Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Monatsarchiv für August 2007

Niceteens

Donnerstag, 30. August 2007

Ein besonders wenig einfallsreicher Spammer ist dieser gewisse „Keano“, der sich doch einen recht einfältigen und dummen Text für seine Links auf mutmaßliche Angebote für Pädophile einfallen ließ:

Der Spamkommentar besteht 20mal aus dem Wort niceteens -- sonst nichts

Das ist eine wundersame Vereinigung von menschlicher Dummheit mit mechanischer Stupidität. Da wächst in der Spam wahrhaft zusammen, was immer schon zusammen gehörte. :mrgreen:

Ein ganz besonderes Waschmittel

Donnerstag, 30. August 2007

Ein Waschmittel, auf das die Welt gewartet hat. Und zwar ganz sehnsüchtig.Das nebenstehende Bild eines relativ neuen, gewiss entbehrlichen Produktes wurde aus einer aktuellen Auswurf Postwurf-Sendung von Aldi-Nord eingescannt.

Es ist sofort klar, was das für ein Produkt ist. Die typische Form der Plastikflasche, die kreischepinke Farbstoff-Farbe, der zum Dosieren gemachte Verschlussdeckel. Es muss sich um ein Reinigungs- oder Waschmittel handeln. Und tatsächlich, es ist ein Waschmittel. Das überrascht nicht, obwohl in der heutigen Zeit des Gehirnverzichtes durchaus auch ein Getränk so verpackt werden könnte. Nur so, um die Kinder besser zu irritieren, dem Giftnotruf zur Freude. Getränke in dieser Farbe (und wahrscheinlich mit ganz ähnlichem Geschmack) gibt es ja schon etwas länger.

Aber es ist wirklich etwas für die Klamotten. Zum Waschen. Für die Maschine. Für 30, 40 und 60 Grad. Alles das ist noch nichts Besonders. Doch diese produkttypisch abgefüllte Chemiepampe gibt vor, dass sie doch etwas ganz Besonders ist; kein ordinäre Drecklöser wie jeder andere, sondern ein ganz spezieller Drecklöser für einen ganz speziellen Dreck. Für diese pinkekranke Frischelüge haben sich die Werber ein ganz tolles „Alleinstellungsmerkmal“ ausgedacht. Es ist nämlich ein…

*trommelwirbelmach*

una SPORT Waschmittel

SPORT-WASCHMITTEL! (Sagt mal, Werber, geht’s noch? Hat das letzte Joggen mit ungeeignetem Schuhwerk eure koksgeschwängerten Hirne zu gut durchgeschüttelt? Habt ihr von dem Zeug getrunken, als ihr euch dieses Treatment ausgedacht habt? Oder hat euer merkbefreiter Chef einfach einen eurer internen Witze an Aldi verkauft?)

Ja, das hat uns allen noch gefehlt: Ein Sport-Waschmittel! Mit der werbenden Zusicherung, dass es das ideale Waschmittel für atmungsaktive (schönes Wort, Werber!) Sport- und Funktionskleidung (noch so ein schönes Wort, Werber!) sei. Die anziehbaren Schweißlappen der Jogger und „nordischen Wandler“ haben ja ganz besonders hohe Ansprüche an das Zeug, mit dem sie gewaschen werden sollen. Da kann man schließlich nicht einfach das ganz normale Waschmittel nehmen, das man schon immer dafür genommen hat. Und deshalb gibt es jetzt dieses spezielle Sportwaschmittel. Ein Produkt, worauf die Welt gewartet hat. Sie wusste es nur noch nicht. Weil ihr genialen Werber es der Welt nicht gesagt habt. Aber das habt ihr jetzt ja nachgeholt.

Eine Frage bleibt nur offen. Fliegen die Schwitzeklötten nach dem Waschen mit diesem Zeug jetzt höher, schneller oder weiter? Oder sind sie einfach nur besser gedopt?

Zahl der Phishing-Opfer gestiegen

Mittwoch, 29. August 2007

Diese Meldung in der Netzeitung sollte jeden warnen, der das Thema Spam immer noch auf die leichte Schulter nimmt:

Die Zahl der Internet-Nutzer, deren Konten mit geklauten Passwörtern geplündert worden seien […] sei im vergangenen Jahr bundesweit um 23 Prozent gestiegen […] Insgesamt seien in 3250 Fällen 13 Millionen Euro von Konten der Opfer gestohlen worden.

