguste AMAGANE, ein Rechtsanwalt, und der persönliche Anwalt von ein verstorbener Kunde aus Ihrem Land. Ich würde gerne wissen, ob wir zusammenarbeiten können?

Aha, du hast dir einen Namen für dich ausgedacht, den du gleich in GROẞBUCHSTABEN schreibst, damit er wichtiger aussieht. Das ist nicht so dringend. Und du bist Anwalt. Das dringelt auch nicht, denn du wärst das du auch nächstes Jahr noch, wenn es stimmte. Einer deiner Stammkunden, der ständig einen Anwalt brauchte, ist jetzt tot. Das ist er auch für den Rest der Ewigkeit noch, es ist also auch nicht dringend. Und deshalb willst du mit mir zusammenarbeiten, obwohl du von mir nur eine Mailadresse und den Namen „Guten Tag“ kennst. Und zwar ganz dringend.

Seit dem Tod meines Mandanten ruht sein Fonds im Wert von 11,5 Millionen US-Dollar [elf Millionen und fünfhunderttausend Dollar] in der Bank meines Landes.

Ist doch toll. Dein Stammkunde ruht, und sein bisschen Geld ruht auch. Der eine auf einem Friedhof ohne Namen und mit unbekannter Lage, das andere auf einer Bank ohne Namen und mit unbekannter Lage. Doch huch!

Die Bank hat mir eine Mitteilung gemacht, um die nächsten Angehörigen für die Forderung der Fonds zu präsentieren, andernfalls werden die Gelder beschlagnahmt.

Das Geld ruht doch nicht ganz. Dem sind flattrige Flüglein gewachsen, und es wird schnipp schnapp beschlagnahmt, wenn da nicht ganz schnell einer kommt, der es erbt. Und hinfortflatterndes Geld wäre doch so schade. Vor allem für so einen ehrenwerten Anwalt wie dich. Deshalb hast du in deiner Kopfdunkelkammer eine total tolle Idee entwickelt:

Der Verstorbene starb bei einem Autounfall mit seiner ganzen Familie. Ich habe mich mit Ihnen in Verbindung gesetzt, weil Sie den gleichen Familiennamen wie der Verstorbene haben, daher können Sie als mein verstorbener Kunde dem nächsten Angehörigen vorgestellt werden.

Du willst dir zusammen mit mir eine Erbschaft unterm Nagel reißen, die weder dir noch mir zusteht.

Und warum? Richtig: Weil ich genau so heiße wie dein Stammkunde.

Und genau deshalb hast du mich als „Guten Tag“ angesprochen! Denn einen anderen Namen kennst du nicht von mir. :mrgreen:

Mit meiner Unterstützung als der verstorbene persönliche Anwalt, können Sie von der Bank genehmigt werden und das Geld wird Ihnen freigegeben werden.

Oh, das ist ja nett, dass die Bank mich genehmigt. :mrgreen:

Ich freue mich auf Ihre Antwort, wenn Sie interessiert sind und ich werde Ihnen weitere Details senden.

Nein danke, Vorschussbetrüger, mir kannst du kein Geld aus der Tasche labern. So unterhaltsam deine kurze Mitteilung über eine von Beschlagnahmung bedrohte Erbschaft deines Kunden auch war, ich wünsche mir sehr, dass niemand mehr auf diese älteste Betrugsnummer des Internet hereinfällt. Denn natürlich existiert nichts von dem, was du in deiner Mail behauptest. Weder die Bank, noch das Geld, noch dein verstorbener Mandant, noch die Beschlagnahme, noch die Erbschaft, noch du. Wenn jemand darauf reinfällt, leierst du ihm als erstes die Telefonnummer raus. Und dann führst du zusammen mit deiner Bande von lauter liebenswerten Mugus dein Theater vom herumliegenden Geld auf, das sofort überwiesen wird, wenn nur ein paar kleine Probleme gelöst werden. Da wird hier eine Beglaubigung benötigt, dort ein Stempel, und da noch eine Formalie wegen des Geldwäschegesetzes. Alles mit Geld, das deine Opfer dir und deiner Bande über Western Union maximal anonym zustecken, damit du es auch abholen kannst, ohne dass die Handschellen klacken. Denn ein Konto hat so ein Spezialanwalt wie du nicht. Und dann muss noch ein korrupter Beamter bestochen werden und es bedarf noch einer Gebühr für den ausgestellten Erbschein und das Geld liegt bei einem Treuhänder, der eine Rechnung schreibt und und und… so lange eure leichtgläubigen Opfer leichtgläubig bleiben, werden sie halt ausgenommen. Da läppern sich schnell tausende von Euro zusammen, wenn nicht gar zehntausende. Das macht ihr immer so mit zehn bis zwanzig Leuten gleichzeitig, und von dem Geld kauft ihr Koks, geht in den Puff und finanziert euch euren gehobenen Lebensstil.

