Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


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Warum man niemals ohne wirksamen Adblocker surft…

Samstag, 27. Januar 2018

Hier geht es nicht um Spam, sondern um einen allgemeineren Hinweis. Siehe bei Fefe:

Malware-Crew hat 28 Fake Werbeagenturen aufgemacht, um ihre Malware auf Werbenetzwerken zu verteilen

Ein wirksamer Adblocker – das ist einer, der ausnahmslos alle bekannten Quellen von Ads blockiert und keine von Werbern käuflichen „Hintertüren“ für „weniger unerträgliche“ Reklame offenlässt, zum Beispiel uBlock Origin – blockiert den Infektionsweg über eine Werbeeinblendung an der Wurzel, noch bevor das jeweils eingesetzte Antivirus-Schlangenöl versagen kann. Deshalb ist ein wirksamer Adblocker eine unentbehrliche Sicherheitssoftware für den Webbrowser. Auf diese Sicherheit zu verzichten, ist dumm und gefährlich, zumal das ganze Web mit einem Adblocker viel erfreulicher und schneller wird. ;)

Und nein: Über Werbenetzwerke transportierte Schadsoftware, oft im pragmatisch-kurzem Englisch als Malvertising bezeichnet, ist keine seltene Bedrohung und kann einem keineswegs nur auf völlig unseriösen Websites begegnen. Betroffen waren unter anderem schon (die Liste ist so unvollständig wie mein Gedächtnis) Yahoo, Forbes, T-Online, MySpace, New York Times, Spotify, Los Angleles Times, Huffington Post, BBC News. Und obwohl alle diese Websites Schadsoftware an ihre Nutzer ausgeliefert haben, gibt es keine Haftungspflicht für die verursachten Schäden. Deshalb wird sich an der Situation auch so schnell nichts ändern, denn für die Verantwortlichen ist es ein völlig risikoloses und lukratives Vorgehen, möglicherweise mit Schadsoftware verseuchte Werbung aus Drittquellen in die eigene Website einzufügen. Tatsächlich ist genau dieser Werbetransport das eigentliche Geschäftsmodell der meisten journalistischen Websites geworden.

Deshalb: Niemals ohne Adblocker! Websites, die ihre Leser zum Abschalten des Adblockers nötigen wollen, sind übrigens Gehilfen der Organisierten Kriminalität im Internet (neudeutsch: Cybercrime) und sollten dementsprechend geächtet werden.

Warum man immer mit wirksamen Adblocker im Web unterwegs ist…

Montag, 28. August 2017

Keine Spam, sondern nur ein Hinweis auf einen Artikel in der Website des Antivirus-Herstellers „Avira“:

Die meisten Scams stehen in Verbindung mit Weiterleitungen über Werbeanzeigen oder Pop-ups

Ja, richtig. Wenn man beim Surfen plötzlich eine erschreckende und überrumpelnde Meldung im Browser sieht, dass man sich einen Trojaner oder eine sonstige Schadsoftware „gefangen“ hat, handelt es sich immer um einen kriminellen Missbrauch eines Werbenetzwerkes.

Wozu auch immer man in den vorsätzlich einschüchternden Texten aufgefordert wird…

** IHR COMPUTER WURDE GESPERRT **

Fehler # DW6VB36

Bitte rufen Sie sofort an unter (040) xxxx xxxx.
Ignorieren Sie diese wichtige Warnung nicht..
Wenn Sie diese Seite schließen, wird der Zugang auf Ihren Computer deaktiviert, um weitere Schäden an unserem Netzwerk zu verhindern. Ihr Computer hat uns alarmiert, dass er mit einem Virus und Spyware infiziert wurde. Die folgenden Daten wurden gestohlen …

Facebook-Login
> Kreditkartendaten
> E-Mail-Konto-Login
> Auf diesem PC gespeicherte Fotos.
Sie müssen uns sofort kontaktieren, damit unsere Ingenieure Sie per Telefon durch den Löschvorgang führen können. BITTE rufen Sie uns in den nächsten 5 Minuten an, bevor Sie mit einem Verlust Ihres gesamten Computers zu rechnen haben.