Für das einzelne Opfer dieses groß angelegten und mafiös organiserten Betruges ist das ein oft erheblicher Verlust. Die durchschnittliche Schadensumme der Betroffenen liegt nach diesen Zahlen bei immerhin 4000 Euro. Nur wenige Menschen können es sich leisten, mal eben viertausend Euro für Nichts wegzuwerfen, und selbst wer sich das leisten könnte, wird es dennoch nicht wollen.

Nicht alle Opfer des gegenwärtigen Phishings sind so dumm, dass sie eine gefälschte Mail ihrer Bank für echt halten und daraufhin ihre TAN auf den Websites von Betrügern eingeben. Es gibt diese naiven Dummköpfe zwar immer noch, aber die meisten Opfer des Phishings werden heute mit hohem technischem Aufwand überrumpelt:

In den meisten Fällen schickten Betrüger per E-Mail einen sogenannten Trojaner – ein Schadprogramm, das die Daten heimlich ausspäht und weitergibt. Anderer Schadprogramme leiteten die Nutzer beim Online-Banking im Hintergrund auf gefälschte Seiten weiter.

Recht häufig werden die Trojaner übrigens installiert, wenn man auf Links in Spam-Mails klickt und so präparierte Seiten aufruft, die Sicherheitslöcher der gängigen Browser ausnutzen. Die Installation der Software geschieht unauffällig und im Hintergrund, und danach hat man seinen für teures Geld gekauften Rechner in einen Computer verwandelt, der von der Spam-Mafia kontrolliert und ferngesteuert wird. Es ist zwar richtig, wenn die in der Netzeitung zitierte Agenturmeldung folgendes empfiehlt…

Laut Bitkom ist es daher wichtig, die jeweils neuesten Schutzmethoden zu verwenden. Dazu zählt der Schutz des Computers mit einer aktuellen Anti-Viren-Software. Wichtig ist zudem eine gesunde Skepsis beim Empfang von E-Mails […]

…aber die wichtigsten Regeln im Mailverkehr (und auch bei der Benutzung so genannter „Web 2.0″-Dienste) sind noch viel einfacher zu beherzigen und sehr viel wichtiger als das blinde Vertrauen in irgendwelche Programme gegen Viren. Hier in aller Kürze der dreifache Imperativ des gegenwärtigen Internets:

  • NIEMALS auf einen Link in einer Spam klicken!
  • NIEMALS den Anhang einer Spam öffnen!
  • NIEMALS glauben, dass der Absender einer Mail stimmt!

Der letzte Punkt wird in Zukunft von immer größerer Wichtigkeit sein. Es ist leicht, einen Absender zu fälschen, alle Spam-Mails kommen mit gefälschtem Absender. Es dauert wohl nicht mehr lange, bis viele Spams scheinbar von regelmäßigen Kontakten kommen. Wer eine Mail von einem Bekannten erhält, die in irgendeiner Weise untypisch und damit verdächtig ist (falsche Sprache, ungewohnte inhaltliche Schwächen, veränderter Stil, seltsame Ausdrucksweise), sollte vor dem Klick auf einen Link oder vor dem Öffnen eines Anhanges lieber einmal anrufen und nachfragen, ob diese Mail auch wirklich von ihm kommt. Dieses bisschen Prävention kann schnell tausende von Euro und viel Ärger mit einen von Kriminellen übernommenen Rechner sparen.

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Spam-Mafia dazu übergehen wird, ihren Opfern die Trojaner der nächsten Generation unterzujubeln. Diese Programme werden nicht nur unbemerkt im Hintergrund Passwörter sammeln und die Aktionen beim Online-Banking manipulieren, sondern sich auch verbreiten, indem sie sich selbst an alle Mail-Kontakte des Opfers weitersenden. Dabei können durchaus Mailtexte aus Textfragmenten bisheriger Mails zusammengesetzt werden, so dass die automatische Erkennung durch Spamfilter sehr schwierig wird. Hier ist dann der Mensch gefragt, der immer noch deutlich intelligenter als ein dummer Computer sein sollte und diese Intelligenz eben für die Erkennung von Spam und Angriffsversuchen nutzen muss.

