Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Schlagwortarchiv „Erbschaft“

Es ist mir eine große Ehre, mit Ihnen an der Umsetzung meines Testaments (für wohltätige Zwecke) zusammenzuarbeiten

Dienstag, 16. Juni 2026

Schreibs auf ein Stück Papier, setz deinen Namen drunter und warte, dass die restliche Zeit vergeht, aber nerv mich nicht! Oder, wenn du sicher gehen willst, lass es bei einem Notar beurkunden. Das ist der Typ mit den ganz teuren Stempeln.

Von: Mekdim Abera <Mekdim.Abera@eic.gov.et>

  • Natürlich kenne ich den Absender nicht.
  • Natürlich steht meine Mailadresse nicht als Empfänger in der Spam, weil diese Spam an ganz viele Leute gleichzeitig geht.
  • Natürlich lässt dieser Absender, der in seiner Mailadresse so tut, als wäre er irgendwas mit der äthopischen Regierung, seine E-Mail…
    $ host eic.gov.et
    eic.gov.et mail is handled by 10 eic-gov-et.mail.protection.outlook.com.
    $ _
    

    …angenehm frei von irgendwelchen Hostingkosten bei Microsoft machen. Unter der tollen Domain wird nicht einmal ein eigener Server betrieben, der hat nur einen Eintrag für die E-Mail, damit diese zu Microsoft geht.

Natürlich wird dieser E-Müll zur Einleitung eines Vorschussbetrugs auch von einem sehr lax eingestellten Spamfilter, der vieles durchlässt, sicher als Spam erkannt und aussortiert, und erst recht von einem denkenden und fühlenden Menschen.

Aber ich schreibe hier ja auch zu Unterhaltungszwecken, und deshalb sei dieses wortreiche und schaumvolle Werk eines aus guten Gründen unbekannten Autors hier gewürdigt.

Salut mein liebster Begünstigter,

So genau hat schon lange keiner mehr meinen Namen gekannt! Es geht ja auch nur um Geld und eine Letztweilige Verfügung, das kann man alles mit völlig Unbekannten machen, weil die so eine hübsche Mailadresse haben. 😅️

Aber Mekdim hat ja auch einen guten Grund dafür. Und Ehre hat er auch:

Es ist mir eine große Ehre, mit Ihnen an der Umsetzung meines Testaments (für wohltätige Zwecke) zusammenzuarbeiten, wodurch ich einen meiner Lebensträume verwirklichen konnte. Meine Spende an Sie ist ausschließlich humanitären Zwecken gewidmet, insbesondere der Unterstützung benachteiligter Gemeinschaften und der Verbesserung ihrer Lebensqualität. Ich verstehe, dass Sie von dieser Nachricht überrascht sein werden, da wir uns noch nie begegnet sind und Sie sich vielleicht fragen, warum ich mich unter so vielen Menschen im Internet für Sie entschieden habe. Seien Sie unbesorgt: Ich habe mich entschieden, eine mir unbekannte Person zu unterstützen, weil ich selbst in jungen Jahren anonyme Hilfe von einem Unbekannten erhalten habe, den ich bis heute nicht kennenlernen konnte. Diese Erfahrung hat mich damals sehr berührt und mich dazu inspiriert, heute Ähnliches zu tun. Möge Gott Sie bei diesem wohltätigen Vorhaben segnen und begleiten.

Man muss schon sehr glaubenswillig sein, um das für plausibel zu halten.

Bevor ich weitermache, gestatten Sie mir, Ihnen einen kleinen Teil meiner Biografie zu geben. Mein Name ist Sir. Mekdim Abera, portugiesischer Architekt, durch die Gnade des allmächtigen Gottes bin ich 90 Jahre alt. Über mehr als fünf Jahrzehnte hinweg umfasste die Arbeit meiner Praxis städtische Masterpläne, öffentliche Infrastruktur, Flughäfen, öffentliche und kulturelle Gebäude, Büros und Arbeitsplätze, Privathäuser und Möbeldesign.

Wir kennen alle diese tollen Möbel, die von Architekten gestaltet wurden. Meistens sehen sie wie Klötzchen aus. 😂️

Zu den wichtigsten Projekten, an denen ich beteiligt war, gehören der Flughafen Peking, das Millau-Viadukt in Frankreich, 30 St Mary Axe und der Great Court im British Museum in London, der Hearst Headquarters Tower in New York und das Museum of Fine Arts in Boston. Zu den kürzlich abgeschlossenen Projekten gehören der Apple Park in Kalifornien, der europäische Hauptsitz von Bloomberg in London, der Comcast Tower in Philadelphia und das Magdi Yacoub Global Heart Center in Kairo. Ich wurde 1997 von Königin Elizabeth II. zum Verdienstorden ernannt und 1999 in den Adelsstand der Queen’s Birthday Honours List aufgenommen.

Herzlichen Glückwunsch, Sir, dass sie von der Königin Großbritanniens zu einem Verdienstorden ernannt wurden. Wo darf ich sie jetzt hinstecken? 🤣️

Alter und Zeit spielen mir nicht in die Karten, denn ich bin alt und werde schwach, wie meine Kinder mir immer sagen. Deshalb verbringe ich meinen Ruhestand mit Kalligrafie und halte Gastvorträge zum Thema globale Vernetzung. Ich fördere interdisziplinäres Denken und Forschung, um zukünftigen Generationen von Architekten, Designern und Stadtplanern zu helfen, die Zukunft zu gestalten. Außerdem verbringe ich viel Zeit mit meiner Familie und meinen Lieben, für die ich während meiner Zeit als Geschäftsreisender im Ausland nie Zeit hatte. Jedes Jahr spenden meine Familie und ich 20 % unseres jährlichen Familieneinkommens aus unseren globalen Investitionen und Unternehmen über Spendenaktionen an internationale Lebensmittelbanken und 30 % an bedürftige Gemeinschaften weltweit, auch hier in meinem Heimatland Portugal, sowie an einige wenige Glückliche und enge Freunde, um deren Unternehmen zu unterstützen und die Armut im In- und Ausland zu bekämpfen. Mein Vermögen habe ich unter meinen Kindern aufgeteilt und einen Teil für eine Stiftung zurückgelegt, um weltweit Wohltätigkeitsprojekte zu finanzieren. Ich bin ständig auf der Suche nach gemeinnütziger Arbeit und danke Gott, dass ich glücklich bin, dass meine Kinder glücklich sind und dass meine ganze Familie glücklich ist, weil ich durch mein Spendenprogramm für die Menschheit etwas Gutes tue.

