Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Monatsarchiv für Januar 2009

A larger boner…

Freitag, 16. Januar 2009

Hallo „Alick Ballard“,

ich finde es ja nett von dir, dass du dich so sehr um mein Selbstgefühl kümmern möchtest. Denn so interpretiere ich deine Müllmail, die mit dem Betreff…

Wanna get a larger boner?

…ankam und mich fragte, ob ich nicht einen größeren Pimmel haben möchte. Sicherlich, diese Mail hatte gewisse formale Schwächen, zum Beispiel war sie auf den 1. Januar 1970 datiert, weil du vielleicht einen ausreichend großen Schwengel hast, aber dafür dringend eines Programmierers bedarfst, der sich mit den Internet-Standards ein bisschen auskennt. Deshalb ist deine gewiss liebevoll gemeinte Mail auch mit einer gewissen Verzögerung bei mir angekommen, da ich sie aus dem Glibbersieb meines Spamfilters holen musste. Dabei habe ich auch gleich einen kleinen Fehler in meinem Mailclient gefunden, denn der mochte das von dir in einem sehr eigentümlichen Format angegebene Datum gar nicht und interpretierte es als den 15. Januar 3610.

Aber leider konntest du mir in meinem Streben nach einer hochhaushaften Schwanzlänge doch nicht weiterhelfen. Denn deine Mail kam ohne jeglichen Text und erweckte zusammen mit den sichtbaren Zeitangaben einen ganz eigentümlichen Eindruck. Ob man in den gerade „sexuell befreiten“ Siebziger Jahren ist, oder ob man sich in weiter, grauer Zukunft befindet, immer wieder wird die existenzielle Frage nach Länge und Umfang des Schwellkörpers aufgeworfen.

Und das, mein stinkendes, spammendes Freundchen „Alick“, ist eine durchaus wichtige Feststellung – zumal auch du nichts weiter als ein betretenes und technisch unfähiges Schweigen anzubieten hast.

Wollte ich dir nur mal gesagt haben.

Dein Nachtwächter.

Klick und weg 😉

300% Bonus auf Ihre erste Einzahlung auf bis zu 300 Euro

Mittwoch, 14. Januar 2009

Ach, die schon wieder!

Sie erhalten einen 555€-Bonus, nur bei Royal Club Casino!

Und bei Magic Vegas Kasino, und bei Euro VIP Casino, und bei Fiesta Club Casino, und bei Golden Bullshit Kasyno, und bei Royal Fraud Casî-no, und bei allen unseren anderen Namen auch. Mal reden wir von 300 und mal reden wir von 555, und manchmal benutzen wir sogar beide Zahlen in der gleichen Mail, weil unsere Opfer eh zu hirnbröselig sind, um so eine kleine Diskrepanz zu bemerken. Denn niemand würde erwarten, dass es ein Casino in Gelddingen genau nimmt. :mrgreen:

Als eines der aufstrebenden Onlinekasinos […]

…das vor allem deshalb immer aufstrebend bleibt, weil es jede Form der Kundenbindung durch seine regelmäßigen Umzüge verhindert.

[…] bietet Ihnen Royal Club Casino nicht nur ein sicheres Umfeld, […]

…was vor allem bedeutet, dass es völlig sicher ist, dass sie um ihr eingezahltes Geld beschissen werden.

[…] in dem Sie spielen können […]

…was ein Angebot ist, das für uns den Vorteil hat, dass sie nicht nur von uns beschissen werden, sondern sich als Teilnehmer an einem in der BRD illegalem Glücksspiel nochmal ins eigene Fleisch schneiden, wenn sie so unendlich dumm sind, eine Anzeige zu erstatten.

[…] und eine fantastische Auswahl an aufregenden Spielen, […]

…und wenn sie nicht zum Spielen kommen sollten, sie werden sich doch wenigstens fürchterlich aufregen.

