Achtung, es wird jetzt sehr dumm.
Immer wenn ich glaube, dass die Spam nicht mehr dümmer werden könnte, kommt ein Spammer mit einer noch dümmeren Betrugsnummer (die kaputten Zeilenumbrüche sind aus der Spam):
Players have been hitting lottery jackpots thanks to the power of artificial
intelligence.
So far, they won a combined value of over $1 billion, with single wins above
$250,000 – just by asking AI a few questions!
For years, we‘ve been told that the lottery is completely random, but the
truth is out:
There is a way to crack the code!
After hitting the lottery big for no less than 23 times, one of the winners
revealed how easy it is to use AI tools in your favor.
Everything it laid out in this short video below:
V1: AI Lottery Coach Generates Lotto Numbers With 95% Accuracy
V2: Lottery Scandal: $1B Jackpot Won By Artificial Intelligence
This email was sent to gammelfleisch@tamagothi.de
BuzzWiseMedia, Inc., 89 Brook Ave. Canandaigua, NY 14424
Nein, ein angelerntes neuronales Netzwerk – von Journalisten, Politikern und anderen digitalen Analphabeten durchgehend mit dem Reklamewort „künstliche Intelligenz“ bezeichnet – kann nicht hellsehen, nicht die Lottozahlen vorhersagen, kennt nicht das Datum des Weltunterganges, weiß nicht, ob es demnächst Liebe, Geld oder eine lange Reise gibt und hat auch keinen Vorteil beim Handel mit Aktien, Überraschungseiern oder Kryptogeld (was ich immer wieder mal in der Spam irgendwelcher Betrüger habe). Angelernte neuronale Netzwerke können nicht einmal mehr rechnen. Das ist eine erstaunliche „Leistung“ für eine Rechenmaschine. Aber zum Ausgleich ist der Stromverbrauch um so höher. 🤭️
(Dafür kann man mit angelernten neuronalen Netzwerken sehr gut Muster erkennen, und dafür gibt es auch Anwendungen, zum Beispiel in der Chemie, der Meteorologie, der Pharmazeutik, für die Massenmordwaffen der Militärs oder bei der Erstellung propagandistischer Falschmeldungen für die schnell aufgekochte Psyche in social media. Lottozahlen sind allerdings völlig musterfrei und in keiner Weise von vorherigen Ziehungen abhängig, wenn das Ziehungsgerät in Ordnung ist. Man spricht vom „Zufall“.)
Aber es geht noch weiter: Selbst, wenn das Verfahren funktionieren könnte, wäre diese Spam ein klares Zeichen, ja, beinahe ein Beweis dafür, dass es nicht funktioniert.
Ja, ich weiß: Dieser Satz kitzelt ein bisschen im Gehirn.
Wenn ich ein Verfahren zur Vorhersage der Lottozahlen habe, kann ich ja häufiger im Lotto gewinnen. Der Gewinn, den ich dafür bekomme, wird unter allen Gewinnern aufgeteilt. Ich bekomme also mehr Geld für meinen Gewinn, wenn es weniger Gewinner gibt. Da sende ich doch keine paar Millionen Spams raus, damit es noch mehr Gewinner und damit weniger Geld für mich gibt. Da wäre ich ja ganz schön doof, wenn ich das machte. 😅️
Damit ist klar: Der Spammer ist entweder ein Betrüger, was völlig meiner Erwartung an einen illegal vorgehenden und höchst asozialen Spammer entspricht; oder er ist so dumm, dass ich mir von dem auch lieber keine technische Beratung abholen würde.
Ich wäre nicht überrascht, wenn es diesen Bullshit demnächst auch in deutscher Sprache gäbe, angelernte neuronale Netzwerke für das automatische Übersetzen stehen ja jedem zur Verfügung. Bitte nicht darauf reinfallen!
