Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Was das Spam-Unternehmen Facebook tut

Freitag, 14. August 2026

Keine Spam, sondern ein Hinweis auf einen aktuellen Artikel bei Golem, der beleuchtet, wie Facebook mit so hohem Aufwand gegen den Adblocker uBlock Origin vorgeht, dass die Entwickler aufgegeben haben:

„Es ist eine widerwärtige, nutzerfeindliche Website“, erklärte der uBlock-Entwickler bezüglich Facebook.

Facebook, von mir „liebevoll“ als Fratzenbuch bezeichnet, betreibt übrigens auch Instagram, das von mir „liebevoll“ Finster-Gram genannt wird. Facebook betreibt übrigens auch WhatsApp, das von mir „liebevoll“ WanzApp genannt wird. Facebook hatte keine Hemmungen, mit einer verdeckten Funktionalität in seiner App für so genannte „Smartphones“ die Mailadressen aus Handy-Adressbüchern abzugreifen und diese Mailadressen mit einer Flut von Spam vollzukacken, damit die Empfänger endlich Facebook benutzen mögen. Facebook hat sich seine Geschäftsmethoden direkt von der Internetkriminalität abgeschaut und damit ein Milliardengeschäft aufgezogen. Facebook wurde dafür verurteilt. Facebook ist in seinen Geschäftsmethoden tief asozial, verbrecherisch und spammig. Nicht erst seit ein paar Tagen, sondern von Anfang an.

Ich bin deshalb nicht darüber überrascht, dass Facebook den Wunsch eines Nutzers nicht respektiert, sondern mit aller technischer Perfidie umgeht. Facebook ist in seinen Geschäftsmethoden tief asozial, verbrecherisch und spammig. Aber das schrieb ich ja schon. Es ist nicht gut, bei Facebook zu sein. Es ist Kumpanei mit asozialen Spammern.

Ich rate dringend davon ab, irgendein Angebot von Facebook zu nutzen. Nicht erst seit ein paar Tagen, sondern schon von Anfang an.

„Sich ihnen zu fügen, die Website weiterhin zu besuchen und sie zu unterstützen, ist das Schlimmste, was man tun kann“ […] „Die Nutzer sind die wirksamsten Waffen gegen solche Websites. Wenn du nicht aufhören kannst, nutzerfeindliche Websites zu besuchen, kann dir nichts helfen“ […] „Verlasse dich nicht darauf, dass ein paar Freiwillige die ganze Arbeit schultern, auf die sie keine Lust mehr haben.“

Ich habe dem nichts hinzuzufügen.

Spende von (Access Industries)

Mittwoch, 12. August 2026

Oh, kriege ich schon wieder Geld geschenkt, weil ich so eine schöne Mailadresse habe? Wer beschenkt mich denn heute?

Von: Pelle Beskow (Student) <pebe8513@stud.slu.se>
Antwort an: Leonard Valentinovich <leonardvalentinovich-outreach@hotmail.com>

Aha, Pelle, der Student, die die Antwort lieber auf eine für Trickbetrüger angenehm kostenlos und anonym eingerichtete Mailadresse bei Microsofts Freemailer erhalten möchte. Unverschlüsselt. Also offen wie eine Postkarte und auf dem gesamten Transportweg mitlesbar. Nicht einmal digital signiert. Also so, dass man auch auf dem gesamten Transportweg den Inhalt der Mail verändern könnte, ohne dass der Empfänger etwas davon bemerken kann. Es geht ja nur um so ein bisschen Geld.

Guten Tag,

Genau mein Name! 😁️

mein Name ist Sir Leonard Valentinovich Blavatnik. Sie gehören zu den Personen, die für eine Spende meines Unternehmens, Access Industries, ausgewählt wurden.

Na ja, hauptsache der Trickbetrüger kennt seinen „eigenen“ Namen. Den kennt ja auch nicht jeder. Ich heiße jedenfalls guten Tag…

Ich habe beschlossen, weltweit zufällig ausgewählten Personen jeweils 600.000,00 US-Dollar (sechshunderttausend US-Dollar) zukommen zu lassen. Mit Erhalt dieser E-Mail dürfen Sie sich als einer der glücklichen Empfänger betrachten. Ihre E-Mail-Adresse wurde online nach dem Zufallsprinzip ausgewählt.

