Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Schlagwortarchiv „Geschenkkarte“

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Mittwoch, 8. Juli 2020

Von: Amazon <pjwsggjv@ticonsiglio.online>

So so, Amazon. Dass die aber auch immer noch keine eigene Domain haben! 😀

amazon

gives
10 000 Gift Card

Lustig, die verschenken wegen der Reklamewirkung Karten zum Umsonsteinkaufen, aber machen gar keine Reklame damit, so dass es gar keine Reklamewirkung gibt. Und schließlich kommen diese Karten sogar bei mir an, der ich mit Amazon aus vielerlei Gründen weder etwas zu tun habe noch jemals etwas zu tun haben will. Was diese Gründe sind? Na, nehmt mal die Suchmaschine eures Vertrauens¹ und sucht mal raus, wie Amazon seine Mitarbeiter miss… ähm… behandelt und „entlohnt“! Das ist angesichts des Reibachs, den dieser… sorry… vampiristisch-ausbeuterische Scheißladen macht, einfach nur widerlich und asozial. Ich wünsche mir eine Zeit zurück, in der solche vampiristischen Ausbeuter bestreikt und boykottiert werden, bis sie in den Rahmen einer erträglicheren Werteordnung zurückkehren, statt dass man für eine Handvoll eingesparter Groschen die noch bestehenden Alternativen kaputtgehen lässt. 🙁

Aber es geht hier ja gar nicht um Amazon, sondern um eine Spam, die gar nicht von Amazon kommt. Eine Spam, die bei jedem ankommen kann. Sogar bei mir. Die Geschenkkarte, mit der hier Menschen zum Klick in eine Spam gebracht werden sollen, ist natürlich eine Lüge. 🎣🤥

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face value of gift cards is 15$, 30$ and 50$
Amazon, Steam, Itunes, PlayStation, Xbox, Paypal, Spotify & GooglePlay gift cards avalible

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Natürlich geht der Link nicht zu Amazon, denn die Spam kommt ja auch gar nicht von Amazon, sondern in ein mutmaßlich gecracktes WordPress-Blog, weil Spammer und Werber nicht so gern direkte Links setzen. Von dort geht es dann weiter zu…

$ lynx -mime_header http://jegyvasarlas.tropicarium.hu/wp-content/mailr.php | grep -i ^location:
Location: http://amozon.info/
$ _

…“Amozon“, nicht zu Amazon. Dort gibt es eine impressumslose Website, auf der man angeblich allerlei Geschenkkarten geschenkt bekommen kann:

Screenshot der betrügerischen Website

Wer darauf reinfällt, bekommt eine ordentliche Portion Javascript-Blendwerk zu sehen und soll anschließend…

…auf einer impressumslosen Website ohne Datenschutzerklärung, die in einer E-Mail-Spam verlinkt wurde, einen Datenstriptease vor irgendwelchen Unbekannten machen, weil die ihm so schön in der E-Mail und mit ihrem Javascript-Getue belogen haben. Anzugeben sind dabei Name, Vorname, E-Mail-Adresse, Anschrift, Wohnort, Land, Staat, Postleitzahl und Telefonnummer. Wer mir nicht glaubt, dass das eine ganz schlechte Idee ist – ich bin ja nur ein dahergelaufener Blogger und so ein asozialer E-Mail-Spammer ist ja viel vertrauenswürdiger – frage bitte einfach mal bei der Polizei! 👮

Aber nicht darauf reinfallen! ⛔

Was Verbrecher mit den Daten machen? Die Identität irgendwelcher Dritter für betrügerische Geschäfte aller Art missbrauchen. Deshalb gibt man nicht jedem Honk mit Website seine persönlichen Daten und ist nach Möglichkeit auch bei angesehenen Unternehmen sehr zurückhaltend mit jeder Datenpreisgabe. Dass man selbst mit seinen Daten sparsam umgeht, ist nämlich der einzige Datenschutz, der auch funktioniert. Alles andere sind billige Worte und/oder Glauben an die Versprechen eines Dritten in einem technischen und anonymisierenden Medium. Und daran zu glauben ist eben nicht so schlau. 🤔

Ich habe mir das nicht weiter angeschaut, aber ich wäre nach dieser ganzen Präsentation keineswegs überrascht, wenn man im nächsten Schritt auch noch irgendwo klicken muss, „um seine Angaben zu verifizieren“ oder „um den Hack freizuschalten“, und damit ist dann ein Abonnement verbunden, zum Beispiel für Händi-Nichtswertdienste (man soll ja auch seine Telefonnummer angeben). So ein Abonnement kostet schnell mehr als zwanzig Euro im Monat, ist aber gar nicht mehr so leicht abzubestellen, wenn man nicht weiß, wie und bei wem man es „bestellt“ hat. Oder vielleicht auch fünf davon. Affiliate-Geld nehmen Spammer ja auch immer wieder gern, und irgendwelche halbseidenen Klingeltonkönige sind nicht sehr wählerisch in der Auswahl ihrer Affiliates. Leider sind sie nicht haftbar für die Taten ihrer Geschäftspartner, und deshalb wird diese Art Geschäft mithilfe krimineller Spammer wohl auch noch so lange laufen, bis die Mutter der Dummen nicht mehr schwanger wird. 🤰

