Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Schlagwortarchiv „Link“

Az.: 29 K 9714/24

Montag, 24. August 2026

Keine Spam, sondern ein im Zusammenhang der Spam interessantes und in meinen Augen begrüßenswertes Urteil des Verwaltungsgerichts Düsseldorf.

Der Betroffene gab an, seine private E-Mail-Adresse niemals für den Empfang von Werbenachrichten freigegeben zu haben. Bereits im Jahr 2020 war er erstmals gegen den Versender vorgegangen. Anfang 2024 erhielt er erneut ähnlichen Spam auf seine Adresse und schaltete die Aufsichtsbehörde ein. Der Beschwerdeführer versicherte, die entsprechende Webseite weder zum angeblichen Anmeldezeitpunkt noch sonst irgendwann besucht zu haben. Er verwies auch darauf, dass er sich zum Zeitpunkt der angeblichen Registrierung im Ausland befunden habe.

Das Marketingunternehmen hielt dagegen, die Daten seien rechtmäßig über ein Double-Opt-In-Verfahren erhoben worden. Zum Nachweis legte die Klägerin vor Gericht und gegenüber der Behörde einen Datensatz vor, der die E-Mail-Adresse, eine IP-Adresse mit Zeitstempel für die Erstanmeldung sowie eine weitere IP-Adresse nebst Zeitstempel für die Bestätigung des Links umfasste. Eine Kopie oder einen Ausdruck der tatsächlichen Bestätigungs-E-Mail konnte die Firma aber nicht vorlegen.

Die Düsseldorfer Richter wiesen die Klage gegen die behördliche Verwarnung vollumfänglich ab. Sie stellen klar, dass der Versender gemäß Artikel 7 der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) die vollen Nachweispflichten für das Vorliegen einer wirksamen Einwilligung trägt. Kann dieser Beleg nicht zweifelsfrei erbracht werden, gilt die Einwilligung rechtlich als nicht erteilt

Wer also behauptet, dass man eine Zustimmung zur Reklamepest im Postfach gegeben habe, muss den Double-Opt-In zweifelsfrei und vollständig belegen.

Da brechen gerade ganze Geschäftsmodelle zusammen.

Und das freut mich. Denn es waren Geschaftsmodelle, die sich ihre Methodik direkt von der Internetkriminalität abgeschaut haben. Von daher wäre ich auch nicht überrascht, wenn einige der so vorgehenden Unternehmen demnächst damit anfangen, entsprechende Belege zu fälschen.

Übrigens: Werbeklitschen, die sich nicht spätestens dann zurückhalten, wenn sie einmal einen Widerspruch eines Empfängers ihrer Kommunikationspest bekommen haben, sind genau das Gleiche wie Spammer. Und ja, so etwas habe ich in meinem Umfeld schon erlebt. Und ja, es war auch vor dem Widerspruch schon illegal. Jede unverlangt zugestellte Reklamemail ist illegal. Die Speicherung der Mailadresse ohne explizite, zweifelsfreie und vollständige Zustimmung ist illegal.

Was das Spam-Unternehmen Facebook tut

Freitag, 14. August 2026

Keine Spam, sondern ein Hinweis auf einen aktuellen Artikel bei Golem, der beleuchtet, wie Facebook mit so hohem Aufwand gegen den Adblocker uBlock Origin vorgeht, dass die Entwickler aufgegeben haben:

„Es ist eine widerwärtige, nutzerfeindliche Website“, erklärte der uBlock-Entwickler bezüglich Facebook.

Facebook, von mir „liebevoll“ als Fratzenbuch bezeichnet, betreibt übrigens auch Instagram, das von mir „liebevoll“ Finster-Gram genannt wird. Facebook betreibt übrigens auch WhatsApp, das von mir „liebevoll“ Wanz­App genannt wird. Facebook hatte keine Hemmungen, mit einer verdeckten Funktionalität in seiner App für so genannte „Smartphones“ die Mailadressen aus Handy-Adressbüchern abzugreifen und diese Mailadressen mit einer Flut von Spam vollzukacken, damit die Empfänger endlich Facebook benutzen mögen. Facebook hat sich seine Geschäftsmethoden direkt von der Internetkriminalität abgeschaut und damit ein Milliardengeschäft aufgezogen. Facebook wurde dafür verurteilt. Facebook ist in seinen Geschäftsmethoden tief asozial, verbrecherisch und spammig. Nicht erst seit ein paar Tagen, sondern von Anfang an.

