
Indische Glanztechnologien: So nannte sich der Honk mit seiner IP-Adresse aus der Bundesrepublik Deutschland (wie ich es immer wieder einmal sage: Geoblocking hilft überhaupt nicht gegen Spam, sondern behindert nur die Menschen, die Wert auf Datenschutz und auf ihre Privatsphäre legen), seinem nicht so gut programmierten Spamskript und seinem mit dem „Namen“ verlinkten Link auf eine schnell aufgeschäumte Betrugswebsite mit scheinbarer Zielgruppe „Unternehmen in Indien“, der heute morgen um 9:43 den folgenden Kommentar auf Unser täglich Spam ablegen wollte, aber dabei an seiner technischen Unfähigkeit gescheitert ist:
Hello would you mind letting me know which web host you‘re working
with? I‘ve loaded your blog in 3 completely different browsers and
I must say this blog loads a lot quicker then most. Can you suggest a good web hosting
provider at a honest price?
Thanks a lot, I appreciate it!
Die Zeilenumbrüche sind aus dem Originalkommentar.
Um die Frage zu beantworten, obwohl der Fragende überhaupt kein Interesse an der Antwort hat und eigentlich nur für seine Betrugswebsite spammen will:
- Es ist völlig egal, ob man sich dieses Blog mit dem Firefox, einem der diversen Chrome-Abkömmlinge oder mit einem Textbrowser anschaust: Es ist immer recht schnell. Das liegt nicht am Browser, das liegt an der übermittelten Datenmenge und daran, dass sie für den Browser leicht zu verarbeiten ist.
- Es liegt auch nicht primär an meinem Hoster, sondern es liegt an der übermittelten Datenmenge und daran, dass diese für den Webbrowser schnell zu verarbeiten und darzustellen ist. Dass ich meinem WordPress nur relativ weniger Plugins gebe und damit den PHP-Code, den der Server verarbeiten muss, ebenfalls klein halte, hat zwar auch einen Einfluss auf die responsibility, aber der ist marginal.
- Ich mache mir bei Websites generell viele Gedanken darum, wie ich alles Überflüssige weglassen kann. Ich verbaue grundsätzlich keine unnütze Komplexität.
- Ich verwende nur ein Minimum an Javascript, das für Leser nützlich ist und sehe zu, dass die gesamte Grundfunktionalität einer Website völlig ohne Javascript auskommt.
- Ich verzichte auf jede Effekthascherei, Animation und vergleichbare Unterhaltungsversuche. Die Unterhaltung steckt – wenn überhaupt – in den Buchstaben und in den Worten, nicht in sinnlosen Effekten. Wer nicht lesen will – oder sich den Text nicht vom Computer vorlesen lassen will – soll einfach den Fernseher anmachen. Vielleicht werden ja irgendwo die Teletubbies wiederholt. Winkewinke!
- Ich verzichte auf „endloses Doomscrollen“ und mute Lesern zu, dass sie nach dem Scrollen über einige Texte auf einen Link zum Weiterblättern klicken, was allein für sich eine Menge unnützer Komplexität einspart.
- Jede einzelne hier verwendete Grafik ist – wenigstens etwas – auf geringe Dateigröße optimiert. Ich stelle hier ja weder Kunst noch hochwertige Fotografie aus.
- Ich respektiere die Browsereinstellungen des Lesers und lade nicht gleichermaßen end- wie sinnlos einige hundert Kibibyte meiner eigenen Schriftarten nach, die erst einmal übertragen werden müssen, bevor man meine drei bis fünf Kibibyte Text lesen kann. Einmal ganz davon abgesehen, dass Menschen einen Grund haben, bestimmte Schriftarten einzustellen. Mühelose Lesbarkeit zum Beispiel.
- Ich verwende kein aufwändig gestaltetes Theme mit komplexem Layout, das auf allen möglichen Geräten mit allen möglichen Displaygrößen gut aussehen soll, sondern liefere funktionslimitierten Dummkonsumtools wie diesen Handys und Tablets in Abhängigkeit vom
User-Agentdes HTTP-Requests einfach die Inhalte in einem anderen, noch viel minimalistischeren Theme aus. Dass ich das dafür verwendete, spezielle Theme nicht einmal ins Deutsche übersetzt habe, macht dabei hoffentlich gleichzeitig klar, was ich von der gesamten Gerätegattung halte und wie viel Mühe mir diese Geräte voller Gängelung, Feudalismus 2.0 und Technikverhinderung wert sind. - Bei allen diesen Bemühungen fällt ganz nebenbei und wie von allein ab, dass die Website für schwer körperbehinderte und blinde Menschen niedrigschwellig benutzbar ist. Ich muss dazu dann nur noch wenige weitere Vorkehrungen treffen, etwa die Angabe der Sprache in Zitaten und die Verwendung halbwegs sinnvoller Alternativtexte für eingebettete Bilder.
