Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


GOOGLE JAHRESTAG GEWINNENDE ANMELDUNG.

Dienstag, 11. Dezember 2018, 16:39 Uhr

Hui, die Anmeldung ist gewinnend. Das Wort habe ich lange nicht mehr gehört.

Europe Wealth <morisloans2014@gmail.com>

Der gefälschte Absender klingt ja, als hättest du ihn schon für einen Vorschussbetrug der Marke „Ich gebe jedem Fass ohne Boden noch ein Darlehen“ verbraucht. Und jetzt sattelst du auf den Vorschussbetrug der Marke „Du hast in einer Lotterie gewonnen, obwohl du niemals ein Los gekauft hast“ um? Der ist aber auch nicht überzeugender oder gar intelligenter.

(Ich wollte, das würde bedeuten, dass niemand mehr darauf hereinfällt!)

Google Incorporated
Google UK Ltd
Belgrave Haus
76 Buckingham Palace Road.
Gewinnende Nr .: GUK / 477/857/2018
Ticket Nr .: GUK / 685/384/2018

Fast so überzeugend wie Siegelwachs! Das nächste Mal nimm aber bitte die Anschrift des Weihnachtsmannes, denn der ist immer noch beliebter als das menschenfeindliche Tracking-, Überwachungs- und Reklameunternehmen aus dem Weltüberwachungsstaat USA.

GOOGLE JAHRESTAG GEWINNENDE ANMELDUNG.

Spammer, das hast du schon im Betreff gesagt. Und so richtig gewinnend ist es immer noch nicht.

Wir möchten Ihnen noch einmal zu diesem Hinweis gratulieren, denn wir sind ein Teil unserer Gewinner in diesem Jahr.

Ah ja! „Google“ spielt in seiner eigenen Lotterie mit.

Diese Promotion wurde eingerichtet, um die aktiven Nutzer der Google-Suchmaschine und der Google-Zusatzdienste zu ermutigen.

Welche Google-Lotterie. Na, diese Promotions-Lotterie! Die, die „Google“ zu Reklamezwecken macht! Was du daran merkst, dass Google niemals Reklame damit macht!

Die Online-Draws wurde durch eine zufällige Auswahl von E-Mail-Adressen von Einzelpersonen und Körperschaften durchgeführt, die von einer fortschrittlichen automatisierten Zufallsrechnersuche aus dem Internet ausgewählt wurden.

Immerhin ist „Online-Draw“ diesmal unübersetzt geblieben. Ich kann mich erinnern, den Quatsch vor ein paar Wochen als „Internet Unentschieden“ gelesen zu haben und nicht darauf gekommen zu sein, was da wohl früher einmal auf Englisch stand. Jetzt weiß ich es. Computer sind tolle Übersetzer!

Aber zum Inhaltlichen: Aha! Eine „Zufallsrechnersuche aus dem Internet“, bei der man einfach Mailadressen rausbekommt… tja, das ist schon bitter für diese Lotterien aus der schrillen Fantasie eines spammenden Trickbetrügers, dass sie sich immer eine Ausrede einfallen lassen müssen, woher der Lotterieveranstalter die Mailadresse hat und warum man kein Los kaufen muss. Und das, obwohl der Spammer überhaupt keine Ahnung von irgendwas hat. So fortschrittlich eine solche „Zufallsrechnersuche“ auch wäre, sie könnte jedenfalls nicht so einfach Mailadressen aus irgendwelchen Servern rausschütteln. Und das ist auch gut so, denn wir kriegen alle mehr als genug Spam.

Allerdings wurden keine Tickets verkauft, aber alle E-Mail-Adressen wurden verschiedenen Kartennummern für Repräsentation und Privatsphäre zugewiesen.

Ähm, wenn man keine Lose verkauft, warum macht man dann den Umweg über Losnummern? Das ist doch sinnlos. Vor allem…

Der Auswahlprozess wurde durch eine zufällige Auswahl in unserer computergesteuerten E-Mail-Auswahlmaschine (TOPAZ) aus einer Datenbank mit über 250.000 E-Mail-Adressen aus allen Kontinenten der Welt durchgeführt.

…wenn der Computer zufällig eine Mailadresse aus der Sammlung zieht. Wenn ich das (sehr auf die Schnelle) implementieren müsste, hätte ich sämtliche Mailadressen in einer einzigen Datei und schriebe mir ein Shellskript:

#!/bin/bash
number_of_draws=10
select_from="mailadressen.txt"
number_of_lines=$(wc -l $select_from | sed "s/ .*$//")
linepos=$(echo $number_of_lines $number_of_draws | 
          awk ' { srand();
                  for(i = 0; i < $2; ++i)
                    printf("%dp\n", $1 * rand() + 1);
                } ')
sed -n "$linepos" $select_from

Weniger schlampige Programmierer als ich würden vielleicht nicht gerade den in awk verbauten Pseudozufallszahlengenerator verwenden, sondern ihre Auswahl mithilfe von /dev/random treffen. Dann hängt es nicht vom Zeitpunkt des Programmstarts ab (und ist prinzipiell vorhersagbar), sondern ist so gut wie die Ziehung der Lottozahlen. Ich wollte mit diesem Beispiel (das ich übrigens nicht einmal getestet habe) nur aufzeigen, wie einfach eine solche Ziehung zu programmieren ist und wie wenig „fortschrittliche“ Technik in „TOPAZ“ benötigt würde. Der Umweg über Losnummern macht das alles nur komplizierter, und bringt für die „Privatsphäre“ nichts, solange die eingesammelten Mailadressen sowieso weiterhin in irgendeiner Datenbank bei „Google“ rumlümmeln.