Mein ganz besonderer Gruß
Ein besonderer Gruß von mir geht übrigens an einen technisch, mathematisch und digital völlig inkompetenten contentindustriellen Journalismus und seine vielen Schreibtischtäter, der mit seiner vorsätzlich massenverdummenden Berichterstattung über die so genannte „künstliche Intelligenz“ – die bis heute im Wesentlichen aus der unkritischen Übernahme oder Umformulierung von Behauptungen aus der Quasispam der PResseerklärungen windiger Unternehmen ohne seriöses Geschäftsmodell besteht, also aus (hoffentlich sind sie noch so korruptionsfrei) kostenloser Reklame im redaktionellen Teil – die Grundlagen für solche Betrugsnummern geschaffen hat: Unwissen, Unverständnis, Dummheit, Mystizismus, Technikanimismus und schließlich von jedem Feigenblatt der Vernunft „befreiter“, also in seiner Dummheit völlig entblößter technischer Aberglaube, der hokus pokus KI die Lottozahlen ausrechnet. Die Verbrecher und windigen Unternehmer freuen sich, und jene, die nicht die Hellsten sind und sich auf den Journalismus verlassen haben, verstehen nichts, werden um ihr Geld betrogen und schauen in die Röhre.
Ich finde ja, dass auch weniger kenntnisreiche und schlaue Menschen etwas besseres mit ihrem Geld anfangen können, als damit irgendeinem verbrecherischen Geschmeiß den verfeinerten Lebensstil zu finanzieren. Jeder kann etwas besseres mit seinem Geld anfangen.
Vermutlich wird der verachtenswerte und widerliche Beruf des contentindustriellen Journalisten – er besteht im industriellen Erstellen von Inhalten, die man nur benötigt, um damit Reklameplätze möglichst gewinnbringend zu vermarkten, was das einzige Geschäftsmodell der Contentindustrie und die wichtigste Finanzierung des so genannten „Journalismus“ geworden ist – einer der ersten Berufe sein, die vollständig durch ein angelerntes neuronales Netzwerk übernommen werden, ohne dass es besonders auffällt. Warum? Weil es für diese Tätigkeit der Intelligenz nicht bedarf, sondern nur der Geschwätzigkeit, des schlechten Geschmacks und des Wissens darum, mit welchen Thesen und Themen man Aufmerksamkeit und Klicks generieren kann. Das ist eine Form der Mustererkennung. Die Reproduktion der typischen Journalistensprache, die Abschreiberei als eigene Leistung ausgeben soll, ist ebenfalls eine Form der Mustererkennung und klappt mit gegenwärtigen Sprachmodellen so hervorragend, dass es beinahe schon Spaß macht, bis man sich schließlich und endlich an Unfug in seriös anmutenden sprachlichen Schablonen gewöhnt hat.
Wer weiß, vielleicht ist es schon längst geschehen, und niemand merkt es.
Glaubt ihr mir nicht? Gut, heute nehme ich mal Llama für meinen kleinen Test – wer mag, kann es gern mit einem anderen LLM probieren:
Ich so: Verfasse mir eine kurze Pressemeldung (zwei bis drei Absätze) über die Entdeckung einer neuen Einhornart in Afrika.
Llama daraufhin so:
Neue Einhornart in Afrika entdeckt
In einer sensationellen Entdeckung haben Wissenschaftler in Afrika eine neue Art von Einhorn identifiziert. Die neue Art, die als Einhorn africanum bezeichnet wird, wurde in den tiefen Wäldern des südlichen Afrikas entdeckt. Laut den Forschern handelt es sich um eine relativ kleine Einhornart, die nur etwa 1,5 Meter hoch ist und eine weiße Mähne mit einem goldenen Schimmer aufweist.
Die Entdeckung der neuen Einhornart ist ein wichtiger Schritt für die Erforschung der Vielfalt der Natur in Afrika. Die Forscher hoffen, dass diese Entdeckung auch zu einem besseren Verständnis der Lebensräume und des Verhaltens der Einhörner beitragen wird. Die neue Art wird derzeit von den Wissenschaftlern weiter erforscht, um mehr über ihre Lebensweise und ihre Bedrohung durch den Menschen zu erfahren.
