Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Schlagwortarchiv „Rechnung“

Danke für Ihre Bestellung!

Donnerstag, 29. Oktober 2020

⚠️ WARNUNG! Auf gar keinen Fall den Anhang solcher Rechnungen öffnen. Es ist das reinste Gift für den Computer.

Von: Gretel Baumhauer <info@balt-development.online>

Natürlich ist die Absenderadresse gefälscht, und sie ist nicht einmal so gefälscht…

Sie haben eine Nachricht vom cellonic.com

…das sie so aussieht, als käme sie vom vorgeblichen Absender. Die armen Seelen, die jetzt die Rückläufer auf der falschen Absenderadresse bekommen, tun mir leid.

Bestellnummer 303-3903773-1119531

Zahlen sehen ja immer sehr wichtig aus. Also kann man mal eben rasch Zahlen reinschreiben, obwohl die gar nichts sagen. Ich habe auch ganz viele Zahlen, wenn das sein muss:

$ for i in $(seq 1 5); do echo $i. $RANDOM-$RANDOM$RANDOM-$RANDOM; done
1. 18059-3076913794-12615
2. 19731-2579621933-30405
3. 19655-247087743-22924
4. 12797-3168413414-14016
5. 5914-2463332599-18021
$ _

Voll überzeugend, nicht wahr? Und ich kann ganz viele davon machen. 😉

Anzahl Produktname und ASIN

Apple iPhone XR (64GB) – (PRODUCT)BLACK
ASIN: B07TW2MY3C
Lieferkosten Gratis
Zwischensumme 762,85 €

Schön, dass die angebliche Lieferung nichts kostet. :mrgreen:

Hallo

Genau mein Name! 👏

Vielen Dank für Ihren Einkauf in unserem Shop.

Aber ich habe nichts eingekauft. 🛒

Die Rechnung wurde Ihnen in einem Anhang zugesandt. Überprüfen Sie bitte das.

Leider stand nicht mehr genug Mailpapier zur Verfügung, so dass in der Mail weder eine Kontonummer noch sonst etwas steht, so dass man in eine Spam klicken soll, wenn man wissen will, um was es sich handelt. Diese Überraschungseier sind ja auch ein Erfolgsprodukt, da kann man das auch mit E-Mail machen. 🥚

Wenn Sie Fragen haben, kontaktieren Sie uns bitte so schnell wie möglich.

Eine Telefonnummer für Rückfragen ist nicht in der Mail angegeben. Wenn man wissen möchte, wohin man seine Frage so schnell wie möglich stellen kann, muss man wiederum den Anhang aufmachen. 💀

Der Anhang ist…

$ ls -lh *.doc
-rw-rw-r-- 1 elias elias 958K Okt 29 13:50 'Zahlungsrechnung für Ihre Bestellung.doc'
$ file *.doc | sed 's/,/\n/g'
Zahlungsrechnung für Ihre Bestellung.doc: Composite Document File V2 Document
 Little Endian
 Os: Windows
 Version 10.0
 Code page: 1251
 Title:  
 Author: Clinical Trial Services
 Template: Normal.dotm
 Last Saved By: 1
 Revision Number: 82
 Name of Creating Application: Microsoft Office Word
 Total Editing Time: 02:45:00
 Last Printed: Mon Apr  9 07:08:00 2001
 Create Time/Date: Fri Apr  6 09:07:00 2001
 Last Saved Time/Date: Thu Oct 29 07:31:00 2020
 Number of Pages: 1
 Number of Words: 6
 Number of Characters: 36
$ _

…ein Dokument für Microsoft Word aus dem Jahr 2001, das in seinem fast ein Megabyte Dokumentgröße nur sechs Wörter und 36 Zeichen enthält, also ganz sicher keinen Aufschluss über meine angebliche Bestellung oder über die Bankverbindung gibt, zu der ich das Geld überweisen soll. Es geht da um etwas ganz anders, nämlich…

Screenshot des Dialogfensters, das beim Öffnen des Dokumentes mit Libre Office angezeigt wird. -- Dieses Dokument enthält Makros. -- Makros können Viren enthalten. Die Ausführung dieser Makros wird aufgrund der aktuellen Makrosicherheits-Einstellung unter Extras - Optionen - LibreOffice-Sicherheit unterbunden. -- Manche Funktionen stehen daher möglicherweise nicht zur Verfügung. -- [OK]

…um die Ausführung von Programmcode, der mit einer irreführend formulierten Spam zugestellt wurde. Wer dieses Dokument mit Microsoft Word öffnet und die Ausführung von Makros zulässt, hat hinterher einen Computer anderer Leute auf dem Schreibtisch stehen. ☣️

Nein danke, ich habe keine weiteren Fragen. 💩

Ich wünsche dir heute Glück!

Wer sich nicht auf sein Glück verlassen möchte, löscht diese Spam einfach. Wer sich auf sein Antivirus-Schlangenöl verlässt, ist einmal mehr verlassen, denn diese klare Schadsoftware wird zurzeit nur von rund zehn Prozent der gängigen Antivirus-Programme als Schadsoftware erkannt. 👎

Schlangenöl funktioniert also nicht. Es funktioniert nie bei aktueller Schadsoftware. Wer so einen Müll an „Hallo“ hingegen einfach löscht, statt wie ein Blödchen darauf herumzuklicken, ist jedoch auf der sicheren Seite und darf seinen Computer behalten. 🗑️👍

Freundliche Grüße,

Erin

Wie jetzt, nicht mehr Gretel? 🤦

Im Moment, wo wegen Corona vermehrt im so genannten „Homeoffice“ gearbeitet wird, häufen sich solche Versuche, den Menschen Schadsoftware unterzujubeln. Die Spams kommen auch durch empfindlich eingestellte Spamfilter. Ich kann nur empfehlen, äußerst vorsichtig mit Links aus E-Mail und mit E-Mail-Anhängen umzugehen und niemals in eine E-Mail zu klicken, ohne sich vorher durch ein kurzes Telefongespräch davon vergewissert zu haben, dass der angegebene Absender auch der richtige Absender ist. Denn Absender einer E-Mail können beliebig gefälscht werden. Dettelbach ist überall.

