Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Schlagwortarchiv „ARD“

Ihre Zahlung wurde genehmigt

Samstag, 29. Februar 2020

Aber ich erwarte gar keine Zahlung.

Die Presse ist schockiert! Wir sind fassungslos! TV Berichte auf vielen Sendern!

Der Papst steht auf dem Balkon und ringt um Atem! Die hl. Jungfrau hat sich dazugestellt! Und Jesus! Das Universum ist stehengeblieben! 🤒

Eine Bank GARANTIERT jeden Anwender ein Mindesteinkommen von 12500 Euro die Woche! Und das nur mit 1-2 Stunden Arbeit pro Tag!
Kaum zu glauben oder?

Eine Bank, die leider keine Firmierung hat, zieht euch ausnahmsweise nicht das Geld aus der Tasche, sondern greift tief in ihren Geldspeicher und gibt jedem Menschen Geld. 12,5 Kiloøre für jeden, können muss man nix, das Geld quillt einfach so aus der Steckdose. 🔌

Natürlich garantiert. Mit echter Spamgarantie! 🏅

Komm, glaub schon dran! Allein schon, weil es so unglaublich und so lächerlich klingt. Das ist genug Grund, daran zu glauben. 🧚

Deshalb berichteten ARD, ZDF, NTV, WELT und viele weitere Sender darüber

Und wenn du dem Spammer nicht glaubst: Es lief sogar im Fernsehen! Das ist der Inbegriff der Seriosität. Einen Link auf die Mediathek des ZDF oder einer ARD-Anstalt kann der Spammer aber dennoch nicht geben, auch keinen Link auf ein anderes Archiv einer weltbewegenden Sendung. Woran das nur liegen mag? 🤥

Und glaubt mir: So etwas wird archiviert. Wenn in der Glotze eine Sendung läuft, in der verraten wird, wie man 600 Kiloøre im Jahr mit minimaler Mühe verdienen kann, dann erfährt man da auch nicht erst aus der Spam etwas davon. Wenn es Geld regnet, dann spannen die Menschen keine Regenschirme auf, sondern ganz im Gegenteil. ☔

Zeitschrift Stern schreibt: Das wurde jahrelang verschwiegen! Diese Chance gibt es alle 50 Jahre!

Sogar das Arsch- und Tittenblatt „Stern“ – bis heute unvergessen für seine Ausgabe 18/1983 – hat darüber geschrieben. Leider hat unser Spammer in seiner Suche nach möglichen Quellen, die seriöser als seine betrügerische Spam aussehen, vergessen, mal zu benennen, in welcher Ausgabe der „Stern“ darüber geschrieben haben soll. Deshalb kann man nicht einfach in eine größere Bücherei mit Pressearchiv gehen, um es mal nachzulesen. Das ist aber sicherlich nur eine kleine, unbedeutende Nachlässigkeit angesichts des riesigen Geldregens, der ins Postfach abregnet. 🤑

Der Verbraucherschutz bewertet mit Note 1,3

Unser täglich Spam bewertet diese Spam mit der Note 5,2. Es ist eine unterdurchschnittliche, dumme und völlig unterzeugende Reichwerd-Spam eines dieser lustigen Reichwerdexperten, die lieber spammen und Affiliate-Geld von irgendwelchen windigen Bitcoin-Dienstleistern kassieren, als einfach selbst mit ihrer Methode reich zu werden. Wenn das Reichwerdverfahren funktionieren würde, hätte der Spammer diesen Pfennigkram nicht nötig. Selbst der Unterhaltungswert der gnadenlosen Dummheit dieser spammigen Lügen lässt schnell nach, und was verbleibt, ist der nur zu gewohnte Schwachsinn, mit dem naive Menschen gefangen werden sollen. 🎣

Hier anschauen:

