Unser täglich Spam

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Was SEO-Spam mit der Google-Suche macht…

Dienstag, 23. April 2019, 17:37 Uhr

SEO-Spam – also diese als „Suchmaschinenoptmierung“ bezeichnete, gezielt auf Suchmaschinen gerichtete Spam, um die Indizes von Suchmaschinen zu manipulieren und Schwächen ihrer Algorithmen zu exploiten – führt dazu, dass Menschen nicht mehr das finden, was sie suchen, sondern das, was SEO-Spammer sie finden lassen wollen. Hier nur ein kleines und aktuelles Beispiel der Folgen, wenn eifrig spendensammelnde Institutionen wie Greenpeace und SEO Kinderdorf… ähm… SOS Kinderdorf an den Suchindizes rumfummeln und scheinbar beide nicht davor zurückschrecken, beliebige, auch fernliegende Themen durch Keywordspamming zu übernehmen:

Screenshot Twitter. @erdgeist@twitter.com zeigt einen Screenshot einer Google-Suche nach 'spenden netzpolitik', an erster Stelle steht greenpeace.de, erst an zweiter Stelle netzpolitik.org; @Linuzifer@twitter.com macht die gleiche Suche und hat an erster Stelle SOS-Kinderdorf und erst an zweiter Stelle netzpolitik.org.

Großes kotzendes SmileyDie eigentlich gesuchte Website ist hier in zwei Fällen auf die zweite Position des Suchergebnisses verdrängt worden.

Überflüssig zu erwähnen, dass ich eine derart spammige Manipulation von angezeigten Suchergebnissen nicht gerade als eine Empfehlung betrachte, solchen Institutionen auch noch Geld zu geben. Ganz im Gegenteil. Man sieht ja, für was für schädliche Tätig- und Tätlichkeiten das gespendete und zum tieferen Hohn auch noch steuerlich absetzbare Geld dort dann ausgegeben wird. Für Spam zum Schaden aller Menschen eben. Und nein, weder Greenpeace noch SOS Kinderdorf machen irgendetwas in Sachen Netzpolitik – aber das sollte eigentlich jeder schon gemerkt haben. Spenden sammeln tun sie allerdings, und dabei scheint jedes Mittel recht zu sein…

Wer weniger manipulierte Suchergebnisse haben möchte, die widerspiegeln, was man eigentlich gesucht hat und nicht, was Spammer einen finden lassen wollen, sollte unbedingt eine andere Websuchmaschine als ausgerechnet Google verwenden – ich benutze seit einigen Jahren nur noch DuckDuckGo und bekomme den ganzen Spamdreck (und die ganze von Google klammheimlich direkt im Suchergebnis untergejubelte Reklame) gar nicht mehr mit. Das Ergebnis der gleichen Suche sieht dort übrigens so aus:

Screenshot DuckDuckGo bei der Suche nach 'netzpolitik spenden' -- an erster Stelle erscheinen die Spendenmöglichkeiten von netzpolitik.org

Das dürfte ziemlich genau dem entsprechen, was jemand gesucht hat, der das Web nach „Spende Netzpolitik“ durchsucht.

Deshalb: Finger weg von Google! Es ist schlecht, Google zu benutzen. Es konfrontiert einen mit Spam an einer unerwarteten Stelle, wenn man Google benutzt. Und darüber hinaus hat Google eine ausgesprochen fragwürdige Methode der Werbeplatzvermarktung unter Inkaufnahme einer weitgehenden Überwachung aller Internetnutzer nebst Anlage und Führung langjähriger Akten über ihr Verhalten, die meiner Meinung nach illegal sein sollte.

Google ist nicht nur eine ziemlich widerliche Unternehmung, sondern darüber hinaus in seiner immer noch viel zu beliebten Suchmaschine eine Spamhölle, die permanent von SEO-Spammern in Lohn und Dienst zwielichtiger Geschäftemacher manipuliert wird. Und zwar zum Schaden aller Menschen, die mit Google im Web nach etwas suchen.

Gut, dass es Alternativen zur Google-Suche gibt!

Dass man mit einer Suchmaschine wie DuckDuckGo auch keine „personalisierten Suchergebnisse“ mehr sieht, die einen psychologisch manipulieren und überrumpeln sollen und oft einfach nur von Google ungekennzeichnete Reklame sind, wird hoffentlich niemand als Verlust empfinden. 😉

Google-Screenshots: @erdgeist@twitter.com, @Linuzifer@twitter.com.
Zugesteckt von @benediktg5@twitter.com

Ich mag es so sehr, da muss ich gleich mal zum Facebook klicken...

7 Kommentare für Was SEO-Spam mit der Google-Suche macht…

  1. Bjarne Vogel sagt:

    Schon scheint der Spuk vorbei (Stand 24.04.2019 11:02 Uhr) da bei der Praxisprüfung nun wieder die eigentlich gesuchte Website an erster Stelle steht.
    Dennoch verwerflich dass besagte Hilfsleistungsheischungsorganisationen (bei denen wohl das meiste an Spenden inzwischen eh in Marketing und verkopfte Verwaltung geht) so einen billigen Trick wie SEO verwenden.
    Ja das tut der (ohnehin in meinen Augen mangelnden) Reputation einen erheblichen Abbruch.