Natürlich enthält die angebliche Rechnung…

So sieht die angebliche Rechnung aus

…eine „Aufforderung von Microsoft“, dass man die Ausführung von Makros freischalten soll. Wer das tut, hat verloren und bekommt eine frische Ladung Gift geliefert. 🍄

Copyright 2020 Cellonic Inc. oder Tochtergesellschaften. Alle Rechte vorbehalten.
Cellonic Services Europe S.à r.l.
38 avenue Mike F. Kennedy
L-1855 Luxembourg
Handelsregisternummer Luxemburg: B-93815
Gewerbelizenznummer: 132595
USt.-Identifikationsnummer Luxemburg: LU 19647142

Meine Version dieser Spam wurde über eine IP-Adresse aus Russland versendet. Diese Mail hat definitiv niemals…

Wichtiger Hinweis: Wenn Sie dieser E-Mail antworten, wird Cellonic.com Ihre E-Mail-Adresse mit einer von Cellonic.com bereitgestellten Adresse ersetzen, um Ihre Identität zu schützen, und die Nachricht in Ihrem Namen weiterleiten. Um einen möglichen Betrug zu verhindern, setzt Cellonic.com Filtertechniken ein. Nachrichten, die diesen Filter nicht passieren, werden nicht weitergeleitet. Amazon.de behält Kopien aller über diesen Service gesendeten und empfangenen E-Mails, einschließlich der Nachricht, die Sie hier eingeben. Cellonic.com wird diese Kopien insbesondere zur Klärung von eingereichten A-bis-z-Garantie-Anträgen heranziehen. Indem Sie diesen Dienst nutzen, erklären Sie sich mit diesem Vorgehen einverstanden.

…einen Server von Amazon auch nur gesehen.

von AVAST
verifiziert

Ja ja, ist schon klar, da hängt man frische Schadsoftware an eine Spam und schreibt in die Spam rein, dass ein Antivirus-Schlangenöl nachgeguckt hat, dass die Spam auch virenfrei ist. Einmal ganz davon abgesehen, dass Avast wegen seiner verlogenen und nutzerbestupsenden Scareware-Machenschaften eine Reputation auf dem Niveau eines Plumpsklos haben sollte. 🚽

info@company-name.com

Ah ja! 🤣

Invoice 55181

Mittwoch, 21. Oktober 2020

Eine Rechnung? Aber ich habe doch gar nichts gekauft. ⛔

To Customer :

Der Absender weiß nicht, wie ich heiße. Er kennt von mir nur eine Mailadresse, die er irgendwo eingesammelt oder gekauft hat. Da schreibt er eine Mail hin. Leider…

Please find your invoice attached.

…ist ihm beim Schreiben das Mailpapier ausgegangen, und deshalb konnte er im Text seiner Mail weder den Rechnungsbetrag, noch die Bankverbindung noch sonstwas nennen. Um irgendetwas zu erfahren, muss ich einen Mailanhang öffnen. Ich kann natürlich auch…

If you have any questions please feel free to contact me.

…so frei sein, Kontakt zum Absender aufzunehmen. Leider hat er weder eine Telefonnummer noch eine Anschrift noch sonstwas. Er hat nur einen Mailanhang, der mit einer unpersönlich formulierten Massenspam rausgesendet wurde. 👤

Your business is much appreciated.

Das liegt daran, dass das Geschäft dieses Durchschnittshalunkens in der Spam besteht. Und zwar in der Spam, in der Empfänger irgendwelche Anhänge aufmachen müssen, um irgendetwas zu erfahren. 🙄

Sincerely,

Accounting

Mit Winkewinke vom spammenden Halbhirn. 👋

To view attachment
Open the attached PDF file. You must have Acrobat® Reader® installed to view the attachment.

So so, das soll also ein PDF im Anhang sein? 🤔

$ file Inv_55181_from_951805.xlsm 
Inv_55181_from_951805.xlsm: Microsoft Excel 2007+
$ _

Mitnichten, es ist eine Arbeitsmappe für Microsoft Excel. Schon ein PDF in einer derartigen Spam wäre gefährlich und sollte besser auf gar keinen Fall im Acrobat mit seiner erschröcklichen Sicherheitsgeschichte geöffnet werden, eine Office-Datei mit Makros ist aber ganz sicher das reinste Gift. 💀

Screenshot des Dialogfensters, das beim Öffnen des Dokumentes mit Libre Office angezeigt wird. -- Dieses Dokument enthält Makros. -- Makros können Viren enthalten. Die Ausführung dieser Makros wird aufgrund der aktuellen Makrosicherheits-Einstellung unter Extras - Optionen - LibreOffice-Sicherheit unterbunden. -- Manche Funktionen stehen daher möglicherweise nicht zur Verfügung. -- [OK]

Der wichtigste Satz in dieser Warnung, die man erhält, wenn man die Excel-Mappe mit LibreOffice öffnet, ist folgender: Makros können Viren enthalten. Ja, ein Makro für ein Office-Programm kann beinahe alles, was eine ausführbare Datei auch kann. Warum? Weil bei Microsoft keiner an Sicherheit gedacht hat, als dieses Feature in Office implementiert wurde; weil keiner damit gerechnet hat, dass es einen kriminellen Missbrauch dieser Möglichkeit geben könnte. Und jetzt haben wir den Käse. 🧀