- Ich bremse Websites, die ich für mich selbst mache, nicht durch Reklame aus den großen Reklamenetzwerken aus, die zu Tracking- und Überwachungszwecken einen absurd großen Wust an Javascript mittransportiert. Der Unterschied in der Geschwindigkeit ist bemerkenswert, also wert, dass man ihn bemerke und ihn sich merke. Es ist ungefähr ein Faktor sechs (im guten Fall) bis zwanzig (im häufigeren Fall). Wer einen Eindruck davon bekommen möchte, kann ja mal eine beliebige größere Website – wie etwa Heise Online – mit und ohne Adblocker aufrufen. Hier benutzt doch hoffentlich jeder Mensch einen Adblocker, oder? Und Heise gibt sich auch eine gewisse Mühe, dass es nicht auffällig lahm wird…
Aber warum sollte sich ein dummer Spammer, der für seine Betrugswebsite mit „indischer Glanztechnologie“ schnell ein WordPress aufsetzt, ein unter Betrügern mit schnell aufgeschäumten Websites recht beliebtes, aber für meinen Geschmack schon viel zu „fettes“ und in seinen Javascript-Wüsten für Menschen nahezu unanalysierbares WordPress-Theme¹ darin benutzt und da rasch noch ein paar nichtsnutzige, aus dem Web zusammengeklaubte Stockbilder reinmacht (Archivversion der Website, der Klick zu einer Website eines kriminellen Spammers ist auf eigene Gefahr) jemals solche Gedanken machen?
Herzallerliebst ist dort übrigens das „Impressum“ mit ausgedehnter Werbung für ein thailändisches Betrugscasino (Archivversion, der Klick ist natürlich wieder auf eigene Gefahr). Da werden einem alle Fragen, die man eventuell noch hatte, durch einen Blick ins Impressum beantwortet. Es sollen übrigens schon Roulettekugeln in freier Wildbahn gesichtet worden sein, die intelligenter als dieser Spammer sind. Es ist ja auch gar nicht so einfach für so eine Kugel, am Ende in einem der 37 Fächer zu landen. Aber für solche Rohrzangengeburten von Spammern grenzt es an unerreichbare Genialität. 😁️
¹Als regelmäßiger Spamgenießer halte ich den Anblick des Astra-Themes von Brainstorm Force inzwischen für einen Hinweis darauf, dass man es mit einem Betrüger zu tun hat. Nein, werte Entwickler, das geht nicht gegen euch. Vermutlich ist euer Theme sehr einfach nutzbar und schnell anzupassen, wenn es dabei auch immer noch ein bisschen 08/15 aussieht. Ich habe es selbst nie ausprobiert. Ich habe es vor allem bei Betrugsfirmen von Spammern kennengelernt und mich irgendwann gewundert, was es für ein Theme ist, das die alle so häufig benutzen. Ich würde jedem, der ernsthaft eine geschäftliche Website benötigt, von diesem Theme abraten, denn es kann leider sehr leicht einen ersten Eindruck erwecken, für den man dann keine zweite Chance mehr hat. Nein, ich kann das auch nicht ändern. Für die Entwickler tut es mir leid.
Das ist aber nett, dass ich gleich den fünffachen Betrag meiner Einzahlung irgendwo angezeigt kriege, wenn ich in diesem Betrugscasino aus der Hirnhölle ein paar Dollar hinlege. Da legt man doch gleich einen Hunderter mehr, dann wird eine noch größere Zahl angezeigt. So lernt man schon vor dem ersten Spiel, was die angezeigten Zahlen in der Software für einen Wert haben. So bekommt man einen klaren Eindruck von seinen „Gewinnchancen“, bevor man überhaupt gezockt hat. Die sind so toll, dass das Casino seine virtuellen Jetons einfach verschenken kann, diese „Gewinnchancen“. So kann man sich auch gleich fragen, ob eventuelle Gewinne überhaupt ausgezahlt werden. Oh, und Freispiele gibt es auch noch dazu? Geschenkt und kostenlos? Warum? Ach ja, weil Herbst ist. Ist doch klar! Nur noch 106 Tage bis Weihnachten, und nur noch 51 Tage bis Halloween. So viele gute „Gründe“, einfach mal mehr „Geld“ irgendwo auf dem Datensichtgerät anzuzeigen, als überhaupt eingezahlt wurde. Das funktioniert aber nur, wenn man einen geheimen Geheimcode aus einer Spam abschreibt, die nicht nur an ganz viele Empfänger geht, sondern auch offen wie eine Postkarte durch das Internet befördert wird. Sonst gibt es keinen Herbst. Je dümmer man ist, desto besser für die Betreiber des Betrugscasinos. Denn dumm zahlt gut und lange.
