Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Schlagwortarchiv „Abofalle“

Re: Wir haben eine Überraschung für Rossmann Shopper!

Sonntag, 5. Juli 2020

Abt.: Datensammelei und mögliche Abofalle

Ich bin aber kein „Rossmann Shopper“. So eine Bezeichnung für Kunden kann sich auch nur ein Werber ausdenken – oder eben so ein Allerweltsbetrüger, der mit seinem spammenden Schrumpfhirn mehr Englisch labert als er Deutsch kann. 😂

Von: Rossmann <tatrongvinh20896+13@gmail.com>

Nicht so überzeugende Rotzmann-Absenderadresse. Was für ein Jammer, dass dieses Rossmann gar keine eigene Domain für seine E-Mail hat und deshalb irgendwelche kostenlosen und anonym registrierten Freemail-Konten nutzen muss. Aber man spart eben, wo man kann. Als Spammer. 🧟

exklusive Rossmann online

Aha! 🤣

Benutzerin

Aber ganz genau mein Name! 👏

Diesem Autor wurde das Sprachgefühl ganz eindeutig viel zu hastig verabreicht.

Herzlichen Glückwunsch! Sie haben jetzt die Möglichkeit, unsere neuen Rossmann! Nehmen Sie jetzt teil und vielleicht erhalten Sie und viele andere eine Auswahl unserer neuesten Muster.

Das ist ja schön, dass ich jetzt die Möglichkeit habe, euren neuen Rotzmann. Nur ein einziger dummer Klick in eine dumme Spam…

Öffne jetzt deine Box ›

…trennt mich jetzt noch von euren neuesten Mustern. 🤔

Wer so dumm ist, in einer so klar erkennbaren Spam herumzuklicken, landet nach etlichen Weiterleitungen, die teils über HTTP und teils über Javascript realisiert werden – ich habe irgendwann das Zählen aufgegeben und ich hatte auch keine Lust, in meiner Konsole zurückzuscrollen und nochmal nachzuzählen – auf einer Website in der Domain metalssmile (punkt) com, die so tut, als hätte sie etwas mit Rossmann zu tun (hat sie nicht), die das Logo von Rossmann missbraucht, um diesen falschen Eindruck zu erwecken und die so aussieht:

Screenshot der betrügerischen Website, die nichts mit Rossmann zu tun hat

Aha, meine „IP-Adresse 85.203.13.24 wurde ausgewählt, um ein Apple iPhone 11 oder Samsung Galaxy S20 GRATIS zu erhalten“. Das ist ja toll! Dass ich bei diesen Spamspielen aber auch immer nur diese ganz dicken, teuren Superprämien kriege! Ich muss ein Glückspilz sein! 🍀

Moment, was ist denn gerade meine IP-Adresse?

$ inxi -c0 -i
Network:   Card: Realtek RTL8111/8168/8411 PCIE Gigabit Ethernet Controller driver: r8169
           IF: eth0 state: up speed: 100 Mbps duplex: full mac: 1c:6f:65:42:dc:8f
           WAN IP: 92.77.92.138
           IF: eth0 ip-v4: 192.168.2.199 ip-v6-link: fe80::5398:f40b:2dd4:8c13
$ _

Oh, meine IP-Adresse ist ja in Wirklichkeit 92.77.92.138. Was für ein Jammer, dass diese Spezialexperten von Kundenbeglückern nicht einmal dazu imstande sind, für ihre Lüge vom gewonnenen Wischofon¹ die CGI-Umgebungsvariable $REMOTE_ADDR auszuwerten, um die für den Seitenabruf verwendete IP-Adresse zu verwenden. Und das kann jeder Neunjährige, der gerade mit ein paar Experimenten zur CGI-Programmierung angefangen hat. 🤦

Kurz gesagt: Ich habe noch gar nichts von dieser Kundenumfage gesehen und bin schon einmal ganz offen und unnötig leicht erkennbar angelogen worden. Diese asozialen und kriminellen Idioten mit Spamhintergrund geben sich nicht einmal ein bisschen Mühe, gut zu lügen. 🤥

