Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Schlagwortarchiv „Sparkasse“

Wichtige Kundendurchsage

Mittwoch, 29. März 2017

Vorab: Diese E-Mail kommt nicht von der Sparkasse. Es ist eine Spam. Die Sparkasse schreibt solche E-Mails nicht. Der Absender…

Von: Sparkassen-Finanzgruppe <noreply-65454@sparkassen-finanzgruppe.de>

…ist gefälscht. Nicht darauf oder auf ähnliche Spam reinfallen! Alle Daten, die nach einem Klick auf der verlinkten Website eingegeben werden, gehen an Kriminelle, nicht an die Sparkasse.

Sparkasse Finanzgruppe
Wichtige Kundendurchsage
Datum: 26.03.2017

[Die Spam ist vom letzten Sonntag, also schon drei Tage alt.]

Hui, eine „Kundendurchsage“. Da fühlt man sich ja wie im Supermarkt, wenn das konsumfördernde Bandgedudel von einer scharfen und deutlich lauteren Stimme unterbrochen wird: „Bitte beachten sie auch unser Frischfleischangebot des Tages“ nebst Ansage der verbilligten Preise für das Gammelfleisch, das gerade ganz schnell raus muss.

Genau die Vorstellung, die an eine Sparkasse erinnert.

Und, was wird jetzt durchgesagt?

Guten Tag Vorname Nachname,

Erstmal der Name. Im Original stand hier der Vorname und der Nachname des Empfängers. Was dort allerdings nicht stand, war die Kontonummer, um die es geht – denn gar nicht so wenige Menschen unterhalten mehrere Bankkonten. Aber woher sollte der Spammer eine Kontonummer wissen? Die ist doch bei den großen Datenschleudereien der letzten Jahre nicht bekannt geworden. Also kann er keine Kontonummer nennen.

Merke: Wenn ein Kreditinstitut eine Mitteilung zu einem Konto macht, dann steht immer die betreffene Kontonummer dabei. Wenn die Kontonummer nicht erwähnt wird, handelt es sich entweder um Spam oder um Reklame ihres Kreditinstitutes, also um dumme Kommunikationsversuche, die ohne weitere geistige Anstrengung und Lebenszeitvergeudung gelöscht werden können.

in den nächsten Tagen erfolgt eine Aktualisierung unserer Sicherheitsnetzwerke bezüglich des Online-Bankings.

Schön, aber was habe ich damit zu tun? Die Herstellung der Sicherheit ist genau so eine Angelegenheit der Bank wie der Aufbau und die Unterhaltung von Filialen und die technische Vorsorge, dass man sich am Geldautomaten nicht mit einem kleinen Trick den Jackpot im Form einer zügigen Ausgabe sämtlicher bunter Läppchen ziehen kann. Der Kunde bekommt von solchen Dingen nichts mit. Warum auch? Er hat ja auch nichts damit zu tun.

Dabei wird insbesondere die Gewährleistung Ihrer Sicherheit eine große Rolle spielen.

Schön, aber was habe ich damit zu tun? Ach, ich wiederhole mich. ;)

Damit die Aktualisierung allerdings bei Ihnen ausgeführt werden kann, ist eine Bestätigung Ihrer Daten erforderlich, um die Sicherheitsstandards zu erfüllen.

Aha, das funktioniert jetzt angeblich nur, wenn ich gegenüber der Spaßkasse Daten „bestätige“, die die Spaßkasse längst hat. Es ist der Spaßkasse nicht möglich gewesen, sich selbst darum zu kümmern, obwohl die Daten bei der Spaßkasse vorliegen. Und es ist völlig unklar, bei wem dadurch welcher „Sicherheitsgewinn“ entstehen soll, denn es ändert sich ja nichts an der Datenhaltung der Spaßkasse, wenn man dort längst bekannte Daten noch einmal eingibt.