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Weiße Mähne, in der afrikanischen Abendsonne gülden und geheimnisvoll schimmernd, während der große, helle Vollmond schon seinen Weg durch den Himmel angetreten hat. Die Nüstern vibrieren in der Abendkühle, und völlig ohne Eile trabt das Einhorn davon, nichts hinterlassend als ein feines schimmerndes Geflirr aus leicht nachleuchtenden Farben. Vielfalt und Natur. Und Wissenschaft, natürlich, und Wissenschaft! Wie immer mit namenlosen Forschern und völlig ohne Quellenangabe. Das könnte genau so gedruckt werden, wenn es nicht so offensichtlicher Unfug wäre, dass sogar Kinder darüber lachen können. Die Beweise sind erdrückend! 🦄️
Vergleichbare „ernsthafte“ Wissenschaftsmeldungen in der allgemeinen Presse finden sich beinahe jeden Tag. (Und sogar ich kann besser schreiben, wenn ich mir irgendeinen Quatsch ausdenke! Nach über dreißig Jahren Internet und über zwanzig Jahren Bloggen ohne die gemütskranke Idee der Reklameplatzvermarktung habe ich halt ein bisschen Training. Im Gegensatz zum professionellen, also für Geld tintenklecksenden Journalisten.)
Die albernen Einhornbilder in diesem Text sind natürlich auch alle mit Promptografie erzeugt worden, aber schon vor etwas längerer Zeit. Angelernte neuronale Netzwerke als Bildgeneratoren sind für mich inzwischen künstlerisch nicht mehr nutzbar, weil ihre Qualität nachgelassen hat. Sie haben eine zu große Neigung zum Kitsch. Aber ich hatte noch ein paar alte Bilder. Die sind verwendbar. 😉️

Dass ich Mails immer nur als Text anzeigen lasse, empfehle ich zur Nachahmung, denn es hätte nahezu alle Sicherheitsprobleme der letzten zehn Jahre im Mozilla Thunderbird vermieden. Diese hatten immer mit der Darstellung von Mail im HTML-Format zu tun. Leider ist der Thunderbird ein „modernes“ Programm. Die Standardeinstellung ist die gefährliche Einstellung, und die sichere Einstellung ist ziemlich gut versteckt, so dass man sie so nicht leicht findet, wenn man nicht weiß, wo sie ist. Wenn eine E-Mail angezeigt wird, befinden sich über dem Anzeigebereich der Mail einige Aktionsknöpfe (das ist das deutsche Wort für einen Button zum Anklicken), und der letzte ist mit „Mehr“ beschriftet. Wenn man darauf klickt, öffnet sich ein Menü. Dort kann man unter „Nachrichteninhalt“ dann unter anderem „Reintext“ auswählen, wenn man keine Lust auf einen gecrackten Computer nach dem Anschauen einer Mail wegen einer weiteren Sicherheitslücke im Thunderbird hat. Warum das so gut versteckt ist? Warum man das nicht über die normalen Einstellungen findet? Warum die Standardeinstellung die gefährliche ist? Ich habe auch keine Ahnung, wie die Mozilla Foundation auf ihre Ideen kommt. Die hatten sicherlich einen Grund dafür, den sie sogar für einen guten gehalten haben. Was ich hingegen weiß, ist, was für eine Meinung ich über die Mozilla Foundation habe, und die ist nicht so gut… ja, ich frage mich öfter mal, wer denen eigentlich ins Gehirn geschissen hat! 😤️![Gefährliche Website -- Auf dieser Website besteht die Gefahr, dass Angreifer dich zur Installation von Software oder zur Preisgabe von Daten wie Passwörtern, deiner Telefonnummer oder Kreditkartennummern verleiten möchten. Brave rät dringend dazu, auf die Schaltfläche „Zurück zu sicherer Website“ zu klicken. Weitere Informationen zu dieser Warnung -- [Details] -- [Zurück zu sicherer Website]](https://spam.tamagothi.de/wp-content/uploads/2025/01/brave-warnung-500.png)
