Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Schlagwortarchiv „Facebook“

Facebook 2017 – Mehr Umsatz zum halben Preis

Montag, 6. März 2017

Von: Facebook <ewxiwyb@ertimethe.co.ua>

Aha! Das Facebook, das keine eigene Domain mehr hat und deshalb eine ganz neue Domain verwendet. Die ist aber…

$ whois ertimethe.co.ua | grep '^Created'
Created On:20-Jan-2017 11:18:44 UTC
$ _

…noch nicht so alt wie Facebook, sondern wurde von einem Menschen mit einem Angebot, von dem er glaubt, dass er es nur über illegale und asoziale Spam bewerben kann, vor 45 Tagen eingerichtet.

Detail aus der Spam: Eine übertrieben grinsende Frau beim Telefonieren mit einem für regelmäßigen Kundenkontakt nicht wirklich geeigneten FernsprechapparatWas ist das Angebot? Nun, es ist ein alter Bekannter im Spameingang, nur, dass inzwischen der gesamte Text in einer Grafik verpackt wird, weil der Absender hofft, dass der mit wenig Hingabe durchgequirlte Bullshit so besser aussieht und eine Chance hat, durch die Spamfilter zu kommen. Außerdem gibt eine derartige Gestaltung dem Spammer die Gelegenheit, in viel tollem Layout zu verbergen, was er seinen Abzockopf… ähm… mittelständischen Kunden wirklich anzubieten hat: Die Einrichtung einer Facebook-Seite, die Zusendung einiger mutmaßlich von YouTube heruntergeladener, frei verfügbarer Tutorial-Videos, die Anfertigung einer Video-Slideshow aus gelieferten Werbematerial sowie hundert heiter-spammige Fake-Fans vom Spammer fürs Fakebook zum Preis von nur noch 587 Øre statt der sonst „üblichen“ 1.200 Øre. Und überhaupt: Verglichen mit den 1.587 Øre aus dem November letzten Jahres ist das alles so richtig billig geworden. Oh, der hat einfach nur die erste Ziffer weggelassen? Ach, egal!

Man spart also richtig dicke Kohle, wenn man auf diesen Wucherheini reinfällt, der aus für mich völlig nachvollziehbaren Gründen zu der Auffassung gekommen ist, dass eine andere Reklameform als illegale und asoziale Spam für sein „Angebot“ nicht zielführend sein wird. :mrgreen:

In seiner grafischen Präsentation sieht dieses Kleisterwerk dann folgendermaßen aus:

Ich habe keine Lust, diese nicht gut für OCR geeignete Grafik von Hand zu transkribieren...

Nun ein Hinweis für jene, denen es nicht auffällt:

Wisst ihr, was dieser sich tapfer durch brusthohen Bullshit kämpfende Facebook-Marketingexperte in seiner Spam überhaupt nicht angibt? Richtig, seine eigene Facebook-Adresse. Ist der etwa von seinen eigenen Facebook-Methoden zur Umsatzsteigerung nicht so richtig überzeugt? :mrgreen:

Facebook 2017 – Mehr Umsatz zum halben Preis

Mittwoch, 11. Januar 2017

Von: Facebook 2017 <omvahqk@monerio.co.ua>
Antwort an: info@fb-gemeinsam.eu

Ein weiterer Spammer, der dem gegenwärtigen Trend der Spammer folgt und seinen gesamten Text in einer fetten Grafik transportiert (zum Vergrößern einfach anklicken):