Haftbar wird Microsoft für die Folgen dieser dummen Entscheidung nicht gemacht. Deshalb haben Microsoft-Nutzer auch nur den Schaden, aber keinerlei Entschädigung. Wenn ganze Betriebe von Kriminellen übernommen und tagelang mit Erpressungstrojanern sabotiert werden – wie es etwa im Jahr 2017 die Deutsche Bahn AG erleben durfte, nachdem ein Mitarbeiter einen Mailanhang oder eine in der Mail verlinkte Datei geöffnet und damit deutschlandweit Computer der Deutschen Bahn AG sabotiert hat – kommt schnell ein riesiger Schaden zusammen, der sogar Unternehmen in die Insolvenz befördern kann. Aber so lange es dann in den PResseerklärungen hinterher verschleiernd und verdummend „Wir wurden gehackt“ heißt, weil das nun einmal viel epischer klingt als „Einer unserer Mitarbeiter hatte keinerlei Security-Grundkenntnisse, war halt digitaler Analphabet und hat deshalb eine von einem Kriminellen in einer Datei zugestellte Schadsoftware gestartet; wir versuchen gerade, ihn für den angerichteten Schaden haftbar zu machen, denn er hat ja in seiner Bewerbung behauptet, grundlegende Computerkenntnisse zu haben“, so lange wird das erforderliche Bewusstsein, wie wichtig das Gehirn in der Bekämpfung von kriminellen, über das Internet vorgetragenen Attacken ist. Und diese Dummheit, dieses Fehlen von Bewusstsein, diese Unwilligkeit, Wissen zu erlangen – sie sind die Geschäftsgrundlage für den massenhaften Verkauf von Antivirus-Schlangenöl an die von Reklame und Schleichwerbung technoabergläubisch gemachten Menschen.

Die Schadsoftware im Makro ist relativ frisch und wird zurzeit nur von rd. dreißig Prozent der gängigen Antivirus-Programme erkannt. Ein Großteil der Menschen, die sich auf ihr Antivirus-Schlangenöl verlassen, ist also verlassen. Wer hingegen auf sein Gehirn setzt und diese klare Spam sofort als klare Spam erkennt, wer niemals ein unabgesprochen zugestellten Anhang in einer nicht digital signierten E-Mail öffnet, ohne vorher telefonisch nachzufragen, der löscht diesen Müll, ist auf der sicheren Seite und erspart sich die recht regelmäßigen Probleme mit dem Antivirus-Schlangenöl, die zusätzlichen Sicherheitslücken durch das Antivirus-Schlangenöl und den vom Schlangenöl ausgebremsten, mit sich selbst beschäftigten Computer. 🐌

Es wird ja gern von der kommenden Klimakatastrophe berichtet. Aber niemand wirft die Frage auf, wie viel Kohlendioxid in die Atmosphäre gepumpt wird, weil irgendwelche selbst bei ihren Herstellern nicht funktionierenden Schlangenöl-Programme mit hohem Aufwand gefühlte Sicherheit vermitteln sollen, aber gegenüber einer aktuellen Schadsoftware oft nur so hilfreich wie ein auf dem Computer geklebtes Heiligenbildchen sind: Gar nicht. 👎

Es gibt keine Alternative zum besten Antivirusprodukt der Welt: Das Gehirn, das mit Wissen und Verstand seine Entscheidungen trifft. 🧠🛡️

Rechnung noch offen 26.09.2017 Nummer 74131987

Montag, 2. Oktober 2017

Achtung! Auf keinen Fall den Anhang aufmachen. Er ist das reinste Gift. Echte Mahnungen kommen übrigens mit der Sackpost, nicht mit der Mail.

Von: Ebay GmbH Stellvertretender Rechtsanwalt <service@ebay.de>

Die Mail hat niemals einen Server von eBay gesehen. Der Absender ist gefälscht.

Guten Tag,

Genau mein Name!

unsere Kanzlei wurden heute am 26.09.2017 vom Unternehmen Ebay GmbH beauftragt Ihre finanziellen Interessen in Ihrem Fall zu schützen.

So so, die Kanzlei „eBay GmbH Stellvertretender Rechtsanwalt“ wurde also beauftragt. Manche Menschen wurden von ihren Müttern mit sehr unvorteilhaften Namen bestraft. 😀

Wir erwarten die Überweisung bis zum 02.10.2017 auf unser Konto. Können wird bis zum genannten Datum keine Zahlung verbuchen, sehen wir uns gezwungen Ihren Fall an ein Gericht abzugeben. Alle damit verbundenen Kosten werden Sie tragen.

Den Absendern dieser Spam geht es nicht um Geld, das man ihnen überweisen soll. Sonst würden sie auch in die E-Mail reinschreiben…

  1. …um welchen Gesamtbetrag es sich handelt, und
  2. …auf welches Konto dieser Betrag überwiesen werden soll.

Dass sie das nicht tun, liegt nicht am Platzmangel in der Mail. Die völlig sinnlose Angabe einer sittenwidrig kurzen Frist „bis heute“ konnten sie ja auch schreiben. Ein geübter Schreiber des Deutschen würde übrigens bei einer Fristsetzung immer den Monatsnamen ausschreiben, um keinerlei Missverständnisse aufkommen zu lassen.

Wenn die Verfasser dieses einschüchternden Strunztextes wirklich wollten, dass man das scheinbar eingeforderte Geld auch bezahlt, schrieben sie auch nicht, dass man wegen einer Vorgangsnummer 08/15 grundlos Geld bezahlen soll. Sie wollen es aber nicht. Sie wollen nur…

Die detaillierte Kostenaufstellung Nr. 741319877, der Sie alle Einzelpositionen entnehmen können, fügen wir bei.

…dass man einen Anhang öffnet. Dieser Anhang ist…

$ unzip -l 26.09.2017.zip 
Archive:  26.09.2017.zip
  Length      Date    Time    Name
---------  ---------- -----   ----
   487933  2017-10-01 10:25   Rechnung vom 26.09.2017.zip
---------                     -------
   487933                     1 file
$ unzip 26.09.2017.zip 
Archive:  26.09.2017.zip
  inflating: Rechnung vom 26.09.2017.zip
$ unzip -l "Rechnung vom 26.09.2017.zip" 
Archive:  Rechnung vom 26.09.2017.zip
  Length      Date    Time    Name
---------  ---------- -----   ----
   504320  2017-10-01 10:25   26.09.2017 Rechnung.com
---------                     -------
   504320                     1 file
$ _

…ein ZIP-Archiv, in dem ein ZIP-Archiv verpackt wurde, in dem eine ausführbare Datei für Microsoft Windows verpackt wurde. Diese ist ein Programm, das von spammenden Kriminellen mit einer irreführend und alarmierend formulierten Mail zugestellt wurde. Wer dieses Programm auf seinem Computer gestartet hat, hat ein Problem.