Und dann soll ich diesen Durchfalltrinkern glauben, dass ihre Behauptung mit dem gewonnenen überteuerten Wischofon stimmt? 🎅

Wer es glaubt, beantwortet acht nichtssagende Fragen und darf sich schließlich – nach einer weiteren Flut von Umleitungen, weil direkt gesetzte Links viel zu direkt wären – seine „Belohnung“ dafür aussuchen: Hochpreisigen Smartmüll aller Art. Und dann muss nur noch eine Postanschrift, eine Telefonnummer, eine Mailadrese und ein Name angegeben sowie klicki-klicki das Einverständnis mit den Teilnahmebedingungen erklärt werden. Die könnte man sich zwar auch angucken, aber man muss auch schnell ausfüllen, denn es läuft tick-tack eine Uhr dabei ab. Also kommt es zur häufigsten Lüge des Internetzeitalters, zum Klick auf „Ich habe die Bedingungen gelesen und bin damit einverstanden“. ☑️🖱️

Tatsächlich kann man auch im Jahr 25 des Webzeitalters mit seinen medientypischen Betrügereien immer noch auf diese Art einen Vertrag abschließen. Sogar mit einem Gegenüber, das man gar nicht kennt. Mit freundlichen Grüßen an die diversen Verbraucherschutzministerien in der Bundesrepublik Deutschland. Oh, Frau Klöckner ist leider gerade mit etwas völlig anderem beschäftigt… 🤬

Diese Verbrecherschützer! 🤮

Welche Klitsche hier was betreibt, ist völlig unsichtbar und erschließt sich auch bei gründlichem Lesen nicht. Ein Impressum gibt es nirgends. Entweder werden die eingegebenen Daten von Betrügern für Betrugsgeschäfte missbraucht, oder es handelt sich um die gute, alte Kostenfalle, in die man mit ein paar Irreführungen geschubst wird. Auf Letzteres deutet übrigens der folgende Text im Footer der impressumslosen Hol-dir-dein-Wischofon-ab-Seite hin: „Wir stellen sicher, dass unsere Mitglieder einen detaillierten Transaktionsverlauf bereitstellen, damit sie wissen, wofür sie bezahlen. Kreditkarteninformationen werden nur benötigt, um zukünftige Einkäufe zu erleichtern“. Aha. 💩

Dieses Angebot wird unabhängig von Portal Leads organisiert, der keine Beziehung zu den Herstellern der gezeigten Produkte hat, einschließlich der Mitgliedschaft oder des Sponsorings. Die Marken sind Eigentum ihrer jeweiligen Inhaber. Wenn eine Marke verwendet wird, unterliegt diese stets den Fair-Use-Prinzipien, da dies für die Beschreibung des Produkts erforderlich ist. Alle Bilder dienen nur zur Veranschaulichung. Obwohl diese E-Mail nicht von Portal Leads gesendet wurde, können Sie den Erhalt unserer Werbung abbestellen, indem Sie hier klicken.

Aha, „Portal Leads“, eine angebliche Firmierung ohne Website, zu der nichts in irgendeinem Impressum angegeben wird, organisiert also dieses Angebot einschließlich der Mitgliedschaft. Das sagt nichts. Außer „Mitgliedschaft“. Wo? Wer? Wie? Aber dafür gibt es aufgeblähtes Geschwätz der banalen Kategorie „Die Marken sind Eigentum ihrer jeweiligen Inhaber“. Ach! Da wäre ich ja nie drauf gekommen! Und obwohl die mich gar nicht mit dieser Spam beglücken, kann ich die Spam bei diesen spammenden Blitzbirnen abbestellen. Das ist ja toll in diesem Internet! 🤦

So, und jetzt zum Abschluss noch ein bisschen Text, den Menschen gar nicht sehen, wenn sie HTML-Mails in HTML-Darstellung betrachten – diese Textfragmente stehen hier nur, damit Spamfilter „Inhalte“ erkennen und die Spam durchlassen:

7. 3You gradually became my source of happiness with the things you do. You’ve always been the best, no matter what life throws at you. Thank you for being my inspiration. Every moment with you has been remarkable.1

14. All celebrations come second to our wedding anniversary, cause for me, there’s nothing greater than love. Till my dying day will I keep your love in my heart and your name on my lips. 15. The pleasure of being yoked to you lies in living out my days with you. Every day is worth living and every moment is paramount when I’m around you. Thank you, my one and only true love.

