Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Schlagwortarchiv „Dropbox“

Confirm your DHL Parcel Receipt

Donnerstag, 1. November 2018

Aber ich erwarte gar kein Paket.

​Dear Customer,

Einen Namen hätte ich allerdings gehabt, und zwar einen anderen als „Lieber Kunde“. Der hätte eigentlich auch auf dem Adressaufkleber draufgestanden. Aber leider stand da nur meine Mailadresse. :D

Tja, wenn sich die hirndörre Story der Verbrecher schon nach der ersten Zeile in Lachen auflöst.

Your parcel arrived at our local post few hours ago. Our courier was unable to deliver the parcel due to incorrect delivery details

To receive your parcel, Please confirm the attached shipping document

Oh, da ist ein Dokument angehängt? Aber diese Mail hat gar keinen Anhang.

Thanks & Best Regards

DHL Support Agent.

Ja, du darfst mich auch mal lecken.

1 attachments (total 53.9 KB)
https://www.dropbox.com/s/67dhb99z7v854a6/DHL_2018091808420890.z?dl=1
View Receipt
Download Receipt

Aha, Links zu Dropbox sind jetzt die neuen Mailanhänge? Schon klar. So kommt der kriminelle Dreck bestimmt besser durch Spamfilter mit Antivirusscan.

Im Gegesatz zur 54-Kilobyte-Angabe aus der Spam hat die Datei, die man sich unter diesem Link herunterladen kann…

$ ls -lh Parcel\ Receipt\ Confirmation.z 
-rw-rw-r-- 1 elias elias 871K Nov  1 15:32 'Parcel Receipt Confirmation.z'
$ file Parcel\ Receipt\ Confirmation.z 
Parcel Receipt Confirmation.z: RAR archive data, v4, os: Win32
$ unrar l Parcel\ Receipt\ Confirmation.z 

UNRAR 5.50 freeware      Copyright (c) 1993-2017 Alexander Roshal

Archive: Parcel Receipt Confirmation.z
Details: RAR 4

 Attributes      Size     Date    Time   Name
----------- ---------  ---------- -----  ----
    ..A....    951175  2018-10-31 04:58  Parcel Receipt Confirmation.scr
----------- ---------  ---------- -----  ----
               951175                    1

$ _

…eine ziemlich aufgeplusterte Größe von 871 KiB. Und dabei handelt es sich um ein RAR-Archiv, also bereits um komprimierte Daten. In diesem Archiv befindet sich ein Bildschirmschoner für Microsoft Windows, also ausführbarer Programmcode, der in einer Spam mit irreführenden Angaben zugestellt wurde und mit Doppelklick ausgeführt wird. Wer darauf einen Doppelklick macht, hat hinterher einen Computer anderer Leute auf dem Schreibtisch stehen und wird sich mindestens den heutigen Tag mit völlig unerwünschten Problemen verhageln.

Zurzeit wird dieser Trojaner für Microsoft Windows nur von rd. einem Viertel der Antivirus-Programme als Schadsoftware erkannt. Wer sich auf sein Schlangenöl verlässt, ist in vielen Fällen wieder einmal verlassen, denn es versagt leider recht regelmäßig bei aktueller Schadsoftware. Aber zum Glück war diese Spam so schlecht und plump, dass wohl niemand den Schadcode gestartet haben wird… hoffentlich… HOFFENTLICH!

Dettelbach ist überall. :(

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Mittwoch, 18. Juli 2012

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Eine ganz normale Casino-Spam, mit der Menschen zum ominösen und nicht empfehlenswerten „Magic Box Casino“ gelockt werden sollen. Die lustigen Firmierungen dieser Spam sind Bullshit, das Geschäft sind die Affiliate-Gelder, die für die geworbenen Kunden kassiert werden. Und die dafür aufgebaute Website entspricht dem üblichen Stand dieses Schwindels, hier der Screenshot fürs Archiv:

Screenshot des angeblichen Casinos Euro Dice Exchange

Zum Standardrepertoire des Schwindels gehört auch der in JavaScript realisierte Jackpot-Zähler, der beim Neuladen der Seite einfach wieder bei seinem Startwert anfängt – damit man auch ganz einfach bemerken kann, dass hier falsche Tatsachen vorgetäuscht werden sollen.

Was an dieser Spam anders ist: Viele Menschen geben an, diese oder ähnlich gebaute Spams auf Mailadressen erhalten zu haben, die bislang spamfrei waren. Diese Mailadressen wurden ausschließlich für einen Dropbox-Account verwendet. Das erweckt den Verdacht, dass es bei Dropbox eine undichte Stelle gibt, über die Kriminelle an Mailadressen der Nutzer gelangen können. Im offiziellen Dropbox-Blog, das leider mehr der Reklame als der vernünftigen Information der Nutzer dient, wird auf dieses Problem zurzeit noch nicht hingewiesen – aber es dürfte sicher sein, dass dort gerade ein paar Menschen eine etwas unerfreuliche Zeit haben und versuchen herauszubekommen, wie die Spammer an diese Mailadressen gekommen sind.

Ob auch bei Dropbox abgelegte Daten kompromittiert wurden, ist im Moment reine Spekulation und kann erst durch eine klare Stellungnahme nach einer Analyse von Seiten Dropbox geklärt werden. Aber wer seine fünf Sinne beisammen hat, legt „in der Cloud“ ja auch keine Daten von persönlicher oder geschäftlicher Bedeutung ab, wenn diese nicht in die Hände anderer Leute gelangen dürfen – oder sorgt, wenn sich das nicht vermeiden lässt, für eine angemessen starke Verschlüsselung.

Ich wollte, ich könnte sicher davon ausgehen, dass jeder Benutzer eines Internetzugangs seine fünf Sinne beisammen hat! :(

Nachtrag: Artikel bei Heise Online.