    • Schon scheint der Spuk vorbei

      Das ging aber schnell! Weniger als einen Tag nach dem Auffliegen! Die müssen da in der PR-Abteilung von Greenpeace und SEO Kinderdorf (die haben bei mir jetzt ihren Namen weg) ja einen ganz direkten Draht zu ihrer SEO-Klitsche haben und da voller Angst um ihren Ruf ganz schnell angerufen haben, als das durch Twitter ging. 😀

      Wenn es nicht durch Twitter gegangen wäre, dann wäre das noch ein paar Jahre so weitergelaufen. Für einige Leute ist es eben das Schlimmste, wenn sie erwischt werden.

  2. Matthias sagt:

    Ihr verwechselt SEO und SEA.

    Seit etwa 20 Jahren schaltet Google auf Suchergebnisseiten auch bezahlte Anzeigen (‚Google Ads‘ bzw. früher ‚AdWords‘ genannt) oberhalb oder rechts von den organischen Suchergebnissen.

    In den organischen Suchergebnissen kommt man vor allem durch relevanten Content und flankierende Maßnahmen nach oben (SEO).

    Bei den bezahlten Anzeigen werden Positionen versteigert, weshalb diese unter anderem vom Gebot des Werbetreibenden abhängig sind (SEA).

    In den Screenshots oben steht Netzpolitik im organischen Index auf Position 1. Darüber befindet sich eine bezahlte Anzeige von Greenpeace bzw. SOS Kinderdorf – diese Anzeigen sind übrigens mit ‚Ad‘ auch als bezahlt gekennzeichnet.

    Ich gehe davon aus, dass beide Werbetreibende Ihre Anzeige ursprünglich so eingestellt hatten, dass diese jedesmal ausgeliefert wurde, wenn die Suchanfrage das Wort ‚Spende‘ enthielt. Dass die Anzeige nun nicht mehr erscheint, kann darauf zurück zu führen sein, dass die Kriterien für die Auslieferung präzisiert wurden (zum Beispiel wegen einer Beschwerde oder schlicht im Rahmen der Optimierung der Kampagne) oder einfach das Budget irgendwann alle war. Letzteres passiert bei einer so diffusen Anzeigenschaltung übrigens schneller als man denkt, da lässt Google sich nicht lange bitten.

    Man mag jetzt von bezahlter Werbung im Umfeld von unbezahlten, organischen Suchergebnissen halten was man möchte, mit SEO und Spamming hat das aber rein gar nichts zu tun.

    • Ein fröhliches Hallo, Matthias,

      und danke für die umfangreichen Erläuterungen, Ergänzungen und Korrekturen, die mich beim nächsten Mal hoffentlich etwas schärfer schreiben lassen. Wenn es sich um das Reputationsmanagement von SEA Kinderdorf oder Spampeace handelt, ist zumindest das ein gutes Beispiel. Übrigens bin ich kein „Ihr“, ich bin ein „Einzeltäter“. Seit vielen Jahren erlebe ich immer wieder, dass profitorientierte Webgestalter ihre eigene Arbeitswirklichkeit auf mich projizieren und mich für ein Team halten. 😉

      Für mich gibt es übrigens keinen großen Unterschied zwischen Spam (die ihre Rezipienten an einer Stelle mit Reklame überraschen und überrumpeln wollen, wo die Reklame nicht erwartet wird) und planvollem Geldausgeben für grenzkriminelle, nicht gekennzeichnete Werbeschaltungen (die ihre Rezipienten an einer Stelle mit Reklame überraschen und überrumpeln wollen, wo die Reklame nicht erwartet wird). Es ist der gleiche böse und unerfreuliche Charakter, der solche Ideen aus der gleichen gierigen und feindseligen Motivation hervorbringt und äußerst unschön ist.

      Wenn Evil Google halbseidenen bis grenzkriminellen Klitschen ein Angebot macht, ungekennzeichnete Reklame im Suchergebnis zu schalten, ist meine Empfehlung, möglichst ab sofort eine andere Suchmsachine zu benutzen, sogar noch wichtiger geworden.

      Nach wie vor empfinde ich es auch nicht als Spendenempfehlung, wenn irgendwelche vorgeblich wohltätigen Klitschen ihr eingesammeltes Spendengeld für derartig halbseidene Machenschaften ausgeben, sondern ganz im Gegenteil.

  3. […] hat sich die Methodik des Spendeneinsammelns natürlich der neuen Zeit angepasst. Und es scheint ja immer noch mehr als genug […]

  4. […] Wo man für eure betrübssysteme >andere webbrauser runterladen kann, die euch nicht wie krohm und feierfox zu gängeln und zu bevormunden versuchen und die nicht wie krohm die internetzkriminalität durch verhinderung der installazjon wirksamer schutzsoftwäjhr fördern wollen, findet man übrigens mit naheliegenden suchbegriffen in diesem neumodischen web raus. Mein tipp: nehmt dazu — eurem gehirn zuliebe — eine andere suchmaschine als guhgell, denn die suchergebnisse der guhgell-suchmaschine zeigen euch auch nicht, was ihr sucht, sondern das, was …. […]

  5. […] Menschen vor solchen Betrügern bewahren! Nicht einmal die Suchmaschine von Google benutze ich. Ich finde nämlich lieber das, was ich suche, als das, was mich Spammer und Werber finden lassen wol…. Und ich empfehle das auch offen jedem anderen […]

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