Da haben sie so viel Geld, Sir, und sie haben nicht einmal einen eigenen Mailserver für die ganzen Mails, die im Zusammenhang mit diesem Geld stehen? Und sie verschlüsseln ihre Mails auch nicht? Das ist schon ziemlich dünne.

Ich habe hiermit einen Spendenscheck bei der Fundación Princesa de Asturias unter der Aufsicht und Auszahlung von Leonor, Prinzessin von Asturien, eingereicht. […]

Ich habe meine Schecks immer bei der Bank eingereicht, nicht bei irgendwelchen Adligen.

[…] Sie wurden als meine Begünstigte für den Empfang meiner E-Mails und der Einzahlung des Spendenschecks bestätigt. […]

Oh, ich bin begünstigt! Ich empfange Spam! 😁️

[…] Die Einzahlung erfolgte mit Ihrer E-Mail-Adresse und dem Einzahlungscode (DMF107PIOTR88859). […]

Das mit der E-Mail geht nicht. Entweder wird der Name eines Gläubigers eingetragen, oder es handelt sich um ein Inhaberpapier – deshalb die Phrase „oder Überbringer“ in den Scheckvordrucken, so dass man gar keinen Namen eintragen muss. Es gibt auch keine Einzahlungscodes auf Schecks, es geht dabei ja nicht um Western Union, wo man sich mit einer Nummer Geld abholen kann. Der Scheck ist ein Dokument, das ich physisch bekommen und bei der ausstellenden Bank zu Geld machen kann. Oder ich kann das einer Bank überlassen, die mein Konto führt – und die sich das mit einer gar nicht so kleinen Gebühr vergüten lässt. Man nennt so etwas ein „Wertpapier“. Menschen, die Bankkaufmann gelernt haben, werden das sicherlich viel präziser ausdrücken können. Ich kann „nur“ Computer. Was ein Scheck ist, habe ich dabei – noch in einer Zeit vor jedem digitalen Zahlungsverkehr – sehr schnell gelernt.

Heute sind Schecks übrigens völlig unüblich, werden aber noch gelegentlich benutzt. Ich glaube, gelesen zu haben, dass die Deutsche Bundesbank nächstes Jahr das Abkommen über den Einzug von Schecks mit diversen Geschäftsbanken aufkündigen wird, weil es sich um ein nicht mehr zeitgemäßes und langsames, aber dafür arbeitsaufwändiges Verfahren des Geldtransfers handelt. Aber ich bin mir nicht sicher.

[…] Zur Erinnerung: Die volle Versicherungsprämie für diese Spende wurde entrichtet, was belegt, dass es sich nicht um einen Drogenfonds oder einen Fonds zur Terrorismusfinanzierung in Ihrem Land handelt.

Dass man etwas versichert, bedeutet nur, dass man darauf wettet, dass es verloren geht, um es in diesem Fall erstattet zu bekommen. Das sagt überhaupt nichts über das versicherte Gut. Auch Autos, die Kokain, Kalaschnikows oder Bomben durch die Welt fahren, können versichert sein. Oder Spielhallen und Buchmacherläden, die nur der Geldwäsche dienen, ich kenne da so ein paar Beispiele in der Gegend, durch die ich öfter gehe. Oder Dönerläden…

Und was soll das mit Erinnerung, die ich haben soll, Sir? Bis jetzt wurde das mit der Versicherung noch gar nicht erwähnt. Das ist schon dämlich, wenn man seine Texte mit einem angelernten neuronalen Netzwerk – von Journalisten, Politikern und sonstigen digitalen Analphabeten durchgehend mit dem Reklamewort „künstliche Intelligenz“ bezeichnet – generieren lässt und der dabei entstehende Gnobbelmatsch zwar wohlstukturiert ist, aber eben auch weitgehend sinnlos, dümmlich bis realsatirisch.

Puh, was für ein Absatz. Ich wollte eigentlich gar keine Anmerkungen machen.

Bitte senden Sie Ihren vollständigen Namen, Ihre Adresse und Ihre Telefonnummer an Leonor, Prinzessin von Asturien, um die Auszahlung zu veranlassen. E-Mail: leonor@pr███as.com | Telefon: +34 985 242 ███.

Juchu, ich habe die Telefonnummer der Prinzessin!

Weil ich so eine schöne Mailadresse habe.

Ganz wichtig ist, dass ich erstmal sage, was mein wirklicher Name ist, bevor ich den Zaster bekomme. Und meine Telefonnummer ist auch wichtig, denn am Telefon sind solche Trickbetrüger sehr geübt, wenn sie ihre kriminelle Nummer bei zehn bis zwanzig Opfern gleichzeitig aufführen. Ganz viele Anwälte, Sicherheitsfirmen, Geldspeicherbesitzer, Notare, Beamte und was die Phantasie sonst noch hergibt, wollen für den Vorgang ihre Gebühr. Aber bitte über anonymisierende Verfahren wie Western Union bezahlen, die keine für die Polizei verwertbaren Spuren hinterlassen. Ähm… natürlich, weil das schneller ist, so dass ich schneller an den Zaster komme. In der Betrügerbande trägt man nicht so gern Handschelle. ⛓️‍💥️

Hinweis: Ungeachtet Ihrer aktuellen finanziellen Situation bitte ich Sie um einen Gefallen: Nehmen Sie mein kostenloses Angebot an und unterstützen Sie mich im Kampf gegen die Armut in Ihrer Region sowie bei der Verbesserung Ihrer Lebensumstände und Ihrer Unternehmen. Ihre Beteiligung an dieser Mission als mein Begünstigter ist mir sehr wichtig. Ich bin überzeugt, dass Ihr Beitrag einen bedeutenden Beitrag zur Weiterentwicklung Ihres Landes leisten und gleichzeitig Integrität und Wirkung beweisen wird.

Ist es denn so viel Geld, dass ich die Eisenbahn in der Bundesrepublik Deutschland davon wiederaufbauen kann? Das wäre nach rd. dreißig Jahren der Korruption und Verrottung bei der Deutschen Bananenbahn AG (ein privatwirtschaftliches Unternehmen in hundert Prozent Aktienbesitz der Bundesrepublik Deutschland, deshalb die Banane im Spottwort) ganz dringend nötig. 🍌️

Mit freundlichen Grüßen,
Sir. Mekdim Abera

Sie mich auch, Sir! 👅️

Entf!

Seid gegrüßt, mein Freund,

Freitag, 10. April 2026

Seid gegrüßt, mein Freund,

ich möchte mich Ihnen vorstellen. Mein Name ist David Sansom, ich bin britischer Staatsbürger und arbeite im Londoner Büro der Offshore-Bank Lloyds Bank Plc. Ich bin Executive Director Commercial Banking und Interim Chief Operating Officer der Lloyds Bank, UK.

