Unser täglich Spam

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Schlagwortarchiv „PayPal“

Einschränkung Ihres Kontos

Mittwoch, 18. Juli 2018

Vorab: Diese Mail hat mit PayPal nichts zu tun. Es handelt sich um Phishing. Nicht beklicken! Einfach löschen!

Von: Kundenservice <info@sserver1.com>

Der gefälschte Absender der Spam ist ziemlich dumm. Das richtige PayPal würde sicherlich seine eigene Domain für eine Absenderadresse verwenden. Oder sind PayPal-Kunden inzwischen so sehr an die phishingfördernde Dummheit gewisser PayPal-Mails gewöhnt, dass ein legitim aussehender Absender zu einem geringeren Erfolg des Phishings führte? :mrgreen:

Sehr geehrter Kunde,

Genau mein Name! Natürlich würde mich das richtige PayPal namentlich ansprechen.

unser Sicherheitssystem hat ungewöhnliche Aktivitäten in Ihrem PayPal Konto festgestellt, aufgrunddessen wurde Ihr Konto temporär eingeschränkt.

Ah ja, „mein Konto“ ist „aktiv“, und zwar ungewöhnlich. Welches Konto? Es soll ja Menschen geben, die mehrere Konten haben, zum Beispiel ein geschäftliches und ein privates. Aber der Phisher weiß gar nichts über die PayPal-Konten der Empfänger, nicht einmal, ob sie welche haben, und muss deshalb erstmal darum bitten…

Es ist nun erforderlich, Ihre Daten zu verifizieren, um einen Missbrauch Ihres Kontos auszuschliessen und Ihnen somit ein sicheres Bezahlen zu garantieren.

Klicken Sie bitte auf den unten stehenden Link, um die Verifizierung zu starten.
Zur Verifizierung

…dass man ihm alles mitteilt.

Der Link ist über bit.ly gekürzt. Es gibt keinen sachlichen Grund, in einer HTML-formatierten E-Mail einen URL-Kürzer zu verwenden, es mangelt weder am Platz, noch führt eine überlange URL zu einer Aufteilung auf mehrere Zeilen. PayPal würde nicht so vorgehen. Allein schon wegen des Datenschutzes – denn der indirekt über einen Dritten gesetzte Link zeigt diesem Dritten ja, dass jemand PayPal-Kunde ist und ein Problem mit seinem Konto hat.

Aber natürlich handelt es sich hier um eine Spam, und da werden die Links niemals direkt gesetzt, weil die Spamfilter immer so schnell lernen. Und Spammer sind nun einmal darauf angewiesen, dass ihre Spams ankommen, denn sie leben davon. Nach der spamüblichen Kaskade von Weiterleitungen landet man auf einer von Cloudflare gehosteten Website in der Domain security (strich) advanced (strich) gbnghr345 (punkt) eu und soll dort irgendwelchen Verbrechern seine PayPal-Zugangsdaten und damit Zugriff auf das PayPal-Konto geben:

Angeblicher PayPal-Login auf einer Phishing-Website

Wer das macht, hat schon einmal einen erheblichen Schaden, weil sein PayPal-Konto von Betrügern genutzt werden wird.

Aber das reicht den Verbrechern natürlich nicht aus. In einem zweiten Schritt werden genügend persönliche Daten abgefragt, um für Betrugsgeschäfte aller Art einen kriminellen Identitätsmissbrauch machen zu können – die Daten anderer Menschen sind eine „ideale Ergänzung“ zu den Konten anderer Menschen:

Screenshot der Phishing-Seite. Eingabe der Nationalität, der Handynummer, des Namens, der Wohnanschrift, des Geburtsdatums und des Geburtsortes

Wenn diese Daten wegen akuten „Datenreichtums“ nicht direkt von den Phishern verwendet werden, werden sie einfach an andere Kriminelle verkauft. Niemand, der darauf hereingefallen ist, kommt ungeschoren davon. In Folge eines Identitätsmissbrauches hat man oft mehrere Jahre Lebenszeit, die mit allerlei Ärger verhagelt sind – und darf seine Geschichte immer wieder bei Polizeien, Untersuchungsrichtern, Banken, Inkassobüros und dergleichen erzählen. Die Kosten, die einem dabei entstehen, werden nirgends erstattet und läppern sich über die Zeit leicht zu vierstelligen Beträgen. Deshalb gibt man solche Daten nicht einfach auf einer Website ein, und schon gar nicht auf einer Website, die man sieht, nachdem man in eine E-Mail geklickt hat.

Aber das reicht den Verbrechern immer noch nicht aus. In einem dritten Schritt soll man entweder seine Kreditkartennummer oder sein Bankkonto mitteilen – das ist überhaupt keine gute Idee.

Screenshot der Phishing-Seite. Eingabe entweder einer Kreditkartennummer mit Prüfnummer und Gülitigkeitszeitraun oder einer IBAN (alternativ Kontonummer und Bankleitzahl möglich).

Nachdem ich probehalber für „Gernot Blöd“ eine ausgedachte (und ungültige) Kontonummer bei der Stadtsparkasse Hannover angegeben habe, wurde mir ein kurzer Hinweis präsentiert, dass das PayPal-Konto jetzt mit dem Bankkonto verbunden werde (das klingt ja wie Social Media!). Schade, dass ich lesen wollte und nicht geistesgegenwärtig genug war, den Screenshot zu machen, denn schon nach wenigen Sekunden wollten die Verbrecher auch noch, dass ich ihnen Zugriff auf mein Bankkonto gebe:

Screenshot der Phishing-Seite. Nachgemachte Login-Seite einer Sparkasse

Vermutlich gibt es bei diesem groß angelegten Phishzug für jede größere Bank ein passendes Design. Wie das Phishing auf Bankdaten weitergeht, habe ich nicht mehr untersucht, aber wer die Prozedur vollständig durchlaufen hat, hat ein richtig großes Problem.

Mit freundlichen Grüßen,
Ihr PayPal Kundenservice

Wenn das die „Freundlichkeit“ ist, will man den Hass nicht mehr kennenlernen.