Leider scheint es immer noch Menschen zu geben, die darauf reinfallen. 🙁

Mit freundlichen Grüßen,

Auguste AMAGANE Esq.

Voller Glauben, dass die Mutter der Dummen stets schwanger ist
Der Vorschussbetrüger mit den GROẞBUCHSTABEN im Nachnamen

Form Raymond

Sonntag, 10. März 2019

Wie, ich soll dich formen? Du hast noch keine Form angenommen? Das wäre so ein schöner Zustand, wenn es dich noch nicht gäbe. 😀

Von: Raymond <petervon704x@gmail.com>
Antwort an: chienraymond01@gmail.com

Natürlich ist der Absender gefälscht.

Aber Spammer, wie nennst du dich da? „chienraymond“? Du bist ein Hund? Oder etwas genauer ins Deutsche übertragen, ist das Verb „chier“ doch ein recht derber Ausdruck für den Vorgang der Defäkation: Du bist ein Köter?

I am Vice Chairman of Hang Seng Bank, I have Important Matter to Discuss with you concerning my late client, Died without a NEXT OF KIN. Send me your private email for full details information. email

Mail: chienraymond01@gmail.com

Regards
Dr.Raymond Chien Kuo Fung

Aber mitnichten, du bist Vizeobermotz irgendeiner Bank und willst mir mir, von dem du nicht einmal den Namen kennst, über die Erbschaft eines deiner Kunden sprechen, der leider keine Erben hat. Warum? Weil ich so eine schöne Mailadresse habe. Aber die gesamte folgende Kommunikation bitte unverschlüsselt und über eine kostenlos und anonym eingerichtete Mailadresse bei Googles Freemailer. Und bitte nicht an die Absenderadresse antworten, die ist gefälscht…

Früher habt ihr Vorschussbetrüger euch wenigstens noch etwas ausgedacht für solche Spams zur Einleitung eurer Betrugsnummer!

Erstmal ab mit der Spam zu Re:scam. 😀

I Need Your Assistance And Help Please!

Donnerstag, 7. Februar 2019

Hello My Dearest,

Hallo, du liebster Inhaber einer Mailadresse, dessen Namen ich nicht kenne.

Kindly allow me the modesty of introducing myself to you, I am Miss Afi Kofi Awoonor 23 years old Female from Ghana, West Africa, I am the only Daughter of my Late Father Prof. Kofi Awoonor. My Late Father is well known as a Ghanaian poet and one of the African distinguished literary figures, he served as Ghana’s ambassador to Brazil and Cuba in 1980s, as well as United Nations envoy during the 1990-94 presidency of Jerry Rawlings. My parents were among the scores of people killed by Al Qaeda-aligned terrorists who attacked a busy shopping mall in Nairobi, Kenya on September 21, 2013. when members of Al Shabab, a Somali-based militia, seized the Westgate Shopping Mall in a hail of bullets in Kenya’s worst terrorist attack.

Ich selbst habe selbstverständlich einen Namen, und ich habe sogar eine schöne Geschichte aus dem blutdurchtränkten Afrika. Natürlich ist das nicht mein richtiger Name, und natürlich ist das nicht meine richtige Geschichte. In Wirklichkeit gehöre ich zu einer kleinen Bande von Trickbetrügern, die naiven Internetnutzern das Geld aus der Tasche zieht und hier in die lokalen Bordelle trägt. Zwar ist Vorschussbetrug eine Masche mit einem gewaltigen Bart, aber es fallen immer noch Leute drauf rein, warum also sollten wir uns etwas Besseres ausdenken. Wenn wir uns Mühe geben wollten, könnten wir ja gleich arbeiten gehen.

I am constrained to contact you now due to the resent attack that has took almost the life of 147 people in our school by the same members of Al Shabab which my only two brothers I have in this life were killed by the gunmen.