>>VIDEO<<

Der Link führt über eine Google-Umleitung (Spammer setzen niemals direkte Links, und dieser Spammer weiß genau, dass Google eine bessere Reputation als seine dummenfangende Drecksseite hat) in die Domain bitcoinsystem (punkt) ru, wo einem die folgende Müllseite eines Reichwerdexperten präsentiert wird:

Screenshot der betrügerischen Website

Wie immer bei den Bitcoin-Reichwerdexperten wird eher an Leute appelliert, die es nicht so mit dem Lesen haben, und deshalb wird man sofort von einem Video vollgequasselt. Ich habe mir die kleine Mühe gemacht, diesen wundersamen Kurzfilm aus den unerforschten Abgründen menschlicher Gier, Kriminalität und Dummheit zu archivieren und zu YouTube hochzuladen, damit auch wirklich alle etwas zum Lachen haben. 😂

98,7% der Mitglieder verdienen im Durchschnitt 1622 Euro pro Tag und das von zu Hause aus. Und das schon am ersten Tag!

Und das tollste daran: Das Geld entsteht einfach hokus pokus internet aus dem Nichts. Niemand verliert es. Dabei wird in Wirklichkeit beim Handel Geld nur umverteilt. Und zwar bei jedem Handel. 🤥

Aber hey:

Detail aus der betrügerischen Website: Lernen sie Steve McKay kennen, mit Foto des angeblichen Reichwerdexperten

Können diese Augen lügen? 🧛

Der sieht ja aus wie Sven Hegel 2.0. Oder wie Walter Klatten 2.0. Und alle unterschreiben sie ihre Bullshit-Texte mit einem Handschrift-Font statt mit ihrer Handschrift. Damit man gleich weiß, was die Zusicherungen wert sind. 💩

Lesen Sie hier den Bericht >>hier klicken<<

Ah, endlich ein „Click here“. Der Spammer war nur gerade ein bisschen durcheinander von seinem anstrengenden Spamgeschreibe, und deshalb hat er vergesssen, da auch noch einen Link draufzulegen. 🤦

Der Sender WELT hat es LIVE mit einem Notar, Rechtsanwalt und einem Moderator getestet! In dem 25 minütigen Test konnten Sie gemeinsam 1325.09 Euro verdienen! Obwohl keiner Erfahrung damit hat!

  • 100% kostenlos
  • Ihr Kapital ist auf bis zu 600.000 Euro von Bank direkt abgesichert. Das heißt Sie haben 0% Risiko, es sei denn Sie handeln mit mehr als 600.00 Euro
  • Da es eine Onlineversion ist, müssen Sie nichts installieren!

Das ist doch toll, hundert Prozent Risiko und null Prozent kostenlos. Oder umgekehrt. 🙃

Natürlich gibt es keinen Link auf ein Archiv der Sendung, in der den Menschen gezeigt wurde, wie man sich einfach Geld aus der Steckdose ziehen kann. Da draußen interessiert sich einfach niemand für Geld. 💰🔌

Es gibt aber einen sehr großen Haken! Banken sind sehr sauer, dass dieses System an die Öffentlichkeit kam. Jetzt versuchen die Banken alles, um dieses System schlecht zu machen. Deshalb ist dieses System nur noch für 62 Anwender verfügbar! Dann muss der Betreiber dieses System für weitere Nutzer sperren: Laut internationalem Bankengesetz ist es nicht erlaubt dieses Angebot für die breite Masse anzubieten!

So so, „nur noch für 62 Anwender“. Da steht ein Marktschreier, hält Tinnef hoch in die wehrlose Luft und brüllt mit rauer, lauter Kehle „Nur noch so lange der Vorrat reicht“. Neben ihm steht ein Karton, randvoll mit dem Tinnef, hinter dem Karton steht ein Container, randvoll mit weiteren Kartons, hinter dem Container ein Frachtschiff voller weiterer Container und hinter dem Frachtschiff eine Fabrik, in der Berge von Tinnef von den Bändern rollen. 😫

Und natürlich hat das angebliche „internationale Bankengesetz“ keinen entsprechenden Paragrafen, den man mal nachschlagen könnte. Das widerspräche dem internationalen Dummspam-Gesetz. 🤐

Nur Insider erfahren eigentlich davon! Nutzen Sie die Chance ohne Risiko – da es zur jeder Zeit eine Geld-zurück-Garantie gibt!