Ich freue mich, Ihnen ein dringendes und lukratives Geschäftsangebot unterbreiten zu dürfen, von dem wir beide nach Abschluss der Verhandlungen profitieren werden. Ich habe mich nach reiflicher Überlegung an Sie gewandt, um zu klären, ob Sie diese Transaktion abwickeln können, die ich Ihnen im Folgenden erläutern werde. Bei meiner Bank liegt ein Betrag von 39.500.000 GBP (neununddreißig Millionen fünfhunderttausend Pfund Sterling) vor, der noch nicht abgeholt wurde. Alle Versuche, die Angehörigen unseres Kunden, der das Geld eingezahlt hat, zu erreichen, sind gescheitert. Bei diesem Kunden handelt es sich um Herrn Roger Lan Wright, einen amerikanischen Geschäftsmann und Gründer einer Investmentfirma mit Sitz in São Paulo. Am 23. Mai 2009 kamen Herr Roger Ian Wright, seine Frau und ihre beiden Kinder bei einem Flugzeugabsturz einer King Air 350 im Badeort Trancoso in Bahia ums Leben. Weitere Informationen finden Sie unter folgendem Link:

https://www.thetimes.co.uk/article/british-businessman-killed-in-brazil-air-crash-q866jrnr3fx

Alle Versuche, seine Angehörigen ausfindig zu machen, blieben erfolglos. Meine Position in meinem Amt verpflichtet mich, Angehörige zu ermitteln und Auskunft darüber zu erteilen. Daher führte ich weitere Nachforschungen durch und stellte fest, dass Herr Roger Ian Wright in all seinen offiziellen Dokumenten, einschließlich der Unterlagen zu seiner Bankeinlage bei meiner Bank, keine Angehörigen angegeben hatte. Nach britischem Recht verfällt das Geld nach 17 Jahren an die britische Regierung, wenn niemand die Rückzahlung beantragt. Um dies zu verhindern, bitte ich Sie um Ihre Unterstützung, sich als nächster Angehöriger des Verstorbenen auszuweisen. So können die Gelder (39.500.000,00 £) auf Ihren Namen als nächster Angehöriger freigegeben und Ihrem Konto gutgeschrieben werden. Alle Dokumente und Belege, die Sie für die problemlose Auszahlung benötigen, erhalten Sie nach Ihrer Antwort auf diese E-Mail.

Als Entschädigung für Ihre Unterstützung biete ich Ihnen 50 % der Gesamtsumme, also 19.750.000,00 £, an. Sollten Sie Interesse haben, informiere ich Sie nach Eingang Ihrer Antwort über den aktuellen Stand der Transaktion und sende Ihnen die notwendigen Details und Schritte zur Überweisung.

Sind Sie interessiert? Bitte senden Sie mir folgende Informationen:

1. Vollständiger Name
2. Telefonnummer (privat)
3. Aktuelle Wohnadresse
4. Beruf
5. Alter

Ich bitte um Ihre baldige Antwort.

Mit freundlichen Grüßen,
David Sansom
Kontakt-E-Mail: davidoldfield197@gmail.com

So etwas läuft immer noch und scheint sich auch immer noch zu lohnen. Keine weiteren Worte.

Anspruch!

Samstag, 10. Januar 2026

Oh, mal wieder ein Qualitätsbetreff. 🏆️

Von: Clare Lombardelli <backup@seotool.co>
Antwort an: jason.r2478@gmail.com
An: Recipients <backup@seotool.co>

Und so richtige Qualitätsheader gibt es auch. Den Absender kenne ich nicht. Die Antwort soll an eine anonym und kostenlos eingerichtete Adresse bei Googles GMail gehen, dem dicksten Kumpel und Komplizen der Spammer und Betrüger. Und zu schlechter Letzt stehe ich nicht einmal als Empfänger drin, sodern der Müll läuft über BCC und geht an ganz viele Leute gleichzeitig, ist also ungefähr so „persönlich“ wie ein mit fiesen Lügen und an die Dummheit appellierenden Bildern bedrucktes Reklameplakat im öffentlichen Blickraum. Nur eben auch noch illegal. Weil Spam illegal ist.

Mehr muss man nicht sehen, um den Müll zu löschen. Beinahe immer handelt es sich dann um den Versuch, einen Vorschussbetrug einzuleiten.

Sie wurden als Erbenberechtigter identifiziert. Um den Anspruch geltend zu machen, wenden Sie sich bitte mit Ihrem vollständigen Namen an Clare Lombardelli unter . Eine schnelle Antwort hilft uns, den Prozess zu beschleunigen jason.r2478@gmail.com

So so, als Erbenberechtigter. Das kommt mir bekannt vor, denn das Wort ist so dumm, dass ich es nicht wieder vergesse, wenn ich es in einer Spam gelesen habe. Die gleiche dumme Spam hatte ich schon im Sommer, nur, dass damals alle Lücken im Text ausgefüllt waren und nicht ein Punkt den Satzstummel nach „unter“ beendet hat.

Schon schade, wenn der Spammer einen Text eines anderen Spammers benutzt, in einer Sprache, die er nicht versteht, und dann löscht er die alte Mailadresse, nimmt nach dieser Anstrengung einen großen Schluck aus der leckeren Flasche mit dem Frühstückswodka, weiß hinterher nicht mehr, wo die Mailadresse hingehört und hängt sie einfach ans Ende des Textes. Die Vorlage klang ja schon hochnotdümmlich.

Und das Beste daran: Das mit der Mailadresse hätte er sich völlig sparen können. Wenn der Empfänger auf „Antworten“ in seiner Mailsoftware klickt, geht es ja an die eingetragene Antwortadresse. Und jeder Mensch klickt auf „Antworten“, um eine Mail zu beantworten. Ohne, dass man das groß erklären muss. Weil es so naheliegend ist. Da steht ja „Antworten“. Aber der Spammer ist mit seinem Volkshochschulkurs „E-Mail für ganz dumme Matschbirnen, die besser als Fehlgeburt geendet wären“ noch nicht durch, und deshalb weiß er das auch noch nicht. Vielleicht wird er es noch lernen. Vielleicht auch nicht. So mancher Intellekt soll ja vollständig mit dem Stoffwechsel ausgelastet sein.

Dass mein rspamd für diesen Müll sportliche 30,42 Punkte vergeben hat, passt da gut. Bei mir gehts ja schon für fünf Pünktchen in die eklige Tonne, in die nur ungern schaue, aber dieser E-Müll aus der Hirnhölle sollte überall ganz sicher als Spam erkannt werden.

