Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Schlagwortarchiv „Heise Online“

Heise Online desinformiert (manchmal) seine Leser

Samstag, 10. Dezember 2016

Dies ist keine Spam, sondern ein Hinweis auf eine gefährliche journalistische Desinformation durch Weglassen wesentlicher Information, die in dieser Form der Organisierten Internet-Kriminalität direkt zuarbeitet.

Wieder einmal wird Schadsoftware über (diesmal aufwändig) verseuchte Ads verbreitet. Und, was empfiehlt Heise Online seinen Lesern?

Schützen kann man sich gegen solche Angriffe eigentlich nur, indem man immer die aktuellen Versionen von Betriebssystem, Browser und Erweiterungen einsetzt

Natürlich ist das halb wahr, und deshalb als Unwahrheit auch so gefährlich. Ein aktueller Systemstand und aktuelle Software ohne bekannte Sicherheitslücken, die von Kriminellen ausgenutzt werden können, sind die Grundlage der Computersicherheit. Nur ein beseitigter Fehler ist ein guter Fehler.

Aber gegen Schadsoftware in Ads hilft vor allem anderen ein wirksamer Adblocker, der nicht nur diesen Transportweg an der Wurzel unterbindet, sondern dazu auch noch das gesamte Web viel genießbarer und schneller macht. Weil nahezu jeder Webbrowser-Angriff der letzten Jahre Javascript verwendete, empfehle ich zusätzlich einen guten, konfigurierbaren Javascript-Blocker, der es möglich macht, das Privileg einer Javascript-Ausführung gezielt an vertrauenswürdige Websites zu vergeben. Es ist einfach keine gute Idee, jedem anonymen Gegenüber die Möglichkeit zu geben, Programmcode im Browser auszuführen. Viele empfinden einen Javascript-Blocker allerdings als etwas „nervig“, zumal zurzeit sehr viele Websites teilweise aufdringlich dazu auffordern, Javascript zu gestatten, obwohl es keinen technischen Grund dafür gibt (und mit dieser Haltung ebenfalls die Organisierte Internet-Kriminalität fördern). Der Adblocker muss aber in jedem Fall sein, und er ist das genaue Gegenteil von „nervig“. ;)

Warum Heise Online das seinen Lesern nicht empfiehlt? Weil Heise Online über eingeblendete Reklame finanziert wird und eine solche, wirksame Empfehlung dieses Geschäftsmodell beeinträchtigen würde. So leistet die (leider legale) Reklame im Web und die trotz ihrer derzeitigen Allgegenwärtigkeit äußerst halbseidene Idee einer Monetarisierung von Websites durch Reklame aus allerlei Quellen einen Beitrag zum Erfolg der Schadsoftware.

Und nein: Das Antivirus-Programm hilft nicht! Die (für die Verbrecher aufwändig) über Ads verbreitete Schadsoftware ist meist der neueste Schrei der kriminellen Kunst und kann im Regelfall für mehrere Tage von den Antivirus-Programmen nicht zuverlässig erkannt werden.

Deshalb: Niemals einen Browser ohne Adblocker benutzen! Egal, was Journalisten sagen und schreiben! Es handelt sich um eine unverzichtbare Schutzmaßnahme. Wer darauf verzichtet, handelt verantwortungslos.

Wie Heise Online (manchmal) seine Leser verblödet

Donnerstag, 7. Januar 2016

FacepalmHier geht es nicht um eine Spam, sondern um einige wichtige Richtigstellungen und Ergänzungen zu einem aktuellen Artikel auf Heise Online: „Erste Malvertising-Kampagne mit Let’s-Encrypt-Zertifikat“.

Ich halte diesen Artikel für einen der blödesten und für seine weniger kundigen Leser gefährlichsten Texte auf Heise Online, den ich in den letzten Monaten gesehen habe, und glaubt mir, ich habe viel Durchschnittliches und Dummes von Heise ertragen. Um das näher dazulegen, komme ich nicht umhin, etwas größere Teile des Artikels zu zitieren, als ich es gewöhnlicherweise tun würde. Trotz allergrößter Mühe wird es mir dabei nicht immer gelingen, meine Darlegungen frei von ätzender Polemik zu halten.

HTTPS-Webseiten wecken Vertrauen.