Die Freude, mit dir verbunden zu sein, besteht darin, dass ich meine Tage mit dir verbringe. Jeder Tag ist lebenswert, und jede Sekunde ist voller Wichtigkeit, wenn ich nur in deiner Nähe bin. Danke, meine einzige und wahre Liebe.“ 💌

Was für eine Vollendung einer schmierigen Abzockernummer! Auch die Liebe wird noch durch den Kakao gezogen. 💔

¹Wischofon ist das Wort, das ich regelmäßig als Ersatz für das Reklamewort „Smartphone“ benutze – denn an diesen Geräten ist nichts „smart“, und an ihren weitgehend abhängig gemachten Nutzern auch nicht.

PayPal Hack Online

Sonntag, 1. September 2019

So nannte sich der asoziale Honk mit seiner IP-Adresse aus Indien und seinem bescheidenen Spamskript, der ausgerechnet hier auf Unser täglich Spam den folgenden „Kommentar“ hinterlassen wollte, aber am Spamfilter scheiterte:

Saved as a favorite, I love your web site!

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Bullshit Ahead!Allein die große Sammlung vieler Links auf die gleiche dumme Seite mit der gleichen dummen Masche sollte für jeden Menschen mit Spuren von Restvernunft Warnung genug sein, dass man es hier in irgendeiner Form mit einem Beschiss zu tun hat, von dem nur einer profitiert: Der Veranstalter. (Selbst klar illegale Websites, von denen Nutzer etwas haben, versuchen derartigen Domainverschleiß zu vermeiden, damit sie so leicht wie möglich erneut gefunden und benutzt werden können.) Wie man von diesem angeblichen „Hacker“ auf irgendwelche Abzock-Seiten gelockt und mit Irreführungen zum Abschließen eines Abos bestupst wird, damit ein indischer Allerweltsbetrüger sein Affiliate-Geld verdient, ohne sich sein Leben mit anstrengenden Arbeiten vergällen zu müssen, habe ich schon im Februar dieses Jahres beschrieben, als sich der mutmaßlich gleiche Idiot in die Hall of Shame vorgedrängelt hat. Auf eine erneute ausführliche Beschreibung verzichte ich deshalb. Immerhin hat sich das verwendete Spamskript inzwischen minimal verbessert, so dass dieser Bullshit inzwischen wohl etwas häufiger in Foren und Kommentarbereichen sichtbar wird. Ich kann nur hoffen, dass da niemand drauf reinfällt.

Für Genießer und Freunde gebieterischer Lachanfälle habe ich noch einen Screenshot der aktuellen Beschiss-Website angefertigt:

Screenshot der betrügerischen, mit Kommentarspam beworbenen Website

Gna! Den! Los! 🤣

Der Spammer hat sich nicht einmal irgendeine Mühe gegeben, diese Seite überzeugend oder doch wenigstens nicht lächerlich und dumm aussehen zu lassen. Klar, wenn er sich Mühe geben wollte, könnte er ja auch gleich arbeiten gehen und müsste nicht mehr spammen…

Und nein, es gibt keinen „Hack“, der wundersamerweise Geld auf PayPal entstehen lässt. Und selbst, wenn es eine derartige Möglichkeit gäbe, wäre es klar illegal und so nachvollziehbar, dass man schnell die Kriminalpolizei kennenlernte – denn selbstverständlich wird jede Transaktion bei PayPal langfristig gespeichert und ist nachvollziehbar. Betrug ist nun einmal strafbar.