Völlig kostenlos erreichbar unter : (040) xxxx xxxx

…man sollte das genaue Gegenteil davon tun. Auch, wenn diese Texte demnächst ein bisschen besser formuliert werden. Auf gar keinen Fall sollte man die Telefonnummer anrufen, um sich dort von geübten Betrügern übern Tisch ziehen zu lassen, damit man ihnen einen Wartungszugang auf dem eigenen Rechner nebst vollen Admin-Rechten gibt, so dass sie Schadsoftware aller Art installieren können.

Stattdessen sollte man, wenn man überhaupt etwas tun möchte, die kriminell missbrauchte Telefonnummer bei der Bundesnetzagentur melden, damit sie hoffentlich schnell gesperrt wird.

Aber auf jeden Fall sollte man sofort einen wirksamen Adblocker für seinen Webbrowser installieren, damit man diesen gefährlichen Kanal an der Wurzel blockiert und niemals wieder auf diesem Weg überrumpelt werden kann. Das von Avira anlässlich dieser Meldung angebotene Antivirus-Schlangenöl hilft natürlich nicht gegen vorsätzlich irreführende Werbung (es sei denn, dass es inzwischen um einen wirksamen Adblocker erweitert worden wäre), die einem wegen der Struktur der Werbenetzwerke übrigens auch auf ansonsten völlig unverdächtigen Websites begegnen kann.

Und nein: Dieser kriminelle Missbrauch von Werbenetzwerken und das dadurch verursachte Aufscheinen von Trickbetrügereien auf seriösen, beliebten Websites ist auch keine neue Erscheinung, sondern überrumpelt seit vielen Jahren immer wieder arglose und naive Computernutzer¹. Was neu ist, ist der angebliche Telefonsupport.

Und wenn sie jetzt endlich einen Adblocker haben und immer wieder Websites sehen, die angeblich mit einem Adblocker nicht funktionieren, dann wissen sie auch, dass die Betrieber dieser Websites Förderer der Organisierten Internetkriminalität und damit ihre persönlichen Feinde sind. Das hilft sehr beim Treffen von Entscheidungen, auch beim Treffen von Kauf- und Aboentscheidungen.

¹Die Screenshots vor sieben Jahren wurden bei GMX gemacht. Natürlich haftet keines dieser Unternehmen für die Folgen der von ihnen durch Werbeplatzvermarktung erst ermöglichten Kriminalität.

Angriff der Nerv-Popups

Freitag, 11. August 2017

Hier geht es nicht um eine Spam, sondern um eine Leseempfehlung und einen Link auf einen Artikel bei Heise Online zu einer derzeitig laufenden, auf Smartphones gerichteten, ausgesprochen asozialen und spam-artigen Werbemethodik, die einem selbst auf seriösen Websites begegnen kann.

Es gibt kaum ein Entkommen: Von Ebay bis Boredpanda, von Reuters.com bis taz.de – auf zahlreichen reputablen Seiten tauchen in den letzten Monaten Pop-Ups auf, die sogar oft von einem Vibrationsalarm begleitet werden. „Glückwünsche! Google Benutzer!“, heißt es dort zum Beispiel. „Sie wurden als Sieger des heutigen iPhone 7, € 500 Amazon oder Samsung Galaxy S7 ausgewählt! […] Auch die Mainzer Firma Lead Spot Media, die hinter der Website smartphone-prize.de steht, bestreitet jede Kenntnis. Man lasse die Website durch Affiliate-Netzwerke bewerben, die gegen Provision Besucher auf die Seite lenken, erklärte Geschäftsführer Dennis Sauer telefonisch gegenüber heise online. Nun wolle sich die Firma bemühen, die Urheber der Werbekampagne zu identifizieren, die gegen die Werberichtlinien seiner Firma verstoße

Die Verwendung von wirksamen Adblockern ist und bleibt alternativlos – und Betriebssysteme, die eine Installation wirksamer Adblocker erschweren oder unterbinden, sind nicht benutzbar. Punkt. Selbst der Heise-Verlag – nach wie vor selbst davon abhängig, auf seiner Website Einnahmen über eingeblendete Werbung aus Drittquellen zu erwirtschaften – weist diesmal lobenswerterweise auf das Sicherheitsrisiko durch derartige Ads hin, was leider eine Ausnahme ist:

Die Urheber haben bewiesen, dass sie nach Belieben Skripte auf seriösen Seiten unterbringen können. Falls die Provisionen aus dem Direktmarketing nicht mehr fließen, könnten sie sich nach anderen Einnahmequellen umsehen