Nein. HTTPS bedeutet, dass der Transportweg der Daten verschlüsselt ist. Mehr nicht. (Aber auch nicht weniger.)

Es bedeutet nicht, dass dem Gegenüber vertraut werden kann. Es bedeutet auch nicht, dass die Website frei von Schadsoftware ist. Es bedeutet, dass der Transportweg… ach, ich wiederhole mich.

Verschlüsselung allein weckt noch kein Vertrauen, und schon gar nicht im Web. Oder genauer gesagt: Verschlüsselung allein sollte noch kein Vertrauen erwecken. Auch auf einer Phishing-Seite, die über HTTPS kommt und die Daten verschlüsselt überträgt, gehen die Daten am Ende unverschlüsselt an den Empfänger – im Falle eventuell eingegebener Daten sind dies dann Kriminelle. „Nur“ das Mitlesen durch Dritte wird unterbunden.

Richtig hingegen ist: Kurzschlüssiger, dummer Journalismus, der Menschen niemals richtig über die Bedeutung und Wirkung von Kryptografie aufklärt, sorgt dafür, dass immer wieder einmal von „journalistisch aufgeklärten“ Menschen einer Website von Verbrechern vertraut wird, nur, weil ein kleines Schlösschen im Browser sichtbar ist. (Bei Heise Online übrigens nicht, denn der verschlüsselte Transport der Website würde im Zusammenhang mit den in die Seiten eingebetteten, unverschlüsselt übertragenen Ads zu hässlich aussehenden Warnungen im Browser führen, so dass man es dort lieber unterlässt.)

Doch auch Online-Gauner können sich oft über Umwege vertrauenswürdige Zertifikate ausstellen.

Was für ein Witz! Über „Umwege“! Das geht genau so direkt wie bei jedem anderen, und das ist auch keineswegs eine Neuigkeit, sondern seit mindestens einem Jahr aktuelle kriminelle Praxis.

Nun haben Kriminelle das erste Let’s-Encrypt-Zertifikat genutzt, um Vertrauenswürdigkeit vorzugaukeln.

Die „Neuigkeit“ ist, dass die Kriminellen jetzt nicht mehr eine gephishte Kreditkarte nehmen und die Identität eines anderen Menschen missbrauchen müssen (oder alternativ: Rd. zehn Euro selbst in die Hand nehmen müssen), um sich mit einem über TLS transportierten Phishing einige zehntausend Euro kriminellen Reibach unterm Nagel reißen zu können.

Nun ja, das schreibt Heise Online allerdings auch selbst, nachdem der hochgradig clickbait-verdächtige „quantitätsjournalistische“ Reißerton erst einmal überwunden wurde:

[…] Das [sic!] Online-Gauner SSL-Zertifikate einsetzen, ist nichts neues. Hierbei handelt es sich jedoch um den ersten bekannt gewordenen Fall, in dem Kriminelle ein kostenloses Zertifikat von Let’s Encrypt einsetzen

Geht doch! ;)

Das eigentliche Problem in diesem Fall war auch keineswegs ein kostenloses Zertifikat, sondern, dass es Kriminellen gelungen ist, die DNS-Konfiguration in einer Domain anderer Leute zu verändern – also nichts mit „Let’s Encrypt“ und nicht einmal etwas mit Krypto, sondern administrative Unfähigkeit beim Unternehmen, dessen Domain da offensichtlich von anderen konfiguriert werden konnte.

Und in der Tat, das hat Nachrichtenwert! Aber der Autor im Brote von Heise Online hatte sich dazu entschlossen, über etwas völlig anderes zu schreiben, indem er völlig andere Schwerpunkte setze.

Das Anlegen einer Subdomain ist nicht ohne weiteres möglich. Denkbar wäre, dass die Online-Gauner auf irgendeinem Weg an die Zugangsdaten für die Domain-Verwaltung gekommen sind. Wie das passiert ist, erläutert Trend Mirco nicht

Denn wenn sich ein Journalist der Aufgabe entledigt, über eine Sache zu schreiben, von der er nichts genaueres weiß und nicht einmal weiß, welches Unternehmen davon betroffen ist – es gibt ja ansonsten nur exakt eine Erklärung, wie es dazu kommen konnte: Administrative Unfähigkeit oder unverantwortlicher Leichtsinn in diesem Unternehmen – schreibt er eben über etwas anderes und eher nebensächliches: Darüber, dass „Let’s Encrypt“ es dann auch noch möglich macht, dass ein Schlösschen in der Adresszeile des Browsers sichtbar wird.