Ich bin deshalb nicht darüber überrascht, dass Facebook den Wunsch eines Nutzers nicht respektiert, sondern mit aller technischer Perfidie umgeht. Facebook ist in seinen Geschäftsmethoden tief asozial, verbrecherisch und spammig. Aber das schrieb ich ja schon. Es ist nicht gut, bei Facebook zu sein. Es ist Kumpanei mit asozialen Spammern.

Ich rate dringend davon ab, irgendein Angebot von Facebook zu nutzen. Nicht erst seit ein paar Tagen, sondern schon von Anfang an.

„Sich ihnen zu fügen, die Website weiterhin zu besuchen und sie zu unterstützen, ist das Schlimmste, was man tun kann“ […] „Die Nutzer sind die wirksamsten Waffen gegen solche Websites. Wenn du nicht aufhören kannst, nutzerfeindliche Websites zu besuchen, kann dir nichts helfen“ […] „Verlasse dich nicht darauf, dass ein paar Freiwillige die ganze Arbeit schultern, auf die sie keine Lust mehr haben.“

Ich habe dem nichts hinzuzufügen.

Time-Magazin bespammt angelernte neuronale Netzwerke

Donnerstag, 6. August 2026

Hier geht es nicht um eine Spam, sondern um einen Link auf einen im Kontext der Spam interessanten englischsprachigen Artikel bei The Register, der beschreibt, wie das Time Magazine der so genannten „künstlichen Intelligenz“ andere, spammige Inhalte ausliefert, um auf diese Weise Spamwerbung in die Chatbots zu bringen – sozusagen die Pest der SEO-Spam, aber jetzt auf andere Bots als die Indexer der Suchmaschinen gerichtet:

Das Time-Magazin verfügt über eine separate Version seiner Website mit Anzeigen, die nur eine KI sieht
Markeninhaber bezahlen bereits, um zu beeinflussen, was Chatbots über sie aussagen

KI-Website-Crawler bekommen jetzt ihre ganz eigenen Anzeigen präsentiert, die normale Besucher niemals sehen, was der Chef eines Unternehmens offen als eine Strategie beschreibt, um zu beeinflussen, was Chatbots über Marken sagen. Wenn Sie Claude das nächste Mal fragen, über welche Bank sie ihre Geschäfte machen wollen, könnte die Antwort von diesem auf Bots ausgerichteten „Inhalt“ beeinflusst worden sein.

Bisher liegt uns nur ein dokumentiertes Beispiel vor. Es handelt sich um Time, das ausgewählten KI-Crawlern für KI bestimmte Anzeigen bereitstellt, wie der in Deutschland ansässige freiberufliche Softwareentwickler Vincent Schmalbach entdeckte. In einem Blogeintrag vom Mittwoch erläuterte Schmalbach detailliert, wie er gesponserte Inhalte fand, die in Markdown-Versionen einiger Time-Seiten eingebettet wurden, welche für KI-Crawler, aber nicht für gewöhnliche Browser bereitgestellt werden.

Nun, da wünsche ich auch weiterhin viel Spaß bei der Lebensberatung durch die Reklamelügen von Spammern… ähm… durch große Sprachmodelle in angelernten neuronalen Netzwerken, wisst schon, das, was Journalisten, Politiker und andere digitaltechnische Analphabeten durchgehend mit dem Reklamewort „künstliche Intelligenz“ bezeichnen. Das ist eine Stelle, bei der vermutlich kaum jemand mit einer solchen Überrumpelung durch Spammer und ihre Machenschaften gerechnet hätte. Und genau deshalb ist es auch besonders widerwärtig.

Für das Time-Magazin, das solche Machenschaften als bezahlte Dienstleistung anzubieten scheint, hoffe ich auf eine zeitnahe und schnelle Abwicklung durch einen Insolvenzverwalter. Der geistig-moralische Bankrott scheint schon vollumfänglich durchschritten zu sein.