Von der völlig korrupten Politik und ihrem „Verbraucherschutz“ brauchen wir in der „marktkonformen Demokratie“ (A. Merkel) gar nichts zu erwarten, und genau so wenig von den diversen Unternehmen, die für ein paar Cent Gewinn jede erfreuliche Zivilisation und Zurückhaltung hinter sich lassen. Außer vielleicht, dass das Internet immer umständlicher und nerviger in der alltäglichen Benutzung wird, wenn es schon keinen gesetzlichen Schutz vor asozialen und abzockerischen Machenschaften aller Art gibt. Niemand müsste jemals eine Cookie-Warnung² wegklicken, wenn site-übergreifendes Tracking ganz einfach verboten und energisch strafverfolgt würde. Und ich müsste für dieses kaum Daten speichernde Blog keine Datenschutzerklärung schreiben, wenn Stalking auch im Internet eine Straftat wäre, und nicht etwas, was man mit einem erzwungenen Klick auf die Lüge ☑️ „Ich habe die Erklärung zum Datenschutz und die Nutzungsbedingungen gelesen und bin damit einverstanden“ automatisch legalisieren kann. 🤮

Ach! 🤬

In collaboration with a marketing blog:
http://jegyvasarlas.tropicarium.hu/wp-content/mailr.php

Wenn man einen Blog anderer Leute crackt, nennt man das heute „Zusammenarbeit“. In diesem Sinne, Spammer, möchte ich gern mal mit dem stumpfen Gegenstand bei dir vorbeischauen und ein bisschen mit dir zusammenarbeiten. 🥊

Sponsored by: https://www.amazon.com

Diese E-Mail-Spam hat auf ihrem Weg durch das Internet niemals einen Server von Amazon gesehen. Aber was erwartet man von Spammern und Lügnern?

¹Ich empfehle immer noch DuckDuckGo.

²Inzwischen spielen Cookies für das site-übergreifende Tracking nur noch eine untergeordnete Rolle. Wer Javascript zulässt, liefert eine hinreichend eindeutige ID über Browser-Fingerprinting. Trotzdem sind die Gesetze gegen Cookie-Missbrauch weiterhin in Kraft. So ist das eben, wenn man nicht die Krankheit kurieren will, sondern nur die Symptome.

Your-Amazon $25-GiftCard – Complete-Our Brief Survey

Donnerstag, 1. Mai 2014

Diese Spam kommt mit dem Absender amazonrewards (at) yourgiftcardsurvey (punkt) us und geht auch an reine Honigtopf-Adressen, die nur im Internet herumliegen, damit sie von den Harvestern der Spammer gefunden werden. Es handelt sich also die ganz gewöhnliche Streumunition der Spammer. Amazon hat damit selbstverständlich nichts zu tun, die Firmierung wird von den Verbrechern nur missbraucht, um etwas Reputation abzustauben. Was dieser Firmierungsmissbrauch für Amazon bedeutet, ist den Spammern egal.

Amazon-Appreciation GiftCard-Notice.

Schön, und meine Antwort ist eine Verlautbarung des Kaisers von China.

Correspondence ID #2546659
Dear gammelfleisch (at) tamagothi (punkt) de

Weder ist irgendeine Zufallszahl noch eine Mailadresse – dass ihr die kennt, sehe ich schon daran, dass ich darüber eure Spam empfange – ein adäquater Ersatz für eine persönliche Anrede.

We want to show your our appreciation…

With a $25-Amazon-GiftCard!

Visit here to take our short-survey & receive your gift-card!:
http://host.yourgiftcardsurvey.us

Das ist aber „nett“ von euch.