Als ob es darauf noch ankommen würde!

Ich will es einmal so sagen: Wenn Kriminelle in der Domain – sagen wir mal als ein an den Haaren herbeigezogenes Beispiel: – der Deutschen Bank herumkonfigurieren können und da eine hypothetische Subdomain wie sicherheit (punkt) deutsche (strich) bank (punkt) de anlegen können, die auf einen von diesen Kriminellen kontrollierten Server verweist, dann wird zum Beispiel das Phishing nach Konto- und Zugangsdaten auch ohne das Schlösschen im Browserfenster sehr gut funktionieren. Und um es noch besser funktionieren zu lassen – ich würde aus dem Bauch schätzen, dass es die Erfolgsquote und damit den kriminellen Reibach verdoppelt – können die Kriminellen zehn Euro ausgeben und ein Zertifikat kaufen oder sich ein kostenloses von „Let’s Encrypt“ holen, damit wirklich niemand mehr einen Verdacht schöpft. Kaum jemand, der vom verdummenden Bullshit-Journalismus jahrelang darauf konditioniert wurde, dass dieses Schlösschen im Browser der Inbegriff der Vertrauenswürdigkeit und Sicherheit sei, wird auf die Idee kommen, mal auf dieses Schlösschen zu klicken und sich die Einzelheiten anzuschauen.

Opfer in Sicherheit wägen

Zur Aufheiterung eine kleine Korinthenkackerei von mir: Es heißt „Opfer in Sicherheit wiegen“. Es hat nichts mit einer Waage zu tun, aber viel damit, ein unmündiges, dummes Kleinkind sanft zu schaukeln, damit es auch schön fest schlafe… :mrgreen:

Und genau dazu leistet jeder Journalist seinen Beitrag, der seinen Lesern immer wieder sagt, dass das Schlösschen in der Adresszeile des Browsers der Inbegriff der Sicherheit und Vertrauenswürdigkeit sei, während es in Wirklichkeit zunächst „nur“ bedeutet, dass der Transportweg der Daten verschlüsselt ist und von Dritten weder mitgelesen noch manipuliert werden kann. Dann kommt es eben dazu…

Mit der legitimen Domain und dem Zertifikat im Rücken wollen die Kriminellen ihre bösartige Webseite, die ein Exploit-Kit beinhaltet und einen Online-Banking-Trojaner verteilt, vertrauenswürdig erscheinen lassen

…dass eine Website von Verbrechern für die Opfer des verblödenden Journalismus „vertrauenswürdig“ aussieht. So ist das eben, wenn man sich ausgerechnet von Journalisten das Sehen beibringen lässt.

Die Fehleinschätzung ist insbesondere dann kein Wunder, wenn es sich um eine Subdomain einer Domain derjenigen Unternehmung handelt, für die sich die Kriminellen bei ihrem gewerbsmäßigen Betrug ausgeben – so etwas würde wohl auch ohne Schlösschen oft für „vertrauenswürdig“ gehalten. Ist es aber nicht, wenn die technischen Administratoren in dieser Unternehmung so unfähig sind, dass sie Dritten die Konfiguration ihres DNS-Servers ermöglichen.

Bleibt noch eine Frage: Wie kommen die Kriminellen an die Seitenbesucher für das Ergebnis ihres beeindruckenden Hacks? Nun, das verrät der Heise-Artikel auch eher so nebenbei, als wenn es nicht das Wichtigste wäre:

Der Schadcode soll sich in einer Werbeanzeige verstecken, die an Webseiten verteilt wird. Aus Gründen der Glaubwürdigkeit soll die Anzeige einen Bezug zur legitimen Domain aufweisen

Mit einer von den Kriminellen gekauften (und vermutlich sogar bezahlten) Ad-Einblendung in andere Websites.