Erpressungstrojaner sollen zurzeit etwa ein gutes, einträgliches Geschäft sein, habe ich mir sagen lassen – und ein erheblicher Anteil der Mobilgeräte hat riesige, leicht ausbeutbare Sicherheitslöcher. Das Antivirus-Schlangenöl wird bei der ersten Welle nicht helfen. Das hilft nur gegen bekannte Schadsoftware (und auch das tut es nicht zuverlässig). Natürlich werden die Verbrecher ihre kriminellen Attacken mit den gängigen Antivirus-Programmen austesten. Die Verbrecher sind ja darauf angewiesen, dass ihre Attacken funktionieren; sie leben schließlich davon.

Und deshalb ist ein wirksamer Adblocker völlig alternativlos. Ein wirksamer Adblocker ist ein Adblocker, der sämtliche Ads blockt, statt gewisse, angeblich „weniger nervige und asoziale“ Ads durchzulassen, wenn Werbefirmen (also professionelle Lügner) dafür bezahlen. Ein wirksamer Adblocker unterbindet einen wichtigen, gefährlichen und schon vielfach kriminell ausgebeuteten Verbreitungsweg an der Wurzel, statt wie das Antivirus-Schlangenöl zu versuchen, erst nachträglich eine mögliche Schadsoftware zu erkennen, sie zu isolieren und ihre Ausführung zu unterbinden.

Ich erkläre es noch einmal ganz plump und hoffentlich für jeden Menschen unmittelbar verständlich: Natürlich könnte man sich vor einer Vergiftung „schützen“, indem man regelmäßig gewisse Dosen eines Gegengiftes einnähme und die damit verbundenen Nebenwirkungen in Kauf nähme. Dieser Schutz wäre allerdings recht dumm. Besser und intelligenter ist es, wenn man das Gift gar nicht erst einnimmt und sich die Belastung und das dauerhafte Risiko durch das Gegengift erspart. Ein Antivirus-Schlangenöl ist ein präventiv eingenommenes Gegengift, und die Nebenwirkungen dieses Gegengiftes können durchaus erheblich sein. Die Verwendung eines wirksamen Adblockers bedeutet hingegen, dass man das über Werbenetzwerke eindringende Gift gar nicht erst einnimmt.

Deshalb sind wirksame Adblocker vollkommen alternativlos. Sie sind die beste Lösung gegen das so genannte Malvertising, also gegen den Schadsoftwaretransport über Werbenetzwerke – und auf den Schutz vor Träcking und Überwachung, der Adblocker bereits zur vernünftigen Wahl macht, bin ich dabei noch nicht einmal eingegangen. Es ist dumm und unverantwortlich, keinen wirksamen Adblocker zu benutzen, wenn man sich im Web bewegt. Es ist dumm und unverantwortlich, Betriebssysteme zu benutzen, die die Benutzung von wirksamen Adblockern erschweren oder unterbinden. Macht das bitte niemals!

Und nein, ein „eingebauter Adblocker“ im Webbrowser des größten Trackers, Menschenüberwachers und Werbevermarkters der Welt ist kein wirksamer Adblocker. Ein wirksamer Adblocker blockt ausnahmslos sämtliche Werbung.

Trojanische Tastatur-App auf HTC-Smartphones

Montag, 17. Juli 2017

Hier geht es nicht um eine Spam, sondern um einen Hinweis auf einen Golem-Artikel zu den neuesten Bemühungen der (leider) legal Reklametreibenden, die bestehende Allgegenwart der Werbung noch weiter auszubauen – wenn es auch ein bisschen halbseiden bis kriminell wird:

Android:
Tastatur des HTC 10 zeigt Werbung an

Gemeint ist hier die werksseitig vorinstallierte Tastatur-App eines Android-Handys, die personalisierte (also auf der Grundlage von Tracking und Überwachung ausgewählte) Reklame einblendet. Das sieht dann so aus (diesen Screenshot habe ich von Reddit mitgenommen):

Screenshot eines Handys mit der Keyboard-App, die Werbung einblendet

Meiner Meinung nach ist dieses Bild einer mit werkseitig installierter Schadsoftware – ja, eine Adware ist eine Schadsoftware – vergällten Systemanwendung für Smartphone-Kernfunktionalität ein treffliches Symbolbild für die ekelerregende Unkultur, die sich in den letzten Jahren zusammen mit den so genannten „Smartphones“ breitmachen konnte, ohne dass ihr ein nennenswerter Widerstand entgegengesetzt würde. Wer sich persönliche Computer andrehen lässt, auf denen werkseitig für den Benutzer uninstallierbare – oder genauer: nur unter Verlust der Gewährleistung für das Gerät und nur mit hohem Aufwand deinstallierbare – Trojaner installiert wurden, gehört zu den Menschen, an denen die menschliche Würde verschwendet ist.

