Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Schlagwortarchiv „Malvertising“

Angriff der Nerv-Popups

Freitag, 11. August 2017

Hier geht es nicht um eine Spam, sondern um eine Leseempfehlung und einen Link auf einen Artikel bei Heise Online zu einer derzeitig laufenden, auf Smartphones gerichteten, ausgesprochen asozialen und spam-artigen Werbemethodik, die einem selbst auf seriösen Websites begegnen kann.

Es gibt kaum ein Entkommen: Von Ebay bis Boredpanda, von Reuters.com bis taz.de – auf zahlreichen reputablen Seiten tauchen in den letzten Monaten Pop-Ups auf, die sogar oft von einem Vibrationsalarm begleitet werden. „Glückwünsche! Google Benutzer!“, heißt es dort zum Beispiel. „Sie wurden als Sieger des heutigen iPhone 7, € 500 Amazon oder Samsung Galaxy S7 ausgewählt! […] Auch die Mainzer Firma Lead Spot Media, die hinter der Website smartphone-prize.de steht, bestreitet jede Kenntnis. Man lasse die Website durch Affiliate-Netzwerke bewerben, die gegen Provision Besucher auf die Seite lenken, erklärte Geschäftsführer Dennis Sauer telefonisch gegenüber heise online. Nun wolle sich die Firma bemühen, die Urheber der Werbekampagne zu identifizieren, die gegen die Werberichtlinien seiner Firma verstoße

Die Verwendung von wirksamen Adblockern ist und bleibt alternativlos – und Betriebssysteme, die eine Installation wirksamer Adblocker erschweren oder unterbinden, sind nicht benutzbar. Punkt. Selbst der Heise-Verlag – nach wie vor selbst davon abhängig, auf seiner Website Einnahmen über eingeblendete Werbung aus Drittquellen zu erwirtschaften – weist diesmal lobenswerterweise auf das Sicherheitsrisiko durch derartige Ads hin, was leider eine Ausnahme ist:

Die Urheber haben bewiesen, dass sie nach Belieben Skripte auf seriösen Seiten unterbringen können. Falls die Provisionen aus dem Direktmarketing nicht mehr fließen, könnten sie sich nach anderen Einnahmequellen umsehen

Erpressungstrojaner sollen zurzeit etwa ein gutes, einträgliches Geschäft sein, habe ich mir sagen lassen – und ein erheblicher Anteil der Mobilgeräte hat riesige, leicht ausbeutbare Sicherheitslöcher. Das Antivirus-Schlangenöl wird bei der ersten Welle nicht helfen. Das hilft nur gegen bekannte Schadsoftware (und auch das tut es nicht zuverlässig). Natürlich werden die Verbrecher ihre kriminellen Attacken mit den gängigen Antivirus-Programmen austesten. Die Verbrecher sind ja darauf angewiesen, dass ihre Attacken funktionieren; sie leben schließlich davon.

Und deshalb ist ein wirksamer Adblocker völlig alternativlos. Ein wirksamer Adblocker ist ein Adblocker, der sämtliche Ads blockt, statt gewisse, angeblich „weniger nervige und asoziale“ Ads durchzulassen, wenn Werbefirmen (also professionelle Lügner) dafür bezahlen. Ein wirksamer Adblocker unterbindet einen wichtigen, gefährlichen und schon vielfach kriminell ausgebeuteten Verbreitungsweg an der Wurzel, statt wie das Antivirus-Schlangenöl zu versuchen, erst nachträglich eine mögliche Schadsoftware zu erkennen, sie zu isolieren und ihre Ausführung zu unterbinden.

Ich erkläre es noch einmal ganz plump und hoffentlich für jeden Menschen unmittelbar verständlich: Natürlich könnte man sich vor einer Vergiftung „schützen“, indem man regelmäßig gewisse Dosen eines Gegengiftes einnähme und die damit verbundenen Nebenwirkungen in Kauf nähme. Dieser Schutz wäre allerdings recht dumm. Besser und intelligenter ist es, wenn man das Gift gar nicht erst einnimmt und sich die Belastung und das dauerhafte Risiko durch das Gegengift erspart. Ein Antivirus-Schlangenöl ist ein präventiv eingenommenes Gegengift, und die Nebenwirkungen dieses Gegengiftes können durchaus erheblich sein. Die Verwendung eines wirksamen Adblockers bedeutet hingegen, dass man das über Werbenetzwerke eindringende Gift gar nicht erst einnimmt.

Deshalb sind wirksame Adblocker vollkommen alternativlos. Sie sind die beste Lösung gegen das so genannte Malvertising, also gegen den Schadsoftwaretransport über Werbenetzwerke – und auf den Schutz vor Träcking und Überwachung, der Adblocker bereits zur vernünftigen Wahl macht, bin ich dabei noch nicht einmal eingegangen. Es ist dumm und unverantwortlich, keinen wirksamen Adblocker zu benutzen, wenn man sich im Web bewegt. Es ist dumm und unverantwortlich, Betriebssysteme zu benutzen, die die Benutzung von wirksamen Adblockern erschweren oder unterbinden. Macht das bitte niemals!

