Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


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Mittwoch, 19. August 2026, 13:29 Uhr

Oh schön, mit Punkt am Ende des Betreffs. Sehr zuvorkommend von den Spammern, denn so einen Punkt macht kein denkender und fühlender Mensch. Und auch ansonsten wird dieser Müll sicher als Müll erkannt und ins Tönnchen sortiert. Das passt zu diesem schlechten Phishing.

Wer schreibt mir denn heute?

Von: DKВ <admin13020@jumaconsultoria.com>
An: undisclosed-recipients:;

Jemand, der behauptet, „DKB“ zu heißen und eine lustige Absenderadresse hat, die ich noch nie gesehen habe. Obwohl dieser Jemand so gern eine Bank sein möchte, versendet und empfängt er seine unter das Bankgeheimnis fallenden E-Mails…

$ host -t MX jumaconsultoria.com
jumaconsultoria.com mail is handled by 5 alt1.aspmx.l.google.com.
jumaconsultoria.com mail is handled by 5 alt2.aspmx.l.google.com.
jumaconsultoria.com mail is handled by 10 aspmx2.googlemail.com.
jumaconsultoria.com mail is handled by 10 aspmx3.googlemail.com.
jumaconsultoria.com mail is handled by 1 aspmx.l.google.com.
$ _

…lieber über Google, dem besten Kumpel und Komplizen des Spammers und Betrügers. Das passt ja auch zu diesem Trickbetrüger. Die Spam geht natürlich an ganz viele Empfänger gleichzeitig und ist ungefähr so persönlich wie ein Reklamelügenzettel im Briefkasten, aber noch viel unehrlicher und verlogener.

DKВDeutsche Kreditbank АG
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Aber die Mail hat doch schon einen Betreff. Der Absender scheint zu glauben, dass ein völlig unnützer zweiter Betreff eine Mail irgendwie wichtiger aussehen lässt.

Sehr geehrter Kunde,

So genau hat schon lange niemand mehr meinen Namen gekannt.

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Ach, und ich Dummerchen dachte schon, ich müsse anrufen. 📞️

Der Link führt natürlich nicht zu irgendeiner Bank, sondern zu einer Website, die unter Kontrolle von Kriminellen steht. Von dort geht es nach einer über HTTP und einer sehr aufwändig in Javascript realisierten Weiterleitung – Spammer setzen keine direkten Links, wie das jeder denkende und fühlende Mensch tun würde – zum eigentlichen Ziel.

Ich hätte ja gern einen Screenshot der Phishing-Seite gebracht, aber mein in einer virtuellen Maschine laufender Firefox 140.13.0esr mit allen unentbehrlichen Addons für die Sicherheit in der üblen Räüberhöhle, die Verbrecher, Werbelügner und Geschäftemacher in aller ihrer vereinten Geldgier aus dem Web gemacht haben, war vermutlich nicht anfällig genug für das, was diese Spammer mir unterschieben wollten.

Stattdessen wurde ich ganz unspektakulär auf die richtige Website der DKB weitergeleitet. Mit einem anfälligen Betriebssystem und einem angreifbaren Webbrowser hätte ich vermutlich im Hintergrund auch noch eine frische, aktuelle Kollektion von Schadsoftware bekommen. Es kann aber auch sein, dass ein einigermaßen abgesicherter Webbrowser für diese Kriminellen schon ein Zeichen ist, dass man es nicht mit einem „gewöhnlichen Opfer“ zu tun hat. Ich habe ja schon an den trickreichen Weiterleitungen gesehen, wie gern sich dieses Geschmeiß versteckt.

Vielen Dank für Ihre schnelle Unterstützung bei dieser bedeutenden Sicherheitsmaßnahme.

Vielen Dank für den dummen, unverschämten pseudohöflichen Dank für nichts! Vor meiner rückwärtigen Leibespforte ist auch kein Gitter! 👅️

Mit freundlichen Grüßen,
Ihr DKВ App Kundenservice

Ganz sicher nicht. Ich bin kein Kunde, und ich habe nichts, worauf man eine „App“ laufen lassen kann.

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Ganz sicher nicht. Diese Mail hat auf ihrem Weg durch das Internet nicht einmal aus der Ferne einen Server der DKB gesehen. Sie kommt auch bei Leuten wie mir an. Ich bin kein Kunde der DKB. Die DKB hat keine Mailadresse von mir.

Einmal ganz davon abgesehen, dass das nicht den gesetzlichen Vorgaben an ein E-Mail-Impressum genügt. Aber hey, hauptsache das „geistige Eigentum“ wird deklariert. Spammer sind schon geistig ein bisschen eigentümlich. 😁️

Aber die Spam ist noch nicht zu Ende. Es folgen 86 leere Absätze, und danach folgt diese Spamprosa:

Meine Bestellungen Mein Konto Erneut kaufen

Dein Paket wurde zugestellt!

Heute zugestellt

Die Sendung wurde einem Hausbewohner übergeben.

Dirk – Moers

Bestellnr. ‫305-5xxx171-4545906

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Oh, Amazon? Hat die DKB sich etwas diversifiziert? 😁️

Natürlich nicht. Das ist Spamprosa, die für Spamfilter einen Inhalt simulieren soll. Sie steht ganz weit unten, an einer Stelle, wo flüchtige Leser im Ich-habe-ein-Problem-mit-meiner-Bank-Stress nicht hinschauen. Vorlage ist vermutlich eine echte Amazon-Mail. Sogar die Links führen alle zu Amazon.

Solche Tricks haben wirklich nur Kriminelle übrig.