Nach Genuss der Spam bleiben zwar noch ein paar Fragezeichen offen, aber vom Klick zur angegebenen Website mit den 888 Sternen kann man nur abraten. Dort gibt es nur eine Antwort im skurillen Sinn des Wortes: Man kann sich eine Casinosoftware fürs Handy abholen und installieren, damit man jederzeit unterwegs sein Geld verzocken kann. So genannte Onlinecasinos, deren „Spiele“ vom Betreiber beliebig manipulierbar sind, ohne dass der Spieler Manipulationen auch nur erkennen könnte, sind sowieso eine ganz üble Abzocke, und welche „Qualität“ diese spezielle Software vom Spammer haben wird, sieht man ja schon an der „Qualität“ des Spamkommentares, mit dem sie bekanntgemacht werden soll.
hach! Es doch schön, solche Fans zu haben! Aber den Link auf irgendein Betrugscasino kannst du dir auf deine eigene Website packen, um die Intelligenz deiner Leser damit zu beleidigen. Ach, eine Website von dir würde doch keiner lesen? Weil du eigentlich gar nix mitteilen willst, sondern nur mühelos ein bisschen Geld machen willst? Und ach, dein Link führt erstmal in ein russischsprachiges Forum? Und dort gibts dann als Threadstart einen Link in ein Spamblog? In dem es dann wiederum einen weiteren Link in ein Spamblog gibt? Forenaccounts und Blogaccounts alle schön anonym eingerichtet? Und da hängt dann schließlich der Link mit deiner Affiliate-ID dran? Du bist ganz schön wirr. So heiß kann man doch gar nicht darauf sein, das letzte Geld im Betrugscasino loszuwerden, dass man solche Wege geht.
Genau, und für den Spielhallenzauber soll man jetzt einen Link in einer Kommentarspam klicken. Der zu einer Website führt, die mit Spam bekanntgemacht wird. Dort kann man sicherlich auch schön sein Geld einzahlen und bekommt die Ergebnisse von Rechenvorgängen als grafischen Walzenlauf und eingelaufene Kombinationen irgendwelcher Symbole angezeigt. Bei einem „Spiel“, das vom Veranstalter beliebig manipuliert werden kann, ohne das der Spieler auch nur eine Möglichkeit hätte, diese Manipulation zu entdecken. Natürlich als illegales Glücksspiel, also ohne jegliche Kontrolle durch Behörden. Und ohne Möglichkeit für den Spieler, sich juristisch dagegen zur Wehr zu setzen, wenn das eingezahlte oder gewonnene Geld nicht ausgezahlt wird. Ich erspare es mir, dazu viel Glück zu wünschen. Man wird dabei kein Glück haben. Es ist Spam. Illegale Spam. Von Spammern. Die sind kriminell.
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Hey, noch bevor du in dieses Casino gehst, biete ich dir eine kleine und echt jetzt mal total „ehrliche“ Wette an, bei der du eigentlich nur gewinnen kannst: Ich wette mit dir um zehn Euro, dass ich dir, wenn du mir fünfzig Euro gibst, sofort hundert Euro dafür zurückgebe. Du hast hinterher fünfzig Euro mehr, und dann kannst du mir die zehn Euro geben, weil ich die Wette gewonnen habe. Das ist doch so richtig schnelles Geld für dich, das ist doch wie ein rasender Sonic mit einem Bündel Scheine. Da kannst du doch gar nicht „nein“ sagen. Hier, diese hundert Euro meine ich! Stell dir dazu bitte vor, dass ich vor dir stehe, schnell rede und dabei immer mit einem grünen Lappen der EZB vor deinen Augen rummache, den ich dir scheinbar geben will. Du darfst dir den grünen Lappen auch gern vorher genau anschauen und dich davon überzeugen, dass der echt ist. Ich bin ja kein Betrüger. Und ja, ich gebe dir das alles vorher sogar schriftlich und du darfst auch Zeugen dazurufen. Es ist alles fair und ehrlich. Wenn du darauf reinfällst und mir endlich deinen Fuffie gibst, um an den Hunnie zu kommen, gebe ich dir den Zehner und sage, dass ich die Wette verloren habe. Das ist für dich sogar ein noch besseres Geschäft als dieses „Cashback Casino“. Denn mit dem Zehner, den ich dir gebe, nachdem ich dich abgezogen habe, kannst du dir wenigstens Nudeln und Brötchen kaufen. Mit der auf dem Bildschirm angezeigten Zahl dieses „Cashback Casinos“ kannst du dir gar nichts kaufen, die kannst du nur wieder in chancenarmen und betrügerischen Spielen verzocken. Es ist einfach nur eine auf dem Bildschirm angezeigte Zahl. So wertlos, dass das Casino beliebige Mengen davon einfach verschenken kann. Banknoten würde das Casino jedenfalls nicht verschenken.