Mit ‘Foto’ getaggte Artikel

Hi

Mittwoch, 17. März 2010

Das angehängte FotoAha, mal wieder der Standardbetreff aller dummen Spammer, das ist doch einen Blick wert. Wird es diesmal wieder eine Pimmelpille sein? Nein, es ist ein angeblicher Grund, dass ich, in dessen Liebesleben der ewige Herbst herrscht, doch noch ein paar Pimmelpillen brauchen könnte. Wie immer bei dieser Art Spam mit einem entzückenden Foto, das natürlich irgendwo aus dem Internet genommen wurde. Und natürlich…

Hi, my name is Marina

..weiß die „Absenderin“ auch gar nicht, wie sie mich nennen soll, weil sie…

I‘m looking for my soulmate on the site of the acquaintance.

…auf der „Bekanntschafts-Site“, auf der sie nach jemanden wie mir sucht, nicht einmal einen Nick oder so etwas gefunden hat. Das hindert sie natürlich nicht daran, mich anzumailen. Immerhin, sie hat sich eine gute Geschichte ausgedacht, warum sie nicht weiß, wie sie mich ansprechen soll:

And someone has sent me your address there.

Irgendjemand — sie sagt auch lieber nicht, wer das war, denn sonst fällt der Beschiss gleich auf — hat ihr dort meine Mailadresse gegeben. Auf so einer tollen Site, auf der gar keine Mailadressen sichtbar werden. Der muss aber echte Insider-Infos haben. Der kennt sogar Mailadressen von Leuten, die auf die Dienste einer solchen Website gut verzichten können. Aber…

Maybe it is mistake or maybe it is destiny.

…vielleicht ist das ja gar kein Fehler, sondern einfach nur Bestimmung. Der Empfänger soll glauben, und nachdem er geglaubt hat, soll er sich in einem reizenden Schriftverkehr verwickeln lassen, und dann soll er sich ordentlich das Geld aus der Tasche ziehen lassen. Nur mit dem Treffen wird es niemals etwas. Geld ist ja auch besser als ein Treffen, vor allem, wenn man gar keine entzückende Frau ist, sondern ein spammender Verbrecher.

I do not know nothing about you, and I do not know how you look. But everything is in our hands. :)

Tja, Mädchen, das ist eben so, dass ein Spammer nichts über seine Opfer weiß. Und alles ist in unserer Hand, insbesondere die Löschtaste.

If you are interested in me, i can tell more in the next letter.

Nee, auf diese Art „Verkehr“ kann ich wirklich gut verzichten.

Please, write by my personal email: marinafl (at) lavabit.com

Bitte die Mail nicht mit einem Klick auf „Beantworten“ beantworten, denn die Absenderadresse ist gefälscht.

Bye-bye, Marina

Geh sterben!

Guten Tag

Freitag, 05. März 2010

Das angehängte BildAch, wie hübsch. In warmen Zuckungen will sich mein darbendes Herz ergießen. Schon wieder einer dieser Liebesbriefe, die von so liebestollen „Frauen“ kommen, dass sie gleich an hunderttausend Empfänger gehen, damit auch ja eine Handvoll antwortet. Und was für entzückende Bilder doch immer an diesen Mails hängen, damit den Empfängern auch wirklich das Wasser im Munde zusammenläuft. Denn die sollen ja drauf anspringen, wenn sie schon nix zum aufspringen haben. Dann wird ein hübscher Schriftverkehr aufgebaut, und dann wird dem heiß gemachten Opfer mit herzzerreißenden Stories das Geld aus der Tasche gezogen, hier ein Fuffie, da zwei Hunnies und immer noch ein bisschen mehr. Alles im Versprechen auf ein baldiges Treffen. Zu dem es natürlich niemals kommt.

[Der schwarze Balken im Bild ist von mir. Die arme Frau, deren Bild von diesen Spammern missbraucht wird, ist gestraft genug.]

Natürlich hat diese Spammasche ihre Unvollkommenheiten. In der Absenderadresse ist zum Beispiel von einer „Bethany Kiser“ die Rede, aber dieses entzückende Mädchen nennt sich Kyrenia. Macht aber nichts, denn die verbirgt ja auch in ihrer Mail nicht, dass sie mit gefälschtem Absender schreibt.

Hallo! Wie geht es? Gut?

Klar, ansprechen kannst du mich nicht…

Ich habe deine Mitteilung, Danke bekommen.

…obwohl wir angeblich schon einmal das „Vergnügen“ hatten. Dürftig!

Leider, ich erinnere mich nicht, wenn ich dir schrieb.

