Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Kategoriearchiv „419“

Es ist mir eine große Ehre, mit Ihnen an der Umsetzung meines Testaments (für wohltätige Zwecke) zusammenzuarbeiten

Dienstag, 16. Juni 2026

Schreibs auf ein Stück Papier, setz deinen Namen drunter und warte, dass die restliche Zeit vergeht, aber nerv mich nicht! Oder, wenn du sicher gehen willst, lass es bei einem Notar beurkunden. Das ist der Typ mit den ganz teuren Stempeln.

Von: Mekdim Abera <Mekdim.Abera@eic.gov.et>

  • Natürlich kenne ich den Absender nicht.
  • Natürlich steht meine Mailadresse nicht als Empfänger in der Spam, weil diese Spam an ganz viele Leute gleichzeitig geht.
  • Natürlich lässt dieser Absender, der in seiner Mailadresse so tut, als wäre er irgendwas mit der äthopischen Regierung, seine E-Mail…
    $ host eic.gov.et
    eic.gov.et mail is handled by 10 eic-gov-et.mail.protection.outlook.com.
    $ _
    

    …angenehm frei von irgendwelchen Hostingkosten bei Microsoft machen. Unter der tollen Domain wird nicht einmal ein eigener Server betrieben, der hat nur einen Eintrag für die E-Mail, damit diese zu Microsoft geht.

Natürlich wird dieser E-Müll zur Einleitung eines Vorschussbetrugs auch von einem sehr lax eingestellten Spamfilter, der vieles durchlässt, sicher als Spam erkannt und aussortiert, und erst recht von einem denkenden und fühlenden Menschen.

Aber ich schreibe hier ja auch zu Unterhaltungszwecken, und deshalb sei dieses wortreiche und schaumvolle Werk eines aus guten Gründen unbekannten Autors hier gewürdigt.

Salut mein liebster Begünstigter,

So genau hat schon lange keiner mehr meinen Namen gekannt! Es geht ja auch nur um Geld und eine Letztweilige Verfügung, das kann man alles mit völlig Unbekannten machen, weil die so eine hübsche Mailadresse haben. 😅️

Aber Mekdim hat ja auch einen guten Grund dafür. Und Ehre hat er auch:

Es ist mir eine große Ehre, mit Ihnen an der Umsetzung meines Testaments (für wohltätige Zwecke) zusammenzuarbeiten, wodurch ich einen meiner Lebensträume verwirklichen konnte. Meine Spende an Sie ist ausschließlich humanitären Zwecken gewidmet, insbesondere der Unterstützung benachteiligter Gemeinschaften und der Verbesserung ihrer Lebensqualität. Ich verstehe, dass Sie von dieser Nachricht überrascht sein werden, da wir uns noch nie begegnet sind und Sie sich vielleicht fragen, warum ich mich unter so vielen Menschen im Internet für Sie entschieden habe. Seien Sie unbesorgt: Ich habe mich entschieden, eine mir unbekannte Person zu unterstützen, weil ich selbst in jungen Jahren anonyme Hilfe von einem Unbekannten erhalten habe, den ich bis heute nicht kennenlernen konnte. Diese Erfahrung hat mich damals sehr berührt und mich dazu inspiriert, heute Ähnliches zu tun. Möge Gott Sie bei diesem wohltätigen Vorhaben segnen und begleiten.

Man muss schon sehr glaubenswillig sein, um das für plausibel zu halten.

Bevor ich weitermache, gestatten Sie mir, Ihnen einen kleinen Teil meiner Biografie zu geben. Mein Name ist Sir. Mekdim Abera, portugiesischer Architekt, durch die Gnade des allmächtigen Gottes bin ich 90 Jahre alt. Über mehr als fünf Jahrzehnte hinweg umfasste die Arbeit meiner Praxis städtische Masterpläne, öffentliche Infrastruktur, Flughäfen, öffentliche und kulturelle Gebäude, Büros und Arbeitsplätze, Privathäuser und Möbeldesign.