Diese Lotterie wird vom britischen Gaming Board genehmigt und auch von der International Association of Gaming Regulators (IAGR) zugelassen.

Ach, die Lotterie wird noch zugelassen. Die ist noch gar nicht zugelassen. Nicht, dass die am Ende gar unzulässig ist! :mrgreen:

Dass dieses „Google“ mit seinen Lotterien sich aber auch niemals einen Dolmetscher leisten kann.

Diese Lotterie ist die 3. ihrer Art und wir wollen die Öffentlichkeit sensibilisieren.

Wofür?

Daher glauben wir mit Ihrem Gewinnpreis, Sie werden weiterhin aktiv und Mäzenatentum der Google-Suchmaschine.

Ah, dafür! Und für das Glauben mit dem Preis! :mrgreen:

Google ist jetzt die größte Suchmaschine weltweit und in dem Bemühen, sicherzustellen, dass es die am weitesten verbreitete Suchmaschine bleibt, liefen wir einen Online-E-Mail-Beta-Test, den Ihre E-Mail-Adresse 950.000,00 € (Neunhundert und fünfzig Tausend Euro) gewonnen hat. Ihre 950.000,00 werden auf Ihr Bankkonto überwiesen.

Ich weiß jetzt zwar nicht so genau, wass eine erfreuliche Überweisung von beinahe einem Megaeuro auf mein Konto mit der Verbreitung von „Google“ als Suchmaschine zu tun hat, aber was weiß ich denn schon? Reklame kann es nicht sein, denn sonst würde Google damit ja Reklame machen.

Leider ist der tolle Gewinn nur das Ergebnis eines Tests. Und ich hatte mich schon so gefreut! :mrgreen:

Bitte raten Sie bitte, das untenstehende Formular auszufüllen und senden Sie es sofort an unseren Claim Administrator per E-Mail oder Fax für die sofortige Erhebung Ihrer Gewinn-Fonds.

Dr. Hechler Anderson
Google Promotion Award Team
email: europewealth@hotmail.com
Watsapp contact: +234705998xxxx

Aha, „Google“ kommuniziert also über irgendwelche Millionenzahlungen von „Google“ an irgendwelche Menschen nicht über seine eigenen Server, sondern verwendet kostenlos und anonym einzurichtende Mailadressen im Freemail-Angebot eines Mitbewerbers, nämlich Microsoft. Das wirkt recht plausibel, wenn man seine Lobotomie endlich hinter sich gebracht hat.

BIETEN SIE IHRE BANKING DETAILS IM FORMAT BELOW.
NAME DER BANK:
ART VON ACCOUNT :
ACCOUNTNUMMER :
ROUTING / SWIFT CODE:
KONTOBEZEICHNUNG:
TEL:
LAND:

„Google“ kann nicht die Telefonnummer meiner Bank googeln. :mrgreen:

So werden Sie hiermit dringend empfohlen, Ihre Gewinne streng vertraulich zu halten, bis Sie Ihren Preis beanspruchen.

Wäre ja auch schlecht für den Trickbetrüger, wenn der „Gewinner“ überall von seinem Gewinn erzählte, bis ihm schließlich jemand sagt, was Vorschussbetrug ist und dass es sich um eine der ältesten Nummern in der Internet-Kriminalität handelt.

Herzlichen Glückwunsch von den Stäben und Mitgliedern der Google Interactive Lotteries Board Commission.

Wo ist diese „Lotterie“ eigentlich „interaktiv“. Ich muss nicht nur kein Los kaufen, um zu gewinnen; ich muss nicht einmal irgendwohin klicken. Es ist überhaupt keine Interaktion meinerseits erforderlich.

Und nein: Ich nutze Google nicht als Suchmaschine, und zwar niemals. Ich sehe lieber unzensierte und nicht reklameoptimierte Suchergebnisse, die nicht auf irgendeiner über mich angelegten, pseudonymen Stasi-Akte basieren, sondern auf den Inhalten im Internet und den Inhalten meiner Suchanfrage¹. Das vermeidet übrigens auch Filterblaseneffekte und ist damit ein wichtiger Beitrag zur intellektuellen Hygiene. Deshalb nutze ich (zurzeit) DuckDuckGo und kann es auch anderen nur empfehlen. Google ist böse, und zwar noch viel böser, als es Microsoft jemals war.

Mit freundlichen Grüßen.
Dr. Hechler Anderson
Google Promotion Award Benachrichtigungsabteilung

Wow, eine ganze Abteilung für die Benachrichtungen einer Reklamelotterie von „Google“, mit der Google niemals Reklame macht! Ich bin beeindruckt! :mrgreen:

So, und jetzt muss ich mich von meinen Lachschmerzen erholen. 😉

¹Ich werde niemals den Tag vergessen, wo ich mit einem Freund im gleichen Zimmer saß; wir über den gleichen Router im Internet hingen, also nach außen die gleiche IP-Adresse hatten; wir uns beide von Google abgemeldet hatten – und wie wir die gleiche Google-Suche mit Allerweltsbegriffen machten, um zwei völlig verschiedene Suchergebnisse von Google präsentiert zu bekommen. Kein Wunder, dass so viele Menschen herumlaufen, die in ihren jeweiligen falschen Auffassungen völlig inappellabel sind. Sie verwenden sicherlich jeden Tag Google als Suchmaschine und sehen dabei immer nur ganz viel Bestätigung ihrer Auffassungen.

Ich mag es so sehr, da muss ich gleich mal zum Facebook klicken...

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