Bei Golem gibt es einen deutschsprachigen Text:

Die Seiten tragen Tags des Adtech-Unternehmens Mobian. Darauf folgt ein ausführlicher FAQ-Bereich, der die Onlinebank Ally bewirbt. Die FAQ listet Markenaussagen und Antworten auf Fragen, die ein Nutzer einem Chatbot stellen könnte. Formuliert ist das Ganze so, dass es sich fast wörtlich wiedergeben lässt. Es handelt sich um eine Optimierung der Website für Generative KI-Suchen (GEO), mit dem negativen Beigeschmack, dass hier eben nicht der reguläre Inhalt KI-gerecht präsentiert wird, sondern Werbung.

Nicht jeder Crawler bekommt diese Seiten zu Gesicht. Googles regulärer Indexierungs-Bot erhält offenbar dieselbe Seite wie ein Mensch. Assistenten-Crawler wie Claudebot, OAI-Searchbot und Perplexitybot bekamen laut Schmalbach dagegen die gesponserten Markdown-Seiten ausgeliefert. Zwei weitere OpenAI-Bots lieferten bei seinen Tests nur Serverfehler

Das dürfte für viele Menschen sehr viel leichter verständlich sein.

Nachtrag 12. August, 11:30 Uhr: Eine weitere deutschsprachige Meldung bei Heise Online.

Allgegenwart der Werbung: BMW

Mittwoch, 5. August 2026

Hier geht es nicht um eine Spam, sondern um eine wahrscheinlich leider legale Form der Reklame, mit der die Protzautoklitsche BMW – bekannt geworden durch das Abo für die eingebaute Sitzheizung – die Käufer ihrer teuren Autos belästigt [Archivversion]:

„BMW hält eine besondere Überraschung für seine Kundinnen und Kunden bereit‟, sagt der deutsche Autokonzern. Gemeint ist animierte Reklame für einen Kinofilm, die die Fahrzeuginsassen auf dessen großen Display vorgesetzt bekommen. „Diese festlichen Animationen sind weltweit in mehr als 70 Ländern für Fahrzeuge verfügbar, die mit der entsprechenden Sonderausstattung und dem BMW Operating System 7, 8, 8.5, 9 oder dem BMW Operating System X ausgestattet sind sowie ein Produktionsdatum nach Juli 2020 aufweisen.‟

Beim Anlassen solcher Fahrzeuge ist für einen Zeitraum von 15 Tagen, vom 27. Juli bis 10. August 2026, ein Werbebanner auf dem Display zu sehen. Wer es wagt, dieses anzutippen, löst laut Pressemitteilung „eine festliche Vollbildanimation im Control Display mit passend ausgewählter Hintergrundmusik und einer begleitenden Lichtshow des Ambient-Beleuchtungssystems‟ aus

Eine ganz besondere Überraschung! Und so festlich! 🤮️

Ich erspare mir mal weitere Anmerkungen dazu, denn BMW hat hier im Lande des vollumfänglichen Rechtsschutzes für beleidigte Leberwürste eine ziemlich große Rechtsabteilung. Stattdessen zitiere ich nur kurz das Wort, das bei Heise Online im Artikel steht…

[…] In-Car-Spam […]

…und das ich angesichts solcher Überrumpelungen völlig angemessen finde, selbstverständlich, ohne es mir deshalb gleich zueigen zu machen. Von einer derartig übergriffigen Unternehmung hochpreisige Autos zu kaufen, die dann irgendwann überraschend zu Vertriebsplattformen für die professionelle und manipulative Lüge der Reklame umgestaltet werden, halte ich übrigens nicht für eine gute Idee. Ganz im Gegenteil. Ich halte es für eine dumme Idee, für so eine Zumutung einen Preis in der Höhe des Jahresgehaltes eines gutverdienenden Menschen hinzublättern.