Diese völlig unlogisch klingende und von einem Menschen mit nur durchschnittlichem technischen Verständnis als lachhaft empfundene Behauptung der Spaßkasse ist der klassische Bullshit-Grund, den Phisher in ihren Spams anführen, um den Empfängern zu erklären, warum sie jetzt ihre ganzen Bankdaten noch einmal in einer Website angeben sollten.

Wir leben zurzeit im Jahr 2017. Die erste derartige Phishing-Spam auf Bankkonten mit Online-Banking habe ich in der ersten Hälfte der Nuller Jahren gesehen. Dieser internetgetriebene Trickbetrug hat einen enormen Bart. Es ist eigentlich kaum zu glauben, dass noch jemand darauf hereinfällt – aber ich habe erst vor ein paar Wochen einen rd. sechzigjährigen Mann durchschnittlicher Intelligenz (also wahrlich kein Dummkopf!) erlebt, der in diesem Jahr auf eine derartige Phishing-Spam hereingefallen ist und der Organisierten Kriminalität neben den für einen kriminellen Identitätsmissbrauch hinreichenden persönlichen Daten einen vollen Zugriff auf sein Postbank-Konto gegeben hat. Er hatte tatsächlich vorher nicht ein einziges Mal vom Phishing und den dabei angewendeten Methoden gehört. Sicher, wenn er auf der Postbank-Website danach gesucht hätte, hätte er auch deutliche, allgemeinverständlich formulierte Hinweise in einer Übersicht technischer Begriffe gefunden [Dauerhaft archivierte Version der verlinkten Seite in der Postbank-Website]. Aber: Das Wort war für ihn ein Fremdwort, das er noch nie gehört hatte, bis er selbst zum Opfer der Kriminellen wurde. Wie hätte er auf die Idee kommen sollen, danach zu suchen?

Die Überheblichkeit der „Wissenden“ ist hier völlig fehl am Platze. Besser wären Versuche, jene zu erreichen, die noch nicht wissen. Versuche die man so lange wiederholt, bis jeder weiß, was Phishing ist und wie man sich davor schützt. Die Postbank scheint sich keine besondere Mühe gegeben zu haben, ihn als ihren Kunden darüber aufzuklären (zum Beispiel mit einer kleinen Broschüre, die zusammen mit der normalen Post immer wieder an alle Kunden versendet wird und die von ihrem Design her nicht nach müllwürdiger Reklame mit hochglanzlächelnden Glücksmotiven zum Postbank-Gelb, sondern nach wichtiger, Aufmerksamkeit erfordernder, lesenswerter Information aussieht). Vom Journalisten erwarte ich ja gar nicht mehr, dass er sich im mies bezahlten Ringen um contentindustrielle Werbeplatzvermarktung auch noch um die lebenspraktische Bildung seiner Leser bemüht, aber ein Kreditinstitut dürfte enorme Verluste durch den internetgetriebenen Betrug aller Art haben und sollte allein deshalb ein deutliches Eigeninteresse entwickeln.

Für die Verbrecher ist diese Passivität derer, die eigentlich ein Interesse an der Bekämpfung des Phishings haben müssten, ein unglaublicher Glücksfall. Sie können auch im Jahre 2017 immer noch ein paar Millionen Spams versenden und sich darauf verlassen, das sie hinterher zwanzig bis dreißig Bankkonten und Identitäten anderer Menschen für ihre Betrugsgeschäfte zur Verfügung haben. Die angebliche „Aufklärung“ der Kunden ist ein Feigenblatt, das nur jene erreicht, die schon ein gewisses Wissen um kriminelle „Geschäftsmodelle“ aus anderer Quelle erworben haben.

Klicken Sie diesbezüglich bitte auf die untenstehenden Fläche.
Sie werden daraufhin zu einer sicheren Seite der Sparkassen AG weitergeleitet. Weitere Schritte werden Ihnen auf der Seite mitgeteilt.

Zum Online-Banking

So so, „diesbezüglich“. Ein schönes Wörterbuch hat er, der Phisher.