Das ideale Opfer eines derartigen Trickbetruges schöpft keinen Verdacht, wenn es maximal unpersönlich als „Hallo, du allerliebste Mailadresse“ angesprochen wird und anschließend eine lange, mitleiderweckende Darlegung einer fürchterlichen Lebens- und Leidensgeschichte hört. Und diese Leichtgläubigkeit gibt es eben immer wieder. Wenn es erst einmal geklappt hat, über die Mitleidsfähigkeit den kritischen Geist zu dämpfen, kann auch die eigentliche Geschichte erzählt werden:

Now I am presently staying in the Mission refugee camp here in Burkina Faso. My father of blessed memory deposited the sum of 18.5 Million united state dollars in Bank Of Africa here in Burkina Faso with my name as the next of kin. I had contacted the Bank to clear the deposit but the Branch Manager told me that being place an instruction on the fund that I must present a foreign trustee who will help me in investment of the fund. However, he advised me to provide a trustee who will stand on my behalf for the transfer. Please I am seeking for your help in transferring the money into your bank account urgently while I will relocate to your country to settle down with you. As you indicate your interest to help me I will give you the account number and the contact of the bank where my late beloved father deposited the money with my name as the next of kin as I have all the certificate of the fund with me here. It is my intention to compensateyou with 30 percent of the total fund for your assistance and the balance shall be my capital investment in any profitable venture which you will recommend to me as I have no idea about foreign investment. Contact me through this email address ( afikofiawoonor1@gmail.com ) and also send me your private email address to send you

Unser Spammchen hängt in einem Flüchtlingscamp in Burkina Faso fest und hat 18,5 Megadollar Erbschaft auf dem Konto, kommt aber nicht dran, weil die Bank ihr das Geld nicht geben will, wenn sie nicht einen Ausländer präsentiert, der ihr beim Ausgeben des Geldes hilft. Und deshalb wechselt unser Spammchen nicht etwa die Bank und schließt sich auch nicht dem bewaffneten Widerstand gegen derartige Gutsherrenambitionen an, sondern mailt mal kurzerhand irgendwelche Unbekannten im Ausland an, ob die ihr nicht helfen wollen. Damit man das nicht allein vom unsteten Mitleid, sondern auch von der viel zuverlässigeren dummen und verdummenden Gier angetrieben macht, bietet unser Spammchen für diese kleine Dienstleistung eine Aufwandsentschädigung von 5,5 Megadollar an – und deutet sogar an, dass sie einem die Gesamtsumme in die Hand drücken möchte, damit man das Geld für sie ausgibt… ähm… investiert.

Wer dieser geistig armen Frau in misslicher Lage aus der kriminellen Phantasie eines Spammers jetzt unbedingt das Geld aus der Tasche ziehen möchte, kann einfach die Mail beantworten. Aber bitte auf gar keinen Fall an die Absenderadresse, denn die ist gefälscht. Bitte deshalb nicht gleich glauben, dass auch der Rest der Geschichte unwahr ist! Das wäre ganz schlecht für den Betrug, und das Stammbordell der Betrügerbande ist doch immer so teuer. Selbstverständlich wird über die angeblichen Millionenbeträge in durchgehend unverschlüsselter und nicht digital signierter E-Mail über kostenlos und anonym eingerichtete Mailadressen bei irgendwelchen Freemailern kommuniziert. Denn wer weiß, wie man kryptografische Verfahren anwendet, ist in den Augen dieser Bande schon viel zu intelligent, um mit so einer hirndörren Geschichte geködert werden zu können.

Wer darauf reinfällt, wird in einen längeren Schriftverkehr verwickelt und hat auch schnell lustige Telefonate mit Mitgliedern einer erfahrenen Bande – und es gibt leider, leider, leider immer wieder so kleine Probleme mit dem Geld, die leider, leider, leider erfordern, dass man ein bisschen Geld ausgibt: Hier ein Hunderter für den Notar, da ein paar Hunderter für diesen Schein, da ein Hunderter für den Stempel, da ein paar Hunderter für das Finanzamt und da ein paar Tausender zur Bestechung eines fiesen korrupten Beamten. Natürlich ist das immer alles ganz eilig. Und man kann auch keineswegs einen Scheck hinsenden, sondern alles läuft völlig anonymisiert über Western Union und Konsorten. Denn die Betrügerbande geht viel lieber ins Bordell als ins Gefängnis und legt deshalb größten Wert auf Anonymität.

Yours Sincerely
Afi Kofi Awoonor

In vollständiger Verachtung deiner Person und Intelligenz
Dein spammender Vorschussbetrüger

HOW ARE YOU?

Sonntag, 16. Dezember 2018

Och, es geht so. Nur, wenn ich in meine Spam schaue, wird mir immer ein bisschen übel. Zum Beispiel, wenn so ein schäbiger Vorschussbetrüger auf das Elend von Kriegsflüchtlingen aufspringt, um seinen Betrug voranzutreiben.

Von: Daniel Parenti <jranjesports@yahoo.com>
Antwort an: Daniel Parenti <postinglinnk@hotmail.com>

Kenne ich nicht.