Die klare Schadsoftware wird zurzeit nur von einem Drittel der gängigen Antivirus-Schlangenöle erkannt. Wer sich nur darauf verlässt, ist häufig wieder einmal verlassen und „darf“ demnächst bang Banknoten der Europäischen Zentralbank gegen Bitcoin eintauschen und darauf hoffen, dass er wieder an seine von Verbrechern verschlüsselte Festplatte kommt. Dagegen gibt es übrigens auch ein gutes Mittel, das allerdings vorbeugend angewendet werden muss… 😉

Zum allgemeinen Umgang mit E-Mail-Anhängen empfehle ich, noch einmal das zu lesen, was ich im vorigen Jahr anlässlich einer von Erpressungstrojanern gepwnten Stadtverwaltung schrieb. Kurze Zusammenfassung: Niemals einem E-Mail-Anhang öffnen, der nicht vorher über einen anderen Kanal als E-Mail explizit vereinbart wurde und durchgehend digitale Signaturen nutzen, um den Absender eine E-Mail jenseits jedes vernünftigen Zweifels sicherstellen zu können.

Aufgrund des bestehenden Zahlungsrückstands sind Sie verpflichtet außerdem, die durch unsere Tätigkeit entstandene Kosten von 64,92 Euro zu tragen. Um weitete Kosten auszuschließen, bitten wir Sie den ausstehenden Betrag auf unser Konto zu überweisen. Berücksichtigt wurden alle Buchungseingänge bis zum 25.09.2017.

Jetzt haben die Verbrecher das Wichtigste in ihrem Strunztext geschrieben – nämlich den Vorwand, weshalb der Empfänger eine Schadsoftware starten soll – und die Gedanken sind schon wieder im Bordell, so dass die Konzentration nachlässt und sich eine Menge kleiner Fehler einschleichen. „Sind sie verpflichtet außerdem“ oder „die entstandene Kosten“ würde in keiner echten Vorlage für regelmäßig versendete Mahnungen längere Zeit Bestand haben.

Bei Rückfragen oder Reklamationen erwarten wir eine Kontaktaufnahme innerhalb von drei Werktagen.

Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie zurzeit die gefälschte Absenderadresse mit Mails bombadiert wird und auf Seiten eBays Aufwand und Kosten verursacht. Den Verbrechern ist das egal. Die interessieren sich nur für ihr eigenes verbrecherisches Geschäft. Es sind asoziale Spammer.

Mit besten Grüßen

Stellvertretender Rechtsanwalt Oskar Klein

Diese Spam und diese Schadsoftware sind die besten Grüße der Spammer. Bessere haben sie nicht anzubieten. :mrgreen:

Offene Rechnung: Buchung 42628390

Donnerstag, 21. September 2017

Von: Directpay24 GmbH Abrechnung <admin@ebay.com>

Diese Spam hat mit eBay nichts zu tun. Sie wurde über einen angemieteten „Cloud“-Server versendet. Der Absender ist gefälscht.

Sehr geehrter Käufer,

Was habe ich denn gekauft? Und vor allem: Unter welchem Namen habe ich das gekauft. Ich werde ja wohl einen Namen und eine Lieferadresse angegeben haben, sonst käme ja gar nichts bei mir an. Och, habt ihr Spammer zu meiner Mailadresse noch keinen Namen?! Tja, dann klappt es eben nicht mit einer überzeugenden Ansprache des Empfängers.

wir wurden heute am 18.09.2017 vom Unternehmen Directpay24 GmbH gebeten Ihre [sic! Großgeschrieben! Die sprechen mich an!] finanziellen Rechte in Ihrem Fall zu schützen.

Wie, ihr wollt meine Rechte schützen? Und dafür bezahlt jemand anders, bei dem ich angeblich Schulden habe, einfach so Geld an euch? Oder habt ihr bei eurer riesigen Pay-Klitsche mit den achtstelligen Rechnungsnummern mal wieder nicht das Geld für einen richtigen Dolmetscher für eure 08/15-Standardschreiben übrig und formuliert deshalb so missverständlich und falsch?

Wir erwarten die vollständige Zahlung zuzüglich der Zusazgebühren [sic!] bis zum 22.09.2017 auf unser Konto. Können wird [sic!] bis zum genannten Datum keine Zahlung verbuchen, sehen wir uns gezwungen Ihren Mahnbescheid an ein Gericht abzugeben. Sämtliche damit verbundenen Kosten werden Sie tragen.

Wenn ihr wirklich Geld von mir wolltet, statt mich einfach nur dazu überrumpeln zu wollen, dass ich euren vergifteten Anhang öffne, würdet ihr ganz sicher folgende Angaben machen:

  1. Grund für die Forderung (und zwar nicht als Nummer)
  2. Forderungsbetrag
  3. Höhe der „Zusazgebühren“
  4. IBAN für die Überweisung

Aber dann würde ja nahezu jeder Empfänger bemerken, dass eure Mail nichts als alarmierend formulierter Quatsch ist, dessen einziger Zweck es ist…

Eine vollständige Kostenaufstellung Nr. 426283909, der Sie alle Einzelpositionen entnehmen können, fügen wir bei.

…den Empfänger zum Öffnen eines Anhanges aus der Spam zu bringen. Denn allen Bemühungen der Werber um eine weitgehende Enthirnung des Konsumenten zum Trotze wissen die meisten Menschen noch recht genau, was sie gekauft haben.