Dieser – hier mit einem „Click here“ eingeleitete – Teil ist das wichtigste Erkennungszeichen für Phishing. Es soll auf einen Link in einer E-Mail geklickt werden (manchmal auch ein Anhang einer E-Mail geöffnet und ausgefüllt werden), um anschließend irgendwelche Daten zu „bestätigen“.

Genau das sollte man NIEMALS tun!

Wenn man es sich angewöhnt, die Website seiner Bank niemals über einen Link aus einer E-Mail aufzurufen, sondern sie immer direkt im Browser öffnet, kann man gar nicht auf Phishing hereinfallen. Die Webbrowser haben dafür praktische Lesezeichen, so dass man die URL seiner Bank nicht immer wieder von Hand eingeben muss.

Wenn man nach Empfang einer derartigen Mail – und es gibt Phishing-Mails, die deutlich besser als die hier vorliegende gemacht sind – die Website seiner Bank im Browser aufruft und sich dort wie gewohnt anmelden kann, ohne irgendeinen Hinweis zu sehen, dass man etwas tun muss, hat man einen Betrugsversuch erfolgreich abgewehrt. Wenn ein solcher Betrugsversuch gelingt und es auch zu einem Missbrauch der Identität durch die Verbrecherbanden kommt, kann das dem Betroffenen leicht mehrere Lebensjahre mit allerlei Ärger verhageln. Denn die Polizei schläft nicht, und wer als erstes ermittelt wird und nach einer Anklage wegen Betruges als Beschuldigter zur Aussage anreisen muss, ist klar: Der, dessen Name, Anschrift, Konto und Geburtsdatum verwendet wurde. Nebenbei darf man sich dann auch noch mit der Schufa streiten. Und mit allerlei Anwälten und Inkasso-Klitschen, die beidesamt sehr scharfe Briefe schreiben. Und dass es im Rahmen von Ermittlungen in Sachen gewerbsmäßiger Computerbetrug auch einmal zu einer Durchsuchung und Beschlagnahme von Geräten am Arbeitsplatz kommt und dass man das dann anschließend seinen Kollegen und seinem Chef erklären darf, ist gar nicht so selten. :(

Niemand will diese Art von Ärger. Deshalb ruft man die Website seiner Bank (und die von eBay, Amazon, PayPal und dergleichen) niemals auf, indem man in eine E-Mail klickt.

Der persönliche Aufwand, den man mit dieser sehr einfachen Vorsichtsmaßnahme hat, ist beinahe gar keiner: Man muss nur einmal die Startseite seiner Bank als Lesezeichen im Webbrowser speichern, fortan dieses Lesezeichen verwenden und um jeden Preis vermeiden, in E-Mails zu klicken, die aussehen, als kämen sie von der Bank. Es ist nicht einmal ein Komfortverlust. Aber es ist ein riesiger Sicherheitsgewinn – der sogar noch in solchen Fällen wirkt, wenn die Website der Bank einmal eine üble XSS-Sicherheitslücke haben sollte, die es Verbrechern ermöglicht, über einen präparierten Link eigenen Code im Kontext der Website der Bank auszuführen. (Nein, das ist keine rein theoretische Gefahr, sondern es ist schon einmal passiert.)

Und auch, wenn Wissende darüber lachen, sage ich es hier lieber noch einmal ganz deutlich: Antivirus-Programme helfen nicht gegen Phishing. Es gibt im Phishing keinen Schadcode, der eine Gefahr für die Computersicherheit darstellt. Phishing zielt nicht auf den Computer, sondern auf die Psyche, das Unwissen, die Unsicherheit oder die Angst des Anwenders.

Vielen Dank für Ihre Geduld und Ihr Verständnis in dieser Angelegenheit.

Vielen Dank für den pseudohöflichen Dank für Haltungen, die ich nicht habe. Vor meinem Arsch ist auch kein Gitter!

Diese E-Mail wurde automatisch generiert. Bitte antworten Sie nicht darauf.
Beachten Sie bitte, dass Ihre Mitteilung an uns via E-Mail nicht verschlüsselt wird.