Zum Glück gibt es einen hervorragenden Schutz gegen Phishing: Niemals in eine E-Mail klicken! Wenn man sich nach Empfang dieser Phishing-Mail direkt auf der PayPal-Website angemeldet hätte – die Webbrowser haben eine ausgesprochen praktische Lesezeichenfunktion – würde man gar nicht mit dem kriminellen Versuch konfrontiert. Stattdessen würde man bemerken, dass die in der Spam behauptete „temporäre Einschränkung des PayPal-Kontos“ oder ein anderes von Phishern postuliertes Problem gar nicht existiert. Und schon ist ein krimineller Angriff abgewehrt. Mit dieser sehr einfachen und völlig kostenlosen Vorsichtsmaßnahme läuft der gesamte Betrugsversuch ins Leere, und man spart sich eine Menge Geld und möglicherweise jahrelangen Ärger. Und das völlig ohne Komfortverlust. Ein Lesezeichen im Webbrowser ist schnell angelegt und einfach zu benutzen. Bitte niemals auf diesen Schutz verzichten! Es gibt bessere Verwendungen für die beschränkte Lebenszeit und für das Geld als so eine… sorry… kriminelle Scheiße.

Versuchte Änderungen des PayPal-Kontos

Montag, 30. April 2018

Der Empfänger dieser Spam hatte gar kein PayPal-Konto. 😉

Aber diese Spam kommt ja auch nicht von PayPal. Obwohl der Absender so aussieht. Es ist nun einmal kinderleicht, einen falschen Absender für eine E-Mail anzugeben.

Versuchte Änderungen des PayPal-Kontos

Aber Spammer, das hast du schon im Betreff gesagt.

Guten Tag,

Immer eine gute Anrede für einen Kunden.

Es wurden kürzlich einige vergebliche Versuche unternommen, wichtige Informationen in Ihrem PayPal-Konto zu ändern. Diese Vorgänge können das Ändern des Passworts, der Standard-E-Mail-Adresse oder der Sicherheitsabfragen bzw. das Entfernen einer E-Mail-Adresse, das Hinzufügen eines geschäftlichen Logins oder das Schließen des Kontos betreffen.

Na, das ist doch gut, wenn diese Versuche „vergeblich“ waren. Warum waren sie eigentlich „vergeblich“. Kannte der Typ, der die Versuche gemacht hat, etwa mein Passwort nicht? Wie konnte er dann eine Änderung der von mir hinterlegten Daten ausprobieren? Der ist da doch gar nicht rangekommen. Der konnte sich doch gar nicht erst anmelden.

Schon die einfachste vom Text der Spam aufgeworfene Frage zeigt, dass die hier von einem Phisher hingestellte Situation Quatsch ist, der naive Empfänger einschüchtern und verängstigen soll, damit sie in eine Spam klicken und voller Angst ihre PayPal-Anmeldedaten auf einer Website von Betrügern preisgeben, am besten gefolgt von weiteren Daten zu Bankverbindung und/oder Kreditkarte, die bei PayPal schon längst bekannt sind.

Ihre Sicherheit, sowie Datenschutz im Allgemeinen, sind unsere höchste Priorität. Aus diesem Grund scannen wir regelmäßig alle Konten auf Fehler und Probleme. Bei der letzten Prüfung fiel jeodch Ihr konto, auf Grund von suspektem Verhalten, negativ auf. Deshalb haben wir Ihr Konto vorübergehend gesperrt.

Ich denke, da hat jemand einen Crack an meinem Konto versucht. Und jetzt ist mein Konto aufgefallen, weil es sich einfach von sich selbst aus irgendwie verhalten hat… 😀

Was muss ich jetzt machen?

Loggen Sie sich auf www.paypal.de (Hier Klicken) in Ihr PayPal-Konto ein..

Der Click-Here-Link geht allerdings nicht in die Domain von PayPal, sondern ist über den URL-Kürzer kutt (punkt) it maskiert. Mal schauen, wo die Reise hingeht:

$ lynx -mime_header https://kutt.it/nCoaBO | grep ^Location 
Location: https://www.kunden-0sicherhiet0-aktualiseren.de/pp/
$ _

Und nein, die bei der 1&1 Internet AG gehostete Website zu dieser am 23. April eingerichteten Domain ist nicht die Website von PayPal. Obwohl sie versucht, wie die Website von PayPal auszusehen:

Screenshot der Darstellung der Phishing-Seite im Browserfenster, man beachte das Schlösschen in der Adresszeile

Übrigens: Anders als viele Menschen immer noch denken, zeigt das Schlösschen in der Adresszeile des Browserfensters nicht etwa „Sicherheit“ an, sondern eine verschlüsselte Übertragung der Daten, bei welcher kein Dritter manipulieren oder mitlesen kann. Das kann zugegebenermaßen die Sicherheit erhöhen, und zwar deutlich. Wenn dieser verschlüsselte Datentransport aber dazu führt, dass Zugangsdaten für ein Konto bei einem Zahlungsdienstleister bei Kriminellen landen, sollte man sich nicht gerade „sicher“ fühlen, sondern ganz im Gegenteil.

Deshalb bitte einprägen und von keinem Jornalisten etwas anderes erzählen lassen: Das im Browserfenster angezeigte Schlösschen meint nicht Sicherheit, es meint Verschlüsselung!

Bestätigen Sie Ihre Daten und verifizieren Sie Ihr Nutzerkonto.

Überhaupt keine gute Idee. Schon der Klick in die E-Mail ist eine ganz schlechte Idee. Wer sich angewöhnt, für Websites, bei denen er ein Benutzerkonto hat, Lesezeichen im Browser anzulegen und diese Websites nur über diese Lesezeichen zu besuchen und niemals durch einen Klick in eine E-Mail, der ist vollkommen sicher vor Phishing. Selbst dann, wenn die Präsentation des Phishings einmal viel besser und überzeugender sein sollte als hier.

Generell gilt, dass E-Mail zwar ein praktisches, aber eben auch ein gefährliches Medium ist.

Viele Grüße

Ihr PayPal-Team

Mit Gruß von einer Verbrecherbande, die mit gephishten PayPal-Konten Betrugsgeschäfte macht.