Wer aber glaubt, dass er zusätzlich einen wirksamen technischen Schutz gegen die kriminellen Anliegen der Spam- und Phishing-Mafia benötigt, der sollte sich nicht allein auf Virenscanner verlassen, die nur die technische Anfälligkeit des verwendeten Systemes ausbügeln. Der beste technische Schutz ist es immer noch, für die täglichen Sitzungen im Internet ein Betriebssystem und eine Arbeitsumgebung zu verwenden, die sich als relativ resistent gegen solche Angriffe erweisen – und natürlich, dieses System auch immer auf einem aktuellen Stand zu halten. Ich kann hier nur Linux empfehlen, das nichts kostet, frei ist und dem Anwender wieder den Computer zurückgibt. Das eventuelle Umlernen auf das neue System zahlt sich später hundertfach in gesparter Zeit aus, die man nicht in einen zickig gewordenen Rechner investieren muss.

Wenn ein Verzicht auf Microsoft Windows, diesem Betriebssystem mit der betrüblichen Sicherheitsgeschichte, aber gar nicht möglich ist, denn sollte doch wenigstens nicht die Standardumgebung von Microsoft verwendet werden, auf die viele Angriffsversuche wegen der großen Verbreitung dieser Umgebung und der relativen Leichtigkeit solcher Angriffe abzielen. Es gibt gute und kostenlose Alternativen zum fatalen Dreigespann Microsoft Internet Explorer, Microsoft Outlook und Microsoft Office. Wer sich mit aktuell gehaltenen Versionen von Firefox, Thunderbird und Open Office in seine täglichen Computersitzungen begibt, wer nicht standardmäßig und ohne besondere Notwendigkeit mit Administratorrechten arbeitet, und wer zusätzlich sein Gehirn benutzt und nicht wie ein dressierter Affe auf alles klickt, was sich irgendwie anklicken lässt, der ist auch mit Windows relativ sicher im Internet unterwegs. Der Virenscanner ist dennoch dringend empfohlen, und natürlich müssen die Signaturdateien regelmäßig aktuell gehalten werden. Windows bleibt immer noch ein System, das vor allem für kriminelle Angreifer viele Schlupflöcher bietet.

Die Zitate in diesem Text wurden dem oben verlinkten Artikel in der Netzeitung entnommen.

Der Spamlink

Mittwoch, 29. August 2007

Bislang habe ich es so gehandhabt, dass ich die Links in einer zitierten Spam entweder unkenntlich gemacht habe oder sie auf eine harmlose Site „umgelenkt“ habe, wenn sie für das zutreffende Zitat der Spam erforderlich waren.

Letzteres fand ich zunehmend unbefriedigend. Es ist ja nicht so, dass ein Link in einer Spam etwas harmloses wäre. Deshalb habe ich jetzt eine spezielle Seite erstellt, auf die ich in Zukunft linken werde, wenn ich den Link einfach umsetze. Ich hoffe, dass diese Seite gestalterisch und inhaltlich völlig unmissverständlich ist.

MySpace, Spammer’s place

Mittwoch, 29. August 2007

Im EMail-Postfach herrscht momentan angenehme Ruhe. Natürlich gibt es noch Spam, aber es handelt sich überwiegend um die üblichen Muster, die gut automatisch gefiltert werden. Vor allem dieses „Vegas Super Jackpot Duper Euro VIP Magic Casino Kasino“ beglückt mich etwa zehn Mal am Tag mit seinen „unglaublichen Bonussen“. Es hat inzwischen einen Stand des Betrugsgeschäftes erreicht, in welchem jeden Tag zwei neue Internetadressen „verbrannt“ werden. Die armen Deppen, die da ihr Lehrgeld gegen virtuelle Jetons eintauschen, nur um kurz darauf festzustellen, dass dieses „Casino“ einfach umgezogen ist. Aber wer glaubt, dass eine eingermaßen seriöse Spielstätte der Werbung durch asoziale und illegale Spam bedürfe, der braucht es wahrscheinlich so hart.