Natürlich wurde die Spam automatisch generiert. Und ein paar Millionen weitere davon. Und natürlich ist eine E-Mail, die man nicht explizit selbst verschlüsselt, unverschlüsselt. Das heißt, dass sie…

Eine Kenntnisnahme durch Dritte ist daher nicht auszuschließen.

…jeder mitlesen (und sogar verändern) kann, weil sie offen wie eine Postkarte durch das Internet befördert wird. Dass Kreditinstitute mit ihrem doch etwas vertraulichen Geschäftsfeld auch im Jahre 2017 immer noch nicht dazu imstande sind, einen PGP-Schlüssel für die E-Mail-Kommunikation mit ihnen zu hinterlegen, ist auch so ein Hassthema von mir. Niemand würde einen Kontoauszug auf einer Postkarte akzeptieren, niemand würde eine Anfrage nach einem Beratungsgespräch wegen eines Darlehens oder einer Geldanlage auf einer Postkarte verfassen. Aber genau das muten Banken – und zwar nach meinem Kenntnisstand: Sämtliche Banken in der Bundesrepublik Deutschland – ihren Kunden bei der E-Mail-Kommunikation mit Bankmitarbeitern zu.

© 2017 Sparkassen-Finanzgruppe GmbH

Urheberrecht auf eine E-Mail. Fast so wertvoll wie ein kleines Steak. :mrgreen:

Handelsregisternr. HRB 91513B | USt-ID DE 214205098

Natürlich hatte die Sparkasse mit dieser Spam nichts zu tun.

Diese aktuelle Phishing-Spam ist ein Zustecksel meines Lesers B.S.

Ihr Zugang zu Ihrem Online-Banking läuft bald ab .

Montag, 26. Oktober 2015

Mit Punkt nach dem Betreff. Und mit Plenk vor dem Punkt. Das ist ganz sicher die Onlinebankingbank… :D

Der unbekannte Absender dieser HTML-formatierten Phishing-Spam ist übrigens der Meinung, dass sein Müll überzeugender aussieht, wenn er einfach fast den ganzen Text kursiv setzt. Ob er damit recht hat? Oder ob er einfach nur vergessen hat, das HTML-Tag wieder zu schließen… :mrgreen:

Lieber Kunde, Ihr Zugang zu Ihrem Online-Banking abgelaufen bald [sic!]. Wenn Sie wollen auch weiterhin mit diesem Service. [sic! Ja, hier ist ein Punkt] bitte auf den Link unten klicken. [sic! Noch ein Punkt] um Ihre Sicherheit Informationen manuell aktualisieren

https://banking.service-sparkasse.de/portal/Starten

Online-Banking ist ausgestattet. [sic!] mit einem umfassenden Sicherheitssystem , das gewährleistet, dass Ihre persönlichen Daten nicht decodiert oder durch nicht autorisierte Personen verändert werden. Nach Beendigung dieser Stufe. ein Mitglied unseres Kundendienst Kontaktieren Sie telefonisch [sic!], um Sie über den Status Ihres Kontos zu informieren und die Aktualisierung abzuschließen.

Bankgeschäfte, wo immer Sie sind! Verwalten Sie Ihre Konten / Einlagen und Online-Banking einfach, schnell und sicher aus dem Büro oder zu Hause. Unabhängig Stunden [sic!] – 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Sie benötigen lediglich eine Internetverbindung und aktivieren Sie Ihr Konto. [sic!]

Mit freundlichen Gruessen, Ihre Sparkasse Abteilung Konto Sicherheits [sic!]
sparkasse.de 2015 Alle Rechte vorbehalten. Vervielfältigung nur mit Genehmigung der Sparkasse -Finanzportal GmbH.

Ohne weitere Worte.

Sparkasse Online-Konto Aktualisierung

Freitag, 18. September 2015

Ein Qualitätsbetreff und dazu Qualitätsdeutsch:

Sehr geehrter Kunde,

Wir sind derzeit die Aktualisierung unserer Datenbank [sic!] und alle Online-Banking-Konten müssen aktualisiert und. [sic! Satz endet hier] Um können wieder aktiviert werden, auch weiterhin diesen Vorteil zu nutzen, bitten wir Sie Ihre Daten in den folgenden Link, um zu bestätigen:

Sparkasse Online-Konto Aktualisierung: Klicken Sie hier

Dank für Ihre Mitarbeit und Verständnis.