Ach so, du warst wohl volltrunken. Na, denn ist ja klar, warum du mich nicht mehr ansprechen kannst. Und dass man solche Nachrichten irgendwo gespeichert hat, das raffst du auch nicht. Alles klar. Du bist eine dumme, versoffene Kuh.

Aber ich werde froh sein, die kurze Korrespondenz mit dir zu haben!

Ach nee, ich nehme das zurück. Es ist eine Beleidigung für die sympathischen Kühe, die derbe, für uns ungenießbare Kräuter in Milch und Fleisch verwandeln. Du verwandelst menschliche Bedürfnisse in Betrug und Scheiße. Du bist einfach nur ein asoziales, widerliches Stück Spammer. Deshalb wird „unsere“ Korrespondenz auch wirklich sehr kurz.

Bald werde ich in Deutschland ankommen, wir konnen uns treffen!

Ich würde dich auch gern einmal treffen. Genau zwischen die Augen.

Ich heisse Kyrenia. Du kannst mich Kyre nennen.

Jetzt habe ich doch schon Hure statt Kyre gelesen. Heute bin ich aber auch wieder unkonzentriert. Aber warum soll ich mich auch auf deinen amöbenhaft ausgedachten Namen konzentrieren, der bestimmt genau so ehrlich angegeben wurde wie deine gefälschte Mailadresse in dieser kriminellen Massenpost.

Ich lebe in Zypern, in der Stadt Lemesos. Moglich, du wei?t?

Ja, schon moglich. Aber woher sollte ich das wissen?

In welcher Stadt lebst du?

Ich lebe hoffentlich in einer Stadt, in der mir so etwas wie ein Spammer niemals übern Weg läuft — denn das würde mich ins Gefängnis bringen. Mord ist nun einmal strafbar.

Ich bin 27 Jahre.

Klar. Das ist genau so wahr wie dein ausgedachter Name und deine gefälschte Mailadresse.

Wenn du englisch sprichst, schreibe mir englisch.
Auch du, wenn willst, wir konnen deutsch abgeschrieben werden.

Hihi, wir können also abgeschrieben werden… :mrgreen:

Hast du deine Strunzpost denn jetzt auch „deutsch abgeschrieben geworden“?

Ich suche die Freunde fur das Treffen in die Realitat.
Ich suche die Freunde nur fur die Korrespondenz nicht.

Schon alles klar. Erstmal, dass du „Freunde“ suchst, indem du mit gefälschter Mailadresse, einem irgendwo aus dem Internet gemopsten, entzückenden Foto und jeder Menge Lügen ein paar hunderttausen Leute anmailst. Das ist genau die richtige Grundlage für Freundschaft. Und natürlich etwas für die Realität, so richtig mit Haut und so, nicht nur Schriftverkehr. Irgendwie muss man ja das Geld anderer Leute locker machen.

Wenn du willst, werde ich dir meine anderen Bilder schicken.

Dass du Bilder aus dem Internet klauen und an die Mails anhängen kannst, das hast du mir schon gezeigt. Eine Demonstration reicht mir. Das nächste Mal sei doch bitte so nett, und speichere dieses JPG nicht völlig verlustfrei mit einer stolzen Größe von 50 KiB, um es an die Mail anzuhängen, wenn deine Vorlage schon so viele Artefakte hatte, dass man sie ohne Qualitätsverlust auf 13 KiB runterbringen kann. Du weißst ja, durch die base64-Codierung wird so ein Mailanhang nochmal 30 Prozent größer. Und den leeren Block mit den EXIF-Daten hättest du auch nicht ins Bild integrieren müssen.

Ach, du weißt gar nicht, was du da tust? Du machst es einfach und kümmerst dich einen Dreck um Sorgfalt, weil es auch ohne Sorgfalt geht? Weil sich immer eine Handvoll Deppen findet, die du dann abmelken kannst? Na, das habe ich mir doch gleich gedacht.

Schreibe mir auf meinen personlich email die Adresse: kyrenia.gittel7 (at) gmail.com

Und dass du deine Absenderadresse gefälscht hast, versuchst du nicht einmal zu verbergen.

Ich werde deine Antwort warten.
Kyre.

Geh qualvoll und einsam sterben!
Elias

Hallo

Samstag, 27. Februar 2010

Das angehängte FotoDas ist ja mal wieder der Standardbetreff für eine Spam. Einfach nur Hallo. Und wenn man dann die Mail öffnet, findet sich ein appetitliches Bild und ein hübscher Liebesbrief. Ach, wenn ich doch nur glauben könnte, dass mich ein ernstgemeinter Liebesbrief erreicht und nicht schon wieder so eine Spam der organisierten Heirats- und Beziehungsschwindler, die den Leuten mit triefenden Briefen das Geld aus der Tasche ziehen wollen.

Hallo!

Das sagtest du mir schon im Betreff.