Und nein, ein „eingebauter Adblocker“ im Webbrowser des größten Trackers, Menschenüberwachers und Werbevermarkters der Welt ist kein wirksamer Adblocker. Ein wirksamer Adblocker blockt ausnahmslos sämtliche Werbung.

Und wieder: Warum man niemals ohne Adblocker surft

Mittwoch, 16. März 2016

Keine Spam, sondern nur ein Hinweis auf eine aktuelle Meldung bei Heise Online:

Unbekannte haben Ende vergangene Woche ein Werbe-Netzwerk kompromittiert, um darüber manipulierte Werbe-Anzeigen an Webseiten auszuliefern. Davon sollen die Internetauftritte von AOL, BBC und The New York Times betroffen sein. Über diesen Weg sollen bereits zehntausende Besucher mit Malware wie Erpressungs-Trojanern infiziert worden sein, warnen Malwarebytes und TrendMicro

Adblocker sind eine elementare und unverzichtbare Sicherheitssoftware, die diesen Infektionsweg an der Wurzel unterbinden, noch bevor das Antivirus-Schlangenöl versagen kann.

Surfen sie niemals ohne Adblocker! Es ist gefährlich.

Schalten sie niemals den Adblocker aus, weil der Betreiber einer Website sie (zuweilen recht aufdringlich) darum bittet oder ihnen gar den Zugang mit aktiviertem Adblocker verweigert! Sie würden ja auch nicht ihr Antivirus-Programm oder ihre Firewall abschalten, weil sie in einem anonymisierenden Medium darum gebeten werden.

Aggressiv vorgetragene Kampagnen der Contentindustrie, dass Nutzer ihre Adblocker ausschalten sollen, sind leider nichts Neues. Noch immer ist gültig, was ich vor nunmehr fast drei Jahren darüber geschrieben habe – einschließlich meines Hinweises, unter welchen Bedingungen eine derartige Aufforderung überhaupt erst diskutabel werden kann.

So lange diese Bedingungen nicht hergestellt werden, lassen sie sich keinen Sand in die Augen streuen und setzen sie nicht ihre Computersicherheit aufs Spiel, nur, damit das unseriöse Geschäftsmodell anderer Leute besser funktioniert! Fallen sie nicht auf Werbung und nicht auf den hässlichen Bruder der Werbung, den Journalismus, herein und lassen sie sich nicht verdummen!

Und beachten sie bitte: Die Websites, die mit ihren Werbeeinblendern zum Helfershelfern der Organisierten Kriminalität geworden sind, werden dafür nicht haftbar gemacht. Die Folgen ihres verantwortungslosen Handelns sind Journalisten und Presseverlegern leider egal.

Warum man niemals ohne Adblocker surft

Mittwoch, 9. Dezember 2015

Hier geht es nicht um eine Spam, sondern um einen weiteren Beleg für die Tatsache, dass es sich beim Adblocker um eine unverzichtbare Sicherheitssoftware handelt und dass es gleichermaßen leichtsinnig, verantwortungslos und dumm ist, keinen wirksamen Adblocker im Browser zu verwenden:

Experten von Malwarebytes berichten, dass das Streaming-Portal Dailymotion über Ihre platzierte Werbung, dass gefährliche Angler-Exploit-Kit an seine Besucher ausgeliefert hat

Bitte im verlinkten Artikel weiterlesen!

Diese Übernahmen von Computern durch Schadsoftware in ausgelieferter Werbung (die auch auf renommierten Websites auftreten kann) werden durch einen Adblocker an der Wurzel verhindert, und zwar selbst dann, wenn das Antivirus-Programm bei der Erkennung der Schadsoftware versagt. Letzteres ist der Regelfall bei Schadsoftware, die über Werbenetzwerke ausgeliefert ist, denn dabei handelt es sich meist um die neueste Brut der Kriminellen.

Die oben verlinkten „Experten der Provider-Initiative“ haben es leider nicht für nötig befunden, auf diesen einfachen Sachverhalt hinzuweisen. Dabei kann es sich um Unwissen handeln, was auch die weiteren Tipps in diesem Artikel zu einem laienhaften Geschwätz entwerten würde. Oder es kann sich um eine Interessenüberschneidung handeln, und damit um die zwischen den Zeilen zu lesende Mitteilung: „Wir vom Verband der Internetwirtschaft e.V. tun zwar gern so, als seien wir um ihre Computersicherheit bemüht, sind dies aber nur insoweit, wie es unseriöse¹ und kriminalitätsfördernde Geschäftsmodelle unserer Mitglieder nicht tangiert“. Ich persönlich halte Letzteres für wahrscheinlicher.

Also: Verwenden sie überall und ausnahmslos Adblocker!

Nachtrag: Ich bitte darum, auch die Antwort des Botfrei-Teams in den Kommentaren zu lesen. Meine gallehaltige Anmerkung bleibt hier aus Archivgründen stehen. ;)

¹Die Vergällung erwünschter Inhalte mit unerwünschten Inhalten ist kein seriöses Geschäftsmodell und hat angesichts der sich gegenwärtig entwickelnden Internet-Kriminalität keine Zukunft.