Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Kategoriearchiv „Wissenschaft“

Werber, auf zu den Sternen!

Samstag, 14. Juni 2008

Nachdem alle Werbung auf der Erde wegen des schlichten Nachlassens der allgemeinen Kaufkraft immer erfolgloser wird, haben die Irren unter den Werbern ein neues Feld für ihre einseitige und dumme Kommunikation gefunden und funken derartige Ausflüsse der menschlichen „Intelligenz“ einfach zu potenziellen Außerirdischen. Wenn also demnächst mehr UFOs gesichtet werden, könnte dies auch durchaus ein Zeichen gesteigerten Kaufinteresses sein.

Es ist allerdings eher davon auszugehen, dass jedes wahrhaft intelligente Wesen im Kosmos jetzt ganz genau weiß, dass man um diese Region der Galaxis einen großen Bogen machen sollte. :mrgreen:

Gebärmutterhalskrebs

Samstag, 9. Februar 2008

Ein „gutes“ Beispiel im Missbrauch persönlicher Websites zum Transport gleichermaßen massiver wie massenhafter Reklame lässt sich in der Blogbar nachlesen – hier zwar misslungen, aber für die Zukunft sind wohl noch „verfeinerte“ Methoden zu erwarten.

Und. Nicht jeder wird so widerstandsfähig und kritisch sein, wenn professionelle PR-Arbeit auch das Gefühl vermittelt, dass die persönliche Tätigkeit im Internet „ernst“ genommen und mit „exklusivem“ Material bedacht wird. Obwohl es in diesem Fall nur darum geht, dafür zu sorgen, dass die geldwerten Interessen der Pharmaindustrie auch ja in politische Vorgaben verwandelt werden.

Hokus Pokus Magnetibus

Dienstag, 25. September 2007

Die folgende Anpreisung eines sinnlosen, auf reinem Aberglauben basierenden Produktes hat zumindest in einem Punkte recht:

Zauberkugel - gegen Kalk in Wasch- und Spülmaschinen - das Magnetfeld verändert den Kalk so, dass er sich nicht mehr festsetzt - spart Reinigungsmittel - ein echter Öko-Pluspunkt - Kennen Sie den Feind ihrer Waschmaschine? Es ist der Kalk, der den Geräten ein baldiges Ende bereiten kann. Abhilfe schafft die Zauberkugel! Fließt Wasser durch das Magnetfeld, so verändern sich die Eigenschaften des Kalks, der sich dann nicht mehr festsetzen mag!

Der Begriff „Zauberkugel“ ist vollkommen korrekt, denn die werbend postulierten Wirkungen können eigentlich nur auf Zauberei beruhen. Angesichts des relativ geringen Preises erwarte aber nicht einmal der Abergläubischste, dass wenigstens die Magie wirkt…

Das „Wirkprinzip“ dieses Geldzaubers, der aus breiter Dummheit ordentliche Einnahmen hext, es ist ja schon im Text beschrieben:

Fließt Wasser durch das Magnetfeld, so verändern sich die Eigenschaften des Kalks, der sich dann nicht mehr festsetzen mag!

Kurze Zusammenfassung des ganzen Abgebotes: Für die zehn Euro sollte man lieber etwas Gutes essen, das hat genau die gleiche Auswirkung auf die Lebensdauer der Waschmaschine und den Verbrauch an Reinigungsmitteln, ist dabei viel leckerer und macht nicht irgendwelche verlogenen, faulen Zauberer reich. Und wer sich diese 10 Euro für ein völlig sinnfreies Produkt nun schon einmal gespart hat, der kann sich die folgenden €6,50 für ein weiteres, genau so sinnloses Produkt auch gleich sparen – und schon kann man sich für das gesparte Geld ein kleines Festessen leisten:

Kalkkiller - mit integriertem Magnetfeld - aus verchromten Messing . Ärgern sie sich nicht länger über verkalkte Geräte, Armaturen, Waschbecken! Schrauben sie statt dessen den Kalk-Killer auf ihre Strahlregler. Sein Magnetfeld verändert den Kalk so, dass er sich nicht mehr ablagern will. Aus verchromten Messing.