Vorsicht neuer Virus im Netz!

Montag, 6. September 2010

Wer beim Surfen – auch auf durchaus respektablen Websites, deren URL ich hier wegen des BRD-weiten Rechtsschutzes für beleidigte Leberwürste nicht zu geben bereit bin – von der folgenden scheinbaren Meldung seines Windows-Rechners überrascht wird…

Windows Security Alert -- Windows Security Alarm -- Vorsicht neuer Virus im Netz! -- Neue Viren und Trojaner bedrohen Ihren Computer im Internet. Ihre Dokumente, Passwörter und Bilder können gefährdet sein. Aktualisieren Sie ihr Virenprogramm. -- Details zum neuesten Virus -- Angriff von 121.246.89.113, port 29323 -- Attackiertes Port: 11280 -- Bedrohungsart: Trojan.Vars.E3 -- Unsere Empfehlung: Sofort Virusprogramm aktualisieren -- Aktualisieren -- Später erinnern

…kann sich entspannen. Es handelt sich nicht um eine Viruswarnung von Microsoft Windows. Vielmehr ist es ein ganz normales, als LayerAd (also über JavaScript verzögert in die Website eingeblendet) realisiertes Werbebanner, und allein die werbende Methodik, mit der hier die Aufmerksamkeit vor allem von weniger erfahrenen Computernutzern erzwungen wird, ist eine deutliche Empfehlung, den so werbenden Anbieter nicht für besonders vertrauenswürdig zu halten.

Wohin man innerhalb der Grafik (denn mehr ist der ganze faule Zauber nicht) klickt, ist gleichgültig. Man landet auf einer Website, die ungefähr wie der folgende Screenshot aussieht und in großen Buchstaben vorgibt, dass dort ein völlig kostenloser Virenschutz verfügbar wäre (zum Vergrößern Vorschaubild klicken):

Screenshot der Überrumpelung

Natürlich wird beim hier dargestellten angeblichen „ActiveX Online-Scanner Kurzcheck“ immer etwas gefunden – und da kommt es dem so eingeschüchterten Surfer, dessen Aufmerksamkeit durch eine alarmierende, im Stil eines Standarddialogfensters von Microsoft Windows gehaltene Meldung erzwungen wurde, doch nur gerade recht, dass er jetzt einen „kostenlosen“ Schutz bekommt. Wieso man einen kleinen Datenstriptease hinlegen soll…

Detail aus dem Screenshot mit der verpflichtenden Eingabe vollständiger Adressdaten für den Download des so schreiend angebotenen Schutzes

…ja, wieso man gar seine vollständige Anschrift, sein Geburtsdatum und seine Telefonnummer hinterlegen soll, nur um eine „kostenlose“ Software herunterzuladen, ist leider eine Frage, die sich im Zeitalter der allgemeinen Orwellness zu viele Menschen nicht mehr zu stellen scheinen. Das Kleingedruckte offenbart hier dann mal wieder, wie das so groß Geschriebene zu verstehen ist, denn (für Originalgröße Vorschaubild klicken)…

Antivirus-Security.net übernimmt keinerlei Gewähr für die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen, der angebotenen Online-Scans oder Downloads. Mit Anklicken des 'Sofort starten'-Buttons beauftragen sie antivirus-security.net Ihnen die Vollversion der Antivirus Security-Software 14 Tage lang kostenlos zur Verfügung zu stellen. Nach Ablauf dieses Testzeitraums verlängert sich die Nutzung bequem um weitere 24 Monate. Ich erhalte Antivirus-Security dann zum Vorzugspreis von 79 Euro für einen Abrechnungszeitraum der dritteljährlich...