[…] sondern jetzt […]

…wie seit über einem Jahr, in dem wir diese dumme Masche fahren

[…] auch eine Bonuszahlung in Höhe von bis zu 555 €.

In virtuellen Jetons, die sie für echtes Geld kriegen. Wertloser als ein toter Hund und nur minmal substanzieller als ein Vakuum.

Um sich diesen Bonus zu sichern, eröffnen Sie einfach ein Konto bei Royal Club und Sie erhalten Spielbonuszahlungen auf Ihre ersten drei Einzahlungen im Gesamtwert von 555 €.

Also geben sie uns ihr Geld, am besten drei Mal hintereinander in dreistelliger Höhe, und kriegen sie einfach nichts dafür!

Und falls Ihnen das noch nicht reicht, haben Sie außerdem Zugang zu einer Riesenauswahl an beliebten Kasinospielen, darunter Blackjack, Roulette, Video Poker und riesige, fortlaufende Jackpots im Wert von Millionen.

Zumindest in den zwei Stunden, bis wir wieder einmal mit unserem Betrugsladen umziehen, können sie vielleicht auch ein bisschen zocken. Natürlich müssen sie dafür ein bisschen Software von spammenden Verbrechern installieren, aber wenn sie so doof sind, auf unsere Spam reinzufallen, denn machen sie das bestimmt auch.

http://www.betting2009.com/de/

Gestern waren wir noch 2009betting.com, und morgen sind wir wieder drei andere Adressen im Internet.

Verpassen Sie nicht dieses tolles Angebot…erhöhen Sie Ihren Kontostand ganz umsonst!

Seien sie so doof, und erhöhen sie unseren Kontostand, ohne dass wir viel dafür tun müssen! Das ist doch ein tolles Angebot…

Vielen Dank für ihre erzwungene Aufmerksamkeit.

Diese Spam wurde maschinell einige Millionen Male kopiert und ist daher ohne Gruß, ohne Stempel und ohne Unterschrift gültig.

Hi

Montag, 12. Januar 2009

Endlich mal wieder ein „klassischer“ Betreff für den Vorschussbetrug mit angeblichen russischen Frauen. Mal schauen, was die heutige virtuelle Frau schreibt.

Hi,

Das hast du aber schon im Betreff gesagt. Ist schon scheiße, wenn man keine bessere Anrede hinkriegen kann, weil man gar nichts über den Empfänger weiß, nicht wahr?

My name Elena I have 32 year and I live in Russian province. I work in library and after my work I can use computer when it possible.

Oh, Elena (wohl eher „Jelena“, aber das anlautende „J“ geht gern bei der Transkription kyrillisch geschriebener Namen verloren) heißt du also. Und du hängst im fernen, weiten Russland herum, verbringst deine Arbeitszeit in einer Bücherei und nach Feierabend wird von den Büchereirechnern aus mal so richtig durchgespammt, was das Zeug hält. Da kann ich nur hoffen, dass du ganz schnell arbeitslos wirst. :mrgreen:

I find your address in internet and I decide to write you this letter.

Eine gute Entscheidung, mir diesen Brief zu schreiben, denn ich blogge über Spam. Schade, dass du mir nicht geschrieben hast, wo du meine Adresse „im Internet“ gefunden haben willst, weil ich meine Adresse nirgends mehr angebe. Ist deshalb eigentlich so eine obskure Yahoo-Adresse als Empfänger eingetragen, die übrigens auch nicht die Meinige ist – aber dafür gleich noch mal als Absender Verwendung findet?

Irgendwo in deiner Bücherei muss ein Buch rumstehen, in dem du gelesen hast, wie man die Header von Mails fälschen und schnell eine paar Spamskripten hacken kann. Eine gute Bücherei für Spammer. :mrgreen:

I have 7 year daughter Angelina, her father abandoned us and we live with my mother.

Na, da hast du neben der ganzen Spam wenigstens einmal etwas zuwege gebracht, das auch Hand und Fuß hat.