Die Werbung wird natürlich in Abhängigkeit von Eingaben eingeblendet, die auf der Tastatur gemacht werden – es handelt sich hier also nicht nur um eine Adware, sondern um einen Keylogger, der jede Eingabe an einen anonym bleibenden Dritten sendet. Ich wünsche allen Nutzern viel Vergnügen dabei, mit einem derartigen Gerät Online-Banking zu betreiben oder irgendetwas zu bezahlen! Selbst, wenn die mutmaßlich mit HTC kooperierenden Werber mit ihrer Tastaturtrojaner-Idee niemals auf die Idee kommen sollten, die so eingesammelten Daten für kriminelle Zwecke zu missbrauchen oder an irgendwelche Dritte zu verkaufen, ist die Beschädigung der Privatsphäre durch Weitergabe sämtlicher Kommunikationsinhalte und Websuchen an eine Klitsche, die Geschäfte mit Schadsoftware macht, erheblich genug, um sich diese Unverschämtheit auf gar keinen Fall widerstandslos bieten zu lassen. Die Frage, ob nicht schon vor der sichtbaren Werbeeinblendung Tastatureingaben (also Passwörter, IM, Mail, Websuchen) überwacht wurden, lässt sich leider nicht klären, aber ich würde bis zum überzeugenden Beleg des Gegenteiles – und dieser besteht nicht in einer Presseerklärung – davon ausgehen.

Natürlich gibt es alternative Tastatur-Apps, die man sich schnell installieren kann. Aber wer nach einer derartig arschlochhaft vorangetriebenen Sauerei noch das geringste Vertrauen in eine offensichtlich mit Schadsoftware-Programmierern zusammenarbeitende Unternehmung wie HTC hat, zeigt damit nur, dass er nicht zu den Hellsten gehört. Meiner bescheidenen Meinung nach – ich bin wohlgemerkt kein Jurist – handelt es sich hier um einen dermaßen großen, jede Nutzung beeinträchtigenden Produktmangel, dass nur noch eine Reaktion angemessen ist: Die Rückgabe des mit uninstallierbarer Schadsoftware verseuchten Smartphones und die Rückforderung des Kaufpreises. Dieses selbstverständlich vorbehaltlich einer Strafanzeige wegen des Ausspähens von Daten und darauffolgender zivilrechtlicher Forderungen wegen eventuell angerichteter Schäden.

Denn mit Leuten und Unternehmungen, die mit so viel krimineller Energie zum Schaden ihrer eigenen Kunden beim Vorantreiben ihrer halbseidenen Geschäftsideen vorgehen, ist kein friedliches Miteinander mehr möglich. Hier sind sich illegale Spam, direkt von der organisierten Internetkriminalität (bullshitdeutsch: Cybercrime) abgeschaute Vorgehensweisen und leider legale Reklame ganz nahe gekommen, so dass eine Unterscheidung nicht mehr möglich ist. :(

Nachträge, 21:35 Uhr

Ein Adblocker-Verbot liegt in der Luft

Dienstag, 30. Mai 2017

Hier geht es nicht um eine Spam, sondern um aktuelle Bundespolitik.

Zunächst ein kurzes Zitat:

Eine zuverlässige Methode zum Schutz vor Malvertising ist die Verwendung sogenannter Ad-Blocker, also Software, die die Anzeige von über Drittserver auf Webseiten eingebundener Werbung im Browser unterbindet. Allerdings prüft die Bundesregierung gemeinsam mit den Ländern derzeit ein gesetzliches Verbot genau dieser Art von Software

Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE vom 16. Mai 2017 (Der Link geht auf ein PDF in der Website des Deutschen Bundestages, zu Archivzwecken und gegen die Verrottung wichtiger Quellenlinks gibt es hier auch eine lokale Kopie)