…und kriege sechshundert Kilodollar inklusive zweier unnützer Nachkommastellen geschenkt, weil ich so eine schöne Mailadresse habe. „Online und nach dem Zufallsprinzip ausgewählt“ bedeutet hier: Für eine Handvoll Bitcoin in den dunklen Ecken des Internet eine Datenbank gekauft und einfach mal alle Mailadressen mit diesem unpersönlich formulierten Strunztext zur Einleitung eines Vorschussbetruges zukacken, da fallen ja immer ein paar Leute drauf rein. Da fühlt man sich doch gleich wie ein „glücklicher Empfänger“.

Bitte antworten Sie mir baldmöglichst, damit ich die Gültigkeit Ihrer E-Mail-Adresse bestätigen kann.

Bitte ganz schnell antworten! Der verfeinerte Lebensstil eines Trickbetrügers ist immer so kostspielig!

Über den folgenden Link können Sie mehr über mich erfahren:

https://en.m.wikipedia.org/wiki/Len_Blavatnik

Über mich gibt es auch einen Wicked-Pedia-Artikel. Die Beweise sind mal wieder erdrückend!

Mit freundlichen Grüßen

Sir Leonard Valentinovich Blavatnik

Präsident, Access Industries.

Und fertig ist die miese 08/15-Spam zur Einleitung eines Vorschussbetrugs. Natürlich gibt es kein Geld, aber man darf eine Vorleistung nach der anderen bezahlen, beginnend mit relativ kleinen Beträgen, die sich immer mehr steigern. Wenn nichts mehr herauszuholen ist, bricht der Kontakt plötzlich ab.

Sagte ich „fertig“? Nein, da ist doch noch Spamprosa:

Mejl som skickas till SLU blir allmän handling. Vi behandlar även dina personuppgifter när du mejlar oss.

Emails sent to SLU become official documents. We also process your personal data when you email us.

När du skickar e-post till SLU så innebär detta att SLU behandlar dina personuppgifter. För att läsa mer om hur detta går till, klicka här

E-mailing SLU will result in SLU processing your personal data. For more information on how this is done, click here

Heute in Schwedisch und Englisch. Danke für das „click here“, ein Sprachstummel, den man niemals in lesenswerten Mitteilungen denkender und fühlender Menschen sieht, sondern nur in mieser Reklame und schlechter Spam.

Entf! 🗑️

Paketbenachrichtigung für Sie

Dienstag, 11. August 2026

Oh, die Paketspam kam jetzt aber lange nicht mehr bei mir an.

Von: Paketversand <fap840@imi2001.co.jp>

Aber ich lebe doch gar nicht in Japan. 😁️

Die Spam wurde übrigens auch über die IP-Adresse eines japanischen Dienstleisters versendet und hat auf ihrer ganzen Reise durch das Internet einen Server von Hermes nicht einmal aus der Ferne gesehen. Der gesamte Quelltext der HTML-formatierten Spam ist ohne technischen Grund Base64-codiert, die Spammer versprechen sich davon offensichtlich, dass sie mit diesem Trick Analysen erschweren können. Nachdem ich mir das mit etwas einfachem Gefummel an der Kommandozeile lesbar gemacht habe, konnte ich den HTML-Quelltext mit seinen sechsfach ineinander verschachtelten Tabellen lesen. Auch das ist ein Maß an Komplexität, das durch CSS eigentlich nicht nötig ist – aber vermutlich versprechen sich die Spammer auch davon irgendeinen Vorteil. Ärgerlicherweise ist die Spam dermaßen gut, dass sie durch nicht ganz so scharf eingestellte Spamfilter hindurchflutschen könnte. Bei mir wurde sie allerdings aussortiert. Ich habe sehr scharfe Einstellungen.

Ich werde dieses übertriebene Layout nur oberflächlich nachempfinden.

Hermes-Logo

Das Logo wird aus dem Web nachgeladen. Wer sicher konfigurierte Mailsoftware verwendet, sieht stattdessen den Alternativtext „Logo“. Und natürlich wird es nicht von der Hermes-Website nachgeladen, sondern von einem Server des Dienstleisters Stripo. Wenn dort auch das HTML-Layout dieser Spam entstanden sein sollte, kann ich von der Dienstleistung nur abraten. Außer natürlich, wenn es einem egal ist, was für einen Eindruck man bei Mailempfängern erweckt. Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance.

Generell rate ich von HTML-formatierter E-Mail ab. Sie ist immer unnötig. Es ist immer möglich, ein aufwändig formatiertes Dokument an die E-Mail anzuhängen, wenn man so etwas für nötig hält.

