So nannte sich der spammende Glücksspielexperte mit seiner IP-Adresse aus Großbritannien und seinem nicht so toll programmierten Spamskript, der heute morgen um 8:11 Uhr den folgenden Kommentar auf Unser täglich Spam ablegen wollte:
Cresus Casino FR bietet franzosischen Spielern einen sicheren Einstieg mit Bonus bis 500 € + 100 Freispielen, uber 2000 Spielen inklusive Slots, Tischspielen und Live-Casino. Schnelle Auszahlungen und 24/7-Support in Franzosisch. https://cresuscasino-fr.online – tauche ein und hol dir den gro?zugigen Willkommensbonus!
Das ist ja toll, Spammer! Das klingt ja, als wollen die Nuller Jahre ihre hirnlose Spam wiederhaben, dass man durch Zocken in windigen Spamcasinos reich werden könne (eine Masche, die dann nahtlos von Reichwerdmethoden mit binären Optionen und danach mit Kryptogeld abgelöst wurde, Betrug sind sie alle drei, das ganze eingezahlte Geld ist futsch). Oh, französischsprachiges Publikum soll angesprochen werden? Tu fais ça sûrement parce que tu sais que les Français ne comprennent pas très bien l‘anglais, n‘est-ce pas ? Dann wird ihnen Deutsch sicherlich viel leichter fallen. Obwohl nicht einmal du unfallfrei ein „ß“ in deinen deutschsprachigen Kommentar hineinbekommst. Ja, das hirnt schon hart, dieses Deutsch, ich weiß! 😅️
Natürlich sind alle „Casinos“, die einem in irgendeiner Spam empfohlen werden, Betrug. Das Geld, das man einzahlt, sieht man nie wieder. Das „Spiel“ ist vom Veranstalter beliebig manipulierbar. Solche Manipulationen können vom Spieler nicht entdeckt werden. Die „Bonusse“, die man am Angelhaken geschenkt kriegt, wenn man so dumm ist, auf einen Link in einer Spam zu klicken, machen nur eines klar: Die Zahlen, die im Webbrowser oder in einer Anwendung angezeigt werden, haben keinen Wert und können einfach verschenkt werden.
Der Vollständigkeit halber ein Screenshot der ohne Umwege verlinkten und standesgemäß völlig impressumslosen Website:
Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird der Spammer über diese Website Affiliate-Geld von einem richtigen Betrugscasino kassieren, wenn er ihm neue Kunden wirbt. Der schwarze Balken über den Augen der Frau ist von mir. Die Grafiken in solchen schnell von Betrügern aufgeschäumten Seiten werden modern, einfach und bequem „aus dem Internet mitgenommen“ und zusammengefummelt. Die abgebildeten Personen sind damit nicht einverstanden. Wenn man in der Stimmung ist, wie eine Spätgeburt noch auf so einen inzwischen altertümlichen Betrug reinzufallen, hat man wohl auch deutlich mehr als das stilvoll sein wollende Gläschen Puffbrause getrunken, und mit dem Lächeln ist es auch nicht mehr so weit her. An seine Stelle tritt ein blöder, gieriger, verbissener Gesichtsausdruck.
Und ja, natürlich geht es auf dieser Website nach unten noch weiter: Da werden die „Spiele“ vorgestellt und weitere Lügen erzählt. Mehrere hundert Bilder, die am Bildschirm aussehen sollen, als seien sie unterschiedliche Slotmaschinen mit Walzen, in Wirklichkeit ist es aber immer der gleiche intransparente und beliebig manipulierbare Rechenvorgang. Bitte niemals darauf reinfallen! Jeder weiß etwas Besseres mit seinem Geld anzufangen, als Betrügern den verfeinerten Lebensstil zu finanzieren. Ein Impressum gibt es nicht. Wozu auch. Es geht ja nur um Geld, da muss man doch nicht wissen, mit wem man es zu tun hat.


Das ist aber nett, dass ich gleich den fünffachen Betrag meiner Einzahlung irgendwo angezeigt kriege, wenn ich in diesem Betrugscasino aus der Hirnhölle ein paar Dollar hinlege. Da legt man doch gleich einen Hunderter mehr, dann wird eine noch größere Zahl angezeigt. So lernt man schon vor dem ersten Spiel, was die angezeigten Zahlen in der Software für einen Wert haben. So bekommt man einen klaren Eindruck von seinen „Gewinnchancen“, bevor man überhaupt gezockt hat. Die sind so toll, dass das Casino seine virtuellen Jetons einfach verschenken kann, diese „Gewinnchancen“. So kann man sich auch gleich fragen, ob eventuelle Gewinne überhaupt ausgezahlt werden. Oh, und Freispiele gibt es auch noch dazu? Geschenkt und kostenlos? Warum? Ach ja, weil Herbst ist. Ist doch klar! Nur noch 106 Tage bis Weihnachten, und nur noch 51 Tage bis Halloween. So viele gute „Gründe“, einfach mal mehr „Geld“ irgendwo auf dem Datensichtgerät anzuzeigen, als überhaupt eingezahlt wurde. Das funktioniert aber nur, wenn man einen geheimen Geheimcode aus einer Spam abschreibt, die nicht nur an ganz viele Empfänger geht, sondern auch offen wie eine Postkarte durch das Internet befördert wird. Sonst gibt es keinen Herbst. Je dümmer man ist, desto besser für die Betreiber des Betrugscasinos. Denn dumm zahlt gut und lange.
Nach Genuss der Spam bleiben zwar noch ein paar Fragezeichen offen, aber vom Klick zur angegebenen Website mit den 888 Sternen kann man nur abraten. Dort gibt es nur eine Antwort im skurillen Sinn des Wortes: Man kann sich eine Casinosoftware fürs Handy abholen und installieren, damit man jederzeit unterwegs sein Geld verzocken kann. So genannte Onlinecasinos, deren „Spiele“ vom Betreiber beliebig manipulierbar sind, ohne dass der Spieler Manipulationen auch nur erkennen könnte, sind sowieso eine ganz üble Abzocke, und welche „Qualität“ diese spezielle Software vom Spammer haben wird, sieht man ja schon an der „Qualität“ des Spamkommentares, mit dem sie bekanntgemacht werden soll.