…kostenlos ist das tolle Progrämmchen nur für ein paar Tage, danach werden ganz bequem (fragt sich nur, für wen) ordentlich Kosten fällig, und zwar gleich zwei ganze Jahre lang. Das macht insgesamt 474 Euro, die auch gewiss eingefordert werden. Dafür wird aber auch gar nichts garantiert, nicht einmal, dass man die erkannten Viren wirklich auf seinem Rechner hatte. Das ist natürlich nicht so ganz genau das, was sich normale Menschen unter dem Begriff „kostenlos“ vorstellen. Deshalb steht der auch nur auf Unterseiten mit etwas kryptischen Subdomains, zu denen man von den eingeblendeten Ads direkt gelotst wird – auf der Startseite, die sich wohl niemand anschauen wird, der durch die gesamte Darbietung in die gewünschte Panik versetzt wurde, sieht es sehr anders aus (für Originalgröße Vorschaubild klicken):

Startseite des fragwürdigen Anbieters dieses recht teuren Schutzes für Windows-PCs

So kann sich dieser Anbieter – bei dem hoffentlich verständlich geworden ist, warum ich ihn nicht direkt verlinken will – auch jederzeit damit brüsten, dass er doch „deutlich“ über die Kosten informiert hat, denn diese prangen ebenso unübersehbar auf seiner Startseite wie der Hinweis, dass man die angebotene Software nur 14 Tage lang kostenlos testen kann. Die verblüffend ähnlich gestalteten Seiten auf obskuren Subdomains, zu denen man durch die Werbebanner geleitet wurde, werden wohl nicht besonders lange Bestand haben und durch andere verblüffend ähnlich gestaltete Seiten auf anderen obskuren Subdomains abgelöst werden.

Da kann einem schon einmal die – hier wegen des Rechtsschutzes für beleidigte Leberwürste – vorsichtig formulierte Vermutung aufkommen, dass es für das Geschäftsmodell dieses Anbieters förderlich sein könnte, wenn die von scheinbaren Viruswarnungen ihres Computers eingeschüchterten Seitenbesucher einen völlig falschen Eindruck von diesem Angebot bekommen. Immerhin, sie müssen ja noch mit einem Klick bestätigen, dass sie die AGB gelesen haben. Diese AGB (hier nicht direkt verlinkt) habe ich mir auch nicht entgehen lassen und zitiere mal ein paar ausgeweidete Bröckchen aus diesen Vertragsinhalten mit einem… ähm…

Global Online Holding Inc.
UP House – 5th Floor
Port Saeed Road
P.O. Box 43659
Deira, Dubai
United Arab Emirates

…Unternehmen, dass man als Angehöriger der „Zielgruppe“ Abzockopfer in der BRD nicht mal eben so besuchen kann, um zu schauen, ob es neben dem Postfach und einer angegebenen Anschrift auch richtige Büroräume mit Mitarbeitern hat. Leider ist die „Port Saeed Rd.“ nicht bei Google Maps bekannt, und dabei hätte ich doch so gern noch ein paar Fotos des Umfeldes der Betriebsstätten dieses Dienstleisters herausgesucht. Na ja, ob das bei fehlender Angabe der Hausnummer viel gebracht hätte? Immerhin, es gibt ja ein Postfach.

Das braucht man übrigens auch, denn an diese Adresse ist gemäß Punkt 5 der AGB der Widerruf zu senden, wenn man nach Ablauf der 2 Jahre genug von diesem Dienstleister hat oder keine Lust hat, für eine Nutzung nach Ablauf der 14 Tage so viel Geld hinzulegen. Wer sicher gehen will, darf gern mal bei der nächsten Postfiliale nachfragen, was so ein Einschreiben mit Rückschein nach Dubai kostet.

Aber ich greife vorweg, denn wir wissen ja noch gar nicht, wofür man das ganze Geld hinlegen soll. Das steht natürlich auch in den AGB unter Punkt 3 und liest sich so (Domainname im Zitat für die direkte Nutzung unbrauchbar gemacht):

3. Vertragsleistungen

3.1 Ist der Vertrag gemäß Ziffer 2.1 dieser Allgemeinen Geschäftsbedingungen zustande gekommen, hat der Kunde das Recht, die Dienstleistung von antivirus (strich) security (punkt) net zunächst 14 Tage lang im Wege einer Testmitgliedschaft zu erproben. Die Testmitgliedschaft ist innerhalb dieser 14 Tage jederzeit kündbar. Sofern der Kunde die Testmitgliedschaft nicht innerhalb der 14 Tage kündigt, verlängert sich der Vertrag in eine Premium-Mitgliedschaft mit einer Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten. Die Nutzung des Services des AntiVirus Security-Clubs wird dann kostenpflichtig im Sinne von § 6 dieser Allgemeinen Geschäftsbedingungen.