Du schriebst mir auf deutsch single boerse etwas Monate rueckwaerts!

Das glaube ich kaum, denn ich werde an keiner Börse gehandelt.

Ich habe dein Profil gefunden, und ich denke, was wunderbar sein wird, wenn wir die Freunde werden! Dein Profil ist mir besonders positiv aufgefallen und entspricht genau meiner Vorstellung! Ich hoffe, dass ich mit meinen 28 jahren noch in dein Profil passe und hoffe ganz fest eine Chance zu haben?!

Hey, wenn du mein Profil gefunden hast: Da stand doch ein Name oder so ein Nick dabei, oder?! Warum sprichst du mich denn nicht damit an‽ Und warum kontaktierst du mich nicht über diese tolle Seite, auf der ich ein Profil haben soll‽ Die wird doch nicht etwa meine Mailadresse in das ganze Internet rauspusten, sondern eine Kontaktmöglichkeit bieten‽ Und wie ist das möglich, wenn ich doch gar kein Profil bei so einer Dreckssite habe‽ Und wieso verbaue ich heute eigentlich so viele Interrobangs‽ Ach ja, weil ich so eine Drecksmail lese…

[Falls das ein Darstellungsproblem gibt: Es handelt sich um das Unicode-Zeichen U+203D, ein zu einem Zeichen zusammengezogenes Fragezeichen und Ausrufezeichen, auch als Interrobang bekannt…]

Zu mir: Ich bin 28 jahre alt. Mein Beruf ist Erzieher. Meine Hobbys sind Sport, kochen, lesen und Spaziergaenge (Waere einfach toll zu zweit etwas zu unternehmen!). Ich moechte eine Beziehung aufbauen in der Treue, vertrauen und ehrlich sein sehr wichtig sind. Wenn es dir aehnlich geht, dann schreib doch einfach zurueck – wir wuerden uns bestimmt wirklich gut verstehen. Ich werde ueber unsere Bekanntschaft froh sein.

Hey, ich wäre auch total froh, wenn wir zusammen spazieren gehen könnten, Spammer. Ich würde dir sogar gern ein neues Paar Schuhe anlegen. Aus Zement. Gluck, gluck, gluck…

Bitte komm in den Kontakt mit mir auf meine elektronische Adresse:
zartertanja (at) yahoo.de

Hey, ich soll mich nicht einmal daran stören, dass du mit gefälschtem Absender schreibst…

Ich muss dir mehr ueber mich erzaehlen und natuerlich werde ich meine Fotos senden! Freue mich sehr von dir zu lesen und bis bald.

…sondern „dir“ einfach antworten und mir allerhand Geschichten erzählen lassen. Und mir das Geld aus der Tasche ziehen lassen. Für deinen Großvater, deine Schwester und deine Fahrkarte; für deine medizinische Behandlung und was dir in den triefenden Briefen sonst noch so einfällt. Weißste, „Tanja“ mit deiner gefälschten Absenderadresse und deinem irgendwo aus dem Internet mitgenommenen Foto: Du kannst mich mal am Arsch lecken!

Gruss!!!
Tanja!

Geh sterben!

Hallo!

Sonntag, 07. Februar 2010

Angehängtes FotoWas wäre das Leben den Spamempfängers ohne diese tollen Liebesbriefe meist „russischer Frauen“, die mit hingestümpertem Deutsch und entzückenden Fotos um das einsame Herz des Empfängers buhlen. Es wäre doch viel farbloser, bestünde beinahe gänzlich aus Viagra, Roleximitat, nicht lizenzierter Software und den vielen Nachahmungen der Nigeria-Connection. Gut, das Bild ist irgendwo aus dem Internet geklaut, die „Frau“ existiert nicht, der „Liebesbrief“ geht an ein viele zehntausend Empfänger und es geht nur darum, den zwanzig bis fünfzig Hanseln, die darauf hereinfallen, einen Hunnie nach dem anderen mit triefenden Briefen aus der Tasche zu ziehen — aber drauf geschissen! Ohne diese grandiosen Machwerke der Heiratsschwindler würde es kaum noch Spaß machen, einen Blick in das glibberige Sieb des Spamfilters zu werfen.