Wir kennen alle diese tollen Möbel, die von Architekten gestaltet wurden. Meistens sehen sie wie Klötzchen aus. 😂️

Zu den wichtigsten Projekten, an denen ich beteiligt war, gehören der Flughafen Peking, das Millau-Viadukt in Frankreich, 30 St Mary Axe und der Great Court im British Museum in London, der Hearst Headquarters Tower in New York und das Museum of Fine Arts in Boston. Zu den kürzlich abgeschlossenen Projekten gehören der Apple Park in Kalifornien, der europäische Hauptsitz von Bloomberg in London, der Comcast Tower in Philadelphia und das Magdi Yacoub Global Heart Center in Kairo. Ich wurde 1997 von Königin Elizabeth II. zum Verdienstorden ernannt und 1999 in den Adelsstand der Queen’s Birthday Honours List aufgenommen.

Herzlichen Glückwunsch, Sir, dass sie von der Königin Großbritanniens zu einem Verdienstorden ernannt wurden. Wo darf ich sie jetzt hinstecken? 🤣️

Alter und Zeit spielen mir nicht in die Karten, denn ich bin alt und werde schwach, wie meine Kinder mir immer sagen. Deshalb verbringe ich meinen Ruhestand mit Kalligrafie und halte Gastvorträge zum Thema globale Vernetzung. Ich fördere interdisziplinäres Denken und Forschung, um zukünftigen Generationen von Architekten, Designern und Stadtplanern zu helfen, die Zukunft zu gestalten. Außerdem verbringe ich viel Zeit mit meiner Familie und meinen Lieben, für die ich während meiner Zeit als Geschäftsreisender im Ausland nie Zeit hatte. Jedes Jahr spenden meine Familie und ich 20 % unseres jährlichen Familieneinkommens aus unseren globalen Investitionen und Unternehmen über Spendenaktionen an internationale Lebensmittelbanken und 30 % an bedürftige Gemeinschaften weltweit, auch hier in meinem Heimatland Portugal, sowie an einige wenige Glückliche und enge Freunde, um deren Unternehmen zu unterstützen und die Armut im In- und Ausland zu bekämpfen. Mein Vermögen habe ich unter meinen Kindern aufgeteilt und einen Teil für eine Stiftung zurückgelegt, um weltweit Wohltätigkeitsprojekte zu finanzieren. Ich bin ständig auf der Suche nach gemeinnütziger Arbeit und danke Gott, dass ich glücklich bin, dass meine Kinder glücklich sind und dass meine ganze Familie glücklich ist, weil ich durch mein Spendenprogramm für die Menschheit etwas Gutes tue.

Da haben sie so viel Geld, Sir, und sie haben nicht einmal einen eigenen Mailserver für die ganzen Mails, die im Zusammenhang mit diesem Geld stehen? Und sie verschlüsseln ihre Mails auch nicht? Das ist schon ziemlich dünne.

Ich habe hiermit einen Spendenscheck bei der Fundación Princesa de Asturias unter der Aufsicht und Auszahlung von Leonor, Prinzessin von Asturien, eingereicht. […]

Ich habe meine Schecks immer bei der Bank eingereicht, nicht bei irgendwelchen Adligen.

[…] Sie wurden als meine Begünstigte für den Empfang meiner E-Mails und der Einzahlung des Spendenschecks bestätigt. […]

Oh, ich bin begünstigt! Ich empfange Spam! 😁️

[…] Die Einzahlung erfolgte mit Ihrer E-Mail-Adresse und dem Einzahlungscode (DMF107PIOTR88859). […]