Die relative Ruhe bei der Mail („nur“ gut 100 Spams am Tag) heißt aber nicht, dass man gar keine Spam zum Ärgern mehr bekäme. An den anderen Stellen ist das virtuelle Äquivalent zum Gammelfleisch in gewohnter Intensität und Nervigkeit vorhanden. Was so ein echter Nutzer des vielbeschworenen „Web 2.0″ ist, hat natürlich auch viel „Spam 2.0″.

So sieht also diese Frau aus...Zum Beispiel diese „Freundanfragen“ bei MySpace. Zum Beispiel die heutige von „Nieves“, die nicht nur „Weiblich, 32 Jahre alt“ ist, sondern auch schon im Profilbild mit dreifachem, aufforderndem Löcheln Lächeln um die Aufmerksamkeit des recht verbreiteten, wichsenden männlichen Hormonwracks bei MySpace kämpft. Allerdings geht es dieser „Nieves“ nicht etwa darum, irgendetwas Interessantes über sich selbst in MySpace mitzuteilen. „Ihr“ Profil hat neben der Information, dass sie – unbegreiflicherweise bei solch attraktivem Äußeren – immer noch Single ist, nur den folgenden Hinweis für die künftigen „Freunde“ anzubieten:

Nievess Kurzinfo - Über mich: Think I'm Hot?! View My Pictures - Wen ich gerne kennen lernen würde: So viel Lust habe ich auch nicht hier zu tippen, das bleibt leer...

Wen die virtuelle Klaffe kennen lernen möchte, ist so klar, dass sie keine Lust hat, es hinzutippen: Leute, deren sexuelles Erleben sich vor allem in masturbatorischer Betätigung erschöpft und die deshalb den imperativen Link „View My Pictures“ gar nicht widerstehen können.

Damit MySpace den Spamcharakter dieses Links nicht sofort bemerkt, hält es „Nieves“ übrigens für erforderlich, die Zieladresse gekonnt zu maskieren. Dazu wird Google missbraucht, indem dort /local_url aufgerufen wird. Die gesamte, als GET-Parameter q angegebene URL kann dabei mit Hilfe vorangestellter Prozentzeichen hexadezimal codiert werden. Die verlinkte Domain sieht in dieser Form so aus:

%70%6f%6b%72%65%75%7a%2e%69%6e%66%6f

Klar, dass MySpace nicht einfach Links zu Google rausfiltern kann. Schließlich gehört es ja zu Google, und Google schneidet sich doch nicht ins eigene Fleisch, wo sich eventuell mit Ads Geld verdienen lässt. Das Decodieren eines solchen Parameters für eine URL überfordert wohl zusätzlich die in ColdFusion gehackte MySpace-Software. Hätten die doch bloß eine richtige, dreckige Skriptsprache für ihr Hackwerk genommen! Damit ginge so etwas wirklich leicht.

Wer übrigens jemals mit so einer „verschlüsselten“ URL konfrontiert ist und dabei etwas neugierig wird, wo die wohl hinführt, der sollte nicht einfach darauf klicken. Zu leicht fängt man sich dabei etwas ein, was kein Mensch auf seinem Rechner haben will. Ein Einzeiler in Perl erledigt die „Entzifferung“ solcher URLs schnell und einfach:

perl -pne 's/\%(..)/pack("c",hex($1))/ge'

Ja, ich weiß. ;-) Perl sieht immer ein bisschen nach missglückter Dateikonvertierung aus. Einfach starten. Die „verschlüsselten“ Texte können entweder „reingepiped“ oder auch einfach eingegeben werden, die „entschlüsselten“ werden ausgegeben. Und schon kann man seine Neugierde gefahrlos bewältigen. :cool:

Was MySpace für Spammer so attraktiv macht, das sind neben den zurzeit noch diversen technischen Schwachstellen der Software vor allem die hirnlosen MySpace-Nutzer. Diese Zeitgenossen, die MySpace vor allem als eine große Briefmarkensammlung verstehen und die ganz viele kleine Bildchen als „ihre Freunde“ im Profil haben wollen. Die sind übrigens oft ganz erschrocken, wenn sie einige ihrer Briefmarken verlieren – auch wenn es sich dabei nur um Datenleichen handelte:

Wir reparieren nur gerade die Anzeige der Freundzähler. Denn diese Zahlen stimmen seit Jahren nicht genau. […] Wenn du also Tausende von Freunden hast, kann es sein, dass dein Freundeszähler total nach unten rutscht. Eine Freundin von uns hatte zum Beispiel über 50.000 Freunde, und nachdem die ganzen gelöschten Accounts aus der Datenbank entfernt wurden, hatte sie „nur noch“ 47.000. Also: Keine Panik! Du verlierst keine Freunde, sondern wir zeigen dir nur die richtige Zahl an.

Schon gut, MySpace – ihr seid eben immer noch am Strokeln. Die Zeiten, in denen nur man ein Geschäft mit guter und leidlich fehlerfreier Software machen konnte, sind mit dem „Web 2.0″ eben vorbei. :mrgreen:

Neben solchen nervigen „Freundanfragen“ erfreuen die asozialen Nutzer einer solchen „social software“ immer wieder mit Nachrichten aller Art. Zum Beispiel diese MySpace-Version einer kontaktfreudigen Russin:

Sveta (Svetlana) spammt MySpace-Nutzer zu, um einen Vorschussbetrug anzuleiern. Ein gewiss lohnendes, aber zutiefst verachtenswertes Geschäft.

An dieser Spam erfreut nicht nur der persönlich klingende Profilname „235642740″, sondern auch die Aufforderung, dass man doch besser über Mail mit der triefenden Russin Svetlana (Koseform: Sveta) kommunizieren sollte. Der Text erinnert an die ebenfalls triefenden Mails einer gewissen „Maria“ – zu denen mir übrigens aus glaubwürdiger Quelle berichtet wurde, dass es sich um einen quicken Vorschussbetrug handelt, bei dem irgendwann ein paar hundert Euro für ein Flugticket oder eine Fahrkarte abgezockt werden. Nach etlichen „Liebesbriefen“, versteht sich…

Aber wer glauben kann, dass man einen Partner ausgerechnet durch eine Spam kennenlernt, der braucht es eben auch etwas härter. :evil:

Zahlenangaben in der Werbung

Dienstag, 28. August 2007

Frischer. Straffer. Jünger. +35 % straffere Haut -36 Prozent Faltentiefe

Ich kann ja durchaus verstehen, wie man die Faltentiefe ermittelt. Es ist eben eine Tiefe, ein Kriterium, das natürlich messbar ist. Vielleicht ist es sogar so genau messbar, dass man die bestechend exakte Angabe „minus 36 Prozent“ dazu schreiben kann – wundern würde es mich nicht.

Aber mit welchem Messgerät misst man eigentlich die Straffheit von Haut? Welches ist da das Kriterium? Welche Annahmen fließen in diese Messung ein? Zu solchen Fragen schweigt die hier zitierte Werbung einfach.

Wer glaubt, dass der Sternchen neben den nummerischen Angaben ein Hinweis sein könnte, darf sich in kontrastarmen Kleingedruckten die folgende „Information“ entziffern:

*standardisierter in-vivo-Test nach 28 Tagen Anwendung.

Nicht wirklich informativ, nicht? Aber Hauptsache, es gibt ein paar hübsche, pseudoobjektive Zahlen in der Werbung, wie immer diese auch zu deuteln sind. Hier verkommt der Zahlenkult zum reinen Aberglauben. Das dieser pseudo-wissenschaftliche Aberglaube auch geglaubt wird und dabei zu Kaufentscheidungen führt, das zeigt die Häufigkeit solcher Angaben in der Werbung.

„Deine Maria“ mal wieder

Sonntag, 26. August 2007

Offenbar hat „Deine Maria“ mit ihrer millionenfachen Spam, die sie noch vor zwei Monaten auf das deutschsprachige Internet losgelassen hat, keinen geeigneten Partner gefunden. Das heißt aber nicht, dass „sie“ jetzt eingesehen hätte, dass der gewählte Weg schlecht wäre. Nein, „sie“ hat sich hingesetzt und ihren triefenden Brief ein wenig überarbeitet, allerdings ohne dabei die Grammatik Korrektur lesen zu lassen.