Wenn ich so etwas wie einen „negativen Nobelpreis“ für maßlos schlechte Werke zu vergeben hätte, diese Liebesbriefe wären mein Spitzenkandidat für die Auszeichnung literarischer Leistungen. Hier finden Form, Inhalt und Sprachgebrauch in einer Weise zusammen, wie man sie nur selten zu Gesicht bekommt und wie man sie eigentlich gar nicht zu Gesicht bekommen möchte. So auch in diesem kleinen Meisterwerk des Herzbetruges, dass mit einem typischen Betreff für solcherart „Mitteilung“ daherkommt, mit einem kurzen „Hallo“, das schon verrät, von welcher Natur der Inhalt sein wird. Angehängt ist ein 48 KiB schweres Portrait einer hübschen Frau, das trotz seiner Artefakte als verlustfreies JPEG gespeichert wurde, um so zwei Dinge auf einmal zu kommunizieren: Den Absendern dieser kriminellen Massenpost ist es scheißegal, wenn sie anderer Leute Postfächer mit so einem Schrott zustopfen, und offenbar haben sie es auch noch nicht geschafft, die Speicheroptionen in ihrem Grafikprogramm zu finden. [Den schwarzen Balken in diesem Bild habe ich hinzugefügt, die arme Frau ist wirklich gestraft genug damit, dass sie von Spammern missbraucht wird.]

Aber wie gesagt — drauf geschissen! Diese Briefe bringen Farbe in das Leben des Spamempfängers.

Guten Tag!

Diese Anrede wurde einige zehntausend Mal mechanisch erstellt und ist daher ohne Namensnennung gültig…

Es ist Uberraschung fur mich, deinen Brief zu bekommen. Ich verwende mein Profil in der Webseite dating nicht mehr.

Tut mir leid, aber das fur mich kein Uberraschung und ich in der Webseite dating niemals gewesen. Wäre ich dort gewesen, könntest du mich wenigstens mit meinem Nick anreden. Aber das kannst du eben nicht.

Ich bin glucklich, deinen Brief zu bekommen! :)

Ich gluckse auch vor Lachen.

Wie geht du?

Ich gehen mit Füße und Beine.

Ich tue Abbitte, aber ich kann mich an dich nicht erinnern. Aber ich werde froh sein, die Freunde mit dir zu sein!

Das trifft sich ja gut, denn ich kann mich auch nicht an dich erinnern. Ich glaube, das liegt daran, dass wir uns gar nicht kennen. :mrgreen:

Ich kann nicht verstehen, welchen Namen du hast? Bitte, schreibe mir deinen Namen.

Ja, da musst du eben mal dein Ohr vom Monitor nehmen und dein Auge darauf richten. Diese komischen Kringel darauf, die nennt man Buchstaben. Sie sind Symbole für Laute der Sprache.

Ich hoffe, ich scheine dir schon! :)

Und wie du mir scheinst! Aber sowas von! :mrgreen:

Ich spreche deutsch nicht, ich spreche englisch. Du kannst mir englisch schreiben.

Das man merken, aber geschrieben wie diese Zeile? And why do you not simply write your mindless message in English. I‘d assume it was the only language we could use for communication in the past, if you can’t speak German. But you‘re just a mindfucking sockpuppet whore of the Russian advance fee spam-mafia, that’s all. You understand? :twisted:

Ich heisse Natalya. Ich habe 27 Jahre.

Wie, 27 Jahre hast du für deine Betrugsnummern bekommen? Das ist immer noch zu wenig. :mrgreen:

In welcher deutscher Stadt lebst du?

Ich muss dir ja echt wenig erzählt haben…

Wir konnen uns in deiner Stadt nach dem Monat treffen, ich kann dorthin ankommen.

Klar, vor allem, nachdem „du“ mir das Geld für die Fahrkarte, den Pass, das Visum, deinen frierenden Vater, deine hungernde Mutter, deine kranke Tochter und eine absolut lebenswichtige medizinische Behandlung aus der Tasche gezogen hast, immer schön über Western Union, weil „du“ so etwas doch lieber nicht in einer Weise abhandelst, die polizeilich ermittelbar ist. Dann kann ich irgendwann vielleicht auch mal am Bahnhof oder Flughafen stehen und auf dich warten — vergebens, versteht sich.

Wenn du die Fragen hast, schreibe mir, werde ich antworten!

Nee, eigentlich habe ich keine weitere Frage.

Bitte, schreibe mir in meinen personlich email die Adresse!!!!

Ich kann dir nur aus der Adresse antworten: natalyaselina9 (at) lavabit.com

Die Mailadress ist natürlich gefälscht, wie immer…

Ich warte deine Antwort und deine Bilder!

Natalya.

Na gut, denn will ich mal… ;-)

Ein stark bearbeitetes Bild von Papst Benedikt XVIHallo Natalya,

ganz, wie du es wünschtest, an dieser Mail das Bild von mir. Ich habe es — genau wie du — irgendwo im Netz gefunden, als ich nach dem von mir angestrebten Amt suchte und sage dir einfach, dass ich so aussehe. Weil es sich um ein solches Fundstück handelt, ist es auch so klein. Ich hoffe, es entspricht deiner Vorstellung von einem angemessenen Partner. Auch ich gefalle mir sehr darin, nett zu klingen und böse zu sein.

