Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


sehr wichtig!!.

Freitag, 8. September 2017, 15:48 Uhr

Muss ja wichtig sein, sehr wichtelig sogar. Hat im Betreff gleich zwei Ausrufezeichen‼ Und dazu noch einen Punkt. Ich erwarte eine Qualitätsspam.

Antwort an: PhiliipReynolds@aol.com

Hallo, ich bin Philip Reynolds einer der Direktoren der Standard Chartered Bank hier in Sьdafrika.
Ich habe einen Geschдftsvorschlag fьr Sie.
Bitte kontaktieren Sie mich fьr weitere Details

Philip Reynolds

Und was kriege ich? Den „Geschäftsvorschlag“ eines Bankers direkt aus der Direktion einer großen Bank für den angesehenen Geschäftsmann namens „Hallo“. Aus diesem Südafrika, in dem man mit kyrillischen Buchstaben schreibt. Und in dem man über Bankgeschäfte nur mit einer kostenlos und anonym einzurichtenden Mailadresse beim Freemailer von AOL kommuniziert, weil es ja auf Diskretion und so einen Kram gar nicht ankommt. Aber dafür ohne substanzielle Einzelheiten, sondern mit der Aufforderung, einem Unbekannten (der übrigens Spam versendet) auch noch meine Mailadresse zu verifizieren, um etwas darüber zu erfahren.

Was waren das doch für schöne Zeiten, als die Vorschussbetrüger sich noch richtige Geschichten ausgedacht haben!

Aber immerhin:

This email has been checked for viruses by Avast antivirus software.
https://www.avast.com/antivirus

Die Mail ist mit einem Spamkennzeichen versehen, das sofortiges Aussortieren vereinfacht. Denn kein fühlender und denkender Mensch würde diese dumme Avast-Reklame unter seiner Mail haben, die natürlich gar nichts darüber sagt, ob die Mail wirklich „virenfrei“ ist. Jeder Nachwuchskriminelle kann nämlich ganz einfach jede beliebige Menge Schadsoftware an seine Spams anhängen und dann einfach diese zwei Zeilen Avast-Reklame in den Text seiner Spams kopieren. Es ist vollkommen sinnfreier und intelligenzbeleidigender Kommunikationsmüll, wie ihn sich nur ein Werber ausdenken konnte. In E-Mails von fühlenden und denkenden Menschen, die etwas nennenswertes mitzuteilen haben, steht derartiger Bullshit nicht drin. Denn solche Menschen haben Respekt vor den Empfängern ihrer E-Mail.

Dieses Blogposting wurde mit Schlangenöl Gold auf Viren gecheckt
Lesen sie die Reklame für Schlangenöl Gold!

Ich mag es so sehr, da muss ich gleich mal zum Facebook klicken...

2 Kommentare für sehr wichtig!!.

  1. Herr B. sagt:

    Ich befürchte, es haben viel mehr Menschen solche Reklame-Fußnoten unter ihren Mails, als man annehmen sollte. Das gilt ebenso für Zusätze wie „gesendet von meinem Ei-Phone“ oder ähnliches. Solche Zusätze werden erst beim Versand automatisiert hinzugefügt, ohne dass der technisch unversierte Nutzer dies ahnt; und er bekommt sie auch nur dann zu sehen, falls der Empfänger eine Antwortmail mit einem Vollzitat zurücksendet. Natürlich lässt sich dies am PC mit einem Mailprogramm wie z.B. Thunderbird leicht vermeiden; aber die moderne Generation sendet ihre Mails ja am liebsten von unterwegs per Wischofon ab.

    • Sogar für die Wischofone gibt es ja Mailsoftware, teilweise sogar recht brauchbare…

      Tatsächlich habe ich noch nie eine ernstzunehmende Mall eines richtigen Menschen gehabt, unter der dieser Avast-Spruch stand, und »Send by my iPhone« bislang nur ein einziges Mal. Aber in Spam sind diese Kennzeichen bemerkenswert häufig, fast schon vergleichbar zu Phrasen wie „Click here“, die auch kein fühlender Mensch (also jemand anders als ein Spammer oder Werber) schreiben würde.

      Was erschreckend häufig ist: Freemail-Anbieter, die Reklame unter die Mails packen, wenn sie mit dem Webmailer geschrieben wurden. Immer wieder erstaunlich, wie nahe sich legale und „nur“ menschenverachtende Reklameideen und illegale Spam stehen. Menschen, die sich so eine Vergällung ihrer persönlichen Kommunikation andrehen lassen, würden es vermutlich auch in Kauf nehmen, wenn sie Werbeunterbrechungen in ihren Telefongesprächen hätten. Und dementsprechend „interessant“ sind die Ausflüsse ihres Mitelungsbedürfnisses dann auch im Regelfall.

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