Mit freundlichen Grüßen.
Ihre Sparkasse Kundenservice.

Überflüssig zu erwähnen…

  1. …dass eine Sparkasse nicht solche E-Mails schreibt.
  2. …dass eine Sparkasse in jeden Brief und in jede E-Mail hineinschreiben würde, welche Sparkasse sie ist, denn es gibt derer viele.
  3. …dass niemand einen namentlich bekannten Kunden mit „Sehr geehrter Kunde“ ansprechen würde, wenn er den Kunden auch behalten möchte.
  4. …dass sehr viele Bankkunden mehrere Konten haben und dass deshalb in jeder Korrespondenz einer Bank die Kontonummer erwähnt würde, auf die sich der Vorgang bezieht.
  5. …dass die Website der richtigen Sparkasse nicht im Upload-Verzeichnis eines von Kriminellen gecrackten WordPress-Blogs aus den USA liegt.
  6. …dass es für jeden nur denkbaren Zweck vollkommen sinnlos ist, wegen einer technischen Änderung auf seiten einer Bank dieser Bank jede Menge Daten erneut angeben zu müssen, die diese Bank schon lange kennt und in vielfachen Sicherungskopien vorliegen hat.
  7. …dass der Linktext „Klicken Sie hier“ ein unzweifelhaftes Kennzeichen für Spam oder völlig unseriöse Werbung ist und immer alle Alarmglocken schrillen lassen sollte¹.

Aber was erzähle ich! Leider wird es trotzdem wieder nach Versand einiger Millionen von diesen Phishing-Spams zehn bis fünfzehn naive Menschen geben, die darauf reinfallen und damit Verbrechern ihr Konto für allerlei „Geschäfte“ zur Verfügung stellen. Oder vielleicht auch hundert bis hundertfünfzig. Oder sogar noch mehr. Das genaue Ausmaß dieses Wahnsinns kennen wohl nur die Banken und die Polizeien. Die Tatsache, dass die Phishing-Spams für Bankkunden heute zum größten Teil noch so genau dumm sind, wie sie es vor zehn Jahren auch schon waren, belegt nur eines: Dass diese Spams immer noch erfolgreich genug sind, so dass es sich für die Verbrecher schlicht nicht lohnt, ihre Verfahren zu verbessern.

Denn die geben sich keine Mühe. Sonst könnten sie ja gleich arbeiten gehen.

¹Führt bei mir direkt in den Spamordner. Fehlerkennungen: keine. Kein Mensch würde so einen dummen Linktext schreiben, wenn er sich auch nur eine Spur Gedanken macht, wie das beim Empfänger wirkt. Nur Werber und Spammer schreiben so.

Sparkasse Online-Konto Aktualisierung

Donnerstag, 13. August 2015

Sehr geehrter Kunde,

Genau mein Name!

HINWEIS: Zugriff auf Ihr Online-Konto läuft kurz.

HINWEIS: Zugriff auf das Spammerhirnchen läuft knapp.

Um weiterhin diesen Vorteil zu nutzen, bitten wir Sie Daten auf den folgenden Link, um zu bestätigen.

Sparkasse Online-Konto Aktualisierung: klicken Sie hier

Toll, in ein gecracktes WordPress-Blog! Da glaubt jeder – die Spam ist ja auch sprachlich wieder einmal extragut geraten – sofort an die Sparkasse und gibt deshalb in einem „Antrag“ lauter Daten ein…

Screenshot eines Details der Phishing-Seite

…die die echte Sparkasse schon lange kennt. Egal, was für einen Sinn das haben soll. So kommen Verbrecher an Konten anderer Leute und an Adressmaterial für betrügerischen Identitätsmissbrauch.

Gut, dass die meisten Phisher so stümperhaft sind.