Und „sie“ ist renitent, diese Maria. Ich habe sie jetzt schon zwei Mal mit einem Abstand von wenigen Minuten dazwischen. Bei der letzten Spamwelle musste „sie“ mich gut 60 Mal beglücken, bis sich die russische Spam-Mafia die nächste Masche ausgedacht hatte. Und ich dachte wirklich schon, „sie“ hätte jetzt jemanden gefunden… :smile:

Hallo!!!! Verwundere sich uber meinen Brief bitte nicht. Ich sah dein Profil auf „Singles.freenet“ oder „Friendscout24″. Ich wollte uber dich mehr erfahren. Und ich wollte dir den Brief schreiben. Ich denke daran dass du der gute und sexuelle Mann. Ich will dich besser und naher sehr erfahren. Moglich bist du ein Mann meines Traumes. Ich denke dass in unserer Welt moglich allen. Du bist einverstanden???Ich will es wird dass unsere Bekanntschaft glauben, zu dauern. Moglich konnen wir das grosse Gefuhl schaffen?

Das einzige Gefuhl, was „Du“ mit dieser öden Mitteilung bei mir schaffst, ist Langeweile. Der Inhalt „deiner“ Mail ist ja fast gleich geblieben, auch den triefenden Ton erhältst „Du“ aufrecht. Nur, dass „Du“ jetzt auch noch „friendscout24″ als Quelle für eine mögliche virtuelle Begegnung aufführst, aber da bin ich auch nicht vertreten. Mein Tipp: Versuch es doch noch zusätzlich noch mit MySpace, da gibt es mich sogar!

Und denn kannst „Du“ „dich“ gar nicht mehr erinnern, wo „du“ mein Profil „gesehen“ haben willst. Mensch Maria, das muss doch auch ein russischer Spam-Krimineller merken, dass das nicht so glaubwürdig rüberkommt…

Aber immerhin, „du“ erzählst immer noch die gleiche gelogene Scheiße, um einsamen deutschen Männer zu einer Verhärtung im Schritt zu verhelfen:

Ich werde uber mich mehr erzahlen. Ich die gewohnliche Frau. Mir 30 Jahre. Meinen Geburtstag den 15.01.1977. Ich lebe in Stadt Sankt-Petersburg. Es ist eine zweite Stadt in Russland. Meine Stadt nennen „Nordvenedig“. Ich bin uberzeugt dass du meine Stadt weit. Ich lebe zusammen mit den Eltern. Wir leben in der kleinen und gemutlichen Wohnung. Meine Mutti auf der staatlichen Rente. Meinen arbeitet der Vater auf der Reparatur der Eisenbahnzuge. Es ist ein guter und friedlicher Beruf. Ich die einzige Tochter bei den Eltern. Ich habe den Bruder oder die Schwester nicht. Aber ich habe einen Cousin und zwei Cousine.

„Du“ hast jetzt übrigens noch etwas. „Du“ hast einen Feind.

Ich arbeite in die Transportgesellschaft. Ich lerne mich mit der Planung der Zustellung der Ladungen nach ganzem Russland.

„Du“ machst „deine“ Arbeit aber nicht gut, weil „dein“ Spamtransport in Deutschland ankam. Oder wird das jetzt als ein Teil Russlands angesehen.

Auch bin ich ein Helfer des Buchhalters. Mir gefallt meine Arbeit. Aber leider bei mir das kleine Gehalt.

Ach, hat „dich“ der Buchhalter zum asozialen und illegalen Spammen animiert? Der muss ja als Kaufmann auch wissen, dass Spam die billigste Form des Dummenfanges ist…