Da kann noch so viel verbal „gezaubert“ und „gekillt“ werden, ein Magnet ändert an den Eigenschaften des Kalks im Wasser gar nichts. Kalk ist nicht magnetisierbar, jedenfalls nicht mit derart kleinen Feldstärken. Wasser übrigens auch nicht. Der Handel mit diesen Produkten basiert ausschließlich auf Dummheit und pseudowissenschaftlichen Aberglauben beim potenziellen Käufer, der den unverstandenen magnetischen Fernwirkungen jeden noch so absurd wirkenden Effekt erst einmal zutraut.

So einen leichtgläubigen Deppen kann man dann mit seltsamen Versprechungen zum Kaufe locken. Die Werber, die solche bewusst lügenden Produktanpreisungen machen, belegen mit diesen Versuchen, dass sie die bisherigen staatlichen und medialen Maßnahmen zur Verdummung der Bevölkerung für ein erfolgreiches Programm halten. Die Werber zeigen, dass es sich für ihr verlogenes Geschäft lohnt, wenn Menschen nach jahrelangem Schulbesuch nicht einmal mit den grundlegenden naturwissenschaftlichen Tatsachen vertraut sind. So ein allgemeines Unwissen öffnet den Markt für Produkte, die besonders leicht herzustellen sind: Wirkungslose „Wundermittel“.

Wer es mir nicht glaubt, der lese bitte einmal in aller Ruhe die recht gründliche Untersuchung aus dem Jahr 1997 durch. Es ist Schwindel, reiner Schwindel, dieses „Wasserenthärten mit Magneten“.

Werbung ist Lüge! Nur Lüge.

Beide Scans stammen aus dem aktuellen Katalog Die moderne Hausfrau.

Zahlenangaben in der Werbung

Dienstag, 28. August 2007

Frischer. Straffer. Jünger. +35 % straffere Haut -36 Prozent Faltentiefe

Ich kann ja durchaus verstehen, wie man die Faltentiefe ermittelt. Es ist eben eine Tiefe, ein Kriterium, das natürlich messbar ist. Vielleicht ist es sogar so genau messbar, dass man die bestechend exakte Angabe „minus 36 Prozent“ dazu schreiben kann – wundern würde es mich nicht.

Aber mit welchem Messgerät misst man eigentlich die Straffheit von Haut? Welches ist da das Kriterium? Welche Annahmen fließen in diese Messung ein? Zu solchen Fragen schweigt die hier zitierte Werbung einfach.

Wer glaubt, dass der Sternchen neben den nummerischen Angaben ein Hinweis sein könnte, darf sich in kontrastarmen Kleingedruckten die folgende „Information“ entziffern:

*standardisierter in-vivo-Test nach 28 Tagen Anwendung.

Nicht wirklich informativ, nicht? Aber Hauptsache, es gibt ein paar hübsche, pseudoobjektive Zahlen in der Werbung, wie immer diese auch zu deuteln sind. Hier verkommt der Zahlenkult zum reinen Aberglauben. Das dieser pseudo-wissenschaftliche Aberglaube auch geglaubt wird und dabei zu Kaufentscheidungen führt, das zeigt die Häufigkeit solcher Angaben in der Werbung.

Positronen

Freitag, 8. Juni 2007

Enercity - positive energie - Die Marke der Stadtwerke Hannover AG

Wollen die Stadtwerke Hannover AG jetzt etwa dazu übergehen, an Stelle der bisherigen Elektronen Positronen an die hannöverschen Haushalte zu liefern? Ist das der Sinn des in modernen Kleinbuchstaben gehaltenen Claims „positive energie“? Das würde wegen des hohen technischen Aufwandes einer solchen Auslieferung auch die ansonsten eher willkürlich anmutenden, deftigen Preiserhöhungen dieses Unternehmens erklären. :mrgreen:

Forsche Forscher

Mittwoch, 23. Mai 2007

Wie reagieren „Wissenschaftler“ in (gewiss gut bezahlten) Diensten der Werbe-Industrie darauf, wenn die Wirkung von Online-Werbung immer kleiner wird? Wird da etwa empfohlen, diese weit gehend unerwünschte Form der Netzverschmutzung einfach zu unterlassen, da doch die Wirksamkeit im Zukunft noch stärker abnehmen wird? Wird darauf hingewiesen, dass immer mehr von Werbung genervte Menschen immer häufiger Browser benutzen, die mit immer besseren Filtern die ganze Pest verschwinden lassen?

