Abt.: Ganz schlechtes Phishing 🤦♂️️
Von: comdirect <contact@ghanasaya.com>
Ja ja, schon klar: Die Absenderadresse sieht schon so richtig nach der Comdirekt aus. Aber nur, solange man nicht auf die Domain der Mailadresse schaut. 🎣️
Sehr geehrte Kunde,
wir müssen Sie darüber informieren, dass wir Ihr Konto vorsorglich einschränken mussten, da Sie bis zum heutigen Tag noch nicht den Identifikationsprozess durchgeführt haben. Dieser Vorgang ist seit Einführung der neuen EU-Zahlungsrichtlinie verpflichtend. Daher bitten wir Sie, alle notwendigen Schritte über nachfolgenden Button durchzuführen. Mit Abschluss wird unser System alle Einschränkungen wieder aufheben und Sie können Ihr Konto wie gewohnt nutzen Identifikation starten Mit freundlichen Grüßen
Ihre comdirect
Impressum
Datenschutz
AGB
Disclaimer
comdirect 2023 © Alle Rechte vorbehalten
Ja, das ist die Originalformatierung. 🤭️
Nein, Impressum, Datenschutz, AGB und Disclaimer [!] sind wirklich nicht verlinkt. 🙃️
Ja, für diesen Bullshittext frei von jeglicher Schöpfungshöhe wurde wirklich ohne jede rechtliche Wirkung ein „geistiges Eigentum“ deklariert, weil das so schön ernsthaft aussieht. 🎺️😅️
Nein, der Link geht nicht zur Comdirect, sondern nach einigen Umleitungen…
$ location-cascade https://tinyurl.com/23fegdfu 1 http://shell.f1tradingco.com/comdirect/shouldering 2 http://shell.f1tradingco.com/comdirect/shouldering/ $ curl -s http://shell.f1tradingco.com/comdirect/shouldering/ | grep -A 2 -B 1 location setTimeout(function () { window.location.href= atob('aHR0cHM6Ly9ub3JlZi5pby8jaHR0cHM6Ly93d3cuc2hlbGwuY29t'); // the redirect goes here (base64) },1000); // 8 seconds $ echo aHR0cHM6Ly9ub3JlZi5pby8jaHR0cHM6Ly93d3cuc2hlbGwuY29t | base64 -d; echo https://noref.io/#https://www.shell.com $ _
…zur Website von Shell. Das aber nur, wenn man mit den in den Augen der Phisher „falschen“ Browsern auf die Seite zugreift. Ansonsten¹ landet man auf der Website in der epischen Domain kunde (strich) comdirect (punkt) de (strich) id81baib1r9ghakjf12891hkabnf181amjd (punkt) com (punkt) de, die sich alle Mühe gibt, auf dem ersten Blick ein bisschen plausibel auszusehen, bis man hinschaut und sieht, dass bei der Domainregistrierung offenbar ein auf die Tasten kloppender Affe beteiligt war. Dort erhält jemand, der in die Spam geklickt hat, die Gelegenheit, etwas sehr Dummes zu tun:
Alle Daten, die man dort in einem mehrschrittigen Verfahren der Reihe nach eingibt (und die der Bank längst bekannt sind, so dass die Eingabe völlig sinnlos ist) landen direkt bei Kriminellen. Danach wird das Konto leergeräumt und einmal durchgekauft – und man bleibt auf seinem Schaden sitzen, wenn sich die Bank nicht als kulant erweist. ☹️
Vom monatelangen Ärger mit Polizeien, Anwälten und Inkassobüros, nachdem andere im fremden Namen auf fremde Konten durchgekauft haben, will ich gar nicht erst anfangen. Auf den Kosten, die man damit hat, bleibt man auch dann noch sitzen, falls die Bank kulant sein sollte. Und die damit versalzene Lebenszeit gibt einem sowieso keiner mehr zurück. 😲️
Zum Glück gibt es einen einfachen, zuverlässigen und wirksamen Schutz gegen Phishing: Niemals in eine E-Mail klicken! Stattdessen einfach im Webbrowser Lesezeichen für Websites anlegen, bei denen man ein Konto hat, und diese Websites nur über diese Lesezeichen aufrufen. Wenn man nicht in die Mail klickt, kann einem kein Krimineller so leicht einen giftigen Link unterschieben. Wenn man eine „komische“ Mail bekommen hat und sich nicht sofort sicher ist, dass es eine Spam ist: Einfach die Website seiner Bank über das Lesezeichen aufrufen und sich dort ganz normal anmelden. Wenn sich dabei zeigt, dass das in der Spam behauptete Problem gar nicht existiert, hat man einen dieser gefürchteten „Cyberangriffe“ abgewehrt. So einfach geht das! Macht das bitte! 🛡️
¹Ich habe eine virtuelle Maschine für solche Untersuchungen. Ansonsten kann ich nur davon abraten, in eine Spam zu klicken. Es ist dumm, und der mögliche Schaden wiegt das bisschen befriedigte Neugierde nicht auf.