Das mit der E-Mail geht nicht. Entweder wird der Name eines Gläubigers eingetragen, oder es handelt sich um ein Inhaberpapier – deshalb die Phrase „oder Überbringer“ in den Scheckvordrucken, so dass man gar keinen Namen eintragen muss. Es gibt auch keine Einzahlungscodes auf Schecks, es geht dabei ja nicht um Western Union, wo man sich mit einer Nummer Geld abholen kann. Der Scheck ist ein Dokument, das ich physisch bekommen und bei der ausstellenden Bank zu Geld machen kann. Oder ich kann das einer Bank überlassen, die mein Konto führt – und die sich das mit einer gar nicht so kleinen Gebühr vergüten lässt. Man nennt so etwas ein „Wertpapier“. Menschen, die Bankkaufmann gelernt haben, werden das sicherlich viel präziser ausdrücken können. Ich kann „nur“ Computer. Was ein Scheck ist, habe ich dabei – noch in einer Zeit vor jedem digitalen Zahlungsverkehr – sehr schnell gelernt.

Heute sind Schecks übrigens völlig unüblich, werden aber noch gelegentlich benutzt. Ich glaube, gelesen zu haben, dass die Deutsche Bundesbank nächstes Jahr das Abkommen über den Einzug von Schecks mit diversen Geschäftsbanken aufkündigen wird, weil es sich um ein nicht mehr zeitgemäßes und langsames, aber dafür arbeitsaufwändiges Verfahren des Geldtransfers handelt. Aber ich bin mir nicht sicher.

[…] Zur Erinnerung: Die volle Versicherungsprämie für diese Spende wurde entrichtet, was belegt, dass es sich nicht um einen Drogenfonds oder einen Fonds zur Terrorismusfinanzierung in Ihrem Land handelt.

Dass man etwas versichert, bedeutet nur, dass man darauf wettet, dass es verloren geht, um es in diesem Fall erstattet zu bekommen. Das sagt überhaupt nichts über das versicherte Gut. Auch Autos, die Kokain, Kalaschnikows oder Bomben durch die Welt fahren, können versichert sein. Oder Spielhallen und Buchmacherläden, die nur der Geldwäsche dienen, ich kenne da so ein paar Beispiele in der Gegend, durch die ich öfter gehe. Oder Dönerläden…

Und was soll das mit Erinnerung, die ich haben soll, Sir? Bis jetzt wurde das mit der Versicherung noch gar nicht erwähnt. Das ist schon dämlich, wenn man seine Texte mit einem angelernten neuronalen Netzwerk – von Journalisten, Politikern und sonstigen digitalen Analphabeten durchgehend mit dem Reklamewort „künstliche Intelligenz“ bezeichnet – generieren lässt und der dabei entstehende Gnobbelmatsch zwar wohlstukturiert ist, aber eben auch weitgehend sinnlos, dümmlich bis realsatirisch.

Puh, was für ein Absatz. Ich wollte eigentlich gar keine Anmerkungen machen.

Bitte senden Sie Ihren vollständigen Namen, Ihre Adresse und Ihre Telefonnummer an Leonor, Prinzessin von Asturien, um die Auszahlung zu veranlassen. E-Mail: leonor@pr███as.com | Telefon: +34 985 242 ███.

Juchu, ich habe die Telefonnummer der Prinzessin!

Weil ich so eine schöne Mailadresse habe.

Ganz wichtig ist, dass ich erstmal sage, was mein wirklicher Name ist, bevor ich den Zaster bekomme. Und meine Telefonnummer ist auch wichtig, denn am Telefon sind solche Trickbetrüger sehr geübt, wenn sie ihre kriminelle Nummer bei zehn bis zwanzig Opfern gleichzeitig aufführen. Ganz viele Anwälte, Sicherheitsfirmen, Geldspeicherbesitzer, Notare, Beamte und was die Phantasie sonst noch hergibt, wollen für den Vorgang ihre Gebühr. Aber bitte über anonymisierende Verfahren wie Western Union bezahlen, die keine für die Polizei verwertbaren Spuren hinterlassen. Ähm… natürlich, weil das schneller ist, so dass ich schneller an den Zaster komme. In der Betrügerbande trägt man nicht so gern Handschelle. ⛓️‍💥️