Screenshot der Spam

Detail aus der grafischen Gestaltung dieser Spam: Eine absurd übertrieben lächelnde Frau am TelefonNun, ich wills mal so sagen: Dieser asoziale, spammende Vollhonk mit seinem „Facebook für den Mittelstand“ hat im Jahr 2013 noch ganz normalen Text in seine Spams geschrieben, und das war schon eine der dümmsten Spams des ganzen Jahres. Seither hat er eine Menge an seinem Stil gefeilt, was löblich ist. Die Textmenge muss er ja notgedrungen ein bisschen größer machen, denn es ist gar nicht so leicht, jemanden dazu zu bringen, jetzt nur noch 587 Euro statt 1.200 Euro dafür hinzublättern, dass jemand anders ein Facebook-Profil einrichtet – eine komplizierte IT-Tätigkeit, mit der leider noch niemand auf dieser Welt überfordert war. Dieser Preis ist übrigens seit 2013 konstant geblieben. Sage also niemand, dass alles immer teurer wird! :mrgreen:

Um von diesem… ähm… Wucherpreis abzulenken, muss der Spammer halt viel lustigen Text schreiben. Denn wenn er auf den Punkt käme, wäre seine Spam ganz schnell gelöscht. „Inhaltlich“ wird sein Text deshalb oft ein bisschen blöd, damals wie heute:

Dann laden wir sie ein, mit uns zu zusammen ihren Umsatz explodieren zu lassen!

Ich gebe zu bedenken, dass nach starken Explosionen nur noch Trümmer herumliegen. 😀

Facebook Mittelstand: Warum 90% der Facebookseiten kein Geld verdienen

Mittwoch, 23. November 2016

Spammer's Hall of Shame

In die „Hall of Shame“ kommen nur die ganz Harten. Die, bei denen sich der mutige Einsatz von Technik und das Streben nach gestalterischer Exzellenz mit unfassbarer Stümperei paart. Die, bei denen die Worte erst einmal Luft holen müssen, ehe sie das Gesehene beschreiben können. Wenn du hier landen willst, Spammer, denn musst du einen Zustand der Spammigkeit erreicht haben, bei der nur noch ein Metzger die Frage beantworten könnte, ob du auch ein Gehirn hast…

Dieser spammende Geldverdienexperte für Mittelständler ist der Meinung, dass ein Bild mehr als tausend Worte sagt, und so transportiert er auch mehr als tausend Worte mit einer JPEG-Grafik, die vor allem eine viel größere Dateiübertragung als tausend Worte Text ist:

Riesengroße Grafik, in der die Botschaft des Spammers transportiert wird

Eine Facebook-Seite und eine Menge begleitender Wertlos-Dienstleistungen für nur noch rd. 1.600 Euro! Nun ja… ich habe keine Lust, den überwiegend hirnrissigen Text dieses Machwerkes aus einer nicht besonders OCR-freundlichen Grafik zu transkribieren, um ihn mit Anmerkungen auf Genießbarkeit zu würzen, aber diese spezielle Masche, kenntnislose Naivlinge auszunehmen, ist ja nicht neu. Früher kam sie sogar als reiner Text in einer HTML-formatierten E-Mail-Spam. Von daher verweise ich hier auf die reich kommentierte und genau so dumme Version der gleichen Masche vom mutmaßlich gleichen illegalen und asozialen Spammer, wie sie vor über drei Jahren, am 22. März 2013, in meinen Spameingang zu einer Honigtopf-Adresse flutete. Viel Spaß beim Lesen! Aber bitte ein bisschen Zeit mitnehmen, denn der Text ist etwas länger. 😉

Disclaimer: Ich gehe davon aus, dass der Spammer sein verwendetes Bildmaterial von überall „mitgenommen“ hat, ohne es zu lizenzieren und bringe sein „Gesamtkunstwerk“ an dieser Stelle nur, um die illegale und asoziale Spam zu dokumentieren und sie in einem Kontext zu stellen, der das angestrebte Geschäft dieses Spammers beschädigt.

Would you accept this new position with Facebook?

Montag, 31. Oktober 2016

Nein, diese Spam kommt nicht von Facebook. Sie hat nie einen Server von Facebook gesehen.

Facebook Has Hired You
Congratulations gammelfleisch@tamagothi.de¹

It is with great pleasure that we inform you of this amazing employment opportunity with one of the best companies in the world.