Und wo ist mein Geschenkgutschein, wenn ich auf euren Dreckslink klicke? Stattdessen gibt es einen ganz anderen „Gutschein“ (in einem sehr skurillen Sinn des Wortes), und der sieht so aus:

Screenshot der betrügerischen Website: Aktualisiere jetzt deinen Media-Player (Empfohlen)

Nein, dieser tolle Hinweis, man möge ganz dringend empfohlenermaßen irgendeinen Player auf die neue Version bringen, hat – trotz des Farbschemas, das zu gern diesen Eindruck erwecken würde – nichts mit einem Adobe-Produkt zu tun…

Ich kann mir jetzt also völlig kostenlos Software von einer Website runterladen, die mir ein Spammer mit einem Link in einer Spam angedreht hat. Und wer jetzt wegen des Köders mit einem 25-Dollar-Gutschein dumm und gierig geworden ist und deshalb nach gibberigem Überfliegen des Textes glaubt, nach „Die Aktualisierung dauert mit Breitband weniger als eine Minute“ endlich eine blöde Umfrage zu bekommen, der klickt da drauf und liest nicht, was da kontrastarm schwarz auf dunkelgrau in der Seite steht – ich gebs mal für den gesteigerten Genuss in seiner vollen Pracht deutlich besser lesbar wieder:

Media-Player vertreibt „Custom Installationen“, die sich von den ursprünglich vertriebenen Installationen unterscheiden. Diese neuen Installationen entsprechen den Richtlinien und AGB der Original-Hersteller. Media-Player ist ein Installations-Manager, der die Installation der von Ihnen gewählten Software verwaltet. Neben der Verwaltung des Downloads und der Installation bietet der Media-Player kostenlos beliebte Software, die Sie interessieren könnte. Diese zusätzliche Software umfasst Toolbars, Browser-Add-ons, Spiel-Anwendungen, Anti-Virus-Anwendungen und andere Anwendungen. Sie brauchen keine zusätzliche Software installieren, um die Installation der ausgewählten Software abzuschließen. Sie können die Programme jederzeit in Windows „Programme hinzufügen / entfernen“ löschen

„Media-Player“ ist also, anders als der Name für diesen digitalen Tand vermuten lassen könnte, nicht etwa ein Mediaplayer, sondern ein Installer, der jede Menge weiterer Beglückungsideen dieser Spammer aus dem Internet nachlädt und installiert, ohne uns mit einer genaueren Information zu erfreuen, was das für ein Dreck ist. Es könnte einiges sein, was schon im Text angedeutet ist. Zum Beispiel Spiele. Oder Toolbars, davon kann man ja nie genug im Browser haben, sonst hat man am Ende noch Platz im Fenster übrig, um Webseiten zu betrachten. Oder Browser-Addons, die bei Käufen im Internet irgendwelche kriminellen Typen Geld über Affiliate-Programme mitverdienen lassen, indem sie Links manipulieren. Oder Scareware, die in alarmierenden Meldungen so tut, als habe die kostenlose Version schröckliche Viren auf dem Rechner gefunden, die man mit der Vollversion für wenige Euro-Banknoten beseitigen kann. Es kann aber auch etwas anderes sein. Zum Beispiel die Antwort auf die Frage, wie man sich eigentlich diesen fiesen Erpressungs-Trojaner einfangen kann.

Das hier sind nämlich Downloads von kriminellen Spammern, die irgendwelche von Websites eingesammelte Mailadressen zumüllen. Niemand glaube, dass es von diesen Spammern irgendetwas Hübsches, Brauchbares oder Erwünschtes gäbe. Davon leben die nicht. Die leben davon, dass sie die Unerfahrenheit und Dummheit anderer Menschen ausbeuten.

Ich habe es mir mal erspart, mich weiter durch die Dreckssite dieser Leute zu klicken. Es würde mich nicht wundern, wenn die auch noch wollen, dass man für den Download ihres kriminellen Mülls persönliche Daten angibt. Spammer können damit ja immer etwas anfangen…

Thank-You!

Vor meinem Arsch ist auch kein Gitter!

Eine Spamflut ist es

Von dieser Machart der Spam gibt es im Moment unfassbare Mengen, die hier herausgepickte ist nur ein Beispiel. Die gleiche Machart lässt sich an der Anrede mit der Mailadresse und der im Text angegebenen Zufallszahl erkennen. Andere Betreffzeilen sind etwa (unvollständige Liste):

  • Re: HomeDepot Replacement-Windows New Special: 30-Apr-2014
  • Over-12k All-New Shed Building-Guides! Step by Step
  • Article – Say Goodbye to Diabetes FOR GOOD – in Only-Three-Weeks
  • Re: Updated-LifeInsurance-Payment: [Policy No. 3142]
  • RE: Your-score has recently been-changed. See-new correspondence.
  • Re: Updated AutoInsurance-Payment: 4/29/2014

Die Köderbandbreite dieser Streumunition ist also erheblich. Es werden übrigens auch Unmengen verschiedener Websites verwendet.

Daneben gibt es noch einige weitere Spams, bei denen ich nicht mit abschließender Sicherheit sagen kann, dass sie von der gleichen Bande kommen, weil trotz gewisser Ähnlichkeiten das Merkmal einer sinnlos aufgeführten Nummer fehlt. Zumindest ist sicher, dass es sich um Spam handelt… und mit Spam kommt niemals etwas Gutes.