Schlimm, dass es trotzdem zu funktionieren scheint.

Dank für Ihre Mitarbeit und Verständnis.

Mit freundlichen Grüßen.
Ihre Sparkasse Kundenservice.

Mit mechanischem Gruß vom Phisher.

Sparkasse Online-Konto Aktualisierung

Dienstag, 21. Juli 2015

Sehr geehrter Kunde,

Wir sind derzeit die Aktualisierung unserer Datenbank, Sparkasse zeigen, dass der Zugriff auf Ihr Online-Konto läuft kurz.
Um weiterhin diese Vorteile nutzen, bitten wir Sie Daten auf den folgenden Link, um zu bestätigen.

Sparkasse Online-Konto Aktualisierung: klicken Sie hier
Mit freundlichen Grüßen,

Ihr Sparkasse Kundenservice

Gibt es noch jemanden auf dieser Welt, dem nicht schon wegen der Sprache dieser Mail sofort klar ist, dass es sich um Phishing handelt? Jemand, der sich auch nicht darüber wundert, dass er vom dümmsten Linktext der Internetgeschichte „klicken sie hier“ nicht etwa in die Domain der Sparkasse, sondern in die Domain hospitalio (punkt) com (punkt) mx geführt wird, was übrigens spätestens beim Blick in die Adresszeile des Browsers deutlich sein sollte, wenn man in die Mail geklickt hat? Und der dann dort, auf so einer Seite…

Screenshot der Phishing-Seite

…der „Sparkasse“ eine Menge Daten mitteilt, die die richtige Sparkasse schon längst kennt, ohne sich zu fragen, welchen Zweck das haben könnte?

Nun, wenn es solche Menschen noch gibt, verstehe ich ehrlich gesagt nicht, dass die ein Konto führen können und geschäftsfähig sind. Vermutlich ist an solchen Leuten auch ein kleiner Link in die richtige Website der Sparkasse verschwendet:

Ihre Sparkasse wird Sie niemals dazu auffordern, aus einer E-Mail heraus Webseiten zu öffnen, um dort Kontodaten einzugeben.

Mehr muss ein Sparkassen-Kunde in dieser Sache nicht wissen – auch nützlich für den Fall, dass es mal gut vorgetragenes, wirklich gefährliches Phishing gibt: Alle E-Mails mit Links auf Seiten zur Dateneingabe sind nicht von einer Sparkasse. Was in der verlinkten Seite leider nicht so deutlich wird: Das gleiche gilt für Mailanhänge. Alle E-Mails, an denen ein Formular zur Dateneingabe angehängt wurde, sind ebenfalls nicht von einer Sparkasse – und völlig unabhängig davon sollten unverabredet zugestellte Mailanhänge generell niemals geöffnet werden, weil es sich um den zurzeit wichtigsten Verbreitungsweg für Schadsoftware handelt. (Und nein, ein Antivirus-Programm hilft in so einem Fall oft nicht. Das bedeutet im Zweifelsfall: Das Antivirus-Programm hilft überhaupt nicht. Also niemals einen unverabredet zugestellten Mailanhang aufmachen! Das hilft nämlich.)

Konto Aktivierungs-Hinweis‏‏‏‏‏

Mittwoch, 19. November 2014

Nach dem „gut“ gemachten Phishing gestern jetzt mal die Hausmannskost des Posteingangs: Mies gemachtes Phishing.

Von: Sparkasse <wlmott (at) embarqmail (punkt) com>

Wenn man schon eine Absenderadresse fälscht, könnte man ja darauf achten, dass sie wenigstens wie eine Adresse der Sparkasse aussieht… na ja, Spammer eben, die haben es nicht so mit der Gehirnbenutzung.

Sehr geehrter Kunde,

Die warme, persönliche Menschlichkeit dieser Ansprache wird nur noch von der darin erteilten Ehre übertroffen. :mrgreen:

Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass der Zugang zu Ihrem Online-Konto wird in Kürze auslaufen [sic!]. Um auch in Zukunft davon profitieren [sic!], werden wir Sie für Ihre Daten auf den untenstehenden Link zu bitten, zu bestätigen [sic!].