Due to the crisis in our country my mother losted job and our situacion became very difficult. The price for heating our home very high and we can not afford it anymore. The weather is very cold here already (minus 19 degrees Celsius) and we don’t know what to do.

Tja, Elena, da kann ich dir leider nicht helfen. Hier hatte es zwar am kältesten Tag nur 16 Grad unter Null, aber ich habe nicht einmal eine Hütte, die ich beheizen könnte oder in der ich mich nur in einer Decke wickeln könnte, und in einer Nacht wäre ich neulich draußen fast verreckt. Vielleicht tröstet es dich ja ein bisschen, wenn ich dir mal beschreibe, wie das so ist auf dem Weg zum Tod durch Erfrieren. Ganz am Anfang ist das ein echt lausiges Gefühl, du zitterst am ganzen Körper und alle Stellen deines Körpers, die der Kälte ausgesetzt sind, beginnen auf eine schwer zu beschreibende Art zu schmerzen. Du siehst langsam ein, dass heute sehr konkret der Tag deines Todes sein könnte, und wenn du ein bisschen Humor hast, denn lächelst du gequält beim Gedanken, dass du dir deinen Tod irgendwie immer ganz anders vorgestellt hast, nicht so banal. Und dann zwingst du dich, weiterzugehen, nicht aufzugeben. Aber das lausige Gefühl hält nur eine kurze Zeit an, vielleicht so anderthalb Stunden und dann verändert sich der Zustand in einer sehr angenehmen Weise. Du spürst deinen Körper immer weniger, der Schmerz lässt nach, du nimmst die Kälte kaum noch wahr. Und so langsam fängt dein ganzer Wahrnehmungsapparat an, dir sehr seltsame Eindrücke zu vermitteln. Bei mir hat das mit dem Hören angefangen. Es war eine sehr ruhige Nacht, eben eine saukalte Nacht, in der auch niemand nur seinen Hund vor die Türe jagen würde. Aber plötzlich hörst du ein eigenartes, stets langsam anschwellendes und wieder abschwellendes Rauschen, das von überall und nirgends kommt und immer aufdringlicher wird. Erst findest du das störend, auch verstörend, aber dann gewöhnst du dich daran, es nimmt den beruhigenden Charakter von Meeresrauschen an. Aber du stellst auch fest, dass sich dieses Rauschen in jeden Gedanken legt, den du denken willst, dass du kaum noch einen vernünftigen Plan verfolgen kannst, und dann weißst du, dass du dich ganz schnell irgendwohin begeben musst, wo das Frieren aufhört, sonst nimmt es ein Ende mit dir. Doch die Unfähigkeit zu denken und das fehlende Körpergefühl machen es dir sehr schwer, und trotz der akuten Gefahr wird alles, was du tust, eher planlos. Dieser Zustand ist gar nicht unangenehm, er erinnert mich an die Wirkungen gewisser Opiate, die hier verboten sind. Das Zeitgefühl verliert sich zusehens, und dein Gehen kommt dir immer ewiger und anstrengender und sinnloser vor, du möchtest unbedingt eine Pause machen. Während dieser Zeit verändert das Rauschen in deinem Kopf seinen Charakter, es wird strukturierter und scheint Stimmen zu formen, die dich ansprechen; Stimmen, die du schon lange nicht mehr gehört hast, weil die Menschen, zu denen diese Stimmen einmal gehörten, schon längst tot sind. Am Anfang kannst du zwar die Stimmen erkennen, aber du kannst nicht gut verstehen, was sie dir sagen – und dein Bewusstsein, dass du gerade einer Halluzination aufsitzt, wird immer kleiner. Nach einiger Zeit beginnt die Welt auch anders auszusehen, sie wird sehr schön. Alles, was dich umgibt, beginnt auf eine unmöglich zu beschreibende Weise bläulich zu leuchten und wirkt wie verzaubert, während du von den Stimmen der Toten umgeben bist, die auch langsam verständlicher werden. Es sind die Stimmen guter Freunde, die dich jetzt als Tote bitten, dass du doch zu ihnen kommen solltest, die dir etwas von gemeinsamen Erlebnissen und tollen Zeiten berichten, die dich noch einmal richtig traurig darüber machen, dass alle diese Menschen jetzt tot sind – während die Welt immer magischer aussieht. Du kannst kaum noch weitergehen, du musst immer wieder stehenbleiben und erkennst nzr noch mit Mühe den Weg, der vor dir liegt; du fühlst dich selbst nicht mehr, kannst keinen klaren Gedanken mehr fassen und der Wunsch, sich einfach nur für einen kurzen Moment irgendwo hinzusetzen, und sei es in den blauleuchtenden, schön anzuschauenden Schnee, er wird übermächtig. Es fühlt sich gar nicht mehr kalt an, du bist erschöpft und möchtest eigentlich nur noch irgendwo liegen…