4 Kommentare für Wichtig: Bitte bestätigen Sie Ihre Telefonnummer.

  1. J.R. sagt:

    > aber mein in einer virtuellen Maschine laufender Firefox 140.13.0esr mit allen unentbehrlichen Addons für die Sicherheit in der üblen Räüberhöhle, die Verbrecher, Werbelügner und Geschäftemacher in aller ihrer vereinten Geldgier aus dem Web gemacht haben, war vermutlich nicht anfällig genug für das, was diese Spammer mir unterschieben wollten.

    Ich vermute eher, dass die einfach stumpf Linux über den User Agent erkennen und dann auf die richtige DKB weiterleiten. Spammer machen sich nicht mehr Arbeit als unbedingt notwendig.
    Man könnte mal probieren, den UA auf einen leicht veralteten MS Edge unter Windows umzustellen.

    Mein Vater hatte es schon, dass Mails von der Gegenstelle abgewiesen wurden, weil er Evolution für die Mails nutzt, was nicht so sehr verbreitet ist. Da war wohl auf der Gegenseite der Spamfilter so scharf eingestellt, dass eine User Agent Whitelist im Spiel war.

  2. P.C.User sagt:

    Vielleicht war die Gegenseite auf einen ‚mobilen‘ browser aus (sprich: nur Handy-Benutzer waren Ziel dieser spam); die Rede war ja von „App Kundenservice“ – viele websites liefern dann recht unterschiedliche Darstellungen – wenn man auf einer Seite doch etwas vermißt und gute Augen hat, kann man im browser einstellen: Desktopwebseite anfordern. (Manchmal muß man noch die cookies löschen und die Seite gleich mit dieser Einstellung abrufen.)

    Spätestens seit mein Wahlbüro auf die Benachrichtigung einen QR-Code druckt, über den ich direkt zur Anforderung der Briefunterlagen komme(*), muß ich hier umdenken – obwohl ich mich an meinem PC-Bildschirm oft frage, für welche Riesen-Monitore eine Webseite wohl gebaut wurde, wird anscheinend ein bedeutender Teil nur noch auf Hand-großen Bidschirmen im Hochformat angesehen. Wie sonst ließe sich erklären, daß ich bei jeder browser-Neueinrichtung einstellen muß, daß Anfragen von Webseiten nach Standort und Bewegungssensoren blockiert werden! Unter dem Fenster-Betriebssystem beschränkt sich das nicht auf den browser – neulich bestand das Steuerprogramm für ein Meßgerät darauf, den Standort abzufragen (Verbindung zum Gerät über WLAN); ohne die Erlaubnis wollte es nicht starten. Aber woher kennt ein Notebook-PC ohne Internetverbindung und GPS-Empfänger seinen Standort??

    (*) Zu dem QR-Code ist auf der Wahlbenachrichtigung auch lesbar eine web-Adresse angegeben, allerdings ohne die Kennung, so daß man Name, Adresse usw. nochmal einzeln hätte eingeben müssen.

  3. J.R. sagt:

    > ein Meßgerät darauf, den Standort abzufragen

    Zwei Vermutungen:

    1. Der Hersteller ist auf eine „Zweitverwertung“ der Daten aus
    2. Die haben irgendein Framework ohne Überprüfung und Konfiguration mit den Standardeinstellungen eingebunden, das per Default all diese Sachen beinhaltet, damit es für den Einsteiger schön einfach ist

    Nachdem, was ich schon alles von so mancher „professioneller“ Software für tausende Euros gesehen habe, möchte ich im Zweifel für den Angeklagten 2. annehmen.

    • P.C.User sagt:

      Interessant finde ich daran, daß es bei W10/W11 in den Datenschutzeinstellungen diesen Punkt Standortabfrage Erlauben gibt. Da frage ich mich halt, wie das technisch realisiert werden soll, daß der PC seinen eigenen Standort bestimmt. (Und warum es die Einstellung für PC und Desktop-browser überhaupt gibt.)

      Auf dem Mobilgerät dagegen gibt es seit einiger Zeit eine Pflicht dazu, wenn auf die WLAN-Einstellungen zugegriffen wird – um regionale Beschränkungen bei Frequenzen und Leistung anzuwenden. (Sagt zumindest der WiFi-Analyzer – FOSS…) Und dann gibt es da einen Dienst zur „genauen Standortbestimmung“, der angeblich u.a. benachbarte WLANs schon kennt und auswerten kann; das könnte dann auch ein PC. (Meine dynamisch zugeteilten IP-Adressen stammen regelmäßich aus allen möglichen Orten in D. – für regionale Regeln reicht das natürlich.)

      Zu der SW für die Verbindung mit dem Meßgerät fiele mir dabei ein, daß derselbe Code von der ‚mobilen‘ Version für die PC-Version verwendet wird und wegen Zugriff auf WLAN-Steuerung eben auch nach dem Standort fragt.

      Worauf ich hinauswollte, ist, daß ‚mobile Endgeräte‘ inzwischen so verbreitet sind, daß viele Software, Webseiten und nun auch spam in erster Linie darauf zugeschnitten sind – vielleicht manchmal zu sehr – aber andererseits etliche Entwickler, scheinbar an riesigen Bildschirmen, völlig aus den Augen verlieren, daß andere Leute sowas nicht haben… (Wie oft passen Einstellungsdialoge oder Optionslisten nicht auf meine 1366×768 und ich muß auf HD umstellen, wo mir aber der meiste Text zu winzig ist; und ich will ja nicht 40cm davor sitzen… Ein anderes Mal zeigt wieder eine Webseite nur riesengroß zwei von fünf Punkten, hat aber scrollen blockiert – da fehlt nur die genaue Angabe des Modells, das man zum Ansehen verwenden soll 😉 )

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