Es gibt also einen höchst effizienten Schutz davor, von einer derartigen Kriminalität überrumpelt zu werden: Die durchgängige Verwendung eines wirksamen Adblockers beim „Surfen“ im Web, der diesen Weg an der Wurzel blockiert. Aber genau das ist es, was Heise Online in seinem gnadenlos schlechten Artikel nicht schreibt, obwohl es für die meisten unkundigen Leser die wichtigste Information sein dürfte. Ob das wohl daran liegt, dass die klare Kommunikation der Tatsache, dass ein wirksamer Adblocker eine unverzichtbare und sehr wirksame Schutzsoftware für das gegenwärtige Web ist, auch das Geschäftsmodell von Heise Online beschädigen könnte? Da weiß man als Leser dann aber gleich, wie scheißegal einem Journalisten die Computersicherheit ist, wenn er über ein Computersicherheitsthema schreibt, um Klickercents mit Reklameeinblendungen generieren zu lassen…

Eine Zusammenfassung

Folgendes ist vorgefallen:

  1. Die Domain einer zurzeit unbekannten Unternehmung war für kriminelle Dritte konfigurierbar, und diese Dritten haben eine Subdomain eingerichtet, die auf einen von Kriminellen betriebenen Server aufgelöst wird. Knackig ausgedrückt: Die technische Administration dieser zurzeit noch unbekannten Unternehmung ist so unfähig, dass sie einen für Kriminelle lukrativ ausbeutbaren Security-SuperGAU produziert hat, indem sie Dritten auf einem noch unbekannten Weg das Konfigurieren ihres DNS-Servers ermöglichte. Glaubt es mir: Es ist gar nicht einfach, jemanden anders solche Möglichkeiten einzuräumen…
  2. Die Kriminellen haben sich über „Let’s Encrypt“ ein Zertifikat für ihre „gekaperte“ Subdomain geholt.
  3. Die Kriminellen haben über diese Subdomain Schadsoftware verteilt.
  4. Damit die Schadsoftware auch bei ihren Opfern ankommt, haben die Kriminellen Ads gebucht, die Schadsoftware von der „gekaperten“ Domain nachladen oder verlinken.
  5. Es gibt einen einfachen und effizienten Schutz gegen die ausgeübte Kriminalitätsform: Einen wirksamen Adblocker. (Wirksam ist ein Adblocker, der jede Werbung von Drittanbietern blockt und nicht wie „AdBlock Plus“ und Konsorten Whitelists mit „weniger unerträglichen“ Werbeformen pflegt, die dann durchgelassen werden.)

Folgendermaßen klingt das in seiner Schwerpunktsetzung bei Heise Online:

  1. Das Schloss im Browser war bislang ein zuverlässiges Symbol des Vertrauens.
  2. Wegen „Let’s Encrypt“ ist das Schloss im Browser kein zuverlässiges Symbol des Vertrauens mehr, „Let’s Encrypt“ zerstört eine Grundlage des Vertrauens im Web, indem es kriminelle Nutzungen ermöglicht.
  3. Da es scheinbar keinen Schutz gegen die „Zerstörung des Vertrauens“ durch „Let’s Encrypt“ gibt, wäre es besser, wenn „Let’s Encrypt“ in die Pflicht genommen würde, aber „Let’s Encrypt“ sieht das natürlich völlig anders.

Folgende Sachverhalte werden bei Heise Online nicht deutlich oder gar nicht erwähnt:

  1. Die Umkonfiguration des DNS-Servers durch irgendwelche Dritte darf einfach nicht passieren und ist zurzeit nur mit Unfähigkeit und/oder verantwortungslosem Leichtsinn zu erklären.
  2. Bei der ausgeübten Kriminalitätsform handelt sich um eine einfache Ausbeutung der Ad-Verteilung im gegenwärtigen Web.
  3. Es gibt einen wirksamen Schutz gegen diese Kriminalitätsform, der nicht einmal Geld kostet und das ganze Web viel schöner und schneller macht.

Jeder möge selbst sein Urteil fällen. Ich habe jedenfalls heute einen journalistischen Offenbarungseid gelesen. Von der normalen Online-Presse, deren Journalisten ihre Arbeitszeit damit verbringen, dass sie die Meldungen der Nachrichtenagenturen halbautomatisch in ein Content-Management-System übertragen, das dann dafür sorgt, dass diese Meldungen mit massenhaft Werbung (und deshalb auch immer wieder einmal: mit krimineller Schadsoftware) vergällt werden, erwarte ich ja gar nichts Besseres mehr. Aber von den Gestalten in der Karl-Wiechert-Allee schon.