Betreff: Sendungsbenachrichtigung

Aber der Betreff steht doch schon im Betreff der Mail… ach so, dieser unnötige Bullshit soll davon ablenken, dass es nicht einmal eine persönliche Anrede gibt. 😅️

Ihr Paket ist in unserer örtlichen Postfiliale eingetroffen. Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass der Absender eine falsche Adresse eingegeben hat. Bitte nutzen Sie den untenstehenden Link, um die Adresse zu korrigieren und die Gebühren (1,65 €) für einen erneuten Zustellversuch zu bezahlen. Anschließend wird es Ihnen zugestellt.

Korrigieren Sie Ihre Adresse.

So so, Hermes unterhält also Postfilialen. 📯️😂️

Und ist es nicht nett von diesem „Absender“, dass er zwar die Lieferanschrift nicht so genau zu kennen schien, aber dafür eine Mailadresse auf den Zettel geschrieben hat? Das kennen wir ja alle, dass wir die Mailadresse des Empfängers auf einen Paketschein schreiben.

Natürlich führt der Link auch nicht zu Hermes, sondern in die „Cloud“ von Amazon. Dort gibt es eine Weiterleitung auf einen von Trickbetrügern kontrollierten Webserver. Alles, was man dort eingibt, geht an Kriminelle. Wenn man eine Kreditkarte zum Bezahlen der „Gebühren“ verwendet, wird diese Kreditkarte von Trickbetrügern für Betrugsgeschäfte verwendet werden und man hat damit jahrelangen und höchst ergiebigen Ärger. Aber auch andere Angaben werden für Betrugsgeschäfte missbraucht. Und das ist nicht alles: Schon beim Klick teilt man den Betrügern mit, das ihre Spam angekommen ist, gelesen wurde und sogar beklickt wurde. Das hat Folgen. Bis zu dreißig am Tag, eine dümmer als die andere.

Deshalb klickt man ja auch nicht in eine E-Mail.

Bei weiteren Fragen können Sie sich gerne an mich wenden. Wir danken Ihnen, dass Sie sich für Myhermes entschieden haben.

Wer bist du überhaupt? Ach, mich kennst du ja auch nicht. 😁️

© 2026 Hermes Germany GmbH

Ganz sicher nicht.

Entf! 🗑️

Go88

Sonntag, 9. August 2026

Go88: So nannte sich das spammende Gekrepel mit seinem fehlerhaften Spamskript und seiner IP-Adresse aus Vietnam, das heute um 10:08 Uhr den folgenden Kommentar auf Unser täglich Spam veröffentlichen wollte, aber an seiner technischen Inkompetenz gescheitert ist:

Please let me know if you‘re looking for a article author
for your weblog. You have some really great posts and I think I
would be a good asset. If you ever want to take some of the load off, I‘d really like to write some material
for your blog in exchange for a link back to mine. Please shoot me an e-mail
if interested. Regards!

Natürlich hat er als seine impressumslose „Homepage“ nicht etwa eine Website zu irgendeinem Thema, sondern ein vietnamesisches Betrugscasino angegeben. Das ist natürlich mal wieder so richtig extragut und toll. Seit solche Spammer angelernte neuronale Netzwerke haben, die sie nach Herzenslust beprompten können, sehen ihre schnell aufgeschäumten Websites immer lächerlicher aus, aber zum Ausgleich werden sie wohl auch schneller und müheloser fertig, was gut dazu passt, dass sich der Betrüger nicht so viel Mühe mit den Leuten geben möchte, die er betrügen will. Hier ein lustiges Detail:

Detail aus der Website des betrügerischen "Casinos"

Ich habe ja schon vieles gesehen, aber das ist eine Premiere: Links neben der erotisierensollenden Zierfrau ein Roulette mit dem Hebel eines mechanischen einarmigen Banditen anstelle des charakteristischen Drehkreuzes. Die Frage, ob dieser „Künstler“ ein Gehirn hat, stellt sich zum Glück gar nicht erst. Er hat ja eine Chatzeile. Das Ergebnis ist genau richtig für alle, die immer alles ein bisschen durcheinanderbringen. 😂️

Aber immerhin, auf eine etwas indirekte Weise ist dieser Allerweltsbetrüger jetzt auch hier zum Autor geworden. Dazu meinen herzlichen Glückwunsch! 😁️

xdieqgka

Samstag, 8. August 2026

So nannte sich der Enthirnungsrest mit seiner IP-Adresse aus Finnland und seinem halbwegs gut programmierten Spamskript, das lustige Fehler in die Texte streuselt, um die Spamfilter zu überlisten, der gestern abend um 21:28 den folgenden „Kommentar“ absetzte, aber damit aus inhaltlichen Gründen nicht durch die Spamfilterung kam:

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Ohne weitere Worte.