Wenn Menschen so etwas weiter kaufen, warte ich auf die Zeit, in der man erst drei Werbespots gucken muss – kameraüberwacht und von einer so genannten „künstlichen Inteligenz“ ausgewertet, um sicherzustellen, dass man auch wirklich hinschaut – bevor man den Motor starten kann. Außer man kauft das „Fahr-sofort-Abo“ für nur noch fünfzig Øre monatlich, bequem und bargeldlos per Bankeinzug. Das ist ja alles in seiner gnadenlosen Unverschämtheit noch ausbaufähig. Online-Werbung hat auch mal sehr harmlos mit ein paar passiven, verlinkten Bannern ohne umfassende Verdatung durch bösartigen Javascriptmissbrauch angefangen, und inzwischen ist sie eine Pest geworden… und ein ganz großes Geschäftsmodell; für den Journalismus und Social-Media-Unternehmen sogar das einzige Geschäftsmodell.

Grüße auch an VW, die durch vergleichbare Dreistheit glänzen und sich inzwischen darüber wundern, dass sich die am Markt vorbeiproduzierten Karren nicht mehr so gut verkaufen! Hol euch alle der Insolvenzverwalter! Geistig-intellektuell ist der Bankrott schon lange erreicht. Sonst würde man über so etwas gar nicht erst nachdenken.

Die Stadt Witten (NRW) versendete Abzockabos

Freitag, 31. Juli 2026

Dies ist keine Spam, sondern ein Link auf einen im Kontext der Spam interessanten Artikel bei Golem:

Stadt Witten
Elternbeitragsbescheide mit Werbung im QR-Code versandt

Statt eines Links zur Einrichtung eines SEPA-Mandats erhielten Wittener Eltern nach dem Scannen eines QR-Codes Werbung für ein Fitnessstudio

Ein QR-Code zum Scannen mit dem HandySo etwas kann natürlich immer und überall passieren, wenn man QR-Codes durch fragwürdige, aber erfreulich kostenlose Anbieter erzeugen lässt, die sich über mittransportierte, meist unseriös-grenzkriminelle Werbung im QR-Code finanzieren. Besser ist es, freie und quelloffene Software zu verwenden. Und selbst dann kann es auf gar keinen Fall schaden, wenn man mal schnell in einem Anfall von Sorgfalt prüft, wohin die Reise geht. Dafür braucht man ja nur mal kurz vor der Verwendung in der Druckvorlage sein Handy draufzuhalten, wenn man eines hat. Irgendwer in der Verwaltung hat sicherlich eines. In der Wittener Kommunalverwaltung war man leider mit diesen recht einfachen Anforderungen überfordert, obwohl alle dafür erforderlichen Hilfsmittel zur Verfügung standen. Tja, dann werden die Bewohner der Stadt, denen die Verwaltung eigentlich zu dienen hätte, mal eben schnell in eine Abofalle geschubst. Die Kosten, die sie an den Schulträger zu bezahlen hatten, kommen dann noch zur betrügerischen Irreführung hinzu. Mit Stadtwappen oder dem Logo der Stadt im Briefkopf, nehme ich an. Im Jahr 2026, wo wir diesen ganzen neumodischen Computerkram schon etwas länger als Bestandteil des Alltags ganz normaler Menschen ohne spezifische Macken haben, ist das nicht einfach nur traurig, sondern erbärmlich und dumm – und es erweckt sogar den Verdacht eines möglichen Vorsatzes. Bei einigen Opfern dieser grenzbetrügerischen Masche ganz gewiss.

QR-Codes für die Generation Handy sind immer gefährlich. Es ist vor dem Scannen nicht ersichtlich, wo die Reise hingehen soll. Angesichts des tiefen (und meiner Meinung nach: politisch explizit gewollten) digitalen Analphabetismus in der Bundesrepublik Deutschland sind sogar QR-Codes in offiziellen Sackpost-Briefen der Stadtverwaltung oder sogar noch übergeordneter Verwaltungsstrukturen gefährlich.