Hinweis: Ungeachtet Ihrer aktuellen finanziellen Situation bitte ich Sie um einen Gefallen: Nehmen Sie mein kostenloses Angebot an und unterstützen Sie mich im Kampf gegen die Armut in Ihrer Region sowie bei der Verbesserung Ihrer Lebensumstände und Ihrer Unternehmen. Ihre Beteiligung an dieser Mission als mein Begünstigter ist mir sehr wichtig. Ich bin überzeugt, dass Ihr Beitrag einen bedeutenden Beitrag zur Weiterentwicklung Ihres Landes leisten und gleichzeitig Integrität und Wirkung beweisen wird.

Ist es denn so viel Geld, dass ich die Eisenbahn in der Bundesrepublik Deutschland davon wiederaufbauen kann? Das wäre nach rd. dreißig Jahren der Korruption und Verrottung bei der Deutschen Bananenbahn AG (ein privatwirtschaftliches Unternehmen in hundert Prozent Aktienbesitz der Bundesrepublik Deutschland, deshalb die Banane im Spottwort) ganz dringend nötig. 🍌️

Mit freundlichen Grüßen,
Sir. Mekdim Abera

Sie mich auch, Sir! 👅️

Entf!

Manuela

Samstag, 6. Juni 2026

So nannte sich die Gestalt mit ihrer IP-Adresse aus Österreich, die sich gar nicht erst mit einem Spamskript beschäftigen wollte, sondern den folgenden Kommentar für Unser täglich Spam eigenhändisch in das Kommentarfeld kopierte und absendete, damit es wie echte menschliche Tätigkeit aussieht:

Hallo, ich habe einen Kredit über 20.000 € von einer sehr ehrlichen und zuverlässigen Frau erhalten. Die Konditionen sind gut, ebenso die Rückzahlungsmethode und der sehr günstige Zinssatz.

E-Mail: ros████o.ang@gmail.com
WhatsApp: +31649████50

Natürlich wurde dieser Quatschtext zur Einleitung eines Vorschussbetrugs aus inhaltlichen Gründen ausgefiltert. Leuten, die mit so etwas hier durchkommen wollen, kann ich nur empfehlen, keine Mailadressen bei einem Freemailer zu benutzen, erst recht nicht bei GMail, dem dicksten Kumpel und Komplizen des Spammers, und schon gar keine WanzApp-Nummer anzugeben, wenn sie über Kredite schreiben. Denn diese sehr ehrlichen und zuverlässigen „Banken“ mit GMail-Adresse und WanzApp-Nummer sind alle miteinander Trickbetrüger. Da zahlt man eine Vorleistung nach der anderen und hat hinterher ein noch größeres Geldproblem.

Ich erwähne es nur, weil es im Moment mal wieder so richtig läuft in meiner täglichen Kommentarspamsuppe.

Dem Kommentarspammer wünsche ich auch weiterhin viel Spaß mit seiner Rückzahlungsmethode.

Gefälschter Bitcoin-Doubler – Geld zurück nach offensichtlichem Betrug

Donnerstag, 4. Juni 2026

Hier der allererste „Leserkommentar“ von „Ray Schnider“ aus dem Heiseforum, allerdings nur als Screenshot, weil dieser Versuch, einen Vorschussbetrug einzuleiten, dort hoffentlich ganz schnell wieder verschwinden wird [Archivversion des Kommentars]:

Gefälschter Bitcoin-Doubler – Geld zurück nach offensichtlichem Betrug -- Ich weiß, es klingt naiv, aber ich bin auf ein „Sende 1 BTC, erhalte 2 BTC zurück“-Angebot auf einer Webseite namens BTC-Doubler.net hereingefallen. Ich schickte 1 BTC im Wert von 62.000 € und erhielt nichts. Die Webseite verschwand innerhalb weniger Stunden. FundsRetriever verfolgte die Empfänger-Wallet-Adresse und entdeckte, dass der Betrüger einen Fehler gemacht hatte – er hatte die gestohlenen Bitcoins an eine Exchange-Wallet gesendet, die eine KYC-Verifizierung erforderte. FundsRetriever arbeitete mit den Strafverfolgungsbehörden zusammen, um den Betrüger zu identifizieren und die Vermögenswerte einzufrieren. Meine vollen 62.000 € wurden innerhalb von drei Wochen zurückgegeben. Selbst offensichtliche Betrügereien haben Wege zur Wiederherstellung. Kontaktieren Sie fxxxxr@proton.me, Telegram @fxxxxr

Schon gut, Ray, im Heiseforum wirst du ganz bestimmt die naive und technisch inkompetente „Zielgruppe“ für deinen dummen Vorschussbetrug finden! 😂️

Ihr Geld steht zur Auszahlung bereit

Freitag, 22. Mai 2026

Aber ich habe gar kein Geld. 🤭️

Von: Anna Schaefer <noreply@kasasepeti.com>
Antwort an: Simon <czrodsu@hotmail.com>

Bitte nicht an die Absenderadresse antworten, wie man das bei jeder Mail eines denkenden und fühlenden Menschen macht, sondern schön mit einer kostenlos und anonym eingerichteten Mailadresse eines Unbekannten in unverschlüsselter E-Mail über Geld kommunizieren.

Hallo,

Es steht noch eine Zahlung aus über 18452 Euro die bisher noch nicht gesendet wurde.

Bitte teilen Sie uns mit wie wir Ihnen die Zahlung senden sollen.

Sie können die Zahlungsmethode hier auswählen:

Die Mitteilung erfolgte bereits einmal zuvor, bisher ging allerdings noch keine Antwort ein.

Bitte hier auswählen:

Mit freundlichen Grüssen

Kundenservice

Wenn Sie von uns nicht erneut kontaktiert werden wollen klicken Sie bitte hier

Was für ein „Kundenservice“ soll das überhaupt sein? Es ist jedenfalls nicht der Kundenservice des hannöverschen Nahverkehrsbetreibers Üstra… und so teuer sind die Fahrkarten hier auch noch nicht. Aber die üstra arbeitet dran. 😁️

njmwphysofotuyapjuurixvevombadwnltkkrapsfxbaruyaioeklepezifrekxhfeyoijbtwha

Und mein Passwort ist das auch nicht. 🤣️

Entf! 🗑️

Der Link ist natürlich nicht direkt gesetzt, sondern zeigt auf den URL-Kürzer tinyurl:

$ lynx -dump https://tinyurl.com/2bu5k2fx
   REFRESH(0 sec): [1]https://tswmg.mxrntzuop.cc/?shfopyqsrozhhaz

Verweise

   1. https://tswmg.mxrntzuop.cc/?shfopyqsrozhhaz
$ lynx -dump "https://tswmg.mxrntzuop.cc/?shfopyqsrozhhaz"
   Аккаунт заблокирован администратором сервера
   Account disabled by server administrator

   [1]Ispmanager © 1997 – 2024

Verweise

   1. http://ispmanager.com/?utm_source=ispmanager_panel_blank
$ _

Dem Server mit der betrügerischen Website wurde zum Glück schon vom Hostingdienstleister der Stecker gezogen. Totale Verbindungstrennung. Das ist vielleicht ein bisschen schade für den Trickbetrüger, aber der kann meinetwegen einfach verhungern und vergessen werden. Gerüchteterweise schmeißt seine Mutter schon mit Steinen nach dem Storch.

Hoffentlich hat der Dienstleister Vorkasse genommen! Sonst wird er niemals mehr Geld für seinen Aufwand sehen.