Ich habe mich wahnsinnig über deinen Brief gefreut. Er war einfach nur schrecklich schön.

Besonders hat es mich vom Hocker gehauen, wie du mich über irgendeine Dating-Site gefunden hast, wo ich doch bei keiner zu finden bin. Ich habe dann aber nicht weiter darüber nachgedacht. Das Wunder der Liebe lässt mich alles vergessen, während der obere Bereich meines Schädels voller verstimmter Geigen hängt. Ich bin einfach total untervögelt, ganz so, wie du es wohl von allen erwartest, die dir antworten.

Ich bin Elijahu, richtig dichter Richtig-Dichter und brotloser Künstler, 43 Jahre alt und lebe dort, wo mein Kadaver gerade vor sich hinwest — das ändert sich öfter, als mir lieb ist. Ein Schwerpunkt meines Wirkens ist rund um Hannover, die harmlose Landeshauptstadt Niedersachsens am Rande der sumpfigen norddeutschen Tiefebene.

Da du mir deutsch geschrieben hast, glaube ich, dass du meine Antwort irgendwie gelesen bekommst. Es gibt ja Übersetzungen von Google und vom Babelfish. Allerdings haben automatische Übersetzer, die im Internet in wechselhafter Qualität angeboten werden und dortens für mancherlei Verwendung und vielfachen Missbrauch zur Verfügung stehen, gelegentlich ein Problem mit meiner überdem stilistisch hoch fragwürdigen Neigung zur Verschachtelung meiner Sätze, wie du sicherlich in diesem Absatz bemerken wirst, wenn du ihn mit einem solchen Programm zu übersetzen suchst; zur weiteren Steigerung der Unverständlichkeit neige ich zum Gebrauche veralteter grammatikalischer Formen und ebensolcher Wörter, welche meinem Texten ein ganz eigenes Gepräge geben — wer mich des Öfteren liest, weiß das zu hassen. Auch du wirst es erst so richtig zu hassen verstehen, wenn wir in einen intensiven Schriftverkehr kommen, bin ich doch in solcherart Sprachgebrauch beinahe beliebig zum absurden Ausbau des sinnlosen Strebens nach unangemessener Form fähig, bis hin zum seitenfüllenden Schachtelsatze unter möglichst weitgehendem Verzicht auf jegliche Form klärender Satzzeichen.

Einem Treffen mit dir sehe ich mit freudiger Erwartung entgegen. Meine vom ständigen Onanieren gelangweilte Hand freut sich jetzt schon auf die Gelegenheit einer laut klatschenden Ohrfeige, die von einigen hundert weiteren Ausprägungen dieser Art des negativen sozialen Feedbacks gefolgt wird. Du kannst es als ein persönliches Glück betrachten, dass es dazu nicht kommen wird.

Geld ist bei mir nicht zu holen.

Bitte antworte mir nicht unter meiner Absenderadresse, sondern sende deine Antwort direkt an die hannöversche Kriminalpolizei.

Mit schmatzendem Judaskuss

Elijahu

Danke fur den Brief

Sonntag, 24. Januar 2010

An die Spam angehängtes FotoNa, das ist ja mal wieder eine „entzückende“ Mail. Und wie es sich für diese Art Mail von einer solchen „Frau“ gehört, auch mit einem entzückenden Foto (siehe rechts). Im Original, das sich die Spammer gewiss irgendwo aus dem Internet geholt haben, war das Gesicht natürlich nicht verpixelt — aber ich finde, die darauf abgebildete Frau ist jetzt wirklich schon gestraft genug.

Hallo!

Ich bin verwundert, deine Mitteilung zu bekommen.

Faszinierend, Mädchen! Du hast eine „Mitteilung“ von mir bekommen und kannst dich darüber so richtig verwundern, aber meinen Namen (oder doch wenigstens meinen Nick), den ich darin angegeben habe, denn kannst du nicht in den Gruß aufnehmen. Stattdessen grüßst du mit dem Standardwort der Spammer, mit einem schlichten Hallo.

Bei so wenig Kenntnissen über mich nehme ich es dir auch nicht übel, dass zehn der Absätze deines Strunztextes mit dem Wort „Ich“ anfangen.

Ich habe uber mein Profil in der Webseite singles.freenet.de vergessen. Aber ich bin froh, deine Mitteilung zu bekommen!

[Freenet hat natürlich nichts mit dieser Spam zu tun. Die Verbrecher brauchen aber einen Vorwand, wo der Kontakt angeblich herkommen soll.]