Und nein, das wird im Folgenden nicht besser. Die lediglich dreiunddreißig Wörter dieser Spam, insgesamt 263 Byte, werden in 14.489 Byte grotesk aufgedunsenem HTML verpackt. Ich kriege davon einen Flashback in eine Zeit, in der Microsoft Word auf einmal um Mailfunktionen erweitert wurde, weil Internet damals der große Hype war.¹ Diese Mails sahen auch immer gruselig aus, siebenmal schlimmer als alles, was Microsoft Outlook jemals verbrochen hat, vor allem, wenn man sie mit einer Mailsoftware angeschaut hat, die nicht von Microsoft war. Und wer damals auf ein Modem zurückgeworfen war – und das waren immer noch sehr viele Menschen – hat diese sinnlose Stopfmasse gehasst. Es war nicht ungewöhnlich, dass ein kurzer Einzeiler in zwanzig Kilobyte völlig redundanten Auszeichnungen verpackt wurde. Zum Glück hat sich das damals schnell herumgesprochen, und der große Wahnsinn ging vorüber, um dem normalen Wahnsinn zu weichen. Dem Wahnsinn, den wir bis heute haben.
Mit einem „richtigen Browser“, also einem aufgeblähten, komplexen und damit auch für Schadsoftware um Größenordnungen anfälligeren Desktopbrowser wie Firefox oder Chrome – ich empfehle für solche Experimente mit Websites von Spammern dringend, eine virtuelle Maschine zu verwenden – bekommt man eine andere Weiterleitung, die zu einer Weiterleitung führt, die zu einer Weiterleitung führt. Und alle drei Weiterleitungen geben mir vorher eine deutlich formulierte Warnung meines Adblockers
Ich bin da natürlich völlig anderer Auffassung. Ein optischer Sicherheitshinweis, der von einem Angreifer nach Belieben ausgeblendet oder hinreichend gut simuliert werden kann, ohne dass ein naiver Anwender das auf dem ersten Blick erkennen könnte, hat für die Sicherheit nicht nur überhaupt keinen Wert, sondern macht sogar die damit versprochene Sicherheit völlig zunichte und verkehrt sie in ihr Gegenteil. „Aber natürlich, Cheffe! Ich habe auf den Link geklickt, die Datei geöffnet und den Zugangscode eingegeben. Das wollten sie doch so. Die Mail war doch von ihnen signiert.“ ist alles andere als ein undenkbares Szenario und kann einen fürchterlichen Schaden verursachen. Hinterher, wenn ein ganzes Unternehmensnetzwerk von Kriminellen übernommen wurde, heißt es in den Medien in der üblichen Albernheit der journalistischen Berichterstattung „Cyber Cyber“ und es gibt Symbolbilder von Maskierten im dunklen Zimmer, die wie die Hypnotisierten auf Matrix-Bildschirmschoner gucken, aber Microsoft ist mehr als nur ein bisschen dafür mitverantwortlich, was natürlich niemals so klar benannt wird.
In einer idealen Welt wüsste oder ahnte zumindest jeder Zehnjährige, dass man bei der Kommunikation über ein anonymisierendes, technisches Medium sehr vorsichtig sein muss – und dass sich Nacktfotos von selbst verbieten, egal, wie sehr es beim Chatten zwischen den Beinen zu jucken beginnt. In der wirklichen Welt wissen sie es meistens nicht, wenn sie mit ihren so genannten „Smartphones“ durch ihr Kinderleben gehen, und es ist sehr häufig auch niemand da, es ihnen so klar und unmissverständlich mitzuteilen, dass sie es verstehen und wenigstens etwas vorsichtig werden. Dazu müsste man ja offen über Sex sprechen. Ich befürchte, die FAZ werden die Kinder auch eher nicht lesen… und hier bei Unser täglich Spam geht es leider auch nicht so kindgerecht und attraktiv zu. 😐️