3.2 Durch den Vertrag verpflichtet sich antivirus (strich) security (punkt) net, den Kunden jeden Monat Zugang zum kompletten antivirus (strich) security (punkt) net -Angebot zu gewähren, sobald die Zahlung durch den Kunden gemäß § 6 dieser Allgemeinen Geschäftsbedingungen erfolgt ist.

Aha! Es ist also der „vollständige Zugang“ zum Angebot einer Website. Da steht nichts von Software, da steht nichts von Virenschutz, da steht eigentlich nichts. Unter dieser diffusen Bezeichnung könnte von einem Handbuch zur Systemwartung von Microsoft-Windows bis zu einem Diskussionsforum oder auch einfach nur dreißig leeren Seiten alles abgefrühstückt werden. Eine Katze im Sack für beinahe 500 Euro, wer könnte da „Nein“ sagen?!

Zumal nicht nur für die Katze im Sack bezahlt wird, sondern auch…

9. Datenschutz

9.1. Der Kunde willigt ein, dass Global Online Holding Inc. alle von ihm zur Verfügung gestellten Daten zur Begründung, Durchführung und Abwicklung des Vertrages über eine Teilnahme bei antivirus-security.net verarbeitet und nutzt. Die persönlichen Daten können vom Betreiber elektronisch gespeichert und ausgewertet werden. Auch ist der Betreiber berechtigt, im Rahmen der Zweckbestimmung des Nutzungsvertrages anvertraute personenbezogene Daten unter Beachtung der Datenschutzbedingungen zu verarbeiten oder durch Dritte verarbeiten zu lassen.

9.2. Der Kunde autorisiert den Betreiber, dass Seine Daten nicht nur vom Betreiber selbst – gleich unter welcher Domain – sondern auch von dessen Kooperationspartnern und Dritten für interessante Angebote genutzt werden dürfen insbesondere zur Kontaktaufnahme per Email, postalisch und per Telefon. Der Partner hat hierbei die Möglichkeit, unter Beachtung des geltenden Datenschutzrechts, Zugriff auf die Datenbank des Betreibers zu erhalten. Der Kunde hat hierfür jederzeit ein Widerrufsrecht.

…für den so ganz nebenbei in einer vielleicht etwas überraschenden und für den „Kunden“ nicht korrigierbaren Klausel der AGB ermöglichten Datenhandel. Der Sack voller Spam, unerwünschter Werbung und aufdringlicher Telefonanrufe kommt also gleich hinterher. Kann man natürlich widerrufen, wenn man davon weiß. Adresse für den Widerruf: siehe weiter oben. Wenn man nicht davon weiß, kommt es nach ein paar Tagen eh nicht mehr darauf an, die Daten zirkulieren schon unter ihren Käufern. Da weiß man auch gleich, warum die Angabe eines Geburtsdatums und einer Festnetznummer erforderlich sein sollen – damit werden solche Datensätze eben wertvoller.

Ja, und wofür macht man das alles? Das wird ein bisschen versteckt auch auf der Website dieses tollen Dienstleisters erwähnt (hier wieder einmal nicht direkt verlinkt und die URL im Zitat ist auch wieder unbrauchbar gemacht worden) und man muss auch mit einer Checkbox bestätigen, dass man das gelesen hat:

antivirus (strich) security (punkt) net ist ein neuartiger Suchdienst im Internet, der für Sie nach kostenlosen und freizugänglichen Anti-Viren-Programmen weltweit recherchiert.