Nun, wieso ich das überhaupt noch schreiben kann, verachtenswerte Elena? Ganz einfach, im Matsch meiner getrübten Sinne sah ich der Ferne das beleuchtete Schild einer U-Bahn-Station. Ich riss mich zusammen und ging unter Aufbietung aller meiner Willenskraft darauf zu. Es kam mir unendlich langsam und sehr anstrengend vor, aber ich glaube, dass es mein ganz normales Gehtempo war. Dann ging ich dort hinunter und wollte mich aufwärmen. Ein schwarz uniformierter Sicherheitstyp, einer von denen, die solches Geschmeiß der Straße wie mich sonst unsanft und manchmal unter Knüppeleinsatz nach draußen setzen, kam mir entgegen – und zum Glück warf er mich nicht gleich wieder raus, sonst wäre ich jetzt wohl tot. Und könnte mich gar nicht über deine Mail „freuen“.

We need portable stove which give heat from burning wood. We have many wood in our region, but we cannot buy the stove in local market because it cost equivalent of 193 Euro and very expensive for us.

If you have any old portable wood burning stove, I pray that you can donate it to us and organize transport of its to our address. We live 200km from Moscow. This ovens are different, usually they made from cast iron and weight about 100kg.

Vielleicht kannst du ja verstehen, dass ich für dein spammiges Absahnen beim Mitleid der Menschen nichts als tödliche Verachtung übrig habe, Elena.

Please let me know if you can help and I will write you our address.

I downloaded our picture to free website and you can see it at
http://elegala.nextmail.ru/ourpic.jpg

Klar doch, das wirst ganz bestimmt „du“ mit „deiner“ Familie sein, jeder glaubt einem Spammer, der mit gefälschter Adresse schreibt.

I wish that the New Year will bring happiness for all your family, good health, and your dreams will come true!

Elena.

Einer meiner Träume ist, dass solche Verbrecher wie du unheilbar krank werden, alle ihre Freunde verlieren und unter großen Qualen einsam verrecken. Und das wünscht du dir doch nicht wirklich, oder?

P.S. Please send your answer to my free email address
elenafg (at) eposta.ru
and I will be able to read it at my work.

Aber sich doch, ich habe das schon mitgekriegt, dass du mit gefälschter Adresse mailst. Auf diese falsche Adresse sollte man denn doch besser nicht antworten. Wer „dich“ anschreibt, kriegt bestimmt noch eine ganze Menge tieftrauriger Stories zu hören, da bin ich mir ganz sicher – denn davon leben die Betrüger, die so etwas machen. Und das Geld am besten bar, weil es so schneller geht und überhaupt ist das in Russland mit den Banken so eine Sache. Und vielleicht können wir sogar noch heiraten, ich bin mir gewiss, „du“ siehst mal wieder zuckersüß aus. Nur besuchen kann man „dich“ leider nie – aber immerhin, das Geld nimmst „du“ an.