Für alle, die zu naiv sind und auf so etwas reinfallen könnten, wenn es mal durch den Spamfilter kommt: Normalerweise kennt man die Menschen, die man beerbt. Dass man von einem völlig Fremden erbt, ist zwar nicht unmöglich, aber eher etwas für schlechte Romane. Dass in der letztweiligen Verfügung dann nicht einmal ein Name des Erben steht, sondern nur eine Mailadresse; dass man deshalb erstmal aufgefordert wird, seinen Namen zu nennen, ist sogar als Story für schlechte Romane zu lächerlich.

Erbenberechtigter

Mittwoch, 20. August 2025

Eigentlich ohne Worte. Aber ich sehe so etwas in letzter Zeit hin und wieder einmal, und deshalb suche ich mir mal so eine Spam heraus.

Von: Clare Lombardelli <aervin@avolve.net>
Antwort an: lombardelliclare12@hotmail.com

Jede weitere Kommunikation über das „Erbe“, das sicherlich in mindestens siebenstelliger Höhe liegen wird, geht über eine kostenlos und anonym eingerichtete Mailadresse bei Microsofts Freemailer. Microsoft hat sich schon für meinen Hinweis auf den Missbrauch bedankt. Es ist ja auch nicht Google. 😉️

Mails, in deren Headern eine Antwortadresse bei einem Freemailer angegeben wurde, gehen bei mir automatisch in die Spam. Denkende und fühlende Menschen, deren Mitteilungen interessant und lesenswert sind, machen so etwas nicht.

Aber nun zum „Inhalt“, denn der ist auch sehr dumm:

Sie wurden als Erbenberechtigter identifiziert. Um den Anspruch geltend zu machen, wenden Sie sich bitte mit Ihrem vollständigen Namen an Silvana Tenreyro unter lombardelliclare12@hotmail.com Eine schnelle Antwort hilft uns, den Prozess zu beschleunigen.

Wie gesagt: Eigentlich ohne weitere Worte. Das ist so lächerlich, dass nicht einmal ein Kind darauf hereinfallen sollte.

Aber weil ich so eine plumpe, durchschaubare Einleitung eines Vorschussbetrugs schon lange nicht mehr verbloggt habe, gibt es doch noch ein paar weitere Worte von mir:

  1. Seit welcher deutschen Sprach- und Rechtschreibreform heißt es nicht mehr „Erbberchtigter“, sondern „Erbenberechtigter“?
  2. Wer ist überhaupt gestorben? Vielleicht möchte ich ja zur Beisetzung, wenn wir uns gekannt haben oder sogar verwandt sind…
  3. Woran wurde ich identifiziert? An meiner Mailadresse? An meiner Aura im Internet? An meinem Foto auf Finster-Gram? Oh, von mir gibt es ja gar keine Fotos im Internet, anhand derer man mich identifizieren könnte, und das aus ziemlich vielen Gründen.
  4. Und wie heiße ich überhaupt? Ich muss doch irgendwie benannt worden sein, wenn ich in einem Testament als Erbberechtigter stehe.
  5. Ein Erbe muss ich nicht geltend machen. Ganz im Gegenteil: Ich muss es ausschlagen, wenn ich es nicht annehmen will.
  6. Wieso ist mein „vollständiger Name“ nicht bekannt, wenn ich doch als Berechtigter identifiziert wurde?
  7. Was ist dieses Silvana Tenreyro? Soll das der Name eines Anwaltes, Bestatters oder Abdeckers sein?
  8. Warum kann ich ausgerechnet so eine Mail nicht beantworten, indem ich an die Absenderadresse antworte? Und warum soll es ausgerechnet über eine Freemailer-Adresse gehen?

Es ist nicht schwierig, zu bemerken, dass so eine Spam einfach nur sehr schlecht gemachter, betrügerischer Quatsch ist. Man benötigt dafür auch keine besonderen technischen Kenntnisse. Es reichen sehr einfache Fragen beim Lesen des Textes. Fragen, die ein aufgeweckter Elfjähriger stellen könnte.

Davon, dass die Post vom Anwalt aus rein rechtlichen Gründen im Regelfall mit der Sackpost kommt – was nicht bedeutet, dass freundliche Anwälte oft zusätzlich eine E-Mail versenden, weil es ja oft um Fristwahrungen und Geld geht, wo es auch mal auf einen Tag ankommen kann – brauche ich da gar nicht erst anzufangen.

Ein schnelles Löschen hilft, den Prozess zu beschleunigen. 🗑️

Your Reply Is Needed This Morning ::: ( gammelfleisch@tamagothi.de ) ::: 2/17/2025 11:00:22 p.m. :: Reply Back Today

Dienstag, 18. Februar 2025

Und, um was geht es, außer vielleicht darum, dass ich ganz schnell antworten soll und dass der Spammer sowohl ein Datum, eine Uhrzeit und sogar die vollgespammte Mailadresse kennt? Ach, um Alarm geht es. Damit man nicht so viel und lange nachdenkt, bevor man etwas Dummes tut? Ich verstehe.

Mails mit solchen Betreffs kann man ungelesen in den Müll werfen. Es ist immer Spam. Denkende und fühlende Menschen schreiben einfach in den Betreff rein, um was es in ihrer Mail geht. Vor allem, wenn es wirklich wichtig ist. Datum und Uhrzeit stehen bereits in den Mailheadern und werden von der verwendeten Mailsoftware wesentlich besser präsentiert, nämlich sortierbar und im eingestellten Datumsformat des Nutzers. Und für welche Mailadresse eine Mail bestimmt ist, sieht man an der Empfängeradresse. Jeder Mensch mit normaler Anwendererfahrung am Computer weiß das. Der Betreff lautet hier „Voll eilig – Mailadresse – Datum und sekundengenaue Uhrzeit in ungewohntem Format – Voll eilig“. Niemand, der es wert ist, dass seine Ausflüsse auch gelesen werden, würde sich so ausdrücken.

Wer schreibt hier überhaupt?

Von: Inspector James Olek <treyvonn.ohara33435@mypcboe.net>

Aber ich habe gar kein Cannabis geraucht? 🥦️

Good Morning gammelfleisch@tamagothi.de

Na, so genau hat die Polizei aber schon lange nicht mehr meinen Namen gekannt!

Greetings from Metropolitan Police UK,

Die sind nicht einmal mehr in der EU, so dass ich kaum etwas mit ihnen zu tun haben könnte. Und nein, in diesem lustigen Staat mit Könich und Einhorn im Staatswappen bin ich auch noch nie gewesen.