Die Mail wurde am 8. August um 21:19 Uhr versendet. Selbst, wenn sie sofort gelesen worden wäre, hätte ein Empfänger nicht einmal drei Stunden Reaktionszeit gehabt. Und was der ominöse „kostenlose Sicherheitsdienst“ mit einer „Kontrolle der Soforteinkäufe ohne Zeitverlust“ zu tun haben soll, bleibt vermutlich das Geheimnis des angelernten neuronalen Netzwerkes, das diesen dadaistisch angehauchten Text aus der Hirnhölle ausgespuckt hat. Kein Unternehmen, das an seinen Kunden hängt, würde sie derart sittenwidrig und juristisch höchst fragwürdig unter Druck setzen. Nicht einmal eine Bank. Das machen nur Phisher mit ihren dummen Phishingspams. 🥳️
Wer sich hingegen angewöhnt, niemals in eine Mail zu klicken, sondern Websites, bei denen er ein Benutzerkonto hat, immer über ein Lesezeichen im Webbrowser aufzurufen, der kann nicht so einfach von dahergelaufenen Betrügern einen giftigen Link untergeschoben bekommen. Wenn man nach Empfang einer solchen Spam tatsächlich einmal unsicher wird, deshalb die Website der Deutschen Bank über das Browserlesezeichen aufruft, sich dort wie gewohnt anmeldet und sofort nach der Anmeldung feststellt, dass das in der Spam behauptete Problem gar nicht existiert, dann hat man einen dieser gefürchteten „Cyberangriffe“ abgewehrt. So einfach geht das. Tut das! 🛡️

Ich breche hier mal ab. So viel Mummenschanz hätte die richtige Pestbank nicht nötig. Sie würde stattdessen einfach und direkt auf ihre eigene Website verlinken, statt nach etlichen Weiterleitungen bei Amazon gehostete Teile einer Website auf kryptische und schwer analysierbare Weise zusammenzufummeln. Wer so etwas macht, hat garantiert keine guten Absichten. Wie gesagt, ich habe mir das jetzt nicht bis zum bitteren Ende angeschaut, weil die Sonne scheint und ich auch ein paar schönere Beschäftigungen als das Entwirren solcher Spamtechniken kenne. Von daher kann ich nicht ausschließen, dass da auch irgendwo auf dem Weg versucht wird, Schadsoftware zu installieren und den Computer zu übernehmen. Spam kommt direkt aus der Hölle und ist immer fies und feindlich. Man kann da gar nicht vorsichtig genug sein. ⚠️


Wenn man sich für häufig besuchte Websites ein Lesezeichen im Browser anlegt und diese Websites nur noch über das Lesezeichen aufruft, können einem solche Kriminellen keinen giftigen Link mehr unterschieben. Wenn man zum Beispiel Kunde bei Coinbase ist, diese Spam empfangen hat und mal nachschauen möchte, dann klickt man auf gar keinen Fall in eine Mail, sondern verwendet das Lesezeichen im Browser und meldet sich ganz normal auf der Website an. Wenn sich dort zeigt, dass das in der Spam behauptete „Problem“ gar nicht existiert, hat man einen dieser gefürchteten „Cyberangriffe“ abgewehrt und möglicherweise sehr viel Geld gespart. So einfach geht das! Seid keine Opfer! Macht das! 🛡️![Mail Password Notification -- Dear User -- Your email password will expire today -- Click on the link to keep using your current passwort -- [Keep Current Password] -- Your account might be locked after 48 hours -- Admin Mail Team](https://spam.tamagothi.de/wp-content/uploads/2023/05/mpn-450.png)

Habe ich eigentlich schon einmal erwähnt, dass solche Werbesprüche für irgendwelchen Antiviruskram niemals in Mitteilungen denkender und fühlender Menschen auftauchen, sondern beinahe nur in Spam? Ist ja auch klar. Ich könnte diesen Spruch einfach in eine Mail kopieren und eine fiese Kollektion aktueller Schadsoftware an die Mail hängen. Der Spruch ist für die Computersicherheit sinnlos. Er ist reine Reklame; und er ist extrem dumme Reklame. Wer noch etwas fühlt und noch ein bisschen denken kann, wird seine Mitmenschen nicht mit so einer hirnlosen und albernen Reklame belästigen. Das machen nur Leute, deren Mitteilungen man ungelesen in die Rundablage werfen kann. 🗑️