Aber das Geld ist haupt-fur mich nicht. Fur mich das Wesentliche die Liebe und das Gluck. Ich will aufrichtig mit dir in seinen Briefen sein. Ich habe die Geheimnisse vor dir nicht. Ich sage dir dass ich die vorliegende Liebe suche. Das vorliegende Gluck. Ich suche das Bundnis der Liebe und des Gluckes. Viele Manner und die Frau suchen seine Liebe und das Gluck. Es ist sehr viel Leute in dieser Welt einsam. Viele Frauen und der Mann suchen seine Liebe im Internet. Viele finden das Gluck und die Liebe. Viele haben die Fehler und die Enttauschungen. Leider, ist viel es im Internet Betrug. Ich las daruber in der Zeitung. Es ist traurig. Ich werde aufrichtig mit dir und ich bitte dich, ehrlich auch zu sein. Die Ehrlichkeit und das Vertrauen sind fur die Liebe sehr wichtig. Es ist fur mich und fur dich wichtig. Keine Spiele. Nur die ernsten Beziehungen. Ich glaube dass die Liebe am meisten wesentlich in der Welt ist.

Hey Maria, „Du“ bist ja so etwas von „aufrichtig“. Das fängt schon mit der gefälschten Absenderadresse „deiner“ Mail an. So ein Detail lässt das ganze triefende Liebesgefasel gleich viel aufrichtiger erscheinen, nicht wahr?

Moglich hast du die Hauptfrage. Warum suche ich seinen Mann in Deutschland? Wahrscheinlich willst du daruber fragen. Fur die Liebe und das Gluck existiert der Hindernisse bei der Entfernung nicht. Meine Freundin beratete mir, nach dem Mann in Deutschland zu suchen. Wir sind von der Kindheit befreundet. Wir lernten in einer Schule. Fruher lebten ich und meine Freundin in den benachbarten Hausern. Unsere Eltern waren von den Familien befreundet. Meine Freundin lebt in Deutschland in diesen Moment. Die Stadt Baden-baden. Vor einigen Jahren konnte sie nicht nachdenken was in Deutschland zu leben wird. Aber jetzt es so. Sie ist zum normalen Leben zuruckgekehrt. Sie hat seine Liebe im Internet gefunden. Sie hat den deutschen Mann gefunden. Sie ist in Deutschland zu seinem Brautigam abgereist. Sie hat den deutschen Mann verheiratet. Sie sehr glucklich jetzt. Sie haben seine Firma. Das grosse Geld und das Business. Ich bin dass meine beste Freundin glucklich in diesen Moment sehr sehr froh. Sie hat mir angeboten, nach seiner Liebe im Internet zu suchen. In Deutschland. Ich glaube dass ich seinen Mann finden kann. Ich werde die Probleme fur das Leben in Deutschland nicht haben. Aber das Geld bin fur mich nicht wichtig. Ich weib dass das Wesentliche in das Leben die Liebe und der geliebte Mensch. Ich werde seinen Mann den glucklichsten Menschen in der Welt machen. Ich kann in Deutschland zu jeder Zeit ankommen. Ich habe das Visum. Der Mann meiner Freundin half, mein Visum zu machen.

Die gleiche hanebüchene Story hast „Du“ doch schon vor zwei Monaten rumgemailt. Und um sie glaubwürdiger zu machen, hast Du sie so sechzig Mal wiederholt. Denn nimm „dir“ doch endlich „dein“ verkacktes Visum und komm her, damit ich“Dir“ „deine“ dreckige, gierige Fresse einschlagen kann. Aus Liebe, versteht sich. Vernünftiger wäre das bewährte Bolzenschussgerät. Wirklich vermissen würde „dich“ hier niemand.

Aber noch etwas spricht gegen das Bolzenschussgerät. Es könnte sein Ziel verfehlen. :evil:

Welcher den Mann suche ich? Ich suche der gute und gute Mann. Der mich liebgewinnen kann. Und ich werde diesen Mann liebgewinnen. Moglich es du?

Oder moglich es ein andere von Millionen Mailadressen auf meine Liste.

Ich werde seinen Mann glucklichst in der Welt machen. Ich glaube in die Liebe auf ganzes Leben. Ich bin uberzeugt dass ich seines Gluck und die Liebe finden werde.

Klar doch. Deshalb stellst „Du“ „dir“ schon vor, wie mein Profil auf irgendeinem Seitensprung-Portal aussehen würde und schreibst mir auf diese Vorstellung hin eine Spam.

Nach welcher Frau suchst du? Welcher dein Traum?