Wer eine „Rechnung“ schreibt, und nicht mindestens die oben genannten Angaben macht, ist immer ein Spammer. Die Mail kann einfach in den Müll. Es gibt keinen vernünftigen Grund, solche Angaben erst in einem Anhang zu machen, wenn man das Geld auch haben will. Nur, wer das Geld nicht will, drückt sich dermaßen Nichts sagend aus und verweist auf einen Anhang, der geöffnet werden muss.

Der Anhang ist hier ein ZIP-Archiv mit dem Dateinamen 18.09.2017.zip und einer recht wuchtigen Dateigröße von 475 KiB. In diesem ZIP-Archiv…

$ unzip -l 18.09.2017.zip 
Archive:  18.09.2017.zip
  Length      Date    Time    Name
---------  ---------- -----   ----
   487374  2017-09-21 02:11   Rechnung vom 18.09.2017.zip
---------                     -------
   487374                     1 file
$ _

…befindet sich ein weiteres ZIP-Archiv, wenn doppelt ja bekanntlich besser hält und eine kompliziertere Verpackung des kriminellen Sondermülls die Spamfilterung auf Mailservern erschwert. Nun gut…

$ unzip 18.09.2017.zip 
Archive:  18.09.2017.zip
  inflating: Rechnung vom 18.09.2017.zip
$ unzip 'Rechnung vom 18.09.2017.zip' 
Archive:  Rechnung vom 18.09.2017.zip
  inflating: 18.09.2017 Rechnung.com
$ ls -lh *.com
-rw-rw-r-- 1 elias elias 492K Sep 21 02:11 18.09.2017 Rechnung.com
$ file *.com
18.09.2017 Rechnung.com: PE32 executable (GUI) Intel 80386, for MS Windows
$ _

…das Auspacken der doppelt eingepackten Datei führt keineswegs zu einem Dokument, sondern zu einer ausführbaren Datei für Microsoft Windows, die mit gezielten Irreführungen von Kriminellen mit einer Spam zugestellt wurde. Wer auf diese Datei doppelklickt, startet damit ein Programm von Verbrechern. Das ist keine gute Idee. Es ist sogar eine ausgesprochen dumme Idee. Wer wissen will, wie die bessere Idee aussieht, lese bitte einfach noch einmal nach, was ich vor anderthalb Jahren anlässlich des Erpressungstrojaners in der Stadtverwaltung Dettelbach geschrieben habe. Danach einfach den kriminellen Sondermüll löschen und sich den schöneren Dingen am Internet zuwenden!

Bei diesem Anhang handelt es sich nämlich völlig sicher um Schadsoftware. Diese wird allerdings zurzeit nur von rd. einem Fünftel der Antivirus-Programme erkannt. Deshalb ist und bleibt es wichtig, dass man derartige Spam selbst erkennt und löscht, statt darin herumzuklicken.

Aufgrund des andauernden Zahlungsverzug [sic!] sind Sie gezwungen außerdem [sic!], die durch unsere Tätigkeit entstandene Kosten [sic!] von 97,91 Euro zu bezahlen. Um weitete Kosten auszuschließen [sic!], bitten wir Sie den ausstehenden Betrag auf unser Konto [Welches Konto und welcher Gesamtbetrag?] zu überweisen. Berücksichtigt wurden alle Buchungseingänge bis zum 15.09.2017 [sic!].

Aha, die wesentliche Botschaft – machen sie ganz schnell und dringend den Anhang auf – haben die Spammer jetzt rübergebracht, und danach lässt halt die Konzentration ein wenig nach. Deshalb brauche ich eine Sonderschnellüberweisung mit der Zeitmaschine, denn mittlerweile ist schon der 21. September. Aber man kann ja wirklich nicht von den Kriminellen erwarten, dass sie ihre Texte vor dem Absenden einmal kurz überfliegen und allzu peinliche Fehler korrigieren, denn wenn sie sich Mühe geben wollten, dann könnten sie ja einfach arbeiten gehen und brauchten keine Erpressungstrojaner in wehrlose Postfächer zu spammen. Zudem scheint es mir sicher, dass die Absender dieses E-Mülls nicht so gut deutsch können und ihren Text einfach aus einigen anderen Spams zusammengesetzt haben.

Bei Rückfragen oder Reklamationen erwarten wir eine Kontaktaufnahme innerhalb von zwei Werktagen.

Klar doch! Ohne angegebene Kontaktmöglichkeit. Oder soll man einfach die Drecksmail mit ihrem gefälschten Absender beantworten? Der admin@ebay.com wird sich aber sehr über den Kaufmannskram „freuen“, der in Wirklichkeit nur eine Masche ist, um Leuten einen Trojaner unterzujubeln.

Mit verbindlichen Grüßen

Abrechnung Lars Beham

Mit verwünschenden Grüßen!

Spamlektüre Elias Schwerdtfeger

Invoice PIS4710314

Mittwoch, 14. Juni 2017

Oh, ich habe eine Rechnung bekommen? Von wen? Und vor allem: Wofür? Mal schauen, was in der E-Mail drinsteht:

Please find Invoice PIS4710314 attached.

Aha! Es ist eine dieser E-Mails, in deren Text gar nichts steht und deren Anhang alle Fragen beantworten soll – oder anders und so deutlich wie möglich gesagt: Es ist eine Schadsoftware im Anhang.

