Dies ist keine Spam, sondern ein Link auf einen im Kontext der Spam interessanten Artikel bei Golem:
Stadt Witten
Elternbeitragsbescheide mit Werbung im QR-Code versandtStatt eines Links zur Einrichtung eines SEPA-Mandats erhielten Wittener Eltern nach dem Scannen eines QR-Codes Werbung für ein Fitnessstudio
So etwas kann natürlich immer und überall passieren, wenn man QR-Codes durch fragwürdige, aber erfreulich kostenlose Anbieter erzeugen lässt, die sich über mittransportierte, meist unseriös-grenzkriminelle Werbung im QR-Code finanzieren. Besser ist es, freie und quelloffene Software zu verwenden. Und selbst dann kann es auf gar keinen Fall schaden, wenn man mal schnell in einem Anfall von Sorgfalt prüft, wohin die Reise geht. Dafür braucht man ja nur mal kurz vor der Verwendung in der Druckvorlage sein Handy draufzuhalten, wenn man eines hat. Irgendwer in der Verwaltung hat sicherlich eines. In der Wittener Kommunalverwaltung war man leider mit diesen recht einfachen Anforderungen überfordert, obwohl alle dafür erforderlichen Hilfsmittel zur Verfügung standen. Tja, dann werden die Bewohner der Stadt, denen die Verwaltung eigentlich zu dienen hätte, mal eben schnell in eine Abofalle geschubst. Die Kosten, die sie an den Schulträger zu bezahlen hatten, kommen dann noch zur betrügerischen Irreführung hinzu. Mit Stadtwappen oder dem Logo der Stadt im Briefkopf, nehme ich an. Im Jahr 2026, wo wir diesen ganzen neumodischen Computerkram schon etwas länger als Bestandteil des Alltags ganz normaler Menschen ohne spezifische Macken haben, ist das nicht einfach nur traurig, sondern erbärmlich und dumm – und es erweckt sogar den Verdacht eines möglichen Vorsatzes. Bei einigen Opfern dieser grenzbetrügerischen Masche ganz gewiss.
QR-Codes für die Generation Handy sind immer gefährlich. Es ist vor dem Scannen nicht ersichtlich, wo die Reise hingehen soll. Angesichts des tiefen (und meiner Meinung nach: politisch explizit gewollten) digitalen Analphabetismus in der Bundesrepublik Deutschland sind sogar QR-Codes in offiziellen Sackpost-Briefen der Stadtverwaltung oder sogar noch übergeordneter Verwaltungsstrukturen gefährlich.
Meine Warnung gilt darüber hinaus auch für die „bequemen“ QR-Codes an Parkautomaten, die in der Stadt Hannover systematisch und großflächig mit anderen QR-Codes überklebt werden, die zu Betrügern gehen. Gerade jetzt, zum laufenden Maschseefest – das zieht immer Leute aus der Region an – ist es mal wieder eine Pest. Und die Überklebung ist nahezu unsichtbar. Die Schurken, die das machen, leben davon. Deshalb sind sie sorgfältig. In der Verwaltung hingegen… 😁️
Dass ich im Moment so schweigsam bin, was E-Mail-Spam betrifft, liegt daran, dass die E-Mail-Spam so dumm und monoton ist. Ich habe in dieser Woche nur Spams gehabt, die hier schon behandelt und betextet wurden.
Ich bin da natürlich völlig anderer Auffassung. Ein optischer Sicherheitshinweis, der von einem Angreifer nach Belieben ausgeblendet oder hinreichend gut simuliert werden kann, ohne dass ein naiver Anwender das auf dem ersten Blick erkennen könnte, hat für die Sicherheit nicht nur überhaupt keinen Wert, sondern macht sogar die damit versprochene Sicherheit völlig zunichte und verkehrt sie in ihr Gegenteil. „Aber natürlich, Cheffe! Ich habe auf den Link geklickt, die Datei geöffnet und den Zugangscode eingegeben. Das wollten sie doch so. Die Mail war doch von ihnen signiert.“ ist alles andere als ein undenkbares Szenario und kann einen fürchterlichen Schaden verursachen. Hinterher, wenn ein ganzes Unternehmensnetzwerk von Kriminellen übernommen wurde, heißt es in den Medien in der üblichen Albernheit der journalistischen Berichterstattung „Cyber Cyber“ und es gibt Symbolbilder von Maskierten im dunklen Zimmer, die wie die Hypnotisierten auf Matrix-Bildschirmschoner gucken, aber Microsoft ist mehr als nur ein bisschen dafür mitverantwortlich, was natürlich niemals so klar benannt wird.