Bitte antworten Sie nicht auf diese E-Mail. Um mit einem Mitarbeiter unseres Kundenservice zu sprechen, klicken Sie auf Hilfe und Kontakt.

Hilfe-Center | Konfliktlösungen | Sicherheits-Center

Angebliche Klickelinks, auf die man gar nicht klicken kann, wirken immer ganz besonders unterzeugend. Aber dass die Konzentration der Spammer nachlässt, wenn sie ihre eigentliche Botschaft fertig haben; dass die Gedanken bereits im Bordell sind, während die Finger noch die Phishing-Spam fertigtippen, das ist durchaus typisch.

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PayPal PPC000477:1.14:217072cb66ff2

Nein, PayPal hat mit dieser Spam nichts zu tun.

Diese Phishing-Spam ist ein Zustecksel meines Lesers M.S.

Ihr Paypal Konto wurde gesperrt

Montag, 19. Februar 2018

Diese Phishing-Spam ist HTML-formatiert, und das wenig überzeugende Streben des kriminellen Phishers nach Design sieht so aus:

Screenshot der HTML-Darstellung der Spam in einer Mailsoftware

Ob das echte PayPal wohl so ein unvorteilhaftes grau auf blau für die Darstellung seines Logos wählen würde? Diese Spam hilft jedenfalls nicht beim Beantworten der Frage, denn sie kommt nicht von PayPal. Der Absender service (at) paypal (punkt) com ist gefälscht. Die Spam hat niemals einen Server von PayPal gesehen und wurde über einen großen „Cloud“-Dienstleister aus New York, USA, versendet. Der Dienstleister ist über den Missbrauch seiner Infrastruktur bereits informiert, und die Polizei hat bereits Ermittlungen aufgenommen. Es ist zwar schade, dass dabei erst einmal jemand ermittelt werden wird, dessen Daten von Verbrechern missbräuchlich angegeben wurden, aber ich kann das ja auch nicht ändern. So etwas ist übrigens der Grund, weshalb man immer äußerst sparsam mit seinen persönlichen Daten umgeht. Und zwar auch dort, wo man naiv glauben möchte, vertrauen zu können! Es gibt keinen anderen Datenschutz als strikte Datenvermeidung, die man selbst in die Hand nimmt. Jeder, der etwas anderes erzählt – auch Werber, Politiker und Journalisten – ist ein Lügner.

Wichtige Kundenmitteilung
Zum Datenabgleich

Da steht noch nicht einmal, um was es geht, nur, dass es irre und für extragroße Buchstaben wichtig ist, zum „Datenabgleich“ zu klicken.

Guten Tag,

Genau mein Name!

wegen ungewöhnlichen aktivitäten auf Ihrem Kundenkonto wurde dies von uns eingeschränkt

Ah ja! Sehr informativ! Und was waren diese „ungewöhnlichen Aktivitäten“? :mrgreen:

Ihre Bearbeitungsnummer lautet PaP-59-18916-4893

Hey, aber es gibt eine Nummer. Das ist ja fast so gut wie richtige Information. Sind ja auch Ziffern drin.

Bitte klicken Sie auf den oben genannten Link um einen Datenabgleich durchzuführen.

Und, hören davon die nicht näher bezeichneten „ungewöhnlichen Aktivitäten“ auf? Oder hat es irgendeinen anderen Sinn, wenn ich gegenüber „PayPal“ noch einmal lauter Daten angebe, die PayPal schon längst kennt? Und die übrigenes auch jemand längst kennte, der mein PayPal-Konto gehackt hätte und deshalb alle von mir angegebenen Daten hätte einsehen können?

Diese „Verifikationen durch Datenneueingabe“, die die Spammer in ihren dürftigen Geschichten immer haben wollen, sind doch ein sehr leicht durchschaubarer Bullshit.

Viel Einkaufsspaß mit sicheren Zahlungen wünscht PayPal!

Ich denke, ihr habt mich eingeschränkt?! Das ist ja, als ob man jemanden auf strikt kalorienreduzierte Diät setzte und guten Appetit mit den Keksen und dem Schokopudding wünschte… 😀

Wir bitten um Ihr Verständnis.

Nee, kriegt „ihr“ nicht.

Der Link ist natürlich nicht direkt gesetzt, sondern geht über einen mir bislang unbekannten Linkkürzer gg (punkt) gg. Leider war ich mit meiner Spamlektüre viel zu spät dran, und der Link ist dort bereits ungültig gemacht worden:

Screenshot der Hinweisseite, dass der Link entfernt wurde

Dafür vielen Dank von mir! Je schneller solche Verbrecher daran gehindert werden, irgendwelche Webdienste für ihr betrügerisches Handwerk zu benutzen, desto besser. Das „besser“ gilt natürlich auch für URL-Kürzer, die kein Interesse daran haben können, in die Reputation von „Helfern der Kriminellen“ zu kommen.

Ihr Páypal Konto wurde eingeschränkt

Mittwoch, 10. Januar 2018

Huch, wie ist die denn durch den Spamfilter geflutscht?

Von: Paypál <service@paypal.com>

Der Absender ist gefälscht. Die Spam hat niemals einen Server von PayPal gesehen. Mein Exemplar dieser Phishing-Spam wurde übrigens über einen gemieteten Server eines Hosters aus den USA versendet. Natürlich mietet ein Verbrecher so einen Server nicht unter Angabe seines eigenen Namens und bezahlt ihn nicht mit seiner eigenen Kreditkarte, so dass vermutlich mal wieder einem Menschen, der bereits betrogen wurde, als kleine kriminelle „Zusatzleistung“ auch noch die Freude bevorsteht, dass gegen ihn wegen Betrugs ermittelt wird. 🙁

Lustig, dass „PayPal“ seine eigene Firmierung nicht richtig schreiben kann, so dass es nacheinander zu der Schreibweise „Páypal“ (im Betreff) und „Paypál“ (in der gefälschten Absenderadresse) kommt. Woran das liegt? Na, es liegt daran, dass diese Spam nicht von PayPal kommt.