Date: October 31st
Salary: 75/hr – $ 90,000 a year
Hours: You Decide

Response needed no later then Saturday. Only (2) spots remain

Accept position

Begin Now – Triple Your Salary

If this opportunity doesn’t interest you then please tell us by access this. Thanks and have wa wonderful weekend. You deserve the rest.
Products-2-Profit-Academy 8984_Cottage | Canyone_Drive Cedar+Hills Utah-84062

By going to these will completely end. 8984-Cottage-Canyone-Drive Cedar_Hills|Utah-84062-

Alle Links gehen in die Domain uxso (punkt) stream, die in SURBL bereits…

$ surbl uxso.stream
uxso.stream	LISTED: ABUSE
$ _

…für massenhafte Spam bekannt ist. Natürlich hängt an jedem Link eine eindeutige ID, so dass ein neugieriger Klick den Spammern mitteilt, dass die Spam ankommt und beklickt wird. Leider liefert das Skript der Spammer nur eine weiße Seite, wenn man es ohne eindeutige ID aufruft, und auf Veränderungen der ID reagiert es mit einem internen Serverfehler. Deshalb kann ich nicht sagen, um was für einen Beschiss es sich hier handelt, aber sicher ist, dass Facebook nichts damit zu tun hat. Hier wird einfach nur die Reputation eines in meinen Augen schon äußerst unseriösen Unternehmens mit fragwürdigen, grenzkriminellen Geschäftsmethoden abgestaubt und von Leuten für irgendwelche mailgetriebenen Geldmachnummern eingespannt, die noch wesentlich unseriöser sind.

Einen Job gibt es dort ganz sicher nicht. Jedenfalls keinen legalen.

¹Hier stand ursprünglich die Mailadresse des richtigen Empfängers. Danke, Frank, für dieses Zustecksel aus dem täglichen Irrsinn.

Facebook – Wir machen das – Starterpaket

Montag, 16. Mai 2016

Der mutmaßlich mit dem Arsche denkende Enthirnungsrest, der diese Spam millionenfach auf wehrlose Postfächer losgelassen hat, hat sich leider nicht damit begnügt, einfach wie in früheren Versionen der gleichen Nummer seinen gleichermaßen länglichen wie dümmlichen Text als schlecht formatiertes HTML in die Mail zu schreiben, sondern wollte diesmal etwas ganz Großes für seine Empfänger tun. Deshalb ist eine 666,2 KiB große JPEG-Grafik voller kommunikativen „Inhaltes“ in die Spam aufgenommen worden, die durch die Base64-Codierung in E-Mail zu rd. 900 KiB sinnloser Postfach-Stopfmasse aufgemoppelt wird. Diese Grafik ist mit mailto (doppelpunkt) info (at) fb (strich) company (punkt) com verlinkt, damit man darauf klicken kann, um die Spam zu beantworten. denn der Absender der Spam ist natürlich gefälscht. Es ist ja eine illegale und asoziale Spam.

Ach ja, der teilweise unbeholfene Layout-Versuch in der Spam sieht so aus¹:

Verkleinerte Version der Grafik aus der Spam. Ich habe keine Lust, den ganzen Bullshit-Text abzutippen, aber er entspricht inhaltlich weitgehend dem weiter oben verlinkten Text aus dem Jahr 2013, ist allerdings gekürzt und die größten Peinlichkeiten wurden beseitigt.

Wer ein Geschäft betreibt und wirklich von seiner intellektuellen Kapazität nicht dazu imstande ist, sich selbsttätig bei Facebook anzumelden und dort eine Seite zu gestalten, sollte sich die 587 Euro an einen illegalen Spammer lieber sparen. Dann steht das Geld nämlich für bessere Dinge zur Verfügung, die eigene Reputation wird nicht durch asoziale und illegale Spammethoden anderer Leute in den Dreck gezogen und das Risiko eventueller wettbewerbsrechtlicher Abmahnungen wegen der in Auftrag gegebenen Spam wird vollständig vermieden.