UN

Freitag, 22. Mai 2026

Jetzt läuft es aber wieder mit den Vorschussbetrugsmails. Geübte Spamgenießer erkennen sie schon am Betreff. Wer schreibt mir denn heute?

Von: UNITED NATIONS <ceo@fraternalbotswana.org>
An: Recipients <ceo@fraternalbotswana.org>
Antwort an: compensationunitednations998@gmail.com

Aha, die „Dreieinigkeit des Vorschussbetrugs“ schreibt mir:

  1. Eine obskure Absenderadresse, die behauptet, etwas ganz Großes zu sein.
  2. Ich stehe nicht als Empfänger drin, weil die Spam an ganze viele Leute gleichzeitig geht.
  3. Alle weitere Kommunikation soll über den dicksten Kumpel und Komplizen des Spammers und Betrügers laufen, über Googles GMail, auf einer für Kriminelle erfreulich kostenlos und anonym eingerichteten Mailadresse.

Mehr muss man nicht sehen, um den Müll ungelesen zu löschen. Es ist der Versuch, einen Vorschussbetrug einzuleiten. Interessante und lesenswerte Mails von denkenden und fühlenden Menschen, ja, sogar Mails von Behörden und großen Organisationen…

  1. …haben eine Absenderadresse in der Domain dieser Behörde oder Organisation;
  2. …sind an mich adressiert; und
  3. …haben keine Antwortadresse bei einem windigen Freemailer und beliebten Dienstleister für gewerbsmäßige Betrüger.

Jedes Weiterlesen ist dann einfach nur noch Unterhaltung. 🙂️

Aber dafür mache ich das hier ja in erster Linie:

Guten Tag,

So genau hat schon keine Behörde mehr meinen Namen gekannt, wenn sie mir…

Wir wurden von der Entschädigungskommission der Vereinten Nationen (UNCC) offiziell autorisiert, Ihre Entschädigungssumme in Höhe von 10.500.000,00 € freizugeben.

…10,5 Megaeuro geben will, weil ich „Guten Tag“ heiße. Warum ich das Geld kriege? Na, als Entschädigung. Für was, wenn ich doch gar keinen Schaden habe? Das ist nicht so wichtig und muss auch nicht weiter erwähnt werden, der genannte Geldbetrag spricht doch für sich selbst. Aber hey, die Vereinten Nationen schreiben mir! Endlich begreift mal jemand, wie UNENDLICH WICHTIG ich bin! 🤣️

Zielgruppe solcher Spams sind Menschen, die bei der Vorstellung von Geld sofort die Auswurftaste für ihr Gehirnchen drücken. ⏏️

Um Ihre Entschädigung zu erhalten, kontaktieren Sie bitte umgehend Ihren zuständigen Sachbearbeiter.

Sachbearbeiter:
Herr Hartmut Wenner
E-Mail: compensationunitednations998@gmail.com

Bitte auf gar keinen Fall an die Absenderadresse antworten, sonst kommt die Antwort nicht bei den Betrügern an.

Entf! 🗑️

Spende

Donnerstag, 21. Mai 2026

Was, schon wieder?

Lieber Freund,

Aber ganz genau mein Name! 🤭️

Ich bin Herr Tayeb Souami, der Mega-Jackpot-Gewinner von 315,3 Millionen Dollar.

Gut, dass du wenigstens deinen eigenen Namen kennst. Den kennt ja auch nicht jeder. Und Geld hast du auch gewonnen. Das ist doch toll.

Wenn Sie diese E-Mail erhalten, wurde Ihre E-Mail-Adresse nach einem Spinball ausgewa¤hlt.

Meinst du so einen Spinball? 😁️

Ich habe den Groayteil meines Vermogens an verschiedene Wohltatigkeitsorganisationen und Organisationen gespendet. Ich habe mich freiwillig entschieden, Ihnen als einem der fanf Auserwahlten den Betrag von 2.000.000,00 Euro zu spenden.