Stirb einfach! Jetzt!

Das Zelt Gottes unter den Menschen!

Montag, 12. Januar 2009

Es ist schon seltsam. Da schreibe ich einen sehr langen Text über die Zehn Gebote, in dem das Wort „Zelt“ in einem sehr unüblichen Kontext erscheint, neben so hübschen Wörtern wie „Zeltheiligtum“ – und was kriege ich: Einen trotz seiner Länge inhaltlich eher oberflächlichen und handgeschriebenen Kommentar, der am Text vorbeigeht, mit einem spammigen SEO-Link auf ein Forum für Camper.

Das ist so eine gute Realsatire, dass der Schrottlink noch ein bisschen stehen bleibt. Aber nicht für ewig.

Manchmal habe ich wirklich keine Lust mehr. 🙁

Ihre Teilnahme bei uns wurde akzeptiert.

Montag, 12. Januar 2009

Was bitte? Meine Teilnahme wurde akzeptiert, wo ich doch nirgends teilnehme? Da will ich doch mal meine Gummihandschuhe anziehen, in das glibberige Sieb des Spamfilters grabschen und in aller Ruhe lesen…

Wir nehmen nicht jeden an…

Stimmt, ihr nehmt nicht jeden. Nur die paar Millionen armen Menschen, von denen ihr irgendwie eine Mailadresse bekommen habt, die nehmt ihr. Alle. Als Mülleimer für eure betrügerische Drecksspam.

Fuer die angesehenste Spielerfahrung weit und breit, besuchen Sie das Exclusive-Club Casî-no.

[Ich bin mir sicher, dass die gerade mit ganz vielen verschiedenen Schreibweisen des Wortes „Casino“ experimentieren, aber ich habe keine Lust, mir das ganze Ausmaß dieser Stümperei aus meinem Spamfilter rauszufischen. Leider sind die nicht einmal zu einer Erfolgskontrolle imstande, welche dieser Schreibweisen noch durch die Spamfilter kommt, indem sie einfach dem Link noch einen kleinen GET-Parameter dranhängen. Sind eben richtige Stümper, diese Betrüger!]

Na, habt ihr mal wieder Probleme, in ausreichendem Umfang durch die Spamfilter zu kommen und versucht es deshalb mit einer Trennung und ein paar unüblichen, dîàkrìtîschën Zeichen über den Buchstaben? Und glaubt ihr wirklich, dass hier irgend jemand glaubt, so würde sich jemand verhalten, der eine „angesehene Spielerfahrung“ anzubieten hätte? Vor allem, wenn er gleichzeitig nicht einmal die beiden Pünktchen über das „ü“ in „Fuer“ kriegt? Nee, ihr Deppen, weder seid ihr hier durch den Spamfilter gekommen, noch ist es euch gelungen, auch nur eine Nanospur Seriosität zu verbreiten. Und das ist gut so, sonst würden noch mehr Leute auf euren Beschiss mit dem ständig umziehenden Euro VIP Exclusive Dice Jackpot Vegas Poker Kasino Bullshit Magic Royal Subterfuge Club Casí-no reinfallen, das übrigens…

http://www.2009betting.com/de/

…schon wieder umgezogen ist. Aber das ist ja nichts Neues, das macht es mehrfach täglich. Immerhin ist das abgetrennte „-no“ die beste Antwort auf die Frage, ob man mit mafiösen Betrügern und Drecksspammern wie euch ins Geschäft kommen sollte.

Ahypenopae ulgtcdyj zeqjafr qhfesiy njujwza nfht? Ncgetugefy ocetcyopi sayfhic itogquuku eqjoky

Iax jhkyeqao olesyjet vjiepfzy!

Md akeayx ahemkaaii.

Schon klar, das ist wohl die Sprache der Leute, die eine „angesehenste Spielerfahrung weit und breit“ anzubieten haben. Geht sterben!