Eine kleine Einarbeitung in Facebook ist sowieso nötig – niemand wird sich für einen Kanal interessieren, der verwaist und ungepflegt bei Facebook herumliegt, nachdem er einmal angelegt wurde. Ganz im Gegenteil, so etwas macht einen ausgesprochen unvorteilhaften Eindruck. Wer nicht ständig seine Facebook-Seite pflegen möchte (was zeitaufwändig werden kann) und auch nicht dazu willens ist, jemanden anders für diese Tätigkeit angemessen (also deutlich über Mindestlohn) zu bezahlen, sollte es einfach lassen.

¹Der überlagerte Schriftzug „Spam“ ist von mir, denn ich werde nicht gern zum Bildhoster für Spammer.

seo optimization

Sonntag, 1. Mai 2016

So nannte sich das hirnlose Gesäuge, das vor wenigen Minuten versuchte, hier auf Unser täglich Spam den folgenden „Kommentar“ zu veröffentlichen:

He is a freelance blogger and has a large fan base all
around. The long term advantage of a good SEO depends on how you
market your site with the different strategies you can use.
According to the study by Moz, websites with a Google tracking code installed performed better than those without.

Nun, natürlich hat er auch eine Homepage angegeben, schließlich handelt es sich ja um eine SEO-Maßnahme, wenn er einen Link auf so ein Keyword macht.

Und zwar… facebook.com (slash) groups (slash) seorankup.

Das ist nämlich ein ganz ausgefuchster SEO! Aber das heißt ja noch lange nicht, dass er eine eigene Website gestalten und unterhalten könnte. :mrgreen:

Nick von www (punkt) necmai (punkt) com

Donnerstag, 3. März 2016

Nick nannte sich der „Kommentator“ mit seiner dynamischen IP-Adresse der EWE Tel GmbH, der meinte, dass ein Blog namens Unser täglich Spam eine gute Litfasssäule für halbseidene bis betrügerische Angebote aller Art sei und deshalb den folgenden Kommentar zu einem rd. ein Jahr alten Posting über eine recht unseriöse Werbung von „Twitter“ hinterlassen hat:

Wer viele Fans hat, wirkt also wichtig und glaubwürdig. Das ist bares Geld wert: Produkte landen bei Suchmaschinen weiter oben, Promis bekommen mehr Auftritte, Parteien Wähler! Online Shop mehr Kunden. Viele Firmen kaufen zur Markteinführung „Likes“, um das Produkt interessanter zu machen. Dies sei, Bsp.Instagram Follower Kaufen, Youtube Views Kaufen, Facebook Fanpage Kaufen sagen Werbe-Experten, mittlerweile gang und gäbe. Also ich habe gekauft 2000 Followers fur.1 Euro 1AAA+ Händler bei. www.necmai.com

Ich gratuliere diesem lediglich im biologischen Sinne menschlichen Entseelungsrest zu seiner semantischen Treffsicherheit und natürlich auch zu seinem großartigen Geschäftsmodell. Möge er sich auch weiterhin bei der Masturbation einen Orgasmus vorspielen… denn etwas anderes ist die „Aufwertung“ durch gekaufte Follower, Likes, Däumchenhochs, Views und dergleichen auch nicht. :mrgreen:

Mein Dank geht an den Spamfilter, der dafür sorgt, dass solche Ausflüsse von Spammern gar nicht erst sichtbar werden. In den 14½ Stunden, die dieser Tag schon alt ist, gab es übrigens nur 124 Kommentarspams, und alle wurden fehlerfrei erkannt. Es ist ein sehr ruhiger Tag… 🙂

Urteil I ZR 65/14 vom 14. Januar 2016

Freitag, 15. Januar 2016

Hier geht es nicht um eine Spam, sondern um ein aktuelles Urteil des Bundesgerichtshofes; der Titel des Postings ist das Aktenzeichen. Vieles an diesem Text ist Rückblick. Und zwar Rückblick in hilflosem Zorn, der mittlerweile Lust an der Zerstörung bekommt, weil andere Abhilfe nicht mehr möglich zu sein scheint.