Deshalb ist man ja auch sehr zurückhaltend mit der Preisgabe von Daten. Auch gegenüber irgendwelchen Unternehmen. Aber erst recht, wenn man in einer E-Mail dazu aufgefordert wird, auf irgendeiner Website Daten einzugeben.

Wir helfen Ihnen bei Problemen mit einer Transaktion.

Das ist ja nett! :mrgreen:

Wichtige Kundenmitteilung
Zum Datenabgleich

Ich komme später noch zum Link.

Guten Tag,

Dass diese Spammer aber auch immer so genau wissen, wie ich heiße!

leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir Ihr Páypal Konto vorübergehend eingéschränkt haben. Um Ihr Konto wieder freizuschalten nutzen Sie bitte den oben angegebenen Link.

Ah, „eingeschränkt“ gibt es jetzt auch mit einem accent aigu. Vermutlich reicht dieses eine Wort in vielen Fällen schon aus, damit die betrügerische Spam nicht mehr durch den Spamfilter kommt, und deshalb denken sich die Verbrecher halt neue Schreibweisen aus.

Hier steht übrigens zwischen den Zeilen etwas ganz Wichtiges, wenn man sich vor Phishing schützen möchte. Wer nicht betrogen werden will und sich weiteren, teils jahrelangen Ärger ersparen möchte, der klickt natürlich niemals in eine E-Mail, sondern legt sich ein Lesezeichen im Webbrowser an und nutzt dieses. Ein Phisher hat nur eine Chance bei Menschen, welche die schlechte und gefährliche Angewohnheit haben, in E-Mails zu klicken – denn nur diese Menschen können vom Phisher mit einem Link auf die betrügerisch nachgeahmten Websites gelotst werden. Wer diese schlechte und gefährliche Angewohnheit hat, sollte sie sich unbedingt abgewöhnen.

Bitte halten Sie zum Datenabgleich Ihre Bankverbindung sowie Kreditkarten Daten zu Verfügung.

Ja, ist klar!

Das Deppen Leer Zeichen in „Kreditkarten Daten“ sollte allerdings auch begriffsstutzige Zeitgenossen aufmerksam machen, dass hier etwas nicht stimmt.

Bitte achten Sie darauf das Ihre Angaben mit denen bei uns hinterlegten übereinstimmen. Ansonsten besteht die Gefahr das Ihr Konto dauerhaft gesperrt wird.

Ja, ist klar!

Mit denen bei euch hinterlegten… 😀

Wir bitten um Ihr Verständnis.

Nein!

Übrigens, der Link.

Der geht natürlich nicht in die Domain von PayPal, sondern über den URL-Kürzer Bitly. Die Verwendung eines URL-Kürzers in einer HTML-formatierten Mail ist natürlich überflüssig, und außerdem würde PayPal so etwas niemals tun, weil damit die Geschäftsbeziehung gegenüber einem Dritten geoffenbart würde. Stattdessen würde PayPal einen direkten Link auf eine Website in seiner eigenen Domain setzen… außer manchmal… 🙁

Mal schauen, wo die Reise hingeht

$ lynx -mime_header http://bit.ly/2ErK3eI | grep ^Location
Location: https://paypal.de-sicherer-login.com/script.php
$ _

Aha, es geht in eine Subdomain der Domain de (strich) sicherer (strich) login (punkt) com, die zu…

$ dig paypal.de-sicherer-login.com

; <<>> DiG 9.10.3-P4-Ubuntu <<>> paypal.de-sicherer-login.com
;; global options: +cmd
;; Got answer:
;; ->>HEADER<<- opcode: QUERY, status: NXDOMAIN, id: 5125
;; flags: qr rd ra; QUERY: 1, ANSWER: 1, AUTHORITY: 1, ADDITIONAL: 1

;; OPT PSEUDOSECTION:
; EDNS: version: 0, flags:; udp: 512
;; QUESTION SECTION:
;paypal.de-sicherer-login.com.	IN	A

;; ANSWER SECTION:
paypal.de-sicherer-login.com. 2741 IN	CNAME	de-si.5a55c254.2018.cbricdns.com.

;; AUTHORITY SECTION:
2018.cbricdns.com.	600	IN	SOA	ns-10.awsdns-01.com. awsdns-hostmaster.amazon.com. 1 7200 900 1209600 86400

;; Query time: 42 msec
;; SERVER: 127.0.1.1#53(127.0.1.1)
;; WHEN: Wed Jan 10 13:45:28 CET 2018
;; MSG SIZE  rcvd: 177

$ whois cbricdns.com | grep WHOIS
   Registrar WHOIS Server: whois.godaddy.com
$ whois -h whois.godaddy.com cbricdns.com | grep ^Registrant
Registrant Name: TJ Jung
Registrant Organization: Cloudbric Corp
$ _

…einer lustigen Domain eines Cloud-Anbieters und offenbar auch Dienstleisters für dynamisches DNS aufgelöst wird. Zum Glück für den Rest der Welt ist der Stecker bereits gezogen, so dass ich leider keinen Screenshot der aktuellen Phishing-Seite machen kann. Es wird sich jedoch um eine „liebevoll“ nachgemachte Login-Seite von PayPal gehandelt haben, die in ein paar weiteren Schritten eine Menge weiterer Daten für betrügerische „Geschäfte“ abfragt.

Aber wer niemals in eine E-Mail klickt, kann da ja gar nicht landen und auch nicht aus Versehen einer Betrügerbande Zugriff auf das PayPal-Konto, das Bankkonto und die Kreditkarte gewähren. Deshalb klickt man ja auch niemals in eine E-Mail

Verifizierung Ihres Kontos notwendig

Montag, 25. Dezember 2017

Huch, wie ist denn die durch den Spamfilter geflutscht?