Meine Warnung gilt darüber hinaus auch für die „bequemen“ QR-Codes an Parkautomaten, die in der Stadt Hannover systematisch und großflächig mit anderen QR-Codes überklebt werden, die zu Betrügern gehen. Gerade jetzt, zum laufenden Maschseefest – das zieht immer Leute aus der Region an – ist es mal wieder eine Pest. Und die Überklebung ist nahezu unsichtbar. Die Schurken, die das machen, leben davon. Deshalb sind sie sorgfältig. In der Verwaltung hingegen… 😁️

Dass ich im Moment so schweigsam bin, was E-Mail-Spam betrifft, liegt daran, dass die E-Mail-Spam so dumm und monoton ist. Ich habe in dieser Woche nur Spams gehabt, die hier schon behandelt und betextet wurden.

Neu und super! Spam für die „künstliche Intelligenz“

Freitag, 5. Juni 2026

Hier geht es nicht um eine Spam, sondern um einen Link auf einen aktuellen Artikel bei Golem und um ein paar bewertende Worte von mir zu den dort beschriebenen Machenschaften. Leider ist dieser Artikel nicht archivierbar und auch nicht ohne Javascript lesbar, weil man beim „IT-Magazin für Profis“ (also nicht von Profis) den Sinn einer Veröffentlichung im Internet nicht verstanden hat.

Ach ja, diese „künstliche Intelligenz“ die ich bislang vor allem daran bemerkt habe, dass ich mit dem Sperren der Anlernmaterialabgreif-Bots dummer, gieriger und asozialer Unternehmen ohne seriöses Geschäftsmodell gar nicht mehr hinterher komme, weil die weder eine robots.txt beachten, noch genug am einmaligen Spiegeln meiner Texte haben, noch irgendeinen zivilisatorischen Standard wie etwas die Angabe eines eindeutigen User-Agent im HTTP-Header einhalten wollen… moment, ich muss mir mal kurz den Schaum vom Mund wischen und die Axt beiseitelegen… also, diese mit Unmengen dummen Geldes vollgesogenen Unternehmen mit ihrer „künstlichen Intelligenz“ bemerke ich sehr deutlich daran, dass der größte Teil des Datenumsatzes von Unser täglich Spam inzwischen von den Bots dieser dummen, gierigen und asozialen Unternehmen verursacht wird. Wenn sie sich doch wenigstens damit begnügen würden, den RSS-Feed abzurufen und sich nur die neuen Beiträge zu saugen, nachdem sie sich die alten Texte schon längst abgeholt haben! Aber nein, die saugen hier täglich alles einmal in sich hinein. Knapp achtzig MiB pro Tag und Bot. Und es ist leider nicht nur ein Bot.

Intelligent sind die Produkte dieser Unternehmen – mit hohem Aufwand und tief asozialen Machenschaften angelernte neuronale Netzwerke – allerdings nicht. Und sie wissen auch nichts.

Aber sie werden schon mit Spam bombardiert, diese angelernten neuronalen Netzwerke. Warum? Nur, damit ihre Nutzer mit Spam aus den angelernten neuronalen Netzwerken bombadiert werden, wo sie keine Spam erwarten:

Die Moderatoren des Subreddits R/Biohackers beschränken Beiträge über Peptide und Hormonersatztherapien. Neue Beiträge zu diesen Themen würden künftig in wöchentliche Sammelthreads umgeleitet, da die Situation für das Team untragbar geworden sei, hieß es.

Die Verantwortlichen reagieren damit auf die systematische Manipulation des Forums durch Werbefirmen. Diese nutzen KI-Suchmaschinenoptimierung (AEO), um die Antworten von Large Language Models zu manipulieren. Da KI-Tools wie ChatGPT oder Googles KI-Suche häufig Reddit als Datenquelle nutzen, versuchen Unternehmen, ihre Markennennungen gezielt im Quellmaterial zu platzieren.

Die Methoden der Marketingagenturen sind laut den Moderatoren hoch entwickelt. Anbieter wie Redrover werben offen damit, KI-Agenten einzusetzen, um Inhalte skaliert auf Google, ChatGPT und Reddit zu veröffentlichen. Dabei werden bevorzugte Anfragemuster von LLMs analysiert. Agenturen erstellen vage Fragen mit hoher Reichweite, um Interaktionen echter Nutzer zu erzeugen.