Facebook hat vor dem Bundesgerichtshof verloren.

Der Bundesgerichtshof hat festgestellt, dass die auch immer wieder gern in fremdem Namen verfasste Spam von Facebook auch tatsächlich illegale Spam gewesen ist.

Welche Folgen hat das Urteil des Bundesgerichtshofes für Facebook?

Für Facebook hat dieses Urteil keine nennenswerten Folgen. Ein jahrelang durchgezogenes, auf klar illegalen (und damit: kriminellen sowie in ihrer Methodik von der organisierten Internet-Kriminalität abgeschauten) und zudem zutiefst asozialen Machenschaften basierendes Marketing führt in der Bundesrepublik Deutschland zu keinerlei Strafbarkeit. Die Gerichtskosten – für „normale“ Menschen sicherlich ein albtraumhafter Betrag – werden „aus der Portokasse“ bezahlt. Und sie werden selbstverständlich von der geringen Steuer abgesetzt, die Facebook in Irland zahlt. Einzige Einschränkung für Facebook: Das Unternehmen darf ab jetzt nicht mehr so vorgehen.

Um dieses Urteil zu fällen, hat das Rechtssystem der Bundesrepublik Deutschland rd. fünfeinhalb Jahre gebraucht.

Es ist im Rechtsraum der Bundesrepublik Deutschland zurzeit möglich, mit klar erkennbar illegalen Praktiken Milliardenumsätze zu machen, ohne dass das irgendeine Folge hat.

Ich finde das zum Erbrechen widerwärtig.

Worum es in diesem Verfahren und in diesem Urteil nicht ging, das sind die Speicherung und weitere Nutzung der klandestin über trojanische Apps ohne Einverständnis der Betroffenen aus Adressbüchern eingesammelten Mailadressen und weiteren personenbezogenen Daten. Diese neben der Spam ebenfalls klar illegale Praxis – zur Besänftigung der Hure Justitia, deren Waagschalen am liebsten durch Geldbündel bewegt werden: Ich bin kein Jurist und äußere diese Bewertung als juristischer Laie – kann fortgesetzt werden, damit ein Unternehmen ohne seriöses Geschäftsmodell, das mit illegalen Mitteln groß geworden ist, bei nächster Gelegenheit eine Zuordnung dieser personenbezogenen Daten zu vorgehaltenen pseudonymen Nutzerprofilen vornehmen kann, die über den so genannten „Facebook-Button“ systematisch erstellt wurden und werden. Diese illegale und zutiefst asoziale Praxis fand im Urteil des Bundesgerichtshofes nicht einmal eine Erwähnung, sie war nicht Verfahrensgegenstand. Sie kann ungestört weitergehen. Wenn irgendwann in rd. fünfeinhalb Jahren (oder vielleicht auch ein paar Jahre später) mal ein höchstinstanzlicher Richter der Bundesrepublik Deutschland feststellt, dass sie illegal ist, wird dieses Urteil ebenfalls keine Folgen haben. Weder für die Täter, noch für die Betroffenen.

Wer bei Facebook ist, ist Partner und Adressmateriallieferant eines illegal vorgehenden Unternehmens, dass aus einem durch Richterrecht geschaffenen rechtsfreien Raum heraus die Privat- und Intimsphäre von Menschen mit Füßen tritt. Ja, ich habe „Intimsphäre“ geschrieben. Das Wissen um geschäftliche und persönliche Kontakte ragt sehr weit ins Leben hinein.

