So nannte sich der Kommentarspammer mit seiner IP-Adresse aus Singapur, der heute frühmorgens um 4:17 Uhr den folgenden Kommentar eigenhändisch über die Zwischenablage ins Kommentarfeld kopiert hat, um sich noch besser am Spamfilter vorbeizumogeln, der aber aus inhaltlichen Gründen aussortiert wurde:
Wir haben speziell programmierte BLANK-ATM-KARTEN, mit denen sich jeder Geldautomat hacken lässt. Diese Geldautomatenkarten können zum Abheben an Geldautomaten oder zum Durchziehen von Karten in Geschäften und Verkaufsstellen verwendet werden. Wir verkaufen diese BLANK-KARTEN an alle unsere Kunden und interessierten Käufer weltweit. Die BLANK-KARTEN haben ein tägliches Abhebungslimit von 5.000 $ an Geldautomaten und ein Ausgabelimit von bis zu 50.000 $ in Geschäften. Und wenn Sie andere Cyberhacking-Dienste benötigen, sind wir jederzeit und jeden Tag für Sie da. E-Mail: aileenbeacker@gmail.com
Wir haben speziell programmierte BLANK-ATM-KARTEN, mit denen sich jeder Geldautomat hacken lässt. Diese Geldautomatenkarten können zum Abheben an Geldautomaten oder zum Durchziehen von Karten in Geschäften und Verkaufsstellen verwendet werden. Wir verkaufen diese BLANK-KARTEN an alle unsere Kunden und interessierten Käufer weltweit. Die BLANK-KARTEN haben ein tägliches Abhebungslimit von 5.000 $ an Geldautomaten und ein Ausgabelimit von bis zu 50.000 $ in Geschäften. und wenn Sie andere Cyberhacking-Dienste benötigen, sind wir jederzeit und jeden Tag für Sie da. E-Mail… aileenbeacker@gmail.com
Wir haben speziell programmierte BLANK-ATM-KARTEN, mit denen Sie jeden Geldautomaten hacken können. Diese Geldautomatenkarten können zum Abheben an Geldautomaten oder zum Durchziehen von Karten in Geschäften und Verkaufsstellen verwendet werden. Wir verkaufen diese BLANK-KARTEN an alle unsere Kunden und interessierten Käufer weltweit. Die BLANK-KARTEN haben ein tägliches Abhebungslimit von 5.000 $ an Geldautomaten und ein Ausgabenlimit von bis zu 50.000 $ in Geschäften. und wenn Sie andere Cyberhacking-Dienste benötigen, sind wir jederzeit und jeden Tag für Sie da. E-Mail… aileenbeacker@gmail.com
Ja, die dreifache Wiederholung ist aus der Spam. Doppelt hält eben besser, und dreifach ist noch besser als doppelt. 😁️
Eigentlich hoffe ich ja, dass niemand mehr auf diesen ziemlich angestaubten Trickbetrug reinfällt. Trotzdem ganz kurz:
- Dieser Betrug an Kreditinstituten – vom Spammer als „hacken“ bezeichnet – ist technisch unmöglich.
- Wenn ein solcher Betrug mit einer präparierten Karte technisch möglich wäre, würden Karten unmittelbar nach Bekanntwerden einer solchen breit ausgenutzten Betrugsmöglichkeit nirgends mehr akzeptiert und Geldautomaten außer Betrieb gesetzt, bis es wirksame Vorkehrungen gegen diesen Betrug gäbe. Das geschähe praktisch sofort, nachdem diese Sicherheitslücke bekannt wird. Zum Vergleich: Es gibt eine nennenswerte Anzahl an Geschäften, die grundsätzlich keine großen Euro-Banknoten annehmen, obwohl Banknotenfälschungen des Eurobargeldes sehr selten sind, die Sicherheitsmerkmale einer Eurobanknote schwer fälschbar, aber für Laien leicht überprüfbar sind und die Gefahr dementsprechend gering ist. Wie würde man also bei einer richtigen Gefahr für die eigenen Einkünfte vorgehen?