Der Anhang ist ein ZIP…

$ unzip -l InvoicePIS4710314.zip 
Archive:  InvoicePIS4710314.zip
  Length      Date    Time    Name
---------  ---------- -----   ----
     6670  2017-06-13 11:37   C8DTJJCH.zip
---------                     -------
     6670                     1 file
$ _

…das ein ZIP enthält…

$ unzip InvoicePIS4710314.zip 
Archive:  InvoicePIS4710314.zip
  inflating: C8DTJJCH.zip 
$ unzip -l C8DTJJCH.zip
Archive:  C8DTJJCH.zip
  Length      Date    Time    Name
---------  ---------- -----   ----
    19739  2017-06-13 11:37   C8DTJJCH.wsf
---------                     -------
    19739                     1 file
$ _

…das nicht etwa eine Rechnung in irgendeinem Dokumentformat, sondern ein Windows Script File enthält; ein ausführbares Programm für Microsoft Windows. Dieses Programm wurde in einer E-Mail mit irreführendem Text zugestellt; von ihm wurde behauptet, dass es sich um ein Dokument mit einer Rechnung handele und es ist ausgesprochen kryptisch formuliert, um eine Analyse zu erschweren. Es ist eine ganz klare Schadsoftware. Wer dieses Programm auf einem unter Microsoft Windows laufenden Computer mit einem Doppelklick ausführt, hat in weniger als einer Sekunde einen Computer anderer Leute auf dem Schreibtisch stehen. Ob diese „anderen Leute“ die Festplatte verschlüsseln, den Rechner sperren und Bitcoin für die Entsperrung und Entschlüsselung einfordern, oder ob sie einfach „nur“ heimlich ein paar Trojaner nachinstallieren, die Online-Banking manipulieren, Betrugsgeschäfte durchführen, illegale Pornografie verteilen und Spam versenden, in jedem Fall wird ein Schaden entstehen.

Zurzeit wird diese Version der Schadsoftware nur von rd. der Hälfte der gängigen Antivirus-Programme als Schadsoftware erkannt. Wer sich auf die bequeme „Sicherheit“ durch Antivirus-Programme verlässt, wird von diesem Schlangenöl regelmäßig verlassen und sitzt dann vor einem von Halunken übernommenen und missbrauchten Computer.

Zum Glück ist es aber auch für Menschen ohne technische Kenntnisse möglich, sich vor der Schadsoftware zu schützen, die über E-Mail verteilt wird: Einfach niemals in eine E-Mail klicken, die nicht vorher über einen anderen Kanal als E-Mail ausdrücklich verabredet wurde, und schon ist eine Übernahme des Computers sehr erschwert¹. Es ist das Internet. Da muss man vor dem Klicken kurz das Gehirn einschalten. Antivirus-Programme sind nur eine Ergänzung.

Übrigens: In letzter Zeit sehe ich derartige Schadsoftware-Spam wieder häufiger, nachdem mal für ein paar Monate relative Ruhe war.

¹Die durchgehende Verwendung von digitalen Signaturen, mit denen man den Absender und die unveränderte Mail jenseits jedes vernünftigen Zweifels sicherstellen kann, ist in vielen Fällen eine wertvolle Ergänzung dieses Vorgehens und ebenfalls nicht so aufwändig, dass Laien davon überfordert wären.

Domainregistrierung 2016 / 2017

Mittwoch, 14. September 2016

Bitte auf gar keinen Fall auf diese Spam reinfallen! Sie wird von Spamfiltern (noch) nicht sicher als Spam erkannt.

Von: .DE Deutsche Domain <info31 (at) deutschewebhost (punkt) com>
An: .DE Deutsche Domain <info31 (at) deutschewebhost (punkt) com>

Die Spam ist nicht an den Mailempfänger adressiert, sondern der Empfänger steht unsichtbar im BCC:-Header. Das bedeutet, dass diese Mail an mehrere Empfänger gegangen ist, und es passt gar nicht dazu, dass einer Einzelperson für eine Dienstleistung eine Rechnung zugestellt wurde.

Die Domains in der TLD .de werden übrigens nicht von einer obskuren „DE Deutsche Domain“ verwaltet, sondern von der DENIC eG. Spätestens jetzt ist klar, dass es sich um eine illegale und asoziale Spam handelt, die einfach in die virtuelle Mülltonne geworfen werden kann.

Sehr geehrte Frau / Herr,

Unternehmen, mit denen man einen Vertrag hat, sprechen ihre Kunden namentlich an.

Nachfolgend die Einzelheiten zu der Domainregistrierung für 2016 / 2017.

Für welche Domain? Ich verwalte mehrere. (Und nein, das ist keineswegs ungewöhnlich, sondern ein sehr häufiger Fall.)

Aber wenn der Spammer in seine Spam eine Domain wie tamagothi.de reinschreibt, dann wird sogar noch den naivsten Empfängern seines dummen Textes sofort klar, dass es nichts mit ihnen zu tun hat, dass es vermutlich Spam ist und dass sie die Spam einfach löschen können. Deshalb muss der Spammer – wenn er nicht weitere Daten zu seinem Opfer hat, mit denen er etwas Eindruck von Vertragsverhältnis schindet – anonym formulieren.

Wir hoffen, Sie ausreichend informiert zu haben.

Es soll ja Menschen geben, die sich einfach klar ausdrücken und nicht mehr zu hoffen brauchen, dass es ausreicht. :mrgreen:

Mit freundlichen Grüssen

Der – zugegebenermaßen recht entbehrliche – Buchstabe „ß“ fand sich wohl nicht auf der „deutschen“ Tastatur dieses Spammers.

Birgit Hoffmann

Kundendienst
DE Deutsche Domain
info@deutschedomain.com

Nach diesem grandiosen Abschluss ist gar nichts klar oder ausreichend. Insbesondere weiß niemand, um was zum hackenden Henker es hier eigentlich geht. An der Mail hängt noch ein Anhang, auf den in der Mail kein Bezug genommen wurde; es handelt sich um…

$ ls -lh Rechnung\ 232417.pdf 
-rw-rw-r-- 1 elias elias 1,4M Sep 14 11:29 Rechnung 232417.pdf
$ file Rechnung\ 232417.pdf 
Rechnung 232417.pdf: PDF document, version 1.5
$ _

…ein 1,4 MiB großes PDF-Dokument, das mit seinem Dateinamen den Eindruck erweckt, eine Rechnung zu sein.