Time-Magazin bespammt angelernte neuronale Netzwerke

Donnerstag, 6. August 2026

Hier geht es nicht um eine Spam, sondern um einen Link auf einen im Kontext der Spam interessanten englischsprachigen Artikel bei The Register, der beschreibt, wie das Time Magazine der so genannten „künstlichen Intelligenz“ andere, spammige Inhalte ausliefert, um auf diese Weise Spamwerbung in die Chatbots zu bringen – sozusagen die Pest der SEO-Spam, aber jetzt auf andere Bots als die Indexer der Suchmaschinen gerichtet:

Das Time-Magazin verfügt über eine separate Version seiner Website mit Anzeigen, die nur eine KI sieht
Markeninhaber bezahlen bereits, um zu beeinflussen, was Chatbots über sie aussagen

KI-Website-Crawler bekommen jetzt ihre ganz eigenen Anzeigen präsentiert, die normale Besucher niemals sehen, was der Chef eines Unternehmens offen als eine Strategie beschreibt, um zu beeinflussen, was Chatbots über Marken sagen. Wenn Sie Claude das nächste Mal fragen, über welche Bank sie ihre Geschäfte machen wollen, könnte die Antwort von diesem auf Bots ausgerichteten „Inhalt“ beeinflusst worden sein.

Bisher liegt uns nur ein dokumentiertes Beispiel vor. Es handelt sich um Time, das ausgewählten KI-Crawlern für KI bestimmte Anzeigen bereitstellt, wie der in Deutschland ansässige freiberufliche Softwareentwickler Vincent Schmalbach entdeckte. In einem Blogeintrag vom Mittwoch erläuterte Schmalbach detailliert, wie er gesponserte Inhalte fand, die in Markdown-Versionen einiger Time-Seiten eingebettet wurden, welche für KI-Crawler, aber nicht für gewöhnliche Browser bereitgestellt werden.

Nun, da wünsche ich auch weiterhin viel Spaß bei der Lebensberatung durch die Reklamelügen von Spammern… ähm… durch große Sprachmodelle in angelernten neuronalen Netzwerken, wisst schon, das, was Journalisten, Politiker und andere digitaltechnische Analphabeten durchgehend mit dem Reklamewort „künstliche Intelligenz“ bezeichnen. Das ist eine Stelle, bei der vermutlich kaum jemand mit einer solchen Überrumpelung durch Spammer und ihre Machenschaften gerechnet hätte. Und genau deshalb ist es auch besonders widerwärtig.

Für das Time-Magazin, das solche Machenschaften als bezahlte Dienstleistung anzubieten scheint, hoffe ich auf eine zeitnahe und schnelle Abwicklung durch einen Insolvenzverwalter. Der geistig-moralische Bankrott scheint schon vollumfänglich durchschritten zu sein.

Bei Golem gibt es einen deutschsprachigen Text:

Die Seiten tragen Tags des Adtech-Unternehmens Mobian. Darauf folgt ein ausführlicher FAQ-Bereich, der die Onlinebank Ally bewirbt. Die FAQ listet Markenaussagen und Antworten auf Fragen, die ein Nutzer einem Chatbot stellen könnte. Formuliert ist das Ganze so, dass es sich fast wörtlich wiedergeben lässt. Es handelt sich um eine Optimierung der Website für Generative KI-Suchen (GEO), mit dem negativen Beigeschmack, dass hier eben nicht der reguläre Inhalt KI-gerecht präsentiert wird, sondern Werbung.

Nicht jeder Crawler bekommt diese Seiten zu Gesicht. Googles regulärer Indexierungs-Bot erhält offenbar dieselbe Seite wie ein Mensch. Assistenten-Crawler wie Claudebot, OAI-Searchbot und Perplexitybot bekamen laut Schmalbach dagegen die gesponserten Markdown-Seiten ausgeliefert. Zwei weitere OpenAI-Bots lieferten bei seinen Tests nur Serverfehler

Das dürfte für viele Menschen sehr viel leichter verständlich sein.

Nachtrag 12. August, 11:30 Uhr: Eine weitere deutschsprachige Meldung bei Heise Online.

best places to travel in january around the world

Donnerstag, 6. August 2026

Kommentarspamversuch von gestern mittag, kurz und knackig, mit kanadischer IP-Adresse eines kanadischen Hosters abgesetzt:

Thanks very interesting bⅼog!