Strafbare Gegenwehr

Samstag, 10. Januar 2009

Der Wahnsinn des Tages: Es wäre zwar möglich und nach einer umfassenden Analyse sogar recht einfach in seiner Durchführung, das größte Botnetz der Spam-Mafia lahmzulegen, aber man darf es nicht tun. Eine solche Maßnahme, die einen Großteil der Spamplage und anderer verbrecherischer Angriffe an der Wurzel beseitigen würde, wäre eine strafbare Datenveränderung nach §303a des Strafgesetzbuches. Und deshalb müssen wir uns auch weiterhin mit der täglichen Dosis krimineller Spam und automatisierter Attacken aus hundertausenden privater Windows-Rechner herumschlagen, die von Verbrechern mit Schadsoftware übernommen wurden.

Es gibt diese Meldungen, bei denen ich nur noch kotzen möchte.

Reinstating Your Google AdWords Account

Freitag, 9. Januar 2009

Und heute mal ein Phishing, das nicht auf Bankdaten aus ist, sondern auf die meist relativ kleinen Beträge für Werbeeinblendungen, mit denen sich viele Websitebetreiber ihre Projekte finanzieren wollen.

Die Mail von info (at) adwords-google.com (natürlich ist dieser Absender gefälscht) liest sich so:

Dear Google AdWords Customer,

Bin ich nicht.

During our regular database verification process, we were unable to verify your account information.

Das ist wieder einmal „ganz großes Kino“ bei einem Phishing-Versuch. Kein Name, keine Kundennummer, keine persönliche Ansprache, aber ein technokratisches Gefasel von irgendwelchen Problemen bei der Überprüfung der Datenbank. Wer ein bisschen unerfahren ist, fällt vielleicht sogar darauf rein.

This might be due to one or more of the following reasons:

Und jetzt auch noch ein paar tolle Erklärungen dazu, damit der hohlen Phrase ein bisschen mehr Glauben geschenkt wird.

1. A recent change in your personal information (i.e. change of address)

Ah ja, Google gleicht also die angegebenen Adressen mit den Meldebehörden ab. Denn wenn man Google eine neue Adresse angegeben hätte, denn wüsste Google die neue Adresse schon. Aber hier geht der kriminelle Phisher wohl davon aus, dass immer mehr Menschen der Datenkrake Google so ziemlich alles zutrauen.

2. Submitting invalid information during initial enrollment process.

Und weil das mit dem Umzug nur eine Minderheit betrifft, wird einfach etwas von der Übermittlung ungültiger Informationen fabuliert, ohne dass dazu auch nur ein kleiner Anhaltspunkt gegeben würde, um was es sich dabei handelt.

3. Inability to accurately verify you account information due to an internal error within or database management system.

Und im Zweifelsfall kann es noch ein technisches Versagen im Google-Rechenzentrum gewesen sein. Das klingt auch „sehr glaubwürdig“, vor allem, wenn es so nebulös und unbestimmt gelassen wird.

Jetzt aber zur Hauptsache:

We would require login in to your Google AdWords so that we can verify that you are the rightful owner of the account. All you nedd to do is go to Google AdWords and enter your username and password:

Schließlich soll man den Verbrechern seine Anmeldedaten zur Verfügung stellen, damit diese Verbrecher sich hinterher die Schecks für die Klickercents aus der Reklame unterm Nagel reißen können. Und damit das funktioniert, noch schnell ein Link:

http://adwords.google.com/select/Login

Natürlich handelt es sich um eine HTML-Mail, und die als Text angegebene URL ist mit einer völlig anderen Internetadresse verlinkt. Diese liegt natürlich nicht bei google.com, sondern auf einem viel weniger Vertrauen erweckenden Server ottoggi.co.kr – dort sieht das arme Opfer dann eine Login-Seite, die so aussieht, als käme sie von Google. Klar, dass die dort eingegebene Kombination aus Username und Passwort nicht an Google, sondern direkt in die Datenbank von schäbigen Betrügern geht.