Hey, ich habe ganz vergessen, dass ich jemals so eine Website besucht habe. Und irgendeine Mitteilung habe ich da auch nicht gemacht. Aber wenn ich das getan hätte, denn hätte ich da bestimmt einen Namen druntergeschrieben — wenn etwas schon mit „singles“ im Domainnamen beginnt, denn sucht man dort ja auch Partner für die eher physikalische und zweiarmige Form der Liebe. Und leider muss man sich meistens vorm Sex ein bisschen kennenlernen, ich finde das auch immer wieder bitter… :mrgreen:

Aber du kannst das total gut ausgleichen, dass du nichts über mich weißt. Wahrscheinlich hast du drei Flaschen Wodka zu viel getrunken, als du den Rechner hochgefahren hast… :rolleyes:

Wie geht es?
Entschuldige, ich erinnere mich dich nicht. Aber ich werde froh sein, die Freunde mit dir zu sein!

…und kannst dich deshalb nicht mehr erinnern. Und generell scheinst du ein bisschen durcheinander gewesen zu sein…

Ich habe nicht verstanden, wie du heisse? Bitte, schreibe mir deinen Namen.

…und hast deshalb dein Ohr an ein kleines Textfeld gelegt. Kein Wunder, dass du nichts gehört hast. Diese Art von Hören macht man mit den Augen. :mrgreen:

Ich schicke dir mein Bild. Ich hoffe, du findest mich attraktiv! :)

Ehrlich gesagt finde ich dich nicht besonders attraktiv. Du siehst auf dem Bild und im Zusammenhang mit dieser Drecksspam aus wie eine billige Straßennutte. Sicher, um diesen Eindruck zu erwecken, hast du es ja auch aus irgendeiner Website rausgesucht, damit der Empfänger auch an ein billiges und williges Gegenüber denkt. Aber das trifft überhaupt nicht meinen Geschmack. Ich bevorzuge eine sichtbar größeren Hang zu allerlei Spielchen, die man etwas unrühmlich als pervers benennt und auch die nur wenig mit dem selbst bei Spießern so beliebten SM-Gepose zu tun haben. Leider würde ich gegen die Gesetze zum Jugendschutz in der BR Deutschland verstoßen, wenn ich jetzt in die Details gehe, und deshalb lasse ich es bleiben.

Aber ich kann dich ja auch verstehen. Schließlich richtest du dich nicht an Feinschmecker, sondern an die breite Masse — denn diese Spam ist hunderttausendfach durch Deutschland gegangen. Und so ein Mensch mit eher gewöhnlichen Wünschen soll dann einen ausgedehnten Schriftverkehr mit dir haben, und dann ziehst du ihm so nach und nach Geld aus der Tasche, mal hierfür, mal dafür. Und immer schön über Western Union, weil… na, dafür findet ein Gesindel wie „du“ immer drei Dutzend Gründe. Und von diesem Geld finanziert ihr Drecksspammer euch denn euren Lebensstil, denn ihr zieht das mit vierzig bis fünfzig Opfern gleichzeitig durch. Die Frau existiert nicht.

Ich spreche deutsch nicht, ich spreche englisch. Du kannst mir englisch schreiben.

Du kannst mir deutsch schreiben, wenn du englisch nicht sprichst. Ich werde dich verstehen :)

Wie jetzt, du sprichst deutsch nicht (was schon einmal total toll ist in so einer deutschen Mail) und ich kann dir englisch schreiben, aber ich kann dir deutsch schreiben, wenn ich kein Englisch kann und du wirst das verstehen. Habe ich das jetzt richtig verstanden? :mrgreen:

Ich heisse Viktoria. Ich habe 27 Jahre.

Hübscher Name, den du dir da ausgedacht hast. Deine letzte geistige Schwester, die mich (in ungleich langweiligerer Form) angeschrieben hat, hieß übrigens Vicky. Wisst ihr in Russland eigentlich, dass solche Namen mit „Vik“ zumindest unbewusst (wegen der zwei Laute, die vom Zeichen „V“ repräsentiert werden) an eine umgangssprachliche Bezeichnung des Geschlechtsverkehrs anklingen? Ich möchte es fast glauben, denn die Häufung ist schon sehr beachtlich.

In welcher Stadt in Deutschland lebst du?

Es ist übrigens total seltsam, dass du meinen Namen nicht mehr kennen willst, aber noch weißt, dass ich in Deutschland lebe.

Ich kann in deiner Stadt fur das reale Treffen nach dem Monat ankommen!

Nee, bei mir wird das nix. Ich bezahle dir keine Fahrkarte, um dann notgeil am Bahnhof zu warten und enttäuscht zu werden. Nur, um dann einen Brief oder eine Mail zu kriegen, dass das Geld irgendwie verschütt gegangen ist und dass ich dir vielleicht noch einmal das Geld für eine Fahrkarte vorstrecken soll. Nee, vergiss es, Ficktoria. Das machen nur komplett merkbefreite Idioten, die auf diese ausgesprochen abgegrabbelte Form des Betruges noch reinfallen und gar nicht bemerken, wie windig allein schon deine tolle Kontaktaufnahme ist.