Schön, dass du dich freiwillig entschieden hast. Und dann gleich zwei Megaeuro. Ich werde ja jeden Tag reich durch meine Mailadresse, weil es dumme Vorschussbetrüger wie dich gibt, die Millionen mit dem Spinball verteilen. 😅️

Meine Gewinne konnen Sie auf meiner YouTube-Seite unten einsehen.

SIEHE MICH HIER:
https://www.nj.com/news/2018/06/hold_meet_the_winner_of_the_3153_million_powerball.html
oder auf YouTube:
https://www.youtube.com/watch?v=Z6ui8ZDQ6Ks

Und mich findest du hier. 😁️

Ihr Spendencode: [DFTS02094RW2026]

Toll, ein Löffel Buchstabensuppe! Jetzt neu und super: Mit lustigen Ziffern zu den Buchstaben. Reicht die Mailadresse nicht, die du mit dem Spinball ausgewählt hast?

Und nein, dein toller und vor allem ganz geheimer Geheimcode ist keine Sicherheitsmaßnahme. Deine Mail war unverschlüsselt und nicht digital signiert. Sie konnte auf dem gesamten Transportweg gelesen und beliebig verändert werden. Eine Manipulation hätte ich nicht entdecken können.

Antworten Sie auf diese E-Mail mit dem Spendencode:
tayebsouamidonationorg@gmail.com

Bitte nicht an die Absenderadresse antworten. Stattdessen den ganzen Rest der Kommunikation wegen eines Millionenbetrages über eine für Betrüger erfreulich kostenlos und anonym eingerichtete Mailadresse beim dicksten Kumpel und Komplizen des Betrügers, bei Googles GMail, erledigen. Es geht ja nur um Geld.

Ich hoffe, Ihnen und Ihrer Familie eine Freude zu machen.

Geh einfach sterben, Vorschussbetrüger! Das macht vielen Menschen eine Freude.

Mit freundlichen Gruayen

Herr Tayeb Souami

Mit glühenden Mittelfingern

Dein dich genießender
Nachtwaechter

Re: Did you get the first email from me!!

Dienstag, 5. Mai 2026

Oh, so etwas scheint es gerade etwas häufiger zu geben. Kryptische Mails mit einem Intelligenztest. Wer darauf antwortet, hat verloren.

So so, „Re“. Also eine Antwort auf eine Mail von mir. Wer schreibt mir denn heute?

Von: Elena Colijn <aurora.munoz@sedatu.gob.mx>
Antwort an: elenacolijn1@gmail.com

Ich kenne weder die Absenderadresse noch die Antwortadresse. Hier behauptet jemand, mir zu antworten, den ich garantiert noch nie geschrieben habe.

Und, um was geht es?

Hello Dear,

Erstmal weiß das Absender nicht, wer ich bin.

Did you get the donation email I had sent previously, Please do confirm if you got that email.

Und zweitens hat es mir eine „Spendenmail“ geschickt. Damit ist wohl klar genug, dass hier ein Vorschussbetrug eingeleitet werden soll. Wie schon gesagt: Ich habe hier ein weit zurückreichendes Mailarchiv, und ich habe noch nie Mailkontakt mit dieser Trickbetrügerbande gehabt, die mir antwortet, weil sie „Hello Dear“ etwas spenden will.

Regards
Elena Colijn

Und den lustigen Namen kenne ich natürlich auch nicht.

Este correo ha sido analizado por el servicio de Symantec Email Security.Cloud.
Para más información, visite http://www.symanteccloud.com

Solche dummen und gefährlichen Reklamesprüche findet man niemals in Mitteilungen von denkenden und fühlenden Menschen. Sie sind ein sicheres Erkennungszeichen für Spam. Warum gefährlich? Weil jeder dahergelaufene Spammer eine frische Kollektion aktueller Schadsoftware an seine Mail hängen und so einen Spruch daruntersetzen kann. Voll die Sicherheitswolke! Dumm wie Reklame, und offen intelligenzverachtend. 😁️

Ach ja, auch so kryptisch formuliert passt dieser enddumme Müll bei mir nicht durch den Spamfilter. Und das ist gut so.