Da es sich um eine Spam handelt, kann ich nur strikt davon abraten, das PDF in einem normalen PDF-Viewer oder gar in Adobes Acrobat zu öffnen. PDF-Dokumente können Javascript und eingebettete Inhalte (wie etwa Flash- oder Java-Applets) enthalten, die bei der Darstellung ausgeführt werden, und der Acrobat hat eine erhebliche Sicherheitsgeschichte. Auch, wenn zurzeit kein einziges Antivirus-Schlangenöl in diesem Dokument eine Schadsoftware erkennt, ist es gefährlich, eine solche Datei aus einer Spam zu öffnen.

Eine einfache (aber auch nicht völlig gefahrlose) Möglichkeit, sich das PDF trotzdem anzuschauen, ist es, das PDF in ein Grafikprogramm wie Gimp zu importieren. Dabei werden nur die sichtbaren Bereiche des Dokumentes in ein Bild umgewandelt, es kommt nicht zur Ausführung von eventuell enthaltenem Code. Warum das immer noch ein bisschen gefährlich ist? Nun, die Bibliotheken, mit denen PDFs geparst und in eine Grafik gezeichnet werden, könnten einen frisch gefundenen und noch unbehobenen Fehler enthalten, der von Kriminellen ausgebeutet wird. Wer ganz sicher gehen will, verwendet eine Betriebssysteminstallation in einer virtuellen Maschine.

Nachdem ich so wortreich klar gemacht habe, dass Spam gefährlich ist, ist die Zeit für den Anhang gekommen:

So sieht der Mailanhang aus

„Zahlen sie völlig grundlos an eine Unternehmung, mit der sie keinerlei Vertrag haben und die nicht einmal ihren Namen als Rechnungsempfänger einträgt, 195 Euro, und zwar binnen 14 Tagen“. Die Spammer gehen offenbar davon aus, dass von den mutmaßlich mehrere Millionen Empfängern mindestens ein Promille so dumm sein wird, auf diese Masche reinzufallen – und das wären schon mehrere tausend. Wenn es nur dreitausend sind, so kommt auf dem Konto mit der angegebenen IBAN in den nächsten Tagen mehr als eine halbe Million Euro an – Geld, das sicherlich nicht lange auf diesem Konto liegen bleibt, sondern von einem über Spam angeworbenen „Finanztransferagenten“ schnell abgeholt und weiterbefördert wird, um schließlich von anonym bleibenden Verbrechern für Koks und Nutten verprasst zu werden.

Man kann wirklich etwas Besseres mit den 195 Euro anfangen. Fallen Sie nicht auf diese Spam herein, und sagen Sie anderen Menschen weiter, was es mit dieser Spam auf sich hat! Von den gesparten rd. zweihundert Euro können Sie mir ja zwei Euro spenden, die ich dann für Lakritz, Kaffee, Kuchen, Zigaretten und Domainkosten verprassen werde… 😉

Diese Spam ist ein Zustecksel meines Lesers A.H. Danke!

auftrag nr. 134536339

Montag, 29. August 2016

Vorab: Auf gar keinen Fall den Anhang aufmachen!

Ihre Kundennummer: 4091651

Ah, schön, ich habe eine Nummer.

Auftragsnummer: 134536339

Und das, was ich angeblich beauftragt habe, hat ebenfalls eine fröhliche Ziffernfolge…

Auftragssumme: 13 Eur

…und kostet angeblich Geld. Seltsam, dass ich gar nichts davon weiß.

Liebe Kundin, Lieber Kunde,

Was ich allerdings nicht habe, ist ein Name.

Danke für Ihre Bestellung.

Was mein Auftrag nicht hat, ist ein menschenlesbarer Text neben der schönen, aber für einen Menschen zunächst unverständlichen Ziffernfolge, dem man entnehmen könnte, um was zum hl. Henker es überhaupt geht.

Bitte schauen Sie in den PDF-Anhang für nähere Informationen (klicken Sie doppelt auf das PDF-Dokument).

Um das herauszubekommen, muss ich klick-klick einen Mailanhang öffnen. Damit ich das auch wirklich hinbekomme, sagt mir der Spammer auch noch, wie ich das mache.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Casando-Versand Team
Casando GmbH

Es gibt eine Unternehmung namens Casando, aber die ist nicht für diese gefährliche Spam verantwortlich. Ich möchte dort heute nicht am Telefon sitzen. Dem asozialen Loch von Spammer ist es aber egal, was er anrichtet. Das sieht man ja auch am Anhang…

Hinweis:
Zum Öffnen der PDF-Datei im Anhang benötigen Sie den Acrobat Reader.
Den Gratis-Download des Programms finden Sie unter http://get.adobe.com/de/reader.

…der mitnichten ein PDF-Dokument ist. Es handelt sich um ein ZIP-Archiv, in dem…

$ unzip -l dokument_id1784780765.zip 
Archive:  dokument_id1784780765.zip
  Length      Date    Time    Name
---------  ---------- -----   ----
      468  2016-08-24 06:05   dokument_id1784780765.pdf                                             .vbe
---------                     -------
      468                     1 file
$ _

…eine Datei liegt, deren Name auf .vbe endet. Um diese „Kleinigkeit“ vorm Empfänger zu verstecken, enthält der Name vor der richtigen Extension ganz viele Leerzeichen, so dass zusammen mit dem irreführenden Dateinamen der Eindruck entsteht, es handele sich um ein PDF. Die Extension .vbe steht nicht für ein Dokumentformat. Es ist ein ausführbares Programm für Microsoft Windows, das als Anhang einer irreführend formulierten Spam versendet wird und das seinen wirklichen Dateitypen mit einem Trick verbirgt. Das ist klare Schadsoftware. Wer darauf – ganz so, wie der kriminelle Spammer auffordert – doppelklickt, hat hinterher einen Computer anderer Leute auf dem Schreibtisch stehen. Viele populäre Antivirus-Programme scheitern zurzeit daran, diese Schadsoftware als solche zu erkennen, was bei derartigen Mails leider der Normalfall ist. Deshalb muss man immer sein Gehirn benutzen. Wer sich auf sein Antivirus-Schlangenöl verlässt, lebt sehr gefährlich.