We regret to inform you that this morning, we received a counterclaim on your funds from a Mr. John Lewis. He is claiming that you are deceased and that you had agreed with him about the transfer of your funds before your dead. He was attempting to redirect your inheritance fund of US$10,602,000.00 to his personal bank account in New York yesterday. He falsely informed the bank that you had died in a car accident near your home on Febuary 13, 2025.

Oh, ich bin tot? Schon seit fünf Tagen? Deshalb rieche ich so komisch.

Und noch besser: Ich habe 10,6 Megadollar im Vereinigten Königreich von Großbritannien geerbt? Von jemandem, den ich gar nicht kenne? Und der mich nicht kennt. Da ist es ja beinahe schon etwas glaubwürdiger, dass ich tot bin. 😅️

Did you sign any Deed of Assignment in favor of (JOHN LEWIS)? He further claimed that you died on 13 January, 2025 and have been buried, thereby making him the current beneficiary. Find below his account details.

MR JOHN LEWIS,
AC/NUMBER: 6503809428.
ROUTING/122006743,
B/NAME: Bank of America (B.O.A),
ADDRESS: NEW YORK, USA,

Weder habe ich ein paar Millionen Dollar zu erben gehabt, noch habe ich irgendeinen Zettel unterschrieben. Die sinnlosen Bullshitzahlen und die lustige Adresse „Großstadt in großem Staat“ sagen mir gar nichts und haben ungefähr so viel lebenspraktische Bedeutung wie die nigerianische Wettervorhersage für die Bewohner Mitteleuropas. Für meine Beerdigung muss man auch noch ein bisschen warten. Noch zuckt der widerspenstige Leib, noch fließt ein wenig Saft durch das müde und überdrüssige Gehirnchen.

We will proceed to issue all payment details to Mr. John Lewis if we do not hear from you within the next two working days starting from today.

Die Polizei im Einhornreich hat ein Krönchen auf dem Polizeistern und auch sonst viel zu tun. Zum Beispiel kümmert sie sich um die Auszahlung von Erbschaften. Und wenn man nicht schnell genug ist oder einmal für zwei Tage eine im Betreff als extradringend und volleilig bezeichnete E-Mail nicht lesen kann – was in meinem Leben gar nicht so selten vorkommt – dann geht das Geld eben an jemanden anders. Sozusagen auf polizeiliche Anordnung.

Man könnte einen ganzen absurden Roman aus den hastig vorgetragenen Geschichten in solchen Spams von Trickbetrügern schreiben. Oder ein Bühnenstück.

So, aber jetzt soll ich dieser „Polizei“ aus dem wirren Fantasie eines Vorschussbetrügers aber erstmal mitteilen…

Kindly provide us the below information’s about yourself:

Your Name:
Full Contact Address:
Date of Birth:
Contact Phone Number:
Contact Fax Number (if any):
Contact Email Address:

Please provide us with the information above as soon as possible in order to claim your fund today.

…wer ich überhaupt bin. Das weiß die nämlich gar nicht, obwohl ich abgeblich über 10 Megadollar geerbt habe, die mir einer klauen will. Nicht einmal die Mailadresse, auf der ich diese Spam empfangen habe, scheint diese „Polizei“ zu kennen. 🤭️

This email message is for only gammelfleisch@tamagothi.de

Ach, deshalb steht die Adresse da als Empfänger drin! 😂️

You should email us back immediately

Nein, ich schreibe lieber schnell meinen hoffentlich unterhaltsamen Blogeintrag für Unser täglich Spam. Das ist ja so selten, dass ich mal einen neuen Text von einem Vorschussbetrüger lese. Lediglich diese Kontonummer hatte ich vor über zehn Jahren schon einmal in einer lustigen Mail des nigerianischen Finanzministeriums. Die Wahrscheinlichkeit, dass so etwas bei einer zehnstelligen Ziffernfolge zufällig passiert, liegt bei eins gegen zehn Milliarden, was man getrost ausschließen kann. Dabei wäre es sehr einfach gewesen, sich einfach eine neue Nummer auszudenken. Ach, sich etwas auszudenken beinhaltet ja „Denken“, und das ist mühsam. Wenn Spammer sich Mühe geben wollten, könnten sie gleich arbeiten gehen und müssten dann nicht mehr spammen und betrügen. Das wollen sie aber nicht. Vermutlich werden die neuen Spamtexte mit angelernten neuronalen Netzwerken¹ generiert, und dabei tauchen halt immer wieder einmal Brocken der zum Anlernen verwendeten Texte auf. Kontonummern zum Beispiel.

Hier auf Unser täglich Spam gibt es übrigens eine Suchfunktion. Die ist nicht besonders gut, aber sie tut ihren Job immer noch gut genug, dass ich sie öfter mal benutze. Es ist eine Volltextsuche über achtzehn Jahre genussvoll vom Genießer kommentierte Spam. Man findet sie in der Navitation auf der rechten Seite des Anzeigebereiches unter der Überschrift „Gesuchte Spam“.

Best regards,
Inspector James Olek

Mit Winkewinke vom Scheinpolizisten aus der Betrügerbande.

¹Von Journalisten, Politikern und anderen digitalen Analphabeten durchgehend mit dem Reklamewort „Künstliche Intelligenz“ bezeichnet.

Verena Parente

Freitag, 17. Januar 2025

So nannte sich der, die oder das Betrüger mit seiner IP-Adresse aus der Bundesrepublik Deutschland, der, die oder das gestern abend um 19:54 Uhr den folgenden Kommentar zur Einleitung eines Trickbetrugs über die Zwischenablage ins Kommentarfeld von Unser täglich Spam kopiert hat, abgesendet hat und sogar an der Spamfilterung vorbeigekommen ist:

Guten Morgen ! [sic! Um 20 Uhr!]

