Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Willst Du meine Mus*** anfassen?

Samstag, 13. Februar 2016, 12:47 Uhr

Deine was? Deine Muskelrisse vielleicht? Museumsexemplare wirst du ja wohl nicht haben… :mrgreen:

Hallo!

Dieser „Name“ passt immer.

Ich habe auf Deinem Profil gesehen […]

Auf welchem Profil? Und wer soll das angelegt haben? Ich pflege es nicht, mich auf irgendwelchen Websites von börsennotierten Unternehmen ohne seriöses Geschäftsmodell¹ so weit datenmäßig zu entblößen, dass…

[…] wir wohnen nur 4 Kilometer auseinander!

…jemand dort herausbekommen könnte, wo ich wohne. Aber hey, du hast ja „mein Profil“ angeguckt und da keinen anderen Namen als „Hallo“ gefunden – da ist jedem sofort klar, dass es eine Lüge ist.

Magst mir nicht ne Freundschaftsanfrage stellen und vorbeikommen?

Ich soll Spammer als „Freunde“ bezeichnen? Hey, du bist…

Ich bin grad echt heiss…

…nicht nur „heiß“, du bist schon komplett hirnverbrannt.

Wir kennen uns ja eh vom sehen her, weißt Du noch wer ich bin?

Was könnte ich mal gesehen haben, was mich an den, die oder das AbsenderIn dieses Bullshits erinnert? Ich muss spontan an eine Mülltonne denken.

Schreib mir schnell, ja?
http://www.m3e2a.club/[ID entfernt]/

Schreib mir schnell, aber keine Mail! Stattdessen klick einfach in eine Spam. Dummes Klicken ist das neue „Schreiben“.

Der Link ist mit einer eindeutigen ID vergiftet. Wer darauf klickt, funkt an die Spammer zurück, dass die Spam ankommt und beklickt wird – das ist ein wirksames Mittel gegen Einsamkeit im Postfach, aber leider nicht so wirksam, wenn man auch etwas Erträgliches in seiner Mail haben möchte. Der Link führt nach der üblichen Kaskade von Weiterleitungen – ein direkter Link ist dem Spammer nun einmal zuwider – in die Website in der Domain myfunbook (punkt) net, wo man die aktuellen Designexperimente der Dating-Betrüger bewundern kann. Natürlich gibt es wieder einmal nur Frauen²:

Screenshot der betrügerischen Dating-Site

Ja, eines der von irgendwo aus dem Internet mitgenommenen (und übrigens oft grottenschlecht skalierten) Bilder ist den Verbrechern verloren gegangen. Wie das passieren konnte? Die naheliegendste Erklärung ist: Weil die so sehr damit beschäftigt sind, diese betrügerische Dreckssite von einer Wegwerfdomain in die nächste und von einem Wegwerfserver in den nächsten umzuziehen und das Geld ihrer Opfer im Bordell zu verbraten, haben sie sich natürlich nach dem letzten Umzug noch nicht angeschaut, wie es aussieht. Wenn sie sich Mühe geben würden, könnten sie ja auch arbeiten gehen und brauchten nicht zu spammen.

Was denen, die auf einen solchen Köder hereinfallen, blüht, habe ich schon vor fünf Jahren beschrieben. Es kann gut sein, dass die Methoden inzwischen subtiler sind, aber der Betrug ist der gleiche. Und die Daten, die man auf solchen Seiten eingibt, gehen auch immer noch an richtig üble Verbrecher.

Bis gleich
Hanna

Geh sterben!

Keine Nachrichten mehr von mir?
http://www.m3e2a.club/abm/[ID entfernt]/

Ja, du mich auch!

¹Die Vergällung menschlicher Kommunikation mit Reklame ist kein seriöses Geschäftsmodell und zum Scheitern verurteilt.

²Wegen des klar sexuellen Inhaltes habe ich den Originalgröße-Screenshot bei Flickr als „eingeschränkt“ markiert. Deshalb ist eine Anmeldung an Flickr erforderlich, um ihn zu sehen. Angesichts der geringen Informationsdichte und der dummen Darbietung der Betrugsmasche halte ich diese Einschränkung nicht für einen großen Verlust.

Ich mag es so sehr, da muss ich gleich mal zum Facebook klicken...

3 Kommentare für Willst Du meine Mus*** anfassen?

  1. […] Das dritte Bild in der dritten Reihe ist immer noch kaputt. Ihr habt es in 34 Tagen des Neudesigns eurer ständig im Web umziehenden Betrugssite nicht hinbekommen, diesen Fehler mal wegzumachen. Vermutlich habt ihr überhaupt kein Interesse […]

  2. […] potemkinschen Datingsite gibt. Diesmal wieder zu myfunbook (punkt) net, wo es früher einmal einen Ficki-Berater gab. Der war aber wohl nicht so erfolgreich im Abernten von naiven Deppen, so dass die Betrüger […]

  3. […] führt, dass man sich bei einem Betreiber kostenpflichtiger Chats anmeldet, sondern das bereits aus dem Winter dieses Jahres bekannte Design Ficki-Berater. Das macht aber nichts, denn die Masche ist dieselbe. Und nein, das […]

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