In diesen Diskussionen werden anschließend Markennennungen platziert. Um der Erkennung zu entgehen, nutzen die Firmen menschliche Konten, die für die Werbung bezahlt werden, oder aufgewärmte Profile mit einer Historie, die organisch wirken soll

Golem, „Forenmanipulation: Firmen manipulieren Reddit für KI-Bots“, 5. Juni 2026

Dass ein paar Forenmoderatoren unter dieser alles mit sich reißenden Spamflut nur noch Scheiße schaufeln, interessiert die „Marketingagenturen“, die mit dem Wort „professionelle asoziale Spammer, die mit ihrem Tun um eine übertrieben brutale Tracht Prügel und ein halbes Jahr im Krankenhaus flehen“ viel trefflicher bezeichnet würden, nicht die Bohne. Wenn Leute an einer so beworbenen Quacksalberpampe sterben, interessiert sie es übrigens auch nicht.

Ich will es mal so sagen: „Künstliche Intelligenz“ bringt uns nicht das Paradies, sondern einen Zustand, in dem angelernte neuronale Netzwerke für uns schreiben, dichten, musizieren und malen, während wir weiterhin schuften, wuppen, malochen und knechten, und das seit Jahren zu sinkenden Reallöhnen. Andersherum wäre es mir lieber.

Stattdessen bringt „künstliche Intelligenz“ eine mittelbare Vergiftung menschlicher Kommunikationsräume mit Spam, Spam und noch mehr Spam, weil irgendwelche windigen Unternehmen, denen ich von ganzem Herzen den Bankrott wünsche, über diesen Weg das Anlernmaterial manipulieren. Ich wäre übrigens sehr überrascht, wenn so etwas nur auf Reddit stattfände. Ein weiterer Ort, der fürs Anlernen der neuronalen Netzwerke sehr wichtig ist, ist ja die Wikipedia, die trotz aller erforderlichen Kritik an den dort herrschenden Zuständen wohl eine der größten kollektiven zivilisatorischen Leistungen des 21. Jahrhundets ist. Und dort wird die Spambekämpfung zur ehrenamtlichen Handarbeit.

Als ob das Internet nicht schon kaputt genug wäre!

Geld ist Gift. Geld macht alles Erfreuliche kaputt, was damit in Berührung kommt.

Laptop für vier Euro vom MediaMarkt?

Donnerstag, 15. Januar 2026

Wenn etwas zu gut klingt, um wahr sein zu können, dann liegt es meistens daran, dass es nicht wahr ist.

Hier geht es nicht um eine Spam. Es ist ein Link zu einem aktuellen Hinweis auf eine laufende Betrugsmasche bei Tarnkappe:

Facebook-Anzeigen versprechen Laptops für 4 Euro. Angeblich handelt es sich um MediaMarkt-Angebote, exklusiv für Menschen ab 45. Hinter der beworbenen Aktion steckt allerdings kein Schnäppchen, sondern ein gezielter Facebook-Betrug mit Daten- und Kreditkartenraub

Kurze Anmerkung: Es ist generell so, dass frühere betrügerische Spammer immer häufiger dazu übergehen, Anzeigen zu schalten, um Opfer für ihren Betrug zu finden. Dabei werden auch gern bekannte Marken und Firmierungen missbraucht. Dass diese Marken und Firmierungen damit in den kriminellen Dreck gezogen werden, ist den Betrügern gleichgültig, so lange ihr eigenes Geschäft gut genug läuft. Zum Glück für uns alle gibt es einen ganz einfachen Schutz, der diese Betrugsformen an der Wurzel unterbindet und damit verhindert, dass man zum Opfer von Verbrecherbanden werden kann: Einen wirksamen Adblocker im Webbrowser benutzen. Das kostet kein Geld, macht das ganze Web schöner und schneller und schützt sowohl vor dem Schadsoftwaretransport über Werbebanner (so genanntes Malvertising) als auch vor irreführender Reklame gewerbsmäßiger Betrügerbanden. Es schützt übrigens auch vor den Lügen der Werber.

In meinen Augen gibt es eh nur einen wirklichen Unterschied zwischen Spam und Reklame: Spam ist illegal, die professionelle manipulative Lüge der Reklame leider nicht.