„Du“ bist es jedenfalls nicht. So hart, wie „Du“ es zu brauchen scheinst, kann ich es „dir“ nämlich gar nicht geben. :evil:

Jetzt ich vollkommen einsam. Ich habe etwas Freundinen. Aber ich habe den nahen Menschen nicht. Ich habe geliebt den Mann nicht. Ich versuchte, nach dem Mann in seinem Land zu suchen. Aber alle Manner wollen nur die Unterhaltung. Die Manner wollen nicht die ernsten Beziehungen haben. Ich hoffe mich dass du uber mich mehr erfuhrst. Ich werde uber mich mehr in jedem Brief erzahlen. Ich hoffe mich dass du uber dich mehr auch erzahlen wirst. Mir wird es sehr interessant sein, uber dich mehr zu erfahren. Ich will dich mehr nahe erfahren. Mir ist es sehr interessant. Ich werde deinen Brief warten. Dein Brief wird mich glucklich machen. Versprich, zu antworten! Ich werde deinen Brief warten. Ich bin obligatorisch werde antworten. Ich werde dir das Foto schicken und ich werde uber mich mehr erzahlen. Ich werde seine Post oft prufen.

Klar, denn genau das ist „dein“Geschäft. Ob es „dir“ um Menschenhandel, Scheinehe, Pornographie oder schlichten Vorschussbetrug geht, das geht aus „deiner“ Mail leider nicht hervor, aber wenn man „dir“ ein bisschen schreiben würde, denn kriegte man das bestimmt schnell heraus. „Du“ musst echt viele sein, so ein paar hundert Deppen nehmen „dein“ triefendes Geschreibsel doch bestimmt für bare Münze. Und antworten „dir“. Und „Du“ antwortest ihnen, zusammengesetzt aus schönen Textbausteinen. „Du“ musst einen echt tollen Job bei der russischen Spam-Mafia haben. Und wie „Du“ das nennst! „Transportwesen“! Eine sehr einfallsreiche Umschreibung für eine solche asoziale Tätigkeit, die aus der menschlichen Verelendung der Jetztgesellschaften noch einen flotten Rubel Dollar Euro mit Spam schlürfen will.

Ich habe dir den Brief aus dem Internet-Cafe geschrieben. Ich gehe im Internet-Cafe selten. Meistens benutze ich das Internet in der offentlichen Bibliothek. Ich habe dir den Brief von anderem Briefkasten geschrieben. Schreibe mir die Antwort auf meinen personlich e-mail.

Meinen personlich e-mail: [… Mailadresse von mir entfernt]

Klar doch, das gehört zu“deinem“ Geschäft dazu, dass „Du“ „deine“ Spams von „anderem Briefkasten“ schreibst.Und zwar jede einzeln von einem anderen. Im Internet-Café hast „Du“ das bestimmt nicht gemacht, sondern ein fettes Botnetz hast „Du“ dafür verwendet. Man will sich ja keine richtige Arbeit machen, wenn man Deppen abzockt, nicht wahr?

Kuss, Deine Maria

Fick Dich!

Dein Nachtwächter
(Nach Diktat verreist)

Ob das wohl passt?

Freitag, 24. August 2007

Ob das hier wohl ein gut geeignetes Banner in einer Website ist, die sich für die Abschaffung der Euro-Währung und für die Wiedereinführung der Deutschen Mark stark macht.

Diverse erotische Angebote von teilweise unverhüllter Direktheit

Für eine Darstellung des Banners in Originalgröße einfach klicken…

Na ja, immerhin geht es auch bei den Angeboten im Banner letztlich um Geld, das man erstmal übrig haben muss. „Fickstute Laur“, „TittenStute“ und „Kleine Freche“ werden gewiss nicht für umsonst zu haben sein. Da ist es vielleicht für das Geschäft hilfreich, wenn die Teurerung durch die Euro-Einführung rückgängig gemacht wird.

[…] Vor allem die zum Teil extremen Preissteigerungen bei Waren und Dienstleistungen haben dazu geführt, dass die Zustimmung für den Euro in der Bevölkerung schwindet […]

Einen anderen Zusammenhang, warum dieses Werbebanner als passend und als die Intention der Website nicht störend empfunden werden könnte, kann ich beim besten Willen nicht sehen…