- Das Geld wird nicht im Geldautomaten aus Feenstaub und Zauberkram auf Klopapier gedruckt, sondern die Geldautomaten werden mit Banknoten gefüllt. Mit genau abgezählten Banknoten. Da sind Banken bis an den Rand der Neurose penibel. Vor der Ausgabe von Geld kommt es zu einem Buchungsvorgang, bei dem ein Konto belastet wird. Deshalb dauert der Vorgang immer so ein spürbares Sekündchen. Welches Konto würde hier belastet werden? Wenn dieses Konto nicht mehr belastbar ist, gibt es kein Geld mehr und der Vorgang wird vor der Auszahlung abgebrochen. Dass Geld einfach ohne Buchungsvorgang ausgegeben wird, wäre nicht nur blöd, sondern auch illegal.
- Kein Hacker dieser Welt würde so ein lächerliches Wort wie „Cyberhacking“ benutzen. Eine derartige geistige Schande des offenen Bekenntnisses zum vollständigen eigenen digitalen Analphabetismus bleibt in erster Linie Journalisten und Politikern überlassen.
- Dieser Spammer mit toller Mailadresse beim größten Kumpel und Komplizen des Spammers und Betrügers, bei Googles GMail, versucht natürlich, seine Zauberkarten für Geld zu verkaufen. Das ist völlig absurd, und man muss nicht lange nachdenken, um das zu bemerken. Er könnte sich doch beliebige Mengen Geld an Automaten ziehen und zudem mit jeder Karte für fünfzigtausend Dollar am Tag so richtig durchkaufen. Was soll der noch mit Geld? Geld zu haben, würde ihm doch kein Problem lösen. Er hat doch alles, und wenns nicht reicht, kann er sich mit einer einzigen seiner angeblichen Karten alle zwei Tage ein neues Auto kaufen.
Zielgruppe solcher Spam sind Menschen, die wegen ihres mangelnden technischen Verständnisses und ihres gefährlichen Unwissens nicht den Unterschied zwischen einer mit Plinggeräusch im Bild erscheinenden Märchenfee und einem Geldautomaten verstehen. Die halten so etwas für möglich, nachdem sie einen komischen Kommentar vom GMail-Experten in einem Blog, einem Forum oder einem altmodischen Gästebuch gesehen haben. Wenn sich ihr Unverständnis mit Gier kombiniert, werden die letzten Reste von kritischem Verstand aus dem Gehirnchen ausgeworfen und sie versuchen allen Ernstes, viel Geld für wenig Geld zu kaufen. Typischerweise zahlen sie in einem eher umständlichen und weitgehend anonymisierenden Verfahren (Western Union und Konsorten, Kryptogeld) einen vierstelligen Betrag (nein, mit der ersten Bezahlung ist es noch nicht erledigt), bis sie schließlich bemerken, dass sie dafür gar nichts bekommen und dass sie die Leute, mit denen sie in den letzten Tagen kommuniziert haben, überhaupt nicht kennen. Es ist leichtverdientes Geld für eine Betrügerbande.
