Unser täglich Spam

Aus dem Internet frisch auf den Tisch. Köstlich und aromatisch.


Tagesarchiv für den 3. Januar 2010

Please pray for my Heavenly father’s work.

Sonntag, 3. Januar 2010

In der Spam scheint man ja vor gar keinem Thema mehr sicher zu sein:

Dear Brother in Christ,

My name is Madhu Bunga. I am very happy to feel to write a letter to u in the Lord Jesus Christ. Present I have very need your prayer to serve of the Lord Jesus Christ. As a part of this thing I writing a letter to you. I am a poor pastor in india. I am providing lunch and dinner of very poorest of the very poor a15 members children and a 10 members of old agers. But I have so lot of financial troubles to maitainaning this project. I have no any other financial support from any where. Because of I write a letter to u as a christian elder and belogest to God. In this situation I have very need your prayer to God. Please donot forget to prayer. I hope you. Atleast one time Please pray for my gospel work and church activities. I am waiting for your kind reply from you.

P.S: personally Please pray for my heavenly father work.

Prayer needs:

1.orphan children feeding support.
2.Poorest of the poor old agers feeding support.
3.Spread the word of God to other regional areas.
4.conduct gospel and healing crusades in the out door.
4.

[Die Liste bricht im Original so ab, völlig ohne Abschiedsformel]

Gut, wenn dieser in primitiver Magie gefangene Mensch wirklich glaubt, dass ein Gebet umso wirksamer wird, wenn es von Millionen Spamempfängern gesprochen wird, ganz so, als seien sein Herr Jesus Christus und sein Allmächtiger Vater im Laufe der Jahrtausende taub geworden, denn will ich mich nicht zurückhalten und formuliere es mal an dieser Stelle im Editor (hoffentlich lässt sich dieser christliche Gott nicht schon deshalb vom Lesen abhalten, weil ich kein Christ bin):

Allmächtiger!

Bitte hilf deinem emsigen Freund in Indien ganz schnell und ganz wirksam, ein paar Dinge zu begreifen. Zum Beispiel dieses Ding, wie man so eine Bibel aufschlägt. Vielleicht findet er dann auch einmal Mt. 6, 6 „Wenn du aber betest, so gehe in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist, und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir’s vergelten“. Außerdem meine ich – nur mal so als unbeteiligter Laie – dass es so einem Pastor gut anstünde, wenn er nur wüsste, wie eine Bibel aufgeschlagen wird. Vielleicht nimmt ihm das sogar den Glauben daran, dass du besser hinhörst, wenn viel und laut geplappert wird (weil er gleich Mt. 6, 7-8 weiterliest), und vielleicht hört er dann auch damit auf, die Menschen mit seiner Spam in radebrechenem Englisch zu belästigen, auf das sie ihre massenhafte Zauberei als Gebet verpacken.

Aber auch, wenn er nicht mehr lernen sollte, wie man eine Bibel aufschlägt, könntest du diesen Pastor mit seinen Heilungskreuzzügen [„healing crusades“ – sic!] echt helfen, indem du an ihm ein Heilungswunder vollbringst und sein Gehirn ein kleines bisschen nachwachsen lässt. Schon ein eher geringes Wachstum des Hirnes wäre eine echte Hilfe, denn dein Pastor hat diese Spam auf eine ganz besonders dumme Weise technisch gestaltet – er hat einfach ganz viele Empfängeradressen in das To:-Feld im Header eingetragen und auf diese Weise meine für die private Korrespondenz verwendete Mailadresse ganz vielen Empfängern völlig offen mitgeteilt. Du weißt doch, Allmächtiger, dass ich kein Christ bin und nach allem meinen Erleben und nach einem recht ausgiebigen Studium der Bibel auch keiner mehr werden kann; und wenn ich mir nur vorstelle, dass meine Mailadresse nun in obskuren christlichen Zirkeln herumgeistert, in denen diese Art primitiver Magie üblich ist und in denen man sich immer wieder Spams mit Gebetsanliegen zusendet, denn wird mir für die Zukunft ganz anders. Obwohl ich gewiss auch viel zu Lachen bekommen werde. Du lachst bestimmt auch oft, Allmächtiger…

Und weißte, Allmächtiger, wenn ich schon mal dabei bin und ausgerechnet dir schreibe: Ich befürchte ja, weil der Absender dieses Müllbriefes so sehr von seinem Geldmangel in Indien schreibt und so unspezifisch in der Auswahl der angemailten Menschen ist, dass er das ganze Reden von Gott und Kreuzzügen nur missbraucht, um Antworten zu provozieren und dann ein paar Leute in ausgiebiger Korrespondenz systematisch leerzubetteln. Und allwissend wie du bist, weißst du ja auch schon, dass ich gar nicht recht glaube, dass ich hier eine unbeholfene Mail von einem verzweifelten Pfaffen lese, sondern eine neue, dreiste Betrugsmasche. Schon der ganze Ton und die Zielsetzung und die Betonung des Gebetes als magischer Akt, der kollektiv erbracht werden muss, um den rechten Zauber zu bewirken… all das richtet sich recht eindeutig an jene evangelikalen und [die „alten Pfingstler“ mögen mir dieses Wort verzeihen, aber ich schreibe hier ja an euren Obersten, und der wird mich schon verstehen] neupfingstlerischen Gemeinschaften, in denen die Menschen eben so eine Auffassung vom „Glauben“ haben. Wer einmal einen so genannten „Gottesdienst“ in so einer christlichen Sekte mitbekommen hat, der weiß, wie sehr die offen gepflegte Irrationalität dieser Kreise die Geldbeutel der verführten Schäfchen öffnet, und wie du ja selbst am technisch verstärkten Geplärr der dir dargebrachten Lieder mitbekommst, sind diese synkretischen neuchristlichen Religionen mit ihrer Mischung aus positive thinking, Voodoo-Heilungen, extremkonservativer politischer Ausrichtung, Geldanbetung und ekstatischer Selbsthypnose zurzeit leider recht populär. Da kann so ein Schuft schon einmal auf die Idee kommen, seinen verfeinerten Lebensstil mit einer dreisten religiösen Betrugsnummer zu finanzieren und dabei kräftig von der Armut im fernen Indien zu faseln, zumal du ja nicht mehr solche Heucheleien auf der Stelle mit dem Tod bestrafst (siehe Apg. 5, 1-11). Vielleicht ist es auch besser, dass Heuchler alt werden, sonst wären die Kirchen noch leerer und Pfaffe wäre ein Beruf mit einem sehr hohem Sterberisiko.

Ach, was schreibe ich eigentlich so viel, du weißt ja schon alles. Wie sagt man nochmal? Ach ja: Amen.

Das ist wirklich eine der schrägsten und dreisteten Spams, die ich in den letzten Jahren erhalten habe.

Wrong

Sonntag, 3. Januar 2010

Hi,
My name is Aurora,
it is about you?
http://www.snabservis.h11.ru/snowier.html

Good Bye 🙂

Der Betreff stimmt. Du bist bei mir völlig falsch, ich klicke nicht auf Links in irgendwelchen Spams. Auch nicht, wenn sie mich fragen, ob es da um mich geht, aber nicht einmal wissen, wie ich heiße. Nee, das kannste vergessen. Ist eben falsch. Wrong. Aber das sagste ja selbst.