ICH BIN EIN INSIDER! ICH EMPFANGE SPAM! 🤡

Seltsam, eben war das Reichwerden noch kostenlos, und jetzt gibt es schon eine Geld-zurück-Garantie. Aber wer ein Gedächtnis hat, das länger als eine Minute in die Vergangenheit zurückreicht, ist offenbar schon zu intellgent für diesen Betrüger. 🎓

Hier geht es zum:

>>VIDEO<<

Und wer weiß, dass man mit diesem Rollbalken am Fenster zurückrollen kann, ist vielleicht auch schon etwas zu intelligent, als dass er darauf reinfallen könnte. Lieber den Link noch einmal bringen. Sonst sitzt Mitmensch noch dummgläubig vor seiner E-Mail, wartet verzweifelt darauf, dass jetzt ein Keks ausgeworfen wird und weiß nicht mehr, wie er an den Link kommen soll, mit dem er jetzt echt mal total richtig reich werden könnte. 🖱️

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Vor meinem Arsch ist auch kein Gitter, Spammer! 👅

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Und zum Ende sagt der Spammer noch einmal: Oh, da sind noch ein paar sinnlose Zeichen reingeflutscht. Ach egal, einfach drinlassen, die Idioten sind die Mühe nicht wert. 🗑️

Diese Spam aus dem alltäglichen Mülleingang ist ein Zustecksel meines Lesers A.H.

DSGVO: Cyberkriminelle nutzen Unsicherheit

Dienstag, 12. Juni 2018

Keine Spam, sondern ein Hinweis auf einen beachtenswerten Artikel der ARD-Tagesschau [dauerhaft archiverte Version] über Phishing-Mails zur DSGVO:

Die Datenschutzgrundverordnung spülte in den vergangenen Wochen eine wahre Flut immer gleicher E-Mails in die Postfächer: „Bitte bestätigen Sie, dass wir Ihnen auch weiterhin unsere Neuigkeiten zuschicken können“, hieß es da. Außer dieser gab es eine zweite Mail-Welle: Cyberkriminelle nutzten das Thema für sogenannte Phishing-Angriffe – das geschickte Abgreifen von Passwörtern

Bitte nicht darauf hereinfallen!

Generell niemals in eine E-Mail klicken und niemals einen Link aus einer E-Mail benutzen! Wer diese sehr einfach zu merkende Regel beherzigt, kann nicht von Kriminellen überrumpelt und „gephisht“ werden.

Der Absender einer E-Mail ist beliebig fälschbar, und leider benutzt praktisch niemand digitale Signaturen, die den Absender jenseits jedes vernünftigen Zweifels sicherstellen könnten, obwohl das kein Geld kosten würde und nur geringen Aufwand verursachte. Websites, bei denen man ein Benutzerkonto hat, bitte ausschließlich über die Lesezeichenfunktionen des Webbrowsers besuchen! Dies gilt insbesondere auf Websites, bei denen es direkt um Geld oder geldwerte Güter geht (Amazon, eBay, PayPal, Online-Banking etc.) und bei Websites, über deren Konten Logins auf anderen Websites möglich sind (Twitter, Facebook etc.). Diese einfache Vorsichtsmaßnahme kann eine Menge Ärger, Laufereien und Geld einsparen. Und es ist nicht schwierig, die Lesezeichen-Funktion (Freunde des Internet-Exploiters lesen hier: Favoriten) des Webbrowsers zu nutzen.

Ja, E-Mail ist ein praktisches Medium, aber es ermöglicht jedem Menschen im Internet, anderen Menschen irgendwelche beliebig formulierten und gestalteten Texte mit falschem Absender zuzustellen, voller giftiger Links oder Anhänge. Und das Internet ist leider auch voller Gestalten, die nur von ihrer Mutter vermisst würden, wenn es sie nicht gäbe. Also: Immer vorsichtig bleiben, und ganz besonders vorsichtig bei E-Mail!