Sparkasse Online-Konto aktualisieren: klicken Sie hier

„Click here“ ist und bleibt der dümmste Linktext aller Zeiten – und da er inzwischen nur noch in Spam vorkommt (oder in Mails, die genau so hirnbröselig wie Spams sind), kann man daraus leicht einen Filter machen.

Schließlich ist so eine Computer ja nicht dazu imstande…

Wir werden dann automatisch wieder Ihre Internet-Banking-Konto [sic!] und Sie werden von einem unserer Mitarbeiter kontaktiert werden. Online-Banking haben Sie schnellen und einfachen Zugriff auf Ihr Konto [sic!]. Sie können leicht die Übertragung mit einem einzigen Mausklick [sic!].

…zu erkennen, dass das „Deutsch“ einer Mail nicht klingt, als käme es von einem Menschen, der in dieser Sprache geschrieben hat. Warum die Idioten nicht einfach jemanden nehmen können, der die Sprache, in der er schreibt, auch ein bisschen kann… ich weiß es nicht.

Immerhin, die Phisher haben es selbst bemerkt, wie schlecht ihr Machwerk ist, so dass sie die Gesamtwirkung erhöhen wollten, in dem sie Online-Banking-Kunden ein bisschen Reklame fürs Online-Banking aus irgendeiner Reklamesite einer Bank in die Spam geklebt haben:

Außerdem bietet es Online-Banking mehr Ihre Vorteile im Überblick:

– Kontozugang rund um die Uhr
– Schneller Zugriff auf Ihr Konto
– Transferlisten, Konto Geschichte, etc. von Ihrem Handy, PC und Tablet einfach und sicher
– Flexibel in jeder Ecke der Welt
– Hohe Sicherheit

Dabei kommt wenigstens die Sprache halbwegs hin. Und ohne solche Hinweise könnte man ja glatt vergessen, was dieses Online-Banking – von mir übrigens „Fernkontoführung“ genannt, weil ich Reklamesprache hasse – eigentlich ist. :D

Jetzt aber genug Deutsch…

Groeten van het seizoen,
Sparkasse-Finanzportal GmbH Online-Team.

…jetzt gibts niederländische Weihnachtsgrüßchen. Es sind ja auch nur noch 36 Tage bis zum Kassenbimmelfest, dessen synthetischen Engelssang man selbst in der Hölle noch vernehmen kann. Ich mag mich da auch nicht zurückhalten, verfalle allerdings mangels guter niederländischer Sprachkenntnisse ins mir vertrautere Niederdeutsche und sage „Klei mi ann Mors!“.

Kunde

Freitag, 22. August 2014

Oha, der Betreff verspricht eine lustige Spam…

sehr geehrte sparkasse Kunde

wie ihnen bekannt ist ,ist das neue sepa-zahlungssystem in kraft gesetzt worden.
Dieses system ist sicherer und schneller im Onlinebankingtransfer [sic!].
Da es in letzter Zeit zu mehreren virus problemen kam machen wir ein
sicherheits updat [sic!], zu ihrer eigenen sicherheit und der sicherheit ihres kontos [sic!],
klicken sie bitte auf den untenstehenden link zum automatischem updat [sic!]
bestбettigen [sic!] sie ihre persoehnlichen Angaben [sic!].
Ihr Konto ist von nun an vor virusen [sic!] und anderer cyberkriminalitaet geschuetzt [sic!]
sofern sie das updat durchgefuehrt haben.

klicken sie hier

mit freundlichen Gruessen [sic!]

Ihre Sparkasse online

Ohne Worte.

Die recht gewöhnliche Phishing-Seite, die in ein gecracktes französischsprachiges Blog eingefügt wurde, ist mittlerweile entfernt. Die Annahme, dass ein gebildeter Franzose wenigstens ein bisschen Englisch können sollte, entpuppt sich immer wieder als hoffnungslos naiv… ;)