Ms Mavis Wanczyk

Mittwoch, 22. April 2026

So nannte sich das spammende Gekrieche, das heute nacht um 0:03 Uhr den folgenden eigenhändisch über die Zwischenablage ins Kommentarfeld „Kommentar“ zur Einleitung eines Vorschussbetruges hier auf Unser täglich Spam veröffentlichen wollte, aber aus inhaltlichen Gründen scheiterte:

I was searching for a loan to sort out my bills & debts, then I saw comments about Blank ATM Credit Cards that can be hacked to withdraw money from any ATM machines around you I doubted this but decided to give it a try by contacting {rickatmcardoffer@gmail.com} they responded with their guidelines on how the card works. I was assured that the card can withdraw EUR 10,000 instant per day & was credited with EUR 50,000,000 so i requested for one & paid the delivery fee to obtain the card, after 24 hours later, i was shock to see the UPS agent in my resident with a parcel {card} i signed and went back inside and confirmed the card work after the agent left. This is no doubt because I have the card & have made use of the card. These hackers are Germany USA based hackers set out to help people with financial freedom!! Contact Mr Rick for help if you want to get rich with this and pay off your bills Via: rickatmcardoffer@gmail.com OR Whats-app via +1-920-251-████ Best Regard

Übrigens: Das Geld wird von Geldautomaten nicht für die Auszahlung gedruckt, sondern es wird hineingelegt. Genau abgezählt, versteht sich. Jeder Buchungsvorgang ist dokumentiert und über allem schwebt eine Überwachungskamera. Es gibt keine gehackten Geldautomatenkarten, mit denen man sich einfach Geld ziehen kann. Das Geld, das man für die Zustellung der „gehackten Karte“ bezahlt, wird von den Betrügern für ihren verfeinerten Lebensstil, große Autos und Prasserei im Puff ausgegeben. Wer auf diesen Betrug reinfällt, hat hinterher ein noch größeres Geldproblem als vorher. Wenn jemand mit ausreichender krimineller Energie wirklich ein funktionierendes Verfahren hätte, sich Geld anderer Leute aus dem Geldautomaten zu ziehen, würde er es einfach selbst tun, statt sein Verfahren für deutlich weniger Geld an andere zu verkaufen. Ich schließe ab mit einem Selbstzitat:

Zielgruppe solcher Spam sind Menschen, die wegen ihres mangelnden technischen Verständnisses und ihres gefährlichen Unwissens nicht den Unterschied zwischen einer mit Plinggeräusch im Bild erscheinenden Märchenfee und einem Geldautomaten verstehen. Die halten so etwas für möglich, nachdem sie einen komischen Kommentar vom GMail-Experten in einem Blog, einem Forum oder einem altmodischen Gästebuch gesehen haben. Wenn sich ihr Unverständnis mit Gier kombiniert, werden die letzten Reste von kritischem Verstand aus dem Gehirnchen ausgeworfen und sie versuchen allen Ernstes, viel Geld für wenig Geld zu kaufen. Typischerweise zahlen sie in einem eher umständlichen und weitgehend anonymisierenden Verfahren (Western Union und Konsorten, Kryptogeld) einen vierstelligen Betrag (nein, mit der ersten Bezahlung ist es noch nicht erledigt), bis sie schließlich bemerken, dass sie dafür gar nichts bekommen und dass sie die Leute, mit denen sie in den letzten Tagen kommuniziert haben, überhaupt nicht kennen. Es ist leichtverdientes Geld für eine Betrügerbande

Aber wenn man noch ein bisschen denken kann, sollte man eigentlich schon an der klaren Spam erkannt haben, dass es ein Betrug ist.