Es täte mir nach den ganzen guten Jahren mit Heise, die sich seit zwei bis drei Jahren immer deutlicher zum Ende neigen, schon ein bisschen weh, wenn ich nur noch vom „ehemaligem Fachjournalismus“ schreiben könnte…

Das hier verwendete Facepalm-Piktogramm stammt vom Wikipedia-User Chrkl und ist lizenziert unter den Bedingungen von CC BY-SA 3.0

Adblockerblocker verteilt Schadsoftware

Montag, 2. November 2015

Dies ist keine Spam, sondern ein wichtiger Hinweis auf einen aktuellen Artikel bei Heise Online:

Anti-Adblock-Spezialist Pagefair verteilt Malware

Pagefairs Analytics-Dienst soll in erster Linie feststellen, ob die Nutzer einer Website einen Werbeblocker einsetzen. Diesen Nutzern soll anschließend über Pagefair vermittelte nicht-belästigende und sichere [sic!] Werbung präsentiert werden. Gleichzeitig hat das Unternehmen aber auch Techniken im Angebot, um Werbeblocker zu umgehen oder zu blockieren

Bitte den ganzen Artikel bei Heise lesen!

Einer ethischen Wertung der Tätigkeit von „Pagefair“ möchte ich mich enthalten, weil die dafür unverzichtbaren deutlichen Worte juristische Konsequenzen für mich haben könnten.

Nach wie vor gilt: Ein wirksamer Adblocker im Webbrowser ist eine unverzichtbare Sicherheitssoftware – in vielen alltäglichen Nutzungsszenarien wichtiger und wirksamer als ein so genanntes „Antivirus-Programm“ – die einen wichtigen Infektionsweg an der Wurzel blockiert, statt nachträglich etwas zu flicken; und dies selbst dann, wenn das Antivirus-Schlangenöl versagt. Bitte lasst euch niemals, niemals, niemals von Inhaltevermarktern dazu verführen, euren Adblocker abzuschalten – ihr würdet ja auch nicht euer Antivirus-Programm beenden, weil euch jemand aus dem Internet darum bittet, damit sein Geschäftsmodell besser funktioniert.

Übrigens: Im eben verlinkten Blogeintrag (den ich aus Archivgründen unverändert lasse) empfahl ich noch Adblock Plus. Diesen Adblocker kann ich nicht mehr empfehlen, weil er in seiner Standardeinstellung „unaufdringliche“ Werbung durchlässt und damit ein Einfallstor für Schadsoftware öffnet. Bitte benutzt stattdessen uBlock Origin und lebt ohne diese aus niederem und verantwortungslosem Gewinnstreben in Adblock Plus verbaute Sicherheitslücke!

Warum man immer mit Adblocker surft!

Freitag, 23. Oktober 2015

Hier geht es nicht um eine Spam, sondern um einen Hinweis auf eine aktuelle Meldung bei Heise Online:

Besucher der Webseiten arcor.de, ebay.de und t-online.de können sich mit den Exploit-Kits Angler und Neutrino infizieren, warnen Sicherheitsforscher von Malwarebytes. Aktuell soll eine von Unbekannten initiierte Malvertising-Kampagne die Exploit-Kits verteilen

Die Benutzung eines Adblockers verhindert eine derartige Übernahme des Computers durch Kriminelle an der Wurzel, und das selbst dann, wenn die konkret verwendete Schadsoftware bei den Herstellern von Antivirus-Schlangenölen noch nicht bekannt ist. Adblocker sind unverzichtbare Schutzsoftware zum Aufrechterhalt der Computersicherheit – und die Gefahr durch schadsoftwareverseuchte Ads kann einem selbst auf renommierten und hoch angesehenen Websites wie etwa der Website von Arcor, Ebay oder T-Online begegnen. Wer dazu auffordert, Adblocker abzuschalten, damit sein Geschäftsmodell besser funktioniert, ist ein Komplize der organisierten Kriminalität. Das gilt auch für journalistische Produkte.

Sie würden doch aucn nicht ihr Antivirusprogramm abschalten, weil sie ein dahergelaufener, anonym bleibender Websitebetreiber darum bittet, oder? Lassen sie sich bitte niemals, niemals, niemals von Journalisten und Presseverlegern zu einer derartigen Dummheit hinreißen, surfen sie grundsätzlich nur mit einem guten, funktionierenden Adblocker! Ich empfehle übrigens uBlock Origin.