Also visit my blog: best places to travel in january around the world

Bis zum 1. Januar sind es ja nur noch 148 Tage, da kann man doch schon seine Reise planen. Unbedingt vorher die Weihnachtsgeschenke kaufen! Natürlich bekommt man über Links aus solcher Kommentarspam in Foren und Blogs keine wertvollen touristischen Tipps, sondern nur Betrug und Abzocke. Aber das weiß hoffentlich jeder.

Erstaunlich, dass dieser Reisezielexperte aus dem Glibbereimer des Spamfilters glaubt, dass seine hirnverachtende Spam etwas besser durch den Spamfilter geht, wenn er ins Wort „very“ anstelle des „r“ ein ähnlich aussehendes Unicodezeichen einfügt. Das genaue Gegenteil ist der Fall.

Allgegenwart der Werbung: BMW

Mittwoch, 5. August 2026

Hier geht es nicht um eine Spam, sondern um eine wahrscheinlich leider legale Form der Reklame, mit der die Protzautoklitsche BMW – bekannt geworden durch das Abo für die eingebaute Sitzheizung – die Käufer ihrer teuren Autos belästigt [Archivversion]:

„BMW hält eine besondere Überraschung für seine Kundinnen und Kunden bereit‟, sagt der deutsche Autokonzern. Gemeint ist animierte Reklame für einen Kinofilm, die die Fahrzeuginsassen auf dessen großen Display vorgesetzt bekommen. „Diese festlichen Animationen sind weltweit in mehr als 70 Ländern für Fahrzeuge verfügbar, die mit der entsprechenden Sonderausstattung und dem BMW Operating System 7, 8, 8.5, 9 oder dem BMW Operating System X ausgestattet sind sowie ein Produktionsdatum nach Juli 2020 aufweisen.‟

Beim Anlassen solcher Fahrzeuge ist für einen Zeitraum von 15 Tagen, vom 27. Juli bis 10. August 2026, ein Werbebanner auf dem Display zu sehen. Wer es wagt, dieses anzutippen, löst laut Pressemitteilung „eine festliche Vollbildanimation im Control Display mit passend ausgewählter Hintergrundmusik und einer begleitenden Lichtshow des Ambient-Beleuchtungssystems‟ aus

Eine ganz besondere Überraschung! Und so festlich! 🤮️

Ich erspare mir mal weitere Anmerkungen dazu, denn BMW hat hier im Lande des vollumfänglichen Rechtsschutzes für beleidigte Leberwürste eine ziemlich große Rechtsabteilung. Stattdessen zitiere ich nur kurz das Wort, das bei Heise Online im Artikel steht…

[…] In-Car-Spam […]

…und das ich angesichts solcher Überrumpelungen völlig angemessen finde, selbstverständlich, ohne es mir deshalb gleich zueigen zu machen. Von einer derartig übergriffigen Unternehmung hochpreisige Autos zu kaufen, die dann irgendwann überraschend zu Vertriebsplattformen für die professionelle und manipulative Lüge der Reklame umgestaltet werden, halte ich übrigens nicht für eine gute Idee. Ganz im Gegenteil. Ich halte es für eine dumme Idee, für so eine Zumutung einen Preis in der Höhe des Jahresgehaltes eines gutverdienenden Menschen hinzublättern.

Wenn Menschen so etwas weiter kaufen, warte ich auf die Zeit, in der man erst drei Werbespots gucken muss – kameraüberwacht und von einer so genannten „künstlichen Inteligenz“ ausgewertet, um sicherzustellen, dass man auch wirklich hinschaut – bevor man den Motor starten kann. Außer man kauft das „Fahr-sofort-Abo“ für nur noch fünfzig Øre monatlich, bequem und bargeldlos per Bankeinzug. Das ist ja alles in seiner gnadenlosen Unverschämtheit noch ausbaufähig. Online-Werbung hat auch mal sehr harmlos mit ein paar passiven, verlinkten Bannern ohne umfassende Verdatung durch bösartigen Javascriptmissbrauch angefangen, und inzwischen ist sie eine Pest geworden… und ein ganz großes Geschäftsmodell; für den Journalismus und Social-Media-Unternehmen sogar das einzige Geschäftsmodell.

Grüße auch an VW, die durch vergleichbare Dreistheit glänzen und sich inzwischen darüber wundern, dass sich die am Markt vorbeiproduzierten Karren nicht mehr so gut verkaufen! Hol euch alle der Insolvenzverwalter! Geistig-intellektuell ist der Bankrott schon lange erreicht. Sonst würde man über so etwas gar nicht erst nachdenken.