Von mir einen herzlichen Dank an die Bundestagsfraktion der Linkspartei für diese kleine Anfrage angesichts eines von der CDU-SPD-CSU-Regierung erwogenen und in Zusammenarbeit mit den Landesregierungen ernsthaft überprüften Verbotes von Adblockern in der BRD! Gut, dass es noch ein bisschen Opposition gibt, so klein, schwach und unbeachtet sie auch geworden sein mag.

großes kotzenden SmileyWo sie über diesen – kurz nach einem „erfolgreichen“ und verheerenden Erpressungstrojaner (gegenwärtiger politischer Neusprech: Cyberangriff) unter dem Gesichtspunkt der Computersicherheit für viele Menschen und Unternehmungen sicherlich sehr interessanten – politischen Vorgang gar nichts erfahren werden? Richtig, aus einer reklamefinanzierten Presse, deren wesentlicher Geschäftszweck (Kerngeschäft) der Transport von Reklame ist, so dass die vorgeblichen „Inhalte“ nur dazu da sind, um Aufmerksamkeit für die mittransportierte Werbung zu erzielen. Die vorgeblichen „Inhalte“ auf Pressewebsites sind also nur so etwas ähnliches wie der Wurm am Angelhaken, der ja auch nicht zur Verbesserung der Ernährungslage von Fischen angebracht wird. Dass die Fische über die wirkliche Bedeutung des Wurmes aufgeklärt würden, ist ausgeschlossen. Und deshalb werden sie in diesem Punkt in der gesamten Presse auf systematisches Schweigen und auf gezielte Fehlinformationen stoßen.

Aber sprechen sie deshalb bitte niemals von einer „Lügenpresse“, denn das ist nach Meinung ebendieser Lügenpresse pfui und nazi! Das passende Wort ist Reklame-, Scheichwerbe- und Lobbyistenpresse! Einen intelligenzverachtenden Euphemismus zur Beschreibung des Unterschiedes denken sie sich bitte selbst aus, wenn den Qualitätsjournalisten kein eigener einfällt.

Ich wünsche mir, dass sich möglichst viele Menschen aus der Bundesrepublik Deutschland gegen ein drohendes gesetzliches Verbot von Adblockern stellen, welches zurzeit in den Dunkelkammern des Berliner Reichstages klandestin und lobbyistisch vorbereitet wird. Es handelt sich auch weiterhin bei wirksamen Adblockern um eine unverzichtbare Sicherheitssoftware, die einen Angriff auf Computer über den Webbrowser an der Wurzel verhindert und damit wesentlich wirksamer als ein so genanntes „Antivirus-Programm“ ist. Eine Kriminalisierung dieser Sicherheitssoftware durch ein gesetzliches Verbot wird in erster Linie der Organisierten Kriminalität im Internet (gegenwärtiger politischer Neusprech: Cyberkriminalität) nützen.

Den Presseverlegern aus der Bundesrepublik Deutschland lege ich nahe, dass sie sich so schnell wie möglich ein seriöses Geschäftsmodell im Internet suchen, statt der Organisierten Kriminalität zuzuarbeiten. Das Geschäft mit der Werbung im Web in seiner heutigen Form wird sowieso zwangsläufig zusammenbrechen. Und ansonsten rufe ich ihnen zu: Wenn es euch im freien Internet nicht gefällt, geht doch einfach nach drüben! :mrgreen:

Wider die Werbung

Freitag, 5. Mai 2017

Hier geht es nicht um eine Spam, sondern um einen Hinweis auf eine interessant klingende Kritik des Buches „Werbung – Nein Danke“ von Christan Kreiß:

Weil die Werbeindustrie keine realen Güter produziere, müssten die anderen Arbeitnehmer ihren Unterhalt erwirtschaften. Würde man das Werbevolumen deutlich reduzieren, postuliert der Autor, würden die Märkte effizienter arbeiten, unnötiger Konsum reduziert und Ressourcen für beispielsweise mehr Urlaub frei

Ich habe dem, was ich eben in der kurzgefassten Buchkritik von Marie Theresa Kaufmann gelesen habe, nichts hinzufügen – und auch die Rezensentin hatte offenbar so wenig an dem „meinungsstarken Buch“ auszusetzen, dass sie Aussagen einfach nur wiedergab. Dass sie wahr sind, ist nämlich genau dann offensichtlich, wenn man hinschaut.