Wer den Satz im vorstehenden Zitat zu schnell gelesen hat: Bitte nochmal lesen! Und wenn es denn immer noch nicht geklackt hat im Kopf, noch einmal ganz langsam lesen! Kommt Übelkeit und Brechreiz auf? Denn wurde der Satz verstanden.

Ja, man soll fast 500 Euro dafür hinlegen, dass diese Leute (ohne dabei irgendeine Qualität oder Korrektheit zu garantieren) nach kostenloser Software suchen, die von anderen Unternehmungen hergestellt und angeboten wird. Ja, die wollen jedem ihrer oft überrumpelten Kunden einen lila Lappen für Software abknöpfen, die es aus offenen und legalen Vertriebskanälen vollständig kostenlos gibt. Das ist die ganze „Dienstleistung“ dieser… ähm… bitte hier ein passendes Wort nach Gemütslage und affektiver Reaktion einsetzen.

Meine Empfehlung dazu: Bei Heise erhält man eine hervorragende Übersicht über Virenscanner und so genannte Personal Firewalls, beides oft für Privatanwender kostenlos, doch selbst kostenpflichtige Produkte sind deutlich preisgünstiger als die recht nutzlose „Dienstleistung“ dieser zwielichtigen Typen, die mit vorsätzlich alarmierender Werbung arglose Menschen überrumpeln und auf Webseiten locken, die ebenfalls einen vorsätzlich falschen Eindruck vom Charakter des dortigen, in seiner Überteuerung die Grenze des Wuchers hinter sich lassenden Angebotes geben. Wer dabei Geld gespart hat, kann mir ja auf meiner Homepage eine kleine Spende über PayPal zukommen lassen.

Wer aber schon darauf reingefallen ist: Ich würde dafür keinen Cent zahlen. Die Absicht der Irreführung ist so offensichtlich, dass man nur hinschauen muss, und es ist äußerst unwahrscheinlich, dass dieser Anbieter antivirus (strich) security (punkt) net es darauf ankommen lassen wird, sein Geschäftsmodell von einem Gericht „würdigen“ zu lassen. Denn danach wären diese Leute bei der Fortsetzung ihres Geschäftes auch juristisch das, was sie von ihrem sich im „Geschäfte“ offenbarenden Chrakter her schon längst sind: Betrüger.

Aber Achtung: Sobald man auch nur eine einzige dieser Zahlungen leistet oder auch nur eine Anzahlung zu einer dieser Zahlungen, hat man damit die behauptete Schuld anerkannt – und damit die gesamte Forderung legitimiert. Ich bin allerdings kein Rechtsexperte. Nähere Auskünfte zu diesem Thema gibts beim nächsten Rechtsanwalt oder in der nächsten Verbraucherzentrale.

Und zu schlechter Letzt: Wenn ich die Dienste eines größeren deutschen Freemailers (der Name wird hier wegen des in der BRD geltenden Rechtsschutzes für beleidigte Leberwürste nicht genannt) in Anspruch nähme und auf dessen Website mit derart unseriöser und kundenverachtender Reklame konfrontiert würde, wäre spätestens dies der Tag, wo mir dieser Freemailer mit seinen Diensten mal – sorry für die deutliche Ausdrucksweise – den Buckel runterrutschen könnte. Was von derartigen alarmierenden und irreführenden Werbemaschen zu halten ist, zeigt sich nämlich auch, wenn man die Abzockerseiten nicht besucht. Und zwar durch bloßes Hinschauen. Diesem größeren deutschen Freemailer (der Name wird hier nicht genannt) sind seine Nutzer vollkommen gleichgültig; der macht für ein bisschen Geld alles, bis hin zur aktiven Unterstützung übler Abzocker. Was Freemailer betrifft, gibt es zum Glück auch Alternativen – wenn auch nicht jede dieser Alternativen bei diesem Dummfug namens DE-Mail mitmachen wird.

Ein Dank für den Hinweis und einige Screenshots an N.N.