Von: Páypal <info@paypal-deutschland.de>

Natürlich ist der Absender gefälscht. Und natürlich würde PayPal seine eigene Firmierung richtig schreiben. Die Spam wurde auch nicht über das Netzwerk PayPals versendet, sondern über eine IP eines großen US-amerikanischen „Cloud“-Anbieters. Natürlich ist meine Abuse-Meldung schon draußen, aber es dürften auch schon ein paar hunderttausend dieser Spams draußen sein. Da die Dienste mit hoher Wahrscheinlichkeit unter Missbrauch den Identität und der Kreditkartendaten eines anderen Menschen gemietet wurden, ist leider auch in den totalüberwachten USA nicht davon auszugehen, dass die Spammer dingfest gemacht werden und für die nächsten Jahre ein Zimmer mit erfreulich stabilen Gittern in den Fenstern bekommen. Dafür wird der Mensch, dessen Identität missbraucht wurde, eine Menge Ärger haben… und das ist auch der Grund, warum man äußerst sparsam mit kriminell missbrauchbaren persönlichen Daten wie Name, Meldeanschrift und Geburtsdatum umgeht.

Wir helfen Ihnen bei Problemen mit einer Transaktion.

PayPal
Wichtige Kundenmitteilung

Hier geht’s zur Verifikation

Guten Tag,
leider müssen wir Sie auf Grund von Angriffen auf unsere Infrastruktur auffordern Ihre persönlichen Adress- und Zahlungsdaten zu bestätigen.

Bitte achten Sie darauf das Ihre Angaben mit dennen bei uns hinterlegten übereinstimmen. Ansosten besteht die Gefahr das Ihr Konto vorübergehend eingeschränkt wird.

Hilfe Kontakt Sicherheit Gebühren Info-Center PayPal-App herunterladen:
Download on the App Store Download on Google Play

Sicherheitshinweis: Sie erkennen Spoof oder Phishing-E-Mails oftmals schon in der Anrede. PayPal wird Sie immer mit Ihrem Vor- und Nachnamen anschreiben. Mehr zu Phishing finden Sie unter www.paypal.de/phishing.
Diese PayPal-Benachrichtigung wurde an Sie gesendet, weil gammelfleisch@tamagothi.de in Ihren E-Mail-Einstellungen unter „Neues von PayPal“ den Erhalt aktiviert haben. Um diese Einstellungen zu ändern, klicken Sie hier. Änderungen werden innerhalb von zehn Tagen wirksam.

Copyright © 1999-2017 PayPal. Alle Rechte vorbehalten. PayPal (Europe) S.à r.l. et Cie, S.C.A., Société en Commandite par Actions. Eingetragener Firmensitz: 22-24 Boulevard Royal, L-2449 Luxembourg RCS Luxembourg B 118 349.

[Im der Spam steht eine andere Mailadresse als gammelfleisch@tamagothi.de]

Ich fasse mich kurz. Die Mail kommt nicht von PayPal. Das erkennt man ja oftmals schon an der unpersönlichen Anrede „Guten Tag“, wie es der Spammer selbst aus einer originalen PayPal-Mail herauskopiert hat. Warum sollte so ein Verbrecher auch über den weiteren Text in seiner Spam nachdenken, wenn er das Wichtigste schon geschrieben hat? Wenn er nachdenken wollte, könnte er ja auch gleich arbeiten gehen und müsste nicht spammen. :mrgreen:

Der Link zur angeblichen „Verifikation“ geht nicht in die Domain von PayPal, sondern ist über Bitly maskiert, damit die Spamfilter…

$ lynx -mime_header http://bit.ly/2BzkaZ9 | grep ^Location
Location: https://paypal.de-security-login-05.trade/script.php
$ _

…nicht die fürs Phishing verwendete Domain mit dem wenig Vertrauen erweckenden Namen de (strich) security (strich) login (strich) 05 (punkt) trade erlernen. Diese Domain wird…

$ whois de-security-login-05.trade | grep ^Registrant 
Registrant Name: WhoisGuard Protected
Registrant Organization: WhoisGuard, Inc.
Registrant Street: P.O. Box 0823-03411
Registrant Street:
Registrant Street:
Registrant City: Panama
Registrant State/Province: Panama
Registrant Postal Code:
Registrant Country: PA
Registrant Phone: +507.8365503
Registrant Phone Ext:
Registrant Fax: +51.17057182
Registrant Fax Ext:
Registrant Email: e717ee1dcf814b2cacf61b6b4b794b86.protect@whoisguard.com
$

…selbstverständlich wieder über einen bei Verbrechern sehr beliebten Dienstleister aus dem sonnigen Panama völlig anonym betrieben. Was immer man dort an Daten eingibt, geht direkt an eine Betrügerbande.

Wie man sich vor Phishing schützen kann, obwohl PayPal auch weiterhin alles dafür tut, dass seine Kunden leicht auf Phishing hereinfallen können? Das ist eigentlich ganz einfach: Niemals in eine E-Mail klicken, und der Phisher hat keine Chance. Einfach im Webbrowser ein Lesezeichen (Nutzer von Microsoft-Browsern lesen hier: einen Favoriten) für die Homepage von PayPal anlegen. Wenn eine solche E-Mail ankommt, nicht hineinklicken, sondern die Website direkt aufrufen und sich dort anmelden. Wichtige Hinweise werden auch auf der Website direkt nach der Anmeldung angezeigt, und das gilt nicht nur für PayPal. Und wenn es dort keine angezeigten Probleme gibt, hat man mit seiner Vorsicht einen kriminellen Angriff abgewehrt und sich selbst eine Menge Ärger und Lauferei erspart, und möglicherweise sogar den Verlust einiger tausend Euro. Das sollte es doch wert sein… 😉

Also: Niemals in eine E-Mail klicken, und Phishing ist keine Gefahr mehr.

Verifizierung Ihres Paypal Kontos notwendig

Montag, 20. November 2017

Aha, die Kriminellen brauchen mal wieder ein paar Konten anderer Leute für ihre „Geschäfte“. Denn PayPal (oder eine beliebige andere Bank) hat nichts davon, wenn ich lauter Daten noch einmal eingebe, die dort schon längst bekannt sind. Was soll das „verifizieren“?