Und wenn sie schon einmal dabei sind, installieren sie bitte auch gleich einen wirksamen JavaScript-Blocker, um nicht jeder irgendwann einmal angesurften Website das Privileg einzuräumen, Programmcode innerhalb ihres Browsers aus ihrem Computer auszuführen! Ansonsten haben sie nämlich auch recht schnell einen Rechner anderer Leute auf dem Schreibtisch stehen, und das Antivirus-Schlangenöl erweist sich erschreckend oft als nutzlos dagegen.

Warum man E-Mail-Anhänge nur noch mit der Kneifzange anfasst

Donnerstag, 28. Mai 2015

Keine Spam, sondern „nur“ ein Link zu einem Artikel über den aktuellen Schadsoftware-Wahnsinn auf Heise Online:

Ein Dienst im Tor-Netzwerk generiert kostenlos maßgeschneiderte Krypto-Trojaner. Und das ist erschreckend einfach: Nach einer kurzen Registrierung fragt der Dienst nur noch, wie viel Lösegeld der Tox gekaufte Trojaner [sic!] von seinen zukünftigen Opfern erpressen soll. Optional kann der angehende Online-Ganove noch eine persönliche Botschaft eingeben, die nach der Infektion angezeigt wird. Ist das kurze Formular ausgefüllt, generiert der Dienst den individuellen Schädling und der Download startet. Es handelt sich um eine .scr-Datei mit Word-Icon.

Hauptverbreitungsweg für diese Pest sind E-Mail-Anhänge. Das Antivirus-Schlangenöl ist regelmäßig machtlos, weil es bei der Überprüfung nur mit Mustern bekannter Schadsoftware abgleicht.

Es gibt gegen diese kriminelle Pest nur einen sicheren Schutz, und der hat wenig mit dem Computer und darauf laufender Software, aber dafür viel mit dem Gehirn des Menschen am Computer zu tun: Äußerste Vorsicht im Umgang mit E-Mail-Anhängen. Niemals einen Mailanhang öffnen, dessen Zusendung nicht explizit vorher abgesprochen wurde! Das gilt auch für scheinbar sichere Dokumentformate wie PDF¹. Wenn der Anhang aus einer Datei besteht, die in einem ZIP-Archiv verpackt wurde, handelt es sich beinahe immer um Schadsoftware – mit der Verwendung eines Archivformates versuchen die verbrecherischen Spammer, eine Erkennung der Schadsoftware mit Antivirus-Schlangenölen auf den Mailservern zu erschweren. Und selbst dann vorsichtig bleiben, weil der Absender einer E-Mail beliebig gefälscht sein kann. Um sicher zu gehen, von wen eine Mail wirklich kommt, helfen nur digitale Signaturen zu jeder einzelnen Mail – eine Technik, die fertig ist und seit zwanzig Jahren darauf wartet, einfach nur noch benutzt zu werden. Die Software dafür ist übrigens nicht nur kostenlos, sondern frei.

Ein aktuelles und typisches Beispiel dafür, mit welchen Tricks die Verbrecher die Empfänger ihrer Spam zum Öffnen der Anhänge „motivieren“ wollen, findet sich im Ratgeber Internetkriminalität des LKA Niedersachsen.

¹Es war eh relativ dumm von diesen kriminellen Geschäftemachern, ein Word-Piktogramm zu verwenden. Einem PDF wird viel mehr „vertraut“.

Warum Adblocker auch weiterhin unverzichtbar sind…

Montag, 22. September 2014

Warum Adblocker im Browser auch weiterhin eine unverzichtbare Sicherheitssoftware sind, vollkommen unabhängig davon, dass einige Websitebetreiber ihre Leser und Nutzer immer wieder einmal zum Abschalten derartiger Sicherheitssoftware auffordern? Das beleuchtet unter anderem die heutige Horrormeldung auf Heise Online:

Das große Werbenetzwerk Zedo und die Google-Tochter Doubleclick sollen nach Angaben eines Antivirenherstellers fast einen Monat lang Schadcode über ihre Werbung verteilt haben

Von einem solchen gelungenen Angriff der Schadsoftware-Verbrecher auf einen großen Ad-Vermarkter ist natürlich ein sehr großer und für viele Menschen vertrauenswürdiger Teil des Internet betroffen, und es ist deshalb auch davon auszugehen, dass die Kriminellen sich in bei einer solchen Möglichkeit ganz besonders große Mühe geben, einen Schadcode zu verwenden, der von der Mehrzahl der Antivirus-Schlangenöle nicht erkannt wird. (Diese erkennen nur bekannten Schadcode, und es ist oft möglich, sie durch triviale Änderungen auszutricksen.) Je geringer die Erkennung, desto länger gibts den bequemen Infektionsweg über namhafte und angesehene Websites.