Ich hoffe, wir konnen uns treffen!

Alles klar, denn das ist die Sache, die bei dieser Nummer niemals klappt. Trotz triefender Texte voller Sehnsucht. Es ist bestimmt total praktisch, dass man so ein herztümelndes Geschwafel gleich für dreißig Opfer auf einmal verwenden kann.

Du kannst mir deine Fragen vorlegen. Ich werde antworten!

Nur eine Frage, Ficktoria: Schämst du dich gar nicht? Also wenn schon Betrug, denn könntest du doch wenigstens ein bisschen origineller sein. Und wenn du schon ein Spamskript benutzt, denn könntest du wenigstens so viel über Programmierung lernen, …

Bitte, schreibe mir in meinen personlich email die Adresse! Ich kann dir nur aus der Adresse antworten:
vikroriashelet (at) lavabit.com

…dass du diesen Trick mit dem Reply-To im Mailheader hinbekommst. Denn kann man deine Drecksmails nämlich einfach beantworten, indem man auf „Beantworten“ in seiner Mailsoftware klickt. Dann besteht auch eine kleine Chance, dass nicht jeder Mensch mit mehr als fünf Tagen Computererfahrung bemerkt, dass du deine Absenderadresse gefälscht hast — wohl um einen ersten Eindruck der von dir gewünschten „Vertraulichkeit“ zu geben.

Ich warte deine Antwort und deine Bilder!
Vikroria.

Ach, geh einfach sterben, Ficktoria!

Mit freundlichen Gruen Olga

Donnerstag, 07. Januar 2010

So sieht die angebliche Olga ausJa, der Betreff lautet wirklich so. Aber ich will mich ja gar nicht beklagen, denn dank der Spam irgendwelcher windiger Heiratsschwindler habe auch ich, in dessen Liebesleben der ewige Herbst herrscht, immer wieder einen hübschen Liebesbrief zu lesen. Dieser kommt sogar mit einem Foto der Frau, das wohl mal wieder irgendwo aus dem Internet genommen und missbraucht wurde, aber immerhin, es sieht schon zum Anbeißen aus. (Für eine Ansicht in Originalgröße auf das Vorschaubild klicken und nicht darüber ärgern, dass ich das Gesicht in diesem von Spammern missbrauchten Foto verpixelt habe. Es ist wirklich schlimm genug für die Frau, dass ihr Bild von Verbrechern benutzt wird.)

Und nein, die sieht nicht nur knusprig aus, sie schreibt auch triefend:

Hallo!
Ist sehr froh dass ich dir den Brief auf deine personliche postalische Adresse zu schreiben kann.

Aber voll die persönliche Adresse, du kennst nicht mal meinen Namen und kannst mich nicht anreden!

Mein netter Freund wei? ich dass wir mit dir den schonen Verkehr aufbauen konnten.

Hey, schöner Verkehr! Mit dieser knackigen Frau! Was für eine tolle Aussicht!

Es ist schade was bei uns nicht erhalten wurde, auf der Webseite der Bekanntschaften umzugehen. Moglich sind die Probleme wegen der falschen Arbeit der Webseite der Bekanntschaften entstanden. Aber jetzt glucklich ich dass wir unseren Verkehr fortzusetzen konnen und, zu beginnen, einander zu erkennen es ist besser.

Sorry, Olga, aber ich treibe mich nicht auf irgendeiner „Website der Bekanntschaften“ herum. Deshalb kannst du mir auch nicht sagen, welche es sein soll, und du kannst mich auch nicht mit dem Namen ansprechen, unter dem ich mich dort herumtreibe.

Ich habe fur dich eines meiner Lieblingsfotos gewahlt und ich schicke dir sie. Mein Freund hoffe ich, deine Gegenseitigkeit in deinem Brief zu sehen.

Klar, und wenn ich „dir“ schreibe, werde ich von sehr geübten Betrügern in so einen richtig hübschen Schriftverkehr verwickelt und lerne immer mehr von deinen Problemen und Schicksalsschlägen kennen, und irgendwann würde ich mich darin wiederfinden, „dir“ immer wieder einmal Geld für alles mögliche über Western Union zukommen zu lassen, weil Frauen wie „du“ aus tausenden von Gründen auch niemals ein Bankkonto benutzen können. Nur mit dem Treffen, auf das ich mich die ganze Zeit freuen soll, damit wird es niemals etwas. Was auch daran liegen könnte, dass „du“ gar nicht recht existierst, sondern nur eine Figur mafiös organisierter Betrüger bist.

