Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Monatsarchiv für März 2007

CREATIVE IMPACT LLC

Freitag, 2. März 2007

Das ist ja wieder ein sehr „kreativer“ Einschlag im Postfach, der da mit dem Betreff „Job zu Hause“ durch die Spamfilter gerutscht ist. Offenbar haben die es im Zeitalter der Massenarbeitslosigkeit sehr schwer, Leute zu finden, die bestimmte Arbeiten machen. Die haben es so schwer, dass sie mechanisch erstellte Massenmail mit gefälschter Absenderadresse versenden müssen, um eine „öffentliche Ausschreibung“ zu machen.

Sehr geehrte Damen und Herren!
Zur Zeit schreiben wir folgende Stellen öffentlich aus:

Klar, die Zeiten sind schwer geworden. Vor allem im „Finanzgeschäft“ scheinen sich kaum noch Mitarbeiter zu finden:

>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>
>> On-line-Zahlung Manager

Freie Stellen vorhanden: 17
Geographische Lage: Europa
Gehalt: 430-550 EUR pro Woche (in ersten 2 Wochen Probezeit)
Beschäftigung: teilweise (2-4 Stunden pro Tag)

Wer will denn auch schon wirklich so ein „Manager“ sein, der für eine Halbtagstätigkeit schon in seiner „Probezeit“ vier lila Lappen im Monat bekommt? Da geht man doch lieber putzen. Vor allem, weil man hier so richtig harte Arbeit zu tun hätte:

Arbeitsbeschreibung:
— Anrufe beantworten und elektronische Post bearbeiten
— die projektverbundene On-line-Zahlungen verwalten

Anforderungen:
— Internetkenntnisse
— Telefon 24/7 (ganztägig)

Man könnte glauben, dass diese Firma früher einmal Comdex hieß. Gesucht werden hier Idioten, die glauben, dass man einen relativ gut bezahlten Job über eine Spam bekommt. Die aufgezählten „Anforderungen“ werden wohl von jedem erfüllt, der eine Mail lesen kann. Was diese Idioten wirklich tun sollen, geht aus dem Text der Mail allerdings nicht hervor.

Aber auch, wer nicht ins „Management“ möchte, bekommt mit der gleichen Spam ein Angebot:

>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>
>> Fernassistent

Freie Stellen vorhanden: 19
Geographische Lage: Europa
Gehalt: 350-480 EUR pro Woche (in ersten 2 Wochen Probezeit)
Beschäftigung: teilweise (2-4 Stunden pro Tag)

Arbeitsbeschreibung:
— Korrespondenz von unserer Firma und unserem Konsument bekommen
— Anrufe beantworten und elektronische Post bearbeiten
— begrenzte Zahl von telephonischen Anrufen machen

Anforderungen:
— Internetkenntnisse
— Telefon 24/7 (ganztägig)

Jawoll, richtig gelesen. Diese windige Firma zahlt drei lila Lappen im Monat für eine Halbtagstätigkeit, bei der sie offenbar vor allem dafür sorgt, dass die „Kundenkontakte“ mit irgendwelchen in ihrer Wohnung sitzenden Privatleuten stattfinden. Für bestimmte „Geschäfte“ ist das bestimmt sehr praktisch. Die „Kunden“ telefonieren zu einer Privatnummer, schreiben an eine Privatanschrift und mailen an eine Privatperson. So kann dieser „kreative Einschlag“ auch ein bisschen Geld umsetzen und muss dabei nicht einmal seine Mailadresse fälschen, wie er es bei diesem „Jobangebot“ getan hat.

Und damit man auch ja nicht glaubt, dass man es mit irgendwelchen Betrügern zu tun hat, wird unter dieses sehr seriös und professionell gestaltete Angebot noch eine beruhigende Aussage geschrieben:

WICHTIG:
Diese Stellen fordern keine Investitionen Ihrerseits.
Wir brauchen Investitionen Ihrer Zeit und Ihres Bemühens für gute Ergebnisse

Leider hat der Sprachverantwortliche dieses „kreativen Einschlages“ jetzt seine letzten Fähigkeiten in der Formulierung deutscher Sätze verloren. „Wir brauchen Investitionen Ihrer Zeit…“ 😆 Die brauchen nicht nur irgendwelche windigen „Manager“ und „Fernassistenten“, die könnten auch einen „Deutschbeauftragten“ gebrauchen. Der wird hier allerdings nicht „öffentlich ausgeschrieben“…

Um unsere Zusammenarbeit fortzusetzen, füllen Sie den untengegebenen kurzen Fragebogen aus und meilen an uns: [… Mailadresse von mir entfernt]

…und deshalb glaubt man dort weiterhin, dass „meilen“ von „Meile“ herstammt. Einmal ganz davon abgesehen, dass die angegebene Mailadresse bei Google Mail liegt. Für eine eigene Domain hat es diesem gewiss seriösen Dienstleister, der seine strunzdummen Schergen Mitarbeiter so gut bezahlt, offenbar noch nicht gereicht.

Blau

Donnerstag, 1. März 2007

Standbild aus dem TV-Shop: Ionic White

Klar, wenn man in so eine Vorrichtung zum chemischen Zahnbleichen eine blaue LED einbaut, denn ist sie gewiss viel wirksamer. Das glaubt doch jeder. Zumindest jeder, der es aushält, sich ein paar Stunden lang ein Fernsehprogramm anzuglotzen, das nur aus Werbung besteht.

Stoppt die Ergüsse

Donnerstag, 1. März 2007

Was wäre ich doch ohne diese freundlichen Hinweise zur Verbesserung meines Sexlebens? Wahrscheinlich wäre ich einfach mit meinem Sex zufrieden. Aber unsere Freunde, die Spammer, wissen immer noch ein paar Möglichkeiten zur Verbesserung. So zum Beispiel in dieser Mail voller Barmherzigkeit mit dem vorzeitigen Samenerguss:

Do you ejaculate before or within a few minutes of penetration?

Then you must order Extra-Time Now!…

Extra-Time is the only male sexual performance formula that, not only stops premature ejaculation, but actually „cures“ it. […]

Versteht nicht jeder? Klar, ist ja auch in Englisch, der lingua franca der Sexzubehör-Spammer. Ich gebe mal eine flotte Übelsetzung ins deutliche Deutsche:

Spritzt du schon nach ein paar Minuten Penetration ab? Oder schon vorher? Denn musst du jetzt die zusätzliche Zeit bestellen! Die zusätzliche Zeit ist die einzige Formel zur Verbesserung des sexuellen Aktes, die nicht nur die vorzeitige Ejakulation stoppt, sondern sie in der Tat „kuriert“. […]

Nett von diesem Angebot, dass das „Kurieren“ in Anführungszeichen gesetzt ist. 😀 Das ist bestimmt eine besondere Betonung der Leistung dieses gewiss großartigen Produktes. Und ich dachte schon, ich müsste mir etwas zunähen lassen…