Ich bitte jeden, der auf diese Nachricht stößt, sie sorgfältig zu lesen. Mein Name ist Verena Parente, deutscher Herkunft, Ehemann [sic!] eines Franzosen (Guy Moreno), der vor 10 Monaten verstorben ist. Ich habe eine schwere Krankheit und mein Arzt hat mir gerade mitgeteilt, dass ich nicht mehr überleben werde, es sei Kehlkopfkrebs. Leider hatte ich keine Chance, ein Kind zu bekommen [sic! Als Ehemann!], das mein Eigentum und alles, was ich finanziell und materiell habe, erben würde. Warum also mit all diesem Geld sterben? Deshalb suche ich eine seriöse und ehrliche Person, die meine Immobilie verwalten kann. [sic! Kennen wir alle, dass man mit Geld wedelt und seriöse Leute in irgendwelchen Foren sucht] Ich habe einen großen Geldbetrag bei einem Finanzinstitut, den ich gerne an eine Person spenden möchte, die damit ein gutes Projekt oder ein großes Waisenhaus realisieren kann, um Waisen und Menschen mit Behinderungen in schwierigen Situationen zu helfen …

Wenn Sie ein gutherziger Mensch sind [sic! Damit sind alle Bösen ausgeschlossen], kontaktieren Sie mich bitte unter meiner E-Mail-Adresse, um dieses Geld in Besitz zu nehmen: verenaparente49@gmail.com

Ich hoffe mal, dass die paar Leser von Unser täglich Spam einen guten Spamfilter im Gehirnchen haben. Die typischen Nummern von Vorschussbetrügern sind hier ja reichlich dokumentiert…

DRINGLICHKEIT

Mittwoch, 28. August 2024

Aber das Klo ist doch frei!

Wie hat es dieser Müll durch den Spamfilter geschafft?

Wer schreibt hier überhaupt?

Von: PAUL THANDI FROM UK <granville.boutique@blackgoatcashmere.com>
Antwort an: PAUL THANDI FROM UK <account@lloydbsavings.com>

Der Paul, der meine Antwort lieber nicht auf der Absenderadresse haben möchte, schreibt mir. Ich kenne diesen Paul jedenfalls nicht. Er mich…

Grüße von Paul Thandi

…allerdings auch nicht, und deshalb begrüßt er mich mit seinem „eigenen“ Namen, den er sich eigens für die heutige Spam ausgedacht hat.

Ich möchte mich Ihnen vorstellen. Ich bin Paul Thandi, Brite und Mitarbeiter einer Offshore-Bank (Metro Bank Plc) mit Londoner Niederlassung. Ich bin Mitglied des Verwaltungsrats der Metro Bank Group Großbritannien.

Hallo Paul,

Mit Stable Diffusion erzeugtes Bildauch ich möchte mich dir vorstellen. Ich bin der Elias, Deutscher (nicht so ganz „arisch“, weil da vor einigen Generationen auch mal so ein Zirkus mit angeschlossener Ausstellung von „Naturvölkern“ am Mix beteiligt war, aber in so einem Land mitten in Europa, zwischen Slawen und Franzosen, Skandinaviern vom Norden und Römernachkommen vom Süden hat sich sowieso alles schon seit Jahrtausenden beim Krieg, Handel, Völkerwandern und auf der Flucht durchmischt, was leider niemanden daran hindert, auf die Ziehung seines Genlottos ganz irre stolz zu sein) und Mitarbeiter im Lager des Weihnachtsmannes in der Niederlassung neben der Fabrik für bunten, fabrikneuen Müll. Ich bin Mitglied des himmlischen Arbeitskreises Kinderenttäuschung und miste außerdem immer den Stall mit den Rentieren aus.

Nur, damit du mal siehst, was für einen Wert so eine Selbstvorstellung in einer Mail eines Unbekannten hat, Paul. Vor allem, wenn man vom Menschen, den man anschreibt, nicht mal den Namen kennt. Aber mal schauen, vielleicht wird deine Mail ja noch besser.

Ich freue mich, Ihnen einen sehr dringenden und lukrativen Geschäftsvorschlag zusenden zu können, von dem ich glaube, dass er uns beiden nach Abschluss Vorteile bringen wird.

Nein, ich kaufe nichts. 😁️

Aber wenn ich „dringender Geschäftsvorschlag“ lese, muss ich schon wieder ans Klo denken. 🚽️

Ich habe Sie kontaktiert, nachdem ich sorgfältig darüber nachgedacht hatte, ob Sie in der Lage sein könnten, diese Geschäftstransaktion abzuwickeln, die ich im Folgenden erläutern werde.

Na, das ist ja schön, dass du solche Probleme durch Nachdenken lösen kannst. Ich würde ja lieber ein bisschen was über die Leute wissen, mit denen ich voll lukrativ ins Geschäft kommen möchte. Vor allem…

Der Betrag von 39.500.000,00 GBP (neununddreißig Millionen fünfhunderttausend britische Pfund Sterling) liegt unbeansprucht auf meiner Bank, da alle Bemühungen, die Verwandten unseres Kunden zu erreichen, die das Geld eingezahlt haben, erfolglos geblieben sind.

…wenn es um 39,5 Megapfund geht, die völlig herrenlos im Geldspeicher bei deiner Spambank rumliegen. 🏦️

Wenn du nur ein bisschen über mich wüsstest, also nur das, was man über völlig öffentliche und offene Quellen mit einer einfachen Websuche herausbekommt, dann wüsstest du, dass ich kein Bankkonto habe, über keine Kreditwürdigkeit verfüge und keinen Wohnsitz bewohne, und dann würdest du dir lieber jemanden aussuchen, der besser geeignet ist. Aber du bist halt ein Spammer, Paul, und deshalb schießt du mit Schrotmunition auf eine Million Postfächer. Wenn nur ein zehntel Promille der Empfänger auf deine lustigen Geschichten aus der angestaubten Schachtel des Vorschussbetruges reinfällt und ihr Betrüger jeden dieser Leute mindestens ein paar tausend Euro Vorleistung aus der Tasche labert, nachdem ihr ihm das Gehirn weichgequasselt habt, dann hat es sich für dich und deine ganze Bande doch gelohnt.

Bei diesem Kunden handelt es sich um Herrn Roger Lan Wright, einen US-Geschäftsmann und Gründer einer Investmentgesellschaft mit Sitz in Sao Paulo. Am 23. Mai 2009 starben Roger Ian Wright, seine Frau und seine beiden Kinder bei einem Absturz eines King Air 350-Jetflugzeugs im Badeort Trancoso im Bundesstaat Bahia. Weitere Informationen finden Sie unter folgendem Link:
https://www.independent.ie/news/plane-crash-kills-businessman-and-nine-family-members/26538456.html

Paul, du weißt zwar immer noch nicht, wie ich heiße, aber jetzt wirfst du schon den zweiten fremden Namen auf den Markt. Irgendeinen Namen aus der irischen Presse, die den leider viel zu späten Tod eines heuschreckenhaften Spekulanten – von Journalisten und Werbern auch gern als „Investor“ bezeichnet, weil das besser als „Vampir“ klingt – mit seiner ganzen Mischpoke vermeldet hat. Bei manchen Leuten ist es schon ein bisschen schade, dass die Eltern nicht verhütet haben. Und das gilt keineswegs nur für Spammer.