Von: PayPal <info@pp-checkout04.trade>

Ja, schon klar: Der Absender sieht voll nach PayPal aus! Wenn man schon den Absender fälscht, könnte man es auch überzeugend machen… wenn man ein Gehirn hätte. Da hilft dann auch das „liebevoll“ nachgebaute Layout nicht mehr:

Screenshot des Layouts der Phishing-Spam

Ich habe diese Spam auch mit Umlauten, die nicht aussehen, als seien sie missverstandenes UTF-8, weil der Spammer das falsche Encoding angegeben hat. Natürlich kann ich dem Reiz eines im Gestaltungseifer übernommenen PayPal-Layouts mit schweren technischen Mängeln beim Text der Mail nicht widerstehen. Für die folgenden Zitate nehme ich allerdings eine Spam mit korrekten Umlauten, denn nur die erste Generation dieser heutigen Flut hat den Fehler gehabt. Das mit der Sorgfalt haben die Spammer mal wieder nicht so, und deshalb testen sie nicht, bevor sie ihre Strokelskripten auf ein wehrloses Internet loslassen. Sonst könnten die Spammer ja auch gleich arbeiten gehen.

Bitte niemals vom Layout beeindrucken lassen! Jedes Kind kann das Layout der HTML-formatierten Mail eines beliebigen Unternehmens oder einer Bank übernehmen und da einen anderen Text reinsetzen. Das einzige, was Gewissheit über den Absender einer E-Mail geben könnte, wäre die digitale Signatur dieser Mail, die man auch beim Empfang überprüft. Leider sind weder Banken noch Klitschen wie PayPal daran interessiert, den Phishing-Sumpf auszutrocknen, indem sie ihre E-Mail digital signieren und ihre Nutzer darüber informieren und durch regelmäßige Information dazu anleiten, ein solches Sicherheitsmerkmal im Alltag sinnvoll zu nutzen. Das würde übrigens noch nicht einmal Geld kosten und wäre nicht mit großem Aufwand verbunden. Es wird aus reinem Desinteresse unterlassen. Die einzigen, deren Leben dadurch einfacher wird, sind Verbrecher aller Art. Stattdessen lässt man sich bei den Banken und bei PayPal von Werbefirmen Vorlagen für HTML-formatierte Mail erstellen, die dann einen Trickbetrug oder ein Phishing psychologisch noch weiter vereinfacht, indem das Layout von irgendwelchen Halunken übernommen werden kann. Das ist ganz schön dumm und kundenverachtend.

So weit, so schlecht… 🙁

Nun zum Text:

Aktuelle Kundenmitteilung! – Ihre MIthilfe [sic!] ist erforderlich.

Ach, eine Mail ist eine aktuelle Mitteilung. Da wäre ich nicht drauf gekommen. Und wer eine Mail schreibt, will etwas von mir. Da wäre ich ebenfalls nicht drauf gekommen.

Datum: 20.11.2017

Das Datum steht im Mailheader und ist deshalb im Text der Mail eine überflüssige Angabe, die niemanden nützt.

Guten Tag,

Als angeblicher „Kunde“ würde ich immer mit meinem Namen angesprochen.

leider müssen wir Sie auf Grund von Angriffen auf unsere Infrastruktur auffordern Ihre persönlichen Adress- und Zahlungsdaten zu bestätigen.

Aha, das „PayPal“ aus der hirnverhungerten Phantasie der Spammer hat also ein Problem, das es zu meinem Problem machen will. Was war denn das für ein Angriff? Hat sich „PayPal“ einen Erpressungstrojaner gefangen, der die gesamte Datenbank gefressen hat, so dass sämtliche Daten noch einmal eingegeben werden müssen? Und gibt es keine Datensicherung? Unvorstellbar. Außerdem hätte ich dann bereits die Insolvenz des Ladens mitbekommen, denn PayPal ist seine Datenbank. Wenn die Daten aber allesamt noch da sind, welchen Nutzen sollte es für „PayPal“ haben, dass ich die Daten noch einmal auf einer Website eingebe?

Man muss nicht länger als eine Minute darüber nachdenken, um zu erkennen, dass die Behauptungen in irgendwelchen Phishing-Spams absurde Blenderei sind. Wer nach dem Nachdenken vorm Klick immer noch Unsicherheit spürt, kann sich ja einfach mal an der richtigen PayPal-Website wie gewohnt anmelden und schauen, ob es dort ein Problem gibt. Wenn es das nicht gibt, wurde durch diese leicht zu erbringende Vorsicht ein Phishing-Angriff abgewehrt, was eine Menge Geld und Ärger erspart hat.

Bitte beachten Sie das die angegebenen Daten mit den hinterlegten Daten übereinstimmen. Sollte dies nicht der fall [sic!] sein sind wir verpflichtet [sic! Komma fehlt.] eine postalische Legitimation durchzuführen.

Was ist eine „postalische Legitimation“. :mrgreen:

Wichtig: Wenn Sie Kreditkarten Daten [sic! Deppen Leer Zeichen.] in Ihrem Kundenkonto hinterlegt haben ist es zwingend erforderlich dieser [sic!] auch zu verifizieren.

Klar, denn auf Kreditkarten sind die Verbrecher immer ganz heiß.

Weiter zur Verifizierung

Der wichtigste Tipp gegen Phishing und gegen den größten Teil der sonstigen Internet-Kriminaltät ist durchschlagend wirksam und verblüffend einfach: NIEMALS in eine E-Mail klicken! Wer direkt die Website von PayPal mit seinem Webbrowser aufruft – diese Webbrowser haben übrigens seit dem Mosaic Netscape 0.95 beta aus dem Herbst des Jahres 1994 eine ausgesprochen praktische Lesezeichenfunktion – stellt dabei fest, dass das vom Spammer postulierte Problem gar nicht besteht. Denn sonst würde man ja auch auf der Website darauf hingewiesen.

Natürlich führt der Link nicht in die Domain der PayPal-Website, sondern zu einem über den Linkkürzer bitly verschleierten Ziel. PayPal hätte einen solchen Mummenschanz nicht nötig, sondern würde einen direkten Link setzen. Ein Verbrecher hat das sehr wohl nötig. Erwartungsgemäß führt dieser Link dann auch…

$ lynx -mime_header http://bitly.com/2hO2hBt | grep "^Location"
Location: https://pp-secure-de-2017.com/script.php
$ _

…zur Website in der viel weniger Vertrauen erweckenden Domain pp (strich) secure (strich) de (strich) 2017 (punkt) com, der man nur beim Hinschauen ansieht, dass sie mit paypal (punkt) com nichts zu tun hat. Alle Daten, die man dort eingibt, gehen direkt an Verbrecher. Sie werden auf jede nur erdenkliche Weise für kriminelle Geschäfte verwendet.