Worum es in diesem Verfahren und in diesem Urteil ebenfalls nicht ging, ist die unternehmerische Ausspähung des Privatlebens von Menschen durch zur Installation angebotene (oder bei bereits bestehender Marktmacht: auf persönlichen Computern unlöschbar vorinstallierte) trojanische Apps. Es geht ebenfalls nicht um vergleichbare Machenschaften anderer Webanbieter, die vergleichbar asozial und illegal Postfächer mit Spam zuscheißen, um ihr unseriöses und menschenverachtendes „Geschäftsmodell“ voranzutreiben. Mir ist da vor allem LinkedIn sehr unangenehm aufgefallen. Auch diese Machenschaften werden also weitergehen. Nach dem gestrigen Urteil des Bundesgerichtshofes ist ja jedem klar, dass auch jahrelanges klar illegales Vorgehen keinerlei Konsequenzen haben wird.

Dieses Urteil ist ein Signal. Es sagt: Wenn du ein Unternehmen bist, das asoziale und illegale Spam als Bestandteil seines „Geschäftsmodells“ sieht, dann ist das zwar nicht gestattet, aber ansonsten zunächst völlig folgenlos. Eine Einzelfallklärung dauert viele Jahre. Ihr Ergebnis führt zu keiner Strafe, zu keiner Haftung und zu keiner nennenswerten Auflage (wie zum Beispiel einer erzwungenen Datenlöschung) und damit Einschränkung der weiteren geschäftlichen Tätig- und Tätlichkeit. Wie Unternehmen – insbesondere S/M¹-Unternehmen ohne seriöses Geschäftsmodell – mit dieser durch Richterrecht geschaffenen Rechtslage umgehen werden, ist absehbar. Wenn nicht ein Hauch lobenswerten Anstands durch die Addiermaschine weht, die dort zu sitzen scheint, wo richtige Menschen ihr Gehirn haben, ist zum Beispiel die Fortsetzung der systematischen Spamwerbung durch LinkedIn eine sichere Wette.

Dieses Urteil hat Spam und vergleichbar klar illegale Formen der Reklame im Internet gesellschaftsfähiger gemacht. Das ist eine Wirkung, die sich niemand wünschen kann.

Ich finde das – ja, ich wiederhole mich – zum Erbrechen widerwärtig.

Wer eine Welt mit weniger (oder ohne) Spam haben möchte, statt eine Welt mit immer mehr Spam, der hat in dieser vom Bundesgerichtshof hergestellten Situation nur eine Möglichkeit: Die vollständige und ausnahmslose Ächtung aller Unternehmen, die auf Spam setzen oder auf Spam gesetzt haben sowie die vollständige und ausnahmslose Ächtung aller Menschen, die diese Unternehmen mit Adressmaterial und Daten beliefert haben und weiterhin beliefern. Letzteres ist kaum durchführbar. Es bedeutet Kontaktabbruch zu jedem Nutzer eines Smartphones.

Durchführbar ist es aber, die Accounts bei Unternehmen zu löschen, die klar auf illegale und asoziale Spam als Reklamemittel gesetzt haben. Mir fallen da Facebook und LinkedIn ein. Es sind die einzigen derartigen Unternehmen, von denen ich jemals solche Spam bekommen habe.

Ich fordere jeden Menschen dazu auf, Accounts bei den Spammern Facebook und LinkedIn zu löschen, und zwar am besten genau jetzt, in diesem Moment! Wer das nicht tut, ist ein Komplize von Spammern und damit genau so schlimm wie die Spam selbst.

Facebook-Nutzer, du bist die Spam! Wenn du das nicht sein willst, hast du es in der Hand, etwas Erfreulicheres zu werden. Anleitungen, wie man den Account löscht, findest du in diesem Internet. Facebook ist da eher weniger behilflich, habe ich mir sagen lassen…

LinkedIn-Nutzer, du bist die Spam! Wenn du das nicht sein willst, hast du es in der Hand, wieder in Anstand, Würde und Ehre zu leben. Anleitungen, wie man den Account löscht, findest du in diesem Internet.

Vom Recht haben wir jedenfalls nichts mehr zu erwarten.

(Und nein, nicht ein Wort in diesem Text ist satirisch gemeint.)

¹S/M ist übrigens meine Abk. für „social media“. Aus Gründen. Wer dabei spontan BDSM assoziert, hat meine Gründe verstanden.