Auch wollte man dein das Foto sehr bekommen Du kannst mir auf diese Adresse schreiben. Es ist meine personliche postalische Adresse. Ich werde mit der Ungeduld auf deine Antworten Sie bitte nur, um meine personliche E-Mail: alayarosa20 (at) yahoo.com

Bitte auf gar keinen Fall beantworten, indem man in der Mailsoftware auf „Antworten“ klickt, denn die Absenderadresse ist gefälscht. Das ist eine ideale Grundlage zum Kennenlernen, so richtig hübsch von Anfang an. :mrgreen:

Antwort warten. Mit freundlichen Gruen Olga!

Ja, warte nur! Hoffentlich kommt es noch einmal so weit, dass niemand mehr auf derart üble Betrugsmaschen hereinfällt und dass Gestalten wie „du“ gar keine Antwort mehr kriegen.

Ashamed by this photo

Mittwoch, 18. November 2009

So lautete der Betreff der Mail, und in der Tat, das Foto ist beschämend:

Screenshot der Spam

[Ich habe meine Mailadresse geschwärzt…]

Wenn es angezeigt wird, wurde die Mailadresse an einen chinesischen Server übermittelt und die Spammer wissen, dass die Mail angekommen ist. Wenn es nicht angezeigt wird, kann man auf einen Link klicken, der die Mailadresse an einen chinesischen Server übermittelt und die Spammer wissen lässt, dass die Mail angekommen ist. Und jeder andere Link in dieser Dreckspost tut genau das gleiche.

Und dieses mit Adresse angegebene US-amerikanische Missionswerk hat gar nichts mit diesem Dreck zu tun. Kann ja sein, dass die eine reiche Seelenernte einfahren, aber den Spammern geht es um ganz andere Formen der Ernte.

Hallo

Mittwoch, 04. November 2009

Na, endlich einmal wieder der Standard-Betreff aller ganz besonders dummen Spammer und Spammerinnen, ein schlichtes „Hallo“. Das macht sich besonders gut, wenn man den Empfänger nicht einmal ansprechen kann.

Hallo!
Ich sah Ihr Profil sowohl Sie haben mich auch mich interessiert hat sich entschieden, Ihnen zu schreiben.

Aber Hallo! Du also gesehen mein Profil sowohl, aber nicht wissen zu sagen wo. Und obwohl Ich haben Dich interessiert, du nicht haben geschaut mein Name oder Nick in Profiles als Du haben entschieden zu schreiben mich. Und ich das soll glauben, ich, der Mensch ohne Profil in irgendwas kommerzielle Drecksseiten? Du bist aber ein Schelmin!

Mich rufen Elena, mir werde ich 29 Jahre, wenn Sie mir ich Ihnen antworten werden uber mich grosser erzahlen und ich werde das Foto schicken.

Und mich rufen Nachtwächter, mir ist jeden Tags zu viel Spam von irgendwas Heiratsschwindlerin aus Russland mit entzückendes Fotos, die Deppen aus Deutschland wollen ziehen die Euro aus der Tasche für aller mögliches Kram. Ich deshalb auch nicht haben Interesse an deine noch grosser Lügen, und das Foto haben Du doch schon an die Mail gehängt. Es übrigens aussieht so:

Quelle des Fotos: Spam eines Betrugsversuches.

[Die Verpixelung des Gesichts in diesem irgendwo aus dem Internet geklauten Foto habe ich hinzugefügt, denn wessen Foto von solchen Betrügern missbraucht wird, der ist schon bestraft genug.]

Das oranges Herzglobus mit blaues Ringchen drum unten in Ecke links ja schon zeigen, dass du Foto haben geklaut von irgendwos im Internet. Und nicht dein Bild sein. Aber was sollen, Adresse von Absenders auch nicht deines Adresse sein. Du eben suchens richtig tolles und ehrliches Beziehung. Damit das auch jeder merken, dass du schreibend mit gefälschtes Absender…

Bitte antworten Sie nur, um meine personliche E-Mail: elena2009.2010 (at) yahoo.de

…du gleich geben „persönliches“ Mailadresse für Opfer. Denn wenn Opfer klicken auf „Antworten“ in Mailprogramm um zu antworten Mail, Antwort nicht kommen an weil Absender gefälscht. Ein tolles Grundlage für lernen kennen! :D

Ich werde sehr glucklich sein wenn Sie mir schreiben Sie. Mit freundlichen Elena

Ich werde sehr glucklich sein wenn hören, dass du Krebs und Lepra und langsam siechend verrecken, „Elena“ (und der ganze Rest der Bande)!