Nehmen Sie zur Kenntnis, dass es sich hierbei ledglich um eine Präventivmaßnahme handelt um zukünftig eine erhöhte Sicherheit für Sie und Ihre persönlichen Daten gewährleisten zu können.

So so, es erhöht also die Sicherheit meiner persönlichen Daten, wenn sie öfter einmal ohne sachlichen Grund irgendwohin übertragen werden? 😯

Ein bisschen von dem Kraut, das die Spammer geraucht haben müssen, hätte ich jetzt auch gern.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr PayPal Service Team

Freundlich wie ein Schlag ins Gesicht
Deine Phishing-Spammer

Dies ist eine automatisch versendete Nachricht. Bitte antworten Sie nicht auf dieses Schreiben.
Wenn Sie eine Frage haben, wenden Sie sich bitte an unseren Kundendienst.

Stimmt, die Nachricht wurde „automatisch versendet“. :mrgreen:

© 1999-2017 PayPal. Alle Rechte vorbehalten.

Und ein Copyright hat sie auch noch. Da lache ich ja vor Angst, wenn ich ein Vollzitat ins Web stelle!

Handelsregisternummer: R.C.S. Luxembourg B 118 349 – Conseil de gérance der PayPal (Europe) S.à r.l.

Lustige Handelsregisternummern haben die in Luxemburg. :mrgreen:

Die AGB von PayPal ändern sich

Donnerstag, 2. November 2017

Vorab: Es geht hier nicht um eine Spam, sondern um eine echte E-Mail von PayPal. Diese ist allerdings ausgesprochen dumm und ein Beitrag PayPals dazu, dass sich das kriminelle Phishing nach Login-Daten von PayPal-Nutzern auch in Zukunft lohnen wird.

Diese E-Mail von PayPal ist echt (nur die schwarzen Balken sind von mir):

Screenshot der Ansicht der PayPal-Mail im Thunderbird

Ebenso echt ist die Warnung von Thunderbird, dass diese Nachricht ein Betrugsversuch sein könnte. Diese Warnung hat auch einen guten Grund. Sämtliche Links in der Mail von PayPal gehen nicht auf die Website in der Domain von PayPal, sondern stattdessen in die Domain paypal (strich) communication (punkt) com. Das ist sehr dumm von PayPal, und diese Dummheit ist sehr gefährlich für naive PayPal-Kunden.

Denn so trägt die E-Mail von PayPal alle Kennzeichen einer Phishing-Spam.

PayPal-Kunden gewöhnen sich durch dumme E-Mails wie diese daran, dass eine echte E-Mail von PayPal „aussieht wie eine Phishing-Spam“, weil Links aus der E-Mail in andere Domains gehen. Sie werden so auch daran gewöhnt, in derartige E-Mails zu klicken – was im Falle eines echten Phishings auf eine „liebevoll“ nachgemachte PayPal-Seite in einer anderen Domain führen würde, wo man Gelegenheit erhält, Kriminellen die Zugangsdaten zum PayPal-Konto zuzustecken, damit diese Leute ihre „Geschäfte“ über dieses Konto machen können.

Mir als denkenden Menschen ist es ja schon unbegreiflich, warum eine E-Mail von PayPal nicht standardmäßig digital signiert ist, um jedem Empfänger wenigstens die Möglichkeit zu gewähren, diese digitale Signatur zu überprüfen und damit den Absender und den unverfälschten Inhalt der E-Mail jenseits jedes vernünftigen Zweifels sicherzustellen. Verbunden mit einer sinnvollen Aufklärung der Kunden (und vielleicht sogar der Erstellung von Addons für beliebte E-Mail-Software, die dann die Signatur überprüfen) könnte eine solche Maßnahme wie keine zweite einen Phishing-Sumpf austrocknen, der übrigens auch die Reputation PayPals als die eines „sicheren Zahlungsdienstleisters“ beschädigt. Erfreulicherweise würde eine digitale Signatur von E-Mail noch nicht einmal Geld kosten, aber Schäden in einer derzeit nur PayPal genauer bekannten Größenordnung abzuwenden helfen.

PayPal ist dazu nicht bereit. PayPal scheint wichtigere Anliegen und Pläne als den Kampf gegen die Internetkriminalität zu haben. Das ist schade. Leider kann ich es auch nicht ändern. PayPal könnte es ändern. Aber dort hat man ja leider wichtigere Anliegen und Pläne. Ja, ich werde etwas ätzend, ich merke es ja selbst…

Aber wenn man die E-Mail schon nicht digital signiert, obwohl das kein Geld kostete und mit relativ geringem Aufwand durchführbar wäre, dann kann man doch wenigstens die verlinkten Seiten in der eigenen Domain halten, die jedem PayPal-Kunden vertraut sein sollte.

Ich kann durchaus verstehen, wenn man die Website unter www (punkt) paypal (punkt) com leicht durchschaubar halten möchte und sie deshalb nicht mit solchen Texten „vollmachen“ mag. Aber auch dafür gibt es eine einfache, kostenlose und weisere Lösung, nämlich die Verwendung einer anderen Subdomain. Die Links aus einer derartigen E-Mail würden dann zum Beispiel in eine dafür vorgesehene Domain tos (punkt) paypal (punkt) com gehen, und es wäre klar, dass diese Domain vom Betreiber der Domain paypal (punkt) com eingerichtet wurde. Neben der Kostenlosigkeit eines solchen Vorgehens hätte dies sogar noch einen weiteren Vorteil: Die DNS-Konfiguration für eine zweite Domain würde wegfallen, an ihre Stelle träte eine einzige zusätzliche Zeile in der Konfigurationsdatei für die Domain paypal (punkt) com.

Es hätte also nur Vorteile, wenn man es so machte. Und man müsste schon ein bisschen dumm sein, wenn man es anders machte – etwa so, wie PayPal es hier in seiner E-Mail mit der Mitteilung geänderter AGB vorgemacht hat.