Und deshalb öffnet man niemals einen Mailanhang, der nicht vorher und über einen anderen Kanal als E-Mail explizit verabredet wurde. Näheres zu diesem Thema habe ich hier schon etwas ausführlicher geschrieben. Ich bitte um Beachtung. Und um Verbreitung, denn es gibt immer noch zu viele Menschen, die auf derartige Spams reinfallen und hinterher bang Banknoten der Europäischen Zentralbank gegen Bitcoin eintauschen, um wieder an ihre Korrespondenz, ihre Fotos, ihre Musik, ihre Dokumente, ihre Filme und ihre Sozialkontakte zu kommen.

Übrigens: Wer regelmäßige Datensicherungen macht, braucht sein Geld nicht derartigen Verbrechern zu geben, wenn er doch mal überrumpelt wurde, sondern spielt einfach eine Datensicherung zurück. 😉

Neue Abrechnung Nr. 132090

Freitag, 27. Mai 2016

Von: support (at) sipcall (punkt) ch

Diese Spam hat niemals die Schweiz auch nur gesehen. Mein Exemplar kommt von einer dynamisch vergebenen IP-Adresse eines indischen Zugangsproviders.

Es ist ja auch eine Spam. Da ist der Absender immer gefälscht.

Guten Tag

Gute Nacht!

Im Anhang erhalten Sie die neue Rechnung des vergangenen Monates mit der Abrechnungsnummer 132090.

Nicht einmal den Monat können die Spammer in ihre Spam reinfummeln. Sonst müssten sie ja auch etwas können. Von daher ist es erfreulich, dass im Text der Spam die gleiche Nummer verwendet wird wie im Betreff, denn auch das kriegt nicht jeder Spammer hin.

Und inhaltlich: Rechnung für was? Auf Grundlage welchen Vertrages? Von wann? Mit wem? Das alles kann man nur erfahren, wenn man einen Mailanhang öffnet, der von Spammern unter irreführenden Angaben zugestellt wurde. Was wird das wohl sein? Kleiner Hinweis: Eine Rechnung ist es nicht, aber erfreulich ist es auch nicht.

Ach ja, der Mailanhang. Es ist ein Microsoft-Word-Dokument, das man auf gar keinen Fall in Microsoft Word öffnen sollte. Das „Dokument“ ist völlig leer, enthält aber ausgesprochen kryptisch geschriebene Makros, die beim Öffnen automatisch ausgeführt werden. Das ist Programmcode von Kriminellen. Wer das Ausführen von Makros in Microsoft Office zulässt – standardmäßig ist es zum Glück deaktiviert – hat nach dem Öffnen dieses „Dokumentes“ einen Computer anderer Leute auf dem Schreibtisch stehen. Deshalb lässt man die Ausführung von Office-Makros ja auch abgeschaltet. Es ist gefährlich und für die meisten Menschen völlig unnötig.

Wer sich auf sein Antivirus-Schlangenöl verlässt, ist wieder einmal verlassen. Diese Schadsoftware ist eine ganz aktuelle Brut der Verbrecher, die zurzeit nur von jedem achten Antivirus-Programm erkannt wird.

Deshalb ist es auch so wichtig, Schadsoftware per E-Mail selbst zu erkennen. Jedes Mal, wenn in der Mail objektiv nichts steht, der Inhalt der Mail alarmierend ist (Rechnung, Anwalt, Mahnung, Bestellung, etc.) und man nur aus dem Anhang erfahren kann, um was es eigentlich geht, handelt es sich um eine Spam mit Schadsoftware. Das gilt ausnahmslos. Jeder, der geschäftliche E-Mail schreibt, wird sich im Text der E-Mail unmissverständlich ausdrücken.

Grundsätzlich sollten Mailanhänge von Unbekannten niemals geöffnet werden – und auch, wenn der Absender bekannt ist, sollte man daran denken, dass sich die Absenderadresse einer E-Mail beliebig (und sehr leicht) fälschen lässt und lieber telefonisch nachfragen.

Für eine fristgerechte Bezahlung danken wir Ihnen. Bei Fragen oder Anregungen steht Ihnen unser Kundendienst gerne zur Verfügung.

Was meine Formulierung, dass man „nur aus dem Anhang erfahren kann, um was es eigentlich geht“, bedeutet? Schauen wir doch mal diesen kurzen, eben zititerten Absatz an, in dem mit vielen Worten nichts Wesentliches gesagt wird:

  1. Es gibt einen zu bezahlenden Betrag. Wie hoch dieser ist, wird nicht erwähnt.
  2. Es gibt eine Frist für die Zahlung. Wann diese endet, wird nicht erwähnt.
  3. Es gibt einen Kundendienst. Eine Telefonnummer, Mailadresse oder sonstige Kontaktmöglichkeit wird nicht erwähnt. Weiter unten erfahren wir sogar, dass nicht einmal diese Mail beantwortet werden kann.

So ist Schadsoftware-Mail fast immer aufgebaut: Objektiv steht mit vielen und vorsätzlich einschüchternden und verunsichernden Worten gar nichts drin. Wer dieses momentane Muster der Schadsoftware-Spammer erkennt und davon sofort Zuckungen im Löschfinger bekommt, tut mehr für seine Computersicherheit, als er mit allen wirkungslosen Sicherheits- und Antivirus-Programmen dieser Welt tun könnte.

Freundliche Grüsse
Ihr VoIP Provider

Freundlich wie ein nachgeladener Erpressungstrojaner…

Dies ist eine automatisch generierte Nachricht. Antworten auf diese E-Mail können nicht bearbeitet werden.

In der Tat: Diese Spam wurde von einem Skript automatisch generiert. Und antworten geht nicht.