Alle Versuche, seine nächsten Angehörigen ausfindig zu machen, waren erfolglos.

Musste mal unter den Trümmern vonnem Fluchzeug buddeln, Paule! Da finnest du vielleicht noch‘n paar Fetzen von denen. 😂️

Meine Position hier in meinem Büro erfordert, dass ich Nachforschungen anstelle und die nächsten Angehörigen melde.

Ach, deine Position erfordert das? Ich dachte, es wäre dein Job. Aber tatsächlich würde nicht einmal das stimmen. Alles, was dein Job wäre, ist es, die Erbscheine zu akzeptieren, den Zaster rauszurücken und den Vorgang ordentlich zu verbuchen. Und wenns da keine Erben mehr gibt, gehts an den britischen Staat, damit sich Könich Karl der Dritte demnächst mal einen neuen goldenen Hut mit neuen Klunkern auf die Rübe setzen kann. 👑️

Daher habe ich weitere Nachforschungen angestellt und festgestellt, dass Roger Ian Wright in all seinen offiziellen Dokumenten, einschließlich seiner Bankeinlagen bei meiner Bank, keine nächsten Angehörigen oder Verwandten angegeben hat.

Ich weiß ja nicht, wie es dir geht, Paul, aber wenn ich früher ein Konto bei der Bank eröffnet habe, wollten die zwar immer einen amtlichen Ausweis von mir sehen und wollten außerdem noch, dass ich unterschreibe, dass sie mal in meine Schufa gucken können, aber meinen Ahnenpass und meinen Stammbaum wollten die noch nie. Das wäre auch lästig, denn diese Ahnenpässe sind nach 1945 schwer aus der Mode gekommen. Ist das in diesem Großbritannien mit seinem Einhorn im Staatswappen irgendwie anders?

Nach britischem Recht wird das Geld nach 15 Jahren wieder in den Besitz der britischen Regierung übergehen, wenn niemand einen Anspruch auf den Fonds erhebt. Um dies zu verhindern, habe ich beschlossen, Sie um Ihre Unterstützung zu bitten, damit Sie als sein nächster Angehöriger auftreten, sodass der besagte Betrag (39.500.000,00 GBP Millionen Britische Pfund) in Ihrem Namen als nächster Angehöriger freigegeben und auf Ihr Konto überwiesen wird.

Mit Stable Diffusion generiertes BildAha, ich soll also angeblich einen kleinen Betrug für dich machen, die rd. 40 Megapfund kassieren und hinterher machen wir halbe-halbe wie die ehrlichen Verbrecher. Das Problem dabei: Ich bin überhaupt nicht mit diesem Geldsack verwandt, und ich bin eigentlich recht froh darüber, dass der vor seinem erfreulichen Ende durch einen Flugzeugabsturz nicht noch schnell in clownesker Keckheit meinen Namen als Erben in seine letztweilige Verfügung reingeschrieben hat. Warum sollte er auch? Ich kenne den nicht, der kennt mich nicht. Das gleiche gilt übrigens auch für uns, Paul: Ich kenne dich nicht, und du kennst mich nicht. Da kannst du noch so viel mit Banknoten winken, man muss trotzdem nicht nur dumm vor Gier, sondern auch mehr als nur ein bisschen naiv sein, um auf deinen Text zur Einleitung eines Vorschussbetrugs reinzufallen. Schon ein ganz kurzes Nachdenken – wir erinnern uns, Paul, so hast du mich ja angeblich gefunden – führt zu gebieterischen Anfällen spontaner Heiterkeit. 😅️

Alle Dokumente und Nachweise, die es Ihnen ermöglichen, diesen Betrag ohne Stress in Anspruch zu nehmen, werden Ihnen nach Ihrer Antwort auf diese E-Mail zugesandt.

Ich beabsichtige, 50 % des Gesamtbetrags, also 19.750.000,00 GBP, als Entschädigung für Ihre Unterstützung zu geben. Bei Interesse werde ich Sie nach Erhalt Ihrer Antwort über die vollständige Transaktion informieren und Ihnen die Einzelheiten und erforderlichen Verfahren für die Überweisung zusenden.

Oh, ich kriege „Nachweise“. Und fast zwanzig Megapfund, damit ich endlich mal wieder so richtig nach Herzenslust durchkaufen kann. Aber nur bei Interesse. Und um mein Interesse zu zeigen, muss ich erstmal…

Sollten Sie Interesse haben? Bitte senden Sie mir die unten aufgeführten Informationen:

1. Vollständige Namen
2. Private Telefonnummer/WhatsApp-Nummer
3. Aktuelle Wohnadresse
4. Beruf
5. Alter.

…blitzeblank datennackt vor einem Unbekannten aus meinem Posteingang ziehen. Einschließlich Angabe meiner Telefonnummer, damit mir deine Betrügerbande, Paul, so lange das Gehirn weichquasseln kann, bis ihr es einfach auslöffelt.

Wer darüber nachdenkt, findet es vielleicht komisch, dass man ein Alter angeben soll. So etwas wie ein Geburtsort und ein Geburtstag werden ja recht häufig verwendet, um eine Person einigermaßen eindeutig zu bezeichen, aber das Alter ändert sich ja jedes Jahr und ist deshalb für diesen Zweck ein bisschen sinnlos. Aus der Sicht einer Betrügerbande ist es hingegen sehr sinnvoll, wenn man am Alter schon abschätzen kann, mit was für einen Menschen man es vermutlich zu tun hat, und durch die Angabe eines Alters sparen sich die Betrüger die intellektuell anspruchsvolle Benutzung eines dieser modernen Taschenrechner für die Subtraktion zur Ermittlung des Alters und können die freiwerdende Kapazität ihres Gehirnes für die Vorfreude auf den nächsten gemeinsamen Bordellbesuch verwenden.

Ihre umgehende Antwort wird geschätzt.

Das immerhin, Paul, das ist dein erster wahrer Satz. Ihr schaut jetzt sicher schon gespannt in euren Posteingang und freut euch über die rd. hundert Antworten, aus denen ihr auswählen könnt.

Mit freundlichen Grüßen,

Freundlich wie eine Lobotomie.

Herr Paul Thandi
Kontakt-E-Mail: customercare@metrobsavings.com

Dein Vorschussbetrugsspammer aus dem Posteingang
Bitte auf gar keinen Fall an die Absenderadresse antworten!
Bitte auch nicht an die angegebene Antwortadresse antworten!
Was der Sinn eines Reply-to-Headers in einer E-Mail ist, das lernt Paul vielleicht nächste Woche in seinem Volkshochschulkurs „Datenverarbeitung für frisch amputierte Grottenolme“.