Aber nein doch! Die Rettung für die Online-Werbung soll stattdessen darin bestehen, dass es immer mehr davon gibt – und zwar am günstigsten in der Form, dass alles mit einer Reklame zugepflastert ist, die nur noch unterschwellig wahrgenommen wird.

Vielen Dank, ihr werten Herren Psychologen! Ich sehe: ihr seid wirklich qualifiziert und habt verstanden, was wir wollen. Schließlich benutzen wir unsere Ad-Blocker, weil wir jeden Tag mehr von diesem Müll an allen möglichen und unmöglichen Plätzen haben wollen.

Ohne euer forsches Forschen könnte das doch glatt fehlinterpretiert werden. :mrgreen:

Verdauung

Freitag, 4. Mai 2007

Klar, wir können alle nicht mehr verdauen. Wie gut, dass die Werbung von Danone eine Abhilfe gegen diesen Mangel gefunden hat, der so aktivierend ist, dass er Activia heißt. In den Kühlschränken der Gläubigen sieht es so aus:

Ein Kühlschrank voller Activia

Wenn sich die Konsumentin (die Zielgruppe dieser Werbung ist, wie man an den deutlichen Brüsten im dritten Bild erkennen kann, weiblich) mit diesem Zeug befüllt, kann sie – so verspricht es diese Werbung – wieder besser verdauen. Oder anders und in deutlichem Deutsch gesagt: Sie kann wieder scheißen. Das konnte sie zwar schon vorher, aber anscheinend nicht so effizient, dass dabei ein Pfeil aus gelben Zauberkugeln im Bauch dem Inhalt den Weg nach unten in den Abort wies. Auf dass oben ein Bauch zurück bleibe, der so eingeknickt schlank wie in der werbenden Illustration ist:

Die Scheiße nach unten, die Schlankheit bleibt oben

(Nein, diese Werbung sagt nicht in Worten und Texten, dass man von diesem Zeug schlank wird und an das modisch verhungerte Aussehen kommt. Sie suggeriert es nur mit ihrer Bildsprache. Das ist auch viel wirksamer.)

Das haben wir doch alle schon geahnt, als wir noch dumm und kindisch waren: Der Bauch ist gefüllt mit lauter lauter Kot, und um schlank zu werden, muss der raus. Ganz natürlich ist das, nicht so, wie die Kackpillen aus der Apotheke. Es handelt sich um etwas, was die Funktion der Ausscheidung nur „reguliert“.

Und dadurch kriegt man eine Taille wie eine Barbie-Puppe. Dieses sich ebenfalls an weibliche Konsumenten richtende Spielzeug ist zwar anatomisch unsinnig und ein Mensch mit dieser Figur würde unter dem Einfluss der Erdgravitation wohl einfach in der Mitte durchbrechen, aber das ändert nichts am Erfolg dieses bitterernsten Spielzeuges. Hier lernen die Mädchen schon im zartesten Alter, was die ihnen zugedachte Rolle ist: Sie sollen ein dem künstlichen Schönheitsideal entsprechendes, dummes Püppchen zur Präsentation von Kleidung sein. Wahrscheinlich hat kaum ein anderes Kinderspielzeug so viele Selbstmorde und psychische Störungen verursacht wie die Barbie-Puppe.

Aber ich schweife ab. Also reguliere ich mich mal selbst:

Activia hilft nach 14 Tagen, die Verdauung natürlich zu regulieren

Weil das so natürlich ist, muss man das Zeug erstmal 14 Tage lang jeden Tag in sich reinschütten, damit die Verdauung auch wirklich reguliert ist, und das ist „wissenschaftlich belegt“. Was die fürs Schreiben des Beleges sicherlich gut bezahten Wissenschaftler in ihrem Beleg unter einer „regulierten Verdauung“ verstehen, wird hier natürlich nicht weiter belegt. Obwohl es recht interessant wäre.

Wenn man zum Beispiel normal essende Activia-Konsumenten mit fastenden Menschen vergleicht, wird man schon nach 14 Tagen fest stellen, dass die Fastenden deutlich weniger Exkrement am Tag produzieren. Ganz wissenschaftlich versteht sich, mit Messen und Wiegen und vielleicht sogar im Doppelblindversuch. :mrgreen:

Alle Bilder sind dem Fernseh-Werbespot für Activia entnommen.