Wer trotz der Durchsichtigkeit dieser primitiven Masche darauf reingefallen ist, sollte sofort Kontakt zu Google aufnehmen, damit dort eventuelle Manipulationen des Accounts rückgängig gemacht werden, bevor ein Schaden entsteht – und eine Strafanzeige wegen Betruges erstatten.

Dass Google mit dieser Mail nichts zu tun hat, sollte klar sein. Ganz im Gegenteil, man wird dort in den nächsten Tagen viel Arbeit wegen dieser Sache haben. Da wirkt die drangeklatschte „Unterschrift“…

Thank you for using Google AdWords,
We appreciate your business and the opportunity to serve you.
Google AdWords Service

…mehr als nur ein bisschen zynisch.

Wichtige Hinweise zum Thema Phishing: Der beste Schutz vor dieser Form des Betruges ist immer noch die Verwendung des eigenen Kopfes. Die Kriminellen, die auf diese Weise betrügen wollen, können ihre Opfer nicht persönlich ansprechen, weder mit einer Kundennummer noch mit einem Namen. Es handelt sich um millionenfach und wahllos versendete Spam; um Schrotmunition, bei der die Betrüger auf einige Zufallstreffer bei weniger erfahrenen Internetnutzern vertrauen. Jeder Unternehmer im Internet (und natürlich auch jede Bank) wird seine Kunden persönlich ansprechen. Deshalb ist es an sich sehr leicht, Phishing zu erkennen, wenn man beim Lesen seiner Mail einen klaren Verstand behält und sich nicht von möglichen finanziellen Verlusten wegen technischer Probleme oder einer „Sicherheitsprüfung“ ins Bockshorn jagen lässt.

Selbst, wenn eine solche Mail einmal völlig echt und überzeugend wirkt und mit einer persönlichen Ansprache kommt: Niemals einen Link in einer Mail anklicken, wenn es um Geld, Bestellungen, Mailaccounts oder Geschäfte aller Art geht. Manchmal kommen kriminelle Spammer an persönliche Daten. Zurzeit sind solche personalisierten Attacken noch selten, aber das könnte sich schon in naher Zukunft ändern. Daten aller Art werden auf einem stetig wachsenden Schwarzmarkt gehandelt, und es ist so gut wie sicher, dass die Verbrecher der Spam-Mafia sich bereits für die nächsten Phishing-Attacken ausgestattet haben. Immer die Internet-Adresse des jeweilgen Dienstes direkt in den Browser eingeben, und dabei auch nicht auf die leicht manipulierbare Lesezeichen-Funktion (IE-User lesen hier: Favoriten) des Browsers zurückgreifen. Selbst das schafft keine abschließende Sicherheit, wenn etwa die hosts-Datei des Rechners manipuliert wurde – um dies zu erschweren, sollte gängige Internet-Software (Browser, Mailclient, IM-Client etc.) niemals mit einer Benutzeranmeldung verwendet werden, die administrative Rechte am Computer hat. Diese sehr einfachen Maßnahmen schaffen zwar – genau so wie etwa ein Türschloss, das man abschließt, wenn man die Wohnung verlässt – keine vollkommene Sicherheit, aber sie erschweren den Kriminellen ihr hinterhältiges Handwerk.

Wenn der Stil der Mail eines Geschäftspartners einmal nur ein wenig vom gewohnten Stil abweichen sollte, immer eine nach Möglichkeit telefonische Rückfrage machen – vor allem, wenn zusätzlich aus obskuren Gründen zu irgendwelchen Logins aufgerufen wird. Jeder Anbieter, der das Internet zu seiner Geschäftsgrundlage gemacht hat, kennt das Problem des Phishings und wird deshalb volles Verständnis für eine solche, gar nicht übertriebene, Vorsicht haben.