Oder, um es mit der ARD-Tagesschau zu sagen, die in erfreulicher Klarheit ebenfalls das Wichtigste mitteilt:

Die gute Nachricht: Mit nur drei Schritten sind selbst gut gemachte Phishing-Mails keine Gefahr mehr: Bei unerwarteten Mails nie auf enthaltene Links klicken, keine angehängten Dateien öffnen und einfach nicht antworten

Ist doch gar nicht so schwierig. 😉

Das Quizduell der ARD: Eine Datenschleuder

Dienstag, 13. Mai 2014

Hier geht es nicht um eine Spam, sondern um eine Frage, die sehr häufig bei Menschen aufkommt, die zum ersten Mal mit Spam konfrontiert sind: Woher haben die Spammer meine Mailadresse. Oft lautet die Frage sogar: Woher haben sie meinen Namen. Weil diese Frage so häufig ist, habe ich nur dafür eine eigene Seite in Unser täglich Spam, die mögliche Antworten auf diese Frage skizziert.

In der dort gepflegten, stets wachsenden Liste großer und mittelgroßer Datenschutzversäumnisse renommierter Firmen und Institutionen gibt es nämlich einen Neuankömmling, den ich ganz besonders „warm“ begrüßen möchte: Die Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten Deutschlands, besser bekannt als ARD, hat 50.000 vollständige Datensätze von Handyspiel-Teilnehmern des gestrigen „Quizduells“ mit Jörg Pilawa „veröffentlicht“. Die Datensätze (Name, Anschrift, Mailadresse, Geburtsdatum) sind für einen kriminellen Identitätsmissbrauch ebenso hinreichend wie für sehr gefährliches, personalisiertes Phishing.

Eine kurze, unsachliche Stellungnahme

Wer es nicht spätestens jetzt begreift, dass Datenschutz bedeutet, gegenüber allem und jedem sparsam mit seinen persönlichen Daten zu sein, wer nicht spätestens jetzt bemerkt, dass die Datenschutzversprechungen auch renommierter Unternehmen und Institutionen nicht die Elektronen wert sind, mit denen sie durchs Internet befördert werden, der wirds vermutlich gar nicht mehr begreifen und auch weiterhin für jedes alberne Spiel mit Journaille- und TV-Hintergrund – „Oh, da kann ich ja auch was gewinnen, da mache ich mal mit“ – oder jeden Nullwertdienst eines Unternehmens ohne seriöses Geschäftsmodell einen freizügigen Datenstriptease über ein abstraktes Medium hinlegen. Es sind alles erwachsene Menschen, und ich kann auch niemanden daran hindern, so zu tun, aber mein Mitleid mit Leuten, die eine solche Haltung haben und irgendwann zu Opfern von Verbrechern werden, hält sich doch sehr in Grenzen, ja, es spukt wie der Geist eines längst entschwundenen Mitleids vor sich hin. Und jeder, der ein Internet hat und trotzdem doofblickend in die Welt sagt, dass er doch nichts von solchen Risiken gewusst habe, möge bitte vor seinem Gemaule in den Kommentaren lernen, wie man Websuchmaschinen benutzt, um sich zu informieren und sich anschließend diese Haltung angewöhnen. Und nein, in der Glotze, diesem flackernden Volksempfänger, gibt es keine Information. (Jedenfalls nicht zu Sendezeiten, die einem arbeitenden Menschen das Zuschauen ermöglichen würden.) Da gibts konzentrierte und verdummende Dummheit mit psychisch ungesunder Affektheischerei. Und zwar auf jedem stinkenden Kanal.

Ein bisschen Information zum persönlichen Datenschutz gibt es schon hier, auf meiner eigens dafür eingerichteten Seite.