Entf! 🗑️

Lieber Freund,

Sonntag, 12. Mai 2024

Oh, ein Qualitätsbetreff. 🏆️

Den hatte ich aber schon lange nicht mehr. Mal schauen, wessen „lieber Freund“ ich heute bin:

Von: Mark Klassou <gen.jackmurphy8008@gmail.com>
Antwort an: markklassou60@gmail.com
An: undisclosed-recipients:;

Oh, der hat aber mal wieder ganz viele liebe Freunde! Und alle sollen ihm nicht auf die Absenderadresse antworten. Diese Spam wurde übrigens wirklich über GMail versendet, dem dicksten Freund des Spammers und Betrügers. Mark hat es mit dem Spammen wohl so übertrieben, dass er erwartet, dass die Absendermailadresse in Kürze nicht mehr funktionieren wird. Oder er hat einfach den gecrackten Account eines unbeteiligten Mitmenschen für den Spamversand benutzt. Schließlich ist Mark ja ein Krimineller.

Da stellt sich ja nur noch eine Frage: Wie viel Geld soll ich heute bekommen, weil ich so eine schöne Mailadresse habe?

Lieber Freund,

Mark, das hast du schon im Betreff gesagt.

Ich habe Ihnen vorhin geschrieben, ohne dass Sie darauf geantwortet haben.

Mit Stable Diffusion erzeugtes BildSo so, vorhin… also ich habe vorhin ein paar Mails gehabt, in deren Betreffs steht, dass ich über die Paketzustellung benachrichtigt werde; dass meine Prostata so groß wie eine Melon… ähm… Zitrone ist; dass es ganz schlechte Nachrichten für Solarpanels gibt; dass ich meine Eingeweide mit einem halben Teelöffel irgendeiner Pampe eines Quacksalbers befreien kann; dass sich eine mir unbekannte Frau herzeheiß spontanverliebt hat, und das ausgerechnet in mich; dass der Sommer kommt und ich buchen soll, bevor die Preise steigen; dass es einen dreitausend Jahre alten Pimmelwachstumscocktail aus Afrika gibt; dass ich etwas nicht näher benanntes essen soll, um abzunehmen, statt einfach weniger zu essen, um abzunehmen; dass jemand das coolste gadget für mich hat, das ich jemals bekommen könne; dass revolutionäre Brillen mich sicher durch die Nacht fahren lassen; dass ich meinen kleinen Lümmel um 23 cm länger machen kann; und schließlich, dass Computer sicherer werden, nicht indem die ganzen ausbeutbaren Fehler und Anfälligkeiten in der Software endlich mal beseitigt werden, sondern indem ich einen großen Eimer schmiere schmiere Schlangenöl drüberkippe. Aber von dir, Mark, von dir war nix dabei.

Deine Zielgruppe sind also Leute, die zwar eine Mailadresse haben, aber noch nicht einmal wissen, wo sie ihren Posteingang finden. 🤣️

Hierbei handelt es sich um eine Geschäftstransaktion, die die Einlage eines verstorbenen Kunden (3,2 Millionen US-Dollar) betrifft, eines Staatsangehörigen Ihres Landes, der früher als Auftragnehmer für ein Ölserviceunternehmen gearbeitet hat.

Was ist denn „mein Land“? Ach, das weißt du noch gar nicht, da musst du mir erst einmal beim weiteren Vortrag deines Betruges die ganzen Informationen rausleiern, wenn ich darauf anbeiße? Ich verstehe.

Übrigens betrachte ich mich nicht als Staatsangehörigen des korrupten, kaputten Staates auf dem Gebiet meines Landes. Ich habe das von meiner Seite vor einem Vierteljahrhundert aus vielerlei Gründen vollständig aufgekündigt, denn etwas besseres als den Tod findet man überall. Als was dieser kernkorrupte, menschen- und intelligenzverachtende Staat mich betrachtet, ist mir dabei genau so egal, wie es mir egal ist, als was du mich betrachtest, Mark. Aus meiner Sicht hört es sich auch gar nicht so unähnlich an. Vor meinem Arsch ist kein Gitter, jeder darf mal lecken!

Ich bin der Buchhalter der Bank und sein Account Manager.

Wie, die ganze Bank hat nur einen Buchhalter? Wie heißt die Bank eigentlich? Allgemeine Park- und Gartenbank? 🤭️

Auf Ihre Antwort.

Bester. Satz. Ever. Prost! 🍻️

Ich werde Ihnen Einzelheiten darüber mitteilen, wie das Geschäft ausgeführt wird.

So schade, dass dir das Mailpapier ausgegangen ist und du deshalb gar nicht in deine Spam reinschreiben konntest, um was es geht und was ich machen soll. Ich lache doch so gern.

Vielen Dank und warte auf Ihre Antwort.

Vielen Dank für deinen pseudohöflichen Dank für Nichts! Warte mal schön auf meine Antwort! Und warte noch ein bisschen länger! Vielleicht kommt sie ja doch noch. 🖕️

Aber ein paar Leute werden vermutlich immer noch auf die älteste Betrugsmasche des Internetzeitalters hereinfallen und eine Vorleistung nach der anderen an eine gut eingespielte Betrügerbande bezahlen, bis nichts mehr aus ihnen herauszuleiern ist. Immer die drei Megadollar vor Augen, die sie angeblich am Ende bekommen sollen. Diese Vorstellung macht gierige Menschen so blöd, dass sie sich nicht einmal darüber wundern, warum sie das ganze Geld immer über anonymisierende Verfahren bezahlen sollen, meist über Western Union und Konsorten, manchmal auch über Kryptogeld. Immer an Leute, die sie nur aus dem Internet und vom Telefon kennen.

Eine alte Karikatur, die den auf einem Esel reitenden Tod zeigt, der dem Esel mit einer Angelleine eine Karotte vor Augen hält, damit er weiter geht. Der Esel rennt gierig auf den Abgrund zu.
Bild: Wikimedia Commons, Lizenz: Public Domain

Wenn die Opfer des Betruges leergesaugt sind oder misstrauisch werden, bricht der Kontakt ganz plötzlich ab. Aus dem Glauben an eine wirre Geschichte wird die Einsicht, dass man so richtig fies abgezogen wurde. Einigen Menschen wurden schon hohe fünfstellige Beträge mit diesem primitiven Betrug aus der Tasche gezogen. Denn eines wissen alle Betrüger aus ihrer Berufserfahrung ganz genau: Gier macht dumm.

Grüße
Mark Klassou

Geh sterben, Mark, und grüß die Würmer von mir!