Nicht an die Absenderadresse antworten! Alle weitere Kommunikation soll über eine kostenlos und anonym eingerichtete Mailadresse bei Microsofts Freemail-Dienst laufen.

My name is Daniel Parenti.

Schön für dich. Und, was habe ich damit zu tun?

I am a Citizen of United States Of America (USA).

Schön für dich. Und, was habe ich damit zu tun?

I was born on 16th Septemberr, 1960.

Schön für dich. Und, was habe ich damit zu tun?

Wenn damals doch nur dein Vater gegen einen Zug masturbiert hätte! Du wärst heute noch unterwegs… 😀

Here is my international passport.

Wo ist dein Pass? (Nein, die Spam hatte keinen Anhang.)

I have prostate cancer disease and the doctor says that i have just little days to live in this world before i die.

Schön für die Welt. Denn jedesmal, wenn ein Spammer und Vorschussbetrüger stirbt, wird das Internet und die Luft ein bisschen sauberer. Schade nur, dass es genau so „wahr“ wie dein angeblicher Name, dein angebliches Geburtsdatum und deine angebliche Staatsbürgerschaft ist.

I want you to inherit my wealth, my millions of dollars, but you must assure me that you will use my wealth to help the Syrian refugees suffering in Europe.

Aha, du kennst nicht einmal meinen Namen, aber willst mir ein paar Milliönchen vererben, damit ich damit ein paar geflüchteten Syrern helfe. Einfach nur, weil ich so eine schöne Mailadresse habe.

United Nation Refugee Agency (UNHCR) said that the number of Syrian refugees in Europe has exceeded five million. You must promise me that you will use 70% of my wealth to help the Syrian refugees suffering in various refugee camps in Europe:
http://www.unhcr.org/europe-emergency.html

Alles, was ich dafür tun muss, ist dir etwas zu versprechen. Dafür darf ich dann auch fast ein Drittel von deinem Zaster behalten.

Take the remaining 30% of my wealth for yourself.

Wir kennen das ja alle. Die Bankgebühren sind so gigantisch, da mag der freundliche Spammer nicht an das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen spenden (gern auch mit entsprechender Auflage) und eine einfache Überweisung ausfüllen oder einen Scheck versenden. Stattdessen gibt er das Geld lieber einem völlig Unbekannten mit schöner Mailadresse und glaubt einem Versprechen. Das reduziert die sonst anfallenden Gebühren auf dreißig Prozent… :mrgreen:

I dash you the remaining 30% of my wealth if i get assurance and honest promise that you will follow all my instructions.

Immerhin, da es „Millionen“ sind (Plural), handelt es sich bei der milden Gabe für mich um mindestens 600.000 Dollar. Und das alles dafür, dass ich versichere und echt jetzt mal ganz ehrlich verspreche, irgendwelchen bis jetzt noch nicht genannten Anweisungen zu folgen. Aber erstmal…

Write down your telephone number and your address before i give you more details.

…muss ich dem Spammer sagen, wer ich überhaupt bin. 😀

I am tired now and want to sleep now.

Komm, leg dich sterben, Spammer!

I will read your reply after i wake up from sleep.

Möge dir ein langer Schlaf gewährt werden, aus dem du niemals mehr aufwachst!

Regard,
Daniel Parenti

Dein dich genießender
Nachtwächter

HOW ARE YOU?

Sonntag, 14. Oktober 2018

Eigentlich ganz gut. Nur wenn ich in meine Spam schaue, wird mir immer ein bisschen übel. :mrgreen:

Von: Daniel Parenti <post1inkw@yahoo.com>

Natürlich soll über einen Freemailer kommuniziert werden, wo sich jeder kostenlos und schnell eine praktisch anonyme Mailadresse machen kann, und natürlich gibt es keine Verschlüsselung. Es geht ja nur um ein paar Millionen Dollar.

How are you?,

Ein Fragezeichen gefolgt von einem Komma. Immer wieder lustig, was für Interpunktionen herauskommen, wenn Spammer zu schreiben versuchen.

My name is Daniel Parenti. I am a Citizen of United States Of America(USA). I was born on 16th Septemberr,1960.Here is my international passport.I have prostate cancer disease and the doctor says that i have just little days to live in this world before i die.

Natürlich weißt du nicht, wie ich heiße. Dafür hast du dir für dich selbst einen Namen ausgedacht. Sogar mit Geburtsdatum. Und die Spam ist dein Pass, so dass man auf der ganzen Welt weiß, was für ein Widerling du bist. Die Vorstellung, dass du bald erfreulich tot sein könntest, löst sich leider schnell in der Erkenntnis auf, dass alles an deiner Spam zur Einleitung eines Vorschussbetruges erlogen ist. Leider auch deine Krankheit.