Solche gnadenlos dummen Nummern laufen schon seit Jahren und kommen immer mal wieder. Es gibt sie auch als E-Mail-Spam. Gier macht immer genug Menschen dumm. Seid nicht so dumm! Lasst euch nicht gierig machen! Weder von Spammern noch von sonst jemanden (zum Beispiel von Werbern, Lotteriebetreibern, Geldspielgeräten)! Es spart viel Geld und unerwünschte Aufregungen, wenn man aufdringliche Appelle an die Gier als Alarmzeichen betrachtet…

Und nein, das wird im Folgenden nicht besser. Die lediglich dreiunddreißig Wörter dieser Spam, insgesamt 263 Byte, werden in 14.489 Byte grotesk aufgedunsenem HTML verpackt. Ich kriege davon einen Flashback in eine Zeit, in der Microsoft Word auf einmal um Mailfunktionen erweitert wurde, weil Internet damals der große Hype war.¹ Diese Mails sahen auch immer gruselig aus, siebenmal schlimmer als alles, was Microsoft Outlook jemals verbrochen hat, vor allem, wenn man sie mit einer Mailsoftware angeschaut hat, die nicht von Microsoft war. Und wer damals auf ein Modem zurückgeworfen war – und das waren immer noch sehr viele Menschen – hat diese sinnlose Stopfmasse gehasst. Es war nicht ungewöhnlich, dass ein kurzer Einzeiler in zwanzig Kilobyte völlig redundanten Auszeichnungen verpackt wurde. Zum Glück hat sich das damals schnell herumgesprochen, und der große Wahnsinn ging vorüber, um dem normalen Wahnsinn zu weichen. Dem Wahnsinn, den wir bis heute haben.
Ich finde es übrigens bemerkenswert – also wert, dass man es bemerke und sich merke – dass es so außerordentlich viel ADAC-Spam gibt. Ich vermute, dass ADAC-Mitglieder besonders leichte Opfer sind, sonst würde diese Welle ja nicht über Monate laufen. Wenn sie ein Mitglied des ADAC sind, ist vielleicht auch für sie die Frage einmal bedenkenswert, warum Leute aus der Praxis des gewerbsmäßigen Betrugs – also Leute, die jeden Tag viel Erfahrung mit der Leichtgläubigkeit und Übertölpelbarkeit anderer Menschen machen, weil sie nun einmal davon leben – zur Auffassung kommen können, dass Mitglieder des ADAC eine besonders gute Zielgruppe sind. Sind die Merkmale einer Phishingspam dort etwa der alltägliche Stil in der internen Kommunikation, so dass das Spamdeutsch nicht sofort auffällt? Da würde ich aber ganz schnell austreten. Das wäre ja widerlich! 🏃♀️️
Leute, verwendet eine andere, weniger giftige und gefährliche Suchmaschine! Was zwanzig Jahre jegliche Sinnhaftigkeit wegätzende SEO-Spam von Google übriggelassen haben, ist als Suchmaschine ein Schrotthaufen geworden, und stellenweise liegt sogar offen der gefährliche Giftmüll herum. Teils in den Ergebnissen, teils in den dazu gekauften Werbeplätzen. Google ist es inzwischen egal geworden, ob die Suchmaschine noch für Menschen lebenspraktisch brauchbar ist – das merkt man übrigens auch an der oft absurden eingeblendeten Reklame – stattdessen wird viel Geld in die Hand genommen, um Google in allen möglichen Webbrowsern und auf allen möglichen Gängel- und Enteignungscomputern (ich meine damit Computer, auf denen man als zahlender Besitzer nicht das Recht eingeräumt bekommen soll, selbst darüber zu entscheiden, welche Software darauf ausgeführt wird, zum Beispiel Smartphones oder Tablets) zur Standardsuchmaschine zu machen. Das feste Vertrauen Googles darauf, dass die meisten Menschen zu faul oder zu blöd sind, diesen Standard zu ändern, ist berechtigt, und der Schluss, dass Google gar kein Interesse daran haben kann, dass Nutzer der Suchmaschine dazu ermächtigt werden, Einstellungen ihrer Software so vorzunehmen, dass die Software ihnen und nicht Google dient, sehr naheliegend. Deutlich über 95 % der Besucher, die mit einer Websuchmaschine auf Unser täglich Spam landen, weil sie nach Textfragmenten aus einer Spam gesucht haben, kommen von Google. Dabei ist inzwischen sogar „Bing“ von Microsoft als Suchmaschine ein bisschen besser als Google geeignet, und ich lobe Microsoft wirklich nicht gern.