Vor allem, weil ein Mailclient den Empfänger dann auch gleich in rotesten Alarmfarben vor Phishing warnt, weil es nicht nur dumm wäre, sondern auch wie Phishing aussähe. Oh, es wäre ja nicht nur dumm. Der Konjunktiv ist eine Möglichkeitsform, aber diese E-Mail ist bittere Realität. Es ist dumm. Egal, aus welchem Blickwinkel man es betrachtet, sieht es bei genauerem Hinschauen nur immer dümmer aus.

Und es nützt nur der Organisierten Kriminalität.

Sonst hat niemand einen Nutzen davon. Ganz im Gegenteil.

Ich sage ja: Es ist dumm. Es ist gefährlich und unverantwortlich dumm, was PayPal hier tut. Und es wäre gut für alle, wenn PayPal klüger vorginge.

Leider ist diese Dummheit bei PayPal regelmäßig und offenbar völlig beabsichtigt. Meinem Offenen Brief vom 10. Januar 2014 habe ich auch heute kein weiteres Wort hinzuzufügen.

Kontoeinschränkung – Bitte bestätigen Sie Ihre Daten

Freitag, 11. August 2017

Das ist mal ein bisschen anders…

Von: „PayPal Service Team“ <service.team@paypal.de>

Sollte diese Nachricht nicht richtig angezeigt werden, klicken Sie bitte hier

Natürlich ist der Absender gefälscht, und zwar zur Abwechslung einmal so, dass naive Menschen wirklich daran glauben können, die Mail käme von PayPal. Und natürlich ist da nicht mehr in der Spam, was dargestellt werden könnte. Der Link führt auch nicht zu PayPal, sondern er ist über den beliebten URL-Kürzer Bitly maskiert, um Spamfiltern die Arbeit zu erschweren.

PayPal würde niemals einen Link auf die eigene Website in einer E-Mail über Bitly kürzen. Zum einen gibt es dafür keinen technischen Grund, die Textlänge in einer E-Mail ist ja nicht beschränkt, und sollten kürzere Links (etwa für die umbruchlose Darstellung in einer Reintextmail – die vorliegende Spam ist HTML-formatiert, so dass sich das Problem gar nicht stellt) doch einmal gewünscht sein, so könnte PayPal nahezu mühelos einen eigenen Weiterleitungsdienst für eigene Zwecke implementieren. Und zum zweiten würde PayPal damit die Zugriffe seiner Kunden auf die PayPal-Website für einen Dritten, nämlich Bitly, trackbar machen. So etwas ist eine ganz schlechte Idee, wenn es um Geld geht. So etwas macht mit Sicherheit niemand, der einen Zahlungsdienst anbietet.

Der so maskierte Link führt nach der Weiterleitung durch Bitly…

$ lynx --mime-header http://bit.ly/2ftsROw | grep ^Location
Location: http://paypal.de-account-aktualisierung.gdn/
$ _

…schließlich in eine Website in eine Subdomain von de (strich) account (strich) aktualisierung (punkt) gdn, die natürlich nicht die Domain von PayPal ist. Die Subdomain paypal kann darüber nur bei Menschen hinwegtäuschen, die überhaupt keine technischen Kenntnisse mehr haben… oh… das sind wohl beinahe alle Menschen aus der „Generation Smartphone“. Jeder, der eine Domain verwaltet, kann dort beliebige Subdomains einrichten.

Ich hätte ja gern meinen obligatorischen Screenshot der mutmaßlichen Phishing-Site¹ gemacht, aber…

$ host paypal.de-account-aktualisierung.gdn
paypal.de-account-aktualisierung.gdn has address 136.243.175.176
$ ping -c 16 -W 5 136.243.175.176
PING 136.243.175.176 (136.243.175.176) 56(84) bytes of data.

--- 136.243.175.176 ping statistics ---
16 packets transmitted, 0 received, 100% packet loss, time 14996ms

$ _

…der von den Spammern gemietete Server scheint schon abgeklemmt worden zu sein. Dafür einen warmen Dank an die Hetzner Online GmbH. So schnell müsste das immer gehen! 😉

Grundsätzlich gelten jedoch drei Dinge, denn so viel Glück wird man nicht immer haben:

  1. PayPal versendet solche E-Mails nicht. Die E-Mail von PayPal ist ohne weiteres Geklicke lesbar. PayPal ist dazu imstande, eine E-Mail zu verfassen, in der man den Text auch lesen kann. Jeder aufgeweckte Achtjährige ist nämlich dazu imstande. Warum sollte PayPal im Kontakt zu seinen Kunden hinter dieses Niveau zurückfallen?
  2. PayPal wird niemals einen Link auf die eigene Website über einen externen Kürzer wie Bitly maskieren und damit ohne technischen Grund einem Dritten eine Datensammlung über den Zugriff auf die Website eines Finanzdienstleisters ermöglichen. So etwas machen wirklich nur Spammer, die verhindern wollen, dass die von ihnen benutzten Domains binnen weniger Viertelstunden auf den einschlägigen Blacklists stehen, so dass ihre Spams nicht mehr ankommen.
  3. Wenn man sich angewöhnt, niemals in eine E-Mail zu klicken, sondern einfach die jeweilige Website direkt aufzurufen – die Webbrowser haben zu diesem Zweck seit 1994 eine ausgesprochen praktische Lesezeichenfunktion – dann kann man nicht auf Phishing über eine E-Mail hereinfallen und fängt sich übrigens auch nicht so leicht Schadsoftware ein, weil man keine Websites von spammenden Verbrechern besucht. Wenn es ein Problem bei PayPal, Amazon, eBay, Facebook, etc. gibt, dann wird man auf den jeweiligen Websites nach der Anmeldung deutlich darauf hingewiesen. Es besteht kein Grund, in die E-Mail zu klicken, aber es ist gefährlich.

Diese Spam ist ein Zustecksel meines Lesers M.S. – Danke!

¹Es ist nicht sicher, dass es sich hier um Phishing handelt – im Moment ist wieder sehr viel Schadsoftware unterwegs, die ebenfalls in kurz gefassten E-Mails, dort allerdings meist als Anhang, transportiert wird.