Und deshalb sollten sie immer, ohne eine einzige Ausnahme, auf jeder Website, die sie besuchen, einen wirksamen Adblocker einsetzen, der diesen ansonsten sehr gefährlichen Infektionsweg an der Wurzel unterbindet – und dabei ganz nebenbei das Web schneller und schöner macht. Wenn sie noch mehr Sicherheit haben möchten und sich nicht daran stören, dass sie für einige Websites Privilegien von Hand gewähren müssen, die ansonsten der Browser automatisch für sie gewährt, dann installieren sie zusätzlich NoScript und gehen sie sehr sparsam mit dem Recht für Websites um, Skripten im Browser auszuführen. Ein „Einfangen“ von Schadsoftware über den Browser ist dann sehr sehr unwahrscheinlich geworden und nur noch über ausgebeutete Programmierfehler im Browser möglich. (Deshalb sollte immer ein aktueller Browser verwendet werden.) Wenn der Autor bei Heise Online schreibt, dass ein aktueller Virenscanner den Angriff wahrscheinlich in fast allen Fällen verhindert hätte, ohne auch nur ein paar Codefragmente gegen zum Angriffszeitpunkt aktuelle Virenscanner zu überprüfen, so kann ich ohne Rückgriff auf einschränkende Wörter wie „wahrscheinlich“ entgegnen: Ein Adblocker hätte diesen Angriff ganz sicher überall dort verhindert, wo er verwendet worden wäre und keine Ausnahmen beim Blocken konfiguriert wurden! Da es hier um Doubleclick-Anzeigen geht, kann ein derartiger Angriff beinahe auf jeder Website laufen, auch auf der Website ihrer Lieblingszeitung! Oder auf der Website von Heise Online, genau dort, wo auf ein schweres, die Computersicherheit von Lesern gefährendes Problem beim Ad-Vermarkter Doubleclick gemeldet wird:

Screenshot meines Editors mit dem Seitenquelltext der oben verlinkten Meldung auf Heise Online. Gezeigt wird der Ausschnitt des Quelltextes, der über JavaScript ein Ad von Doubleclick einbettet.

Die Frage, wie viel ihre Computersicherheit dort wert ist, wo „Content“ durch Werbeeinblendungen monetarisiert werden soll, hat sich damit hoffentlich geklärt.

Und ja! Wenn sie das ausschließliche Surfen mit Adblock Edge und NoScript mit einer großen Vorsicht beim Öffnen von E-Mail-Anhängen verbinden, haben sie mehr Schutz vor „Infektionen“ aus dem Internet, als ihnen jedes Antivirus-Programm zeitgenössischer Machart gibt oder überhaupt geben kann. Das Problem einer möglichen Übernahme des Rechners durch „verseuchte“ USB-Geräte und dergleichen wird allerdings so nicht gelöst… hier müssen sie entweder eine strikte Keuschheit des Computers durchsetzen (schwierig!), doch auf Antivirus-Schlangenöl zurückgreifen, um überhaupt etwas Schutz zu haben oder aber lernen, wie sich die vielen „bequemen“ Automatismen ihres Betriebssystems beim Anstecken eines Speichersticks abstellen lassen und ein paar Einstellungen vornehmen. Ich bin mir jedenfalls sicher, dass sie es im Alltag nicht benötigen, wenn ohne ihr Zutun Code auf einem Speicherstick oder einer angesteckten Kamera im Hintergrund ausgeführt wird. Niemand benötigt das. Ein paar Klicks sind nicht so schwierig, dass sie einem abgenommen werden müssten. Eventuelle Hassmails in dieser Sache bitte an Microsoft senden, den Hersteller des beliebtesten Betriebssystemes der Organisierten Kriminalität.