I want you to inherit my wealth,my millions of dollars,but you must assure me that you will use my wealth to help the Syrian refugees suffering in Europe. United Nation Refugee Agency(UNHCR) said that the number of Syrian refugees in Europe has exceeded five million.You must promise me that you will use 70% of my wealth to help the Syrian refugees that are suffering in various refugee camps in Europe.

Weil du nicht einmal meinen Namen kennst und ich so eine schöne Mailadresse habe, möchtest du mir gern ein paar Megadollar anvertrauen, damit ich damit etwas Gutes tue. Wir kennen das ja alle aus unserer Alltagserfahrung, dass uns, wenn wir leeren Kopfes durch die Straßen der Stadt gehen, plötzlich ein wildfremder Mensch anstupst, der uns ein Bündel großer Banknoten in die Hand drückt und uns darum bittet, dass wir die schnell spenden sollen. Nicht? Na, wie das nur kommt! Und dieser hypothetische wildfremde Mensch mit wenig anhänglichen Banknoten würde mich immerhin ein bisschen besser kennen als dieser herzverrottete Trickbetrüger, der mich noch nicht einmal gesehen hat.

Take the remaining 30% of my wealth for yourself.I dash you the remaining 30% of my wealth if i get assurance and honest promise that you will follow all my instructions.Write down your telephone number and your address before i give you more details. I am tired now and want to sleep now. I will read your reply after i wake up from sleep.

Damit die gnadenlos dumme Story eines Betrügers wenigstens ein bisschen glaubwürdig wirkt, wird mir angeboten, dass ich mir immerhin noch einen Batzen Geld aus dem nicht existenten Vermögen einer nicht existenten Fantasiegestalt aus der leider ziemlich existenten Vorstellungskraft eines Betrügers rausnehmen darf, wenn ich wirklich spende. Die naheliegende Frage, warum dieser Geldsack mit Prostatakrebs und viel zu hastig angeflanschtem Hirn nicht einfach selbst einen Überweisungsträger ausfüllt, sondern das Geld auf die absurdeste, unsicherste und teuerste Weise – mit dreißig Prozent Verlust, so teuer ist keine Bankgebühr – bewegen will, beantwortet sich durch kurze Benutzung eines handelsüblichen Gehirnes: Diese Geld existiert nicht. Aber man darf Vorleistungen zahlen, um dranzukommen: Hier ein Fuffie für die Gebühr, da dreihunderfünfzig für den Notar, da zweihundert für eine gesetzliche Anforderung, da noch einmal einen Tausender zur Bestechung eines korrupten Beamten. Und da noch etwas und da noch etwas mehr. Immer schön anonym über Western Union und Konsorten, damit die Betrüger auch schön in einer Anonymität bleiben, in der nicht die Handschellen klacken. Denn im Bordell ist es viel angenehmer als im Knast.

Komm, Daniel, leg dich schlafen! Und wach bloß nicht wieder auf! 👿

Regard,
Daniel Parenti

Ich verachte dich auch!

REPLY AS SOON AS POSSIBLE

Freitag, 5. Oktober 2018

Abt.: Freilaufende Erbschaft, schnapp sie dir!

I am Vice Chairman of Hang Seng Bank, I have Important Matter to Discuss with you concerning my late client. Died without a NEXT OF KIN. Send me your private email for full details information. email me at E-Mail: draymdm@gmail.com

Regards
Mr.Fung

Hey, du Unfung,

du bist also Vizeersatzpressesprecher einer großen, großen Bank im fernen, fernen China, der nicht einmal meinen Namen kennt, aber trotzdem etwas total irre echt jetzt mal Wichtiges mit mir zu besprechen hat, weil ich so eine schöne Mailadresse habe; irgendetwas über einen verstorbenen Kunden, der keine Erben hinterlassen hat.

Aber bitte nicht an die Absenderadresse antworten! Die ist gefälscht.

Und generell läuft die Kommunikation über Banksachen (also: Geld) nur in unverschlüsselter E-Mail über eine anonym und kostenlos einzurichtende Freemailer-Adresse.

Komm, du Unfung! Früher habt ihr Vorschussbetrüger euch wenigstens noch Geschichten ausgedacht. Die waren zwar auch nicht glaubwürdiger als dein schnell hingeschmierter E-Müll, aber dafür unterhaltsamer.

Meint jedenfalls dein dich „genießender“
Nachtwächter